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Gast

  • #1

Unsicherheit überwinden, aber wie?

Liebes Forum

Seit ein paar Wochen verfolge ich hier aktiv die Fragen und Antworten, gern würde ich um eure Meinung bitten. Generell werde ich (w) von meinem Umfeld als recht tough gesehen. Ich selbst empfinde das leider nicht so. Wie geht man mit diesem Selbstbild-Fremdbild-Gap um?
Bin eher unsicher, fühle mich unattraktiv. Mein Umfeld attestiert mir,was völlig anderes; Attraktivität, Intelligenz etc. Ich hab jedoch immer den Eindruck, nicht zu genügen. Wer kennt das und was könnte ein Ausweg sein?
 
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  • #2
Hallo FS,

ich kenne das gut, mir geht es ähnlich. Manchmal habe ich Phasen, in denen ich mich toll finde, aber leider viel zu oft fühle ich mich unattraktiv, schüchtern und halte es für sehr unwahrscheinlich, dass mich ein Mann lieben könnte.
Das ist eine extreme Unsicherheit. Ein Ausweg ist sicherlich mehr Selbstbewusstsein aufzubauen, sich klar werden, dass man eine wunderbare, attraktive, intelligente Persönlichkeit ist. Aber der Weg dahin ist ziemlich schwer.....

LG, w28
 
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  • #3
Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt....

Oder auch, wenn du nicht getestet wirst (warum auch immer, vielleicht bist du für die Mehrheit zu schön), dann teste eben selbst.
 
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  • #4
Also erstmal ist toughness nicht unbedingt das, worauf Männer anspringen. Auf "Intelligenz, Attraktivität etc." aber schon. Ich glaube aber, dass die Eigenschaft, die dich denken lässt, "nicht zu genügen", Ansporn für dich ist, dich ins Zeug zu legen und dadurch (speziell beruflich) tough zu sein. Ich denke, dir könnte schon helfen, im partnerschaftlichen/Männer-kennenlern-Bereich weniger kompetitiv, aber genauso geistreich wie sonst zu sein. Kompetitivität oder Toughness wirkt nämlich schnell kämpferisch und dann verbissen. Einfach dir selbst sagen "MIR muss ich ja nicht mehr beweisen, dass ich intelligent, attraktiv usw. bin." Sei einfach wie du bist und wer dich so nicht will, mit dem würdest du so oder so nicht glücklich oder du müsstest dich immer verstellen und damit würdest du erst recht nicht glücklich.

m28
 
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  • #5
Liebe FS,
mir geht es ganz genauso. Ich bekomme von Kollegen oft die Rückmeldung, dass ich sehr selbstbewusst rüberkomme, aber innerlich fühl ich mich ganz klein. Ich frag mich oft, woran das hängt. Vielleicht ist das selbstbewusste Auftreten ein Schutzschild, was meinst Du? Ich verspüre auch einen ständigen Druck nicht zu genügen - auf der Arbeit wie im Privaten. Hat jemand Tipps, wie man diese ständigen Zweifel los wird? Habe einige Freundinnen, denen es ähnlich geht - wir scheinen also nicht alleine zu sein, liebe FS.
 
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  • #6
Ich bin auch so, das gibts wohl öfter. Ich bin manchmal vor lauter Unsicherheit mehr als cool, nach aussen hin.

Es gilt, Menschen zu finden, die hinter die Fassade schauen möchten und können. Und man muss einfach versuchen, die eigene Verletzlichkeit mal zu äussern, mal auszusprechen, dass man in Wirklichkeit ein verletzliches Wesen ist, den Menschen gegenüber, die es wert sind. Z.B. Männer um Hilfe bitte, das Weibchen raushängen lassen, Schwächen zugeben, einfach ganz normal sein, nicht immer die "Ich schaffe schon alles selbst"-Frau zu spielen. Denn autenthisch ist das nicht. Ist aber auch schwer, abzulegen. Im manchen Bereichen kann es ja auch nützen.

Meist hat man sowas schon lange drin, diesen Automatismus, die Coole zu mimen. Da hilft nur Offenheit, gute Freunde, Vertrauen, sich mit empathischen Menschen umgeben und bei diesen offen drüber reden, zeigen, dass man anders ist.

W43
 
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  • #7
Ich hatte dieses Problem so bis etwa 20. Ich habe mich kaum getraut, irgendwo irgendwas zu sagen und wenn ich mal etwas gesagt habe, habe ich mir gleich immer dazu gedacht, wie blöd sich das gerade angehört hat. Gründe dafür waren bei mir unter anderem Mobbing in der Schule und ein dominanter Vater. Mittlerweile habe ich das Problem (bin jetzt 28) überhaupt nicht mehr (mein Vater ist auch vor ein paar Jahren verstorben - weiß aber nicht, ob das daran liegt).

Ich glaube, du solltest mal Ursachenforschung betreiben. Vielleicht auch mit professioneller Hilfe. Es ist doch nicht schön, sich immer klein und hässlich zu fühlen.

w
 
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  • #8
Ich denke, dir könnte schon helfen, im partnerschaftlichen/Männer-kennenlern-Bereich weniger kompetitiv, aber genauso geistreich wie sonst zu sein. Kompetitivität oder Toughness wirkt nämlich schnell kämpferisch und dann verbissen. m28
Kämpferisch zu sein ist eine hervorragende Eigenschaft, an der es nichts zu kritisieren gibt.

Und Verbissenheit unterstellen reaktionäre Männer gerne Frauen, die bei einer Auseinandersetzung nicht klein beigeben, sondern tougher sind, als das Männchen und sich durchsetzen!

Alice Schwarzer wird von ewig gestrigen (Alt-) Herren gerne als verbissen bezeichnet, dabei ist die Dame äußerst wortgewandt, humorvoll und charmant – aber eben auch schlagkräftig genug, um die Welt zu verändern. Und die neue Welt hat die Altherren um nahezu alle Privilegien gebracht, die sie einst für selbstverständlich hielten!

Handeln Sie also einfach so tough, wie Sie wirken, und die emanzipierten Männer werden bei Ihnen Schlange stehen!
 
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  • #9
Liebe FS,
mir geht es ganz genauso. Ich bekomme von Kollegen oft die Rückmeldung, dass ich sehr selbstbewusst rüberkomme, aber innerlich fühl ich mich ganz klein. Ich frag mich oft, woran das hängt. Vielleicht ist das selbstbewusste Auftreten ein Schutzschild, was meinst Du? Ich verspüre auch einen ständigen Druck nicht zu genügen - auf der Arbeit wie im Privaten. Hat jemand Tipps, wie man diese ständigen Zweifel los wird? Habe einige Freundinnen, denen es ähnlich geht - wir scheinen also nicht alleine zu sein, liebe FS.
Hinterfragt eure Kindheit, habt ihr genug Anerkennung von Mutter und Vater bekommen? Oft liegen die Probleme mangelndes Selbstbewusstsein in der Kindheit.

Man kann daran arbeiten, indem man sich prof. Hilfe holt, wenn es wirklich extrem ist. Ansonsten viel Sport treiben, Bücher zu dem Thema lesen, mir hat oft mein Verstand geholfen, Dinge zu verstehen und umzusetzen und natürlich die Lebenserfahrung hat auch dazu beigetragen, dass ich nicht das kleine Mäuschen bin, zu dem mich meine Mutter anfangs gemacht hat, weil sie selber ein dummes kleines Mäuschen ist und aus Narzissmus es nicht ertragen kann, dass andere Frauen besser sind als sie.

w 49
 
  • #10
Generell werde ich (w) von meinem Umfeld als recht tough gesehen. Ich selbst empfinde das leider nicht so. Wie geht man mit diesem Selbstbild-Fremdbild-Gap um?
Indem Du diese Lücke schliesst. Werde so Selbstbewusst wie Dich Deine Freunde sehen.

Was Du brauchst ist ein Turbo fürs Selbstbewusstsein. Irgendwas was Du ganz offensichtlich besser kannst als andere. Zum Beispiel konnte ich immer beobachten wie unsere Laufanfänger an Selbstbewusstsein auch im täglichen Leben dazugewonnen haben nachdem Sie Ihren ersten 10km-Wettkampf beendet hatten (egal wie schnell übrigens).
Was das für Dich sein kann musst Du noch reusfinden (vielleicht weisst Du es ja schon, musst es nur machen).
 
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  • #12
Schön wärs, nur von den emanzipierten Männer gibt es so wenige und wenn, dann sind diese glücklich in festen Händen.
w 49
Das liegt daran, dass die meisten Frauen sich gerne blenden lassen und die Männer die sich nicht für den Mittelpunkt des Universums halten, eben die nicht lautstark über ihre Vorzüge sprechen, nicht als Patnermaterial wahrnehmen.
 
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  • #13
Das liegt daran, dass die meisten Frauen sich gerne blenden lassen und die Männer die sich nicht für den Mittelpunkt des Universums halten, eben die nicht lautstark über ihre Vorzüge sprechen, nicht als Patnermaterial wahrnehmen.
Dem kann ich nicht zustimmen. Emanzipierte Männer erkennt man schnell am Handeln und nicht an den Worten. Also spielt es auch keine Rolle, ob die Männer lautstark sind oder nicht.

Dieses laut oder nicht laut sein hat auch was mit Temperament und Extro- sowie Introvertiertheit zu tun.