• #1

Ungewöhnlicher Betreuungsplan

Hallo,

ich möchte euch fragen, wie ihr das findet/bewertet.

Mein Mann und ich sind getrennt. Wir betreuen unsere Kinder (13/11) im Wechselmodell 50:50, eine Woche Mama, eine Woche Papa. Für die Kinder ist das ok, sie fühlen sich wohl, wir wohnen nur 1 km auseinander. Für meinen Mann ist es problematisch wegen der Arbeit, er arbeitet unregelmäßig, oft auch nachts oder abends. Die Kinder ganz zu mir geben, kann er sich nicht leisten (er müsste ja Unterhalt zahlen).

Nun haben wir folgende Idee: Wir nehmen jetzt mal einen Zeitraum von 8 Jahren, die die Kinder noch bei uns wohnen (dann sind sie mit der Schule und/oder Ausbildung fertig). Die ersten 4 Jahre wohnen sie bei mir und besuchen ihren Vater jedes zweite Wochenende und darüber hinaus spontan (ist ja nicht weit). Ich bekomme von ihm keinen Unterhalt.
Die zweiten 4 Jahre wohnen sie bei ihm und besuchen mich jedes zweite Wochenede und spontan. Dann zahle ich aber auch keinen Unterhalt.

Der Vorteil für mich ist, dass ich in vier Jahren flexibler bin als jetzt. Ich könnte das viel zu teure und große Miethaus kündigen, näher an meinen Arbeitsort ziehen, mit meinem Freund zusammenziehen oder oder oder... In vier Jahren sind die Kinder 17 und 15.

Klingt ungewöhnlich. Aber irgendwie auch fair. Was meint ihr?
 
L

Lisachen

  • #2
Ich finde solche langfristige Planungen unsinnig. Wer weiß, was in 4 Jahren alles passiert. Ob Du noch die Stelle hast, der Freund da ist, Dein Mann noch einsatzbereit ist, usw. Warum machst Du es nicht so: Während der Woche sind die Kinder bei dir ab Freitag Nachmittag bis Montag früh sind sie bei deinem Mann. So kannst Du deine Wochenenden für dich sein und machen was du möchtest. Unterhaltsregelungen könnt Ihr dann so regeln, dass keiner von Euch leidet.
 
  • #3
Ja, klingt fair. Ich finde auch gut, dass ihr gemeinsam an einer Lösung arbeiten könnt, die für beide gut ist. Das funktioniert in wenigen Fällen. Ob es eine ungewöhnliche Lösung ist, ist völlig egal. Ihr müsst damit klarkommen.
 
  • #4
Nun, wenn Ihr das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder ausser Acht lässt, mag dies funktionieren - rein vom Finanziellen ist die Idee nachvollziehbar.

Auf der emotionalen Ebene finde ich den Vorschlag daneben.
Deine Zeilen klingen nach rationeler Budgetierung, wie man sich am besten finanziert.

Ich gehe davon aus, dass es Wunschkinder waren, die man aufwachsen sehen und die verschiedenen Hochs und Tiefs mitbekommen möchte.

Die Kinder müssen einfach mitspuren, werden nicht gefragt. Du siehst nicht in die Zukunft, gehst von einer reibungslosen Entwicklung der Kinder aus, die das alles hinnehmen und aushalten.

Du kannst doch keine Entscheidungen fällen, die 8 Jahre Konsequenz mit sich tragen. Es sind Kinder und keine Gegenstände, die man abbezahlen muss.

Würde es dir nicht das Herz brechen, wenn deine Kinder in 4 Jahren ausziehen und die Familienzeit vorbei ist? Ich habe keine Kinder, kann deinen Ueberlegungen trotzdem nur rational folgen.

Franca
 
  • #5
Ich sehe das wie Lisachen. Solche langfristigen Planungen haben keinen Wert.

Was passiert wenn dir in deinen vier Jahren etwas zustößt weswegen du die Kinder nicht mehr so betreuen kannst dass es dem Plan entspricht und er einspringen muss? Oder was passiert, wenn er in seinen vier Jahren ein gesundheitliches Problem bekommt oder aufgrund einer neuen Freundin keinen Bock mehr auf seine Kinder hat und sie wieder zu dir abschiebt? (soll alles vorkommen)
Dann fühlt sich einer von euch benachteiligt und ausgetrickst und es kommt eine Menge Frust dazu der dann am Ende im Krieg mündet.
Dabei muss es nicht mal mutwillig sein. Eine Erkrankung/ein Unfall und die Abmachung ist dahin. Oder die Kinder verkrachen sich mit einem von euch beiden übel und weigern sich bei eurem Plan mitzuspielen.

Daher rate ich auch.. plant überschaubarer. Das Leben richtet sich nämlich nie nach den eigenen Plänen.
 
  • #6
Bei mir haben so langfristige Planungen, an denen ich nicht allein ausschlaggebend war, niemals funktioniert. Was werden Deine Kinder sagen, wenn sie 4 Jahre nur einen WE-Papi haben, der vielleicht eine neue Familie gegründet hat, und dann sollen sie da einziehen, nach einer gewissen Entfremdung? Und sag nicht, er mache sowas garantiert nicht. Er hat durch die gegebene Situation viel mehr Bindung an die Kinder, als er dann haben wird, und wer würde es ihm ankreiden, nochmal eine Familie zu gründen und dann passen EURE Kinder, plötzlich dauerhaft anwesend, nicht ins junge Glück, und der Mann kann wieder Unterhalt zahlen oder will einfach nicht, weil die neue Frau nicht will?

Ich würde sagen: Ziehe jetzt weiter an Deinen Arbeitsort (Von wieviel Zeit reden wir denn?) Versuche, JETZT das mehr durchzusetzen, was Du brauchst, vielleicht mit Kompromissen.

Wenn ein Kind studieren will, geht die Ausbildung weiter.

Die Kinder ganz zu mir geben, kann er sich nicht leisten (er müsste ja Unterhalt zahlen).
Du klingst, als seien Deine Kinder jedem irgendwie lästig und wer nicht zahlen kann, MUSS sie halt nehmen. Falls er jetzt schon keine Lust auf die Kinder hat und sie aber nehmen muss aus finanziellen Gründen, würde ich besser finden, wenn Du sie ganz nimmst und eben das Geld, was er zahlen kann. Vielleicht ist es nur unglücklich formuliert, aber insgesamt klingt es recht kalt.
 
  • #7
So wie ich dich verstehe, ist der Hauptvorteil, dass dann nur einer von euch eine große Wohnung mit Kinderzimmern braucht und der andere in einer günstigen 2-Zimmer-Wohnung wohnen kann? Nimmst nur du diesen Vorteil in Anspruch, oder darf dein Ex auch ab sofort und für die nächsten 4 Jahre in eine kleinere Wohnung umziehen?

Wie stellst du dir das mit den Besuchen beim anderen Elternteil vor? Kommen die Kinder nur mal nachmittags zu Besuch und schlafen maximal auf dem Schlafsofa?
Was ist, wenn die Kinder bei dieser langfristigen Planung nicht mitmachen? Am Ende der 8 Jahre sind sie 21 und 19. Vielleicht will einer mal 1 Jahr Schüleraustausch machen oder einer zieht mit 16 von zu Hause aus um eine Berufsausbildung in einer weit entfernten Stadt anzufangen.

Wenn du mehr zusammenhängende Freizeit willst, könnt ihr auch 2 oder 3 wöchige Wechsel statt wöchentliche Wechsel vereinbaren. Aber das mit der kleineren Wohnung funktioniert wahrscheinlich nicht.
 
  • #8
Klingt ungewöhnlich. Aber irgendwie auch fair. Was meint ihr?
Ich glaube nicht, dass man so langfristig planen kann, zumal Kinder (in dem anvisierten Alter schonmal garnicht) keine beliebig verschiebbare Masse sind. Du weißt nicht, wei sich das Leben von 4 beteiligten Menschen entwickelt

Was machst Du, wenn die Kinder Dir in vier Jahren erklären, dass sie nicht daran denken zum Vater zu ziehen
- Du die bessere Versorgung bietest und sie nicht in die komfortfreie Zione beim Vater wollen (Mithilfe im Haushalt, jobben um Taschengeld zu verdienen etc),
- sie sich dem alle 2 WE-Vater entfremdet haben und nicht bei ihm leben wollen
- er mittlerweile mit einer kinderlosen Partnerin zusammenlebt, die Eure Kinder nicht dauerhaft im gemeinsamen Haushalt haben will
- er krank und berufsunfähig ist, d.h. kann sich nicht kümmern und nicht finanzieren
- er erneut Vater geworden ist und für sie keinen Raum in seinem Leben mehr hat
und Dein Exmann kann/will immer noch keinen Unterhalt zahlen? Nimmst Du das als "dann habe ich wohl mit Zitronen gehandelt" hin und bestreitest weiter allein den Unterhalt für beide Kinder?

Kinder sind nicht nur Angelegenheit der Mutter und nicht nur die Mutter muss sich beruflich für deren Betreuung einschränken.

Wenn Dein Exmann Unterhalt nicht zahlen kann/will, muss er sich beruflich so aufstellen, dass er Betreuung leisten kann.
Mann kann dabei auch andere als wöchentlich wechselnde Zeiträume wählen, z.B. monatlich, wenn das besser mit dem Schichtschema passt.
 
  • #9
Liebe Amaryllis,
zunächst einmal muss ich mein Missfallen darüber äußern ,wie wertend hier manche Foristen antworten,wie schlechtmachend und negativ,völlig ohne Sinn,blende das bitte aus.
Es ist schön ,dass ihr Euch "ordentlich"trennen wollt
 
  • #10
Vom theoretischen Ansatz her kann ich Deine Gedanken verstehen, habe aber wie die anderen auch meine Zweifel an deren praktischer Realisierbarkeit. Niemand kann in die Zukunft schauen. Eure Familie ist eine Gleichung mit Dir und drei Unbekannten. Eure Kinder haben auch eine eigene Meinung und sind keine Verfügungsmasse.
Könnt ihr die Betreuung nicht nach den Schichtdiensten des Vaters ausrichten, falls diese langfristig genug bekannt sind?
 
  • #11
Ihr geht nur davon aus, wie euch das am besten in den Kram passt. Kinder sind keine Möbelstücke, die man je nach Belieben umstellen kann. Die Kinder kommen in die Pubertät und können dann sehr schwierig werden oder haben ihre eigenen Vorstellungen, mit wem sie überhaupt noch zurecht kommen. Niemals würde ich mit Kindern so langfristig voraus planen. Und: gerade als Scheidungskinder brauchen sie einen Halt, einen festen Ort, eine Hauptbezugsperson und nicht heute hier und morgen kann mich Mama nicht mehr brauchen.
 
  • #12
Ich vermute, dass du verlässliche Verhältnisse möchtest. Dies ist legitim und verständlich.

Die von dir beschriebene Neulösung halte ich für nicht gut:
- Du trägst die nächsten Jahre in unverhältnismäßiger und unnötiger Weise die finanzielle und betreuende Hauptlast.
- Was in ein paar Jahren ist, weißt du nicht. Weder was die Interessen der Kinder angeht, noch wie es bei dir, deinem neuen Partner oder deinem Ex aussieht.
- Für deine Kinder scheint das Wechselmodell im Moment eine gute Lösung. Sie haben beide Eltern, das ist in der bevorstehenden Pubertät besonders wichtig.
- Für dich ist es - trotz allem - eine Entlastung.
- Es wird nicht funktionieren, dass du später keinen Unterhalt mehr zahlen musst. Im Gegenteil, wenn sie größer werden, brauchen sie mehr Geld. (Kino, Kleidung, Moped, Führerschein...) Wenn es beim Vater dann nicht reicht, willst du ihnen einen angemessenen, gewohnten Standard versagen (beispielsweise Mitgliedsbeiträge für Sportverein, Musikschule etc.)?

Fazit:
Lasst es mit kleinen Nachbesserungen so. Wenn es für deinen Ex, der im Schichtdienst arbeitet, trotz gutem Willen schwerer zu realisieren ist, nimm es hin. Ich fürchte, du kommst nicht drum herum, flexibel zu bleiben und dich mit dem Vater der Kinder zu arrangieren. Wenn sie in den nächsten zwei Jahren zunehmend selbständiger werden, können sie auch bei ihrem Papa bleiben, wenn der Spätdienst hat. Dann lernen sie, selbst einzukaufen, Essen zu machen etc. Und für die Finanzen können sie auch zunehmend selbst etwas machen, selbst wenn es nur symbolisch ist. (Sparen, Verzicht auf teure Marken, Zeitungaustragen, ab 15 kleine Nebenjobs) Das hat noch keinem geschadet. Die harte Trennung von einem Elternteil hingegen schon.
 
  • #13
#3 spricht mir aus der Seele ...

Auf finanzieller Ebene ist es nachzuvollziehen - ich stelle allerdings in Frage, ob dieses ständige Hin und Her für die Kinder gut ist.
Du weißt absolut nicht was in vier Jahren ist - warum willst du dann vier Jahre auf Unterhalt verzichten? Die Kinder entwickeln sich noch, stehen mit 15 + 17 in der Pubertät... Dann wieder umziehen zum Vater? Was ist wenn die Kinder das gar nicht möchten? Nach vier Jahren aus dem gewohnten Umfeld gerissen zu werden?

Ich bin selber Scheidungskind - ich war damals 6, meine Schwester 8 Jahre alt. Wir haben beide bei unserer Mama gewohnt und haben Papa alle 2 Wochenenden gesehen und so natürlich auch zwischendurch wenn uns danach war.
Meine Eltern haben uns kurz nach der Trennung und auch nochmal mit 11 oder 12 Jahren gefragt, ob wir bei Mama oder Papa wohnen wollen.
Ich finde es sehr wichtig, dass ihr auf das Wohl eurer Kinder eingeht! Eure Gedanken sind mir einfach zu rational. Wenn er (oder im umgekehrten Sinne du) kein Unterhalt zahlen kann(st), müsst ihr eben zum Amt gehen - es gibt für alles eine Lösung.
 
  • #14
Da ich selbst nicht Mutter bin (allerdings ein Scheidungskind) kann ich dir keinen wirklichen persönlichen Rat geben... passen müsste das Ganze für euch, v.a. auch für die Kinder.

Rechtlich gesehen kann ich dir die Situation in Österreich aufzeigen: Solche Planungen würden wohl nicht durchgehen. Kindesunterhalt steht den Kindern zu, nicht der Mutter. Aus diesem Grund kann auch hier in Ö eine Mutter nicht rechtsgültig auf Kindesunterhalt verzichten - und genau das würdest du doch für die nächsten 4 Jahre tun (wenn auch formlos), dann würde der Kindesvater für seine Kinder "verzichten". Wenn die Kinder allerdings 18 sind, könnten sie rückwirkend Unterhalt vom jeweiligen Elternteil fordern. Ich nehme zwar an, dass das nicht passieren würde, aber sie hätten damit wohl Erfolg. Eine Planung auf 4 Jahre ist einfach nicht möglich und entspricht nicht dem Kindeswohl (so sieht es zumindest das Gesetz). Es ist schon ungewöhnlich dass Gerichte hier eine 50:50 Regelung bewilligen, ist aber immer mehr "im Kommen" sag ich mal. Nur in diesem Fall steht kein Unterhalt zu, da ja beide Eltern gleichteilig Naturalunterhalt leisten. In allen anderen Fällen jedoch stünde den Kindern etwas zu und können die Eltern von sich aus nicht namens ihrer Kinder auf den Unterhalt verzichten und besteht immer die Gefahr, dass diese den mal nachfordern würden.

Bevor ihr sowas vereinbart, bitte berate dich hinsichtlich der rechtlichen Situation in deinem Land! Und bedenke, was in 4/8 Jahren alles passieren kann...
 
  • #15
So kannst Du deine Wochenenden für dich sein und machen was du möchtest. Unterhaltsregelungen könnt Ihr dann so regeln, dass keiner von Euch leidet.
Cool. Sie hat die Wochenenden frei. Und er hat die Kinder. Nicht das er sie nicht gerne hat. Aber kannst du dir vorstellen, dass auch er mal gerne ein Wochenende nur für sich alleine hätte? Das ist keine faire Lösung. Aber vier Jahre im Vorraus kann auch niemand Wirklich planen. Da muss eine Lösung Gemeinsam ausgetufftelt werden. Eine die allen, auch den Kindern gefällt. Dafür sollte man sich Ausreichend Zeit nehmen.
m45
 
  • #16
In Ergänzung all dessen, was hier schon vielfach richtig gesagt wurde noch ein kleiner Nebenaspekt.
Wenn deine Kinder 15 und 17 sind, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit keine kompletten Wochenenden diese Besuche machen.
Das machen Kinder, keine fast erwachsenen Leute.
Sehr bald kommt die Zeit, in der sie an den Wochenenden vor allem ihre Freunde treffen wollen.
Dann verlierst du sie, falls sie nicht bei dir wohnen, denn sie werden nur ab und zu zum Essen kommen und das auch nur aus Pflichtgefühl.

Ich bin selbst Scheidungskind, ab dem vierten Lebensjahr beim Vater aufgewachsen und habe meine Mutter jedes WE besucht, wo ich kein eigenes Zimmer hatte.
Nur eine Klappmatratze und eine Kiste mit drei / vier Spielsachen.
Mindestens seit ich 12 war, wäre ich viel lieber zuhause geblieben, aber mich hat auch niemand gefragt.
Ca. ab 14 bin ich immer weniger hingegangen und habe Ausreden ( Schule vor allem ) erfunden, ab da auch nicht mehr übernachtet.

Ich finde euer 50:50-Modell toll.
Wenn das nicht geht, würde ich die Kinder lieber ganz nehmen und auf einen Teil des Unterhalts verzichten.
Der nahe Kontakt zu meinen Kindern wäre mir wichtiger, als ein bißchen Geld. Und Freizeit bzw. Ruhe vor den Kindern hast du bald mehr, als dir lieb ist.

w 48
 
  • #17
Sorry, wenn ich das so sage. Aber da sieht man ´mal wieder, wo das Familienrecht einen hinführt.
Wenn die Hauptmotivation für das wöchentliche Wechselmodell war, dass dann keiner Unterhalt zu zahlen braucht, dann stimmt die Basis nicht.
Die Hauptmotivation sollte sein, ein Modell zu schaffen, bei dem alle, Vater, Mutter und Kinder sich wohl fühlen und das natürlich auf Basis der materiellen Gegebenheiten.
Wenn ein wöchentliches Wechselmodell aufgrund der Arbeitszeiten des einen nicht passt, dann sollte man es so nicht vereinbaren sondern einen anderen Kompromiss finden. Dann vielleicht lieber doch ein 60:40 oder 65:35 Modell mit etwas finanziellem Ausgleich. Es ist ja nicht so, dass bei einer Abweichung vom 50:50 Modell sofort der volle Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle geschuldet wird.

Man könnte bspw. die "Papa-Woche" Dienstags oder Mittwochs nach der Schule starten lassen, so dass der Vater die Möglichkeit hätte, zu versuchen, auf der Arbeit für jede zweite Woche für die zweite Wochenhälfte "normale Arbeitszeiten" zu vereinbaren.

Und wenn das mit der gerechten Aufteilung so wichtig ist, kann er ja einen finanziellen Ausgleich zahlen.

Deine Idee mit dem 4 Jahre so und danach 4 Jahre so finde ich nicht so gut. Lieber schauen und wertschätzen, dass beide Elternteile sich gut bemühen und die Kinder zusammen großziehen und Kompromisse finden und dem Vater etwas entgegenkommen. Im Gegenzug kann man ja vereinbaren, dass er sich bemüht, dass bei ihm auf der Arbeit mehr Rücksicht auf seine familiäre Situation genommen wird.
 
  • #18
Grau ist jede Theorie. ..vorallem wenn bei der Rechnung die Unbekannten nicht mitgezählt werden.
Erstens die Kinder. ..meine Jungs würden es glatt ablehnen.
Dann hat mein Exmann zzt keinen Job. ..Also keinen Platz und ohne Unterhalt ging es gar nicht.
Sie sind zwar oft beim Papa aber für immer fällt weg
Unbekannt sind also auch die Veränderungen im leben.
Zukünftige Partner zb oder eben kein Job oder einen ohne genug Zeit.
Ggf hast Du auf Unterhalt verzichtet und dann kommt ätschibätsch.
Plant kurzfristiger und mit den Kindern
 
A

Arcturus

  • #19
. Es ist ja nicht so, dass bei einer Abweichung vom 50:50 Modell sofort der volle Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle geschuldet wird.
Immer wieder gern gesagt, immer wieder Falsch!!!

BGH-Urteil vom 5. November 2014 · Az. XII ZB 599/13

Leitsatz: Wird von der 50/50-Regelung auch minimal abgewichen, ist der weniger betreuende Elternteil zur Zahlung von Barunterhalt in ungeminderter Höhe lt. Düsseldorfer Tabelle verpflichtet.

Auszüge aus dem Urteil:

"Die seit der Trennung praktizierte Kinderbetreuung an sechs von 14 Tagen bedeute einen Betreuungsanteil des Antragsgegners von 43%. Da somit der Anteil der Mutter 57% betrage, liege der Schwerpunkt der Betreuung weiterhin bei dieser."

"Die von der Rechtsbeschwerde erhobene Rüge, der Antragsgegner habe durch detaillierte Berechnung dargelegt, dass sein Betreuungsanteil nicht bei 43%, sondern bei 46,67% liege, vermag einen Verfahrensfehler nicht aufzuzeigen."

Fazit: Der Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle ist in voller Höhe und Bar zu zahlen.

"Der Antragsgegner wird nach § 1606 Abs. 3 BGB jedenfalls von einem Unterhalt in der zugesprochenen Höhe nicht befreit."
 
  • #20
Arcturus hat recht, ich kenne das Urteil auch. Es gibt auf diesem Gebiet noch jede Menge andere klare und unklare Rechtslagen, die nur eins gemeinsam haben:
Sie sind oft eine Katastrophe für die Kinder, weil das Gericht für die verkrachten Eltern entscheiden muss. Deshalb ist eine vernünftige, außergerichtliche Einigung mit Kompromissen wichtig. Im Interesse der Kinder und weil niemand weiß, was die Zukunft bringt. Vielleicht erweist sich der oder die "verteufelte" Ex ja später doch nochmal als wichtiger Beistand. Denn Eltern bleiben beide ihr Leben lang. Hoffentlich gute!!!
 
  • #21
Im Gegensatz zu fast allen anderen Postern hier, finde ich die Idee, die du, FS, beschreibst, sehr gut, zumindest das Prinzip!
Ich kenne mindestens vier, fünf Patchwork-Familien, die es so gemacht haben, dass das Kind (die Kinder) nach einigen Jahren seinen Lebensmittelpunkt vom einen Elternteil zum anderen gewechselt hat - also so, wie ihr euch das vorstellt. Für die Kinder war das kein Problem, z.T. kam die Idee vom Kind selbst. Der Kontakt zum anderen Elternteil findet ja weiterhin regelmäßig statt.
Die Regelung, wöchentlich zu wechseln (kenne ich auch von mehreren Familien), wurde meistens mit der Zeit als zu belastend, besonders für die Kinder, empfunden, denn das wöchentliche "Umziehen", mit allem Kram, den das Kind nicht doppelt hat, ist auf Dauer doch sehr anstrengend. Daher wurde sich nach einiger Zeit bei den meisten für einen dauerhaften Lebensmittelpunkt entschieden, mit regelmäßigen Tagen, Wochenenden etc. beim anderen Elternteil - und nach einigen Jahren wurde das eben gewechselt. Wenn die Kinder etwas älter sind, passt es häufig auch ganz gut, dass der Vater mal der Hauptansprechpartner und -erzieher ist, insbesondere natürlich für Jungen.
Die Befürchtung, dass die Situation in 4 Jahren ganz anders sein kann und was nicht alles passieren kann … würde ich nicht zu wichtig nehmen. Denn passieren kann immer etwas, was die Pläne durchkreuzt, damit muss man im Leben sowieso immer rechnen. 4 Jahre sind auch keine Ewigkeit für solch eine Planung. Du allein kennst natürlich deinen Exmann und deine Kinder am besten, um einschätzen zu können, wie verlässlich sie allgemein bei längerfristigen Plänen sind.

w50
 
E

Elissa

  • #22
Mir sind in dem Plan auch viel zu viele unbekannte Faktoren, da ja nicht nur die Eltern und Kinder betroffen sind, sondern auch die jetzigen bzw. zukünftigen Partner der Eltern und eventuell auch noch weitere Kinder.
Hätte ich so ein "Vier-Jahres-Modell", müsste meine Tocher jetzt bald zu ihrem Vater ... ganz ehrlich, sie ist jetzt 16 und hat ihren ersten festen Freund und keine 10 Pferde würden sie aus ihrer gewohnten Umgebung wegbekommen. In meinem Fall wäre so ein Modell jetzt gescheitert. Denn Kinder werden auch gefragt, wo sie leben wollen (war zumindest bei meiner Scheidung so).
Dein Exmann muss halt sehen, wie er die Kinderbetreuung trotz Schichtdienst hinbekommt. Vielleicht können Oma oder Opa nach den Kindern sehen. Außerdem sind sie ja nicht mehr soooo klein. Bald kann man sie sowieso für eine Weile allein zu Hause lassen. Wenn er Spätdienst hat, muss er eben das Essen vorbereiten, das die Kinder sich nach der Schule aufwärmen. Und dauerbespaßt werden müssen Kinder in dem Alter nicht mehr. Früher hat es auch sogenannte "Schlüsselkinder" gegeben. Ich weiß, dass das nicht schön ist und keinesfalls erstrebenswert. Solche Kinder sind allerdings sehr viel selbständiger als ihre Altersgenossen mit Helikoptereltern.
 
  • #23
Immer wieder gern gesagt, immer wieder Falsch!!!

BGH-Urteil vom 5. November 2014 · Az. XII ZB 599/13
Was soll das? Nur die Teile aus dem Urteil zu zitieren, die einem passen? Im Urteil steht auch:
"c) Ob ein Elternteil die Hauptverantwortung für ein Kind trägt und damit seine Unterhaltspflicht im Sinne des § 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB bereits durch Erziehung und Pflege erfüllt, ist eine Frage tatrichterlicher Würdigung. Dabei kommt der zeitlichen Komponente der von ihm übernommenen Betreuung zwar eine Indizwirkung zu, ohne dass sich allerdings die Beurteilung allein
hierauf zu beschränken braucht..."

Vor dem Familiengericht wird der Einzelfall gewürdigt. Im Endeffekt kommt es darauf an, ob bspw. bei einer 59:41 Betreuung ein Antragsteller den vollen Barunterhalt lt. Düsseldorfer Tabelle fordert. Möglicherweise kommt der Antragsteller damit durch, möglicherweise wird der Einzelfall anders entschieden. Das Gericht kann nur einem Antrag stattgeben oder ihn ablehnen. Etwas anderes kann ein (Familien-) Gericht formal nicht. Deswegen hat der BGH von "tatrichterlicher Würdigung" und einer "Indizwirkung" gesprochen.
Man kann natürlich bspw. bei einem Betreuungsverhältnis von 55:45 den vollen Barunterhalt lt. Düsseldorfer Tabelle einfordern. Der Antragsgegner wird natürlich individuelle Mehrkosten aufgrund der Betreuungssituion geltend machen.
In dem Urteil heißt es ja auch:
"b) Im Fall des Wechselmodells haben beide Elternteile für den Barunterhalt einzustehen. Der Unterhaltsbedarf bemisst sich nach dem beiderseitigen Einkommen der Eltern und umfasst außerdem
die infolge des Wechselmodells entstehenden Mehrkosten (vor allem Wohn-und Fahrtkosten)."

So einfach und klar ist das alles nicht. Bitte die Urteile in Gänze zur Kenntnis nehmen und sich nicht die Passagen selektieren, die einem in den Kram passen.
 
  • #24
Natürlich kommt es immer auf den Einzelfall an, natürlich hat es immer Vorreiter gegeben, die höchstrichterliche "Musterurteile" erfolgreich in Frage stellten und über alle Instanzen ein neues "Musterurteil" erwirkten.
Besser ist es doch in jedem Fall, sich nach ordentlicher Rechtsberatung gütlich zu einigen, die Interessen der Kinder einzubeziehen und aus Liebe zu den Kindern Kompromisse zu schließen. Der Mann der FS könnte ja aus rein finanziellen Gründen auf fifty fifty beharren. Um dann notfalls in einem teuren, nervenaufreibenden Prozess inklusive Gutachter und Rechtsbeistand für die Kinder beweisen zu können, dass er hälftig dabei war. Oder um fünf Prozent abwich- So ein Quatsch. Rechte und Pflichten gerecht zu erkennen und abzwägen - So viel Zeit und Einblick hat kein Gericht und kein Gutachter.

Also wäre es doch besser, wenn keiner an keinen Unterhalt oder Unterhaltsausgleich zahlt. Das Wechselmodell (bzw. der freie Zugang zu beiden Eltern) zeigt vor allem den Kindern, dass sie ihre Eltern nicht verlieren, nur weil die sich trennen. Und wenn die FS ein ordentliches Einkommen hat, der Mann hingegen mit den üblichen Unterhaltssätzen schnell am Existenzminimum oder drunter liegt, würde es nur Stress geben. Der Mann muss sich natürlich auch ein bisschen drehen. Vor allem wenn er frei hat, sollte er für die Kinder da sein und mehr als Fernsehen, Computer und Co anbieten. Hoffentlich macht er mit seinen Kids was Schönes/ Aktives, bringt ihnen was für ihr Leben bei, motiviert sie für die Schule und beteiligt sich angemessen an deren Lebensunterhalt.
 
  • #25
Verdient dein Exmann so wenig, dass er sich nicht mal den Unterhalt für seine Kinder leisten kann?? Kann ich nicht glauben!
Wenn ihr zusammen wohnen würdet, müsste er ja auch für seine Familie aufkommen!?
Und ich würde niemals 4 Jahre die Kinder alleine zu mir nehmen und dafür keinen Unterhalt bekommen wollen!?
Wer weiß, was in 4 Jahren ist?
Wieso sollte er bis dahin Geld und Zeit für seine Kinder aufbringen können, was ihm heute schon im Wechselmodell unmöglich scheint.
Dann muss er sein Leben und seine Arbeit eben seinen neuen Bedingungen anpassen. Hab ich auch machen müssen und den Job entsprechend gewechselt.
Was, wenn die Kinder in 4 Jahren gar nicht zu Papa wollen??
Was, wenn er sie doch nicht will oder dann rumjammert, dass er das nicht kann!?
Auch in 4 Jahren brauchen Eure Kinder eine verlässliche Betreuung und laufen nicht komplett von selbst.
Ich würde ersten einfordern, dass er sein Leben besser organisiert und zweitens, dass er Unterhalt für seine Kinder zahlt - wenn du sie öfter hast auch für Dich.
Bei allem Anderen bleibst Du auf der Strecke.
Es sind seine Kinder und er muss sich kümmern. Wenn er das nicht kann, muss er zahlen.
Es sei denn, du kommst finanziell bestens ohne ihn zurecht - wage ich aber zu bezweifeln.
Übrigens ist das Wechselmodell nicht so günstig für Kinder wie hier behauptet wird. Sie müssen sich jede Woche auf einen neuen Menschen und neue Regeln einstellen... meine jammern schon nach dem WE mit Papa rum, dass sie sich jetzt wieder umgewöhnen müssen....
 
  • #26
Also....
Generell
Ich lebe seit 1990 im Wechselmodell.
Nach jeder Trennung mit dem Naechsten Kind auch.

Also ich teile nach acht Stundenschichten...
Mo 8-16 ( 1 Schicht Schule) 16-24 2.Schicht 24-8 3.Schicht
DI 8-16 (4.Schicht) 5.+ 6.
MI 8-16 7.+ 8.+9.
Do 8-16 10.+11.+12
Fr 8-16 13.+14.+15
Sa 16.; 17; 18;
So 19.; 20.; 21.;

Also im Regelfall sind Schicht 1.4.7.10.13. Mit Schule Mo-FR Ganztag bzw frei/Hobby/Hausi abgedeckt.

Dann muesst ihr euch ueber den Teiler noch streiten..Mo-Do sind 8 Schichten.
FR - MO Sind auch acht schichten
WUrde also 50:50 ergeben.
Ihr koennt auch freier tauschen...

Der Ausgleich muss innerhalb eines Jahres erfogen.
Ich hatte mal mächtig aerger weil wir transkontinental getauscht haben ( Stgt in BaWue-Toronto in Canada ) im jaehrlich Wechsel jeweils die Ferien auf der Gegenseite und der Vater Wohngeld bezog und sie nachträglich das Wechselmodell aberkannten. Das geht nicht in Deutschland Mehr als ein Jahr AAbrechnungszeitraum.

Frage : Warum lebt ihr nicht im Nest -Wechselmodell. Dann bleiben die Kinder fest. Du kannst zur Arbeit ziehen , im Auto schlagen, im Camping bus , eine WG gruenden, bei deinem Freund einziehen...und ihr tauscht flexibel und tauscht Stunden gegen Stunden innerhalb eines Jahres aus.Mein Sohn *96 lebt so. Erst reihum bei der Familie auf der Couch einen Tag hier dann dort.dann im Auto , dann im Studentenwohnheim dann bei Freundin . Jetzt verheiratet und zum zweitenmal bekindert....geht auch sehr gut.

Wenn ihr beide neue Beziehung wollt sogar optimal.

Ich wuerde alles mal durchrechnen. ..
...vielleicht würde sich Schicht auch für dich lohnen ??

Ihr solltet mal offen und ehrlich alle möglichen varianten mit euren Kindern durchspielen...
Jobwechsel..haĺbjaehrlich..wochenddauerschicht..aupair..nachschicht...ueberstunden...teilzeit+450 Eurostelle...Lächeln geht alles auch wenn man will...
LG
 
  • #27
@Schwaebin : Ist das ein Fake oder Dein Ernst?
So kann man Kinder doch nicht aufwachsen lassen?
Ich bin sprachlos.
Ich finde es schon total blöd, in Schichten zu denken, als ob Kinder eine Last wären, die man so teilen kann? Was ist mit den Bedürfnissen der Kinder? Ihren Freunden? Ihren Hobbies?
Und ich wollte auch nicht nur die Woche und am WE macht Papa dann Happy Life?
Ich will doch auch Wochenenden mit den Kindern und meine Kinder wollen das auch. Unter der Woche müssen sie ja "funktionieren" und da habe ich auch nicht so den Kopf für sie...!
Und was soll das mit Bus? Camping? Zur Arbeit ziehen? Im Auto schlafen?
Manche sind echt schmerzbefreit!
 
  • #28
FS, ich würde noch nicht mal einen Hund so hin und her schieben wie ihr eure Kinder. Wollen die Kinder das auch? w54