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  • #1

Umgangsformen

Geht es euch auch so, dass Mail- Anreden, wie "Hi" oder "Hey ..." nerven? ...dass sich die Gegenseite (oftmals sogar hochgebildet) nicht für die gesendeten Zeilen bedankt, oder sie keinen vernünftigen Abschiedsgruß in der Mail formulieren kann? ...gänzlich alle orthografischen Regeln "umgeht"? Hach, ich könnte noch so viele Dinge aufzählen, deshalb lasse ich es lieber!

Liebe EP-User, geht es nur mir so??? Erwarte ich in der heutigen Zeit zu viel?

w, 37
 
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  • #2

Nein, Du erwartest nicht zu viel. Allerdings scheinen akzeptable Umgangsformen heute so rar zu sein, daß sie durchaus auch Skepsis auslösen können, schlimmer noch, als Indiz für unlautere Absichten gesehen werden nach dem Motto „der ist so ausgesucht höflich zu mir, das muß irgend etwas zu bedeuten haben, wahrscheinlich will er mich damit nur möglichst rasch 'rumkriegen”.
 
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  • #3
Es ist seit jeher so gewesen, dass eher konservative Menschen Wert legen auf die Einhaltung bewährter Formen, auch dann wenn sie (an sich genommen) inhaltlich nicht wichtig sind.

Eher innovationsfreudige Menschen sehen das utilitaristischer und sind Neuerungen gegenüber aufgeschlossener.

War vom Grundmuster her schon immer so. Die Generation vor uns hat sich z. B. auch ganz wahnsinnig darüber aufgeregt, als in den 90ern die Mode aufkam, dass Männer in Gebäuden die Kopfbedeckung nicht mehr abnehmen. Andere haben darin aber nur altmodischen Firlefanz gesehen.

Wenn Du offenbar eher zu den konservativen Frauen zählst, wird wohl auch eher ein konservativer Mann zu Dir passen. Da bietet die Briefform schon mal einen Indikator, um die Männer einzuschätzen.

m (45)
 
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  • #4
Ich bin 60 (weiblich) und meine emails beginnen auch oft mal mit "Hi". Kann sein, dass das daran liegt, dass ich überwiegend mit Jugendlichen zu tun habe, vielleicht auch daran, dass ich 6 Jahre in den USA gelebt habe. Ich bin auch eher nicht der konservative Typ und wenn ein Mann auf eine förmliche Anrede besteht, dann bin ich eben nicht die Richtige.

Wenn ich noch nicht weiß, wer da hinter dem Profil steckt, dann hab eich eben keinen Namen. Manchmal schreibe ich auch "lieber Unbekannter".
Wenn ich aber eine Anfrage bekomme mit einem Namen darunter, dann schreibe ich zumindest bei den ersten mails immer "lieber XYZ".

Was mich stört - wenn eine Anfrage kommt und er Mann (gibts wohl auch bei Frauen) unterschreibt nicht oder nur mit einem Nickname .- das geht nicht!!!!
 
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  • #5
FS

Ich empfinde mich nicht als konservativ, da ich von vielen Dingen (wie trad. Rollenverteilung etc.) wenig halte! Trotz allem habe ich den Eindruck, dass mangelnde Umgangsformen schnell Grenzen überschreiten... Da werden bereits in der zweiten Mail indiskrete Fragen gestellt, die bei einem höflichen Umgang noch keinen Platz hätten! In gewisser Weise ist (Mail-)Benehmen auch ein Ausdruck von Respekt, oder liege ich da vollkommen falsch?

@1: wahrscheinlich hast du recht- alles, was von der gängigen Norm abweicht, wird schnell als Berechnung ausgelegt!
 
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  • #6
@2
Was an nicht korrekter Orthographie und Interpunktion und einem holprigen, ungelenken Schreibstil mit seltsamer Syntax innovationsfreudig sein soll, erschließt sich mir nicht.

Als ich meinen Mann in einer Partnerbörse kennenlernte, war er sehr erfreut, in meinen Emails zu entdecken, dass ich mich einigermaßen schriftlich zu artikulieren weiss. Umgekehrt war es genauso.

Nein, wir sind keine Beamten, sondern Freiberufler in einer kreativen Branche.
 
  • #7
Der Verlust der Umgangsformen im Allgemeinen ist m.E. eine negative Folge all der gesellschaftlichen Liberalisierungen, die sich als Rattenschwanz der 68er-Bewegung breitgemacht haben. Bei allen guten Seiten, die diese Liberalisierungen zweifelsohne mit sich gebracht haben, lässt sich nicht bestreiten, dass sie eben auch negative Seiten hatten.

Im Online-Bereich wird das Ganze insofern noch verschärft, als ein verbreiteter "Irrglaube" darin besteht, Rechtschreibung usw. und, damit verbunden, die Grundregeln des formalen schriftlichen Umgangs hätten hier keine oder weniger Bedeutung. Viele Leute stören sich an "Hi"'s und "Hey"'s nicht, andere eben schon.

Das Ganze als "Innovation" oder "Aufgeschlossenheit" zu bemänteln, wie es #2 tut, und somit indirekt die Verfechter von Umgangsformen zu formalistisch-konservativen Trotteln zu stempeln und im Gegenzug die "Rotzbuben" in den moralischen Adelsstand zu erheben, ist m.E. der falsche Weg.

Dass ein Anschreiben mit "Hi" oder "Hey" als Zeichen von mangelndem Anstand und Respekt gegenüber der angeschriebenen Person verstanden werden kann (genauso wie das Anbehalten der Kopfbedeckung in einem geschlossenen Raum vonseiten eines Mannes), kommt vielen Leuten halt gar nicht in den Sinn. Darauf aufmerksam gemacht, sind leider auch nur wenige bereit, ihr Handeln (bzw. Schreiben) zu ändern oder zumindest in Frage zu stellen - jeder sei schliesslich, so wird dann argumentiert, so wie er sei, und das sei bekanntlich (frei nach Klaus Wowereit) "gut so"!
 
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  • #8
Gute Umgangsformen sind nicht unbedingt gleichbedeutend mit guten Absichten. Die werden tatsächlich auch mal instrumentalisiert - und das ist keine paranoide Vorstellung sondern real gelebter Erfahrungswert.

Ist man aufmerksam, so entlarven sich allerdings die janusköpfigen Bewerber bereits durch kleinste Unstimmigkeiten im Profiltext.

Ansonsten schreibt man wohl enstprechend seines sozialen Status oder dem Stil, den man persönlich im zwischenmenschlichen Umgang als angenehm empfindet.
Ich finde es z.B. komisch, wenn ein Beziehungskandidat mir gegenüber dieselbe Formalität entgegenbringt wie einem Kollegen. Da erwarte ich einen anderen "Ton".
"Hi" und "Hey" ist für mich gleichbedeutend mit "nicht ganz für voll nehmen".

Wie immer sind sowohl Wortwahl als auch Umgangsformen Sozialisations- und Geschmacksache.
Folglich gilt: Finde einfach den, der zu Dir wirklich passt...
 
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  • #9
Nein, es geht nicht nur dir so! Ich achte von jeher darauf wie sich jemand ausdrückt oder schreibt. Ich mag es auch nicht wenn keine Anred oder eine zu flappsige kommt. Hi hört sich auch immer irgendwie jugendlich an oder es muss zu einem Menschen passen. Ich meine auch Dialekt hat jeder, gewisse Abformen von Worten gibt es überall, aber JEDER kann sich Mühe geben und ein wenig hochdeutsch lernen. "Ich gehe nach Hause" hört sich nunmal besser an als"üsch gehe heime oder himme ..." Das stört mich immer schon sehr. Ich weis nicht ob ich mich in jemanden verlieben könnte, so oberflächlich es auch klingt, der eine flätige Aussprache hat.
 
  • #10
Grundsätzlich, ergo auch für die Fragestellerin, gilt: "Satzzeichen sind keine Rudeltiere". Weiterhin ist "hi" oder "hey" als Anrede in Elektrobriefen weit verbreitet und stellt ImhO eine ganz normale Umgangsform innerhalb der sogenannten "Netiquette" dar. Ebenso das "Du" in Foren und Blogs, sowie das durchgehende Kleinschreiben bei manchen Netznutzern.

Unarten des Netzes sind eher das Ersetzen von Buchstaben durch 24hl3n, oder das Benutzen von reservierten Begriffen wie "N00b" oder das verwenden von "L33tspeak" oder das verkürzen oder verlängern von Wörtern, wie "Skillz" oder "Friendz" oder "ya" (na) , "nu" (gerne) und "ni" (nein). In Kombination äuserst infantil und nervig.. "!!!!!!1111einseinseinself.".
 
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  • #11
Liebe FS, ich (w60+) würde wohl zusammen zucken, wenn mich jemand - der ja gar nicht weiß, wer ich bin - in einer ersten Mail anders als mit "Hallo, Hey, Hi" oder so anschreiben würde.

Ich selbst falle manchmal ohne jede Anrede mit meinem Textbeginn ins Haus, dafür beziehe ich mich in meinen Anschreiben immer sehr persönlich auf das, was ich über den Herrn in seinem Profil gelesen habe. Und das erwarte ich in einer Antwort von ihm auch, mir ist das wichtiger, als die Anrede. Denn dann weiß ich, dass er wirklich MICH meint.
 
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  • #12
@ Hellekeen
Die FS wollte mit "???" sicher ihre Genervtheit ausdrücken! Das sollte auch dir bekannt sein!
Es geht hier um Inhalte, und wenn DU dich mit "Hey" oder "Hi" anschreiben läßt, ist das ganz allein dein Ding! Das Thema der permanenten Kleinschreibung ist für mich stinkende, sowie respektlose Faulheit! All das als allgemeines Dogma hinzustellen, finde ich sehr merkwürdig!
 
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  • #13
@11
Und Hellekeen wollte mit der Anmerkung, dass auch die FS sich nicht um gewisse Regeln schert (nur eben andere) zeigen, dass sie Rosinen pickt.

Wenn Die FS die Ansprache Hey oder Hi nicht mag und auch sonstige Formalien gerne eingehalten sieht sei Ihr das unbenommen. Aber ihre Präferenzen müssen deshalb weder allgemeingültig sein noch sollte sie darauf auf Respektlosigkeit schliessen.
Beispielsweise hat sie "Hallo" nicht als Anrede kritisiert, ich schliesse daraus, das sie gegen diese Anrede nichts hat und sie vermutlich sogar selbst verwendet. Im Knigge wird man sie aber auch nicht finden. Sicher gibt es auch Menschen, die es sogar vorziehen würden, mit "Sehr geehrte(r)" Und "Sie" angeschrieben zu werden.

Letztendlich definiert die FS damit nur ihren Such- bzw. Kompatibilitätsradius. Das ist nicht nur ihr gutes Recht sondern sogar sinnvoll, da sie erst dann reflektieren kann wie das sich auf ihre Chancen auswirkt. Denn andererseits kann sie realistischerweise nicht erwarten, dass auf ihre Frage hin besonders viele Leser hier ihre Anrede ändern werden.
 
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  • #14
Liebe Fragestellerin,

grundsätzlich muss ich Dir zustimmen. Als störend empfinde ich jedoch Deine Anspruchshaltung, da Du selbst in Deinem Text nicht unbedingt alles, was Du erwartest eingehalten hast. Da wird doch wohl nicht mit zweierlei Maß gemessen?

"... gesendeten Zeilen bedankt, oder sie ..." : Dort gehört beispielsweise kein Komma hin.
 
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  • #15
@ Hellekeen
Es geht hier um Inhalte, und wenn DU dich mit "Hey" oder "Hi" anschreiben läßt, ist das ganz allein dein Ding! Das Thema der permanenten Kleinschreibung ist für mich stinkende, sowie respektlose Faulheit! All das als allgemeines Dogma hinzustellen, finde ich sehr merkwürdig!

Ist es auch respektlos, wenn der andere es nicht respektlos meint? Ich halte das für dogmatisch, wenn man unbegründet von seinem üblichen Bild ausgeht, was als respektlos zu interpretieren ist, ohne zu berücksichtigen, was der andere gewohnt ist, mit etwas auszudrücken vermag etc. Was genau ist denn an Kleinschreibung respektlos? Was tut der Mensch einem anderen damit? Wo ist da der kausale Bezug zum Respekt dem anderen gegenüber?
 
  • #16
@14: Es ist respektlos, weil es die geltenden Regeln der Rechtschreibung vernachlässigt, die einzuhalten jemand nicht für nötig befindet, und v.a. weil es nach "husch-husch dahingeschrieben" und "faul" aussieht, so dass (zu Recht) der Eindruck entsteht, der/die Schreibende habe gar kein wirkliches Interesse an der angeschriebenen Person. Wenn man so denkt, dass es immer nur ausschlaggebend sei, wie etwas gemeint sei, dann müsste man bei jeder Respektlosigkeit ja immer zuerst nachfragen "Du, wie war das jetzt gemeint?". In dem Fall könnte ich auch auf der Strasse wildfremden Leuten Ohrfeigen verteilen und dann sagen: "Ach wissen Sie, das ist nicht respektlos gemeint, im Gegenteil, ich verstehe das als originellen Ausdruck meiner Innovation und Aufgeschlossenheit." Und dann bräuchten wir irgendwann überhaupt keine Anstandsregeln und keine Formen mehr und könnten letztlich gleich wieder "retour à la nature". Nüchtern betrachtet, müsste man es dann z.B. auch tolerieren, wenn jemand beim Date görpst und furzt - schliesslich kann ja auch ein notorischer Görpser und Furzer ein netter Mensch sein.
 
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  • #17
Was genau ist denn an Kleinschreibung respektlos? Was tut der Mensch einem anderen damit? Wo ist da der kausale Bezug zum Respekt dem anderen gegenüber?

Es ist respektlos, weil derjenige sich nicht die Mühe macht. auf Klein-. UND Großschreibung zu achten! Man könnte demjenigen sogar unterstellen, dass er gar nicht weiß, wie was geschrieben wird! Es macht zudem keinen Spaß und ist anstrengend, so einen Text (ausschließlich Kleinschreibung/teilweise sogar ohne Interpunktion) zu lesen!

@13
Ich glaube, du hast inhaltlich nicht verstanden, um was es der FS ging! Sie wird sich wohl kaum über ein fehlendes Komma oä. aufregen und denjenigen darauf ansprechen/anschreiben, sehr wohl aber über jugendlich geprägte Anreden, Unhöflichkeiten, etc.! Ich kann dir versichern, dass selbst Deutschlehrer nicht fehlerfrei schreiben (selbst x-mal erlebt)! Niemand von uns kann das (selbst du nicht!), aber darum ging es der FS doch auch nicht!
 
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  • #18
Hallo liebes Forum,
hallo liebe Fragestellerin,
ich habe beim Onlinedating die Erfahrung gemacht, das M`s die so "formlos" schreiben dann schnell übergriffig werden und schon in der zweiten Mail fragen, ob Sex auf der Agenda steht oder ähnliches. Sex steht bei mir bei Partnerschaft immer auf der Agenda, aber nach zwei - auch nach fünf Mails - habe ich noch nicht die Informationen um zu entscheiden, daraus könnte eine Beziehung entstehen. Nach meiner Erfahrung sind das oft auch Männer, die - trotz 50 Lebensjahren- immer noch an die Liiiiiiebe auf den ersten Blick glauben. Verliebtheit gibt es auf den ersten Blick - Liebe nicht. Ich habe inzwischen gelernt, diesen Typ Mensch recht lakonisch abzubürsten. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass auch auf Frauenseite das fehlen von Umgangsformen vorkommt. Ich denke, insoweit ist das Onlinedating auch ein guter Filter - da kann ich diese Typen mit einem minimalen Zeitaufwand aussortieren! Grüsse w/52
 
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  • #19
Ergänzung von Nr. 14: Ich halte es übrigens für respektlos, wenn Menschen anderen Dinge unterstellen, anstatt diese jene erklären zu lassen. Also bei einem Kleinschreiber pauschal auf Respektlosigkeit zu schließen und ihn andere Erklärungen gar nicht erst machen zu lassen - das hat mit Wertschätzung und Aufmerksamkeit nun absolut nichts zu tun. Wer wertschätzend einem Menschen gegenübertritt, müsste auch akzeptieren, dass er ggf. bestimmte Dinge anders gewohnt ist als man selbst und diesen Begründungen erst einmal aufgeschlossen und positiv gegenüber stehen.
 
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  • #20
Also bei einem Kleinschreiber pauschal auf Respektlosigkeit zu schließen und ihn andere Erklärungen gar nicht erst machen zu lassen - das hat mit Wertschätzung und Aufmerksamkeit nun absolut nichts zu tun.QUOTE]

Dafür kann es keine andere Erklärung geben, außer dass die Hochstelltaste klemmt! Das ist doch Unsinn, was du da schreibst! Niemand ist permanente Kleinschreibung gewohnt, denn bereits in der Schule wird Groß- und Kleinschreibung geübt! Allerdings scheint das einigen irgendwann abhanden zu kommen... Seltsam, seltsam!
 
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  • #21
Also bei einem Kleinschreiber pauschal auf Respektlosigkeit zu schließen und ihn andere Erklärungen gar nicht erst machen zu lassen - das hat mit Wertschätzung und Aufmerksamkeit nun absolut nichts zu tun.QUOTE]

Dafür kann es keine andere Erklärung geben, außer dass die Hochstelltaste klemmt! Das ist doch Unsinn, was du da schreibst! Niemand ist permanente Kleinschreibung gewohnt, denn bereits in der Schule wird Groß- und Kleinschreibung geübt! Allerdings scheint das einigen irgendwann abhanden zu kommen... Seltsam, seltsam!

Die Nobelpreisträgerin für Literatur 2004, Elfriede Jelinek, schreibt ganze Bücher in Kleinschreibung. Nun, was haben die Kleinschreibverurteiler dazu für eine Erklärung?
 
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  • #22
@14: Es ist respektlos, weil es die geltenden Regeln der Rechtschreibung vernachlässigt, die einzuhalten jemand nicht für nötig befindet, und v.a. weil es nach "husch-husch dahingeschrieben" und "faul" aussieht, so dass (zu Recht) der Eindruck entsteht, der/die Schreibende habe gar kein wirkliches Interesse an der angeschriebenen Person. Wenn man so denkt, dass es immer nur ausschlaggebend sei, wie etwas gemeint sei, dann müsste man bei jeder Respektlosigkeit ja immer zuerst nachfragen "Du, wie war das jetzt gemeint?". In dem Fall könnte ich auch auf der Strasse wildfremden Leuten Ohrfeigen verteilen und dann sagen: "Ach wissen Sie, das ist nicht respektlos gemeint, im Gegenteil, ich verstehe das als originellen Ausdruck meiner Innovation und Aufgeschlossenheit." Und dann bräuchten wir irgendwann überhaupt keine Anstandsregeln und keine Formen mehr und könnten letztlich gleich wieder "retour à la nature". Nüchtern betrachtet, müsste man es dann z.B. auch tolerieren, wenn jemand beim Date görpst und furzt - schliesslich kann ja auch ein notorischer Görpser und Furzer ein netter Mensch sein.

Natürlich muss man bei Respektlosigkeit nachfragen, wie etwas gemeint war. Das ist ganz klar. Denn ob der andere einem Wertschätzung entgegenbringt, könnte man nur sicher sagen, wenn man in ihn hereinschaut. Da man das nicht kann, kann man nur Vermutungen aufstellen.
 
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  • #23
Natürlich muss man bei Respektlosigkeit nachfragen, wie etwas gemeint war. Das ist ganz klar. Denn ob der andere einem Wertschätzung entgegenbringt, könnte man nur sicher sagen, wenn man in ihn hereinschaut. Da man das nicht kann, kann man nur Vermutungen aufstellen.

Wenn ich eine Person mit vernünftigem Schriftbild anschreibe, kann derjenige wohl davon ausgehen, dass das für mich (und für die meisten) die Norm ist! Wenn er mir nun mit penetranter Kleinschreibung etc. zurückschreibt, muss ich das zwangsweise als respektlos und oberflächlich werten! Wer sich auf das Geforderte nicht einstellen kann, muss es einfach lassen, und seine Mitmenschen nicht mit seiner mangelnden sozialen Kompetenz attackieren! Mir würde dazu spontan noch ein anderes Wort einfallen, welches ich mir hier aber erspare!

@ 20: was die Gute dazu veranlasst, weiß wohl nur sie selbst! Fakt ist, dass es nicht die Regel ist!
 
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  • #24
Wenn ich eine Person mit vernünftigem Schriftbild anschreibe, kann derjenige wohl davon ausgehen, dass das für mich (und für die meisten) die Norm ist! Wenn er mir nun mit penetranter Kleinschreibung etc. zurückschreibt, muss ich das zwangsweise als respektlos und oberflächlich werten! Wer sich auf das Geforderte nicht einstellen kann, muss es einfach lassen, und seine Mitmenschen nicht mit seiner mangelnden sozialen Kompetenz attackieren! Mir würde dazu spontan noch ein anderes Wort einfallen, welches ich mir hier aber erspare!

@ 20: was die Gute dazu veranlasst, weiß wohl nur sie selbst! Fakt ist, dass es nicht die Regel ist!

Nun, dann sind wir ja wieder am Anfang der Diskussion und bei der Aussage, dass Menschen, die sich über diese Umgangsformen aufregen, von ihren Mitmenschen erwarten, dass sie sich nach der Norm richten und danach, was die Regel ist. Anderen, die sich ihre eigenen Gedanken zu den Normen machen, muss man dann also nicht mehr mit sozialer Kompetenz begegnen?

Ich habe niemanden attackiert, sondern exakt genauso zurückreagiert, wie einige andere auf Menschen, die deren Norm nicht einhalten. Es gibt des öfteren auch Normen, die sich im Verlauf der Geschichte ändern, also ist es mit Sicherheit kein Mangel, darüber einmal hinauszudenken, was man in der Schule gelernt hat. Vieles, was heute nach den Regeln der Rechtschreibung korrekt ist, hätte zu früherer Zeit Kopfschütteln ausgelöst. Ohne Menschen, die Normen und Regeln hinterfragen, gäbe es keine Weiterentwicklung.
 
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  • #25
Wer sich auf das Geforderte nicht einstellen kann, muss es einfach lassen, und seine Mitmenschen nicht mit seiner mangelnden sozialen Kompetenz attackieren! Mir würde dazu spontan noch ein anderes Wort einfallen, welches ich mir hier aber erspare!

Habe ich das mit der sozialen Kompentenz eigentlich richtig verstanden? Unterstellst du den Menschen, die sich nicht an deine Normen halten, und dies verteidigen, soziale Inkompetenz?

Im übrigen muss man es nicht lassen, weil es auch immer genug offene Menschen gibt, die andere in ihrer Andersartigkeit akzeptieren.
 
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  • #26
Ohne Menschen, die Normen und Regeln hinterfragen, gäbe es keine Weiterentwicklung.

Man kann doch aber nicht sämtliche Dinge "über Bord" werfen, die sich bewährt haben! Wenn heutzutage alles ohne Regeln bewältigt werden würde, könnten wir gesellschaftlich einpacken! Es gibt Formen/Normen, von denen man abweichen kann- keine Frage! Allerdings gibt es eben auch Formen/Normen, die wichtig im Umgang mit den Mitmenschen sind! Sich vernünftig artikulieren zu können, zeugt von einem gewissen Bildungsniveau! Es ist doch logisch, dass man einem Menschen zu nahe tritt, wenn man dessen Bildungsstand/Niveau vollkommen außer Acht läßt!
 
  • #27
@23: Ja klar, all diejenigen, die Partneranfragen in Kleinschreibung schreiben, tun dies keinesfalls aus Faulheit, Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit, sondern das sind alles grosse Denker und Weltverbesserer, die über die gelernten Regeln und Normen ständig nachdenken, diese konstant "hinterfragen" und mit ihrer Kleinschreibung ihre freigeistige Haltung, ihren breiten Horizont, ihr nonkonformistisches Denken zum Ausdruck bringen wollen und die Weiterentwicklung der Welt vorantreiben. Also, Leute, schreibt klein, sooft ihr könnt, sonst geht nämlich die Welt unter!
 
  • #28
@#20: Was Elfriede Jelinek tatsächlich dabei gedacht hat, weiß ich auch nicht!
Vielleicht wollte sie einfach nur, dass man darüber spricht (was ja jetzt gerade auch geschieht), oder sie sieht es als künstlerische Freiheit.

Die künstlerische Freiheit hat jedoch nichts zu tun mit unseren üblichen Vorstellungen von Rechtschreibung. Lässig oder cool kann ich es auch nicht finden, wenn jemand alles klein schreibt. Wenn z. Bsp. die Kleinschreibung bei Anschreiben in einer Partnerbörse gewählt wird, unterstelle ich da (möglicherweise zu Unrecht) einfach Rechtschreibprobleme oder Respektlosigkeit.
 
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  • #29
Ich finde eine Sache bemerkenswert: Ist Euch schon aufgefallen, dass die Kleinschreibung das negierte BMI-NoGo ist?
- Beim BMI werfen die, die die Norm nicht erfüllen denen die sie einfordern Oberflächlichkeit, Abwertung, Respektlosigkeit und Schlimmeres vor.
- Bei der Kleinschreibung werden die, die die Norm einfordern denen die sie nicht erfüllen Oberflächlichkeit, Abwertung, Respektlosigkeit und Schlimmeres vor.

Eine Gemeinsamkeit kann man aber feststellen, bei der sich alle einig sind: Die Anderen sind schuld und böswillig, man selbst hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und ist sowieso im Recht.
Alles andere wäre ja noch schöner.
 
  • #30
@#28:
Ok, dann interessiert mich jetzt brennend, wie DU es siehst, wenn jemand die Schulbildung bezüglich Rechtschreibung boykottiert, und auf Leserlichkeit seiner geistigen Ergüsse pfeift.

Den Vergleich mit dem BMI kann ich allerdings nicht ernst nehmen!
 
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