• #1

Trennung wegen mangelnder „Verliebtheit“

Ich habe vor etwa einem halbemJahr eine sehr nette Freundin kennengelernt.

Jedoch war von Anfang an eine gewisse emotionale Distanziertheit von ihrer Seite spürbar; Ich habe praktisch von einem Treffen zum Anderen nie gewusst, wann eigentlich wir uns wiedersehen, obwohl wir nur 10km entfernt wohnen. Wenn wir dann zusammen waren, war es schön, und ich hatte immer das Gefühl, sie sei glücklich und zufrieden. Wir hatten gemeinsame Unternehmungen, sind Skifahren gewesen, Kino- und Restaurantbesuche. Es habe ihr alles gefallen, mit mir zusammen zu sein sei viel schöner als alleine zu sein, so der Grundtenor. Wenn ich dann den Vorschlag gemacht habe, doch mal ein ganzes WE miteinander zu verbringen, kam immer der Hammer: Das sei ihr zu viel, es fehlte ihr die „Leidenschaft“. Wohlgemerkt: Beim zusammen sein war davon keine Rede, auch ein Mangel an Leidenschaft war meinerseits nicht erkennbar.

Ich habe dieses Verhalten auf unser Alter zurückgeführt, sie 42, ich 46 und mir war klar, dass eine Beziehung Zeit und Geduld braucht. Sie hat mir auch gesagt, dass sie sich mit dem „Reden“ über Emotionen schwertue, auch mit Männern generell, dass sie immer „denke, denke, denke“ – Originalton!

Seit 5 Wochen ist unsere Beziehung beendet, sie hat es mir damit erklärt, dass sie zu wenig Leidenschaft empfinde, dass sie diese aber will, dass sie gerne mit einem Mann zusammenwohnen möchte, mit mir aber nicht. Zur Info: Sie hat noch nie mit einem Mann zusammengewohnt, max. vielleicht ein Jahr mit einem früheren Freund, und mit dem ist es auch nur gegangen, weil er meist beruflich unterwegs war, für längere Zeit. Vor ca. drei Jahren hat sie eine Affäre mit einem Kollegen (Lehrer) angefangen. Diese Beziehung endete mit einem Zusammenbruch ihrerseits, das hat sie mir offen gesagt. Ich vermute, es war ein Nervenzusammenbruch; sie war daraufhin einige Zeit in einer Gesprächstherapie. Auf meine Frage, wie ich ihre merkwürdige Distanziertheit mir gegenüber zu verstehen habe hat sie nicht geantwortet; auch nicht auf die Frage, ob es da noch einen anderen gibt.

Zu mir darf ich sagen, dass ich durchaus gut aussehend, gefühlvoll, gebildet und auch beruflich erfolgreich bin, allerdings ein wenig introvertiert, nachdenklich und auch selbstkritisch. Kurz zusammen gefasst: Ich verstehe die Welt nicht mehr und bin mittlerweile in eine veritable Lebenskrise geschlittert. Auch nagen sehr große Selbstzweifel an mir. Den Kontakt zu ihr habe ich vor 5 Wochen abgebrochen, nachdem ich sie ein Wochenende lang mit Mails „belästigt“ habe.

Muss man –mit Ü40- wirklich „verliebt“ sein, um eine wertvolle Beziehung aufzubauen? Würden nicht auch große Sympathie, gemeinsame Interessen und erotische Anziehungskraft genügen? Kann sich Liebe nicht im Lauf der Zeit einstellen, und wäre diese dann nicht viel wertvoller als eine schwärmerische„Verliebtheit“ zu Anfang, wenn man sich noch gar nicht so gut kennt?

Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren

M/46
 
G

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  • #2
m40
Ja leider wird von vielen erwartet, dass nach ein paar Dates der Blitz einschlägt. Kaum einer versucht sich auf den anderen wirklich einzulassen, wenn nicht gleich die große Verliebtheit da ist.
 
G

Gast

  • #3
Erst einmal mein Mitgefühl für deine Situation und Enttäuschung. Aber ich kann dir nur beipflichten,
du hast Recht mit dem, was du in deinem letzten Absatz schreibst. Ich sehe das ganz genau so und zwar unabhängig davon, wie alt man ist.


Mir scheint, dass diese Dame ein handfestes Problem mit sich selbst hat. Keiner könnte es ihr in dieser Lage recht machen. Es liegt wirklich nicht an dir, dass sie sich intensiver auf jemanden einlassen kann. Das ist zwar ein schwacher Trost für dich, aber vielleicht doch etwas entlastend.
du hast dieses Mal Pech gehabt. aber es gibt genügend Frauen, gerade ab 40, die einen gutaussehenden, treuen und bindungswilligen Partner sehr zu schätzen wissen.
 
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Gast

  • #4
Schön, wenn du so ein toller Mann bist - aber du kannst sie nicht zwingen dich zu lieben und mit dir zusammenzusein. Sie willl (dich) eben nicht, hat das klar ausgesprochen und das hast du zu akzeptieren.

Manche (die Meisten) wollen in ihren Partner verliebt sein und am Beginn Schmetterlinge fühlen - das ist legitim und unabhängig vom Alter. Große Sympathie genügt dann einfach nicht für eine Lebensgemeinschaft. Du wirst dich damit abfinden müssen.
 
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Gast

  • #5
Lieber hoxworth,

ich habe eine Frage.

Hast du ihr wirklich Raum gegeben? Vielleicht magst du erstmal darüber nachdenken?

LG
 
G

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  • #6
Du machst Dir viele Gedanken - das was sich andere Frauen wünschen würden und bei Maennern leider oft vermissen. Leider scheinst Du an ein Exemplar Frau geraten zu sein, die "gestört" zu sein scheint. Irgendwie ziehen sich wohl immer die Falschen an. Es ist schon wichtig, dass man verliebt ist. Anziehung, Sex und Sympathie alleine reichen nicht. Es muss nicht sofort die große Liebe sein, sowas entwickelt sich. Aber man sollte schon Gefühle haben und verliebt sein. Genauso sind die körperliche Anziehung, die Optik, die Uebereinstimmungen, Gemeinsamkeiten, der Sex wichtig. Wenn vieles stimmt, muss man aber auch bereit sein, miteinander reden und durch Probleme gehen koennen und wollen. Leider hast Du wohl eine Frau erwischt, die mit sich selbst Probleme hat und die nicht beziehungsfähig ist. Das ist traurig und schade.
Bleib wie Du bist, denn es ist eine wertvolle Eigenschaft, sich so viele und liebe Gedanken zu machen, Verständnis zu haben. Wie viele Männer bieten das nicht auch nur ansatzweise.
Du wirst wohl leider nichts tun koennen, wenn sie so wenig bereit ist und Dich nicht zu schätzen weiß. Es ist traurig, dass man so oft ausgebremst wird, weil der Andere rücksichtslos mit Gefühlen und Beziehung umgeht. Sie will nicht richtig, warum auch immer. Für eine funktionierende Beziehung muss man viel tun und viel gemeinsam durchstehen und vor allem durchhalten. Dazu ist die nicht bereit, sonst wuerde sie sich nicht so verhalten und mit Dir gemeinsam an der Beziehung arbeiten. Vielleicht reichen ihre Gefühle nicht oder die ist einfach wirklich "gestört". Lass sie in diesem Fall ziehen. Wer Dich und Deine Mühe nicht wertschätzt, dem ist nicht zu helfen. Tut mir leid für Dich. Alles Liebe.
 
G

Gast

  • #7
Nein, man muss nicht "verliebt" sein, um eine tragfähige Partnerschaft aufzubauen! Sonst würde doch z.B. keine einzige der "versprochenen (von den Eltern!) Ehen", funktionieren..., wahrscheinlich gibt´s solche Ehen mehr als Liebespartnerschaften...
"Große Sympathie, gemeinsame Interessen und erotische Anziehung" ist so gesehen, schon viel mehr als ein beachtlicher Anteil der Ehen als Basis hat.

Meiner Ansicht nach hängen, die bei sich selbst erlebten Gefühle ganz wesentlich auch mit der eigenen Verfassung und Lebenssituation zusammen.

w50
 
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  • #8
Sei beruhigt ...

Sie ist ein Kopfmensch gewesen und Kopfmenschen können sich nicht emotional äußern oder gar verlieben ( sonst wäre Sie ja bestimmt schon mal mit einem Mann zusammengezogen und hätte auch keinen Nervenzusmmenbruch ) ....!

Wir sind keine Teenager mehr und jemand der dies von damals sich zurückwünscht : verliebt sein .... immer an den anderen denken ... ihm briefchen schreiben etc. der lebt in der Vergangenheit .

Mit Ü40 hat jeder von uns seine praktischen Erfahrungen gehabt - und diese prägen und damit hat man auch keine sogenannte Unbekümmerheit mehr wie damals - dies ist einfach so! Natürlich gibt es den berühmten WOW - Partner aber so häufig glaub ich nicht da kann Sie lange suchen !

Du solltest Dir nicht so viele Gedanken machen - sei froh und suche Dir einen Partner der Dir Kraft und Zuneigung gibt und Sie Dir nicht permanent aufsaugt!

Such Dir jemanden mit den drei H`s = Herz ( Gefühle zeigen ) - Hirn ( gleiche Wellenlänge und Themen im Alltag ) und Humor ( nicht alles so ernst und genau nehmen sondern auch lachen können ) und derjenige sollte seine Vergangenheit verarbeitet und abgelegt haben .....

Mir scheint Sie hatte nicht die drei H`s und daher solltest Du nicht die Zeit verschwenden sondern investiere die Zeit in denjenigen Partner der es wert ist....

Viel Erfolg ...

m45 - dem es ähnlich erging wie bei Dir und der jetzt die richtige bei EP gefunden hat mit den drei H`s und Vergangenheit verarbeitet!
 
  • #9
danke für die vielen beiträge schon nach kurzer zeit! :)

ich hab vorhin eines nicht geschrieben, weil bereits über 3000 zeichen: meine Ex dürfte immer noch einen anderen anhimmeln, obwohl auch diese Beziehung schon mehr als 4 jahre her ist. Er ist verheiratet; wahrscheinlich muss dessen Ehe zerstört werden, anziehend und gewinnend genug ist die frau ja, dass sie dann zufrieden ist und auch den wie eine heiße kartoffel fallen lassen kann.

ich persönlich muss sagen, dass ich mittlerweile wirklich verbittert bin und ernsthaft überlege, auf eine beziehung völlig zu verzichten. sowas ist mir jetzt bereits das zweite mal passiert, das erste mal allerdings in der jugend, es ist lange her. ich kann mich des gedankens nicht erwehren, dass wir in einer beträchtlich gestörten und kranken zeit leben und allein von daher ist es vielleicht besser, allein zu sein.
 
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  • #10
Lieber hoxworth,
es ist nicht unbedingt besser alleine zu sein, aber es ist auch nicht schlimm.

Suche im speziell diesen Fall nicht die Schuld bei dir. Wie hier schon beschrieben wurde, liegt es offensichtlich am Verhalten der Frau.
Ich finde es in unserem Alter naiv dauerhafte Schmetterlinge im Bauch verlangen zu wollen. Sehe es genau wie du, wichtig ist, dass man mit einem Menschen zusammen ist dem man wertschätzt und von dem man gewärtschätzt wird. So wie du dich beschreibst könntest du mir gefallen ;-)
w41
 
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Gast

  • #11
Nun, offenbar brauchst du ja diese "Gestörtheit" durch die du abgewiesen wirst, denn du
scheinst ja verliebt zu sein und willst nicht lockerlassen, bist aber der Ansicht, die Frau habe sich gefälligst auf dich einzulassen auch wenn sie nicht verliebt ist.
Mit einem so anmaßenden Menschen würde ich auch nicht zusammensein wollen. Mit rosa Brille nicht und mit klarer noch weniger.
 
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  • #12
Ich habe so etwas auch zweimal erlebt, aber nur im Anfangsstadium. Kann gut verstehen, dass es dich sehr mitnimmt. Es hat aber keinen Sinn, dass du darüber verbittert wirst. Es gibt genug liebe Frauen, die offen für eine Beziehung sind. So eine kannst auch du finden, nur pass auf, dass du diese Enttäuschung verarbeitest und nicht auf andere Frauen überträgst.

Auf eines möchte ich dich hinweisen: durch eure gesamte beginnende Beziehung zieht sich ein roter Faden. Sie wollte keine stärkere Nähe zulassen, ebenso keine Verbindlichkeit, siehe das offenlassen des nächsten Treffens. Wenn es nicht gelingt, mal ein ganzes WE miteinander zu verbringen, dann ist m.E. nach sowieso der Wurm drin. Geduld ist gut und schön, aber bei mir wäre schon nach ein, zwei Monaten eine tiefergehende Frage aufgetaucht und in dieser Art hätte ich nicht länger als drei Monate mitgespielt.

Über ihre Gründe möchte ich nicht mutmaßen. Wenn sie in diesem Alter noch nie richtig mit einem Mann zusammenlebte, dann spricht das schon für sich. Wahrscheinlich kannst du froh sein, dass es nicht zu einer richtigen Beziehung kam, dann hättest du dir erst richtig die Augen gerieben.
 
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Gast

  • #13
Man kann die Menschen nicht manipulieren! Und wenn der Versuch scheitert, ihnen auch noch die Schuld geben für die eigenen Unzulänglichkeiten.
 
G

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  • #14
Muss man –mit Ü40- wirklich „verliebt“ sein, um eine wertvolle Beziehung aufzubauen? Würden nicht auch große Sympathie, gemeinsame Interessen und erotische Anziehungskraft genügen? Kann sich Liebe nicht im Lauf der Zeit einstellen, und wäre diese dann nicht viel wertvoller als eine schwärmerische„Verliebtheit“ zu Anfang, wenn man sich noch gar nicht so gut kennt?
Meines Erachtens muss man zu keinem Alter wirklich verliebt sein um eine wertvolle Beziehung aufzubauen. Die Liebe kann sich, genau wie Du es schreibst, auch mit der Zeit einstellen. Allerdings gilt dazu eine ganz bestimmt Voraussetzung: Beide müssen es wirklich wollen und beide müssen den dazu gehörigen Respekt vor dem Anderen haben. Gut aussehend, gefühlvoll, gebildet und auch beruflich erfolgreich ist nicht ausreichend dafür.
 
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Gast

  • #15
Liebe kann man/frau nicht erzwingen. Ein bisschen Distanz hilft aber, solche Erlebnisse zu verarbeiten und eigene Grenzen zu setzen.
Ohne Verliebtheit geht es nicht. Man/frau muss die Nähe wollen, diese ersehnen. Wenn das nicht gegeben ist, dann kann daraus nur Freundschaft, aber keine Lebenspartnerschaft wachsen.
Offensichtlich kann sie eine alte Beziehung nicht loslassen, ist nicht frei für die neue Beziehung mit Dir. Da hilft es nichts: lass' sie gehen - verlier' Dich nicht in Bitterkeit sondern such' dir eine Partnerin, die zu Dir passt, die Deine Eigenschaften schätzt.
Du kannst keinen Mneschen umbiegen - wenn sie nicht will, lass' sie gehen und schaffe Platz für was Neues.
Nur weil Du 2 mal Pech hattest, solltest Du als intelligenter Mensch, als den Du Dich beschreibst, Beziehungen nicht grundsätzlich ausschliessen. Das macht Dich nicht glücklicher. Du solltest darauf schauen, was Du machst, dass Du solche Chaotinnen anziehst/ansprichst.
w, 55
 
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Gast

  • #16
Nein, man muss nicht "verliebt" sein, um eine tragfähige Partnerschaft aufzubauen! Sonst würde doch z.B. keine einzige der "versprochenen (von den Eltern!) Ehen", funktionieren..., wahrscheinlich gibt´s solche Ehen mehr als Liebespartnerschaften...
Wie wir wissen, haben derlei Zweckgemeinschaften zwar lebenslang funktioniert, Omi und Opi hatten aber oftmals eine/n (geduldete/n) Geliebte/n nebenbei - für's Herz. Ist das erstrebenswert? Ich glaube nicht.

@FS und all:
Eine Frau für neurotisch, kalt und gestört zu halten, nur weil sie sich in den Fragesteller nicht verliebt hat, ist vermessen. Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ein/e Verehrer/in euch für verrückt hält, nur weil ihr ihn/sie nicht als Partner/in wollt?

Lieber Fragesteller, du bist tatsächlich verbittert. Aber diese Frau kann auch nichts für ihr mangelndes Gefühl dir gegenüber. Sie hat es versucht - es ging nicht und sie hat dir daraufhin ehrlich gesagt, wie es steht. Das ist sehr in Ordnung und das solltest du honorieren.
Natürlich tut es eine Zeitlang weh, diese Erfahrung mussten wir alle machen. Aber dein Schmerz vergeht und irgendwann wirst du eine Partnerin finden, die dich genauso will wie du sie.
Hab Geduld mit dir selbst und gib dir Zeit.
Alles Gute!
 
  • #18
ich persönlich muss sagen, dass ich mittlerweile wirklich verbittert bin und ernsthaft überlege, auf eine beziehung völlig zu verzichten. sowas ist mir jetzt bereits das zweite mal passiert, das erste mal allerdings in der jugend, es ist lange her. ich kann mich des gedankens nicht erwehren, (...) ist es vielleicht besser, allein zu sein.
Was du schreibt kommt mir sehr bekannt vor! Auch ich als Frau habe etwas sehr ähnliches erlebt. Ein Mann, der sehr distanziert war, der mir selten in die Augen schauen konnte, wann immer wir uns trafen. Verstanden haben wir uns super, so wie du mit dieser Frau! Wir haben den gleichen Humor gehabt und wir haben viel gelacht und Spass gehabt.

Nun nach der gemeinsamen Liebesnacht in der ich sehr glücklich war und wir wie verrückt gelacht haben, zog er sich zurück, weil er überfordert war (bin Rollstuhlfahrerin). Ich erfuhr zu spät von ihm, dass andere Frauen ihm nachträglich nach einer gewissen Zeit verärgerte und böse sms geschrieben haben. Er war 2x verheiratet war und die zweite Frau ihn mit einem anderen Mann betrogen hatte.

Sein Leben war seit Kindertagen geprägt von traumatischen Erlebnissen, dass sein grundsätzliches Misstrauen und Bindungsangst (Unfähigkeit Nähe zuzulassen und Gefühle auszudrücken) erklärt. Aber auch die Ursachen meines passiven Vermeidungsverhaltens liegen selber in meiner Kindheit.

Deine Angebetete leidet an Bindungsängsten bzw. an den damit verbundenen Verlustängsten. Wer sich nicht einlässt, kann auch nicht verlassen werden. Sie hat Angst, schlimmstenfalls wieder einen Nervenzusammenbruch zu erleiden, falls eine Beziehung mit dir scheitern würde. Sie verhält sich prophylaktisch - vermutlich einer erneuten tiefen seelischen Verletzung vorzubeugen. Deshalb geht sie auf Distanz, nicht weil sie dich nicht gerne hätte vielleicht sogar tiefere Gefühle für dich hätte, sondern, weil sie Angst hat emotional von dir abhängig zu werden.

Da auch ich oft in Männer verliebt war, die weit weg wohnten oder mir keine emotionale Nähe geben konnten oder aber in jemanden der in seine Heimat Spanien zurückkehrte, schütze ich mich selber vor zu viel emotionaler Nähe aus Angst verlassen zu werden. (passive Vermeiderin)
Um den Mechanismus dahinter zu verstehen, kaufte ich mir das Buch "Bindungsangst - verstehen und überwinden" von Ole Andersen und Teresa König. Darin werden die Ursachen der Bindungsangst, welche in der Kindheit liegen, sehr gut beschrieben. Auch machte ich einmal nach einer schweren seelischen Krise eine Psychotherapie.

Ein aktiver Vermeider (deine Angebetete) finden ihr Pendant in ihrem passiven Vermeider (das wärest du). Bei Amazon gibt es auch eine Leseprobe! Ich empfehle dir das Buch wärmstens. Du wirst ihr Verhalten besser verstehen und natürlich auch du dein eigenes. Die Bindugsangst - vor allem des aktiven Vermeiders - führt zu einem sehr verletzenden Verhalten gegenüber des "bindungswilligen" Partners.
 
G

Gast

  • #19
Jedoch war von Anfang an eine gewisse emotionale Distanziertheit von ihrer Seite spürbar; ...Das sei ihr zu viel, es fehlte ihr die „Leidenschaft“. Wohlgemerkt: Beim zusammen sein war davon keine Rede, auch ein Mangel an Leidenschaft war meinerseits nicht erkennbar.
Muss man –mit Ü40- wirklich „verliebt“ sein, um eine wertvolle Beziehung aufzubauen? Würden nicht auch große Sympathie, gemeinsame Interessen und erotische Anziehungskraft genügen?
Lieber FS,
sie hat von vornherien signalisiert, dass nicht alles da ist, was sie sucht und Du hast die Distanz gespürt.
Ich stelle für mich (w, 55) fest, dass mit zunehmenden Alter die Anforderungen an die Beziehungsqualität steigen. Ich habe aus so einer "Vernunftbeziehung", in der alles gut passte aber von vornherein die Verliebtheit fehlte, eine langjährige Ehe gemacht. Immer fehlte die echte Bindung, die richtige Nähe. In der Krise, war es genau das, was ein wieder Zueinanderfinden unmöglich machte und in die Trennung führte.
Ich glaube, dass Dein "Sympathie reicht, irgendwann wird Liebe daraus" Grundlage für viele Beziehungen ist, die aus SB erwachsen und die zu vielen kurzfristigen Beziehungszyklen (1-2 Jahre) führen. Dann wird das Modell ausgetauscht (geht online ja auch einfach), weil etwas fehlt, was die Motivation zur Beziehungsarbeit ausmacht.
Auf eine neue Beziehung würde ich mich nur noch einlassen, wenn genau diese Magie im ersten Augenblick da ist. Die Magie kann vorhanden sein und es reicht trotzdem nicht für eine Beziehung, aber ohne Magie ist es nichts, worum man sich wirklich bemüht wenn es schwierig wird. Ich suche ja keine Kurzzeitbeziehung, sondern eine Lebenspartnerschaft.

Gerade wenn die potenziellen Partner sonst ein gut ausgestattetes Leben haben (anspruchsvoller Job, berufliche Kontakte, familiäre Kontakte, Freundschaften, Hobbies), soll eine neue Beziehung eine ungeheure Bereicherung im emotionalen Bereich sein, d.h. sie muss wirklich was bedeuten.
Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen und die Beziehung die Leere füllen soll, aber die notwendigen Emotionen nicht vorhanden sind, bleibt sie fragil bis bedeutungslos. Dann ist die Frage, ob man zusammen bleibt, weil man sonst nichts hat oder aber sich trennt, weil die gelebte Nähe nicht stimmig ist mit den Gefühlen. Letzteres war bei Deiner Ex wohl der Fall.

Besser jetzt trennen, als später, wo Du emotional viel mehr investiert hast. Kannst Du etwas genauer erklären, was Deine veritable Lebenskrise ausmacht?
 
G

Gast

  • #20
ich persönlich muss sagen, dass ich mittlerweile wirklich verbittert bin und ernsthaft überlege, auf eine beziehung völlig zu verzichten. sowas ist mir jetzt bereits das zweite mal passiert, das erste mal allerdings in der jugend, es ist lange her. ich kann mich des gedankens nicht erwehren, dass wir in einer beträchtlich gestörten und kranken zeit leben und allein von daher ist es vielleicht besser, allein zu sein.
In erster Linie zeigst Du mit dieser Ergänzung, dass Du ein massive Problem hast, nämlich unfähig bist, loszulassen und Dich in Weltuntergangsstimmung reinmanövrierst, weil Du nicht die erste Wahl bist. Du zeigst ein unreifes Klammerverhalten.
Du musst auf Deine EX einhacken, weil sie Dich nicht will, einen anderen attraktiver findet, auch wenn der gebunden ist. Das ist doch ihre Angelegenheit, ob sie sich lieber nach jemandenem sehnt, den sie nicht haben kann oder ob sie statt dessen lieber mit Dir zusammen ist. Würdest Du echt der Trostpreis sein wollen? Egal, sie will ja den Trostpreis nicht.
Offensichtlich bist Du nicht das, was in ihr die notwendige Saite zum klingen bringt - kein Grund über sie herzuziehen - das finde ich wirklich gestört und insoweit ist die Entscheidung, allein zu bleiben, für Dich wahrscheinlich die richtige.
 
G

Gast

  • #21
Ich denke, dass es beides geben kann, die plötzliche überraschende Verliebtheit, die aber genauso schnell wieder weg sein kann. Für mich ist es wichtig, das man sich ganz bewußt entschließt sich auf einen anderen Menschen einzulassen und ihn kennenzulernen. Gerade über 40 mit dem was man an Erfahrung so mit sich bringt. Ich ziehe ein gutes tiefes Gespräch vor. Wichtig sind Gemeinsamkeiten auf denen man aufbauen kann, wo man sich quasi immer wieder treffen kann. Liebe wächst mit der Zeit und bleibt länger. Vielleicht für immer.Auch dann kann man heftiges Herzklopfen haben. Erotik hat für mich auch etwas mit Vertrauen und Ehrlichkeit zu tun, wenn beides da ist kann dadurch auch eine heftige wilde Verliebtheit entstehen, wenn man beginnt den anderen auf dieser Ebene kennezulernen. Es ist doch aufregend jemanden neu auszuloten.
 
G

Gast

  • #22
FS@#18

Was mich in eine „veritable Krise“ treibt, kann ich dir relativ klar beantworten: es ist meine Befürchtung, dass es zunehmend unmöglich wird, eine stabile Beziehung aufzubauen. Da brauche ich nur die Kommentare zu Beziehungsfragen hier lesen: „Trennen! Sofortige Trennung! Kontaktsperre unbedingt. Keine Toleranz. Die Magie muss von Anfang an da sein, die Schmetterlinge“ usw usf. Und das alles von Leuten, die sich vermutlich nichts sehnlicher wünschen, als jemanden zu haben, dem sie sich anvertrauen können, der für sie da ist und mit dem sie nicht alleine durch’s Leben gehen müssen. Das führt dazu, dass mittlerweile in D und AT jeder dritte Mensch alleine lebt.

Wenn dann auf dieses Volk der vereinzelten Egoisten- und also relativ Schwachen und Hilflosen- die sich anbahnende Krise durch den gesellschaftlichen Zerfall, im Verbund mit der sich entfaltenden weltweiten Finanzkrise und also der totale Zusammenbruch des Systems trifft, dann werden wir sehen, ob „Liebe auf den ersten Blick“ wirklich soo wichtig gewesen wäre! Dann ist’s aber vermutlich zu spät für uns, wenn wir gewisse Dinge wieder erkennen. Die Zukunft erscheint mir unter anderen aus diesen Gründen in einem sehr düsteren Licht.
 
G

Gast

  • #23
Das sei ihr zu viel, es fehlte ihr die „Leidenschaft“
Ja, das kenne ich. Frauen sind sehr gut im Erfinden unangreifbarer Ausreden, wenn sie den eigentlichen Grund nicht aussprechen wollen. Manches versteht man, indem man die Personen vertauscht, im obigen Fall: SIE könnte nicht leidenschaftlich sein bei DIR. Nicht umgekehrt.

Warum könnte sie es nicht? Weil es ihr gegen den Strich ginge. Vielleicht hält sie Dich für gebunden oder sieht sonst irgend eine Konstellation, unter der sie leiden würde, ließe sie sich von Dir zu der Leidenschaft hinreißen, die Du angeblich nicht bringst.

Frauen verstehen ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

Mein Tipp: versuche auf gar keinen Fall, ihr diese Leidenschaft unter Beweis zu stellen, es würde kläglich enden. Du mußt erst einmal ihr Vertrauen gewinnen, möglicherweise traut sie Dir noch nicht wirklich über den Weg, rechnet damit daß Du ihr Kummer bereiten wirst. Und zwar umso mehr, je mehr Leidenschaft sie zuläßt.
 
G

Gast

  • #24
hallo Du,

ich denke, dass ein Mensch, der mit 42 noch keine feste innige Beziehung hatte, ein psychisches Problem hat. Er/sie hat nicht gelernt, verbindliche Beziehungen einzugehen-für mich ein NoGo...
Gut für Dich, wenn Du den Kontakt abgebrochen hast, belass es dabei. Gehe in Dich, schau bei Dir, warum Du so auf ihre Trennung reagierst-verbittert etc., Du hast vielleicht auch noch etwas aufzuarbeiten, ich wünsche dir viel Glück,

Frau, 46
 
G

Gast

  • #25
Also Verliebtheit ist doch wohl eine Grundvoraussetzung für alles Weitere.
Sie fand eben die Unternehmungen und den Sex toll, aber hat nach einer gewissen Zeit gemerkt, dass sie sich nicht richtig in Dich verlieben kann.
Ich bin 40 und ich kann mich sehr wohl verlieben, trotz gescheiterter Ehe und 2 Kindern.
Wenn ich nicht verliebt bin, beende ich es auch.
Bei mir ist es allerdings gerade eher umgekehrt. Ich habe auch vor einem halben Jahr einen Mann kennen gelernt, der mit mir irgendwie nie ein ganzes WE verbringt und der lieber alleine Skifahren geht. Trotzdem sagt er immer, dass er mich vermisst und schickt mir Küsse und sagt, dass es immer sehr schön ist, wenn wir zusammen sind.
Wenn ich es beenden will, protestiert er laut und sagt, das Ganze hätte doch Potential für mehr usw.
Aber dann hat er wieder das ganze WE keine Zeit...!? Freunde, Familie und Sport sind dann doch wohl wichtiger.
Ich denke, dass Menschen, die sich auf so wenig einlassen können eine Nähe-Distanz-Problem haben, Angst ihre vermeintliche "Freiheit" zu verlieren oder sich gar nicht richtig verlieben können oder wollen.
Da muss man sich eben überlegen, ob einem sowas auf Dauer reicht.
w,40