• #1

Trennung wegen Fernbeziehung?

Hallo ihr Lieben, ich führe seit 2,5 Jahren eine Fernbeziehung.
Wir lernten uns im Urlaub kennen u uns trennen 400 km.
Vor ca. 1 Jahr sprachen wir über unsere Zukunftsperspektive.
Er meinte dann, er würde zu mir ziehen weil ich mehr soziale Bindung hier habe und er eh in seinem aktuellen Job sehr unzufrieden ist und was anderes suchen möchte.
Er meinte dann das er dich in seinem Urlaub um seine Unterlagen kümmern würde.
Das war dann der Weihnachtsurlaub.
Es passierte aber nichts.
Als ich ihn darauf ansprach reagierte er genervt- er hatte soviel Stress im Job- er brauche jetzt Erholung.
Bis März passierte nichts.
Natürlich kam das Thema mal wieder auf und er meinte, er habe nach der Arbeit keinen Nerv und dann müsste er es mal am We machen wenn wir uns nicht sehen.
Im Mai hatten wir deswegen einen großen Streit und das erste Mal einige Tage Funkstille.
Wir telefonieren sonst täglich- worauf er großen Wert legt.
Das war für uns beide sehr schlimm und schmerzhaft.
Wir haben dann wieder Kontakt aufgenommen und er hat mir versprochen sich jetzt zu kümmern , er möchte mit mir zusammen sein und auch definitiv den Job wechseln.
Seitdem hat er 2 Bewerbungen geschrieben und reagiert zunehmend gereizt auf das Thema.
Ich habe ihm gestern gesagt, das ich ihn sehr liebe und mit ihm zusammensein möchte- aber nicht mehr in dieser Fernbeziehung- das macht mich kaputt.
Er meinte dann, also machst also Schluss?
Ich meinte dann, das ich der Meinung bin das er es nicht ernst meint- und ich denke wenn jemand etwas möchte- dann tut er es auch.
Er erzählt mir immer von seinen Jobstress und ich verstehe nicht das man das dann nicht ändert.
Leider geht es mir jetzt eigentlich noch schlechter und ich weiß nicht ob ich richtig gehandelt habe.
Hat jemand einen Rat für mich?
 
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  • #2
Einen wirklichen Rat ...
Auf der einen Seite hat er Angst vor Veränderung wie jeder Mensch. Dann empfindet er das ja auch noch, als würde er es "nur wegen Dir" tun, dass er sich umschaut, und zwar genau da, wo Du weilst. Also er ist absolut nicht frei in seiner Entscheidung. Weiterhin verlässt auch er ein Umfeld. Und dann machst Du noch Druck.

Seitdem hat er 2 Bewerbungen geschrieben und reagiert zunehmend gereizt auf das Thema.
Machst Du ihm Vorwürfe, dass es nicht mehr Bewerbungen sind? Also willst Du Dein Interesse durchdrücken durch die Ansage, wenn er Dich liebte, würde er eine Arbeit "wirklich" suchen? Du musst ja gar nichts an Deinem Leben verändern, stell Dir das umgekehrt vor, und zwar nicht nur entfernt, sondern konkret. Bekannte, Arbeit, Wohnung alles plötzlich weg, völlig neuer Landstrich. Wie erginge es Dir damit?

Ich habe ihm gestern gesagt, das ich ihn sehr liebe und mit ihm zusammensein möchte- aber nicht mehr in dieser Fernbeziehung- das macht mich kaputt.
Das glaube ich Dir, aber das ist auch eine Pistole auf die Brust, ohne mal seine Situation zu betrachten. Zieh Du doch hin und such Dir da ne Arbeit, ist doch egal mit Deinen Sozialkontakten, oder plant ihr Kinder und seine Eltern fallen aus als Betreuung?
Das ist nicht ganz ernstgemeint, aber ich glaube, Du stellst Dir das alles einfacher vor, als es wirklich ist.

Ich meinte dann, das ich der Meinung bin das er es nicht ernst meint- und ich denke wenn jemand etwas möchte- dann tut er es auch.
Sich mehr bewerben oder eine Arbeit finden und alles, was er bislang in seinem Umfeld hatte, schnell mal hinter sich lassen?
Im Grunde stimmt es ja, aber Du diskutierst von einer sehr viel komfortableren Position aus, und das scheint Dir nicht bewusst zu sein.

Rat ... auf der einen Seite verstehe ich Dich und denke auch, wer wirklich keinerlei Probleme mit irgendwas hat, der handelt einfach. Auf der anderen Seite denke ich, wieso kannst Du nicht verstehen, dass das nicht so einfach ist, alles hinter sich zu lassen und auf gut Glück zu seiner Partnerin zu ziehen. Vielleicht hätte er wirklich viel lieber, dass Du zu ihm ziehst. Also mein Rat wäre, ihn das mal zu fragen und Dich zu fragen, ob Du nicht auch Dich örtliche bewegen könntest. Ich meine, das, was Du ihm hier anlastest als Nicht-Ernstgemeint und Nicht-Liebe - wärst Du zu diesem Opfer bereit?
 
  • #3
Hm ich habe mit Fernbeziehungen, bei denen einer sich anpassen muss, eigentlich nur durchwachsene Erfahrungen gemacht.

Meine erste Liebe ging 400 Kilometer und 3,5 Jahre lang gut, den Umzug den ich damals mit 18 auf mich genommen hatte endete ziemlich im Fiasko.

Ich habe damals für mich mitgenommen dies nie wieder zuzulassen. Eine lange Distanz reicht allenfalls für eine Affäre. Alles andere, da ist doch Frust vorprogrammiert wenn ihr nicht ohnehin jeweils so viel Freiraum benötigt wie andere Paare die in zwei Haushalten verharren.

Wie alt seid ihr? Als ich damals den Umzug gewagt hatte war für ihn zb klar wir schlafen nur am Wochenende in einer Wohnung, dazwischen jeder bei sich. Was mich ungemein frustriert hat weil ich immer alleine zuhause gesessen bin. Und eigentlich ging das dann von Punkt zu Punkt so weiter.

Wollt ihr wirklich beide das gleiche dann ist doch jedes Mittel recht um das zu erreichen. Dann müsstest du ihm aber auch Rückhalt geben und gegebenenfalls eine zeitlang für euch aufkommen bis er was gefunden hat, wenn es unbedingt so schnell gehen muss.

Ich bin nach einem Monat zu meinem Freund jetzt gezogen weils einfach gepasst hat. Er hat aber auch oft genug bei mir geschlafen und so hat jeder mal 70 Kilometer zur Arbeit gehabt. Den Job hab dann ich gesucht weil ich auf dem Land wohnte und er im Ballungsgebiet.

Die Einstellung mal ich mal du leben wir auch im gemeinsamen Haushalt selbstverständlich.

Traust du euch das zu?
 
  • #4
Er wird sich gar nicht bemühen. Davon bin ich überzeugt. Der Grund ist doch ganz einfach. Du bist nicht konsequent genug.
Da solltest du ihm wirklich ein Ultimatum stellen. Wenn er es trotzdem schleifen lässt solltest du es allerdings auch durch ziehen. Er nimmt dich doch sonst nicht ernst.
Das war dann der Weihnachtsurlaub.
Es passierte aber nichts.
Das ist doch ein Witz. In 2 Monaten ist schon wieder Weihnachten. Er hat es also seit 10 Monaten nicht geschafft seinen Hintern hoch zu bekommen.
Seitdem hat er 2 Bewerbungen geschrieben und reagiert zunehmend gereizt auf das Thema.
Sorry mir tut der Bauch weh vor lachen. In 10 Monaten hat er es geschafft gerade mal 2 Bewerbungen zu schreiben. Wenn ihm was an dir liegen würde dann hätte er schon längst seinen Hintern hoch bekommen.
 
  • #5
Nein, das wird nichts mehr. Nicht, weil er nicht könnte, sondern weil er nicht will . Nicht will wegen - Deiner Art. Wenn Du mir so kommen würdest wie Du ihm, würde ich auch nicht mehr wollen. Leider hat er nicht genug Vogelprodukte in der Hose, um Schluss zu machen. Der Sex dürfte für ihn noch ganz ok sein, aber mehr nicht. Ich würde ihn rechts überholen und mich zügig trennen. Auch ihm zuliebe!
ErwinM, 51
 
  • #6
Nein, das wird nichts mehr. Nicht, weil er nicht könnte, sondern weil er nicht will . Nicht will wegen - Deiner Art. Wenn Du mir so kommen würdest wie Du ihm, würde ich auch nicht mehr wollen. Leider hat er nicht genug Vogelprodukte in der Hose, um Schluss zu machen. Der Sex dürfte für ihn noch ganz ok sein, aber mehr nicht. Ich würde ihn rechts überholen und mich zügig trennen. Auch ihm zuliebe!
ErwinM, 51
Ich verstehe nicht warum die FS so angegriffen wird. Natürlich macht sie Druck. Eigentlich würde ich dir ja zustimmen. Ich will auch nicht aus meiner Umgebung wegziehen. Ich habe alles. Job, Freunde, Verwandte usw. Aber er hat es ihr versprochen, zu ihr zu ziehen und sich dort einen Job zu suchen. Ich kann nicht erst was versprechen und dann auf einmal nichts mehr davon wissen. Die FS ist also zu Recht enttäuscht.
 
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  • #7
Also beide haben miteinander geredet, beschlossen, dass sie zusammen ziehen.

Als es um die Frage nach dem künftigen Ort ging, war das sein Vorschlag -
Er meinte dann, er würde zu mir ziehen weil ich mehr soziale Bindung hier habe und er eh in seinem aktuellen Job sehr unzufrieden ist und was anderes suchen möchte
Nun wäre es an ihm zu handeln. Dem Reden die Tat folgen lassen.

DAS tut er nicht. Halbherzige Bewerbungen, kaum Bemühungen.
Von vor Weihnachten bis März - vor Covid-19 - nichts, trotz Versprechen.
Von März bis Mai - nichts.
Dann zu Recht das Nachhaken der FS, Ergebnis, Streit, Funkstille, 2(!) Alibi Bewerbungen. Und dann, wieder nichts.
Es ist wieder kurz vor Weihnachten.

Es gibt 2 Möglichkeiten
Er ist feige. Hat den Mund zu voll genommen - ihm war es so bequem. Freundin kommt am Wochenende, das ist nett, man hat ein paar schöne Stunden, Alles gut.
Jetzt müsste er was tun, diesen bequemen Zustand aktiv verändern. Das will er nicht. Das passt für ihn genau so.
Ich glaube übrigens, dass wenn es so wäre, dass wenn sie zum ihm ziehen würde,
es schnell vorbei wäre.

Es kann aber auch sein, er ist insgesamt träge. Jemand, der viel redet, aber nie anpackt. Job passt nicht, es wird gejammert - aber Anstrengungen, damit es anders wird? Da muss an den Hintern bewegen.
Er würde gerne zur Freundin ziehen, aber aktiv werden? Auch zu anstrengend.

Weder die erste Variante - er will einfach nicht, zeigt in eine gemeinsame Zukunft.
Noch die zweite, das ist nämlich an ein träger, passiver, entscheidungsschwacher Mensch - so einen Mann als Partner, da wird Frau immer Organisatorin, Macherin sein müssen.

Tinchen, meiner Erfahrung nach führt beides zu nichts.
Beende es, Haken setzen und suche Dir einen Mann, der nicht nur redet.

Allerdings, Fernbeziehung ist immer problematisch - und es gibt oft Gründe,, warum Menschen diese favorisieren.

Ich bin nach einem Jahr dann umgezogen - mit Jobwechsel, und Kindern.
Als ich wieder suchte, schloss ich eine FB aus.

W, 51
 
  • #8
Ja, aber daran war auch die FS Mitschuld. Warum geht sie eine Fernbeziehung ein und eine Fernbeziehung läuft in der Regel sehr selten. Jetzt sind es nur 400 km und am Dienstag bei einem anderen Thread waren es 800 km.

Ich glaube nicht, dass der Mann den Mund zu voll genommen hat, sondern nur das gesagt, was die Fs gerne hören möchte.

Wie viele Menschen haben eine Fernbeziehung?
Ich kenne nur 1 Paar, das 600 km auseinanderlebt und dies seit ca. 5 Jahren und am Ende passt es beiden und nicht nur einen.
 
  • #10
Jemand, der nur das vor sich hinblubbert, was ein anderer Mensch hören möchte - nimmt den Mund zu voll.
Oder er kann sich gut verkaufen.
Ich erlebe es regelmäßig beim Rekruten, wie manche sich verkaufen wollen. Gut man kann sagen, dass diejenigen nur blubbern, aber ich nenne es einfach nur verkaufen. Die FS hat ja den Mann nur im Urlaub kennengelernt und sollte ich jetzt eine Frau in Australien kennenlernen, dann sage ich vielleicht auch, dass ich immer gerne in Australien leben wollte, ob dies jetzt die Wahrheit ist oder nicht, wird uns die Zeit zeigen.

So oft wie ich hier lese Fernbeziehung, dann liegt dies eventuell auch am Wohnort. In Berlin geht man eher weniger eine Fernbeziehung ein wie in Magdeburg
 
  • #11
Wow! Vielen Dank für eure Meinungen.
Also ich habe nicht egoistisch gesagt, er hat jetzt zu mir zu ziehen.
Wir sprachen über das Thema Zukunft.
Als wir uns im Urlaub kennenlernten haben wir uns ineinander verliebt. Wir hatten dort noch keinen Sex, weil ich kein Typ für ONS bin und habe ihm das auch so kommuniziert.
Ich fand es toll das er sich trotzdem um mich bemüht hat und nachdem wir wieder Zuhause waren haben wir sofort täglich tel. Dann haben wir uns wiedergesehen- direkt für ein ganzes We und waren einfach nur glücklich uns gefunden zu haben.
Wir wollte dem Ganzen eine Chance geben und uns kennenlernen.
Ich bin 51 J. Er ist 10 Jahre jünger.
Er war die letzten 20 Jahre in keiner Beziehung, hatte nur kurze Affären im Urlaub und war seiner Aussage nach überglücklich wieder einen für ihn besonderen Menschen zu treffen.
Ich habe schon einen erwachsenen Sohn und hatte längere Beziehungen.
Allerdings keine Fernbeziehung.
Tja, warum lässt man sich darauf ein?
Weil es das Herz so möchte.
Ich habe allerdings schnell festgestellt das ich ihn wahnsinnig vermisse.
Wir sahen uns ja auch öfter mal 2 Wochen nicht.
Aber gut- natürlich muss man dem Ganzen auch Zeit geben, sich kennenlernen ect.
Wir haben alle Urlaube zusammen verbracht und er war auch schon einige Tage am Stück bei mir und wir haben immer wunderbar harmoniert.
Da stellt sich doch irgendwann die Frage nach einer Lösung?
Ich habe ihn gefragt was er sich vorstellen könnte.
Ich wäre auch zu ihm gezogen, oder wir hätten überlegen können uns in der Mitte ein gemeinsames Leben aufzubauen.
ER meinte das er lieber zu mir kommt, weil er meine Gegend schön findet und auch meine Freunde mag.
Als wir uns kennenlernten war er kurz vor einem Burnout wegen seines Jobs.
Ich habe ihn immer motiviert und versucht ihn aufzubauen. Ich höre mir ja täglich an wie unzufrieden er in seinem Job ist.
Ich bin selbstständig und habe mir natürlich in meiner Region etwas aufgebaut- würde der Liebe wegen aber trotzdem versuchen mir was in seiner Gegend aufzubauen.
Zudem hat er tatsächlich kaum Freunde.
Er ist halt ein ruhiger, zurückhaltender Mensch und hat die letzten Jahre sehr zurückgezogen gelebt.
Es würde wahrscheinlich, realistisch betrachtet , nicht so einfach werden bei ihm.
Ich weiß doch das es für ihn ein großer Schritt wäre.
Mich belastet das er wohl wirklich nichts verändern möchte und überhaupt diese Treffen immer 1.5 Tage und dann wieder der Abschied.
Es ist nicht so, das ich mit mir alleine nichts anfangen kann.
Ich bin Vollzeit berufstätig, gehe ins Fitnesstudio, spiele Theater.
Ich käme auch damit klar nicht zusammen zu wohnen, wenn er näher wohnen würde u man sich auch wenigstens 1x unter der Woche sehen könnte.
Ich habe ihm auch angeboten - weil er so einen Stress hat- dann eben zu kündigen, mal zu dich zu kommen und such dann hier in Ruhe etwas zu suchen.
 
  • #12
Aber auch da tut sich nichts.
Ich muss mich wohl damit abfinden das er tatsächlich nichts verändern möchte.
Als ich ihm das sagte wurde er richtig sauer und meinte er wäre jemand, der zu seinem Wort steht.
Ich finde er hält mich hin, ich habe letztes Jahr kommuniziert, das die Fernbeziehung für mich sehr hart ist.
Wahrscheinlich war meine Entscheidung das erst mal zu beenden ganz gut, damit der Druck rausgenommen wird.
Ich muss jetzt lernen loszulassen.
Wenn jetzt von ihm gar nichts mehr kommt ist es auch eine Entscheidung...und zwar gegen uns.
 
  • #13
Ich habe ihm gestern gesagt, das ich ihn sehr liebe und mit ihm zusammensein möchte- aber nicht mehr in dieser Fernbeziehung- das macht mich kaputt.
Er meinte dann, also machst also Schluss?
Ich hätte das auch als Ankündigung des Endes der Beziehung verstanden. Von Dir finde ich eine solche Äußerung in der aktuellen Situation völlig unmöglich. Den Job aktuell zu wechseln ist sicher in vielen Bereichen eher riskant.
Du drohst ihm mit dem Ende der Beziehung und dann musst Du auch damit leben, was das in ihm auslöst.

Abgesehen davon: wenn Du eine Fernbeziehung nicht möchtest, dann kannst Du ja auch zu ihm ziehen. Hier hat er angeboten, den schwierigeren Schritt zu gehen und sein Umfeld zu verlassen, damit Du es bequemer hast. Dann solltest Du ihm schon auch die Geschwindigkeit überlassen oder das eben ggf. nochmal zu diskutieren.
 
  • #14
Der Mann war/ist ja in einer Ausnahmesituation, ich glaube, er hat sich in eure Beziehung geflüchtet, weil sein Restleben nicht sehr toll ist. Er steckt ja in einer Krise. In dem Fall würde ich auf Versprechungen ehrlich gesagt wenig geben, weil ich denken würde, dass er seelisch einen Anker sucht, aber keine Kraft hat für große Schritte und Entscheidungen und Taten. Und sich gewinnbringend verkaufen für einen neuen Job, wenn man so drauf ist, geht vielleicht auch gar nicht.

Ich muss mich wohl damit abfinden das er tatsächlich nichts verändern möchte.
Ich denke, er KANN nicht.

Ich finde es natürlich gut, dass Du weißt, was Dir guttut und wenn Du unter einem Zustand leidest, dass Du ihn beendest. Aber ich finde - so von außen gelesen - Dich auch nicht sehr einfühlsam, dass Du von jemandem, der in einem Burnout steckt, erwartest, dass er sein Leben in die Hand nimmt und eine ernsthafte Zukunftsvision von einer Partnerschaft haben kann. Ich glaube eher, Du warst die Insel in seinem Leben, wo alles andere ausgeblendet wurde. Nun soll sich das mischen und euer Beziehungsleben mit Alltag und Alltagsproblemen vermengt werden, und das auch noch, indem er einen Kraftaufwand erbringt.

Wenn er zu Dir zöge und Du so viel Aktivität in Deinem Leben hast, wird er eventuell auch noch depressiv, weil er nicht die Kraft hat, sich für die viele Zeit, in der Du Deine eigenen Dinge tust, was Nettes für sich zu suchen. Dann kriegst Du vielleicht noch Schuldgefühle, weil er ja nur wegen Dir umgezogen ist. Und sollte er dann bei Dir wohnen, wird das anstrengend für Dich, wenn Du nach Hause kommst und die Stimmung erleben musst. Ich glaube Dir, dass Du eine Menge Lebenskraft hast, aber einen Partner aufzubauen, zieht viel Energie und wird gar nicht klappen, wenn er seinen Umzugsschritt bereut oder zumindest enttäuscht ist, wie das Leben nach dem Umzug so ist (also immer noch keine Besserung in seinem Leben).
Ich sehe irgendwie weder so noch so eine gute Perspektive bei euch, ehrlich gesagt.
 
  • #15
Liebe Tinchen,

ich habe selbst sehr lange eine Fernbeziehung geführt und das ging ganz wunderbar und ich hätte es auch nicht anders haben wollen, kann aber auch jeden verstehen, der das so nicht möchte.

Du möchtest keine Fernbeziehung mehr, das ist nachvollziehbar, und deshalb verhältst Du Dich richtig, auch wenn es Dir momentan weh tut und Du an Deinem Verhalten zweifelst. Das wird vorübergehen, glaub' mir. Das ist jetzt eine sehr traurige, schmerzhafte Zeit für Dich, Du gehst gerade emotional durch ein Tal, aber auch für Dich wird die Sonne in einigen Wochen wieder scheinen, wenn Du darüber hinweg bist, und Du wirst früher oder später einen Mann kennenlernen, der deutlich besser zu Dir passt als dieser hier und der die gleichen Bedürfnisse in einer Beziehung hat wie Du, und mit dem Du keine für Dich unbefriedigende Beziehung führen mußt.

Auch wenn Du es natürlich anders siehst, weil Du die verliebte, sogenannte rosarote Brille auf hast, glaube ich nämlich im Gegensatz zu Dir nicht, dass Dein Freund, bzw. wenn ich es richtig verstehe, Ex-Freund, unzufrieden mit der "Beziehung" ist... der labert doch nur rum!

In meinen Augen hat dieser Mann überhaupt kein Interesse an einer ernsthaften Beziehung ohne räumliche Distanz mit Dir, egal was er redet und egal wie oft Ihr telefoniert!

Wenn er die gleiche Gefühle für Dich hätte, wie Du für ihn, dann wäre er schon längst bei Dir! Da gäbe es genug Mittel und Wege und auch Joblösungen, sei sicher.

Ich würde nicht mal drauf wetten, dass er -trotz allem Rumgelaber- Eure "Beziehung" wirklich als Beziehung sieht, respektive als monogame Fernbeziehung. Du kannst gar nicht wissen, was er vielleicht dort wo er lebt, noch alles am Laufen hat, auch wenn Du das sicherlich nicht wahrhaben willst, oder dass das, was er alles von sich gibt, nicht nur (sorry) verbaler Müll ist, zum Zeitvertreib oder um die Urlaubsbekanntschaft mit Dir auslaufen zu lassen...

Nimm' den Typen nicht so ernst, man mißt Menschen an ihren Taten, nicht an ihren Worten! Und mit dem hier hast Du einen, der KEINE Beziehung mit Dir führen möchte, und der auch in einem Jahr oder in zwei Jahren nichts an der Situation ändern wird....

Bleib bei Dir! Alles Gute!
 
  • #16
Ich habe den Eindruck, dass ein Mensch, der 20 Jahre lang ohne Partner/ Lebensgefährtin war, und mit niemandem zusammengelebt hat, nicht einfach so wieder mit jemandem zusammenleben kann. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, und je älter wir werden, desto schrulliger werden wir, vor allem, wenn es sich um solche Einzelgänger handelt. Es wir auch einen guten Grund haben, dass er so viele Jahre nicht enger mit jemandem zusammen war. Ich denke, er hat Angst vor dieser Nähe, und deshalb wird er auch nicht aktiv. Als er dir zusagte, war wohl er der Wunsch der Vater seines Gedankens. Er würde schon gerne, aber er KANN einfach nicht. Er müsste zuviel aufgeben. Seinen Freiraum nämlich. Vielleicht ist ihm das selbst gar nicht so klar, aber sein Gefühl lässt ihn verharren.
 
  • #17
So habe ich das noch nicht gesehen.
Das war sehr hilfreich- macht mich aber wahnsinnig traurig.
Also was kann ich tun?
 
  • #18
Bereichen eher riskant.
Du drohst ihm mit dem Ende der Beziehung und dann musst Du auch damit leben, was das in ihm auslöst.
Oh ja, sobald die Frau ihre Wünsche und Bedürfnisse äußert, selbstverständlich ist es dann immer eine Drohung, ist klar. Huch, war es doch schön, als die Frau kommentarlos jede Lage akzeptiert hat, was mann ihr aufbürdete, nicht wahr? 😉
Die FS hat lediglich mitgeteilt, dass sie mit der Fernbezienung nicht mehr klar kommt. Kann sie ja und darf sie ja. Der Mann kann und darf auch in seinem Tempo die Lösung finden, nur vergisst er aber, dass es AUCH um Lebenszeit seiner Freundin geht. Er sitzt gemütlich daheim und lässt sich Zeit mit der Entscheidung, während die FS leidet. Natürlich ist es nicht so wichtig, es sind ja bloß Gefühle. Aber was glaubst du, woher die ganzen kaputten Frauen kommen, die dann den Männern das Leben zu Höhle machen??
Ausserdem nach einem Jahr darf man dann wohl erwarten, dass irgendein Ergebnis präsentiert wird mit konkreten Zielen und Angaben, wenn was dazwischen kommt, kann man korrigieren und an jeweilige Situation anpassen.

So habe ich das noch nicht gesehen.
Das war sehr hilfreich- macht mich aber wahnsinnig traurig.
Also was kann ich tun
Wenn du unter Situation leidest, dann folge wenigstens DU deinen Worten. Hör auf ihn zu besuchen, lass ihn zu dir kommen. Ich weiss nicht, wer in der Regel wen besucht hat, aber ich vermute stark, dass du es warst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn ER paar mal in der Gegend rumfährt, dann wird sich das Problem mit der Fernbeziehung relativ schnell erledigen, weil ihr dann nämlich keine mehr habt.
 
  • #19
So habe ich das noch nicht gesehen.
Das war sehr hilfreich- macht mich aber wahnsinnig traurig.
Also was kann ich tun?
Was du tun kannst?

HANDELN

Das Problem bei nicht-wahrmachen einer Ankündigung ist doch nicht immer, aber oft mit der Zeit, ein verweichlichen der äußersten eigenen Kante.

Mit der Zeit geht der gegenseitige Respekt verloren. Der Respekt nämlich vor diesen Grenzen des anderen. Ihr habt doch kommuniziert die Fernbeziehung ist nur TEMPORÄR, also ist das die Kante an der NICHT zu rücken ist. Gleich wenn der eine Kinder WILL und der andere NICHT. LÜGEN wären dann Vokabeln wie 'vielleicht später ' usw pp. Dann hofft der eine und der andere richtet sich passend ein. Wenn einer nicht selbst umschwingt und des anderen Meinung selber annimmt geht das doch niemals gut.

Das wäre, fairerweise, ein Trennungsgrund, auch wenn sonst viel passt.
 
  • #20
So habe ich das noch nicht gesehen.
Das war sehr hilfreich- macht mich aber wahnsinnig traurig.
Also was kann ich tun?
Liebe Tinchen,
Du kannst nichts tun.
Er muss wollen bzw. wollen können. Wenn er nicht kann, müsste er einen Leidensdruck haben und aus diesem eine Veränderung wollen.
Wenn er diese Veränderung nicht alleine schafft, es aber hinbekommen möchte, braucht er Unterstützung. Aber nicht von Dir, sondern von einem Therapeuten.

Er hat sich in seinem Job und seinem Leben eingerichtet, leidet unter dem Job, bekommt aber die Veränderung nicht hin. Da mag ihm dann wieder der Antrieb fehlen, Das ist der Teufelskreis der zu Burnout und Depressionen führt.
Und analog ist es mit seinem Leben, er mag vielleicht schon, aber ihm gelingt der Antrieb nicht.

Du kannst mit ihm reden, Du kannst versuchen, ihm Denkanstöße zu geben, versuchen, ihm bewusst zu machen, dass er selbst die Ursache seines Stresses ist, dass er handeln muss, wenn sich was ändern soll.

Aber ob es funktioniert? Es ist vom Leiden bis zur Einsicht ein weiter Weg, und viele Menschen können sich im Leiden gut einrichten. Und von der Einsicht bis zur nachhaltigen Veränderung ist der Weg noch weiter.

Willst Du das wirklich begleiten?

W, 51
 
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  • #21
Er muss wollen bzw. wollen können. Wenn er nicht kann, müsste er einen Leidensdruck haben und aus diesem eine Veränderung wollen.
Wenn er diese Veränderung nicht alleine schafft, es aber hinbekommen möchte, braucht er Unterstützung. Aber nicht von Dir, sondern von einem Therapeuten.
Die beiden kennen sich jetzt 2,5 Jahre. Vielleicht war auch vor einem Jahr die Euphorie noch größer. Ich denke, eine Fernbeziehung frisst einfach auch viel Energie.

Wir haben hier zwei Menschen, die beide eine Fernbeziehung begonnen haben. Erstmal vermutlich unbedacht, aber irgendwann überlegt man dann eben doch, wie die Zukunft aussehen könnte. Wer sein Leben so verändert, dass es für beide gut ist, ist aus meiner Sicht völlig offen. Er, sie, beide oder beide nicht.
Die FS hat sich gefreut, dass er ihr vor einem Jahr den für sie einfachen Ausweg präsentiert hat (wie konkret, wissen wir nicht). Jetzt möchte er diesen Weg aus irgendwelchen Gründen nicht, noch nicht oder nicht mehr gehen. Die Karten müssen neu gemischt werden. Gemeinsam.
Der Leidensdruck entsteht letztlich auf beiden Seiten und wenn er groß genug ist, wird das eine Lösung bringen.

Ich denke, da hilft nur ein klares, aber ergebnisoffenes Gespräch und nicht dauernde Vorwürfe, weil er noch nicht umgezogen ist. Der Stress im Job ist aus meiner Sicht nur vorgeschoben. Keine Lust und Zeit, ein überfälliges Gespräch zu führen...
 
  • #22
Er hat mir nicht den " einfachen Weg für mich" präsentiert, sondern wir haben besprochen wie das für uns beide das Beste ist und er sich in meiner Gegend sehr wohl fühlt.
Hatte er gesagt, das er unter keinen Umständen umziehen möchte, hätte ich mich auch entscheiden können zu ihm zu ziehen.
Aber so lässt er mich, aus meiner Sicht schon mindestens 8 Monate in der Luft hängen.
 
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  • #23
FS,

Burnout ist auch für mich das Schlüsselwort (@void).

Je nach Schwere greift man(n) nach jedem Strohhalm, dem zu entfliehen, sei es um alles hinter sich zu lassen, ist gleichzeitig nicht in der Lage Veränderung herbei zu führen und hinterlässt im schlimmsten Fall viel verbrannte Erde. Hinzukommt, dass Fühlen und Denken sich auf einer ständigen Achterbahn befinden.

Das nicht und anders zu sehen, so wie Du, ist aus Sicht von Nichtbetroffensein nachvollziehbar, zeigt aber, dass Ihr keine gemeinsame Basis habt und bekommen werdet. Menschen wie er können sich in einer Hochphase alles vorstellen und auch ebenso realisieren, was in einer Tiefphase wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Dir kann man, ob Deiner Unwissenheit kein Vorwurf machen, vielleicht Deiner Blauäugigkeit wegen. Meine Ex meinte zu mir, dass ich ja nur wieder arbeiten gehen müsste, dann wäre alles wieder gut. Was für ein Hohn und Witz aus Unwissenheit in meiner Lage und Paradox an sich. Ich konnte damals von einem auf den anderen Tag nicht mehr auf die Arbeit gehen, aus heutiger Sicht das einzig Richtige, weil mir selbst die Kraft mich aktiv zu befreien gefehlt hat. Verloren habe ich noch vieles mehr, was ich heute gar nicht mehr "brauche".

Die Aufgabe Deines Freundes ist es erst einmal wieder gesund zu werden, belastetende und verursachende Umstände zu beseitigen und sich Neues zu erarbeiten, statt sich (in eine FB) einfach nur wegzuducken.

Du kannst, sofern Du möchtest, nur warten und unterstützend begleiten, aber nicht aktives Handeln, auch nicht für eine Beziehung, erwarten, mit dem Risiko, dass es danach aus anderen Gründen trotzdem nicht klappt, oder jetzt schon konsequent handeln, ja Dich zu trennen.

M51

PS: Gerade erlebe ich das bei einem Kollegen von "außen" mit. Eine heftige Erfahrung. Kaum zu glauben und doch so wa(h)r.
 
  • #24
@ QFrederic.. er stand ja kurz vor einem Burnout vor 2,5 Jahren und sagte mir, seit er mich hat, hat sich seine Lebensqualität so verbessert und er hat einiges in seinem Leben und im Job verbessert.
Ich befürchte nur, das er wieder dahin steuert, weil er das ganze Jahr schon so viel Stress hatte.
Er geht immer schön arbeiten u lässt sich nie krankschreiben.
Ich hätte schon Verständnis wenn er davon betroffen wäre.
 
  • #25
Meine Ex meinte zu mir, dass ich ja nur wieder arbeiten gehen müsste, dann wäre alles wieder gut.
Das ist das, was von außen immer kommt.

Das Problem - aus eigenem Erleben - man muss (leider müssen) irgendwoher noch die Kraft finden, sich zumindest Hilfe zu suchen.
Manchmal ist es einfacher, es treiben zu lassen.
Ich habe den Bedarf auch erst erkannt, als ich eines Tages meinen Rechner anmachte, und auf dem Bildschirm nichts mehr lesen konnte.
Es dauerte 2 Jahre, bis ich dann ganz langsam wieder in der Lage war, da zu arbeiten - in Schritten von 15min.

Nur, was ist der richtige Weg für jemand Außenstehenden den richtigen Anstoß zu geben?
Man kann als Außenstehender da sei, begleiten - aber man kann den anderen nicht motivieren. Motivation muss aus einem selbst kommen.

So wie beim Freund der FS die Einsicht kommen müsste, dass er den Warnschuss nicht ausreichend gehört hat und zu wenig verändert.

@QFrederick , Dein Leben hat sich in 180° verändert, meines auch. Einiges ist dabei zu Bruch gegangen, für mich heute in der Rückschau war es auch in Ordnung, es gibt andere, neue Qualitäten. Aber, um Manches ist es doch auch schade, manches ist unwiderruflich verloren.
Ich wäre gerne sanfter gelandet, ich glaube aber, ich hätte es anders nicht kapiert. Warnzeichen gab es genug. Ich habe mich nur dann immer noch mehr bemüht, angestrengt...

Und daher denke ich, dass es ähnlich ist, wie bei Süchten, Abhängigen und CoAbhängigen. Verhaltensänderung erfolgt nicht durch Decken, Ausgleichen und Mithelfen, die Fassade zu wahren. Die Fassade muss fallen.

Das, was ein*e Betroffene*r braucht, ist - dann, wenn es bei einem selbst klick gemacht hat, Rückhalt und Verständnis - und nicht blöde Sprüche, wie stell Dich doch nicht so an, oder mach einfach...

W, 51
 
  • #26
Je nach Schwere greift man(n) nach jedem Strohhalm, dem zu entfliehen, sei es um alles hinter sich zu lassen,
Genau so sehe ich das auch, und dass das aber wenndann ohne viel eigene Anstrengung passieren müsste, weil der Betroffene keine Kraft mehr hat für irgendwas. Ich denke aber auch, dass eine Partnerin das nicht bewerkstelligen kann, wenn sie ihre Interessen durchdrücken will in der Beziehung. Vorher war es entspannt und schön mit ihr, jetzt macht sie Druck, weil sie nunmal auch Bedürfnisse hat.

Meine Ex meinte zu mir, dass ich ja nur wieder arbeiten gehen müsste, dann wäre alles wieder gut. Was für ein Hohn und Witz aus Unwissenheit in meiner Lage und Paradox an sich.
Das ist dann die Sicht der anderen und sie verstehen nicht, was hinter dieser Blockade steckt. Und dann sieht es aus wie Faulheit oder Trägheit und erzeugt noch ein "selbst schuld". Die Vorwürfe machen es dann noch schlimmer.
Ich denke auch, dass die neue Beziehung EIGENTLICH ERSTMAL nur ein Energiegeber war und sein sollte, dass der Mann wieder Kraft schöpfen kann, um wieder ins Lot zu kommen und DANN rauszufinden, in welche Lebensrichtung er gehen will. Also nicht unbedingt zum Wohnort der FS, auch wenn er dachte, das würde schön werden. Oder es auch nur sagte, weil er merkte, dass er es sagen muss, damit sie bleibt.

Ich bin selbstständig und habe mir natürlich in meiner Region etwas aufgebaut- würde der Liebe wegen aber trotzdem versuchen mir was in seiner Gegend aufzubauen.
Wenn ich mal ehrlich sein soll - ich glaube das nicht. Es ist hier nur ein Forum und niemand kennt Dich hier. Du hast einen 10 Jahre jüngeren Partner, der in seinem Leben gerade echt Schwierigkeiten hat und viel Energie braucht. Wärst Du wirklich bereit, Dein Leben aufzugeben und hinzuziehen? Und wenn ja, warum tust Du es jetzt nicht. Ich will nicht sagen, dass ich das klug fänd. Ich denke nur, dass es nicht stimmt, dass Du umziehen wollen würdest, und könnte das total verstehen. Allerdings wäre dann die Umziehdiskussion mit Deinem Partner von Dir aus auch nicht ehrlich, sondern nur ein "ICH hätte es getan, aber DU kneifst nun", mit dem Du Druck ausüben kannst.
 
  • #27
Warnzeichen gab es genug. Ich habe mich nur dann immer noch mehr bemüht, angestrengt...
Ich denke, dass das Umziehen und Sich-bewegen-Sollen in der jetzigen Situation auch für den Partner der FS so eine Anstrengung wäre. Ich glaube nicht, dass die Bewerbungen aus Trägheit oder sowas nur 2 Bewerbungen waren, ich denke, er würde den Umzug nicht schaffen oder will gar nicht mehr umziehen, weil ja dann auch das Flucht-Konzept nicht mehr umsetzbar wäre, FALLS es eins gibt. Damit meine ich, dass er zu der FS aus seinem Alltag floh auf diese "Insel", und dann im Alltag mit neuer Kraft wieder funktionieren konnte, und das so lange so machen wollte, bis er genügend Kraft für eine Veränderung geschöpft hat (die aber nicht automatisch "Umzug" heißen muss.)

Wenn das stimmt, könnte ich mir vorstellen, dass das Versprechen umzuziehen nur daher kam, weil er bei ihr immer kurz raus war aus seiner damaligen Situation. Deswegen gefiel ihm ihr Umfeld so super - nichts, was ihn an seine Lebenssituation und das Zuhause erinnerte, an dem er nichts Gutes mehr fand.

Wenn man sein Leben ändern will, muss man ja erstmal die Richtung rausfinden, wohin. Ich würde sagen, das sieht man nicht, wenn man in einem Burnout steckt. Eine neue Partnerin ist dann vielleicht nur sowas wie ein Energiegeber auf dem Weg zu neuer Kraft und neuem Lebensmut, aber sie soll nicht die Richtung bestimmen, in die der Mann dann gehen muss.
Ist unfair, aber fällt ihm ja jetzt auch auf die Füße, dass man so nicht aus ner Krise kommt, indem man so viel Energie aus einer Beziehung zieht, in der der andere nunmal auch Bedürfnisse hat.

Verhaltensänderung erfolgt nicht durch Decken, Ausgleichen und Mithelfen, die Fassade zu wahren. Die Fassade muss fallen.
Das sehe ich auch so, aber hier ist ja das Drängen zum Umzug der Hintergrund. Vielleicht gehört das Umziehen überhaupt nicht zum Fassadefallenlassen, sondern wäre was zum Fassadenerhalt. Er würde ja dann was tun, von dem er nicht überzeugt ist, was aber von ihm verlangt wird.

DIe FS ist 10 Jahre älter, ich glaube, sie gab ihm einfach eine Weile Halt und Inspiration, sein Leben zu ändern. Aber er war noch nicht so weit zu wissen, wohin, und nun wird auch die Beziehung stressig und druckreich.

Außerdem denke ich, wie im vorigen Beitrag schon geschrieben, dass das Umziehgespräch nicht offen und ehrlich ablief. Ich fänd es verständlich, wenn sie Angst gehabt hätte, ihr Leben aufgeben zu sollen für die Beziehung, aber auch auf der anderen Seite, dass die Beziehung zu nichts führt, weil man nie zusammenwohnen wird. Von daher klammert sie sich nun an sein Versprechen, obwohl das schon nicht unter der Voraussetzung stattfand, dass beide "klar" denken konnten (er jedenfalls nicht mit seinem Burnout) und beide wirklich bereit gewesen wären umzuziehen. Will ich nicht behaupten, aber kann ich mir gut vorstellen.
 
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  • #28
Ihr habt recht.
Ich habe ihm geglaubt- habe aber schon gespürt das da was in Schieflage ist.
Auf das Angebot , in seine Gegend zu ziehen ist er gar nicht eingegangen.
Rückblickend habe ich es zu lange " mitgemacht".
Es ist manchmal schwer,der Wahrheit ins Auge zu blicken, ich habe ihn sehr geliebt- bzw liebe ihn immer noch.
Wir haben auch schon darüber gesprochen , das er sich vor diesem Schritt eine Auszeit nimmt, um einfach mal etwas Klarheit in sein Leben zu bringen, bezüglich uns und vor allem wie es beruflich weitergeht.
Ich hätte ihn da in jeder Hinsicht unterstützt.
Aber auch das macht er ja nicht und schiebt das auf.
Letztendlich ist es so schade, er ist ein so liebevoller Mann.
Ihr habt wohl recht das ich so eine Art Insel war.
Macht es für mich irgendwie auch nicht besser.. es tut weh und das Selbstvertrauen leidet.
 
  • #29
Macht es für mich irgendwie auch nicht besser.. es tut weh und das Selbstvertrauen leidet.
Sagt sich jetzt leicht, aber es ist einfach eine Erfahrung. Menschen in Notsituationen sind nicht handlungsbereit und -fähig, sondern brauchen meist nur Auszeiten. Ich könnte jetzt nicht mal schreiben, dass er, wenn er sich wieder hergestellt hat, zu Dir kommen würde. Also dass es was brächte, ihm noch Zeit zu geben.

Es tut mir leid, wenn das jetzt wirklich so kommt, wie erahnt, dass er in seinem Leben feststeckt und ihr keine Beziehung haben werdet. Aber vielleicht kannst Du es auch mal von der Seite betrachten: Hast Du Dich gebraucht gefühlt, haltgebend gefühlt und hat das was Positives in Dir ausgelöst? Du bist beruflich selbständig, also hast was auf die Beine gestellt. Vielleicht hast Du diese Eigenschaft, sowas zu können, übertragen auf das Beziehungsleben und damit einen "schwachen" Partner angezogen und auch gewollt. Eine Partnerschaft sollte für mich immer so sein, dass von beiden gleichermaßen viel Energie gegeben wird. Zumindest sollte es am Anfang so sein und zu sehr Schlagseite sollte es auch irgendwann später in der Beziehung nicht geben.

Kämst Du mit einem Mann klar, der genauso - ich nenne es mal: - stark ist wie Du und Dich nicht BRAUCHT? Kannst Du Dich auch mal "schwach" zeigen?
 
  • #30
In den letzten Beziehungen habe ich rückblickend meist " schwache" Männer angezogen.
Leider ist das ja nicht immer so offensichtlich.
Und ja, ich wünsche mir auch einen Partner , an den ich mich anlehnen kann.
Wie bekomme ich das nur hin, das ich nicht mehr in alte Muster verfalle?