• #1

Trennung nach 19 Jahren und wie nun damit umgehen?

Hallo zusammen,

ich bin ganz frisch hier und würde gerne hören wie Ihr mit so einer Situation umgegangen seit.
Zuerst einmal kurz unserer Geschichte..
Meine Frau und ich kenne uns seit 19 Jahren und haben nach 7 Jahren geheiratet. Die Ehe besteht also seit 11 Jahren. Kinder sind keine vorhanden.
Vor einger Zeit hat mir meine Frau eröffnet, dass Sie sich nicht mehr wohl in der Ehe fühlt und Sie einfach nur raus möchte.
Erste Anzeichen waren, das Sie abends immer später nach Hause kam oder auch unter einem Vorwand die gemeinsame Wohnung länger verlassen hat...
Die Trennung wird nun unausweichlich und ich bin mit der Situation total überfordert.. Ich weiß nicht wie damit umzugehen... künftig wieder alleine in der Wohnung zu sein, niemanden um sich zu haben
Das ist für mich im Moment echt hart.
Mein Freundeskreis hat sich durch die Beziehung irgendwie auch aufgelöst, da wir meistens nur zu zweit was gemacht haben.
Ich hab die Befürchtung das mir bald die Decke auf den Kopf fällt und meine Gedanken nur um die Trennung, die Gründe etc kreisen.

Vielen lieben Dank für Eure Antworten!

LG
 
  • #2
Dass du getroffen bist und leidest, ist bis zu einem gewissen Grad verständlich und erwartbar. Ich bin aber grundsätzlich der Meinung, dass man sein persönliches Glück nicht von anderen abhängig machen darf, sondern dieses persönliche Glück in sich selber finden muss. Ob du zufrieden bist mit deinem Leben oder nicht, hast du alleine in der Hand - und kein anderer Mensch. Du musst für dich sorgen, nicht jemand anders. Es ist schön jemanden zu haben, aber wenn man mal alleine ist, muss es auch in Ordnung sein, weil man in sich selber ruht. Du wirst wieder jemanden kennenlernen, das ist doch sonnenklar. Du weißt selber am besten, wie und wo, welche Art der Partnersuche dir am meisten entspricht.

Du darfst und sollst trauern um die Beziehung, aber es darf nicht dein Leben bestimmen. Dein Leben hast allein du in der Hand.
 
  • #3
Dieses Ende - sollte es denn so kommen - ist für Dich auch immer die Chance dein Leben neu zu gestalten.
Die nächsten Monate und Jahre werden hart werden für mich zumal du der Verlassene sein wirst. Es wird eine Phase der Schockstarre und Traurigkeit folgen. Dann musst du dich an deinen Haaren wieder aus dem Sumpf ziehen. So ist der Deal.

Mein Freundeskreis hat sich durch die Beziehung irgendwie auch aufgelöst, da wir meistens nur zu zweit was gemacht haben.
Ich hab die Befürchtung das mir bald die Decke auf den Kopf fällt und meine Gedanken nur um die Trennung, die Gründe etc kreisen.
LG
Ihr habt zu viel aufeinandergehockt und die ganze Dynamik aus der Beziehung gelassen. Jetzt zahlst du den Preis dafür.

@Eliza100 #1 - Super Kommentar!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #4
Nach 19 Jahren plötzlich aus der vertrauten Zweisamkeit gerissen zu werden, ist sicher hart. Aber nicht das Ende.

Mach' nicht den Fehler, dich gleich um eine neue Partnerin zu kümmern, die dir (scheinbar) dein Alleinsein nimmt. Lerne dich erst einmal selbst kennen, lerne, auch mal alleine zu sein. Suche dir Beschäftigung (Sport; Wandergruppe; Lesekreis; Schachkurs oder was auch immer ...) melde dich zu einem Seminar an der Uni an - auf einem Gebiet, das dich interessiert. Denn zwischen (jüngeren) Studenten zu sitzen wird dir in jedem Fall guttun, die jammern nicht herum und sind aktiv. Als Gasthörer bist du willkommen und es gibt auch Wochenendseminare.

Sobald du etwas gefestigt bist, kannst du daran denken, eine Studienreise zu buchen. Studienreise (und nicht reine Vergnügungsreise), weil du dabei auf Dinge gestossen wirst, die dir neu sein mögen. Und Studienreisende sind häufig solo unterwegs. Das merke ich hier nicht deshalb an, weil du in einer solchen Gruppe unbedingt auf eine interessante neue Partnerin stoßen könntest (aber auch das kann passieren!), sondern weil du dich nicht alleine fühlen wirst. Es sind nicht nur »Pärchen« um dich herum.

Es gibt so viele Möglichkeiten die dich daran hindern, in ein Loch zu fallen. Deine Frau hat einfach vor dir gemerkt, dass ihr euch - in ständiger Zweisamkeit - nur noch um euch selbst dreht. Und sie hat gehandelt.

Diese Möglichkeit hast auch du!
 
  • #5
Lieber Herr CC,

entschuldige bitte, aber was TUST Du denn bitte um Deine Beziehung - vielleicht, vielleicht - zu retten? Du sitzt herum als würde ein Tsunami über Dich herein brechen und lamentierst über zukünftig vielleicht zu erwartende einsame Stunden - wie wäre es, wenn Du Deinen Bobbes hoch bekommen würdest und einmal mit Deiner Frau reden würdest? Wirklich reden?

Du solltest sie um einen Termin bitten und ihr dann wirklich zuhören, keine Vorwürfe, kein Geschimpfe, nur versuchen in einen Dialog zu kommen. Eventuell ist sie ja auch mit einer Moderation einverstanden, Paartherapie, Trennungsbegleitung, was denn auch immer.

Wenn euch noch irgend etwas verbindet, wird sie hoffentlich wenigstens so fair sein und ehrlich sagen, was sie so fundamental stört - und Du kannst dann reagieren. NICHT mit Jammern und Klagen, sondern mit konstruktiven Vorschlägen und Maßnahmen. Du sollst ihr nicht auf dem Bauch hinterher kriechen, sondern ausloten, ob ihr noch eine Chance als Paar habt. Sollte dies nicht der Fall sein, könnt ihr euch ganz ruhig und auf Augenhöhe trennen, dann geht es eben nicht mehr.

Aber doch nicht nach so vielen Jahren sprachlos und passiv! Tu etwas!
 
  • #6
Eine gewisse Zeit in Trauer und Wut sollte zunächst jedem zustehen.
19 Jahre sind auch eine lange Zeit.
Es herrscht ein Gefühl, das man dem anderen unbedingt mitteilen möchte aber nicht formulieren kann.

Mir hat meine damals elfjährige Tochter geholfen. Sie war genug Ansporn mich nicht ganz hängen zu lassen. Aber gut, dass Du keine Kinder hast, die mit Dir leiden müssen.

Ich kann Dir auf jeden Fall zu allgemeiner Veränderung raten. Wenn Du Eigentum hast, bestell die Sperrmüllabfuhr und richte Dich neu ein. Wenn Du umziehen kannst, ziehe um.
Hast Du gar keinen Freund? Rede viel, vll auch mit Geschwistern oder allgemein der Familie.
Versuche Dich nicht ausschließlich abzulenken. Eine gewisse Verarbeitung muss auch drin sein, aber halt dosiert!!

So schnell fällt auch keine Decke runter..
Du wirst Dir Dinge aneignen müssen, die zuvor Deine Frau erledigt hat.
Nutze die Zeit auch für Dich. Besinn Dich mal. Auf Dein bisheriges und das künftige Leben. Das schmerzt wahrscheinlich auch, aber am Ende wird sich ein neues Ziel daraus ergeben.
Schreib Deine Gedanken und Gefühle auf.
Es werden täglich andere sein.

Wenn Du bereit bist, dann gehe raus.
In die Natur oder gehe Deinen Hobbys nach. Mach was. Sport, Ehrenamt, Fortbildung etc.

Gönn Dir selbst etwas und hüte Dich vor Verbitterung!

Alles Gute
W, 46
 
  • #7
Ich (44 J, w) war auch 19 Jahre verheiratet. Ich habe auch die Trennung initiiert. Anders als bei Dir.Sollte aber aufgrund seines Verhaltens keine allzu große Überraschung gewesen sein. Meine Toleranzgrenze war sehr hoch leider. Hätte diesen Schritt schon vorher gehen sollen. Für mich fing ein neues tolles Leben an. Bin voller Freude gewesen.tolle Freunde gefunden, viele Hobbys: tanzen, Sprachkurs, Tauchschein, Ibiza Strandurlaub,Nepal Trekking, Salsakurs, Sport, trinken, Bars, mini Eigentumswohnung, Gesichtsbehandlung, Friseurbesuche,tolle Nachbarn,kein Fernsehen!!!!GENIAL ...
Und mein ExMann geht in seiner Jagd zu 100% auf. Hab mich in Frieden getrennt und keinen aktiven Kontakt gesucht , nur um restliche finanzielle Sachen zu klären. Er meldet sich ab und an, hat dann wohl Sehnsucht. Die ist bei mir weg! Faire und offene Kommunikation. Hab jegliche schreiben gezeigt im Zusammenhang mit Hausverkauf und Scheidung.
Eine Tür schließt sich und neue öffnet sich. Ein Leben ohne Verpflichtung. Davon hab ich genug. Jetzt ist meine Zeit
 
  • #8
Liebe saepe_inscia,

du kannst mir glauben das ich es versuche bzw. versucht habe. Ich habe Gespräche angeboten, ich habe Eheberatung oder Partnertherapie in den Raum geworfen, aber dazu gehören eben immer auch zwei und wenn die Partnerin für diese Vorschläge nicht offen ist bzw. nicht darauf eingeht, dann wäre es ein ziemlich einseitiges kämpfen und wahrscheinlich nicht des Kämpfen wert.
Sie hat Ihre Entscheidung getroffen und das heißt es nun sicher zu respektieren. Wir möchten uns im guten trennen und aus auch später wenn man sich sieht noch in die Augen sehen können.
 
  • #9
Liebe saepe_inscia,

du kannst mir glauben das ich es versuche bzw. versucht habe. Ich habe Gespräche angeboten, ich habe Eheberatung oder Partnertherapie in den Raum geworfen, aber dazu gehören eben immer auch zwei und wenn die Partnerin für diese Vorschläge nicht offen ist bzw. nicht darauf eingeht, dann wäre es ein ziemlich einseitiges kämpfen und wahrscheinlich nicht des Kämpfen wert.
Sie hat Ihre Entscheidung getroffen und das heißt es nun sicher zu respektieren. Wir möchten uns im guten trennen und aus auch später wenn man sich sieht noch in die Augen sehen können.
Das hört sich doch alles etwas besser an.
Da hast Du erstmal ein Ziel, dass Du schaffen möchtest.
Das ist schon eine ganze Menge, wenn ihr es so hinbekommt.

Und dann immer weiter Schritt für Schritt ein eigenes, unabhängigeres Leben aufbauen. Das geht, das geht wirklich.
Und suche nicht gleich wieder eine Ersatzfrau!!!
 
  • #10
Lieber Fs,
Du kannst garnichts machen. Es hilft nur die radikale Akzeptanz, dass es ist, wie es ist und das danach was Neues kommt. Gut ist auch, die Sache ohne Flurschaeden zu beenden - nicht nur, damit ihr euch noch begegnen könnt, sondern um selber auch Jahre später noch in den Spiegel gucken zu können.

So schnell fallen Decken nicht runter - in Deutschland schonmal garnicht. Das verhindert die allseits präsente Bauprüf - also total überflüssige Sorgen.

Setz Dich hin und sieh es als Chance. Was hat Dich gestört, woran hat die Ehe Dich gehindert? Das alles kannst Du jetzt in Deinem Sinne ändern.
Flansch Dich nicht an die nächste Frau und mach den gleichen Fehler der sozialen Isolierung sondern runter vom Sofa, ab unter das Volk, testen was Dir Spass macht und genau das tun, möglichst etwas mit anderen Menschen.
 
  • #11
Dann soll sie gehen. Du kannst ruhig sauer auf sie sein. Wirf sie raus aus deinem Leben. Ist für dich fürs erste sicher besser als jetzt auf gute Freundschaft zu machen. Das heißt nicht, dass du die Trennung jetzt unschön gestalten sollst, sondern entschieden. Auch mit Kontaktsperre. Gibt ja keinen Grund den Kontakt weiterlaufen zu lassen. Später kannst du ihr noch immer freundschaftlich begegnen, wenn es denn so sein soll.

Du hast keine Kinder und keine Verpflichtungen. Wenn du dann geschieden bist, bist du doch potentiell begehrt bei den Frauen deines Alters. Auch andere Frauen haben schöne Brüste .. oder so..
 
  • #12
Hi @CC_75,
kann dich da voll und ganz verstehen, denn wie du in deinem weiteren Beitrag ausformuliert hattest, hast du schon sehr viele Angebote gemacht. Zu einer Beziehung/Ehe gehören immer zwei Menschen, wenn die eine Person nicht mehr mitzieht oder mitziehen will, dann ist dem so, wobei ich es schon komisch finde, dass ihr das nach 20 gemeinsamen Jahren fast schon egal zu sein scheint. Demnach weißt du aber woran du bist, googel nur mal nach "Trennung nach 20 Jahren"... fand ich sehr spannend zu lesen. LG Robin
 
  • #13
Ich denke nicht, dass es ihr egal ist bzw. war.
War selbst 18 Jahre verheiratet und 21 Jahre liiert.
Wenn dann jemand sagt, dass er geht hat man manchmal keine Chance mehr. Derjenige hat lange mit der Entscheidung zugebracht und damit abgeschlossen.

Schade nur, dass schon ganz zu Beginn keiner etwas konkret anspricht, wenn vll noch was zu retten ist. Das scheint aber inzwischen überall Normalität sein.

Was mich am meisten nervt:
Es will auch niemand mehr etwas aushalten. Schon gar nicht gemeinsam.
Höhen und eben auch die Tiefen von Leben und Beziehung ... Vermutlich eine Frage des Charakters.

FS,
Kopf hoch, es geht in jedem Fall weiter! Besinn Dich, wie ich schon geschrieben habe.
Empfohlene "Lektüre" meinerseits :
Et kölsche Jrundjesetz.
 
  • #14
Hallo

vielen Dank für Eure Antworten

Wie "der-runde-ball" geschrieben hat ist das in Ihr schon länger herangereift und eben nun durch irgendeinen Trigger in die Tat umgesetzt worden.
Schade ist natürlich das wir nicht die Chance hatten darüber zu reden bzw im Vorfeld zu reden was nicht stimmt.
Vllt wäre was zu retten gewesen.
Aber gut wie sagt man auch " hätte, hätte, Fahrradkette".. man weis es auch nicht genau.
Wie Sie mir jetzt eröffnet hat, schreibt Sie wohl seit einigen Wochen mit jemand anderem, zu einem Treffen soll es aber nicht gekommen sein.
Gut kann man glauben oder auch nicht .
Ich weiß ja nicht was passiert ist wenn ich immer wieder mal geschäftlich unterwegs war.

Für mich ist jetzt wichtig positiv nach vorne zu schauen und die Trennung geregelt und ohne Stress, Vorwürfe über die Bühne zu bekommen.
Es soll kein Rosenkrieg werden und darin sind wir uns beide einig.
 
  • #15
Schade nur, dass schon ganz zu Beginn keiner etwas konkret anspricht, wenn vll noch was zu retten ist. Das scheint aber inzwischen überall Normalität sein.
Ich glaube schon dass dies auch oft passiert, aber eben noch ohne Konsequenzen.

Ich erlebe oft, dass man Dinge eher leichtfertig ablehnt, weil sie einem gerade nicht so passen und im Ende jammert man diesen verpassten Chancen nach.
 
  • #16
Empfohlene "Lektüre" meinerseits :
Et kölsche Jrundjesetz.
Kölle Alaaf :)

Schade nur, dass schon ganz zu Beginn keiner etwas konkret anspricht, wenn vll noch was zu retten ist. Das scheint aber inzwischen überall Normalität sein.
Nun ja, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn man sich entschließt den Partner zu verlassen, ist es auch nicht einfach die Worte zu finden, die der andere verstehen möchte.
Man hat selbst schon lange Zeit darüber ausgiebig nachgedacht.
Pro und Contra entgegen gestellt und dann schlussendlich entschieden.
Heute mit vielen Jahren Abstand kann ich sagen, dass diese Vorgehensweise schon fast normal ist, wie ich auch bei vielen Trennungen von Bekannten erfahren durfte, aber für den Verlassenden oft einfach nicht wirklich fair ist.
Wenn man ehrlich ist, bekommt der Verlassene Partner nicht wirklich eine faire Chance zu Beginn an. Man macht vieles mit sich selbst aus, auch aus Angst vor der Konfrontation vielleicht, aber der andere bleibt dabei einfach auf der Strecke.
Soll nicht heißen, dass es die Chance dann mit Sicherheit gegeben hätte, es um zu reißen, aber es wäre der eigentlich richtige Weg, den ich aber auch nicht gegangen bin. Letztendlich war ich auch nur zu feige mich der Sache vorher zu stellen und habe es fast drei Jahre mit mir selbst ausgemacht und dann entschieden. Alleine.
Im Nachhinein war meine Entscheidung richtig wie sich herausgestellt hatte, aber dass konnte ich ja vorher nicht zwingen wissen.
Hier in dem Fall ist die Frau ja schon auf dem Weg zu anderen Ufern, also schreibt schon mit einem anderen.
Und da wäre der Zug eh für mich spätestens abgefahren.

m48
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: