• #1

Trennung kurz vor der Hochzeit?

Hallo!

Ich wollte mal generell in die Runde fragen, ob es ein weit verbreitetes Phänomen ist, dass ein Partner kurz vor der Hochzeit kalte Füße bekommt und einen Rückzieher macht. Ist jemandem von euch vielleicht etwas in der Art widerfahren? Findet ihr es gut, wenn jemand kurz vor der Hochzeit auf sein schlechtes Bauchgefühl vertraut und sich dann doch dazu entschliesst den Bund der Ehe nicht einzugehen, oder sollte man das trotzdem unbedingt durchziehen?

MFG,
Chris
 
  • #2
Hallo,
kalte Füße sind normal, deshalb braucht man die Hochzeit aber nicht gleich abzusagen. :) Auf meinem Hochzeitsvideo von 1999 ist klar zu sehen, wie ich während der Trauung immer wieder zur Tür schiele und die Schritte zähle, die ich brauchte, um rauszustürmen. Bin aber geblieben und habe es nie bereut.
LG
 
  • #3
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Wer kurz vor der Hochzeit einen Rückzieher macht, macht das nicht einfach so, sondern folgt einem tieferen, inneren Gefühl, das man evtl zu dem Zeitpunkt noch nicht erklären kann. Man kann es auch Intuition nennen. So eine Person war sowieso nie die richtige. Denn, man kann so einer Person, wie man selbst glaub, zwar "Vernunft" einreden, aber auf lange Sicht wird so eine Partnerschaft nur Probleme machen. Evtl bleiben solche Leute dann ein leben Lang zusammen, aber glücklich werden sie, vor allem die eine mit den Zweifeln, sein. Ein Partner sollte eienn ergänzen und nicht der Fokus im Leben sein. Wer vor der Hochzeit flüchtet, hat berechtigte Zweifel. Würde ich nicht ignorieren.
 
  • #4
Ich wollte mal generell in die Runde fragen, ob es ein weit verbreitetes Phänomen ist, dass ein Partner kurz vor der Hochzeit kalte Füße bekommt und einen Rückzieher macht. Ist jemandem von euch vielleicht etwas in der Art widerfahren? Findet ihr es gut, wenn jemand kurz vor der Hochzeit auf sein schlechtes Bauchgefühl vertraut und sich dann doch dazu entschliesst den Bund der Ehe nicht einzugehen, oder sollte man das trotzdem unbedingt durchziehen?
Also dass es ein weit verbreitetes Phänomen ist glaube ich nicht, es sind Einzelfälle, ich kenne in meinem Bekanntenkreis nur zwei Fälle, die kurz zuvor geplatzt sind.
Würde mein Bauchgefühl zu mir sagen, mach es nicht, dann mache ich das auch nicht, aber mein Bauch weiß das vorher schon, nicht erst kurz vor dem Hochzeitstermin!☺
 
  • #5
Kalte Füße sind sicher nicht so etwas Seltenes.
Irgendwie wird es manchen dann erst so richtig bewußt, dass sie dann "aus dem Spiel" bzw. vom Markt sind.
Ich kann dir aber sagen, dass im Laufe der Jahre eher die Frauen an kalten Füßen leiden..
 
  • #6
Naja, also man sollte nichts durchziehen, wovor man Bedenken hat. Das nennt man VERANTWORTUNG für sich selbst zu tragen - sonst ist hinterher das Gejammere wieder groß. Meistens heulen ja die Männer nach der Scheindung, als könnten sie nicht selbstbestimmt entscheiden. Ich habe für sowas hinterher gar kein Verständnis mehr.

Ich habe so etwas auch noch nie gehört - außer der Partner hat vorher nochmal kurz betrogen oder man hat Bedenken bei der Treue des Partners oder einem wird bewusst, dass die Ehe doch nicht so romantisch ist, wie man sie sich vorstellt.

Ich meine, es scheint da irgendwas nicht zu stimmen und dann ist es nicht richtig zu heiraten. Die Ehe ist immerhin kein Spaß, sondern tägliche Arbeit. Jeder frisch Verheiratete kann dir sagen, dass er nicht damit gerechnet hat, dass die Ehe nur durch tägliche Zusammenarbeit zu halten war. Die Ehe tut sich nicht von selbst!
 
  • #7
Keine Ahnung, wie die Statistik ist. Aber ich würde sagen, man solle nicht heiraten, wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat. Die Frage ist, ob es wirklich das Bauchgefühl ist oder eben doch nur kalte Füße. Will man DIESEN Menschen nicht mehr heiraten, ist es ne Panikattacke oder will man einfach generell nicht heiraten, hat das aber nicht gesagt, das ist für mich die Frage.

Bei "diesen Menschen nicht", würde ich nicht heiraten, da das Bauchgefühl warnt.
Bei "plötzlich nicht mehr heiraten wollen" würde ich denken, dass es Angst vor dem großen Schritt ist, ähnlich wie vor ner Prüfung, nur schlimmer. Wenn man mit dem richtigen Menschen zusammen ist und wochenlang die Hochzeitsvorbereitungen ohne Zweifel genossen hat, würde ich der Panikattacke keine große Bedeutung beimessen. Es ist kein Bauchgefühl.

Wenn man vorher zur Heirat "ja" sagte, die man aber eigentlich niemals wollte, weil einen das Konzept nicht überzeugt, kann es natürlich sein, dass man bis zum letzten Poeng wartet, um mit der Wahrheit rauszuplatzen. Ich glaube, das ist der döfste der Fälle, weil man ja mit dem anderen weiter zusammenbleiben will, nur nicht heiraten, aber ihn schwer enttäuscht mit der abgesagten Hochzeit. Im Falle von "diesen Menschen nicht heiraten" würde man ja dann Schluss machen und die Sache wäre sowieso den Bach runter.
 
  • #8
Ich finde, wenn du jetzt schon dauernd denkst, er sei vielleicht doch nicht der Mann deines Lebens oder auch, dass du dich generell nicht für immer festlegen willst ( ich gehe davon aus, du sprichst von dir ), solltest du ihm das so schnell wie möglich sagen.
Nicht bis drei Wochen vor der Hochzeit warten ( oje, was das kostet ! ) und erst recht nicht vorm Altar 'nein' sagen ( das darfst du niemandem antun ).

Ich finde, es gibt Dinge im Leben, die sollte man nur tun, wenn man wirklich, 100% und ohne Zweifel will und es ansonsten lieber lassen.
Heiraten, Kinder kriegen, was Süßes kaufen. Wenn ich einkaufe, denke ich immer 'och, jetzt guck ich mal, worauf ich Lust habe'. Will nur eine Packung kaufen, muss mich entscheiden. Wenn ich mich nicht entscheiden kann, nehme ich gar nichts, weil mir das zeigt, dass ich auf gar nichts wirklich wild bin.
Man muss nichts Süßes kaufen und man muss nicht heiraten.

Kann übrigens sein, dass dein Freund dich nach deiner Absage verläßt, aber auch das darf kein Grund sein, es durchzuziehen.

w 51
 
  • #9
Ja, das kenne ich bzw. habe es bei einer Freundin erlebt, die kurz vor der Hochzeit erhebliche Bedenken bekam. Es tut mir heute noch leid, dass ich versucht habe, sie ihr auszureden. Denn genau an diesen Bedenken ist damals auch ihre Beziehung zerbrochen. Nun ist sie schon lange geschieden und hat auch nie wieder geheiratet. Aber damals, 1991, da waren wir beide jung, dumm und unerfahren.

Inzwischen messe ich dem Bauchgefühl viel mehr Bedeutung bei. Ich trainiere inzwischen meine Wahrnehmung und auch mein Bauchgefühl und es wird mir ein immer besserer Ratgeber. Viel Glück.
 
  • #10
Warum kalte Füße?
Wir leben doch heute, stellt sie sich kurz nach der Hochzeit als Furie raus oder er als Tyrann, löst man den Vertrag wieder auf.

Schlechtes Bauchgefühl? Das ist schon ein starkes Stück, dass einem das vorher nicht aufgefallen ist.

Natürlich gibt es Gründe warum eine geplante Hochzeit nicht stattfinden kann, die sind so vielfältig wie die Menschen selbst aber keine kalten Füße. Früher war das bestimmt anders, aber heute lebt man vorher zusammen, mit dem Sex weiß man auch es passt und wenn einer unbedingt heiraten will, dann macht man es eben. Soviel Unbekanntes gibt es ja nicht mehr.
 
  • #11
Ich wurde mal ein halbes Jahr vor der Hochzeit verlassen. Das war vor 10 Jahren. Ich hatte damals noch die Einstellung, dass man als Paar immer zusammen bleiben soll, auch wenn die Beziehung schlecht läuft etc.
Meine Beziehung lief schlecht, als mich mein Ex verlassen hatte. Ich wollte mir das aber erstens nicht eingestehen und zweitens hätte ich ihn selbst dann nicht verlassen, sondern geheiratet und versucht an der Beziehung zu arbeiten.
Schon kurze Zeit nach der Trennung hatte sich meine Meinung zu Beziehungen und Ehen geändert (nun immer noch so nach 10 Jahren). Mir ist nun auch die Qualität der Beziehung wichtig und heiraten möchte ich nicht, weil ich keinen Grund sehe. Verdiene etwas mehr als mein Partner, wir haben ein gemeinsames Kind: das gemeinsame Sorgerecht hatten wir nach einem kurzen Termin in der Tasche. Vielleicht wenn wir zusammen alt werden sollten wegen der Witwenrente?!
Ansonsten fällt mir kein Grund ein.
Mein Ziel ist es sehr alt zu werden und das in (einer) tollen Partnerschaft(en). Da ich aber erst 32 bin und ich definitiv nicht sagen kann, wie die Beziehung zu meinem Partner in 5 Jahren oder später (oder früher?!) ist, würde ich nicht heiraten wollen.
An der Feier liegt mir nichts und eine potentielle Scheidung möchte ich auch nicht.
 
  • #12
Ich kenne 2 Paare, die sich trennten, obwohl schon die Einladungen zur Hochzeit verschickt waren.

Bei dem einen Paar hat die schwangere Braut dem Bräutigam gestanden, dass das Kind nicht von ihm ist.

Das andere Paar hat an einem Ehevorbereitungskurs der katholischen Kirche teilgenommen. Im Laufe dieses Seminars gleichen die Paare auch Lebensvorstellungen, Werte usw. ab.
Dieses Brautpaar hat während des Seminars festgestellt, dass es komplett unterschiedliche Vorstellungen hat. Es trennte sich daraufhin.
 
  • #13
weil man ja mit dem anderen weiter zusammenbleiben will, nur nicht heiraten, aber ihn schwer enttäuscht mit der abgesagten Hochzeit. Im Falle von "diesen Menschen nicht heiraten" würde man ja dann Schluss machen und die
Was hat das mit der viel gesprochenen Liebe zu tun?? Ich glaube eh, dass viele Menschen unter dem Begriff Liebe, ausschließlich ihre eigenen Ego Vorteile darin sehen und befriedigt haben möchten, das mit Liebe nichts zu tun hat!
 
  • #14
Ich habe es vor vielen Jahren gemacht und nie bereut.
War allerdings eh nur standesamtlich geplant, daher weniger schlimm.
Ich hatte eine schlaflose Nacht in der ich durch die ganze Beziehung bin und ich musste morgens fest stellen das ich nie so furchtbar unter etwas oder jemanden gelitten hatte.
Wir hatten sehr gute Zeiten aber auch viel Elend.
Habe es abgesagt und nie bereut, im Gegenteil.
Meiner Oma hatte ich es als erste gesagt und sie sagte nur 'Gott sei dank', da wusste ich das es die richtige Entscheidung war.
 
  • #15
Was hat das mit der viel gesprochenen Liebe zu tun?? Ich glaube eh, dass viele Menschen unter dem Begriff Liebe, ausschließlich ihre eigenen Ego Vorteile darin sehen und befriedigt haben möchten, das mit Liebe nichts zu tun hat!
Ich versteh Deinen Post nicht so wirklich. Meinst Du, was heiraten mit Liebe zu tun hat?
Mit Liebe hat es dann zu tun, wenn man denkt, dass es dazugehört. Also sich bekennen, sich was versprechen. Wenn zwei Menschen so denken, dann sehen es ja BEIDE so. Und wenn dann einer trotz Hochzeitvorbereitungen auf einmal sagt "heiraten ja, aber eigentlich nicht den", dann hat er festgestellt, dass er nicht mit dem richtigen Partner zusammen ist. Deswegen kommt die Trennung nach der Hochzeitsabsage.
Anders als bei den Leuten, die nie heiraten wollten und sich haben überreden lassen. Wenn die dann die Hochzeit platzen lassen und sagen "Liebe ja, aber nicht heiraten", ist natürlich ihr Partner auch sehr enttäuscht und zweifelt. Aber der, der nicht heiraten will, will ja die Beziehung weiter erhalten (ganz anders als im vorherigen Fall, wo nicht mehr geheiratet werden soll, weil man entdeckte, dass der Partner der falsche ist), er weiß nur nicht, wie er klarmachen soll, dass er es so sieht, dass Heirat nicht zur Liebe dazugehören muss.

Das unter dem Deckmäntelchen "Liebe" eigentlich nur schnöde Bedürfnisbefriedigung gesehen wird, ist noch ein anderes Thema. Darüber haben wir auch schon oft diskutiert, wann Liebe empfunden wird. Ich bin der Meinung, dass man es gleich weiß, weil man es fühlt, was aber noch nicht aussagt, dass man zusammen eine Beziehung haben kann, andere sind der Meinung, dass Liebe entsteht, wenn der Partner viel tut, sich sehr bemüht usw..
 
  • #16
Hallo Forum.

Ich (m, damals 36) habe wenige Wochen vor einer geplanten Hochzeit sehr sehr kalte Füße bekommen, jedoch nicht akut. Ich hatte immer wieder wegen häufiger und sehr (sehr sehr!) zermürbender Streits große Sorgen, gerade im Hinblick auf zu erwartenden Nachwuchs. Weit und breit bin ich der einzige, den ich kenne, der in einer ähnlichen Situation war.

Es war natürlich, besonders für meine damalige Partnerin, eine Katastrophe und ich habe mich sehr geschämt.

Wir hatten es noch recht kurzfristig mit einer Paarberatung probiert, die Hochzeit wurde jedoch am Tag des zweiten Therapietermins (vor der Therapiesitzung) abgesagt. (Ich bin im Übrigen der Meinung, dass keine Partnerschaft mit Zukunft eine Therapie nötig hat.)

Jedoch: Ich bereue die kalten Füße nicht. Auch wenn wir keinerlei Kontakt mehr haben, bin ich sicher, dass es so besser für uns beide war. Es war eine sechsjährige Partnerschaft. Ich habe zu lange "festgehalten", was sie mir auch berechtigt vorgeworfen hat. (Klar sitze ich manchmal noch da und denke mir "Schade, es hätte auch anders laufen können." ... es gab sehr schöne Momente und viel gut Passendes.)

Ich denke, dass ich einer Frau erst im "hohen Alter" (das ich hoffentlich glücklich und gesund erreiche :) ) wieder einen Antrag machen werde.
 
  • #17
Hallo Chris,

mir wäre nicht bekannt, dass es ein weit verbreitetes Phänomen ist, und ich kenne nur eine Person, die vor der Hochzeit "kalte Füße" bekommen hat, wie Du es nennst (meinen Bruder). Im Gegensatz zu @Fufiona finde ich es deshalb überhaupt nicht normal, und wenn mit "kalte Füße" nicht einfach nur "Lampenfieber" gemeint ist, sondern ein ungutes Bauchgefühl, das einen innerlich an dem gesamten Vorhaben und der Ehe zweifeln läßt, finde ich es durchaus sinnvoll, die Hochzeit zumindest vorerst, abzusagen. Es macht imho immer Sinn, auf sein Bauchgefühl zu hören...

Ich kann mich nicht erinnern, jemals auf einer Hochzeit gewesen zu sein, auf der ein Part des Brautpaars zur Tür gelinst und die Schritte bis dahin gezählt hat, wie #1 es beschreibt. Solch eine Szenerie kenne ich nur aus dem Film "Die Braut, die sich nicht traut" (und da war der Bräutigam ja immer der Falsche). Ich habe es nur so in Erinnerung, dass sich das Brautpaar darauf freut und es kaum abwarten kann, endlich "Ja" sagen zu dürfen. Von diesen Ehen ist bislang auch keine geschieden.

Mein Bruder hat vor seiner geplanten ersten Hochzeit "kalte Füße" bekommen (die hatte ich allerdings auch, weil es einfach die falsche Frau für ihn gewesen wäre, der er viel zu schnell und zu früh einen Antrag gemacht hatte) und hat die Hochzeit drei Tage vorher abgesagt. Wäre ein riesiges Spektakel geworden, Ja-Wort in der Basilika und Verwandtschaft der Braut wäre weit aus dem Ausland gekommen, usw. Die Braut und ihre Eltern waren natürlich extrem konsterniert, aber es war gut, dass er auf sein Bauchgefühl gehört und alles gecancelt hat, denn die Frau war einfach nicht die Richtige. Das war ein Schnellschuß, und ich bin sicher, die Ehe wäre früher oder später für alle zu einem Desaster geworden. Inzwischen ist er mit einer Frau verheiratet, die definitiv die Richtige für ihn ist und da gab es keine Sekunden Bedenken, weder bei ihm und auch nicht bei mir (als Zwillingsschwester).