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  • #61
@53
Sicher, aber dennoch soll die Frau "nicht aktiv" werden, auch bei Christian Sander nicht.
Oder schreibt er, geh doch mal ran Mädel, so schlimm wirds nicht werden.

Und darum geht es mir, dieses - Frau soll passiv bleiben - zieht sich wie ein roter Faden durch diese Frauen-Ratgeber: Irgendwie muss da also was dran sein.

Ich habe diese Erfahrung definitiv nicht. Ob da etwas dran ist, im Durschnitt, kann ja sein. Aber andere Faktoren sind viel wichtiger. Und ehrlich gesagt habe ich keine Lust, lieb lächelnd am Rande zu stehen und reihenweise von uninteressanten Männern angesprochen zu werden. Ich suche mir lieber gezielt die, die ich mag und halte viel auf meinen ersten Eindruck. Man muss sich ja nicht gleich aufdrängen, aber was spricht gegen ein lockeres Gespräch. Aber auch hier - jeder wie er mag.

Da ich beides kenne, weil ich mich von Gelegenheit zu Gelegenheit je nach Laune anders verhalte, kann ich nur sagen, dass mehr Lebendigkeit und Aktivität schneller zum Ziel führt. Und wenn ich die Wahl zwischen einem mich nicht interessierenden Mann habe, der mir den Hof macht und einem, der mich auf eine Weise interessiert, aber mich nicht ganz so prinzessinnenhaft behandelt, würde ich den zweiten wählen. Weil der mir wenigstens etwas gibt, dass mich reizt, ersterer gibt mir nichts. Oder wie seht ihr das?
 
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  • #62
Ich würde jetzt mal behaupten, es hat etwas mit gesundem Menschenverstand und gutem Benehmen als Frau zu tun, wenn man dem Mann den Vortritt lässt. Jedenfalls muss er das Gefühl haben, die Frau umwerben und verwöhnen zu dürfen, ihr helfen zu können und in lebenspraktischen Dingen überlegen zu sein, im Gegenzug ihre Schönheit, Anmut und menschliche Wärme auskosten zu dürfen. Dies liegt in den männlichen/weiblichen Genen und ist evolutionsbedingt. Sichtbar in der Biologie des Menschen. Warum nicht dem Trend zur Verwischung der Geschlechter und nachfolgend der Auslöschung der Menschheit entgegenwirken? Dennoch hat das nichts damit zu tun, ob die Frau sich früher oder später sexuell hingeben soll bzw. das Werben des Mannes willentlich und taktisch motiviert dehnen soll. Ob sie das tut oder nicht tut hat mit Gefühl zu tun, und da muss sich keine verstellen.
 
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  • #63
Warum müssen wir Deutsche immer noch nach fast 70 Jahren der Befreiung so nach Amerika schauen ?
Es gibt zwar mittlerweile auch einen Abklatsch dieser Thesen von deutschen Autoren, aber höchstwahrscheinlich will hier nur der eine oder andere sich auch auf die Bestsellerliste verewigen. Für mich hegt sich hier doch eher der Verdacht, dass es einfacher ist seinen Verstand auf Urlaub zu schicken als ihn zu benutzen. Interessanterweise werden diese Lektüren außer in Deutschland oder GB in Europa so gut wie nie zittert.
Wie konnten wir uns nur ohne dieses Wissen aus “The Rule” in den letzten 10.000 Jahre fortpflanzen
 
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  • #64
Also ich habe genau das Gegenteil erlebt. Meine Mutter hat mir schon immer erzählt, dass man als Frau nicht den ersten Schritt machen dürfe und deshalb ist mir nie in den Sinn gekommen, einen Mann anzusprechen. Und genau deswegen hat es bei mir nie mit den Männern geklappt. Ich habe mich fast dafür geschämt, Interesse an einem Mann zu zeigen und habe immer so getan, als wäre ich nicht interessiert (wie in den "Rules" beschrieben.) Die Männer haben darauf aber nicht freundlich-interessiert, sondern zurückhaltend und verwirrt reagiert.

Und erst jetzt entdecke ich so langsam, dass mein mangelnder Erfolg bei Männern genau darauf beruht, dass ich zu zurückhaltend bin. Ich trainiere im Moment, selbst die Männer anzusprechen, die mir gefallen (auch dafür gibt es tolle - und meiner Meinung nach viel realistischere Ratgeber). Und ich habe damit viel größeren Erfolg als in den ganzen Jahren der Zurückhaltung.
 
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  • #65
Ich empfinde die Flut dieser ganzen Ratgeber als Ohnmachtserklärung an den gesunden Menschenverstand (bzw. an gesunde Gefühle und ihr entsprechen offen Zeigen können). Na klar, in jedem Ratgeber steht Brauchbares, aber immer auch vorgeschlagene Verhaltensweisen, die zur jeweils nutzenden Person weder von deren Wesen noch zur konkreten Situation passen. Und sie berücksichtigen auch nicht das jeweilige Pendant - also das Objekt der Begierde.

Bei Menschen in jungen Jahren, ohne viel Erfahrung habe ich noch Verständnis für Regel-Befolgung. Reifere Jahrgänge aber sollten doch soviel Erfahrung und Intuition gesammelt haben, daß sie auch ohne Ratgeber einigermaßen authentisch reagieren können.

Sicher ist eine Frau, die Interesse bis hin zu Verliebtheit offen zeigt, verletzbarer. Es kann zuviel des Guten sein, wenn sie den Mann "überzeugen" will bzw. er kann es nicht "schätzen" und verliebt sich nicht. Das gilt aber ganz genauso auch für einen Mann, der das bei einer Frau probiert, die nicht richtig von ihm überzeugt ist.

Nach meiner Meinung ist das ganze (enttäuschte) Gerede darüber, daß aktive Frauen keine Chance haben bzw nicht ernst genommen werden, einfach ein Ausdruck von Frust und Enttäuschung darüber, daß Frauen bei eigener Aktivität eben auch ihre Körbe bekommen.

Wenn einem Mann eine Frau wirklich gefällt, dann kann sie nicht viel falsch machen. Umgekehrt genauso. Sobald aber eine Seite weniger/kein Interesse hat und die andere Seite kämpft, beginnt ein Ungleichgewicht, daß schnell in Genervtheit umschlägt. Kann mann doch bei Frauen hervorragend beobachten.
 
  • #66
Wenn einem Mann eine Frau wirklich gefällt, dann kann sie nicht viel falsch machen.

Genau das ist der Punkt, der eben m.E. vielfach falsch eingeschätzt wird: Auch wenn einem Mann eine Frau wirklich gefällt, kann dieses Bild innerhalb von wenigen Wochen zerstört werden, wenn die Frau ihr Leben quasi in die Hand des Mannes legt und ihm bereits in der Kennenlernphase zu verstehen gibt, dass er sie bereits komplett erobert hat.
 
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  • #67
FS:
Christian Sander u.Co. sind keine Amerikaner, es gibt auch jede Menge "gut deutscher" Ratgeber für Frauen, die eben die "aktive" Frau eher skeptisch in ihren Büchern beschreiben.
Persönlich habe ich mit meiner zurückhaltenden, teilweise coolen Art viel Glück mit Männern gehabt, ich habe wohl "unwissentlich" die sogenannten Regeln eingehalten.
Muss aber zugeben, dass ich noch nie einen Mann so toll fand, dass ich ihn angesprochen hätte, früher nicht als junges Mädel, heute als erwachsene Frau auch nicht. Aber wie erwähnt, ich werde angesprochen, obwohl ich weder großartige "Signale" aussende noch durch die Gegend lächle.
 
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  • #68
@65 von 64

und genau da möchte ich partiell(!) gegenhalten. Denn dann ist der Mann zu unerfahren oder einfach dämlich, wirklich zu erkennen, was für einen Schatz er da gewonnen hat. Nämlich eine, die sich ihm nicht verbirgt, sondern zeigt, wie sie wirklich fühlt.

Ja, ich weiß, was leicht zu haben ist, wird oft nicht wirklich geschätzt. Auch viele Frauen tendieren in diese Richtung.

Aber mit genug Lebenserfahrung kann ein Mann durchaus erkennen, woran er ist und sich darüber freuen, statt wegzurennen. Vielleicht bin ich da eine Ausnahme, aber ich weiß so ein Frauenverhalten sehr zu schätzen, solange es nicht einer Selbstaufgabe der Frau gleichkommt.
 
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  • #69
Genau das ist der Punkt, der eben m.E. vielfach falsch eingeschätzt wird: Auch wenn einem Mann eine Frau wirklich gefällt, kann dieses Bild innerhalb von wenigen Wochen zerstört werden, wenn die Frau ihr Leben quasi in die Hand des Mannes legt und ihm bereits in der Kennenlernphase zu verstehen gibt, dass er sie bereits komplett erobert hat.

Jetzt mal ehrlich: Wenn ich einen Mann anspreche und/oder ihn um ein Date bitte, dann lege ich doch nicht gleich mein ganzes Leben in seine Hand! Ich führe in so einem Fall mein Leben auch weiterhin so wie bisher, gehe normal arbeiten, besuche meine Familie, treffe meine Freunde und gehe meinen Interessen nach. Wieso sollte sich etwas daran ändern, nur wenn ich einen Mann frage ob er sich mit mir treffen möchte?
 
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  • #70
FS:
@68
Gerade was Du beschreibst, habe ich bei vielen Freundinnen nicht bemerkt.
Wenn sie verliebt waren, gaben sie eben viel auf, sie ließen die sozialen Kontakte schleifen, hockten zu Hause und warteten auf seinen Anruf (okay, etwas übertrieben aber so ähnl. halt), kamen nicht mehr zum Sport-Training, da er ja irgendwas mit ihr vorhatte, hatten plötzlich kaum noch Zeit für einen Kaffeplausch, na logisch, weil er irgendwo sie wieder einplante. Sorry, aber viele Frauen krempeln ihr bisheriges Dasein komplett um für einen Typen, den sie noch nicht mal richtig kennen.
Die Persönlichkeit, die Eigenständigkeit geht "flöten", jeder Mann denkt doch, es dreht sich alles nur noch um mich, wie muss diese Frau auf mich gewartet haben, ist ja toll, aber irgendwie....auch beängstigend und langweilig.....hat die sonst keine Interessen außer mich?
Und dann ist plötzlich Schluss und die Frauen jammern, die bösen Männer haben mich nur ausgenutzt. Also ich stellte das bei Freundinnen schon öfter fest (jeden Alters.)
 
  • #71
Jetzt mal ehrlich: Wenn ich einen Mann anspreche und/oder ihn um ein Date bitte, dann lege ich doch nicht gleich mein ganzes Leben in seine Hand! Ich führe in so einem Fall mein Leben auch weiterhin so wie bisher, gehe normal arbeiten, besuche meine Familie, treffe meine Freunde und gehe meinen Interessen nach. Wieso sollte sich etwas daran ändern, nur wenn ich einen Mann frage ob er sich mit mir treffen möchte?

Liebe Unbekannte,

ich bin kein Freund von strikter Regeleinhaltung. Das Leben ist viel zu komplex, um es in Regeln einfangen zu können. Es gäbe zwangsläufig Situationen, bei denen strikte Regeleinhaltung nicht mehr adäquat wäre. Dies trifft für alle Arten von Regeln zu, die meinen, soziale Situationen mit allumfassenden Regeln regeln zu wollen. Das trifft für die Regel zu, die sagt "Einmal fremdgegangen = zwangsläufiges Ende der Beziehung ohne wenn und aber" (die hier gelegentlich im Forum vertreten wird) aber natürlich auch für Regeln, die sagen "Eine Frau darf nie einen Mann ansprechen" (die gibt es so auch nicht in der dt. Übersetzung von "The Rules") oder etwa "Eine Einladung für den Samstag Abend ist nur bis maximal Mittwoch Abend möglich". Letzteres würde schon daran scheitern, wenn der Mann einfach mal interessiert nachfragt, was sie denn schönes am Samstag Abend macht. Das funktioniert zumindest nicht mehrmals, sofern man nicht in Lügen abgleitet. Am letzten Beispiel merkt man ganz gut, was der Sinn der Regeln nach Fein/Schröder sein kann: Frau sollte eben nicht die ganze Zeit freudig erregt auf eine Einladung warten, sondern selbstbestimmt ihr Leben führen - dann hat sie eben auch am Samstag Abend oftmals schon was vor, wenn ihr "Liebster" nicht rechtzeitig "in die Pötte kommt".

Hinter den zugegebenermaßen holzschnittartig und in Chacka-Manier dargestellten Regeln, steckt eben im Kern ein Bild, wie Mann und Frau beim Sich-Kennenlernen ticken. Es wird eine Asymmetrie dargestellt, die zu erkennen, beiden Partner helfen kann, die Grundlage für eine dauerhafte Beziehung zu schaffen. Ich glaube durchaus daran (und erlebe es bei mir selbst), dass es für einen Mann befriedigender ist, wenn er die Chance hat, um eine Frau zu werben. Das schließt übrigens nicht aus, dass die Frau auf sich aufmerksam macht und einen Mann anspricht. Aber dann darf sie auch mal etwas Initiative abgeben. Das halte ich für "gesund" und: Empfindet es eine Frau in ihrem tiefsten Inneren nicht auch als wunderbar, wenn ein Mann, den sie mag, um sie wirbt? Weiterhin vermeidet es eine Frau, die die Grundidee der Regeln anwendet, dass Energien für einen Mann opfert, der gar nicht wirklich auf sie steht. Die Frauen sollen ja auch nicht die supercoole spielen und den Mann ständig zappeln lassen, sondern auch zum Ausdruck bringen, dass sie sich wirklich freuen, wenn der Liebste sich um sie bemüht und dies auch zeigen.
 
  • #72
Ergänzung:

Wie bei allen Ratgebern liest man diese ja nicht, lernt diese auswendig und wendet deren Inhalt sklavisch an. Mitunter erhält man aber Anregungen, die einem die Augen öffnen und somit einem helfen, die Einstellung zu manchen Dingen zu ändern. Gerade die chackamäßige und holzschnittartige Darstellung zeigt an diversen Alltagssituationen, welche Grundmelodie nach Ansicht von Fein/Schneider in der Kennenlernphase gespielt werden sollte.

By the way: Ich finde übrigens, dass die Regeln durchaus auch für Männer einen Nutzen haben. Beim Blick auf so manche langjährigen Paare "sieht" man nicht selten, dass irgendwann der Mann oftmals im starken Maße nach der Pfeife der Frau tanzt. Auch hier gilt, dass man spiegelbildlich mal schaut, ob man(n) noch selbstbestimmt seinen Weg geht und seine Ecken und Kanten bewahrt. Interessanterweise gehen Fein/Schneider hierauf indirekt ein, indem sie für die Phase der eigentlichen Beziehung - also nach dem Kennenlernen - ihre Regeln schrittweise abwandeln.

Das sind m.E. die positiven Dinge, die man aus dem Buch ziehen kann (nicht muss). Es ist schon ein paar Monate her, dass ich das Buch las - so gesehen kann ich jetzt nicht mit Detail-Zitaten dienen.
 
  • #73
Noch eine Anreglugn zu "The Rules" ...

Ich empfinde die Flut dieser ganzen Ratgeber als Ohnmachtserklärung an den gesunden Menschenverstand (bzw. an gesunde Gefühle und ihr entsprechen offen Zeigen können). Na klar, in jedem Ratgeber steht Brauchbares, aber immer auch vorgeschlagene Verhaltensweisen, die zur jeweils nutzenden Person weder von deren Wesen noch zur konkreten Situation passen. Und sie berücksichtigen auch nicht das jeweilige Pendant - also das Objekt der Begierde.

Stimmt, in jeder Situation sind Ratgeber nicht anwendbar, aber sie können (nicht: müssen) - sofern sie gut sind - eine Grundphilosophie vermitteln, deren Kenntnis - gespiegelt am eigenen Erfahrungsschatz - vielleicht zu neuen Sichtweisen führen.

Das Pendant - also nach Deinen Worten das Objekt der Begierde - wird hingegen durch "The Rules" nach meiner Einschätzung recht gut durch "The Rules" berücksichtigt.

Es gibt nämlich zunächst mal - vereinfacht gesagt - drei Möglichkeiten:

(1) Sofern das Pendant gar kein echtes Interesse an der Frau hat, ist die Anwendung der Regeln ein hervorragender Selektionsmechanismus. Dieser Mann würde dann ins Leere laufen und die Frau weiß, woran sie ist.

(2) Sofern das Pendent hingegen auf die Frau steht und nicht allzu schüchtern und gehemmt ist, würden die Regeln überhaupt nicht hinderlich sein. Im Gegenteil: Der Mann darf erobern, die genießt das erobert werden, was nicht heißt, dass sie sich auch mal was Nettes überlegt und vor allem: Den Eroberungsdrang mit positiven Signalen unterstützt.

(3) Sofern das Pendant auf die Frau steht, aber sehr schüchtern ist, könnten die Regeln das Kennenlernen verhindern. Natürlich darf die Frau in so einer Situation auch ein wenig helfen, aber ich glaube es ist bei Extremfällen auch wiederum ein guter Schutz: Wer möchte als Frau schon so einen "Waschlappen" haben, der es gar nicht vermag, um seine Liebste ein wenig zu werben und ein wenig zu kämpfen. Ich als Mann möchte ja auch keine Frau "haben", die überhaupt nicht Frau ist.
 
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  • #74
Also, wenn "plötzlich Schluß" ist, kann sie ihm ja nicht viel bedeutet haben. Wenn ich in jemanden ernsthaft verliebt bin und mit ihm zusammen bin, mache ich nicht "plötzlich" Schluß.
Ein Mann, der nur mit mir zusammen ist, weil ich (das brave Mädchen) ihn vorher hab um mich werben lassen, ist für mich uninteressant. Das Wichtigste beim Thema Liebe und Verliebtsein ist für mich das Stichwort "Einmaligkeit". Und die kann es mithilfe solcher Ratgeber nicht geben. Jede Liebesgeschichte (die man ernsthaft als solche bezeichnen kann) ist anders und gerade die Vielfalt, wie da manche sich am Ende doch noch finden, ist doch so spannend.
Und diese Sache mit dem Kämpfen lassen... Wie weiß ich denn als Frau, ob er wirklich an mir interessiert ist oder er nur scharf darauf ist, die harte Nuß zu knacken?
Ich hab mal von einem Bekannten gehört, dass er seiner Frau vier Jahre hinterhergelaufen ist. Das spricht doch Bände. Da wollte einer nicht aufgeben, aber ob er auch nach drei Jahren noch verliebt war bzw. sie? Er machte eher den Eindruck eines Siegers am Ende eines harten Kampfes.
 
  • #75
Ich denke, dass selbstbewusste, in sich ruhende, erfahrene Frauen, die nicht "verzweifelt" suchen, solche Ratgeber schlicht nicht brauchen und auch nicht von ihnen profitieren. Denn: Sie verhalten sich auch ohne Bücher "richtig", man merkt ihnen ihre Ausgeglichenheit an, sie kommen gut an, und wenn mal etwas nicht klappt, bricht für sie nicht gleich die Welt zusammen.

Bei unerfahrenen, möglicherweise naiven, nicht selbstbewussten Frauen, die vielleicht schon oft ausgenutzt wurden und nicht wissen warum, kann es nicht schaden, ein Buch wie "The Rules" oder das von Christian Sander zu lesen. Das heißt ja nicht, dass man es zu 100% befolgen muss, sondern man kann sich inspirieren lassen und die ganze Sache mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Ich stimme #35 zu: In den 20ern, insbesondere bei gutaussehenden Frauen, mögen die "Rules" funktionieren. Das sind Zeiten, in denen das ganze Leben noch mehr ein Spiel als ernst ist. Später, wenn die Auswahl auf dem Partnermarkt (für beide Geschlechter) nicht mehr so groß ist und einem nur selten überhaupt jemand begegnet, der nicht gebunden ist, kann man sich das schlicht nicht leisten. Zudem haben dann alle Beteiligten mehr Lebenserfahrung und legen Wert auf Authentizität und Ehrlichkeit. "Unnahbarkeit" (ständig verplant, ach so tolles ausgefülltes stressiges Leben, hunderte Freunde) schreckt dann eher ab und es wird interpretiert, dass frau eigentlich keinen Partner will.

Fazit: Ab den 30ern/40ern halte ich die "Rules" für eher kontraproduktiv, eher sollten dann beide Geschlechter aufeinander zugehen.
 
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  • #76
Dazu fällt mir das Gedicht "Verführer" von Hermann Hesse ein.

Scheint mir eine psychologische Analyse des Mannes zu sein - wohlgemerkt von einem Mann selbst geschrieben ...

Gewartet habe ich vor vielen Türen,
In manches Mädchenohr mein Lied gesungen,
Viel schöne Frauen sucht ich zu verführen,
Bei der und jener ist es mir gelungen.
Und immer, wenn ein Mund sich mir ergab,
Und immer, wenn die Gier Erfüllung fand,
Sank eine selige Phantasie ins Grab,
Hielt ich nur Fleisch in der enttäuschten Hand.
Der Kuß, um den ich innigst mich bemühte,
Die Nacht, um die ich lang voll Glut geworben,
Ward endlich mein — und war gebrochene Blüte,
Der Duft war hin, das Beste war verdorben.
Von manchem Lager stand ich auf voll Leid,
Und jede Sättigung ward Überdruß;
Ich sehnte glühend fort mich vom Genuß
Nach Traum, nach Sehnsucht und nach Einsamkeit.
O Fluch, daß kein Besitz mich kann beglücken,
Daß jede Wirklichkeit den Traum vernichtet,
Den ich von ihr im Werben mir gedichtet
Und der so selig klang, so voll Entzücken!
Nach neuen Blumen zögernd greift die Hand,
Zu neuer Werbung stimm ich mein Gedicht ...
Wehr dich, du schöne Frau, straff dein Gewand!
Entzücke, quäle — doch erhör mich nicht!

Wenn man das so liest, weiß man, wie Männer ticken ... und das nicht erst seit heute.
 
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  • #77
FS:
The Rules sollte ja nur ein Beispiel sein. Liest man sich die 35 Wahrheiten über Männer von Christian Sander mal durch wird man dort einige sogenannte Wahrheiten finden, die besagen.....lauf mir nicht hinterher, sonst verliere ich den Respekt vor Dir....oder.....wenn Du mir alles recht machen willst, verlier ich das Interesse an Deiner Persönlicheit...usw. usw....also immer das Gleiche, Mann will unabhängige, coole Frau, kein Ja-Sager Harscherl, welches immer zur Verfügung steht.
Dito zu The Rules, wenn auch in veränderter Form. Also The Rules allein sind es nicht.
Ich muss es wiederholt erwähnen, der Gegenratgeber zur erfolgreichen aktiven Frau wurde immer noch nicht geschrieben, warum wohl?
 
  • #78
@69
Gerade was Du beschreibst, habe ich bei vielen Freundinnen nicht bemerkt.
Wenn sie verliebt waren, gaben sie eben viel auf, sie ließen die sozialen Kontakte schleifen, hockten zu Hause und warteten auf seinen Anruf (okay, etwas übertrieben aber so ähnl. halt), kamen nicht mehr zum Sport-Training, da er ja irgendwas mit ihr vorhatte, hatten plötzlich kaum noch Zeit für einen Kaffeplausch, na logisch, weil er irgendwo sie wieder einplante. Sorry, aber viele Frauen krempeln ihr bisheriges Dasein komplett um für einen Typen, den sie noch nicht mal richtig kennen.

Jetzt wirds wild
Also wenn eine Frau auch mal den ersten Schrittmacht ist das doch was völlig anderes als diese Beschriebene Verhaltensweise. Natürlich wirkt DAS bedürftig und fördert nicht gerade den respekt vor der frau- Nur- Mädels seids doch ehrlich- ein Mann der derart sein laben für Euch aufgibt und Euch nachdackelt (was im Endeffekt den Rules entsprechen würde) würdet Ihr auch nicht Ernst nehmen.

Tschuldige aber Unsinn wird nicht besser wenn er leicht angewandelt (der bayrische Baron lässt grüssen) immer wieder abgeschrieben und neu verkauft wird.
 
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  • #79
In früheren Jahren habe ich zu oft den Fehler gemacht, dass ich für Männer viel zu schnell verfügbar war und ihnen ständig hinterhergelaufen bin. Seit einigen Jahren lese ich häufig solche Ratgeber und habe diese Verhaltensweisen längst verinnerlicht. Doch ich bekomme keinerlei Gelegenheiten um es anzuwenden, denn ich werde nicht mehr umworben. Männer sehen in mir hauptsächlich eine Kumpelfreundin. So langsam muss ich mich beherrschen um nicht die Geduld zu verlieren.
 
  • #83
Um wirklich ordentlich Kohle zu machen in diesem "Ratgeber" Geschäft, muss man schon das schreiben, was Frau auch lesen will!

und ganz wichtig: einfache rezepte anbieten mit einer Portion Erfolgsversprechen. Gewürzt mit der Ansage dass wer damit keinen Erfolg hat nur nicht kosequent genug umgesetzt hat.

Diese Autoren haben gut hingeschaut wie der alte Mann in Rom so reich werden konnte.
 
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  • #84
Genau das ist der Punkt, der eben m.E. vielfach falsch eingeschätzt wird: Auch wenn einem Mann eine Frau wirklich gefällt, kann dieses Bild innerhalb von wenigen Wochen zerstört werden, wenn die Frau ihr Leben quasi in die Hand des Mannes legt und ihm bereits in der Kennenlernphase zu verstehen gibt, dass er sie bereits komplett erobert hat.

Meiner Meinung nach geschieht das nur bei ganz bestimmten Männern, die lieber Jagen wollen, als eine Beziehung zu führen. Also, es ist deren Problem, wenn sie ein Gefühl nicht aufrecht erhalten können, sobald sie sich der Gefühle einer Frau bewusst sind. Andere gibt es zum Glück auch und die führen dann eine glückliche Beziehung.

Mal ehrlich, schön ist es ja nicht, wenn ein tolles Gefühl, das man aufzubauen in der Lage war. so schnell zerstört wird. Da sollte man sich vielleicht mal ein paar Gedanken zur eigenen Gefühlswelt machen, anstatt darauf zu hoffen, dass eine Frau, die einem gefällt, sich für so einen Typ Mann verbiegt. Sie kann doch auch einen anderen Mann haben, dessen Gefühle weniger pinibel auf ein Staubkörnchen in der zurechtgeträumten Wolke 7 reagieren.
 
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  • #85
Es gibt solche Ratgeber! Mein liebstes Buch ist "Den richtigen Mann finden" von E. Wlodarek.

Oh, danke für den Tipp. Kann man sich ja mal anschauen und dann zur Abwechslung mal das diskutieren. :) Mir sagt schon die Überschrift, "Den richtigen Mann finden" mehr zu als "Die Kunst den Mann fürs Leben zu finden".

Das ist auch der Tenor, den man bei der Rules-Diskussion so durch hört, die passive Frau, für die es eine so große Ehre ist, dass sich (irgendein) Mann um sie bemüht. Es ist doch nicht schwer, irgendeinen Mann zu finden, der den Rest des Lebens nicht mehr von der Seite weicht! Die Frage ist nur, ob es der Richtige ist.

Man kann sich nicht hinstellen und brav das Schicksal (oder den Mann) entscheiden lassen, wenn man eigene Ansprüche hat. Man muss schon den richtigen finden. Und das muss nicht automatisch der Aufdringlichste und Bemühteste sein. Und dem richtigen zeige ich auch offen meine Gefühle, denn wer damit nicht klarkommt, ist falsch. Es geht um tiefe Freundschaft, Seelenverwandtschaft. Wer wirklich einen hohen Wert für einen anderen Menschen hat, verliert diesen nicht durch mangelnde Geheimniskrämerei.

Das Hesse-Gedicht (#75) handelt auch eher von einer Sehnsucht nach der Sehnsucht als von Sehnsucht nach Verbindung. Vielleicht auch von Enttäuschung, wenn die Frau nicht so ist, wie erhofft...? Das wäre für mich der einzige Aspekt, den ich als halbwegs erwachsen einstufen würde. Ansonsten trifft das Gedicht nicht meinen Geschmack und entwirft ein unsympathisches, pseudodramatisches Bild. Nicht alle Männer sind sich in Gejammer suhlende Künstler. Und es gibt auch andere Gedichte, in denen es um Liebe geht und nicht um kindliche Sehnsüchte.
 
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  • #86
FS:
Absolutes Vorurteil, das "jagende" Männer nach erlegen der Beute weiterjagen, woher stammt das denn nun wieder, aus der Evolution?

Christian 2010 bezog sich ausdrücklich darauf, dass ein Mann zunächst Interesse hat, dies aber verliert, wenn die Frau sich ihm zu schnell hingibt. Es geht also nicht um mangelnde Aktivität auf Seiten des Mannes, sondern darum, dass er das vorhandene Interesse verliert.

Dennoch gefällt mir ein sogenannter jagender Mann besser als ein Couchpotato, der die Puppen tanzen lässt, auf schüchtern macht und sich ansprechen lässt.
Ein faules Stinktier ist das für mich (sorry, für die Wortwahl) musste aber mal raus.
Ein jagender Mann tut wenigstens was, er wird aktiv, er überlegt, er kämpft, allein das imponiert mir im Gegensatz zum abwartenden Typ.

Da will ich dir gar nicht widersprechen, allerdings finde ich es etwas schwarz-weiß betrachtet. Zunächst einmal wird dieser Moment des Ansprechens völlig überbetont. Man kann doch als Frau auch einen aktiven Mann ansprechen. Vielleicht ergibt es sich gerade so. Danach hat er noch genug Gelegenheiten, seine Aktivität zu zeigen. Die von dir erwähnten Couch-Potatoes sind doch gar nicht unbedingt die Männer, die angesprochen werden, zumindest nach meiner Erfahrung. Sie strahlen das unsichere schon aus. Aber warum soll eine Frau sich den richtigen, coolen, der ihr gefällt, nicht schnappen, während es nunmal genug andere Frauen gibt, die Männer anflirten? Das Ansprechen ist nur ein Schritt, sich überhaupt kennenzulernen. In welche Richtung sich die Sache dann entwickelt, ist dann noch überhaupt nicht klar. Ich spreche im übrigen auch Menschen an, von denen ich definitiv NICHTS will, außer reden.

Ich muss sogar sagen, dass ich im Ansprechen an sich noch überhaupt kein überlegendes, kämpfendes, imponierendes Verhalten des Mannes sehe. Es gibt genug betrunkene Langweiler, die einen mit öden Sprüchen nerven. Viel interessanter ist, wie er sich im Gespräch verhält.

Und Frauen sind ja auch keine faulen Stinktiere, wenn sie Männer nicht ständig ansprechen. Kämpfen ist auch so eine Definitionssache. Kämpfen alleine hilft nicht, wenn es nunmal nicht der Typ ist, und er nicht die richtige Wellenlänge trifft. Wahrscheinlich hat jede Frau eine andere Vorstellung davon, was Kämpfen bedeutet.
 
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  • #87
Genau das ist der Punkt, der eben m.E. vielfach falsch eingeschätzt wird: Auch wenn einem Mann eine Frau wirklich gefällt, kann dieses Bild innerhalb von wenigen Wochen zerstört werden, wenn die Frau ihr Leben quasi in die Hand des Mannes legt und ihm bereits in der Kennenlernphase zu verstehen gibt, dass er sie bereits komplett erobert hat.

Es kommt ganz drauf an, was du darunter verstehst. Eine Frau, die immer gleich springt sobald der Mann mit den Fingern schnippt, ist auf die Dauer nicht interessant. Aber wenn sie einfach aus Lust und Laune zum Hörer greift, ihn anruft und fragt ob er Lust auf ein Treffen hätte, ist sie noch lange nicht von ihm abhängig.
 
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  • #88
Ich finde es nervig, dass immer so getan wird, als würde es "den Mann" geben. Natürlich gibt es auch Männer, die umso mehr anspringen, je mehr Interesse sie von der Frau bemerken. Das sind diejenigen, die mit ihren Gefühlen besonders offen umgehen und das auch von Seiten der Frau normal finden. Und das sind nicht die, die froh sein müssten, überhaupt eine Frau zu finden. Nein, ganz im Gegenteil!

Natürlich gibt es aber auch die andere Seite Männer, die es bevorzugen, wenn sich die Frau zurückzieht. Diese haben aber eher Bindungsängste und möchten die Entwicklung einer Beziehung selbst bestimmen. Solche Männer sind nicht so mein Fall. Und ich mag mich auch nicht verstellen. Es ist für mich absolut natürlich, einem Mann zu zeigen, wenn ich ihn mag. Und wenn er damit umgehen kann, findet er genau das richtig gut an mir.
 
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  • #89
Ich habe mir "The rules" aus zweiter Hand gekauft, um endlich zu sehen, wovon hier gesprochen wird. Aus zweiter Hand auch, um die Autoren nicht noch reicher zu machen. Habe auch einen Mann kennengelernt, der starkes Interesse an mir zeigt. Und auch er interessiert mich sehr, seine Persönlichkeit ist umwerfend. Ich kann euch nur sagen, bisher funktioniert es. Bei der Anwendung begrabe ich jedoch meine Authenzität nicht, gerade die gefällt ihm so an mir. Aber ich reagiere eben nicht sofort auf jede seiner Aktionen und schon gar nicht in der Art, wie ich es sonst vielleicht täte. Schicke keine Sehnsuchts-SMS, steigere mich nicht in Gefühle hinein, die am Ende wieder nicht tragfähig sind. Sich an die Regeln zu halten, ist eine hervorragende Übung in Selbstdisziplin und Selbstreflektion. Man macht sich eher bewusst, ob der Mann in der Lage ist, das, was ich mir für meine Beziehung vorstelle, auch zu geben vermag. Ich war in der Liebe sonst immer eher intuitiv, momentan gehe ich viel bewusster mit meinen Wünschen und Erwartungen um. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Christian2020, ich schlage mich auf deine Seite.
 
  • #90
Aber ich reagiere eben nicht sofort auf jede seiner Aktionen und schon gar nicht in der Art, wie ich es sonst vielleicht täte. Schicke keine Sehnsuchts-SMS, steigere mich nicht in Gefühle hinein, die am Ende wieder nicht tragfähig sind. Sich an die Regeln zu halten, ist eine hervorragende Übung in Selbstdisziplin und Selbstreflektion. Man macht sich eher bewusst, ob der Mann in der Lage ist, das, was ich mir für meine Beziehung vorstelle, auch zu geben vermag. Ich war in der Liebe sonst immer eher intuitiv, momentan gehe ich viel bewusster mit meinen Wünschen und Erwartungen um.
Um sich anders zu verhalten und zu reagieren als man es bisher gewohnt ist, braucht man keinen Ratgeber zu lesen. Das eigene Leben bzw. die gemachten Lebens- und Liebeserfahrungen sind der beste Lehrmeister. Genauso wie dir lag mir sozusagen das Herz auf der Zunge. Auch ich teilte früher recht bald die Gefühle einem Mann, steigerte mich in Sehnsucht und schreib ihm auch gefühlvolle SMS.

Daran ist an und für sich nichts Schlechtes. Denn die schönste menschliche Fähigkeit ist, einen Menschen aufrichtig zu lieben und diese Gefühle zu zeigen und zu leben. Liebe macht vorsichtig, schwach und verletzlich, daher haben auch viele Angst, wenn ihnen die Liebesgefühle offenbart werden.

Die übergrosse Angst des Anderen wieder enttäuscht und verletzt zu werden, lässt den Liebenden zurückweisen. Diese Ablehnung tut aber dem Verliebten dermassen weh, dass er das nächste Mal viel vorsichtiger sein wird und er nicht mehr so leicht und so schnell das Herz verschenkt.

Beim nächsten Kandidaten bleibt er zunächst beobachtend, abwartend und wird gelassener. Wenn eine Frau für ihre ehrlich empfunden Liebesgefühle, die sie dem Mann auch zeigt, mehrmals abgewiesen wird, dann wird ihr sog. seelisches Immunsystem sie davor bewahren, sich nicht wieder so schnell, dem Mann emotional hinzugeben.
Die eigene Angst wegen der zu früh geäusserten Gefühle verletzt zu werden, ist gross genug, um sie davor zu bewahren voreilig in Liebesgefühlen zu baden und den Verstand von Anfang an einzuschalten.

Dafür braucht man wahrlich keinen Ratgeber!.
 
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