• #31
Hallöchen,

hier ein persönlicher Erfahrungsbericht von mir, da mir deine Geschichte ziemlich bekannt vorkommt:

Er hat mein Herz ebenfalls im Sturm erobert, meine Tochter war damals 4. Wir haben zunächst ein Jahr mehr oder weniger in meiner Wohnung gewohnt, dann hat er ein Haus gekauft (ich war damals noch Studentin) und wir haben nach einem Jahr geheiratet. Bis dahin wurde weder meine Erziehung kritisiert, noch habe ich ihn aktiv eingreifen lassen. Dann fing es an.. er kontrollierte mich und meine Tochter immer mehr, fing an sie zu kritisieren, meine Erziehung zu torpedieren. Ich habe sie bis auf wenige Tage, in denen ich im KH war nie zusammen allein gelassen. Er selbst wurde von seinem Vater als Kind geschlagen und war immer der Sündenbock in der Familie, sein jüngerer Bruder schon früh kriminell und wurde immer als „echter Mann“ gelobt. Er begann sehr streng zu meiner Tochter zu werden und hatte bald jeden Tag nur was zu meckern. Ich war so verliebt in ihn. Ich habe meiner Tochter damit schlimme Jahre angetan, indem ich immer wieder nachgab und seinen „Militär“-Erziehungsstil geduldet habe. Nicht nur, dass er mich jahrelang psychisch fertig gemacht hat und ich kurz vor der Selbstaufgabe war, er hat ihr damit ein Bild vermittelt, dass sie hoffentlich niemals bei ihrer späteren Partnerwahl berücksichtigt. Jetzt, nach knapp 5 Jahren Trennung und seit 4 Jahren mit einem soliden, liebevollen Partner an meiner Seite, lasse ich mir dennoch kaum in die Erziehung meiner Tochter reinreden, obwohl er ein toller Stiefpapa ist.
Deiner Tochter zuliebe rate ich dir, denke an dich und vor allem: denke an sie.
Alles Gute
 
  • #32
Liebe FS,
Der Hund liegt, wie so oft, knapp daneben begraben.
Meine Erfahrung ist eindeutig: wenn ich als Mutter nicht kompetent, zackig und relaxed genug für die Erziehung meiner Kinder grade stehen kann, dann kriegt es auch kein 'Neuer' hin.
Ich vermute stark dass der Typ gut spürt wieviel Wankelmütigkeit er da ausbügeln soll, das finden fast alle Männer kurz süss (Bauchpinseleffekt), dann sehr schnell stressig und wenn sie weiter am Ruder sitzen sollen für die Früchte anderer Männer, dann nach ihren Regeln mit wenig Spielraum. Unschön aber nicht unverständlich.
Einer Fünfjährigen die Zusage aus den Rippen zu leiern dass sie selbst erkennt wo sie 'an sich arbeiten soll'..... Das ist ja wohl das schlimmste was ich je gehört habe. Könnte von nem SozPäd Buch aus den 70er Jahren stammen!....
Reiss Dich zusammen und sei eine zuverlässige gradlinige Mutter, alles andere reiht sich von alleine hinten an.
Oder hast Du schon mal ne Entenmutter gesehen die ihre Kleinen einzeln fragt ob sie daran arbeiten wollen wie sie wohl besser vorwärts als rückwärts über den Teich kommen....??? ;))
Good luck
 
  • #33
Der Stief-Vater und die Stief-Geschwister sollen das Verhalten kommentarlos dulden, obwohl sie betroffen sind.
Teilweise. Als "Stiefvater" bin ich vorsichtiger als die Mutter. Ich denke aber auch, dass der Ton die Musik macht und dann sage ich doch öfter mal was und bin damit erfolgreicher als die Mutter. Natürlich nicht am Anfang, sondern erst, seit wir ein Verhältnis zueinander aufgebaut haben, bei dem das in Ordnung ist.
 
  • #35
Hallo Silke,

trete doch bitte erstmal auf die Bremse. Ich habe es bei einer ehemaligen Freundin erlebt: Alle zwei Jahre einen neuen Lebensgefährten und jedesmal war es am Anfang angeblich DER Richtige. Mir taten die Kinder sehr leid, da sie sich alle zwei Jahre an den nächsten Macker ihrer Mutter gewöhnen mussten. Vernünftige Männer waren es auch nicht. Unsere Freundschaft ist irgendwann im Sande verlaufen, denn unsere Lebensziele waren einfach zu unterschiedlich. Sie heute noch ohne abgeschlossene Ausbildung und nie wirklich gearbeitet, ich Akademikern.
Ich habe mich in ihre Erziehung nie eingemischt, aber ich sagte mir schon damals, dass es bei mir nicht so laufen wird. Man setzt seinen Kindern nicht alle Nase lang einen neuen Mann vor.

Bleibt doch erstmal jeder in seiner eigenen Wohnung und lernt euch richtig kennen. Erst DANACH solltest du entscheiden, ob du ihn deiner Tochter zumuten willst.
Ob seine Erziehungsmethoden gut oder schlecht sind, kann ich nicht beurteilen. Auf mich jedoch machst du den Eindruck, als ob du deine Tochter in die richtige Form bringen willst, hauptsache der Mann nimmt dich wieder zurück. Das lass bitte sein. Du selbst bist in erster Linie für die Erziehung deiner Tochter verantwortlich. Wenn es vernünftige Regeln sind, gerne, aber lass bitte nichts zu, was deiner Tochter schaden könnte.

W35
 
  • #36
Hallo FS, ich würde mir erst mal ein stabiles und ausgeglichenes Leben mit meiner Tochter aufbauen, das hat Priorität. Erziehung ist einfach etwas, dass man als Mutter selbst in die Hand nehmen sollte. Es lohnt sich auch, sich darauf einzulassen. Grenzen solltest du selbst setzen, weil nur zu dir besteht die Bindung, du liebst dein Kind (hoffentlich) so, dass du auch den anstrengenden Teil mit ihm ausfechten kannst. Ein neuer Partner sollte da eher piano auftreten. Wieso machst du dir mit dem Mann nicht einfach ab und an einen schönen Abend, während deine Tochter bei jemand Vertrauenswürdigem (Großeltern? Kindsvater? Tagesmutter?) bleibt? Du bist, so hart es klingt, eben die Mutter. Das heißt das Kind, vor allem ein so kleines, kommt zuerst. Sonst hast du später ab der 7. Klasse Dauerstress, wenn du die Kleine jetzt so hin und herzerrst und ihr das Gefühl gibst, sie müsste ganz genau so sein, dass ein Typ, bei dem sie nur funktionieren soll, sie toleriert. Das ist auch gefährlich für ihr späteres Beziehungsverhalten. Sie sollte das Recht haben, jemanden nicht zu mögen. Ein Kind ist eben keine Maschine, sondern ein Mensch, der ohne liebevolle Aufmerksamkeit nichts lernt, auch nicht gutes Benehmen, was man natürlich auch möchte, um miteinander im Alltag auszukommen. Wieso schiebst du das übverhaupt auf jemand anderen ab? Ich mache das lieber - zusammen mit meinem Mann - selbst. Aber wenn die Oma verlangt, das "Kind soll schön brav aufessen", versichere ich unserem Sohn, das müsse er nicht, er könne allein entscheiden, wann er genug habe. Und der Oma, dass das bei uns nicht so läuft. Es gibt eben schon unterschiedliche Erziehungsstile...
 
  • #37
Natürlich wird sie sich nicht mehr melden, das ist doch bei fast allen so: Man sagt, was wahr ist und das vertragen/ertragen sie nicht. Und dann gibt es eine feige Fluchtreaktion. Nichts neues...
Diese Menschen werden aber aus ihren fatalen Handlungen auch nichts lernen. Ich erwarte schon in ein paar Jahren ihr Kind hier zu lesen....
 
  • #38
Hallo FS,
schade dass Du Dich nicht mehr meldest auf diese vielen Anregungen der Foristen hier. Wahrscheinlich gefallen Sie Dir nicht, sie gehen im Großen und Ganzen ja alle in die gleiche Richtung.
Daher von mir nur ein Erfahrungsbericht: meine Tochter war 5 als ihr Vater uns verließ. Wir sind also seit 10 Jahren "allein", aber ein eingeschworenes Team. In der Zeit habe ich den ein oder anderen Mann kennengelernt aber über eine Kennenlernphase von ca. 6 Monaten ist man irgendwie nie hinausgekommen. Meine Tochter hat nichts davon mitbekommen, ich konnte nur an den Papa-Wochenenden oder im Papa-Urlaub ausgehen.
Ich habe meine Bedürfnisse zugunsten der mentalen Gesundheit meiner Tochter zurückgestellt.
Was die Einmischung in die Erziehung betrifft: Meine Schwester und ihr Mann (meine Tochter war sehr oft bei denen im Urlaub, 800 KM entfernt) und auch ihr Vater haben oft eine andere Meinung gehabt aber ich habe alles mit meiner Tochter besprochen und haben es dann durchgezogen. Da waren so wichtige Entscheidungen wie z.B. "3. Klasse wiederholen oder nicht, (auf eigenen Wunsch) dabei. Ihr Vater war in seinem Ego verletzt (meine Tochter doch nicht!) und meine Schwester (ohne Kinder) Originalton: "das kannst du doch nicht machen!" . Es war die beste Entscheidung, die wir haben treffen können. Sie hatte mit 8 einfach noch nicht genügend geistige Reife. Danach ging alles wie am Schnürchen.
Nur so ein Erfahrungsbericht, relax mal
W (noch) 54 mit Tochter (noch) 15
 
  • #39
Ich verstehe hier eines nicht ......
Der Mann hat ein Haus, in dem er und seine beiden Kids leben. Dann erscheint die FS mit ihrer kleinen Tochter. Ist doch logisch, dass die erstgenannten sich von den beiden Neuen nicht alles bieten lassen ....

Das Problem ist in dem Falle nicht das kleine Mädchen - sondern dessen Mutter. Wankelmütig, unbeherrscht, rechthaberisch. Aber ganz klar - das kleine Kind soll einsehen, was es alles falsch gemacht hat. Und sich verbessern. Wir wissen hier weder, was genau vorgefallen ist. Auch von militärischen Drill seitens des Mannes kann ich hier nichts lesen. Was ich aber lesen kann - ein kleines Kind wird von seiner "Mutter" komplett überfordert. Mag ja sein, dass dies "politisch korrekter Mainstream" ist - dem Kindswohl dient das de facto nicht.
Mir tut das kleine Kind leid. Der Mann hat sich und seine Familie ja geschützt und lässt die FS nicht mehr rein. Was ich als vollkommen richtig ansehe.
 
  • #40
Was bist du bloß für eine Frau und was für eine verantwortungslose Mutter mit einem 5 jährigen Kind, die Erziehung deiner Tochter geht ihn gar nichts a, nach so kurzer Zeit so etwas tun das geht gar nicht! Oder Tipp von mir, breche den Kontakt mit ihm ab für immer, denn dieser Kontakt zu deiner Tochter tut nicht gut und auch dir nicht!!
 
  • #41
Über Erziehung kann man sich schon in einer harmonischen Beziehung mit gemeinsamen Kindern streiten.

Je mehr Störfaktoren dazukommen, um so größer können die Differenzen sein.

Ich denke, dass du sehr jung bist und sehr abhängig von Beziehungen und es dir schwer fällt, gut allein im Leben klar zu kommen. (Kann sein, ich liege falsch, dann Entschuldigung).
Daher wäre mein Rat: Arbeite an deinen Selbstbewusstsein. Und die Beziehung zu deiner Tochter ist die Wichtigste.Mit allem was du jetzt tust oder lässt bestimmst du über ihr Glück und ihren Weg durchs Leben. Jetzt und in den nächsten Jahren lernst sie, wie sie gesunde Beziehungen gestaltete kann, selbstbewusst zu sein, sich selbst zu lieben und sich selbst zu genügen.

Du sollst dich nicht aufgeben, aber du solltest dich und deine kleine Familie mehr wertschätzen.

Der Mann ... ohne dabei gewesen zu sein, kann man da wenig zu sagen.
 
  • #42
Also ich würde erstmal alleine wohnen und sich weiter treffen. Wenn man zusammenzieht muss man gemeinsame Regeln aufstellen. Und die Erziehung ist deine Sache und die des Kindsvaters, sofern dieser stattfindet.
 
  • #43
Nach einem Streit bin ich nach 5 Monaten in seinem Hause ausgezogen (es ging um die Teilnahme an einem Hobby meiner Tochter). Ich bereute diese Aussage über meinen Auszug bereits nach wenigen Minuten sehr, habe es aber trotzdem durchgezogen
Mut wäre gewesen es zurückzunehmen, aber vielleicht hat sich dein inneres Gefühl durchgesetzt, du brauchst einen Vaterersatz der an deiner Tochter nicht plump herummanipuliert sondern mit Liebe behandelt.
 
  • #44
Als mehr als ein halbes Jahrzehnt alleinerziehend Gewesene verstehe ich Deine Sehnsucht nach der "heilen Familie" nur zu gut. Aber Deine Tochter braucht Stabilität, die dieser Mann ihr nicht geben kann/will. Dazu braucht sie primär Dich. Du musst sie schützen. Vergiss die Wiedereinzugsidee! Schieß diesen Mann in den Wind. Irgendwann kommt der Richtige!