• #1

Steht es mir überhaupt zu?

Verletzt zu sein, wenn der Freund feiern geht und es nicht sagt ?
Dieses Szenario hatten wir letztes Wochenende. Er geht feiern und hat es vorher nicht gesagt. Ich hab ihn gebeten, es mir zu sagen, da er das gleiche bei mir auch doof findet. Dieses Wochenende das gleiche Verhalten wieder.
Ich bin in meinen eigenen Gefühlen zwiegespalten, einerseits finde ich, dass man in einer Beziehung so etwas denn anderen kurz kommuniziert, damit der andere Bescheid weiß und andrerseits will ich damit KEINE Kontrolle auslösen, sondern finde es nur komisch, wenn ich die letzte bin, die das weiß und denke, wenn ihm was passiert, dann lebe ich fröhlich in den Tag weiter rein, bis mir jemand anderes erstmal den Stand sagt.
Wir leben nämlich in einer Fernbeziehung und da er mit dem Alkohol übertreibt, ist meine Sorge nicht ganz unbegründet.
Hat so eine Beziehung für EUCH überhaupt ein Sinn, wenn Absprachen kontinuierlich ignoriert werden ?
 
  • #2
... und denke, wenn ihm was passiert, dann lebe ich fröhlich in den Tag weiter rein, bis mir jemand anderes erstmal den Stand sagt.
Das ist ein »Alibi-Gedanke«, den du vorschiebst, um immer »auf dem Laufenden« zu sein. Quatsch. Wenn dein Freund überfahren wird (wünsche ich dir und vor allem ihm natürlich nicht), wirst du es auch erst erfahren, wenn dich jemand informiert.
Nein, ich finde nicht, dass man den Partner oder die Partnerin über fast jeden eigenen Schritt informieren muss - zumal dann nicht, wenn man getrennt oder gar in einer Fernbeziehung lebt. Das hat etwas von Kontrolle, egal wie du das für dich umschreibst.

Und das tut keiner Beziehung gut.
 
  • #3
Gerade in einer Fernbeziehung ist Paarzeit rar. Daher sollte diese Zeit gemeinsam verplant werden. Dies bedeutet nicht, dass der Partner immer dabei sein muss, sondern dass er deutlich vorab über Zeiten ohne ihn informiert wird.

Aber auch in anderen Beziehungen finde ich es wichtig, den Partner vorab zu informieren, wenn man ohne ihn etwas unternimmt.

Besonders strange ist die Planung ganzer Urlaube oder von besonderen Tagen (z.B Geburtstag) ohne den "Partner" zeitig einzubinden. Ich denke dann existiert keine echte "Partnerschaft".

Absprachen deuten darauf hin, dass tatsächlich darüber schon gesprochen wurde. Dies ist wichtig.

Was die Kumpels betrifft, kann so etwas auch einmal sehr spontan initiiert werden. Jetzt kommt es darauf an wie er dich jetzt tatsächlich informiert hat und wie oft solche Überraschungstouren sind.

Wöchentliches volllaufen lassen würde bei mir aber schon den Verdacht aufkommen lassen, dass er ein Alkoholiker ist. Dies würde für mich die Beziehung absolut in Frage stellen, denn dann dominiert Suchtverhalten das gemeinsame Leben.
 
  • #4
Es geht nicht darum ob wir einen Sinn darin sehen, sondern ob Du noch einen Sinn darin siehst.
Du liest Dich etwas jünger und wie lange seid ihr schon zusammen?
Deine Geschichte erinnert mich an meine Nichte, die ähnliches hatte. Alkohol war zwar nicht so das Thema, das andere schon.
Ihr wurde es zu bunt und hat diese Beziehung beendet. Sie sagte, das braucht sie nicht, weil es ihre Gedanken von ihrem Studium abhält und das ist ihr wichtiger .
Hier geht es um Dich. Ihr habt eine Verabredung getroffen und er hält sie nicht ein. Doch braucht ihr diese Abmachung überhaupt? Ihr seht euch an diesem Wochenende oder Tag eh´nicht und Du könntest aus der Ferne nichts tun, sollte tatsächlich etwas vorkommen. Du würdest bei schlimmen Vorfällen sicher informiert werden.
Prüfe also für Dich, weshalb es Dir so wichtig zu wissen, ob Dein Freund feiert oder nicht und ob Du Deine Grenzen überschritten siehst. Meiner Nichte erging es so. Mir erster Partner studierte ein Jahr in Holland. Und hat viel, sehr viel gefeiert mit jeder Menge Alkohol und mehr. Was hätte ich 1000 km weiter weg tun sollen? (wir lebten damals schon zusammen) Gar nichts. Ich fands gut, dass er noch etwas lebte, er holte nach der Lehre sein Abi nach und studierte dann noch, was im im Vorfeld nicht möglich war. Und es war sein Kopfweh und seine Übelkeit.
 
  • #5
Wenn man zusammenlebt und dem anderen nicht sagt, dass man über Nacht weg zum Feiern ist, würde ich es seltsam finden.

Bei einer Fernbeziehung finde ich es ok. Er hat es dir doch nicht verschwiegen, wenn er es im Nachhinein gesagt hat.
 
  • #6
Von zustehen würde ich nicht sprechen, aber letztlich sind das schon Dinge die man mit seinem Partner teilen sollte, da dieser sich sonst, völlig zurecht, vom Leben das anderen ausgeschlossen fühlt. Ich denke auch nicht, dass das was mit Kontrolle zu tun, eher mit mangelnder Gleichgültigkeit.

Für mich hätte eine Fernbeziehung an sich schon keinen Sinn. In einer Beziehung sollte man schon den Alltag teilen. Da wäre es für mich das mindeste dass man sich Donnerstag Abend bis Montag früh sieht (wenn einer Auswärts arbeitet). Aber ihr scheint euch ja nicht mal am Wochendene zu sehen.
 
  • #7
Doch. Ich finde, gerade in einer Fernbeziehung ist es wichtig, schon zu wissen, was der andere macht (zu Hause sein, ausgehen usw.).
Warum sollte ich nicht sagen, wenn ich "feiern" gehe?
(Mein Partner/Mann würde sich freuen.)
Wir hatten auch zwei Jahre eine Fernbeziehung und wir wussten voneinander, was man so vor hat.
Natürlich sollte es von dem jeweils anderen kommen, dass man selber- oder der Partner- nicht dauern nachhaken muss. Das hat dann wieder was von "Kontrolle".
Keine Heimlichkeiten. Offenheit.
Dann muss man natürlich auch mal damit rechnen, nicht so begeistert zu sein.
Und wenn ich wüsste, dass mein Partner gerne mal über den Durst trinkt, würde ich mich auch sorgen.
 
  • #8
Frage: was würde sich ändern, wenn er es dir sagt?
Ihr führt, wenn ich das richtig verstanden habe, doch sowieso eine Fernbeziehung. Da reicht es doch, wenn er dir hinterher mitteilt, dass er bspw. gestern abend feiern war, oder so. Wenn feiern gehen für ihn was ganz normales ist, was er wöchentlich macht, er also sowieso immer das ganze Wochenende unterwegs ist, dann wird er gar keine Veranlassung sehen, dir das im Einzelnen vorher mitzuteilen. Schließlich bist du ja nicht seine Mutti, bei der er sich rechtfertigen muss, für jeden Schritt, den er tut. Ihr lebt ja noch nicht mal zusammen, das heißt, eurer Beziehung fehlt es eh an dem bedeutsamen Maß an Verbindlichkeit. Insofern lebt er halt wie ein Single. Kann er ja auch, in einer Fernbeziehung ist er ja auch die meiste Zeit Single.
 
  • #9
Das ist ein »Alibi-Gedanke«, den du vorschiebst, um immer »auf dem Laufenden« zu sein.
Und das tut keiner Beziehung gut.


Ja, ich bin mit bewusst, dass es wohl ein Teil davon ein Alibigedanke ist. Natürlich(?) möchte ich gerne wissen, wo mein Partner sich umtreibt. Nicht jeden Schritt, aber ist nicht genau in der FERNbeziehung es wichtig Verbindlichkeit und Nähe aufzubauen ?

Aber OK, ich verstehe, dass das eine Art der Kontrolle ist und für meinen Freund sich blöd anfühlt, wenn ich nun sauer bin, weil er mir nichts davon erzählt hat.
Nun ist das aber mein erster Impuls und mein Gedanke dazu "Was ist so schwer mir eine kleine Nachricht zu senden, wenn er es selbst auch als 'richtig' empfindet?".
Also löst sich mein Ärger nicht, nur weil ich weiß, es steht mir nicht zu, so etwas zu wünschen, was hilft euch, in einer Fernbeziehung das Vertrauen zu behalten?
 
  • #10
Bin schon der Meinung, dass der Partner grundsätzlich und auch in einer Fernbeziehung kurz anmerken kann: "Bin heute mit Freunden uw, schalte mein Handy aus oder habe eventuell keinen Empfang." Das ist für Viele, denen das Handy regelrecht angewachsen ist und somit 24 Stunden am Tag on, unvorstellbar, für mich allerdings nicht und damit dem Partner gegenüber nur fair. Mein Smartphone z. B. kommt nie aus meiner Tasche heraus, somit sehe ich oftmals erst Stunden später, dass ich eine Nachricht habe oder angerufen wurde. Sieht etwas anders aus wenn ich dringend einen Rückruf oder eine Antwort erwarte. Dann liegt es so, dass ich den Klingelton nicht überhören kann.

Ich stelle immer häufiger und verstärkt fest - gerade in diesem Forum -, dass viele Menschen sich zwar fest binden wollen, aber damit verbundene Verpflichtungen ein Graus sind. Da wird z. B. weiter fremd geflirtet und gegangen obwohl es einen Basis-Partner im Leben gibt. Ist ja wurscht, ich lebe nur einmal und daher tue und mache ich. Auch weil ich es kann weil der Partner eh nicht muckt, trotz solcher Eskapaden an der Seite bleibt. In meinen Augen extrem traurig, aber wahr und ich bin froh, dass ich anders gestrickt bin, Werte und Vorstellungen in einer Partnerschaft habe. Sage ich ja mit allen Konsequenzen, auch damit ich den Partner weder körperlich noch seelisch verletzte. Läuft die Beziehung nicht mehr rund und Bemühungen etwas zu ändern fruchten nicht gibt es nur Eins für mich: Trennung nach reiflicher Überlegung und auch die konsequent mit allem Zipp und Zapp. Ein Zurück gab es kein einziges Mal in meinem Leben.

Die meisten aber sind feige und lügen sich rein und raus. Mehr schlecht als recht denn am Ende fällt das Lügenkonstrukt wie ein Kartenhaus zusammen. Und auch da sage ich immer: Selbst schuld und die haben es nicht anders verdient.
 
  • #11
und da er mit dem Alkohol übertreibt, ist meine Sorge nicht ganz unbegründet.
Er sagt es Ihnen nicht, weil er weiß, dass Sie etwas gegen seinen Alkoholkonsum haben. Wieviel trinkt er denn jeweils? Bis zur Volltrunkenheit? DAS würde mich auch sehr stören - nicht die Tatsache, dass er nicht vorab erzählt, dass er “feiern geht“. Ich finde, dass man sich nicht immer beim Partner quasi abmelden muss/ erzählen muss, was man vor hat. Sauferei wäre aber für mich schon ein Riesenproblem. Letzten Endes ist er aber allein für sich verantwortlich. Sie haben ihm vermutlich schon paar Mal gesagt, dass Sie etwas gegen die Sauferei haben. Sagen Sie es ab jetzt nicht mehr und fragen Sie ihn auch nicht, wann er feiern geht. Sagen Sie ihm umgekehrt auch nicht, wenn Sie feiern gehen, das kann er dann auch nicht erwarten. Sobald er durch den hohen Alkoholkonsum fett, krank, oder auch verhaltensauffällig wird, würde ich ihn darauf hinweisen. Und sobald Sie die Zustände nicht mehr aushalten, trennen Sie sich. Ich finde häufigen hohen Alkoholkonsum abstoßend, weil ignorant und verantwortungslos. Aber es ist sein Leben, Sie müssen ihn lassen. Ihre Meinung dazu kennt er ja vermutlich schon.
 
  • #12
Also löst sich mein Ärger nicht, nur weil ich weiß, es steht mir nicht zu, so etwas zu wünschen, was hilft euch, in einer Fernbeziehung das Vertrauen zu behalten?
Genau das, was du dir auch wünscht. Offenheit.
Und die Fernbeziehung so schnell wie möglich beenden. Wenn's denn geht.
Für uns war es klar, dass einer zu dem anderen zieht.
Aber wir sind bestimmt auch älter als du.
Und Vertrauen kann einem nur der eigene Partner geben.
Und wenn es mal wieder hieß: "Ich treffe mich heute mit meiner Ex" oder "ich gehe mit den Jungs aus" , dann musste ich das schlucken. War aber besser als heimlich treffen.
Habe ich damals ja auch gemacht, mit anderen ausgehen.
 
  • #13
Nein, ich finde nicht, dass man den Partner oder die Partnerin über fast jeden eigenen Schritt informieren muss - zumal dann nicht, wenn man getrennt oder gar in einer Fernbeziehung lebt. Das hat etwas von Kontrolle, egal wie du das für dich umschreibst.
Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Teilhabe am eigenen Leben.Um Respekt dem anderen gegenüber.Damit er nicht da sitzt und wartet,sondern mit seiner Zeit auch was anfangen kann.Besonders in der Fernbeziehung,wo alles geplant werden muss.Menschen,die sich kontrolliert fühlen und selber über eigene Zeit bestimmen wollen,sollen am besten Single bleiben. Da können sie ihre Freiheit ausleben,wie sie wollen.Der Partner ist kein Gegenstand,das auf Knopfdruck einsatzbereit stehen soll.
FS,Männer verstehen kein Nörgeln ,sondern Konsequenzen.Gefällt es dir nicht,klare Ansage machen,dass du die nächste Zeit verplant bist,und sich daran halten.Aber er scheint keinen besonderen Wert auf dein Wohlbefinden zu legen,deswegen rechne langsam damit ,dass es bald aus ist.Solche Männer sind zu bequem und zu feige,selber Schluss zu machen,und zwingen mit ihrem Verhalten Frauen dazu.Ausserdem sich regelmäßig volllaufen zu lassen ist nicht die beste Eigenschaft.Das hätte mir mehr zu denken gegeben.
 
  • #14
Hat so eine Beziehung für EUCH überhaupt ein Sinn, wenn Absprachen kontinuierlich ignoriert werden ?
Einen Sinn hat es immer dann, wenn derjenige ein solches Spiel mitmacht. für mich käme so etwas nicht in Frage. niemals würde ich ein solches Spiel mitmachen, ganz einfach, so einfach und Punkt. Warum so einfach, ja wenn der Partner nichts dagegen tut, wenn man aus solchen und aus anderen Gründen leidet, so kann niemals eine Beziehung bestehen!
 
  • #15
Ich denke auch nicht, dass das was mit Kontrolle zu tun, eher mit mangelnder Gleichgültigkeit.

Für mich hätte eine Fernbeziehung an sich schon keinen Sinn. In einer Beziehung sollte man schon den Alltag teilen. Da wäre es für mich das mindeste dass man sich Donnerstag Abend bis Montag früh sieht (wenn einer Auswärts arbeitet). Aber ihr scheint euch ja nicht mal am Wochendene zu sehen.
Es fühlt sich einfach dadurch für mich nicht an wie eine Beziehung, wenn mein Freund sein Leben in seiner Stadt lebt und ich meins in meiner Stadt und ich Nachhinein immer irgendwas erfahre.
Meine Beziehungen vorher gingen einfach so, dass man den anderen mitgenommen hat. Wenn nicht physisch dann wenigstens psychisch. Da die Fernbeziehung bei uns leider kein Ende nimmt und ich kein weiteren Druck aufbauen möchte, baut sich nur der Druck in mir auf und ich bin Todunglücklich darüber. Diesen Mann liebe ich wirklich bis zur Hutspitze, aber diese alltäglichen Dinge fehlen mir und führen dazu, dass ich fiel Verbindlichkeit brauche und den Wunsch habe, er teilt sein Leben mit mir, wie ich meins mit ihm.
 
  • #16
Liebe FS,

ich gehe mit dir, für mich würde sich das nicht richtig anfühlen.

Ich weiß, warum ich keine Fernbeziehungen mag. Mir fehlt der Austausch, das Teilnehmen an der Welt des anderen. Kontrolle, nein Interesse. Interesse auch am Wohlergehen des anderen und hier in diesem Fall, das Bewusstsein, dass der Liebste gerne einen über`n den Knorpel gießt.
Er findet es umgekehrt doof, ein Grund mehr, sich darüber Gedanken zu machen. Ich würde das, beim nächsten Treffen ansprechen und klären. Vielleicht steckt dahinter auch nur eine Gedankenlosigkeit, wer weiß. Horch, was er dazu zu sagen hat, gab es vielleicht von deiner Seite diesbezüglich schon mal Mecker?
 
  • #17
Mit meinem Exmann war ab 24 über 8 Jahre ohne Kinder zusammen. Wir waren öfters getrennt feiern und mit Freunden unterwegs. Und das ohne Handy...geplantes wurde erzählt, der Rest via Telefonzelle und AB erledigt.
Informieren war uns automatisch wichtig auch bei spontanen Sachen.
Um Erlaubnis ging es nicht aber das Ok war wichtig. Vielleicht gehts einem nicht gut oder er hat was mit mir geplant.

In meiner langjährigen Fernbeziehung hatten wir feste Paarzeit.
Über geplante Unternehmungen ohne ihn, habe ich frühzeitig gesprochen.
Er zweimal nicht und ich war sauer: denn ich hatte auf dem Schirm, dass ich zu ihm fahre und somit stand ich da. Man hatte mir die Chance genommen, selbst mit Freundinnen oder so zu planen.
Aber wenn wir uns eh nicht sahen und das Essen mit der Freundin spontan zur Partynacht wurde, habe ich auch nicht informiert sondern am nächsten Tag erzählt.
 
  • #18
Besonders strange ist die Planung ganzer Urlaube oder von besonderen Tagen (z.B Geburtstag) ohne den "Partner" zeitig einzubinden. Ich denke dann existiert keine echte Partnerschaft.
Das sehe ich genauso, aber Menschen sind unterschiedlich.

Ich plane meine Zeit. Ich finde es schön, im Voraus zu wissen, was ich mache. Ich will meinen Jahresurlaub und besondere Tage mit meinem Partner verbringen. Wenn ich eine Verabredung habe, halte ich sie ein, auch wenn ich darauf keine Lust habe. Für mich ist das normal. Für mich fühlt es sich anders schlecht an, unzuverlässig.

Aber es gibt Menschen, für die sich genau meines schlecht anfühlt. Die wollen flexibel bleiben, spontan aus dem Bauch heraus nach Gefühl im Moment entscheiden, was sie machen. Verabredungen fühlen sich dann einengend, kontrollierend an. Wenn du die Einhaltung von Abreden forderst, wird das als Druck gewertet.

Es wäre gut gür die Beziehung, wenn ihr das ähnlich seht.

Es kann schon sein, dass er Dich anlügt, weil den Stress mit Dir vermeiden will. Das ist in der Beziehung natürlich schlecht.
Wenn Du ihn im Grunde nur kontrollieren willst, beachte, dass er erwachsen ist und keine 2. Mama braucht, die ihm sagt, dass er weniger saufen und früher ins Bett gehen soll.
 
  • #19
Bist du sauer, dass er dir nicht Bescheid gegeben hat oder bist du sauer, weil er keine Zeit für Dich hatte?
Wenn man die Wochenenden hauptsächlich zusammen verbringt und auch davon ausgeht, Zeit zusammen zu verbringen am WE, finde ich es unverschämt und gedankenlos, einfach feiern zu gehen (und dann am nächsten Tag in den Seilen zu hängen).
Aber wenn ihr Euch sowieso nicht gesehen hättet, dann ist es ja seine Sache und er hat es dir wohlmöglich verheimlicht, weil er nicht hören wollte, dass er nicht so viel trinken soll.
Er ist erwachsen und muss seine eigenen Fehler und Erfahrungen machen. Du bist nicht seine Mami.
 
  • #20
Hallo Fräulein,

Du willst keine Kontrolle ausüben... gleichzeitig willst Du aber doch ständig die "volle Kontrolle" haben! Finde den Fehler... das ist ein Widerspruch in sich.

Es gibt sicherlich Menschen, die sehen es als festen Bestandteil einer Beziehung an, immer über alles informiert zu sein, was der andere macht, am besten sogar noch, bevor er es macht, die erwarten auch an- und abmelden, etc. auch in einer Fernbeziehung.

Jeder so, wie er mag. Wenn sich beide Partner einig sind, paßt es ja dann für dieses Paar.

Für mich persönlich klingt das gruselig, so einem "Kontrollfreak" wie Dir ausgesetzt zu sein. Über jede Handlung informieren und Rechenschaft abgeben und bescheid sagen zu müssen, wann man wohin geht, womöglich noch, wann man wiederkommt, sich dann am besten noch beim anderen rückmelden müssen (weil der sonst "verletzt" ist...). Nee, wäre absolut gar nichts für mich. Käme mir da vor wie ein kleines Kind und der Beziehungspartner wie ein Erziehungsberechtigter. So eine Beziehung könnte ich keine Woche führen, dann würde ich die Plörren hinschmeißen. Würde mich unheimlich nerven und drangsalieren. Und ich wollte auch umgekehrt keinen "kleinen Bubi" als Partner, der mir das Gefühl gibt, seine "Mami" zu sein, bei der er sich ab- und anmelden muß. Unsexyer geht nicht... Jeder sollte auch noch ein eigenes Leben in einer Beziehung haben dürfen, wo er nicht über jeden kleinen "Pups" Rechenschaft ablegen muß. Wir sind ja alle erwachsen.

Aber das ist nur meine Meinung. Andere mögen das vielleicht ganz anders sehen.

Passieren kann Deinem Freund immer was, selbst wenn Du einen Meter neben ihm stehst. Von daher halte ich dieses Argument eher für unbewußt vorgeschoben, um Deinen Kontrollzwang vor Dir selbst zu rechtfertigen. Eine "Absprache" zwischen Euch war es ja offensichtlich nicht, eher eine Forderung von Dir, und so wie es ausschaut, hat er, um keinen Streß mit einer "verletzten" Freundin zu haben, des lieben Frieden Willens drauf abgenickt, oder?

Wenn Du Dir wegen seines Alkoholkonsums Deiner Meinung nach berechtigte Sorgen um ihn machst, würde ich lieber mal die gesamte Beziehung überdenken, ob dieser Typ wirklich was für Dich ist...

Just my few cents... aber wie gesagt, jeder sieht das wohl anders. Wichtig für Dich ist ja eigentlich nur DEINE Sicht- und Fühlweise... es muß halt mit der des Partners kompatibel sein und sollte für keinen krampfig werden. Denn das ist der Anfang vom Ende...
 
  • #21
Hallo Fräulein,

Du willst keine Kontrolle ausüben... gleichzeitig willst Du aber doch ständig die "volle Kontrolle" haben! Finde den Fehler... das ist ein Widerspruch in sich. Wichtig für Dich ist ja eigentlich nur DEINE Sicht- und Fühlweise... es muß halt mit der des Partners kompatibel sein und sollte für keinen krampfig werden. Denn das ist der Anfang vom Ende...
Ja, dass stimmt. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, weshalb mich da SO Verletzt.
Ich denke, es liegt an vielen kleinen Punkten. Das Gefühl, dass Absprachen nichts gelten -und da er diese Absprache und andere immer wieder missachtet hat, setze ich nicht mehr viel auf seine Worte.
Da er in der Zeit wo wir uns Treffen wollen/können immer etwas noch vorschieben muss, wie etwas reparieren, was ich in der Zeit ohne ihn machen würde/tue. Ich denke, hier kommt das eine zum anderen und am Ende will ich mehr Kontrolle/Zugeständnisse/Informationen, da ich merke, dass irgendwas fehlt was ich nicht ausgleichen kann.
Ich will nicht die volle Kontrolle. Das weiß ich, und so bin ich auch nicht vom Mensch her. Ich liebe mein Leben und bin selbst sehr freiheitsliebend aber auch sehr bindend in einer Beziehung. Ich brauche und will Verbindlichkeit. Mein Freund meinte mal im Streit, dass er mich ja auch anlügen kann. Das stimmt. Und damit würde er 60x durchkommen und irgendwann würde die Lüge aufgedeckt werden und die Trennung wäre zwangsläufig da. Genauso wie jetzt, wenn der eine etwas braucht was der andere nicht geben kann.
 
  • #22
Aber wenn ihr Euch sowieso nicht gesehen hättet, dann ist es ja seine Sache und er hat es dir wohlmöglich verheimlicht, weil er nicht hören wollte, dass er nicht so viel trinken soll.
Zum einen weil er oft feiern geht und bei mir durchhängt und ich mich anpassen muss und zum anderen in diesem jetzigen Fall, hat er das Wochenende nur für sich und seine Vorlieben und die gönne ich ihm auch, aber empfinde es merkwürdig und ernüchternd, wenn er diese Dinge tut, ohne mir kurz eine Nachricht zu schreiben, wie :'Du Schatz, ich geh jetzt spontan mit meinen Jungs los. Meld mich, wenn ich wieder nüchtern bin'.
Ich empfinde das als normal in einer Beziehung. Er findet es übrigens auch blöd, wenn ich das machen würde.

Ich denke nicht, dass ich mich wie eine Mama verhalte und ihn so erziehen will.
Ich hab ihm zum Beispiel noch nie ein Vorwurf gemacht, weil er Feiern war oder sich so wegkloppt, aber wenn er nächsten Tag mich besuchen will und das dann erst am Abend passiert, WEIL er wieder feiern war und dann den Tag über nur auf seinen Sofa chillen möchte und Tv schauen will, dann werde ich sauer.

Am Ende merke ich gerade, dass es Wehtut aber nicht funktionieren kann. So ein Partner will ich nicht und er wird sich nicht ändern.
 
  • #23
...ich finde es sehr schade, dass ein Thema wieder so einen negaiven Touch gibt bekommt. Kontrolle, was ist das?

und am Ende will ich mehr Kontrolle/Zugeständnisse/Informationen, da ich merke, dass irgendwas fehlt was ich nicht ausgleichen kann.
... sehr schön formuliert. Genau das spüre ich anhand deines Posts und berechtigt deine Gefühle. In einer einvernehmlichen Beziehung, erübrigen sich solcherlei Gedanken und Gefühle. Sie drücken sich aus durch Mitteilung, die Einladung, am Leben des anderen teilnehmen zu dürfen. Gerade in einer WE-Beziehung dürfte der Drang größer sein.
Liebe lebt davon, ständig Interaktion zu erleben. Die, wenn man sich auch in der Woche öfters sieht, allein schon durch die Anwesenheit, Gestik ergibt. In einer WE bricht ein ganz wesentlicher Teil weg.
 
  • #24
... da er mit dem Alkohol übertreibt, ist meine Sorge nicht ganz unbegründet. Hat so eine Beziehung für EUCH überhaupt ein Sinn, wenn Absprachen kontinuierlich ignoriert werden ?
Liebe FS,

mein Fall wäre dieser Mann nicht und ich würde so eine Beziehung nicht führen, doch - unabhängig von allem anderen, - allein die Tatsache, dass er es mit dem Alkohol übertreibt sollte dich dazu bringen den Kontakt von Grund auf zu überdenken.
 
  • #25
Liebe FS,
was für eine verrückte Frage, ob es Dir zusteht, Dich verletzt zu fühlen, weil....
Du fühlst Dich verletzt und es ist piepegal ob er oder ein anderer es Dir zugesteht.

In Deinem letzten Post ist erkennbar, dass Du Dich der wesentlichen Fragestellung annäherst. Diese lautet: "will ich mit einem Mann zusammensein, der Unruhe und Unsicherheit in mein Leben bringt, mich dazu bringt, dass ich mich mamahaft verhalte statt als Frau (Sexualpartnerin) und der sehr oft meine Gefühle verletzt."
Die Antwort auf diese Frage lautet ganz einfach "Nein", weil diese Beziehung Deine Lebensqualität reduziert statt sie zu steigern.

Was willst Du mit einem Mann, der sich regelmäßig derartig besäuft, dass Du Dir Sorgen machen musst, ob er heil nach Hause kommt etc? Kannst Du nichts Besseres mit Deiner Lebenszeit anfangen?
Du bist nicht seine Mama oder Therapeutin, nicht seine Erzieherin.
Ist der Mann nicht so, wie Du ihn als Partner willst, dann gib ihm den Laufpass und such Dir einen, der besser zu Dir passt, statt Dir Sorgen zu machen und Dich über ihn zu ärgern.

Ich bin selber in einer Fernbeziehung. Diese Beziehung ist meinem Partner genauso viel wert wie mir. Daher sind mir alle Deine geschilderten Probleme unbekannt.
Selbstverständlich weiß ich was mein Partner macht wenn wir nicht zusammen sind. Wir reden ja miteinander und da erzählt man sich das. Offene Kommunikation verhindert das Entstehen von Unsicherheit und die daraus resultierdenden Kontrollversuche.
Wenn er seine Freiheit braucht, dann gib ihm seine Freiheit. Diese hat er, wenn Du die Beziehung beendest und Du ein besseres Leben.

Ich wäre nicht verletzt, wenn
- er mir nicht sagt, was er in seiner Freizeit macht.
- er mir sagt, dass er mich belügen kann, wenn es ihm passt
- dass die Treffen mit ihm unerquicklich sind, weil er seinen Vollrausch vom Vortag auskurieren muß
-....
Ich hätte ihm bereits beim 2. Vorfall dieser Art eine klare Ansage gemacht, dass der 3. Vorfall das automatische Ende der Beziehung gewesen wäre, ohne noch irgendwas dazu zu sagen - einfach ghosten, weil klar: die Ansage gab es vorher.

Willst Du Respekt erfahren, dann verwandel' Dich nicht in einen wimmernden Waschlappen sondern steh' zu Dir, Deinen Gefühlen und Einstellungen.
Mit so einem Mann kann frau, die etwas Verbindlichkeit möchte garkeine Beziehung führen und erst recht keine Fernbeziehung.
 
  • #26
..., aber wenn er nächsten Tag mich besuchen will und das dann erst am Abend passiert, WEIL er wieder feiern war und dann den Tag über nur auf seinen Sofa chillen möchte und Tv schauen will, dann werde ich sauer.
Mir ging es mal so, dass ich in der Beziehung auch Dinge geplant habe. Z.B. Sonntag morgen bzw. Samstag Abend treffen ich mit ihm und wir unternehmen dann...
Es war dann auch so, dass er für sich ganz spontan entschieden hat, dass er doch erst später kommt oder an einem andern Tag...
Für mich war seine Spontanität furchtbar ärgerlich, weil er mir durch seine kurzfristigen Entscheidungen die Möglichkeit genommen hat, mich mit Freunden zu verabreden o.ä.
Für mich hat es sich respektlos angefüllt. Für ihn war es aber kein Problem.
 
  • #27
Hier zeigt sich was unterschiedliche Nähe-und Disranzbedürfnisse auslösen.
Aufeinmal steht man in der Ecke und muss sich rechtfertigen.

Wenn jemand 4x am Tag fragt, was ich mache: bin ich in permanenter Verteidigung wenn ich mich mal nicht sofort melde und wenn ich einen anderen aus Interesse frage muss ich verteidigen, dass ich nicht kontrollieren will.

Damit ist man oft so beschäftigt, dass man übersieht, wie wenig einem die Situation und das Verhalten eines anderen gefällt. Und wenn noch viele Gefühle hinzukommen möchte man sich cool und blind stellen.

Letztendlich geht es um Angst vor der Konsequenz, nämlich auch die schönen Dinge zu verlieren.
Irgendwann weiss man nicht mal mehr, ob man selbst spinnt!

Liebe FS ich finde Du verlierst Dich und das immer mehr.
Du fragst hier uns ob Du spinnst und falsch tickst.
Dabei sind hier auch unterschiedliche Menschen, passende und unpassende.

Mir scheint, dass Du alles versuchst mit der Beziehung klar zu kommen, während dein Partner seinen Stiefel durchzieht.

Mit dem richtigen Partner könntet ihr beide euren Stiefel durchziehen, ohne das sich einer schlecht bzw kontrollsüchtig fühlt
 
  • #28
Für mich ist eine Beziehung u.a. durch Teilhabe und Abstimmung definiert. Insoweit hat es nichts mit kontrollieren zu tun, wenn man voneinander wissen will, was der andere macht, wenn man nicht dabei ist.

Wer ein schlechtes Gewissen hat, weil er genau weiss, dass er z.B. zu viel trinkt, wird aber vermeiden wollen, dass der Partner jedes Gelage mitbekommt. Süchtige versuchen ihre Sucht zu verbergen. Er muss natürlich noch nicht süchtig sein aber wenn er sich regelmäßig volllaufen läßt wird er es werden.

Wenn Angehörige dies bemerken fangen sie vielleicht tatsächlich an zu kontrollieren. Ob das hilft?
 
  • #29
Liebe FS ich finde Du verlierst Dich und das immer mehr.
Du fragst hier uns ob Du spinnst und falsch tickst.
Dabei sind hier auch unterschiedliche Menschen, passende und unpassende.

Mir scheint, dass Du alles versuchst mit der Beziehung klar zu kommen, während dein Partner seinen Stiefel durchzieht.

Mit dem richtigen Partner könntet ihr beide euren Stiefel durchziehen, ohne das sich einer schlecht bzw kontrollsüchtig fühlt
Liebe Pixie, vielen Dank, für die Zeit den Beitrag zu schreiben, der hat mir noch ein wenig mehr die Augen auf gemacht!
Das Gefühl habe ich auch, dass ich mich verliere und er nicht der passende Partner für mich ist. Es ist nur schwer das zu vereinbaren mit dem tiefen Gefühl der Liebe was ich für ihn habe.
Das Gefühl, er sei so wertvoll, dass nicht auf der Welt diesen Schmerz je wieder lindern wird und dann der dauerhafte Schmerz, weil er meine Grenzen umreißt und missachtet. Nicht aus böswillen, sondern weil er erst einmal sich und sein Vergnügen sieht und erst in zweiter Instanz, mich.

Vikky, auch dir Danke. Deine Worte sind hart aber auch was Wahres dran.
Ich bin anders von Typ oder Erziehung, es fällt mir schwer, in mir selbst die alleinige Wahrheit zu sehen. Ich hinterfrage mich oft. Frage mich, ob dies und jenes fair ist und versuche die andere Person zu verstehen. Am Ende bin ich unsicher und weiß meine eigenen Grenzen manchmal nicht genau. Fremdgehen ist leicht : No-Go. Aber Verbindlichkeit? Verplantheit ?
 
  • #30
Ich bin anders von Typ oder Erziehung, es fällt mir schwer, in mir selbst die alleinige Wahrheit zu sehen. Ich hinterfrage mich oft. Frage mich, ob dies und jenes fair ist und versuche die andere Person zu verstehen. Am Ende bin ich unsicher und weiß meine eigenen Grenzen manchmal nicht genau
Ich verstehe dich absolut,da war ich,bin ich immer noch teilweise selber.Was dir helfen kann? Zuerst dich im gesunden,am Anfang vll.übertriebenen Egoismus zu üben.Egal, ob die anderen das gut oder schlecht finden-du willst es so,du fühlst es so,punkt.Zweitens,dich abkoppeln von dem Gedanken,wie irgendwas zu sein hat.Hinterfrage deine Ideen und Vorstellungen,fühlen sie sich gut für dich(nicht ob sie logisch oder passend sind).Drittens-Menschen,denen du tatsächlich
wichtig bist,nehmen dich an, so wie du bist,schaffen für dich Freiräume und sind in der Lage,mit dir zu kommunizieren, auch wenn sie Tacheles reden.Für alle anderen bist du nur bequem/vorübergehende Episode, unabhängig davon,was sie dir erzählen.Das betrifft Männer besonders.Der letzter wichtiger Punkt,andere Menschen müssen zuerst zu dir passen und sich in dein Leben fügen,nicht du auf Bedürfnisse anderer eingehen!Lern zuerst dich wichtig zu nehmen,dann werden es andere auch tun.Es geht nicht darum , andere zu benutzen, sondern sich zuerst selber wohlfühlen und dann dieses Wohlsein mit anderen teilen.