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  • #1

Starke Frauen zu geduldig?

Immer wieder beobachte ich in meinem Umfeld selbstbewusste und gestandene Frauen, die aus mir unverständlichen Gründen, mit Männern eine Beziehung eingehen, die ohne Zweifel psychische Störungen aufweisen und aufgrunddessen ihre Partnerinnen zeitweise sogar schlecht behandeln. Warum machen diese starken Frauen das mit, obwohl sie auch sichtlich darunter leiden? Das ist mir schleierhaft. Helfersyndrom scheint mir eine zu einfache Antwort zu sein…Liegt es daran, dass sie belastbarer, geduldiger, toleranter sind als nicht so starke Frauen? Wer als betroffene Frau hat schon mal in solch einer Beziehung gesteckt? Wie sind eure Erfahrungen? M 30
 
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  • #2
Hier der FS: Ergänzung:
Es geht hier vor allem um Männer, die sehr kompromisslos sind und eben ihr psychische Störung als Ausrede für generell inakzeptabeles Verhalten nutzen, während die starke Frau - zu meiner Verwunderung - lauter Kompromisse eingeht.
 
  • #3
Ich gehöre auch zu diesen 'starken' Frauen. Das zieht manche Männer magisch an, weil sie sich genau diese Stärke gegenüber ihrer nicht eingestandenen Schwäche wünschen.
Sie wünschen sich eine starke Frau, damit sie ihnen vieles (vor allem zu ihrer eigenen Verantwortung zu stehen) abnimmt.

Warum tun wir das?
Habe ich mich auch gefragt, die Antwort ist einfach:
Wir sind deshalb stark, weil es uns schon sehr früh an einem starken männlichen Gegenüber (Vater) gefehlt hat. Wir mussten diese Stärke entwickeln, weil uns auch keine Mutter geholfen hat uns zu zeigen, dass wir gut und richtig sind, so wie wir sind. Ja, wir sind serh belastbar, aber wir kennen unsere eigenen Gefühle nicht gut und nehmen sie deshalb auch nicht ernst genug.

Warum suchen wir uns solche Männer aus?

Unbewusst versuchen wir damit unseren Partner (Vater) zu knacken und wir hoffen immer und immer wieder, dass uns das mit unserer Liebe und unserer Stärke gelingen wird.
Aber es geht immer schief!

Erst seit ich das verstanden habe versuche ich auf mich zu hören, zu erspüren was gut und richtig für mich ist, meine Stärke also für mich und nicht immer für Andere zu nutzen.

Es beginnt langsam besser zu werden, aber es dauert sehr lange.
 
  • #4
Ich glaube, es gibt zwei Gründe, warum diese sog. starken Frauen sich für schwächliche Männer entscheiden:

1. Den Frauen ist bewusst, dass sie mit einem sehr selbstbewussten und in diesem Sinne starken Mann keine erfolgreiche Beziehung führen könnten. Stärke und Schwäche sind einander ergänzende Eigenschaften, weder zwei starke noch zwei schwache Menschen passen gut zueinander. Dieser Tatsache sind sich auch Frauen bewusst.

2. In ihrem Beruf begegnen die Frauen Männern auf Augenhöhe. Ich habe hier schon oft gelesen, dass sich berufliche Entscheidungsträgerinnen privat das genaue Gegenteil wünschen. Sie möchten sich fallenlassen können. Ich finde es zwar schwer verständlich, wie man beruflich und privat so entgegengesetzte Interessen vertreten kann, aber so scheint es bei Frauen zumindest zu sein. Vielleicht möchten sie damit einfach mehr Abwechslung in ihr Leben bringen. Beruflich erfolgreiche Männer dürften im Durchschnitt auch keine große Herzensbildung aufweisen. Das aber wünschen sich viele Frauen von ihrem Partner, weswegen sie eher nach einem schwächlicheren Partner Ausschau halten.

Dass einige der angesprochenen Frauen sogar soweit gehen, sich schlecht behandeln zu lassen, würde ich auf blinde Verliebtheit zurückführen. Die Sichtweise solcher Frauen kann man vielleicht so beschreiben: Ein böser Geist hat Besitz ergriffen von meinem Partner, so dass der mich jetzt schlecht behandelt. Deswegen muss ich meinem Partner jetzt helfen und ihm auf jeden Fall seine Verhaltensweisen verzeihen.
 
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  • #5
Ehrlich gesagt habe ich bei diesem Thema schon mal genau das Gegenteil erlebt:
selbstbewußte Frau, die den (schwächeren) Mann rundmacht, schikaniert wie auf der Kaserne. Wo man sich fragt: Geht es noch? Wieso machen Männer das überhaupt mit?
Ich war sprachlos!
 
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  • #6
Irgendwas Interessantes muss der Mann ja haben, dann weckt das irgendwie den "Jagdtrieb" wenn Gegeninteresse kommt, freut man sich.
Jede Form von Aufmerksamkeit ist besser als keine, und darum wird dann gekämpft.
Man macht sich abhängig von der Vorstellung eine Liebe zu bekommen.
Man bildet sich ein, die Person irgendwie rumzubekommen. Man verstrickt sich in Beziehungen, kämpft ständig um Aufmerksamkeit.
Starke Frauen können das nach Aussen hin sein, trotzdem sind auch sie unsicher und sehnen sich nach Bestätigung.

Ich kenne das zu gut, und ich muss zugeben ich bin da auch sehr geduldig da hast du schon recht mit deiner Vermutug. Aber das kann individuell ja auch verschieden sein.
Man macht sich einfach zum gefühlsmäßigen Sklaven...es geht doch irgendwie immer um Aufmerksamkeit. Bestätigung. Alles fürs Ego
Manchmal bin ich von der Vorstellung einen Mann rumzubekommen auch so überzeugt das ich es gar nicht mitbekomme, das er im Grunde nicht der richtige für mich ist
Es ist wie eine Mission. Zu gefallen. Wenn man dann in einer unzufriedenen Beziehung ist, strengt man sich manchmal noch mehr an. Damit was zurückkommt.
Oft sind diese Männer ja nicht total schlecht, und bei jeder liebevollen Geste wird man noch mehr bestätigt.
Hoffnung keimt auf. Da ist vieles schlechte sofort vergessen.

w28
 
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  • #7
Ich habe da andere Erfahrungen als ThomasHH gemacht.
Mein beiden besten und am meisten erfüllten Liebesbeziehung waren mit starken Männern (beruflich und privat), die souverän genug waren, meine Stärken zu akzeptieren und das sogar ausdrücklich gut fanden.
Aber es gibt auch Männer, die ihre eigene Stärke an der Schwäche der Partnerin messen.
Auf die lasse ich mich allerdings nicht mehr ein.
 
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  • #8
Der Beitrag von #2 trifft die Sache auf den Punkt!!

Ich bin so eine "starke" Frau. Genau was man so gemeinhin darunter versteht.
Mein Vater hat mich nie wirklich wahrgenommen oder bestätigt, eher ignoriert.
Wie wichtig aber die Rolle des Vaters als gegengeschlechtliches Elternteil ist und welche Auswirkungen das auf die spätere Partnerwahl hat, wurde mir erst bewusst, nachdem ich das Buch "Vatermänner" gelesen habe.
Sehr empfehlenswert!

Obwohl ich stark bin, habe ich ein ausgeprägtes "Schimanski-Syndrom" und ließ mir immer wieder viel zu vieles von nicht beziehungsfähigen und narzisstischen Männern gefallen in der Bemühung, mal einen davon "knacken" und wirklich "öffnen" zu können. Klappt aber nicht.

Ich wünsche mir und den betroffenen Frauen für die Zukunft die Fähigkeit, diese Erkenntnisse umsetzen zu können.

w/47
 
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  • #9
Lieber FS,

das trifft nun doch nicht immer zu.

Ich kenne es leider sehr gut, dass sich Männer mit gravierenden Problemen an mich hängen wollen. Es ist mir auch schon einige Male passiert, dass die Fassade sehr gut war und ich etliche Monate gebraucht habe, bis mir klar wurde, in welchem Maße der Mann Probleme hatte.

Aber, entscheidender Unterschied: nicht mit mir! Ich habe schon für zwei fast erwachsene Kinder zu sorgen und einen verantwortungsvollen Job- ich brauche nicht noch einen erwachsenen Jungen dazu.

Es war zwei Mal richtig schmerzhaft und ich habe zu lange Geduld gehabt, obwohl ich insgeheim wußte, dass es nicht gehen würde. Ich habe dann lange gebraucht für den Schlussstrich. Aber ich habe ihn gezogen und stehe absolut dazu- und hoffe im Moment mal wieder, dass es mit dem Mann, mit dem sich eine Beziehung anbahnt, gehen kann. Er scheint ein souveräner Power-Typ mit Herz zu sein- warten wir es ab...
 
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  • #10
Ich habe da eher Zweifel, was hier die Analysen angehen. ich bin auch so eine "starke" Frau. Und habe nicht einen Vater, der mich nicht wahrgenommen hat oder der als Mann nicht erkennbar war. Überhaupt nicht. Ich habe zwei Beziehungen hinter mir mit sehr klugen und souveränen Männern, die sich aber in ihrem privaten Leben und der Fähigkeit, eine Beziehung zu leben, auch durch Krisen, leider als schwach erwiesen haben. Das habe ich nach vielen Jahren erst erkannt und begriffen. Ich suche aber nun nicht nach einem "schwachen" Mann, was immer das im einzelnen ist. Und ich glaube auch nicht an die Theorie von ThomasHH, dass sich zwei starke Menschen nicht zusammen tun können.

Eher ist es wohl so, dass Menschen, egal ob Frauen oder Männer, von einem anderen Partner die "Erfüllung" dessen erhoffen, was sie selber als Mangel bei sich empfinden. Und merken dann irgendwann, dass das leider scheitert und suchen den nächsten, mit dem das klappt. Statt sich darum zu kümmern, sich selber das zu geben, was sie für nötig halten.

Die Männer, die der FS beschreibt, erscheinen deshalb "stark", weil sie eine (feste) Meinung haben, keine oder nur wenig Kompromisse machen usw. Das übt auf viele "starke!" Frauen einen Reiz aus, weil man hofft, dass man sich daran reiben und gemeinsam entwickeln kann. Oft sehr spät, manchmal zu spät. erkennt man dann, dass man sich nicht reibt, sondern aufreibt und eine blutige Stirn holt - weil die vorgebliche "Stärke" und Männlichkeit in Wirklichkeit einfach nur schwach ist. Und weil "starken" Frauen so oft eingeredet wird, dass sie zu wenig emotional seien (und oft glauben wir es dann selber auch schon), haben viele von uns besonders viel Geduld......

"Starken" Frauen geht es wie vielen anderen Frauen und Männern auch: sie machen ihre Fehler, oft auch mehrfach, und dann lernen hoffentlich viele von uns daraus. Und merken vor allem, dass "stark" nicht bedeutet, eine Fassade aufzubauen, sondern wirklich mit sich im reinen zu sein.
w
 
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  • #11
Die #2 hat es auf den Punkt gebracht! Bin auch eine starke Frau & ein Weisenkind. Dieses Problem habe ich aber nicht: interessiere mich nur für selbstbewusste & starke (stärkere) Männer. Habe aber eine Freundin, die eben dieses Problem hat (sie ist auch ohne Vater grossgeworden). Ihr letzer Freund/Ehemann war psychisch gestört , ich würde sagen, psychisch krank , eben beziehungsfähig und narzisstisch, hat sie sehr schlecht behandelt, regelrecht runtergemacht und... trotz allem hängt sie an ihm! Ich versuche ihr zu helfen, es klappt aber nicht wirklich...Ich habe auch keine Erklärung, warum es so ist.. Vermute mal, sie möchte ihn "knacken".. ob es sich lohnt? ..
 
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Gast

  • #12
Ich glaube @2. Um mal bei der Ursache "Vater-Tochter-Beziehung" zu bleiben. Eine Freundin erklärte mir, sie wollte mit ihrem kranken Ex den Moment einholen, den sie mit ihrem lieblosen und kalten Vater hatte. Es sei wie eine neue Chance gewesen. Mit ihrem damaligen Freund hätte sie noch mal die Möglichkeit gehabt, diesem Überich zu beweisen, dass sie doch ein braves Mädchen ist und sie glaubte, die langersehnte Liebe (eigentlich Vaterliebe) nun schlussendlich bekommen zu können. Sie wollte von ihm die Bestätigung, dass sie ein liebenswerter Mensch ist.
Ein Irrglaube. Er hat sie fertig gemacht.
Die Beziehung endete zwar, aber sie muss heute eine Therapie wegen ihm durchmachen.
 
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  • #13
ich wurde als frau nicht stark, weil ich keinen vater hatte oder von ihm ignoriert wurde oder nicht die nötige anerkennung bekam, sondern weil mein herrschsüchtiger vater, seit ich ein kleines kind war, jeden hauch von eigenem willen bei mir unterdrücken wollte, auch mit schlägen. und meine mutter hat das alles achselzuckend mit angesehen und ihn machen lassen - auch weil sie nicht den mut hatte, dazwischen zu gehen.
mir fehlte wohl schon immer dieser hang zum blinden gehorsam, alles habe ich hinterfragt, schon als kleinkind udn habe meinen vater dadurch extrem provoziert. ich bin kein einzelkind, aber war von allen kindern, die einzige kämpferin. natürlich habe ich das als kind nicht verstanden, man denkt ja, es sei normal, wie eltern so sind. ich bin an der härte meiner eltern nicht zerbrochen. eigentlich haben sie alles getan, um meinen Wiederstandsgeist zu stärken. jahrzehnte langes training im elternhaus haben aus mir unabsichtlich eine frau gemacht, die vor niemandem mehr angst hat. das ist mein innenleben, und äußerlich sieht man davon nix. ich bin klein, zierlich, mädchentyp.

ich habe immer nur nach starken männern gesucht. auch wenn es hart klingt: ich verachte schwäche, besonders charkterschwäche. es ist geradezu ekelhaft und stößt mich ab. es gibt auch zuviel davon.
starke männer? ja ich habe sogar immer starke männer als partner gehabt - d.h. scheinbar stark. ich ziehe solche auch an, zumindest früher. sie sehen das mädchen in mir, das sie beschützen wollen, ich bin so erst mal die ideal partnerin. anfangs glaubte ich immer, ich kann mich bi IHM geborgen fühlen, fallen lassen und vertrauen. bis ich ihn dann mit der zeit wirklich kennen lerne und er mich. in wirklichkeit war noch keiner wirklich stark, wenn es drauf ankam. vor allem in problemsituationen war ich immer die stärkere, die dann auch das ruder übernehmen musste, weil er nicht mehr wußte, wo es lang ging und hilflos wurde und dann zum anhängsel wurde. die ganze stärke, eigentlich nur gespielt und für den normalen alltag tauglich, aber in krisenzeiten ... nix mehr da von dem ganzen machogehabe ;)

ich suche nicht mehr, aber es wäreschön gewesen, ich hätte einmal "meinen wahren helden" kennen gelernt. aber wie im film: alles schauspieler
 
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Gast

  • #14
Nenne es einfach komplimentär Narzismuss. Es gibt ein tolles Buch mit dem Titel "Eitle Liebe" und dort findest Du so zeimlich alle Antworten. Obwohl ich genua weiß, was mit mir los ist folge ich noch immer meinem alten Beuteschema. Und es sind meist narzisstische Männer. Darum lebe ich mit Ihnen Affären und lass die Finger weg von Beziehung. Mein Leben ist dadurch recht spannend haben diese Männer doch meist ein starkes Charisma und ein tolles Leben. Ob ich selbst wahre Liebe zulassen kann weiß ich nicht. Nur geht es mir selbst besser seit dem ich weiß warum es immer solche Männer sind.

W41
 
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Gast

  • #15
Hallo "starke Frauen"
ich begrüße euch alle und wünsche euch Frohe Weihnachten
Also ich bin immer noch wach und kommt mir es vor als ob ich vor mehrere Spiegeln mein ICH wieder erkenne......
@12 ich habe auch die Suche aufgegeben da nur langweilige selbstsüchtige Männer noch gibt.
Eine Hofnung habe ich allerdings noch nicht aufgegeben, nähmlich einen Schulter zum Anlehnen gibt der mit guten, gesunden ER gepolstert ist.

W/39
 
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  • #16
Liebe #12,

sehr, sehr lange ging es mir wie Dir und ich hatte eigentlich aufgegeben.

Mein falsches Muster ist mir inziwschen bewusst, und ich habe ernsthaft versucht dagegen anzugehen. Offensichtlich kann ich aber nicht über meinen Schatten springen!

Ich kenne seit mehr als zwei Jahren einen Mann, den ich für seine innere Stärke sehr bewundere. Er hatte nach einer sehr schwierigen Kindheit und Jugend Depressionen, hat sich seinen Gespenstern gestellt, daran gearbeitet und konnte eine Familie haben, wenn auch mit Problemen, ist auch beruflich erfolgreich.

Er kennt sich sehr gut und spürt genau, wann es ihn wieder "beutelt". Natürlich sucht er auch die Beziehung zu mir, weil er diese Stärke spürt, meinen unbedingten Willen, und er hat auch schon begonnen zu "kleben". Ich habe ihn sehr klar zurück gewiesen und seitdem ist er äußerst zurückhaltend, er hat gespürt, dass er mich verliert, wenn er mich nicht los lässt.

Eigentlich wäre er ein Mann, der endlich mal nicht meinem Schema entspricht, der mich innig liebt, auf Händen tragen würde- und ich kann nicht. Ich finde ihn einfach nicht erotisch genug- ich hätte in einer solchen Beziehung sicher eine Affaire nach der anderen. Das geht für mich nicht, ich betrüge einen Partner nicht.

Offensichtlich sitzt dieses Muster einfach zu tief. Es ärgert mich sehr, dass ich verstanden habe, was ich immer falsch mache- und dennoch nicht dagegen an komme. Warum, verflixt?
 
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  • #17
@12
Klingt ja alles prima...
Nur, was sind denn z.B. solche Krisenzeiten wo deine starken Männer immer versagt haben??
Und was ist der Alltag?
Ich finde ohne explizite Beispiele solches Gerede von Starken und Schwachen immer sehr oberflächlich, denn jeder hat ja eine andere Definition von stark bzw. schwach.
 
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  • #18
mir wird immer wieder unterstellt, dass ich eine starke Frau wäre.
Leider fühle ich mich nicht immer so.
Ich suche einen Partner auf Augenhöhe, aber begegne oft nur solchen, die eine Frau suchen, die ihnen ihre Probleme abnimmt und quasi Muttis Nachfolge annimmt oder wenigstens eine Tendenz zu Hausfrau, Hure und Krankenschwester hat.
Damit tu ich mich schwer. Ich bin stark, weil ich es sein muss und nicht weil ich es mir so ausgesucht habe. Ab und an wäre es schön, wenn jemand für mich da wäre und mir auch einmal eine Entscheidung abnimmt oder mich wieder auf den Boden der Tatsachen holt.
Ich denke, dass starke Frauen oft an "schwächere" Männer geraten, weil sie sich selber nicht als so stark empfinden oder sehen wollen und somit unbewusst nach dem suchen, was sich selber eigentlich gerne wären. Leider ist das dann aber oft nicht das was sie eigentlich brauchen.
Ich versuche mich gerade von einer Liebe zu erholen, in der mein Partner, kreativ, liebevoll, motivierend, zärtlich und einfühlsam war, aber dennoch nicht in der Lage sich für mich und ein Leben mit mir zu entscheiden. 90% von ihm entspricht dem Partner, den ich immer geglaubt habe zu suchen und mit den restlichen 10% hat er mir regelmäßig meine Gefühle verletzt, mir das Vertrauen genommen und mir das Gefühl gegeben nichts wert zu sein.
Und anschließend hat er sich gewundert, dass ich gegangen bin, weil ich zu seinen alleinigen Bedingungen nicht leben wollte und konnte.
Aber das Schlimmste daran ist, dass ich das zugelassen habe, weil ich geglaubt habe zuviel zu fordern. Soviel zum Thema stark.
Meiner Erfahrung nach finden viel Männer starke Frauen toll - solange sie als Problemlöser funktionieren oder wenigstens nicht unbequem sind, was sie als Lebenspartner aber wären, da sie ja auch für ihre Bedürfnisse was einfordern.
 
  • #19
#15
verstehe nur zu gut, was du schreibst.

'Er beginnt zu kleben...', es ist richtig, ihm klar zu machen, dass er dich verliert, wenn er zu stark klebt. Geht mir mit meinem neuen Partner auch so!

Er entspricht nicht deinem Muster und ist damit nicht erotisch genug. KENNE ICH!

Ich habe mich dennoch für diesen Mann entschieden, der mich so sehr liebt (und ich denke, sicher wieder mal wegen der 'Stärke')

Aber ich habe mir vorgenommen diese Stärke sinnnvoller für mich zu nutzen. Zu spüren, wann mir was gut tut und wann nicht, ihm zu sagen, dass ich viel Zeit brauche, meine große Traurigkeit über Vergangenes zuzulassen und mich von ihm auch halten zu lassen. Und nicht, weil ich ihn als Hilfe brauche, sondern, weil er es zulassen kann und will, dass ich auch nicht immer nur stark bin!

Merke aber auch an manchem, dass er diese Stärke auch für seine gelegentliche Entscheidungsunfähigkeit nutzen möchte...da lerne ich im Moment, dass es wichtig ist, dies nicht zuzulassen!
Es ist schwierig, da ich schnell wieder in mein gewohntes Muster verfalle: zu sehen, wo er (angeblich) Hilfe braucht und dann einspringen! Tu ich aber nicht mehr! Ich sage mir immer wieder, lass ihm da seine eigene Verantwortung, sonst wird er zum einen für mich uninteressant, zum anderen habe wieder ich einem Mann etwas abgenommen was seine eigene Aufgabe wäre!

Ich glaube, er könnte der Mann sein, mit dem ich diesen Weg weg von meinem Muster gehen kann.

Was die Anziehungskraft der Anderen anbelangt, darüber bin ich noch nicht hinweg! Hoffe, die Zeit und neue Erfahrungen erleichtern es!

Bin gespannt, wie dieser Thread weitergeht!!
 
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  • #20
Bei mir eine Mischung aus #2-#7-#12. Jahrelang hat sich das herauskristallisiert. Vater dominiert alles, Mutter kann sich nur mit leider verkehrten Mitteln wehren.Habe versucht es aus allen Blickwinkeln zu sehen und zu verstehen. Habe versucht Harmonie, Augenhöhe, Gleichberechtigung, Respekt herzustellen. Ohne Erfolg. Habe Aversion gegen Dominanz durch Unehrlichkeit und Bluff, Macht ausspielen.

Es heisst: Man kann sich nur selber ändern. Man kann niemanden anderen zu Verständnis und Einsicht zwingen. Ich habe aufgegeben weil ich das verstanden habe und akzeptieren muß. Seitdem fühle ich mich wirklich stark. Muß mich aber an das neue Gefühl erst gewöhnen.
 
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  • #21
Leider wird nie deutlich, was für die VerfasserInnen eigentlich "starke" Frauen ausmachen. Sowohl in ihrem eigenen Selbstverständnis (hier verstehen sich ja manche der schreibenden Frauen als "stark") noch in der Außenwahrnehmung. Selbstbewußtes Auftreten und gestanden (= beruflich erfolgreich ?) sind ja nun keine wirklichen Kriterien für persönliche/menschliche Stärke, sondern oft genug nur Rollenmuster, die eingeübt wurden (vgl. #17 "... bin stark, weil ich es sein muss...") oder nur Reaktionsbildungen auf Auseinandersetzung mit einer negativen Vaterfigur. In der Literatur zur Persönlichkeitsentwicklung sind "starke" Frauen dagegen meist als Frauen mit einer sehr positiven (!) Vaterbindung und entsprechender Förderung durch den Vater beschrieben.

Ebenso wenig wird abgesteckt, was unter Männern mit "psychischen Störungen" verstanden wird. Eine psychische Erkrankung ist ein abgrenzbares Bild, das sich entsprechend auch diagnostizieren und beschreiben lässt. Hier könnte es ziemlich alles sein. Es gibt allerdings mehrfach direkt und indirekt Hinweise auf ein "Schimanski-Syndrom", und das scheint mir eher in Richtung narzistischer Macho zu gehen. Da finden wir dann demonstrative Virilität in Verbindung mit einer Kombination aus Sentimentalität und ausgeprägter Durchsetzungsbereitschaft (um nicht gleich von Brutalität zu sprechen) als das erträumte Ideal. Kann es das sein? Ist das nicht viel mehr schon wieder die negative Vaterfigur ... die man hofft, positiv wenden zu können, in dem man eigene Stärke (?!?) entgegensetzt ... ?

Aber vielleicht haben viele Frauen auch nur Angst davor, ihre eigenen Rollenbilder zu reflektieren ...
 
  • #22
#20

OK, versuchen wir Stärke zu definieren:

Bin keine Psychologin, aber meine eigene Erfahrung:
habe 3 'wohlgeratene' erwachsene Kinder, für deren Weg ich entscheidend mitverantwortlich war, einen Beruf in leitender Position mit äußerst gutem feedback, bin aus einer langen Ehe ausgestiegen, weil ohne Kinder nicht genug Vertrauen und Basis mehr da war, werde von außen und vor allem auch im engen Kreis als stark und selbstbewusst erlebt, erlebe mich selbst auch meist so!

Habe aber auch andere Seiten, da kein positiv bestärkendes Vater- und Mutterbild vorhanden war. Habe auch die Stärke seit meiner Trennung eine Therapie zu machen, um meine Muster zu erkennen und ändern zu lernen!!!

Dies alles zählt für mich schon sehr als Stärke! Sehe auch immer wieder nach vorne und begegne meinem Leben meist mit positiven Gedanken.

Ich denke auch nicht, dass wir hier von krankhaft veranlagten Männern sprechen, sondern von einem Muster, dem manche von uns Frauen immer wieder verfallen, nämlich auf Männer zu fliegen, die gerade diese genannte Stärke für sich nutzen wollen.

Und obwohl wir 'stark' sind können wir diese Stärke nicht immer positiv für uns selber nutzen! Das ist mein Problem.

Ich beneide die Frauen, die an einer guten Elternbeziehung wachsen konnten und gönne es ihnen auch!

Genau weil ich es nicht durfte und es heute verstehe, möchte ich mein 'starkes Potential' dafür nutzen, um nicht immer wieder dieselben Fehler zu machen!
Im Übrigen würde ich auch das als Stärke definieren, gerade wenn es einem nicht geschenkt wurde!

Damit verurteile ich aber solche Männer nicht und bezeichne sie auch nicht als krankhaft, sie springen aber auf etwas an, was wir signalisieren. Und erst wenn wir dies selbst verstehen, können wir durchaus etwas daran ändern.

Mit der negativen Vaterfigur in deinem letzten Abschnitt hast du sicher Recht, aber dein letzter Satz gilt zum einen für alle (Männer und Frauen) und zum Anderen ist er zu platt. Klar viele überdenken ihre eigene Rolle nicht, aber um die geht es ja laut Fragestellung nicht!
 
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  • #23
@20 Zur Erinnerung: Das ist ein Forumseite im Internet. Hier wird nicht der Anspruch gehegt, dass auf Basis einer wissenschafltich korrekten und einheitlichen Definition eine Diskussion entsteht. Es geht neben einer freien Diskussion rund um das Thema in erster Linie um einen Erfarhungsaustausch. Dein wissenschaftlicher Anspruch würde hier den Rahmen sprengen, meiner Meinung nach und bremst den Erfahrungsaustausch.Außerdem geht es hier nicht um Theorie (!), sondern Praxis.
 
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  • #24
Erstaunlich ist für mich, dass dieses ganze Gerede über angeblich "starke Frauen" typisch für deutsche Foren ist und in Frankreich in dieser Form nie auftaucht, da die polemische Begrifflichkeit und die Verbissenheit der Debatte offenkundig typisch deutsch zu sein scheint.

Ich finde schon den Begriff der "starken Frau" realsatirisch, da völlig inhaltsfrei, und die ganze Assoziationskultur, die sich darum rankt, ebenfalls. Denn nichts ist vordergründiger und trivialer als die pauschale Zuordnung oder Absprache von Stärke.

Was heißt das konkret? Da es nirgendwo konkretisiert wird, ist das ganze Getue ein rein semantisches Spielchen.

Da werden Pauschalbegriffe unsubstantiiert verwendet und Banal-Ratgeber aus der Psychoecke gegeneinander abgewogen - wirklich glänzend.

Ich habe diese Meinung: es gibt extrem viele, sehr unterschiedliche Paare hinsichtlich der Lebensbewältigung. Einer ist meist erfolgreicher und gesettelter als der andere. Solange es beiden gut damit geht, ist es doch grundsätzlich kein Anlaß für Außenstehende, den Zeigefinger zu erheben. Bin ich der Richter über meines Nachbars Beziehung? Nein, bitte nicht.

Im Übrigen gibt es ganz viele Fälle, in denen es umgekehrt verläuft, sprich: ein erfolgreicher und stabiler Mann eine labile Frau ohne viel eigene Errungenschaften durchs Leben schleppt. Niemand echauffiert sich ernsthaft darüber. Aber wehe, eine einigermaßen gesettelte Frau führt eine Beziehung mit einem Mann, der vielleicht Probleme hat - schon geht das Theater los, Pauschalbegriffe über die armen "starken Frauen" und ihre ach so unglücklichen Beziehungen, mutmaßliche Hintergründe aus Freuds Mottenkiste, die Psychoratgeber ad infinitum...

Ich denke immer wieder, dass die Problematik in Deutschland nach wie vor die völlige Getrenntbetrachtung der Geschlechter ist. Heiratet der Zahnarzt seine Sprechstundenhilfe, die seit der Realschule nicht mehr viel gemacht hat außer ihm schöne Augen, ist alles paletti. Heiratet die - vielleicht nur mäßig erfolgreiche - Projekteuse von IBM, die ja so wahnsinnig wichtig ist, dass ohne sie die Marktwirtschaft nicht mehr läuft, schockierenderweise nur den Sub-Projekteur (Hinweis: Ironie), schreien alle Geschlechtsgenossinnen auf: wie kann sie nur, ohgott die arme "starke Frau", welche Tragik, welche Verfehlung, ist vielleicht ihr Vater schuld?

[[Mod: Pauschale Abwertungen anderer Beiträge entfernt]]
 
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  • #25
(zur #22) Es geht auch nicht um Wissenschaftlichkeit. Aber gerade in einem Forum, in dem man nicht unmittelbar Verständnisfragen stellen kann, sollte immer deutlich werden, was jeweils gemeint ist.

So theoretisch das (leider) gar nicht, denn das Muster, dass Mennschen (Frauen und Männer) immer wieder an denselben Typus Partner geraten und dabei diesselbe Enttäuschung erleben, ist leider sehr alltäglich. Da die anderen nun mal nicht zu ändern sind, bleiben nur die Fragen nach der eigenen Rolle und dem eigenen Verhalten.
 
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Gast

  • #26
@22
Nur besteht halt ohne ein bisschen Reflexion die Gefahr, dass das Thema in Schulterklopfen und geschickt verpacktem Selbstmitleid abrutscht. Nach dem Motto, ich bin stark, na klar, die Beziehung hat nicht geklappt, also war der Mann wohl schwach.
 
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  • #27
Ich werde hier sicherlich keine Beispiele aus meinem Privat-oder Berufsleben skizzieren, um meine Stärke plakativ zu machen.
Wir sind doch hier schon alle ziemlich lange erwachsen, insofern sollte jeder hier genau wissen, wann man ein Mensch als sehr starker Mensch bezeichnet werden kann.
Auch der Unterschied zwischen Alltag und Krisenzeiten sollte einem erwachsener Mensch aus Erfahrung auch bekannt sein. Wem nicht, der hat dahingehend Glück gehabt.
Zur Info: Krisenzeiten sind solche, die das Leben durch sehr ernsthafte existenzielle Probleme erschüttern, sozusagen Scheidewege, die die Zukunft dramatisch verschlechtern oder ruinieren können.
 
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  • #28
Die schwächeren Männer suchen jemand, der ihnen die Lebensarbeit abnimmmt und sie mit dem Leben erfüllt. "Mein Fall" war zwar nicht wirklich ausgeprägt , trifft aber doch auf die Beschreibung von #2 zu! Das stimmt zu 100%, die Frauen, die keinen Vater hatten, nehmen viele Sachen anders wahr. Sie werden viel früher erwachsen und haben, leider Gottes, mehr Defizite als die anderen. Es ist aber doch möglich, diese Defizite selbständig "aufzuarbeiten", eigene Fehler entdecken und sich eingestehen, so dass man deswegen nicht unbedingt Single bleiben sollte!.. Aber es ist wirklich schwierig , und es ist eine höllische "Kopfarbeit"... aber es ist doch möglich.
Viel Glück und sehr viel Liebe wünsche ich allen starken Frauen!!
 
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  • #29
Ich hätte gerne einen gleichstarken bzw. gleichschwachen Mann. Stark sein und schwach sein wechselt sich doch ab. Er soll nicht stärker sein als ich, sondern als Paar sollte man sich ergänzen und sich gegenseitig stärken. Ist ein solcher Wunsch so unnormal?
 
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  • #30
@26 Von welchen Defiziten bei starken Frauen ist hier die Rede? Nicht den Schlussstrich ziehen können? Vielleicht solche, dass so eine Frau ihre Stärken nicht für sich nutzen kann? Eigentlich sind es doch dann Defizite, die nur ihr selbst schaden, oder?