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Gast

  • #1

Spielt die politische Einstellung für die Beziehung für Euch eine Rolle?

Welche Rolle spielt für Euch die politische Einstellung eines potentiellen Partners? Würdet Ihr jemanden, den ihr sonst gut findet, als Partner ablehnen, wenn seine politische Meinung Euch nicht behagt? Ich habe das früher nicht so wichtig genommen. Ich interessiere mich aber sehr für Politik und in meiner letzten Beziehung habe ich festgestellt, das es durchaus auch im privaten Leben zu Reibereien führen kann, wenn man politisch nicht harmoniert. Ich wähle eigentlich immer eine der bürgerlichen Parteien und meine Ex war eine überzeugte Grüne. Mir ging nach einer Weile das Emanzipations-Gerede ebenso auf die Nerven wie die Grundsatzdiskussionen, ob man im Winter Erdbeeren kaufen darf und ob wir Öko-Strom beziehen sollten. Ich bin zum Ergebnis gekommen, dass eine Beziehung besser funktioniert, wenn man auch mit demselben politischen Spektrum sympathisiert.
 
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Gast

  • #2
Ganz klar ja. Ebenso wie religiöse Überzeugung.
Sofern man von Anfang an ausschließt über politische und religiöse Themen zu reden, kann es funktionieren (voraussgesetzt man hat gegenteilige Ansichten).
Dies setzt aber große Toleranz und wirklich Liebe und Achtung zum Partner voraus, nämlich, dass einem die Beziehung wichtiger ist als gleiche politische Ansichten.
Kenne ein verheiratetes Paar, sie ist Zeuge Jehovas, er hat mit Religion nichts am Hut und mit Zeugen Jehovas schon garnicht. Dennoch funktioniert die Ehe. Man kann auch getrennte Hobbys haben ohne gleich die Beziehung in Frage zu stellen.
Sobald man allerdings merkt, das gegenteilige Einstellungen zum Streitthema werden,
sollte man die ganze Beziehung in Frage stellen und nicht die Ansichten.
 
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Gast

  • #3
Ja, du hast wohl Recht.
Ein sehr konservativer Partner, der eine der Parteien mit dem C am Anfang wählt oder die Partei mit dem F am Anfang würde mit mir vermutlich eher nicht harmonieren, auch nicht jemand, der im Winter Erdbeeren essen will oder Öko-Strom (nach Fukushima!) ablehnt.
Emanzipations-Gerede wird von mir niemand hören, aber alles andere, was du aufzählst, gehört für mich zu den Selbstverständlichkeiten und nicht zu den extremen politischen Ansichten.
 
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Gast

  • #4
Es kommt darauf an, ob die politische Haltung in die Beziehng mit einfließt. Man kann unterschiedliche Positionen durchaus respektieren. Ich bin emanzipiert und konservativ. Doch, das geht. Diese Haltung ist meine Privatsache. Worauf sich mein Partner einstellen muß, ist, daß ich eine eigene Meinung habe und selbständig bin.
Extremisten jeglicher politischer und religiöser Lager haben bei mir dann schlechte Karten, wenn sie beginnen, mich zu missionieren.
Was symbolische Handlungen betrifft, im Winter keine Erdbeeren kaufen, die und die Tankstelle boykottieren etc., so kann das mein Partner tun, sollte mich aber nicht dazu anhalten, es selbst zu tun.
Ich halte aber plakatives "Gutmenschentum" wie auch offensives Entwerten anderer Menschen für eine Charakterschwäche, die aus mangelndem Selbstbewusstsein kommt. Insofern kann ich mir vorstellen, daß solche Menschen für mich problematisch sind.
 
  • #5
Ich möchte mit meinem Partner zumindest grob politisch harmonieren.

Ich möchte GEMEINSAM Lebensziele verfolgen und ähnliche Ansichten und Wertvorstellungen haben. Dazu gehört auf jeden Fall auch die politische Grundeinstellung. Ich möchte auch nicht an Wahlabenden für konträre Parteien fiebern oder mich mit meinem Partner über politische Ziele steiten. Es ist ungeheuer wohltuend und entspannend, sich politisch einig zu sein. Für spannende Diskussionen ist dennoch immer genug Raum gewesen.

Mal abgesehen davon, dass extreme Parteien ohnehin nicht in Frage kommen, dazu zähle ich die Linken und alle rechtsnationalen Parteien, bin ich auch innerhalb des akzeptierten Spektrums grün-rot-schwarz-gelb zumindest für eine ganz bestimmte Linie aus Vernunft, Freiheit und Eigenverantwortung. Wer da nur von Umverteilung und Regulierung spricht, wäre einfach auch in vielen anderen Bereich mutmaßlich sehr weit von meinen Ansichten und Wertvorstellungen entfernt.

Ich ordne mich selbst als liberal bis konservativ ein, ohne konkret auf einzelne Parteien fixiert zu sein. Letztlich kann man leider nur pauschal Parteien wählen, und daher wähle ich stets eher "das geringste Übel" als eine Partei, "hinter der ich voll und ganz stehen kann". Es sind halt immer Paketangebote, von denen einzelne Positionen gefallen und andere nicht. Da muss ich mir die für mein Leben wichtigen Punkte heraussuchen und priorisieren und dann eine Entscheidung fällen. Einen ähnlich vernunftorientierten und an den eigenen Lebenszielen ausgerichteten Zugang zu Politik wünsche ich mir auch von meinem Partner.

Esoterik, Religion, Ideologie aller Art sind nicht mein Ding. Vernunft und Pragmatismus sind für mich notwendige Basiseinstellungen.
 
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Gast

  • #6
Sofern es sich nicht um eine extreme politische Einstellung handelt (Rechtsextreme vs. Linksextreme) können unterschiedliche Positionen eine Beziehung durchaus bereichern und zu spannenden Diskussionen führen, als dass diese eine Beziehung stören oder gar zerstören. Das ist für mich eine Frage von Akzeptanz und Toleranz!
Und da Du "Emanzipations-Gerede" hervor hebst, nehme ich an, bei dem FS handelt es sich um einen Mann. Sofern Deiner Partnerin Emanzipation wichtig ist und Du vermutlich zu den Erzkonservativen zählst und für Dich ein Wertewandel untragbar erscheint, ja dann passt das vermutlich kaum zusammen.
 
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Gast

  • #7
Ja, die politische Einstellung des Partners spielt für mich eine Rolle. Ich könnte niemals mit einem Rechtsextremisten zusammensein.
Die Wahlprogramme der bürgerlichen Parteien (die mit C, F, S, dG) haben sich irgendwo alle rechts und links der Mitte angesiedelt.
Ich habe mich mit Inhalten kleinerer Parteien auseinandergesetzt und wäre geneigt, bei der nächsten Wahl das berücksichtigen.
 
  • #8
ich denke, das hängt vor allem davon ab, wie sehr jeder einzelne politisch lebt und ob die Inhalte dann weit von einander abweichen. Wie in der Religion. Alles kann klappen aber es macht die Beziehung schwieriger und benötigt viel Tolleranz und dazu sind eben nicht viele Menschen fähig.
 
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Gast

  • #9
Es spielt natürlich eine Rolle, wobei es bei den Anhängern einer bestimmten politischen Richtung auch starke Unterschiede gibt. Jemand der die Grünen wählt muss deswegen noch nicht so extreme Ansichten haben das er zwingend Ökostrom beziehen muss und Wintererdbeeren o.ä. ablehnt. Genauso wenig wie ein CSU Anhänger extrem konservative Ansichten vertreten muss.
Ich persönlich sehe mich politisch als sehr liberal, kann aber grundsätzlich mit allen Parteien ausser den Linken die im Bundestag vertreten sind etwas anfangen (in gewisser Weise auch zwangsläufig weil es derzeit einfach keine Partei gibt der ich mich wirklich zugehörig fühlen könnte).
Und genauso kann ich mit Anhängern dieser Parteien etwas anfangen solange sie keinem extremen Flügel innerhalb dieser Partei angehören. Im Prinzip ist das wie in jedem anderen Bereich des Lebens auch, der Partner muss nicht unbedingt in allem derselben Meinung sein solange die Ansichten nicht zu extrem verschieden sind und man sie zumindest respektieren kann.
 
  • #10
Solange keine radikalen Positionen bezogen werden sollte man das zum Anlass nehmen seine politischen Standpunkte vielleicht auch mal wieder zu überdenken. Solange die Politische Ausrichtung nicht religiös wird (wie bei so manchem Grünen oder den kommunisten/nazis) sehe ich da wirklich kein Problem drin. Du lieber FS scheinst an eine solche geraten zu sein.

@2 Moment mal, bist Du nun politisch informiert oder eher nicht? Wenn ja solltest Du wissen dass sich das wählen sogenannter "konservativer" Parteien (sorry, die SPD oder die Grünen sind manchmal konservativer als die C-Parteien) und eine ökölogische Lebensweise nicht ausschliessen. Das ist längst Allgemeingut geworden. Ich würde mich schon als konservativ bezeichnen, hab schon bio gekauft als das sonst keiner getan hat, bin schon immer kurze Strecken mit dem Fahrad gefahren (auch weils mir zu blöd ist jedesmal einen Parkplatz zu suchen) und würde schon aus Geschmacksgründen im Winter keine Erdbeeren kaufen.

Ach ja, und ich lebe völlig selbstvesrtändlich eine gleichbereichtigung zwischen Männlein und weiblein anstatt davon zu quatschen.
 
  • #11
Solange die parteipolitische Einstellung kein Dauerstreitthema ist, ist es mir egal. In sozialpolitischen Fragen muß es schon zusammenpassen.
 
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Gast

  • #12
Ich (w) würde das jetzt nicht so eng sehen wie einiger meiner Vorredner bzw. -schreiber. Natürlich hat man da so seine Präferenzen aber solange ein Partner nicht irgendeine kranke extremistische Partei wählt bzw. extremistische politische Ansichten hat wäre es für mich kein Ausschlußkriterium wenn ein Mann eine andere Partei wählt als ich, vor allem nicht wenn der Rest passt. Ich glaube man kann sich die Partnersuche auch noch unnötigerweise schwerer machen als sie ohnehin schon ist. Das gleiche gilt bei mir auch für die religiöse Einstellung: solange es sich im gesunden Maße bewegt ist es in Ordnung, schwierig wird es immer nur wenn es in die extreme Richtung geht.
 
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Gast

  • #13
Ja. Es geht hier um eine gewisse Deckungsgleichheit von Grundwerten. Rassistinnen oder Extremistinnen gehen gar nicht. Sie muß ein positives Menschenbild haben. Wenn sie der Ansicht ist, der Mensch per se sei schlecht und nur durch Zwang und Unterdrückung zu gewünschtem Handeln zu bringen, dann mag sie diese Haltung mit anderen teilen.