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Apollo

  • #1

Sollte man eine Trennung/Scheidung bereuen?

 
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Gast

  • #2
Nein, man soll nicht in der Vergangenheit stecken bleiben, sondern man soll damit abschliessen. Normalerweise trennt man sich nicht aus Leichtsinn, sondern hat sich dies gut überlegt. Ausserdem hat der Mensch die Tendenz, im Nachhinein die Dinge zu beschönigen. Das soll aber nicht heissen, dass man die ganze Situation und das Erlebte nicht mal reflektiert und daraus auch seine Lehren zieht. Jeder Mensch ist entwicklungsfähig und gerade schmerzhafte Erlebnisse sollte man dazu nützen, daran zu wachsen.
 
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Gast

  • #3
Man sollte wenigstens seine Lehren daraus ziehen. Es hat ja einen Grund, wenn es soweit gekommen ist und man nimmt sich immer zum nächsten Partner selbst mit. Wäre schade, wenn es dann aus den gleichen Gründen wieder nicht klappen würde (wie ich es zumindest häufig mitbekomme).
Oft auch höre ich im Nachhinein von so manchem Geschiedenen und wieder Verheirateten, daß er nun die gleichen Probleme hat und die Trennung von seiner ersten Frau bereut. Dann bin ich nur froh, nicht die aktuelle Angetraute zu sein.
So ganz an einem vorbeigehen sollte eine Scheidung nicht - fände ich ziemlich hartgesotten.

Mary - the real
 
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Apollo

  • #4
Aber Reue kommt gerade mit den Erkenntnissen, gleich ob man aus der Geschichte hinterher Lehren zog oder nicht. Reue kann über die Erkenntnis hinaus bestehen bleiben.

Meine Frage war leicht ironisch gemeint, denn Reue oder keine Reue, ist kein Willensakt. Aber was tun, wenn sie schon da ist?
 
  • #5
Diese Frage kann gar nicht pauschal beantwortet werden, denn Reue empfindet man, wenn man einsieht, dass man falsch gehandelt hat.

Es kommt also darauf an, ob die Trennung im nachhinein als richtiges oder falsches Handeln empfunden wird. In meinem persönlichen Leben kann ich sagen, dass alle Trennungen bisher konsequent und richtig waren -- und ich demzufolge nichts bereue.

Würde ich meinen, dass ich mich zu unrecht getrennt hätte und die Beziehung hätte lieber fortsetzen sollen, so würde ich wohl Reue empfinden.
 
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Gast

  • #6
Fragen, die mit "Soll(te) man..." beginnen, haben mit mir und mit meinem Leben nichts zu tun. Ich will mich nicht fragen und tue es deshalb auch nicht, was "man" (tut oder nicht tut, gut oder schlecht findet etc.) .... und ich dränge mich auch nicht zu einem "soll" oder "sollte", so wenig wie zu einem "müsste" oder ähnlichem.

Jeder Mensch entscheidet selbst, was JETZT für IHN persönlich ANGEMESSEN ist.

Diese drei Kriterien sind meine Entscheidungsgrundlagen. Was passt und stimmt:
1. jetzt?
2. zu mir oder für mich?
3. unter den gegebenen Umständen?

So lässt sich sehr individuell von jederfrau und jedermann deine Frage beantworten.

Ich habe meine Scheidung nicht bereut, wenn es auch Moment gab, in denen ich mir wünschte, dass alles anders verlaufen sei als es ist. In diesen Augenblicken wünschte ich mir die Beziehung und nicht die Scheidung.
Von diesen Momenten abgesehen, finde ich bis heute war es die richtige Entscheidung.

(Frau 55 Jahre)
 
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Gast

  • #7
Etwas anderes bereue ich nach der Scheidung: Dass ich damals zu verbohrt war, um mich meinen Fehlern zu stellen. Nachträglich kam ich gar nicht umhin, dies zu tun und habe daraus für meine neue Liebe Lehren daraus gezogen. Schade, leider zu spät für die Rettung meiner langen Ehe!
Allerdings stellt sich mir da die Frage, warum mein Ex- Mann solche selbstkritischen Gedanken bis zum heutigen Tag nicht an sich heran lässt... . Aber das ist ja ein anderes Thema!
Angela
 
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AnnaHH83

  • #8
Reflektieren, analysieren, nachdenken, ja, aber bereuen?- Nein! Ich denke jeder kennt diese Gedanken "war es richtig", "es war ein Fehler" usw. nach einer Trennung, aber so gab es doch mit Sicherheit immer gute Gründe sich zu trennen. Klar, ich sitze auch manchmal auf meiner Couch und wünsche mich zurück in meine Beziehung, aber dann fallen mir über kurz oder lang die ganzen Gründe ein, warum es nicht mehr ging!

Wenn man wirkliche Reue empfindet und glaubt einen fatalen Fehler gemacht zu haben, sollte man wohl darüber nachdenken, ob es gerade jetzt nur aus dem Gefühl heraus ist, oder ob es vorschnelles Handeln war (Beispielsweise aus einem blöden Streit mit Kurzschlussreaktion heraus). Bei letzterem kann man höchstens versuchen die Geschichte zu durch Gespräche rückgängig zu machen.... Wobei ich zu bezweifeln wage, dass es einen Sinn hat, eine beendete Beziehung wieder aufleben zu lassen, da eben doch in der Regel die Umstände zu einer Trennung geführt haben!