• #1

Sollte ich mich trennen oder doch lieber kämpfen?

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich habe an Euch eine Frage. Ich habe vor 2 Jahren einen neuen Partner kennengelernt. Er war meine große Liebe. Die ersten 7 Monate war alles perfekt, wir haben uns 5 mal die Woche gesehen und jede freie Minute einander geschrieben.
In 8. Monat zog er bei mir ein ohne seine Wohnung aufzugeben und dann fingen die Probleme an, sozusagen mitten im Alltag.

Probleme:
- Die ersten 6 Monate nach dem Einzug war er ständig krank und das belastete extrem die Beziehung.
- Ich wollte komplett zusammenziehen, er sagte er hatte schlechte Erfahrungen und braucht mehr Zeit
- Er ist sehr launisch und empfindlich, man braucht sehr viel Fingerspitzengefühl
- Es gab immer mehr Streit wegen nichts. Er sagte oft er spürt zu mir keine Verbindung, da er es nicht genau erklären konnte, wusste ich nicht was er meint, weil in meinen Augen ist entweder die Liebe da oder aber nicht. Er sagte Liebe ist da, aber er spürt die Verbindung nicht. ich war deswegen oft traurig, verstand ihn aber nicht.
- Er mag nicht wenn ich etwas in seinen Augen negatives erzähle: Verwandschaftskonflikte, Freundesprobleme etc.
- ich darf mir keine Schwächen erlauben. wenn ich schlechte Laune habe, kriegt er diese dann auch.

Was haben wir nach 2 Jahren:
- wir wohnen noch immer nicht zusammen, obwohl er bei mir wohnt
- Er kommt erst spät zu mir so gegen 21-22.00 in der Woche, erstmal fährt er in seine Wohnung
- Am Wochenende ist er meist kaputt und nicht so gut gelaunt und wir streiten uns oft wegen falscher Tonlage oder ähnlichen...
- er sagt er weiss nicht wann er endlich mit mir zusammenzieht und auch nicht ob, da er gerne eine harmonische Beziehung haben möchte und dafür sind wir beide zu unrihig und zu emotional
- Hauptproblem ist wir haben viele ähnliche Eigenschaften d.h. wir gleichen uns nicht aus, sondern eher das Gegenteil - wir verschlimmern noch gegenseitig die Situation.
- es ist keine emotional leichte Beziehung, sondern eine Beziehung wo es 2 Wochen gut läuft und dann 1 Woche alles schlecht ist
- es ist eine ganz andere Beziehung, die ich mir wünsche, aber es sind von beiden Seiten starke Gefühle da, obwohl wir beide verstehen, dass wir so gar nicht zusammen passen.

Die Frage ist, was macht man, Kämpft man weiter? Oder gibt man auf?
Ist es möglich obwohl man nicht zusammen passt, doch ein Kompromiss zu finden und glücklich miteinander zu sein?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
- Er ist sehr launisch und empfindlich, man braucht sehr viel Fingerspitzengefühl
- Es gab immer mehr Streit wegen nichts. Er sagte oft er spürt zu mir keine Verbindung, da er es nicht genau erklären konnte, wusste ich nicht was er meint, weil in meinen Augen ist entweder die Liebe da oder aber nicht. Er sagte Liebe ist da, aber er spürt die Verbindung nicht. ich war deswegen oft traurig, verstand ihn aber nicht.
... und wir streiten uns oft wegen falscher Tonlage oder ähnlichen...
Puh, liebe FS,
das klingt wirklich anstrengend. Ein wenig so, als würden Probleme regelrecht gesucht. Jemand benutzte mal den Begriff "Konfliktsucher", das finde ich hier passend.
Und der Satz "er spüre die Verbindung nicht" klingt nebulös, das hätte ich auch nicht wirklich verstanden in Verbindung mit der Äußerung, es sei Liebe da.
Fast ein bisschen manipulativ ... als sei es Dein Defizit, dass er keine Verbindung spürt.
Alles in allem sehr befangen, verkopft und ein Tasten auf rohen Eiern.
Hmm. Ich würde ihn einfach mal fragen, was er sich wünscht, welche Bedürfnisse er hat. "Verbindung spüren" wäre da zu wenig konkret.
Und danach bist Du dran, Deine zu formulieren.
Ist Dein Partner - oder Du - etwas sehr sensibel, unsicher, alles in Frage stellend?
Was übrigens aus meiner Erfahrung hilft, solche Gespräche von vornherein zeitlich zu limitieren, sonst verknotet man sich endlos in solchen Empfindlichkeiten.
 
  • #3
- Er mag nicht wenn ich etwas in seinen Augen negatives erzähle: Verwandschaftskonflikte, Freundesprobleme etc.
- ich darf mir keine Schwächen erlauben. wenn ich schlechte Laune habe, kriegt er diese dann auch.
...
Die Frage ist, was macht man, Kämpft man weiter? Oder gibt man auf?
Also wenn ein Mann nicht möchte, dass ich etwas Negatives erzähle, dann liegt das daran, dass er sich nicht für mich interessiert. Ich bin zu seiner Bespaßung da und um ihm das Leben angenehm zu machen, aber er will nicht von mir in irgendeiner Art und Weise belastet werden und am besten soll ich ihn aus meinem Leben komplett heraushalten. Solche Männer interessieren sich auch nicht für Deine Vergangenheit.
Er mag keine Schwächen an Dir?
Du sollst ihm gute Laune bereiten und mehr nicht.
So etwas nenne ich nicht Beziehung und das ist auch keine wirkliche Liebe, zumindest nicht so, wie ich sie verstehe.
Wenn ich liebe, will ich ALLES von einem Partner wissen, auch das, was ihn belastet, sonst kann ich ihn ja gar nicht verstehen und auch nicht auf ihn eingehen. Dein Freund WILL aber gar nicht auf Dich eingehen.
Er scheint recht egozentrisch - nur SEIN Wohlbefinden und SEINE Interessen zählen.

Für mich wäre das klar:
Ich würde nicht Schluss machen, es verbindet Euch ja auch Einiges, wie Du sagst, aber ich wäre nullkommanull scharf drauf, mit ihn zusammenzuziehen. Ein Glück, dass er noch seine Wohnung hat. :)
Sag ihm, er soll ausziehen und jeder macht wieder SEIN Ding.
Das wird besser klappen.
Eine feste Zukunft könnte ich mir mit so einem Mann nicht vorstellen.
Wie alt bist Du? 77 geboren? Dann wärst du 40? Somit ist ja Familienplanung oder Heirat sowieso nicht auf dem Zettel, oder doch?
Falls ja - nicht mit diesem Mann.
Aber so als Schönwetterbeziehung geht das.
Aber dräng ihn um Gottes Willen nicht, zu Dir zu ziehen - was willst du mit so einem?
 
  • #4
Er fährt also erst mal in seine Wohnung, wo er sich entspannt.
Wo ihn keine Frau nervt.
Er liest die Zeitung oder guckt fern, duscht, trinkt ein Bier und kifft.

Dann hat er genug Kraft, zu dir zu fahren.
Aber es ist ja schon nicht mehr so früh, als dass man noch viel voneinander hätte.
Was macht ihr dann, bevor ihr ins Bett geht ?
Sitzt ihr Arm in Arm auf dem Sofa und führt gute Gespräche ?
Oder wärmst du ihm das Essen auf und dann mampft er das schweigend, während er fernsieht ? Und dann kommt die schlechte Laune in ihm hoch, wenn du ein bißchen reden willst ?
Oder auch wenn du ihm Vorwürfe machst ?
Wie fühlst du dich am Abend, wenn du schon zuhause bist und weißt, er ist jetzt in seiner Wohnung und irgendwann kommt er dann ?
Wie fühlst du dich am WE, wenn du jedes Wort abwägen mußt, damit es keinen Knatsch gibt ?

Was bedeutet 'er wohnt bei mir' ?
Also, warum er seine Wohnung behalten will, kann ich mir erklären ( s.o.), aber warum kommt er jeden Abend zu dir ? Was will er da ?

Zusammen wohnen bedeutet auch, dass sich beide gleichermaßen beteiligen.
Bezahlt er z.B. die Hälfte ? ( laß mich raten, er bezahlt nichts, denn er sieht sich als dein Gast )
Beteiligt er sich am Haushalt ? ( dito )

Wie du euer Miteinander beschreibst, klingt es für mich sehr trostlos.
Was ist dein Grund zum Bleiben ?

w 49
 
  • #5
Als erstes würde ich empfehlen, dieses Aufeinanderhocken zu beenden. "Nichts hilft in der Liebe so sehr wie Entfernung. Mit jedem Kilometer mehr wächst sie" hat mal irgendein kluger Mensch gesagt. Vielleicht geht es deinem Freund diese bedrückende Enge einfach nur auf die Nerven. Wo steht denn geschrieben, dass Zusammenziehen einen glücklicher macht, nur weil viele es tun? Und für dich wäre es doch sicher auch gut, einfach mal wieder dein eigenes Leben zu führen, die Lungen aufzutanken mit Lebensfreude aus anderen Quellen. Je mehr man sich darauf konzentriert, welcher Pups gerade einem selbst oder dem anderen quer liegt, desto komplizierter wird das Leben.
Vielleicht reicht die Liebe auch einfach nicht aus bei ihm. Lass ihn einfach in seine Wohnung, mach es dir gemütlich und schau, was kommt. Wenn du jemanden liebst, so lasse ihn los. Vielleicht habt Ihr einfach zu unterschiedliche Bedürfnisse in puncto Freiheit/ Geborgenheit und mit Diskutieren bekommt man das auch nicht weg, sondern tatsächlich eher, indem man sich selbst etwas Gutes tut und dem anderen das auch gönnt. Wenn dein Freund sich dann aber als "komm her- geh weg"-Mensch entpuppt, lass ihn ganz ziehen, sowas kostet nur Kraft und nimmt nie ein Ende.
Alles Gute!
 
  • #6
Ihr habt schon nach 2 Jahren große Probleme. Das wird nicht besser. Frage Dich, ob Du weiter soviel Nerven und Energie in diese Beziehung stecken willst. Meiner Meinung nach passt Ihr nicht zusammen. Ihr schaukelt Euch aneinander hoch und streitet oft. Keiner ist ein ruhender Pol in der Beziehung. Offenbar könnt Ihr nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
 
  • #7
Er sagte Liebe ist da, aber er spürt die Verbindung nicht. ich war deswegen oft traurig, verstand ihn aber nicht.
Ich würde die fehlende Verbindung dahingehend interpretieren, dass ihr gefühlsmäßig, seelisch nicht auf einer Welle funkt, also nicht ein Herz und eine Seele seid, sondern nur ein Herz (Liebe).

Wenn ich eine besondere Verbindung zu einem Menschen habe (das muss kein Partner, kann auch gleichgeschlechtlich, gar ein Fremder sein), dann erkenne ich z.B. dessen Gefühle nicht nur, sondern ich kann sie quasi mitfühlen. Da gibt es viel wortloses Verstehen.

Ich überlege gerade, ob die Sache mit der Verbindung eine Frage der Chemie ist und/oder ob es allein damit zu tun hat, dass man sich in dem anderen wiedererkennt.

Kämpfen kannst du, wenn sich die Verbindung mittlerweile eingestellt hat. So wie du eure Probleme allerdings schilderst, scheint da vieles genau auf die fehlende Verbindung zurückzuführen sein. Möglicherweise fühlt sich dein Freund emotional nicht geborgen.

Wie steht's denn mit dir? Spürst du Verbindung?
 
  • #8
Also im Moment sieht es so aus: es passt nicht. Frage ist, was ihm genau fehlt, was dir genau fehlt. Formuliere deine Wünsche, und er seine. Dann führt ein ruhiges Gespräch, zB bei einem Spaziergang, an einem ruhigen Tag (also wo ihr vorher keinen Streit hattet). Ich denke, mit ordentlicher Kommunikation kann man die meisten Beziehungsprobleme lösen. Also frag ihn, wieso er die Wohnung braucht, wieso er sich nicht mit dir eine Zukunft aufbauen möchte. Wo seine Ängste liegen, was er vermisst und wie er sich eine glückliche Beziehung vorstellt. Dieselben Fragen stell dir selbst auch und danach siehst du klarer, ob eure Bedürfnisse sich treffen.

Wollt ihr komplett unterschiedliche Dinge: Ja, dann muss man sich leider trennen.

Was mich stutzig macht: dass ihr eure schlechten Eigenschaften vergrößert, die Situation ihr beide noch schlechter macht. Ehrlich gesagt hatte ich das bei meinem Ex durchgemacht, und da gibt es leider keinen Weg zurück, denn dies sind basic Charaktereigenschaften, die sich nicht ändern. Er hat in mir das schlimmste Ich rausgeholt, und ich auch in ihm. Das geht lengfristig nicht, und ändert sich nicht. Ist einfach nur frustrierend und anstrengend.

Sexuell schau dir mal die Beziehung auch an, denn der Sex spiegelt oft so einiges. Wenn es da auch ähnliche Probleme gibt, sieht es arg aus.
 
  • #9
Liebe FS,
seit 2 Jahren hast Du einen Beziehungskrampf mit einem Mann, der sich nicht richtig einlassen will. Mal abgesehen davon, dass Du niemanden zwingen kannst, bei Dir zu bleiben oder eher zu Dir zu kommen, um was willst Du eigentlich kämpfen? Ich sehe da nichts, was lohnt, insbesondere nicht, wenn 77 Dein Geburtsjahr ist. Da sollte man nur noch Beziehungen eingehen, die das Leben erfreulicher machen und das sehe ich bei Deiner Beziehung nicht.

Du beschreibst Euer Zusammensein als wenig erfreulich. Insofern ist mir nicht nachvollziehbar, warum Du überhaupt willst, dass er bei Dir einzieht. Ich würde eher im Gegenteil ihm des öfteren mal sagen, dass er um 21 oder 22 Uhr erst garnicht erst rueberkommen, sondern gleich zuhause bleiben kann.

Für mich liest sich das alles sehr angestrengt und verspannt - nichts, worum ich mich nach 2 Jahren Rumgekrampfe bemühen würde, das noch länger aufrecht zu erhalten, geschweige denn " darum zu kämpfen". Allerdings: was das "Kämpfen um Liebe" angeht - ich habe nie verstanden, was das soll oder wie das funktioniert. Entweder ich kämpfe oder ich liebe.
 
  • #10
Klingt insgesamt sehr schwierig... Dein Partner scheint wohl das Haar in der Suppe bei Dir zu suchen und Du lebst wohl ständig mit der Angst, er könnte wieder in Konflikt treten, weil er so empfindlich ist und Du ihn wie ein rohes Ei behandeln musst, damit er bei Laune bleibt. Entweder, er ist ein total unsicherer Typ mit wenig Selbstbewusstsein oder er ist einfach ein Gefühlslegastheniker.

Vielleicht sollte er mal vorübergehend wieder in seine eigene Wohnung gehen, kann sein, dass er dann wieder eine Verbindung spürt. Du fragst, ob Du weiterhin kämpfen sollst: Ich würde sagen "Nein", weil Du Dich ihm und seinen Befindlichkeiten ständig anpassen musst.

Hört sich alles nebelig und unausgegoren an. Es ist nicht Deine Aufgabe, ihn glücklich zu machen.
 
  • #11
Liebe Maria
Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich wage es auszusprechen: für mich klingt das "depressiv!" Ich habe es selbst hinter mir und ich kann mich in einigen Aussagen wieder finden.
- Er ist sehr launisch und empfindlich, man braucht sehr viel Fingerspitzengefühl
Du empfindest es als launisch. Wenn man depressiv ist, kippt die Stimmung innerhalb von Minuten ohne einen ersichtlichen Grund. Man kann nichts dazu, man kann es nicht verhindern (das lernt man in der Therapie), man fühlt sich einfach nur schlecht und leer.
Das Immunsystem ist im Keller. Krankheiten haben leichtes Spiel, wenn der Geist nicht im Gleichgewicht ist. Bei mir waren es Blasenentzündung aneinander gereiht, Erkältungen, massiv Haarausfall uvm. Die Seele ist einfach krank und der Körper zeigt das in Form von Krankheiten.
Am Wochenende ist er meist kaputt und nicht so gut gelaunt und wir streiten uns oft wegen falscher Tonlage oder ähnlichen...
Er ist ausgebrannt, leer, kraftlos, unmotiviert, hat zu nichts Lust? Die Woche zu meistern ist für jemanden mit Depressionen ein Kraftakt. Mich würde es nicht wundern wenn er immer erstmal in seine Wohnung fährt, einfach um sich hin zu legen und die Ruhe zu genießen.
- Er mag nicht wenn ich etwas in seinen Augen negatives erzähle: Verwandschaftskonflikte, Freundesprobleme etc.
Er hat kein Ohr dafür, weil es ihm Kraft raubt, die er nicht hat.
Er sagte Liebe ist da, aber er spürt die Verbindung nicht.
Man kann keine Verbindung spüren zu einem Menschen, wenn man depressiv ist. Man spürt ja nicht mal mehr sich selber! Der Kopf weiß, dass da Liebe ist, aber die Seele fühlt nichts.

In eine Depression rutscht man schnell. Bei mir war es ein Erlebnis was ein Trauma ausgelöst hat und es ging schleichend mit mir bergab. Es reichen aber schon besonders schlimme oder negative Erfahrungen (einzeln oder in Kombination), Trennung, Verlust des Arbeitsplatzes, Fremdgehen des Partners oder oder oder. Es kann jeden treffen! Ich möchte hier nicht zu weit aus holen, aber eines ist sicher, ohne Therapie wird es nicht besser, sollte es eine Depression sein.

Ich kann auch komplett daneben liegen und dein Freund ist nicht depressiv, oder er ist nur etwas psychisch verstimmt, vielleicht hat er auch nichts, aber für mich wäre das stimmig. Er hat schlechte Erfahrungen gemacht? Weißt du was das war? Vielleicht haben diese Erfahrungen ihn in diese Situation gebracht? Da würde ich ansetzen!
Aus der Ferne kann man das natürlich nicht wirklich beurteilen, aber ich glaube nicht, dass er sich so dir gegenüber verhält, weil das sein Naturell ist. Irgendwas steckt hinter seinem Verhalten.
 
  • #12
Liebe FS
Ihr seid also beides sensible Menschen und werdet schnell unsicher, eingeschnappt oder ärgerlich. Das führt natürlich zu Kommunikationsproblemen, die stressen euch so sehr, dass dein Freund inzwischen mehr Abstand sucht als am Anfang, und auch du die Beziehung in Frage stellst. Ergo gilt es erstmal weder, sich zu trennen oder zu kämpfen, sondern die Kommunikation zu verbessern. Dazu gibt es bereits wirkungsvolle Ansätze z.B. die gewaltfreie Kommunikation, oder anderes was in guten Ratgebern für Paare beschrieben wird.
Ich kenne euch beide ja nicht, aber manchmal kommen die Streitigkeiten eben nicht aus dem "nichts", sondern entweder man fühlt sich unverstanden in den Signalen, die man ausgesendet hat, oder man reagiert den Stress von ausserhalb am Partner ab. Auch da könnte es doch helfen, miteinander zu reden und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.
Da du nicht sicher bist, ob diese Beziehung eine Zukunft hat, würde ich jetzt auf keinen Fall Druck aufsetzen, dass er seine Wohnung aufgeben soll. Sonst trennst du dich unter Umständen und das wird ihn nur bestätigen, dass er seine Wohnung zu Unrecht aufgegeben hat. Dann geht es mit vielen Vorwürfen zu Ende.
 
  • #13
Die Frage ist, was macht man, Kämpft man weiter? Oder gibt man auf?
Ist es möglich obwohl man nicht zusammen passt, doch ein Kompromiss zu finden und glücklich miteinander zu sein?
Also ich bekomme Bauchschmerzen wenn ich diesen Beitrag lese, da ich keine notwendige Kompatibilität erkennen kann und zum andern er immer noch ein Hintertürchen hat und deshalb solche unreife Spielchen mit dir veranstalten kann. Ich an deiner Stelle würde diesen Kontakt sofort beenden und fertig, da ich keine Chance sehen kann, dass es jemals besser werden kann!
 
P

proudwoman

  • #15
Ein ziemliches Chaos Deine Geschichte und ich finde, das ist keine Beziehung, das ist ein Albtraum.
Warum tut ihr beide Euch das an?
Dieses Geschwafel "ich spüre keine Verbindung...." klingt für mich so esoterisch, windelweich...wischiwaschi, aber mit Liebe hat das nichts zu tun.
Du selber schreibst etwas wirr. Ist er nun bei dir eingezogen oder nicht?
Und um eine Beziehung kämpfen, das ist eh aussichtslos. Lass es, ihr beiden passt nicht zusammen, ich lese nichts von Liebe, eher etwas von einer Notgemeinschaft.
 
  • #16
Hallo Maria77!
Für mich hört sich das sehr nach "Bindungsangst" seitens deines Freundes an. Das sind alles ganz typische Verhaltensweisen dafür, Google doch mal danach, oder geh' hier im Forum über die Suchfunktion. Es wurden schon mehrere Beiträge dazu geschrieben.

Alles Gute

w/49
 
  • #17
Eure Beziehung scheint anstrengend zu sein. Ihr habt auch schon erkannt, dass Ihr Euch gegenseitig nicht so gut tut
obwohl wir beide verstehen, dass wir so gar nicht zusammen passen.
Dennoch wünscht Du Dir noch mehr Nähe, denn er soll komplett zu Dir ziehen?
Vielleicht wäre genau das Gegenteil die Lösung für Euer Problem: den Alltag verbringt jeder für sich in seiner Wohnung. So muss keiner den täglichen Wahnsinn am Partner auslassen und wenn man sich dann mal trifft , z.B. am Wochenende, geht man sich nicht auf die Nerven, sondern geniesst die gemeinsame Zeit.
Starke Gefühle sind nicht immer ein Garant dafür, dass man miteinander auch gut im Alltag zusammenleben kann. Aber meiner Meinung muss das doch auch gar nicht sein.
Ich persönlich finde es auch viel schöner mit meinem Mann nur die schönen Stunden im Leben zu teilen, als im Alltagstrott zu ersticken.
 
  • #18
Wobei ich mich immer frage, was genau die Frauen immer mit "kämpfen" meinen. Ich stelle mir darunter meist vor, dass Frau sämtliche Energien aufwendet, um einen Mann umzustimmen, sich selbst aufgibt, nur noch ihn als Mittelpunkt hat, sich regelrecht abstrampelt, während er möglicherweise noch seelenruhig dabei zusieht. Und letztendlich doch irgendwann gescheitert ist und entkräftet aufgeben muss.
Dieses "Um einen Mann, um eine (vermeintliche) Liebe kämpfen" hat meist keinen Wert. Wenn man nicht miteinander harmoniert, einer stets auf dem Absprung scheint und mit merkwürdigen Andeutungen den anderen nur verunsichert - dann sollte man es lassen, so traurig, verletzt und leer man sich danach auch fühlt. Aber "kämpfen" und dann doch verlieren macht es nur noch schlimmer ...
 
  • #19
die fehlende Verbindung dahingehend interpretieren, dass ihr gefühlsmäßig, seelisch nicht auf einer Welle funkt, also nicht ein Herz und eine Seele seid, sondern nur ein Herz (Liebe).
Das ist eine sehr gute Erklärung und ein interessanter Aspekt. Leider kannst du Liebe weder kaufen noch erkämpfen. Also bliebe nur noch die Frage: Trennen oder Bleiben? Bleiben würde ich nur, wenn ihr gemeinsam nach den Ursachen sucht, die Bemühungen also nicht nur von dir ausgehen.

Hier sind so viele gute, aufschlussreichee Beiträge ich bin immer wieder beeindruckt. @frei hat die Beziehung mal pragmatisch auf das Wesentliche reduziert und hinterfragt. @Stern12345 vermutet psychische bzw. psychosomatische Beschwerden. In jedem Beitrag ist ein interessanter Ansatz.

Ich befürchte, dass dein Freund schwer Zugang zu seinen Gefühlen hat und sich dies in psychosomatischen Beschwerden äußert. Er ist möglicherweise durch zu viel Nähe überfordert. Warum seht ihr euch erst immer so spät? Weil du ihn täglich sehen willst, er aber einen Teil seiner Freizeit unabhängig/ frei sein will, dir zuliebe jedoch wenigstens abends erscheint? Mir kommt es so vor, als ob ihr sehr verliebt wart. Nun lässt das Prickeln nach zwei Jahren deutlich nach, die tieferen Gefühle haben sich bei ihm nicht eingestellt bzw. er kann diese nicht spüren und fühlt sich zudem durch dein Bedürfnis nach Nähe eingeengt. Du müsstest also als erstes mal deinen Zusammenzieh-Traum begraben.

Ihr BEIDE müsstet eine Lösung für das unerschiedliche Nähe- Distanz- Bedürfnis finden. Das allein ist schon kaum möglich, wäre ein großer Balance- und Kraftakt. Dazu kommt noch ein absolutes k.o.-Kriterium: Er will bzw. kann nicht über seine Gefühle reden und schuld an seiner Laune bist ohnehin du. Da frage ich mich auch, was dein Grund zum Bleiben ist.
 
  • #20
Hallo Ihr lieben,

vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge.

Ihr habt schon richtig erkannt, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Ich habe lange gegoogelt, weil ich dachte er hat ein Burnout oder eine leichte Depression, aber ich bin fest der Überzeugung er ist Hochsensibel. Hochsensible sind starken Reizen ausgesetzt, denen fehlt ein Filter im Gehirn, die sozusagen die normal sensibelen Personen besitzen. Sie fühlen sich schnell überfordert von Gefühlen, Menschen, Geräuschen, Gerüchen etc.
Auch brauchen sie viel mehr Zeit zum Erholen und Wiederauftanken.
Leider hilft mir diese Erkenntniss so gar nicht, weil ich wirklich Probleme habe damit umzugehen.

Er kommt abends spät zu mir, weil er nach der Arbeit erstmal den Arbeitsstress verarbeiten muss, auch am Wochenende braucht er viel Erholung. Vor mir hatte er wenig emotionale Frauen und ihm fehlte etwas. Jetzt wo er mich hat spürt er zwar hohe Verbundenheit und Liebe, aber gleichzeitig als Hochsensibler nimmt er alle Stimmungsschwankungen von mir war und das ist schwer für ihn. Ich habe zB ihm erklärt, dass ich aus verschiedenen Gründen schlecht gelaunt und auffgewühlt sein kann und er soll sich nicht davon mitreissen lassen und auch gleich schlechte Laune bekommen, aber das fehlt ihm sehr schwer. dadurch entstehen auch oft Konflikte. Aber seien wir mal relaistisch ich schaffe nicht nur gut gelaunt zu sein, man ärgert sich manchmal schon über Beruf, Kinder, etc.
Ich kenne das gar nicht so, alle meine vorherigen Freunde haben gesagt ich bin ausgeglichen und ruhig, zwas manchmal impulsiv, aber grundsätzlich ausgeglichen. Er dagegen sagt ich bin sehr unruhig, launisch und unausgeglichen. De Frage ist halt, bewirkt er das bei mir oder spürt er einfach mehr als andere Männer?! Na ja, höchstwahrscheinlich ist es beides.

Wir hatten gestern ein Gespräch, wo ich ihm sagte, dass ich ihn liebe, aber wir sollten doch beide über eine Trennung nachdenken, um sich nicht zu quellen. Er sagt er möchte mich nicht verlieren, aber ich verstehe das er sich schwer ändern kann, weil wir reden hier nicht um schlechte Angewohnheiten, sondern um Charaktereigenschaften. Wenn er übersensibel ist, kann er das überhaupt abstellen?

Zu meiner Wohnsitiation:
ich bin 39 und für mich kommt kein 2 Wohnungen Model in Frage, vorübergehend ja, aber nicht dauerhaft.

Was uns verbindet ist nun einmal Liebe, ähnliche Interessen (Reisen, Spazierengehen, viel Zeit zu zweit und wenig mit Freunden), er hat tollen Humor, wenn wir uns nicht streiten lachen wir viel etc.
 
  • #21
Ich lese eine lange Liste von Problemen und Inkompatibilitäten und frage mich, warum Du überhaupt fragst. Du scheinst an ihm nichts wirklich zu schätzen. "Liebe" alleine ist auf Dauer sicher nicht tragfähig, wenn zwei Menschen überhaupt nicht zusammenpassen. Ihr versteht beide, dass ihr nicht zusammenpasst. Also zieht die Konsequenzen.
 
  • #22
Wenn er übersensibel ist, kann er das überhaupt abstellen?
Natürlich nicht!

Mich irritiert aber schon, wie Du eure Konflikte schilderst. Wenn ein Mensch hochsensibel ist, spürt er sofort, was mit dem Anderen los ist, und kann sich flexibel darauf einstellen - ihn also auch schlicht in Ruhe lassen. Wenn es dem Partner dann wieder besser geht, kann man sich wieder annähern und ein Gespräch suchen, das dann auch gut angenommen werden kann.

Weshalb schaukelt ihr euch also gegenseitig hoch? Klingt für mich völlig unlogisch.

Der Mann ist nicht zufällig eine ziemlich neurotische Dramaqueen? Dazu würden eure Probleme nämlich passen, wie es scheint.

Ich plädiere auch für Distanz. Lass ihn so oft zu Hause sein, wie er will. Trefft euch außerhalb, habt Dates mit viel Spass - Du wirst spüren, ob Dir das reicht und kannst dann entscheiden, ob Du solch eine Beziehung willst oder nicht.
 
  • #23
Hochsensible sind starken Reizen ausgesetzt, denen fehlt ein Filter im Gehirn, die sozusagen die normal sensibelen Personen besitzen. Sie fühlen sich schnell überfordert von Gefühlen, Menschen, Geräuschen, Gerüchen etc.
Auch brauchen sie viel mehr Zeit zum Erholen und Wiederauftanken.
Leider hilft mir diese Erkenntniss so gar nicht, weil ich wirklich Probleme habe damit umzugehen.
...
Er dagegen sagt ich bin sehr unruhig, launisch und unausgeglichen. De Frage ist halt, bewirkt er das bei mir oder spürt er einfach mehr als andere Männer?! Na ja, höchstwahrscheinlich ist es beides.

Wir hatten gestern ein Gespräch, wo ich ihm sagte, dass ich ihn liebe, aber wir sollten doch beide über eine Trennung nachdenken, um sich nicht zu quellen. Er sagt er möchte mich nicht verlieren, aber ich verstehe das er sich schwer ändern kann, weil wir reden hier nicht um schlechte Angewohnheiten, sondern um Charaktereigenschaften.
Oh je, das ist jetzt eine Modediagnose: Hochsensibilität und sie muss für alles Unerklärliche herhalten. Das ist einfach auch unter den Fachleuten umstritten, ob es so etwas wie eine Hochsensibilität gibt und fragt man die Menschen, so würde sich jeder für hochsensibel halten - auch du vermutlich?
Sei vorsichtig, was du im Internet findest und liest.

Aber es kann tatsächlich Überforderung oder Burn-out dahinter stecken oder eine leichte bis mittelschwere Depression, denn auch Menschen mit diesem Krankheitsbild zeigen die gleichen Verhaltensweisen und Symptome: sind sehr leicht reizbar, vertragen keine Anforderungen, die man an ihnen stellt und gehen nicht auf ihre Partner ein. Leben in ihrer eigenen Welt und niemand von aussen darf ihre innere Ordnung stören und beunruhigen.

Ich glaube seine Unruhe, Unausgeglichenheit und Launenhaftigkeit projiziert er auf dich und natürlich hat das auch direkte Auswirkungen auf dein Emfinden und dein Verhalten. Das ist wie du selbst treffend geschrieben hast eine wechselseitige Wirkung und ihr schaukelt euch beide gegenseitig hoch bis zu Missmut, schlechte Laune, Feidselligkeit, Streit.

Egal was dahinter steckt hilft dir das nicht weiter.
Ob dahinter auch eine Persönlichkeitsstörung wie Nazismus o.a. stecken könnte, (denn was du beschreibst scheint mir ähnlich wie mein Exfreund zu haben), ist das Zusammenleben und eine Beziehung mit solchen Menschen zu führen, nichts anderes als ein enormen und frustrierenden Kraftakt.

So einen Mann möchte ich nicht mal geschenkt haben und würde mich tatsächlich von ihm trennen, denn mein einziges Leben ist mir zu kostbar, um mir meine Lebensfreude von ihm vermiesen zu lassen. Ich würde vermehrt, wenn du dich nicht trennen möchtest eigene Unternehmungen (auch mit Freunden) machen und auf gar keinen Fall mit ihm zusammen ziehen!

Aber weil für dich langfristig nur ein gemeinsames Domizil infrage kommt, sehe ich keine andere Lösung ausser die Trennung von ihm.
 
  • #24
An Hochsensibilität hatte ich eingangs bei deinem ersten Post auch gedacht. Beim weiteren Lesen an Depressionen und/oder Burnout. Alles so schöne Worte...

Es hilft mehr, zu schauen, was dahinter steckt, und wie es sich im Alltag auswirkt. Der Mann kann sich nicht abgrenzen. Ihm fehlt die innere Gelassenheit, schlechte Nachrichten aus deinem Alltagsleben nicht so nah an sich heranzulassen, sondern dir stattdessen zur Seite zu stehen.
Auf der anderen Seite geht er wie selbstverständlich davon aus, dass du seine Attacken schlechter Laune wegkompensierst.

Was dich betrifft, scheinst du total fixiert auf dieses Zusammenziehen zu sein. Du lässt dich von seiner Launenhaftigkeit antriggern, sein Bedürfnis nach Distanz ist für dich eine Bedrohung. Du findest keinen Umgang damit und keine Ruhe in dir, wenn er so ist, wie er nunmal ist. Du akzeptierst ihn nicht, wie er ist. (...und er dich nicht.)

Kämpfen ist sicher nicht der richtige Weg. Wenn ihr zusammenbleiben wollt, müsst ihr beide an euch und eurer liebevollen und gelassenen Akzeptanz dem anderen gegenüber arbeiten. Ansonsten schaukelt ihr euch nur weiter völlig unnötig hoch und wechselwirkt destruktiv miteinander, anstatt gegenseitig eure Besonderheiten abzufangen.
Euer beider Sicht ist völlig auf das verschoben, was euch am anderen ärgert. Es hilft, den Focus mehr auf das zu legen, was euch verbindet und womit ihr euch Freude bereitet, als sich ständig von den Eigenheiten des anderen aufpushen zu lassen und am Gegenüber zu zerren und zu zergeln.

Und falls ihr doch meint, die guten Dinge wiegen den Ärger nicht auf, dann wäre eine Trennung wohl doch das beste. Ihr werdet euch nicht gegenseitig ändern können, und Druck erzeugt nur Gegendruck. Entweder ihr akzeptiert euch, oder ihr lasst es sein.
 
  • #25
Oh je, das ist jetzt eine Modediagnose: Hochsensibilität und sie muss für alles Unerklärliche herhalten.
Sehe ich genauso, Wenn es so etwas geben soll, dann sind hochsensible Menschen eher emphatisch, mitfühlend und haben ein Gespür für die Befindlichkeiten anderer Menschen, das sehe ich bei deinem Freund nicht. Er scheint launisch und neurotisch zu sein und liebt das Drama und DU entdeckst aufgrund seines Verhaltens Charaktereigenschaften an Dir, die Du wahrscheinlich voher nicht hattest, weil Dich sein Verhalten provoziert. Du willst Nähe, er Distanz, dieses Ungleichgewicht lässt sich auch leider nicht so schnell beheben.

An Deiner Stelle würde ich mich trennen, weil sich Deine Geschichte mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht gut enden wird, weil Du dich ständig verstellen musst, damit kein Streit aufkommt, aber eigentlich möchtest Du doch so geliebt werden, wie Du bist, mit all Deinen Facetten und kannst keinen Kerl an Deiner Seite gebrauchen, der ständig den Konflikt sucht und Dich dann auch noch verantwortlich für seine schlechte Stimmung macht. Eine gemeinsame Wohnung würde ich keinsefalls in Erwägung ziehen, das macht die Sache nur noch schlimmer. Verschwende bitte nicht Deine kostbare Lebenszeit mit diesem Mann, diesen Kampf wirst Du nur verlieren können.

Der richtige Mensch nimmt dir Deine Sorgen, der falsche bereitet dir welche.
 
  • #26
Das einfachste ist immer, sich hinter einer Diagnose zu verstecken und / oder einen anderen die Verantwortung zu zu weisen.

Ich mag zwar Verständnis haben, aber wenn mir ein Mensch, potentieller Partner erklärt, er sei halt so, und ich leide unter diesem Verhalten, dann gibt es für mich auch nur eine Konsequenz.

Man kann in allen Problemstellungen an sich arbeiten, abmildern, Veränderungen bewirken.
Auch bei Hochsensibilität kann man am Sensibilitätsgrad arbeiten, sich Strategien in Umgang entwickeln, lernen, wie man notwendige Pausen schafft, Ressourcen nutzt.
Man muss es wollen. Das ist nur leider bedeutend anstrengender, als sich im Status Quo einzurichten und von der Umgebung die Anpassung zu erwarten.
Oder die Partnerin in die Verantwortung zu nehmen.

Dahin gestellt - wer hat dies festgestellt? Ein Test im Internet?
Oder wären doch ganz andere Diagnosen gegeben, wie z. B. Depression, was halt bedeutend weniger chic ist.

Aber nochmals, bei allen Störungen, Themen, mit denen man zu tun hat, nichts ist absolut determiniert, es sind Veränderungen möglich - und wenn es der Umgang bzw. die Haltung mit /zu der speziellen Thematik ist.
Man muss es wollen.

Auch Du hast für Dich die Wahl. Wo sind Deine Grenzen, was möchtest Du?
Niemand zwingt Dich, ein Verhalten eines anderen Menschen, mit dem es Dir nicht gut geht, zu ertragen.

Damit die Kernfragen
Warum lässt Du dies zu?
Warum kannst Du nicht Grenzen ziehen?
Welche Gründe gibt es, in dieser Beziehung zu bleiben.
 
  • #27
Hinzu kommt, dass, wenn du ihm nicht mal von Alltagsproblemen erzählen darfst, du davon ausgehen kannst, dass er dir keine Stütze sein will und kann. Das würde ihn anstrengen.
Ich bin sicher, du würdest ihm helfen (wie es in einer Beziehung selbstverständlich sein sollte), aber umgekehrt wird das wohl nicht geschehen.
Aber brauchen wir nicht alle wenigstens ab und zu auch selber mal eine starke Schulter zum Anlehnen?
 
  • #28
Ob nun hochsensibel, depressiv, überfordert, gefühlsblind oder was-sonst-noch-möglich-ist.
Letztlich für das Wohlfühlen der FS nicht relevant,
denn ihr Partner (ist er partnerschaftlich?) ist "mit Ansage" nicht da, wenn sie ihn braucht.
Sie macht sich wahrscheinlich Gedanken, wie sie für ihn "richtig" sein kann, damit er Verbindung spürt, sie schont ihn, verlangt nichts, erwartet nichts und selbst Wünsche behält sie wohl für sich, um ihn nicht zu belasten.
Gegenfrage: Tut er IHR gut?
Ist es bei ihm ggf. eine vorsorgliche Verhaltensweise, um sich vor jeglichen "Ansprüchen" zu schützen? Also wolle er sagen: "Gib mir, was ich brauche, sei Du aber bedürfnislos".

Ich hatte mal einen (diagnostiziert) depressiven Partner.
Da war für mich nichts übrig - es ist schwer, das nicht persönlich zu nehmen, wenn vom Partner nichts kommt.
 
  • #29
dann sind hochsensible Menschen eher emphatisch, mitfühlend und haben ein Gespür für die Befindlichkeiten anderer Menschen,
Nein, leider ist Hochsensibilität genau das nicht: Sensibilität ist hier gemeint in Bezug auf die hoch ausgebildeten fünf Sinne, die dann genau zu den beschriebenen Problemen führen: alles wird als extrem laut und hektisch empfunden (Musik - Ohren), Farben als schrill (Wohnungseinrichtung - Augen), Gerüche als unangenehm (Duftwachskerze - Nase), Berührungen als Belästigung (In den Arm genommen werden - Haut), Gewürze oder Salz/Pfeffer als intensiv (das gut gemeint Essen - Geschmack) und auf einer anderen Ebene nimmt man die Gefühle des anderen wie seine eigenen wahr (und kann deshalb nicht als guter Zuhörer/Problemlöser wirken). Da ist eine Zwischenpause in der eigenen Wohnung einlegen, eine gute dauerhafte Lösung. Wenn du eine eigene Wohnung nicht akzeptieren kannst, könnte er nach der Arbeit einen Zwischenstop in einem Park o.ä. einlegen. Den Zwischenstop braucht er wenn er hochsensibel ist wie ca 20% der Menschen.
 
  • #30
Liebe FS, du kannst natürlich dir einen Wolf googeln, was seine "Symptome" zu bedeuten haben, dich abstrampeln, ihn nicht zu nerven und nicht lästig zu sein und weiter darauf pochen, dass es "Liebe" ist... Fakt ist, ihr seid zusammen weil keiner von euch alleine sein kann und will. Du kannst das Ganze so lange mitmachen, bis du selber Depressionen bekommst und dann wird er über alle Berge sein denn er hat jetzt schon keine Lust auf ein richtiges Zusammenleben mit dir und auf irgendwelche Probleme von deiner Seite. Er will nur gute Zeiten und sonst nichts. Hier wird immer gerne von manchen Frauen nach diesen typischen "Frauen-Erklärungen" gesucht, ihm werden verschiedene Krankheiten angedichtet, Beziehungsunfähigkeit, Blabla weil Frau nicht wahr haben will, was nicht sein darf, nämlich dass der Mann von ihr nicht mehr will als eben nur die schöne Seite der Beziehung weil er sie eben sonst nicht als Partnerin sieht. Du bist seine Affäre und mehr nicht. Nur weil er das Wort Liebe benutzt heißt es noch lange nicht, dass es auch Liebe ist. Seine Taten sprechen eine ganz andere Sprache und ich schätze, er ist kein Schuss als Mann also nimmt er dich weil er sich woanders keine Chancen ausrechnet und versucht sein Möglichstes, die damit verbundenen Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten. Wenn dir das so reicht wie es ist dann mach weiter aber belügen dich nicht selbst und frage dich, ob du in deinem Alter eine "Beziehung" brauchst, in der du dich und deine Persönlichkeit und deine Bedürfnisse derart hinten anstellen musst, nur um mit jemandem spazieren zu gehen und Urlaub zu machen? Dafür hat man Freunde oder einen Hund. Und die lieben einen wirklich. Aber, du musst es wissen. Für mich wäre das nichts.