• #31
Wenn Du "zwischen" zwei Männern (oder Frauen) stehst, ist es keiner von beiden
Finde ich zu einfach zusammengeschnurrt auf eine Formel, aber ich denke, dass das oft stimmt. Denn wenn man in einer Beziehung ist und ein anderer eine Ergänzung bildet fürs Glücklichsein, weil eben doch was fehlt, dann ergeben ja nur die beiden Puzzle-Menschen zusammen eine Gesamtheit, die man sich wünscht. Die Frage ist für mich, woran das liegt. 1. Vielleicht an dem, der die zwei Puzzle-Stücke braucht und nicht begreift, dass er Widersprüchliches versucht zu vereinen, also z.B. mit dem Partner schafft er sich ein Nest, um die eigenen Verlustängste zu minimieren, aber eigentlich will er mehr Freiheit und Losgelöstsein und das Nest ist viel zu eng und zu "alltagsbanal". Das Freiheitsding wird auf den Außenstehenden projiziert, der das genauso lebt, während der Fremdgänger meint, er könnte das so in sein eigenes Leben ziehen, indem er davon träumt, mit diesem Freiheitsliebenden ein Geborgenheitsnest schaffen zu können, in dem beides gelebt wird - intensive Nähe und Freiheit, Individualprogramm, aber zu zweit, Harmonie trotzdem beide Alleingänge machen, aufregend füreinander sind, ...
Oder 2. Er ist einfach mit dem falschen Partner zusammen, also an DEM liegt es und man begreift nur nicht, dass es passendere Menschen gibt, die man viel besser "aushalten" kann in ihren Macken, die sie mitbringen. Ein Beispiel dafür wäre, dass Mensch A dringend einen Partner braucht, ein Gegenüber, um sich wohlzufühlen, aber er nahm den falschen Partner B, der sich dauernd losreißen will, weil er sich durch das Gebrauchtwerden erstickt fühlt. Dabei will A ihn gar nicht ersticken, es stimmt nur nicht die Basis, dass A Vertrauen hat, dass B sich wirklich mit ihm seelisch verbunden fühlt. Es gibt ja Paare, die verstehen sich ohne Worte, es ist ein unsichtbares Band der Liebe und Loyalität und vor allem des Vertrauens (nicht wegen Fremdgehen, sondern man weiß, dass man sich liebt, weil es fühlbar ist ohne Worte) zwischen ihnen. Die müssen nicht aufeinanderhocken, um das Gefühl zu bekommen, nicht allein zu sein. Die können eigene Wege gehen, ohne Angst zu haben. (Vorausgesetzt, sie sind dazu wirklich fähig, also sind nicht von Verlustängsten gesteuert und können auch das Vertrauen wirklich haben.) Ich kenne ein Paar, die sind beide über 80, die haben irgendwelche festgelegten Rituale wie zum Frühstück Küsschen geben, was sie anderen gern erzählen. Wenn sie aber "unkontrolliert" über einander reden, kommt da überhaupt nichts von "ich bin mit dem Menschen zusammen, den ich von allen immer am liebsten hatte". Es kommen die ollen Kamellen, dass sie ihn eigentlich gar nicht wollte, er ihr immer zu ungebildet war, ...
 
  • #32
Mein Partner ist der erste, mit dem ich ein harmonisches Beziehungsleben führe. Meine Eltern hatten auch keines. Ich führe das Muster fort...
Mit deinen Eltern hat das wenig zu tun, beide haben sich füreinander entschieden eine Ehe gemeinsam zu führen, mit Höhen & Tiefen. Sie wollten einander bzw. sind/waren offiziell zusammen.
Bei deinem Auslandmann trifft es nicht zu. Er wollte damals schon keine Beziehung mit Dir, ihr ward nie offiziell zusammen und du schiebst es darauf, dass er eine Partnerin nicht zurücklassen wollte. Du hast Dich schon damals auf eine Affäre eingelassen und konntest ihn nicht haben. Du hast mit dem Thema auch nicht abgeschlossen, sondern glaubst die Ausrede, wenn er nicht ins Ausland gegangen wäre, dann wärd ihr zusammen. Anders wird ein Schuh draus, wenn er Dich damals gewollt hätte, wärst Du offiziell gewesen, frei & ungebunden hättet ihr damals schon gem. Lösungen für Euch als Paar gefunden. Jetzt glaubtest Du an ein Revival oder Du hast gar nichts gedacht, nur an den Berg von Herausforderungen die auf Dich daheim warten und das ein wenig Ablenkung nett wäre. Nur er will dich wieder nicht, was ist nun deine Ausrede, die Entfernung, wenn Deine Kinder nicht wären, wenn du wie damals frei & ungebunden wärst? Kann man einrichten, sich trennen, zum Lover ziehen und Sorgerecht beim Vater. Aber selbst dann würde dein Lover Dich nicht wollen. Er will wieder nur deinen Körper & deine Bereitschaft zum Sex. Und wo siehst Du Parallelen zu deinen Eltern, die ein Paar waren und wo ihr nie eins ward?
Oder Parallelen zu deiner Ehe? Wenn Du der Verantwortung davonläufst, hat das auch nichts mit deinen Eltern zu tun oder der Harmonie, die Du in deiner Kindheit nicht hattest.
Ich denke, Du kannst nicht akzeptieren, verzichten und verlieren, dass Du es für deinen Liebhaber nie sein wirst. Du willst ihn, er Dich nie, auch nicht umso gefälliger Du Dich zeigst. Das liegt nicht an den Umständen, sondern das er Dich nicht liebt und Du als Partnerin nicht in Frage kommst. So ist halt das Leben, man bekommt nicht immer das, nur weil man es unbedingt will; auch nicht wenn man sich abstrampelt. Es gibt im Leben Situationen da ist es von vornherein sinnlos sich abzumühen. Wenn Dich einer diskriminiert, nicht leiden mag und Dich deshalb benachteiligt, versuchst Du doch auch nicht mit Überzeugungsarbeit, fruchtlosen Diskussionen, sondern suchst einen anderen Weg dein Ziel zu erreichen und lässt diese Person los. Ich denke, Du willst dich an falscher Stelle beweisen, dein Lover soll dich lieben, dein Ehemann Verständnis haben und es tolerieren, Flucht aus den Alltagsproblemen für Dich und die Verantwortung trägt allein dein Mann; du bist das Opfer, weil alles nicht so läuft, wie Du es gern hättest und deine Eltern sind daran Schuld.
Wenn ein Mann deutlich sagt, er will dich nicht, keine Beziehung mit Dir; dann brauchst Du ihn nicht zu lieben. Du wirst ihn nie vom Gegenteil überzeugen.
 
  • #33
Ferdinand,dir ist aber schon klar was für seelische Pein du deiner Frau zumutest? Du hast deiner Frau erklärt,dass du diese andere Frau aus tiefsten Herzen liebst? Hochachtung vor deiner Frau,dass diese dich nicht hochkant raus geschmissen hat. Deine bedauernswerte Frau muss nun damit leben,dass sie 2.oder 3. Wahl ist. Statt sich um deine " Herzdame" zu kümmern hättest du deine Energie besser in deine Ehe gesteckt. Also du bist deiner Frau gegenüber der größte Gefühlsautist! Für deine unnötige Ehrlichkeit klstsche ich nicht Beifall. Schweigen ist doch manchmal Gold!
Sorry dass es jetzt am Thema der TE vorbei ging,aber diese Aussage könnte ich nicht unkommentiert stehen lassen.
 
  • #34
Ferdinand,dir ist aber schon klar was für seelische Pein du deiner Frau zumutest? Du hast deiner Frau erklärt,dass du diese andere Frau aus tiefsten Herzen liebst? Hochachtung vor deiner Frau,dass diese dich nicht hochkant raus geschmissen hat. Deine bedauernswerte Frau muss nun damit leben,dass sie 2.oder 3. Wahl ist. Statt sich um deine " Herzdame" zu kümmern hättest du deine Energie besser in deine Ehe gesteckt. Also du bist deiner Frau gegenüber der größte Gefühlsautist! Für deine unnötige Ehrlichkeit klstsche ich nicht Beifall. Schweigen ist doch manchmal Gold!
Sorry dass es jetzt am Thema der TE vorbei ging,aber diese Aussage könnte ich nicht unkommentiert stehen lassen.
Off Topic:
Es war unsere gegenseitige Zusicherung bereits zu Beginn unserer Ehe, immer ehrlich und offen zueinander zu sein.
Es war eine schwierige Situation, keine Frage, die Alternative war gerade in dieser Zeit für mich nur mehr Suizid, täglich, wochen- und monatelang Suizidgedanken.
Eine Affäre mit der anderen wäre leicht möglich gewesen, aber so einfach wollte ich das auch nicht. Ich wollte eine Entscheidung treffen.
Gerade weil ich weiterhin in der Beziehung mit meiner Frau blieb habe ich ihr doch eindeutig signalisiert und zu verstehen gegeben, dass sie für mich die Nummer 1 ist. Ja es war schmerzhaft, alle Kontakte zur anderen zu kappen, aber dies war auch ein Signal für meine Frau, dass sie für mich wichtiger ist, als alles andere.
Entgegen ihrem normalen Temperament blieb sie ruhig und vorwurfsfrei und wir sprachen stundenlang über uns und unsere Beziehung.
In der Zwischenzeit sind wir über 40 Jahre verheiratet.

Sonderbar deine Beurteilung mir gegenüber. Fast alle Forenteilnehmer fordern bei allen Beziehungsproblemen, Affären, Seitensprüngen usw Ehrlichkeit und Offenheit dem Partner gegenüber und ich bin in deinen Augen Gefühlsautist.
Für dich wäre die rücksichtsvollste Lösung meiner Frau gegenüber gewesen, mich einfach scheiden zu lassen, oder anstelle mit ihr offen zu sprechen, einfach aus dem Leben zu gehen. Die Offenheit meiner Frau gegenüber war für mich die dritte Lösungsvariante, die für mich in der Situation die effizienteste war.
 
  • #35
Ich denke schon das Ehrlichkeit wichtig in einer Ehe ist, wenn Gefahr im Verzug ist. Aber nicht um jeden Preis.
Die FSin hat eine Affäre, mit einem Mann, der sie nicht will, nur den Sex. Sie hat sich wieder in ihn verliebt, aber es ist hoffnungslos das es bei ihr jemals was wird.
Die FSin muss meines Erachtens schauen, entliebt sie sich von ihrer Affäre und entscheidet sich für ihre Ehe & Familie, bekommt sie es allein hin den Liebeskummer auszuhalten und es niemanden spüren zu lassen, (dann sollte sie mit ihrer Affäre Schluss machen, sofort Cut und nichts sagen) oder braucht sie dabei die Unterstützung ihrer Familie, was für den Ehemann verletztend wäre, aber nur so kommen sie aus der Krise. Oder sie erkennt, dass ihre Ehe gescheitert ist, sie ihn damals nur gewählt hat, um Familie & Ehe zu haben, aber nicht mit ihm zu wollen, er nur die 2. Wahl und Gelegenheit dazu war, dann auch Ehrlichkeit, die FSin verbleibt nur unzufrieden in einer Beziehung und will was anderes. Dann steht die Trennung im Raum und das sollte ihr Ehemann wissen. Wenn die FSin beides will Eheleben und Phantasieschlösser mit ihrer Affäre, die keine Zukunft hat, sollte sie es ihm dennoch ihren Mann sagen und die Illusion einer harmonischen Ehe nehmen, weil sie fühlt sich mit jemanden anderen wohl und als Paar, und nicht mehr mit ihrem Mann. Auch wenn dann das Vertrauen in die Brüche geht, was sie zuvor ausgenutzt hat, er dann verletzt und eifersüchtig ist, so kann er dann mitentscheiden, weil ihre Handlungen auch direkte Auswirkungen auf ihn haben. Entweder sie finden als Ehepaar wieder zusammen oder nicht. Aber beides leben zu wollen eine Ehe und Auszeiten mit der Affäre, wo schon ihrerseits Liebesgefühle im Spiel sind, entfremdet das Ehepaar zusehens. Die Harmonie ist dann nur die Fassade nach Außen, innen fehlt es an Respekt, Lug & Betrug, weil der Ehemann für dumm verkauft wird, die Schuld und schlechte Tage werden auf den Ehemann abgewälzt und alles Schöne projiziert auf die Affäre, heißt nicht ohne Grund: Schönwetter-Beziehung. Und normale Beziehungsprobleme werden nicht mehr mit dem Ehemann angegangen, durchgestanden und gelöst, sondern sind nach außen verlagert; meistens wird die Ehe und der Partner bei sich und anderen schlecht geredet, weil sonst hätte man keine Affäre und müsste sich die Zuwendung von Fremden holen, dabei liegt meist die Ursache in der Unzufriedenheit bei einem selbst oder in der eigenen Überforderung in schwierigen Situationen.
 
  • #36
Ferdinand,ich bin für Offenheit und Ehrlichkeit,wenn man eine richtige Affäre hat. Denn dann ist man es seinem Partner schuldig,wie dieser selbst damit umgeht. Ob man sich trennt,zu einer offenen Ehe kommt( wo dieses Arrangement natürlich dann für beide Partner gilt) oder zu noch anderen Ergebnis kommt spielt für mich keine Rolle.
Wäre mein verstorbener Mann auf mich zu bekommen nach dem Motto:" Du, ich habe eine Frau kennen gelernt die ich aus tiefsten Herzen liebe,aber denk dir nix,ich schlafe ( noch) nicht mit ihr... Der hätte einen Tritt ohne Wiederkehr bekommen. Jetzt,stell dir Mal vor,wenn es umgekehrt gewesen wäre. Deine Frau hätte ihren Herzensmensch getroffen. Meinst du nicht, dass du bis ins Mark getroffen wärst? Gerade in eurer Situation wo du noch gar nicht gewusst hast in was für Richtung die Reise geht. Du hast dich für deine Frau entschieden und warst nur kurz gefühlsmäßig ohne körperlichen Kontakt " entgleist". Und da bleibe ich dabei,dass du wie die Axt im Walde gewütet hast.Leider gibt es hier keine PN Funktion. Deshalb werde ich einen neuen Thread aufmachen.
 
  • #37
Gerade weil ich weiterhin in der Beziehung mit meiner Frau blieb habe ich ihr doch eindeutig signalisiert und zu verstehen gegeben, dass sie für mich die Nummer 1 ist. Ja es war schmerzhaft, alle Kontakte zur anderen zu kappen, aber dies war auch ein Signal für meine Frau, dass sie für mich wichtiger ist, als alles andere.
@ferdinand, Ehrlichkeit kann sehr schmerzen, aber auch Boden für neues geben. Darum Hut ab, wie du mit der Situation umgegangen bist.
 
  • #38
Die Freundin wollte mich zwar zum Sex verführen, doch lehnte ich dies ab
Ich weiß nun nicht, wie Dein Kümmern aussah, aber dass es hier zu Missverständnissen kommt, dass Du aus Deiner Ehe raus willst, finde ich jetzt nicht so abwegig. Vielleicht wart ihr auch schon vorher so dick befreundet, dann ist das ja was anderes, aber wenn Du erst nach ihrer Trennung so viel Aufmerksamkeit auf die Frau gerichtet hast ... Wie sollte sie das deuten? Ich finde es zwar einschränkend, aber wenn man verheiratet ist, sind bestimmte Verhaltensweisen eben irritierend und man kann das nicht immer der Außenperson anlasten, dass sie was missversteht. Zumal Du ja auch Gefühle entwickeltest und sie das gemerkt haben wird.
Die Frau war sicher einsam, wenn sie schon so sehr freundschaftlich betreut werden musste. Wie auch immer das jetzt aussah, also wenn Du auf Abruf vorbeigekommen bist, um zu trösten, ist das ja was anderes, als hättest Du ihr nur zwei, drei Mal bei den Papieren geholfen und es hätte überhaupt keine zweideutigen Situationen gegeben, die auf mehr Interesse Deinerseits hätten schließen können.

Angenommen, es war tiefe Liebe, dann denke ich mal, war es auch von ihrer Seite viel Gefühl da, denn wenn sowas jetzt nicht "geplant" ist und sich Gefühle entwickeln, die eigentlich keiner wollte, denke ich, dass das immer von beiden gespürt wird, denn die Gefühle entstehen ja völlig frei und ohne dass einer bedürftig ist, sich was einreden muss usw..
Sollte es nur ihre Abhängigkeit von Deiner Hilfe gewesen sein, während Deine Frau Dich "zu wenig" braucht, war es mE keine tiefe Liebe Deinerseits, sondern Du hättest Dich gebraucht gefühlt.
Danach erst bekam ich mit, dass diese während meiner Krise eine Affäre mit einem anderen Mann hatte.
Du wolltest sie nicht. Sieh Dir doch mal ihre Situation an. So, wie sich mir das darstellt, war sie nach der Trennung total unglücklich, Du als Freund "betreutest" sie, wurdest tief emotional, sie verliebt sich und dann die Klatsche - für Dich war es nichts, Du kannst Dich nicht für sie entscheiden. Also verwerflich kann ich das von diesem Standpunkt her nicht finden, dass sie sich getröstet hat, als Du abgetaucht bist und nicht zu Deinen Gefühlen standest.

Das mal nur aus einer anderen Sichtweise geschrieben. Es ist natürlich richtig, nicht zu betrügen und natürlich kannst Du nichts für Deine Gefühle und Deine Entscheidung für die Ehefrau ist Deine Entscheidung.
Dass Du Deiner Frau alles gesagt hast, hm, ich denke schon, dass es richtig war. Ich würde es wissen wollen als Partnerin, wenn mein Partner sich so dermaßen verliebt. Aber ich habe den Eindruck, dass Du Dir Deine Entscheidung schmackhafter machst, indem Du die andere Frau als lockere Person mit Affäre darstellst. Dass sie die hatte, wundert mich nicht. Von Deiner Seelenqual wusste sie nichts, Du hast sie "alleingelassen", nachdem Du ihr so nah warst. Worauf hätte sie bei Dir hoffen sollen?
 
  • #39
Ich denke schon das Ehrlichkeit wichtig in einer Ehe ist, wenn Gefahr im Verzug ist. Aber nicht um jeden Preis.
Die FSin hat eine Affäre, mit einem Mann, der sie nicht will, nur den Sex. Sie hat sich wieder in ihn verliebt, aber es ist hoffnungslos das es bei ihr jemals was wird.
Die FSin muss meines Erachtens schauen, entliebt sie sich von ihrer Affäre und entscheidet sich für ihre Ehe & Familie, bekommt sie es allein hin den Liebeskummer auszuhalten und es niemanden spüren zu lassen, (dann sollte sie mit ihrer Affäre Schluss machen, sofort Cut und nichts sagen)
Danke für eure Kommentare und Gedanken zu meinem Problem. Durch den emotionalen Abstand zum Mann aus der Vergangenheit (keinen Kontakt) und euren unterschiedlichen Sichtweisen, sind mir einige Dinge klarer und bewusst geworden.

Ich werde mir eine professionelle Person suchen und mit deren Hilfe meine zerstörerischen Muster auflösen. Mir ist in dem Fall egal, warum ich sie an den Tag lege. Zum Verständnis sollte der Ursprung aber helfen. Ich verurteile meine Eltern für nichts. Sie waren übrigens nur kurz verheiratet (den Affären meines Vaters sei Dank), meine Mama hat uns allein groß gezogen. Ich trage für mich und meine Entscheidungen allein die Verantwortung. Das ist mir immer bewusst.
Ich breche den Kontakt zu 100% ab. Und stecke meine Energie in meine Familie. Denn sie ist keine Notlösung!! Ich habe sie so wie sie ist, gewählt und gewünscht. Und meine Kinder Und sind mir das Wichtigste. Und auch wenn ich derzeit emotional durcheinander bin, wird sich das sicherlich auf diesem Wege bald sortieren.
 
  • #40
Finde ich in Deinem Fall auch das einzig Richtige, denn der Mann hat Dir ja klar gesagt, dass er Dich nicht will. Also jede Hoffnung, mit ihm glücklich zu werden, ist ja sowieso dahin.
Dass Du Dir professionelle Hilfe suchen wirst, finde ich gut. Denn ich denke nicht, dass Du den anderen Mann tief liebst, sondern nur einem Muster folgst, das Dich nicht ins Glück führen würde.
Ferdinand,ich bin für Offenheit und Ehrlichkeit,wenn man eine richtige Affäre hat. Denn dann ist man es seinem Partner schuldig,wie dieser selbst damit umgeht. [...]
Wäre mein verstorbener Mann auf mich zu bekommen nach dem Motto:" Du, ich habe eine Frau kennen gelernt die ich aus tiefsten Herzen liebe,aber denk dir nix,ich schlafe ( noch) nicht mit ihr... Der hätte einen Tritt ohne Wiederkehr bekommen.
Das klingt so, als sei nur Fremdsex ein Grund, sich zu trennen. Ich finde aber, gerade dieses tiefe Fremdlieben wäre viel mehr ein Grund zu gehen. Sex, der emotional nichts bedeutet, ist natürlich auch schlimm und schwer zu verkraften, aber tiefe Gefühle für eine andere Person - wie soll man sich als Partner denn HIERBEI vorkommen? Wie Du schon schreibst - die Beziehung wäre beendet. Und deswegen finde ich gerade wichtig, dass die Partnerin weiß, dass es tiefe Gefühle für eine andere Frau gibt. Damit sie entscheiden kann, ob sie diese Ehe noch will, eine Ehe mit einem Mann, der tiefere Gefühle für eine andere Frau hat als für sie.

Nun hat ja Ferdinand gemerkt, dass er seine Frau MEHR liebt als die andere Frau (hoffe ich). Also in dem Fall denke ich durchaus, dass er das mit sich allein hätte ausmachen können und ich könnte mir auch vorstellen, dass es gar keine tiefe Liebe war, sondern einfach ein Verliebtsein aus einer Ehekrise heraus, die er nicht gesehen hat (will ich aber nicht unterstellen. Ich denke nur, dass echte tiefe Liebe, die man für seinen Partner nicht empfinden kann, aber für eine andere Person, ein lebenslanges Gefühl, die falsche Entscheidung getroffen zu haben, hervorrufen wird). Relevant wäre die Liebe zu der anderen Frau ja wirklich nur gewesen, wenn er sich entschieden gehabt hätte für sie. Insofern stimme ich Dir auch irgendwo zu: Er ist ja nicht fremdgegangen, mE war diese tiefe Liebe nur aus einem Mangelgefühl in der Ehe entstanden und es ging gar nicht um die andere Frau, also musste die Ehefrau nichts wissen. Sein Erzählen der Gefühle könnte allerdings das Beheben der Ehekrise bewirkt haben, so sie wirklich da war.
Aber an sich denke ich, wenn einer wirklich "fremdliebt", sollte der Partner es theoretisch unbedingt wissen. Naja, eigentlich denke ich, dass dann praktisch die Entscheidung gegen den Partner fallen wird, oder der Fremdverliebte ist "nicht mehr zu gebrauchen" in der Ehe, weil er nur noch hadert.
 
  • #41
Hallo Void!
Leider kann ich am Tablet nicht so zitieren.
Also der Mann ist kein Youngster mehr und wird Gefühle deferenzierter einordnen können als ein junger Mensch. Dies bringt einfach das Alter mit sich. Ich gehe davon aus,dass seine Frau um die 60 oder drüber ist. Dann bekommt sie zu hören:" Er hat die Liebe seines Lebens getroffen!" Toll nicht wahr? Wieviele Frauen in diesem Alter sind sie vom Ehemann finanziell abhängig,was ich jetzt aber nur vermuten kann, und haben Angst vor dem Alleinsein. Diese Panik und Angst verlassen und ungeliebt zurück zu bleiben muss einen Riesenschock ausgelöst haben.Und dass er seine Frau " mehr" liebt,passt im Konsens " mit der Liebe seines Lebens" die er getroffen hat nicht zusammen.Da beisst sich die Katze in den Schwanz. Und nicht immer ist es Liebe,dass man in einer Ehe bleibt sondern finanzielle Interessen. Wenn,man sich wirklich nicht ganz sicher ist wie es mit der Ehe weiter geht,sollte das Für und Wieder erst mit sich selbst abgeklärt werden. Erst dann das Gespräch führen und Nägel mit Köpfen machen! Mit diesem Geständnis bleiben in seiner Frau Unsicherheiten zurück und wahrscheinlich auch das Gefühl was sie in den letzten 40 Jahren für ihren Mann war. Lief es evtl in der Ehe nach dem langen Bestand nimmer rund hätte von Ferdinand der Mund aufgemacht werden sollen. Aber statt Energie und Aufmerksamkeit SEINER Ehefrau zukommen zu lassen floss diese in " die Liebe seines Lebens".
Und nein,nicht Fremdsex kann ein Trennungsgrund sein, da gibt es noch viele andere Gründe die nicht mal mit einer anderen Person zusammen hängen müssen. Mir geht es darum wie dieser Mann mit den Gefühlen seiner Frau rum gesprungen ist und sich hinter Ehrlichkeit und Offenheit versteckt. Jeder sollte sich in diese Situation einfühlen,wenn er/sie die Worte vorm Latz geknallt bekommen hätte. Ich hätte ihn sofort!! rausgeschmissen,aber mag auch daran liegen da ich finanziell komplett unabhängig bin und trotz Kinder gearbeitet habe und für das Alter sehr gut selbst vorgesorgt habe. Da geht man leichter! Denn jede Ehefrau so wie jeder Ehemann sollte für dem Partner die Nr.1 sein. Und um so mehr nach jahrzehntelanger Ehe,die viele Höhen und Tiefen gemeistert hat.
 
  • #42
Aber an sich denke ich, wenn einer wirklich "fremdliebt", sollte der Partner es theoretisch unbedingt wissen. Naja, eigentlich denke ich, dass dann praktisch die Entscheidung gegen den Partner fallen wird, oder der Fremdverliebte ist "nicht mehr zu gebrauchen" in der Ehe, weil er nur noch hadert.
Danke für deine Kommentare!

Wann, bist du der Meinung, ist man "richtig" fremdverliebt und wann nicht? Wann sind es nur Projektionen auf den anderen? Wann ein Entfliehen aus eigenen Herausforderungen? Das ginge doch nur mit Zeit herauszufinden, oder nicht?!
 
  • #43
Wann, bist du der Meinung, ist man "richtig" fremdverliebt und wann nicht? Wann sind es nur Projektionen auf den anderen?
Ja, das ist die Frage. Ich hab ja in jungen Jahren auch projiziert und dachte, es sei die große Liebe. Ich wusste es hinterher, dass es das nicht war. Du hast ja auch gefragt, was Liebe ist, also ich denke, das ist Dein Thema.
Also erstmal: Projektion ist, wenn Du Dich eigentlich in DEINE Eigenschaften verliebst bei einem anderen, aber Du erkennst das noch nicht. Da gibt es viele Beispiele, der Mann macht die Karriere, die die Frau gern gemacht hätte, aber sie ist nun seine Rückenfreihaltefrau, der Mann lebt seine Freiheit aus, die Frau will ihn bemuttern dabei, statt selbst ihre Freiheiten zu leben, der Mann gibt ihr Halt und Sicherheit, dabei muss jeder sich das selbst geben, ... Wenn einer genau das zu haben scheint, was man in sich hat als "Idealverkörperung einer Eigenschaft", dann will man das unbedingt haben. Wenn man es dann hat, merkt man, dass diese Eigenschaft, die man in sein Leben reinsetzen wollte, damit es "heil" oder "ganz" wird, gar nicht perfekt gegeben wird vom anderen, denn selten ist dieser Mensch so perfekt und gibt so selbstlos genau das, was man braucht. Das erzeugt Frust und im Idealfall passiert, dass man es dann "selbst macht", also sich aus dieser Abhängigkeit befreit und nun letztendlich doch seine eigene Eigenschaft entwickelt, weil man merkt, dass es einem kein anderer schenken kann. Deswegen ist die Verliebtheit dann auch vorbei, sollte es keine anderen Gründe gegeben haben, mit dem Menschen zusammen zu kommen.
Wenn man seinen Partner bekommen hat, auf den man was projiziert, und man sieht eine noch bessere Projektionsfläche, dann ist es auch vorbei mit der Verliebtheit, dann will man den "Besseren" haben. Und es kommt auch zu Hinbiegeversuchen der Person, damit sie möglichst ideal ihre Rolle erfüllt im Leben des Projizierenden. Man ist auch neidisch auf den Partner, weil er so leicht das verkörpert, bei dem man Angst hat, es in sich zu entwickeln.
 
  • #44
Liebe BRAUCHT den anderen nicht. Klar will man den Menschen dann auch näher bei sich haben. Aber man kann ihn lassen, wie er ist, und wenn er einen nicht will, lässt man los. Im Projektionsfall geht das kaum, weil man fast besessen ist davon, die Beziehung zu bekommen, denn der Mensch soll ja eine wichtige Funktion übernehmen. Bei Liebe WUSSTE ich auch immer, dass mir vom anderen zumindest viel Zuneigung entgegenkommt. Das heißt nicht "Sicherheit, dass er eine Bez. will" (musste ich auch erst differenzieren). Was er mit dem Gefühl macht, ist was anderes. Aber die Projektionsmänner von früher bei mir brachten NIE Gefühle rüber, höchstens ein bisschen Mögen, weil ich mich sehr bemühte um sie. Manchmal wussten die von ihrem "Glück" nichts. Ich kannte einige nicht mal, ich hatte ihnen Eigenschaften aufgrund ihres Aussehens angedichtet.

Wann ein Entfliehen aus eigenen Herausforderungen?
Was meinst Du hier?

Ansonsten ja:
Genau. Man lernt was über sich und das tut sehr weh, ist mit starken Verlustgefühlen verbunden und erzeugte bei mir immer erstmal eine Leere, weil ich nicht mehr wusste, woran ich DEN passenden Mann erkennen sollte und wozu noch. Denn wenn man sich "alles selbstgibt" oder zumindest denkt, dass es "alles" ist, wozu einen Partner? Als ich diese Erkenntnis hatte, war ich Anfang 30 und fühlte mich zum ersten Mal emotional richtig frei.
Dann traf ich meinen Ex und überlege gerade, ob sich auch hier Projektionen ergaben, die anfangs gar nicht Thema waren ... Ich konnte ja lange nicht loslassen, obwohl sich sehr Unpassung herausstellte. Ich würde sagen: Man kann in einer Beziehung auch unbewusst eine Rollenverteilung vornehmen und später entdecken, dass man hier doch für sich selbst sorgen muss. Ist das dann Projektionsverliebtheit? Nee, würde ich nicht sagen, aber doch auch Abhängigkeit wegen ... Bequemlichkeit? Vielleicht doch auch etwas Projektion dabei, aber die kam erst hervor, nachdem wir zusammen waren. Also Verliebtheit durch Projektion gab es bei mir nicht.

Richtig fremdverliebt ...
Ich würde sagen: Wenn man projiziert, ist man es, wenn man trotz Partner jemand anderen will, der eine bessere Projektionsfläche abgibt, oder wenn man jemanden gefunden hat, der einen Teil von einem selbst verkörpert, den man AUCH nicht lebt. Der vorhandene Partner hat vielleicht den sicherheitsgebenden Part übernommen, nun will man den freiheitsliebenden auch noch haben.
Wenn man LIEBT und geliebt wird, ist es mE relativ einfach - man fühlt sich viel besser beim demjenigen. Man weiß auf einmal, dass es Menschen gibt, die einen nicht da kritisieren oder abblocken, wo man einfach ist, wie man ist.
Wenn man LIEBT, den Partner auch liebt und zurückgeliebt wird, wird es die Entscheidung für den Partner sein, denke ich, weil man logischerweise MEHR miteinander hat, was verbindet.
 
  • #45
der Mann ist kein Youngster mehr und wird Gefühle deferenzierter einordnen können als ein junger Mensch.
Meine Erfahrung ist, dass man diese Annahme, dass ein alter Mensch alles Reifebetreffende besser "kann" als ein junger, schnell streichen sollte. Naivität, Liebesfähigkeit, sex. Unverkrampftsein, mit Gefühlen umgehen können usw. kommen nicht automatisch mit dem Alter.
Vielleicht erlebte er zum ersten Mal Liebe als frei gegebenes Gefühl ohne Abhängigkeiten und Bedingungen an ihn.

Wieviele Frauen in diesem Alter sind sie vom Ehemann finanziell abhängig [...] haben Angst vor dem Alleinsein.
Ok, aber das ist trotzdem ihre Verantwortung, ihre Krise, sich mit ihren Abhängigkeiten auseinanderzusetzen.
Wenn,man sich wirklich nicht ganz sicher ist wie es mit der Ehe weiter geht,sollte das Für und Wieder erst mit sich selbst abgeklärt werden.
Sehe ich genauso. Aber ein Mensch in einer Krise ist ein Mensch in einer Krise. "Weise Voraussicht, Selbstanalyse und Schonen des Partners" wären gut, aber man kriegt ja keine Karte, wie man richtig handeln sollte, man ist verwirrt, todunglücklich, weiß nicht, wie es weitergehen soll, hat alle möglichen Ängste.
Lief es evtl in der Ehe nach dem langen Bestand nimmer rund hätte von Ferdinand der Mund aufgemacht werden sollen.
Ich denke, er hätte es so gemacht, wenn er gekonnt hätte. Aber es ist immer noch nicht raus, ob die andere Frau nicht wirklich die tiefste Liebe, die er haben kann, war. Da er aber meint, es sei die richtige Entscheidung gewesen zu bleiben, denke ich, es war doch "nur" eine Ehekrise.
Frage: Wäre es Dir lieber, wenn Dein Partner, der WIRKLICH MEINT, in einer anderen Frau die Liebe seines Lebens gefunden zu haben, schweigt? Und kannst Du im Falle, dass es wirklich nur eine Ehekrise ist, mit Sicherheit sagen, dass wenn Dir Dein Mann ruhig sagt, dass Du dies und das an Deinem Verhalten ändern solltest, Dir die Dringlichkeit bewusst wäre, dass er die Ehe nicht mehr aushält? (Du vielleicht tatsächlich, aber es gibt ja auch die resistenten Menschen, die "zum einen Ohr rein, zum anderen raus" praktizieren.)

Noch was: Gerade in langen Ehen sehe ich manchmal, dass GefühlsREIFEentwicklung total blockiert wird, denn es bedeutet auch Unabhängigkeit und das Riskieren, dass sich Unpassung herausstellt. Nur ist das wie Luftanhalten - irgendwann bricht es doch hervor (wenn es nicht in Ersatzhandlung, Depressionen, Krankheiten ausagiert wird), und viel schlimmer, als wenn man es früher besprochen hätte und ein Eheende riskiert hätte. Aber das macht man wohl auch eher nicht ohne Not, man will die Ehe ja auch erhalten und denkt, man kann sich schon verbiegen.

Sorry, Ferdinand, dass ich hier in der dritten Person über Dich schreibe und rumspekuliere, ging bloß gerade nicht anders.
 
  • #46
Das ginge doch nur mit Zeit herauszufinden, oder nicht?!
Nein, das eine Frage der Indizien, welche man hat.
Es genügt eben nicht das Gefühl, sich zu jemendem hingezogen zu fühlen (das hast Du ja), sondern es sollte auch eine tiefe seelische Verbunderheit und zusätzliche äußerliche Übereinstimmung geben, die sich tatsächlich daran erkennen lässt, wie sich die Akteure verhalten.

In Deinem Falle, liebe FS, lässt der extren Mann aber ganz klar erkennen, dass es sich Dir nicht innerlich verbunden fühlt, und wenn Dein Gefühl Dich nicht täuscht, wird es bei Dir auch ebenso sein.
 
  • #47
Ich meinte, wann ist klar, dass man aus seinem aktuellen Leben nur flieht. Vor Herausforderungen, Aufgaben, Problemen, der Verantwortung, die man hat. Also keine "echte" Fremdverliebtheit empfindet.

Aber letztlich habe ich das getan -Flucht. Was mir jetzt klar ist. Zumindest in hellen Momenten, in denen ich nicht so krass emotional bin. Sondern es vermag klar zu denken.

Jetzt bleibt das "Problem" mit den Gefühlen zu meinem Partner. Mir ist bewusst, dass durch die ganzen alltäglichen Aufgaben, die Gefühle weggehen oder aber gedämpft werden können. Und gerade habe ich nicht das Gefühl, sie wiederzubekommen. Was schmerzt und mich starr zurück lässt. Dann ist da der Satz: Liebe ist auch immer eine Entscheidung. Und die Entscheidung habe ich ja eigentlich getroffen. Damals, als wir uns entschieden zusammen zu sein und ein gemeinsames Kind zu bekommen.

Also, dass der Mann aus der Vergangenheit eine Flucht war, sehe ich jetzt. Wie ich aber meine Gefühle zu meinem Partner wieder erlange, frage ich mich nun. Als Eltern sind wir gut! Als freundschaftliches Paar auch... Aber mir fehlt die Lust auf ihn und mein liebevolles Gefühl von früher... Ich habe das Gefühl, dass ist im ganzen Stress untergegangen...
 
  • #48
Ich meinte, wann ist klar, dass man aus seinem aktuellen Leben nur flieht. Vor Herausforderungen, Aufgaben, Problemen, der Verantwortung, die man hat. Also keine "echte" Fremdverliebtheit empfindet.
Ok, das kenne ich auch. Das hatte ich jetzt auch gewissermaßen unter "Projektion" eingeordnet, weil ich hinterher merkte, dass ich in dem Mann einen Halt gesucht hatte. Damals war es ziemlich stressig in meinem Leben in allen Bereichen und der wirkte so souverän.

Jetzt bleibt das "Problem" mit den Gefühlen zu meinem Partner. Mir ist bewusst, dass durch die ganzen alltäglichen Aufgaben, die Gefühle weggehen oder aber gedämpft werden können.
Ist das nicht das Problem, das viele in ihrer langjährigen Beziehung haben? Oder ist es genau die Phase in eurer Beziehung, in der man feststellt, ob man wirklich zusammenpasst? Die gibt es ja nach 1,5 bis vielleicht 3 Jahren (je nachdem, wieviel Zeit man miteinander verbringt, denke ich). Die Verliebtheit ist weg, man kennt den anderen nun richtig und weiß genau, wo die Probleme liegen, wo die eigenen Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Ihr seid ja nun gerade 3,5 Jahre zusammen, also die Ermüdungserscheinungen einer langjährigen Beziehung können das ja eigentlich noch nicht sein.
Dann ist da der Satz: Liebe ist auch immer eine Entscheidung.
Hm. Ich weiß nicht ...
Ob man in einer Beziehung bleibt, also ob einem das reicht, was da ist, DAS ist in meinen Augen eine Entscheidung. Liebe dagegen ist ein Gefühl, darum sich zu bemühen, geht mE nicht. Also das, würde ich sagen, muss da sein, sonst kann man sich nicht für das Fortführen einer Beziehung in einer Krise entscheiden (gut, es gibt auch das Bleiben aus Bequemlichkeit und das Denken, wenn was Besseres vorbeikäme, könnte man sich immer noch trennen, was ich schlimm finde und was auch nicht funktioniert, weil man ja nicht "unbeschadet" in einer frustrierenden Beziehung verweilen und dann frisch in eine neue Liebe starten kann. Irgendwas an Verarbeitung wird mE immer mitgeschleppt und sich "gleichgültig" gegen Frust zu machen, hinterlässt auch Spuren).
Und es muss dazu unbedingt auch Gegenliebe kommen. Wenn man nur einseitig liebt, hat das ganze für mich überhaupt keinen Sinn.

Das gemeinsame Kind ist für mich ein guter Grund, auf gar keinen Fall leichtfertig die Beziehung aufs Spiel zu setzen oder zu beenden. Also ich finde schon, dass einiges an Bemühungen, an Reden und Verbessernwollen noch gemacht werden sollte. Das kann schwer werden, falls dazugehört, doch von dem anderen Mann zu erzählen.
 
  • #49
Das Problem ist auch, dass alles von der eigenen Leidensfähigkeit abhängt. Wieviel Verzicht kann man leben in einer Beziehung? Und sobald der "richtige" Mensch kommt, wird sichtbar, dass man sehr verzichtet und alles, was man betäubt hat, kommt wieder vor. Soll heißen, sich damit auseinanderzusetzen und dem Partner zu sagen, was man sich wünscht, ist mE das wichtigste, sonst kriegt er ja von der Krise gar nichts mit. Es einfach "laufen zu lassen", ist das, was eher üblich ist, oder man sah, dass Reden keinen Sinn hatte und blieb trotzdem.

Was hat Dich angezogen an Deinem Partner und ist es noch da, also war es real oder hast Du das nur dazugedichtet, weil er Dir in anderer Hinsicht so gut gefallen hat? Könnte Dein Partner nicht auch so was gewesen sein wie ein Fluchtpunkt, Halt, Sicherheit, ...? Nun, wo Du schon 3,5 Jahre diese Sicherheit bekommen hast, ist Dir nach mehr Aufregung?
Als Eltern sind wir gut! Als freundschaftliches Paar auch... Aber mir fehlt die Lust auf ihn und mein liebevolles Gefühl von früher... Ich habe das Gefühl, dass ist im ganzen Stress untergegangen...
Vielleicht etwas mehr Abstand? Mehr eigenes unternehmen, eigene Wege gehen, statt zu sehr zusammen zu sein? Das könnte mE funktionieren, wenn man sich dadurch statt des Alltags und des Nebeneinanderdümpelns Qualitätszeit verschafft bzw. sich mal vermisst. Allerdings kann es schiefgehen, wenn man sich nur noch so ertragen kann. Und ich weiß auch nicht, wie es mit den Kindern funktioniert.
 
  • #50
Noch was: Gerade in langen Ehen sehe ich manchmal, dass GefühlsREIFEentwicklung total blockiert wird, denn es bedeutet auch Unabhängigkeit und das Riskieren, dass sich Unpassung herausstellt.
...Ja,dies passiert nicht nur auf der Gefühlsebene sondern auch in anderen Bereichen,dass man sich auseinander entwickelt. Dann muss man zu sich ehrlich sein,bleibt man aus Angst vor dem Alleinsein zusammen,sind es finanzielle Gründe usw. Hier sollte man sich als Paar aber zusammen setzen und gemeinsam klären ob man sich besser trennt,ein offene Ehe führt oder eine andere passende Lösung findet.
Ich danke dir Void für die interessante Diskussion. Ich versuche nochmals den neuen Thread zu erstellen. Damit nicht alles hier drunter und drüber geht.
 
  • #51
Hallo Void!

Also der Mann ist kein Youngster mehr und wird Gefühle deferenzierter einordnen können als ein junger Mensch.

Zu diesem Zeitpunkt war ich 45, 20 Jahre verheiratet und hatte mit meiner Frau keine Eheprobleme, im Gegenteil es gab nicht einmal mehr belastende Alltagsprobleme.

Ich gehe davon aus,dass seine Frau um die 60 oder drüber ist. Dann bekommt sie zu hören:" Er hat die Liebe seines Lebens getroffen!"Da geht man leichter! Denn jede Ehefrau so wie jeder Ehemann sollte für dem Partner die Nr.1 sein. Und um so mehr nach jahrzehntelanger Ehe,die viele Höhen und Tiefen gemeistert hat.
Die andere war die Ex-Frau eines Arbeitskollegen und nach der Scheidung traf ich mich auf ihre Einladung hin fast wöchentlich mit ihr, damit sie jemand zum Gedankenaustausch hat. Es verging viel Zeit und sie schüttete mir ihr Herz aus, wenn sie Affären hatte und es plagte sich erst recht das schlechte Gewissen, wenn sie sich auf Affären mit verheirateten Männern einließ.
Nachträglich würde ich eher auch viel Mitleid mit ihr als einen meiner Beweggründe nennen. und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Eifersucht. Vielleicht sollten ihre Erzählungen zum Teil ihr Gewissen erleichtern, zum Teil mich aus der Reserve locken, was dann auch nach Jahren passierte.
Habe mich auch mit einem Psychologen mehrmals über die ganze Situation unterhalten, der auf die Möglichkeiten im vorletzten Absatz hinwies.
 
  • #52
sie schüttete mir ihr Herz aus, wenn sie Affären hatte und es plagte sich erst recht das schlechte Gewissen, wenn sie sich auf Affären mit verheirateten Männern einließ.
Ok, da hätte ich aber auch schon allein deswegen einen Rückzieher an Deiner Stelle gemacht. Anscheinend hat sie es ja drauf, die Schwache zu mimen und den Beschützerinstinkt zu wecken, wenn sie gleich mehrere Affären und mehrere Affären mit Verheirateten hat. Das sieht ja aus wie ein Muster und wie Wahllosigkeit. Aber ich kann auch verstehen, dass man dann neidisch wird oder denkt, eine Kennerin vor sich zu haben, die einen doch auch wählen müsste, wenn man "für gut" befunden würde.

Von solche Menschen kann man aber was lernen, weil sie so einen tiefen Eindruck auf einen machen. Man hat empfindliche Punkte in sich, irgendwelche emotionalen Winkel, die anspringen auf Muster. Der Beschützerinstinkt bei Männern und das Bemutternwollen bei Frauen sind sowas, glaube ich. Die Prinzessinnen und Prinzen dieser Welt haben es drauf, das zu aktivieren. Vielleicht nicht in böser Absicht, aber doch effektiv. Deine Frau klingt ja eher ruppig, wie Du sie so beschreibst. In einer Beziehung funktioniert Prinzessinsein aber auch nicht, würde ich sagen, deswegen hat die Kollegin vielleicht so viele Affären gehabt - die schönen Stunden ohne blöden Alltag. Und Dein Warnsystem ist trotz der Krise, die Du durchmachen musstest, angesprungen: Es kann mit dieser Frau nichts Echtes werden.