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Gast

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  • #91
Letztlich könnt Ihr "erwarten" und "wollen" was immer Euch beliebt, dennoch wird mit solch einer rigiden Einstellung und mit den angedrohten Konsequenzen, kein Fremdgänger nspiriert werden Euch die Wahrheit zu sagen.
Das ist richtig. Deswegen muss man genau hinsehen, bevor man sich auf eine Beziehung einlässt. Es gibt ehrliche Menschen, es gibt Menschen, die zu ihren Bedürfnissen nach Sex mit einem anderen Menschen stehen und dem Partner genau das gleiche einräumen.
Genau dieses Denken ist es, auf das man achten sollte. Gleich am Anfang, wenn man sich kennenlernt.

Die Unfairnis wird man durch die rigide Haltung sicher nicht beseitigen können. Aber schwache Charaktere kann man doch erkennen, denke ich. Blöd, wenn man sich verliebt und dann dieser Vernebelungsmechanismus einsetzt, dass frau es schafft, diesen Mann zum "Guten" zu ändern. Ich glaube, das ist einerseits die Wurzel vieler Beziehungen, dass die Frau nicht gleich wegläuft, und andererseits die Wurzel einer Menge Stress, den der Mann hat.

Für sehr viele Männer und durchaus auch ein paar Frauen, ist Sexualität nicht untrennbar mit Liebe verbunden.
Dagegen hätte ich nie was einzuwenden. Nur wenn ich mir jahrelang andere interessante sexuelle Gelegenheiten versagen muss, weil ich an eine Treue in der Beziehung glaube, die mein Partner längst als unnatürlich und obsolet hinter sich gelassen hat, ohne mich davon in Kenntnis zu setzen, fühle ich mich, Entschuldigung bitte, verarscht, wenn ich das irgendwann rausfinde.
 
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Ars_Vivendi

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  • #92
Ist es also nicht besser zu schweigen, diesen Fehler mit ins Grab zu nehmen, wenn die Partnerschaft eigentlich in Ordnung ist?

Ja, ich halte das für besser. Aber ausschließlich dann, wenn es sich um einen einmaligen Fehltritt handelt, man für sich selbst erkannt hat, dass es ein Fehler war und man das künftig ausschließen kann.

Sonst hilft nur: entweder offen ansprechen und herausfinden ob Partnerin oder Partner mit Fremdgehen leben können (in einer Beziehung ohne Sex könnte das so sein) oder aber die Konsequenzen ziehen und sich trennen.
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #93
... wenn einer von beiden nicht freiwillig der Vereinbarung Treue zustimmt, dann wäre das doch eine schlechte Basis.

Die Vereinbarung lautet nicht: ich bin unter allen Umständen treu. Die Vereinbarung ist: Solange wir gemeinsam Sex haben, habe ich mit keiner anderen Person Sex. Meist wird die Vereinbarung auch gar nicht explizit ausgesprochen, sondern als selbstverständlich hingenommen.
Niemand würde versprechen: auch ich habe nie wieder Sex, wenn Du keinen mehr haben möchtest.
Natürlich stimmen beide zu Beginn der Beziehung zu, wenn alles toll läuft und man den halben Tag im Bett liegt. Auf "Treue" zu bestehen, wenn man selbst keine Sexualität mehr haben möchte, ist doch völlig absurd.

Er verstößt ja nicht prinzipiell gegen Vereinbarungen sondern gegen meine ureigensten Wünsche und Bedürfnisse.

In den wohl meisten Fällen verstößt die Frau auch gegen ureigenste Wünsche des Mannes, nämlich den Wunsch nach erfüllender Sexualität. In der Mehrzahl der Fälle dürfte die bei den Paaren nicht mehr vorhanden sein. Viele Frauen haben genau so lange Spaß an Sex bis sie meinen, den Mann fest zu haben. Das funktioniert nicht.

Dass man sich klar werden sollte, ob die Beziehung grundsätzlich nicht mehr passt, wenn man keinen Sex mehr hat, ist offensichtlich. Wenn die Beziehung sonst hervorragend passt, dann sollte es eigentlich egal sein, dass der eine Partner, der noch Sex haben möchte, diesen mit anderen Personen hat.
 
  • #94
Solche Vereinbarungen werden oft nicht immer ganz freiwillig getroffen... und auch sonst werden ja nicht immer strikt alle Vereinbarungen eingehalten - das ist halt Leben.

Schwer nachzuvollziehen, Tulaya, dass man Vereinbarungen nicht freiwillig trifft, wenn man sich liebt. Wenn das der Fall sein sollte, wo ist dann die gemeinsame Basis, auf die sich eine Beziehung gründen sollte?
Ich kenne das nur so, dass wenn man sich liebt, selbst unausgesprochene Vereinbarungen eingehalten werden.
Da für mich nur eine monogame Beziehung in Frage kommt, wäre das z.B. Exklusivität und gegenseitige sexuelle Treue.
Bei dir und deinem Mann scheinen weitere Personen für den Sex notwendig zu sein. Von welcher Seite aus war eure Vereinbarung denn nicht ganz freiwillig, von dir oder deinem Mann aus?
Vereinbarungen zu treffen, die "nicht immer ganz freiwillig" sind, haben meiner Ansicht nach nichts mit einer gesunden Beziehung zu tun, sondern eher mit Zwang oder Hörigkeit.
 
  • #95
Wollt ihr wirklich wissen, wenn ihr betrogen werdet, signalisiert gesprächsbereitschaft.

Gesprächsbereitschaft ist mit Sicherheit vorhanden. Mir kann niemand erzählen, dass jemand gerne betrogen wird oder ein Fremdgänger so naiv ist zu glauben, dass es seiner Frau nichts ausmacht, wenn er sie hintergeht.

Warum wohl ist er sonst heimlich zugange?
Warum sagt er seiner Frau nicht gleich, dass er eine andere hat?

Es liegt keinesfalls an einer nicht signalisierten Gesprächsbereitschaft, wenn ein Fremdgänger nicht von Anfang an reinen Tisch macht, sondern an seinem ausgeprägten Egoismus ohne Rücksicht auf Verluste.
 
G

Gast

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  • #96
Wollt ihr wirklich wissen, wenn ihr betrogen werdet, signalisiert gesprächsbereitschaft.

Aha, der/die Betrogene soll also ebenfalls lügen, dem Fremdgeher eine Falle stellen? Was ist das denn für ein Wertesystem.

Ich verschaffe mir die Information selber, über jede Möglichkeit, die sich mir bietet. Wer mich anlügt verliert jedes Recht auf Wahrung seiner Intimsphäre. Da nutze ich jedes "unrechte" Mittel um mir Sicherheit zu verschaffen. Seine Handys sind auch meine Handys, ich lese seine Mails und gespeicherten Chats, durchfloehe Bilderarchive, lege mir Pseudonyme zu, um ihn aufs Glatteis zu führen, dann konfrontiere ich ihn mit meinem Rechercheergebnis und verlasse ich ihn, ohne zu sagen woher ich das alles weiß. Ich habe sogar schon gelogen und behauptet, die Geliebte hätte mich kontaktiert. Da hat er erst die Geliebte verlassen, danach habe ich mich doch getrennt.

Das finde ich schon einen krassen Umgang mit einem Fremdgaenger, aber Gesprächsbereitschaft zu signalisieren/vorzutäuschen und ihn dann auszuhebeln, dass ist besonders Perfide, aber auch angemessen, weil er ja auch nichts anderes tut - Gleiches mit Gleichem vergelten.
Danke für den Tipp. Der macht ja garkeine Arbeit und sein Vertrauen in mich und andere Frauen ist nach der Trennung genauso erschüttert wie meines in ihn. Das nenne ich echte Waffengleichheit. Hoffentlich fallen Männer auch auf die "Gesprächsbereitschaft" rein, aber es bleibt immer noch der lange Weg.
 
N

nachdenkliche

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  • #97
Naja, da kommt dann das berühmte "Schnüffeln" bei raus. Denn eines ist sicher.....man bemerkt schon, wenn der Partner fremdgeht. Man wird verunsichert und fängt an, nach "irgendwas" zu suchen. Bis man fündig wird. Und dann wird es ein ziemlich unrühmlicher Abgang. Und am Ende wird den "Schnüfflern" unterstellt, sie hätten ein Vertrauensproblem, seelische Defizite, etc. Verkehrte Welt irgendwie.
Unterm Strich ist es dann egal, ob der Fremdgänger sich durch meine überaus großartige und uneigennützige Gesprächsbereitschaft zur Wahrheit inspirieren läßt oder nicht. Sie kommt eh irgendwann ans Tageslicht. Alles eine Frage der Zeit.
Einen Partner, der so denkt wie der Zitierte, wäre kein großer Verlust, die Trennung wäre nicht so schmerzvoll.
W
Ich gebe Dir da wirklich Recht! Sobald Du ein Gefühl hast, nachzusehen, bzw zu "schnüffeln" , auch wenn man/frau es zunächst nicht tut, hat sich in der Beziehung was geändert, fertig! Und das ist die Wahrheit! Bei mir war es so.Mein Ex hatte nie das Gefühl, etwas "kontrollieren" zu "müssen", er hatte tatsächlich auch KEINEN Grund dazu.
Als ich mit meinem Ex diese Beziehung eingegangen bin, hatten wir und versprochen, treu zu sein..in ALLEN Bereichen. Wir hatten uns versprochen, rechtzeitig zu reden, wenn etwas ist, Punkt! (Frei nach INSPIRATIONMASTER :) ). Wenn ich dann diesen Betrug aufdecke, durch Schnüffeln, dann nehme ich mir auch das Recht, ihn bloß zu stellen und ihm einen unrühmlichen Abgang zu bereiten. Er soll sich dann ruhig mies fühlen..ist mir sowas von schnuppe!
 
  • #98
Ja, ich hätte mir auch viele vergeudete Jahre ersparen können, (...)
Von "vergeudeten Jahren" zu sprechen mag im Einzelfall ja passen, aber grundsätzlich ist es unlogisch. Wenn ich Jahre mit einem Partner verbringe und in diesen Jahren zufrieden und glücklich bin - wo bitte schön sind sie vergeudet? Weil ich erfahre, dass er in dieser Zeit mal fremdgegangen ist? Dadurch wird die Zeit, die man ja scheinbar ganz zufrieden verbracht hat plötzlich wertlos? Wegen profanem Sex??? Dann zählt es nicht mehr, was sonst schön und gut war? Quasi nachträglich durch Enttäuschung ausgelöscht? Komisch...
 
G

Gast

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  • #99
Gesprächsbereitschaft ist mit Sicherheit vorhanden. Mir kann niemand erzählen, dass jemand gerne betrogen wird oder ein Fremdgänger so naiv ist zu glauben, dass es seiner Frau nichts ausmacht, wenn er sie hintergeht.

Warum wohl ist er sonst heimlich zugange?
Warum sagt er seiner Frau nicht gleich, dass er eine andere hat?

Es liegt keinesfalls an einer nicht signalisierten Gesprächsbereitschaft, wenn ein Fremdgänger nicht von Anfang an reinen Tisch macht, sondern an seinem ausgeprägten Egoismus ohne Rücksicht auf Verluste.
Gesprächsbereitschaft beinhaltet auch die Bereitschaft wenigstens den Versuch tu starten den anderen zu Verstehen und offen für einen unbestimmten Ausgang des Gespräches zu sein.
Ob ihr das seid oder nicht, wer kann es Euch ansehen....
Wichtig ist, der Fremdgänger glaubt an eine Chance?
Ich dachte nicht, dass man unter lauter gebildeten Menschen, so erklärerisch agieren müsste.
Ist dieses Vorgehen fair? Natürlich nicht, aber in Anbetracht der Umstände, der einzige Weg von einem gremdgehenden Partner Offenheit erwarten zu können.
Und wer weiss, vielleicht kann man den ein oder anderen Grund ja doch nachvollziehen und dieses Gespräch der erste Schritt in eine erfüllendere Beziehung, für beide, sein.
 
  • #100
Der Mann und was er will oder nicht, interessieren mich in diesem Augenblick nicht! Es geht mir dann um mein eigenes Wohl! Ich möchte für mich entscheiden, ob ich mit diesem Mann so weiterleben möchte. Dieser Mann sollte dann aber auch den Mut haben, wenn er schon den "Mut" hat fremd zu gehen, mit den Konsequenzen zu leben. Wenn ich einen Menschen wirklich liebe, bin ich GERNE treu.

Das ist aber dann ein kleines Stück inkonsequent. Wenn du es wissen willst – aus den dir genannten Gründen. Ok. Wenn dich in dem Moment der Mann nicht interessiert, auch ok. Aber dann solltest du ihm auch zugestehen, dass ihn AUCH nicht interessiert, was DU willst, sondern das macht, was ER für richtig hält….

Du willst es wissen, du bist treu. Das gilt aber nur für dich. Es ist DEIN Leben, das kannst DU entscheiden. Gestehe einem Mann zu, dass er das Gleiche für sich macht und entscheidet. Und am besten ist, wenn sich dann Gleich und Gleich finden :)
 
  • #101
Nur wenn ich mir jahrelang andere interessante sexuelle Gelegenheiten versagen muss, weil ich an eine Treue in der Beziehung glaube, die mein Partner längst als unnatürlich und obsolet hinter sich gelassen hat, ohne mich davon in Kenntnis zu setzen, fühle ich mich, Entschuldigung bitte, verarscht, wenn ich das irgendwann rausfinde.

Das zeigt mal wieder, dass viele Menschen ihr eigenes Verhalten von dem des Partners abhängig machen und im Zweifelsfall ihm die Verantwortung zuschieben wollen.

Entweder will ich meinem Partner treu sein und dann bin ich es, weil ICH es will, weil ich dahinter stehe, mit meinem ganzen Herzen.

Oder ich stehe nicht dahinter, dann sollte ich auch danach handeln. Wenn ich mir ein Verhalten auferlege, was ich nicht will, aber dafür einen „Preis“ fordere, den der andere zu zahlen hat, dann belüge ich mich selbst. Und am Ende deckt der Partner durch sein Fremdgehen nur meinen Selbstbetrug auf.
 
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Gast

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  • #102
Gesprächsbereitschaft beinhaltet auch die Bereitschaft wenigstens den Versuch tu starten den anderen zu Verstehen und offen für einen unbestimmten Ausgang des Gespräches zu sein.
Ob ihr das seid oder nicht, wer kann es Euch ansehen....

Ob der Partner einen Seitensprung tolerieren würde oder nicht, sollte jemanand vorher wissen, sonst kennt er seinen Partner wirklich schlecht. Und die meisten wissen es ja auch, sonst würden sie es nicht heimlich tun. Sie wissen, dass die Beziehung oder Ehe vorbei ist, wenn sie sich mit jemand anderem eingelassen haben. Und nur weil sie auf nichts verzichten wollen, schweigen sie und betrügen ihre Partner.
 
  • #103
Wenn ich Jahre mit einem Partner verbringe und in diesen Jahren zufrieden und glücklich bin - wo bitte schön sind sie vergeudet?
Sie sind entwertet. Man fühlt sich in seinen eigenen Erinnerungen nicht mehr wohl, sie sind quasi verunreinigt durch eine Person, an die man nur mehr mit Wut im Bauch denken kann. Und das gilt für das Erlebte insgesamt: man würde es nicht wiederholen wollen. Das unterscheidet sie von den Erlebnissen, von denen man sich wünscht, daß sie wiederkehren, weil man so glücklich war.
 
  • #104
Von "vergeudeten Jahren" zu sprechen mag im Einzelfall ja passen, aber grundsätzlich ist es unlogisch. Wenn ich Jahre mit einem Partner verbringe und in diesen Jahren zufrieden und glücklich bin - wo bitte schön sind sie vergeudet? Weil ich erfahre, dass er in dieser Zeit mal fremdgegangen ist? Dadurch wird die Zeit, die man ja scheinbar ganz zufrieden verbracht hat plötzlich wertlos? Wegen profanem Sex??? Dann zählt es nicht mehr, was sonst schön und gut war? Quasi nachträglich durch Enttäuschung ausgelöscht? Komisch...

Im Nachhinein wird alles hinterfragt, Situationen und Menschen in einem anderen Licht gesehen. Da kann es schon vorkommen, dass der Betrug schwerer wiegt, als vorangegangene Zeiten, die vielleicht unbeschwert schienen, es aber in Wirklichkeit nicht wahren, weil man nicht wusste, was tatsächlich lief..
 
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grünewelle

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  • #105
Weil ich erfahre, dass er in dieser Zeit mal fremdgegangen ist? Dadurch wird die Zeit, die man ja scheinbar ganz zufrieden verbracht hat plötzlich wertlos? Wegen profanem Sex??? Dann zählt es nicht mehr, was sonst schön und gut war? Quasi nachträglich durch Enttäuschung ausgelöscht? Komisch...
Das liegt vielleicht daran, dass nicht für jeden Sex eine profane Angelegenheit ist.
Eine sexuelle Beziehung, die ich mit einem Mann eingehe, stellt für mich eine sehr innige Nähe her, die ich mit keinem anderen Menschen dieser Welt teile. Das mag bei anderen Menschen anders sein, dass akzeptiere ich und finde das nicht "komisch".
Wenn diese innige Nähe durch Fremdgehen gestört wird, dann überdeckt das für mich auch vieles, was gut gelaufen ist. Weil ich diese innige Nähe dann schon in Frage stelle, die wurde dann ja (m)einseitig empfunden. So wäre jedenfalls erstmal mein Interpretation. Ich gehe aber davon aus, dass mein Partner mir ebenso zugewandt ist wie ich ihm. Und das schließt fremdgehen eigentlich für mich aus.
Aber das kann und mag ja jeder Mensch anders sehen, wichtig ist ja nur, dass die sich finden, die die gleiche Haltung haben. Sonst ist eigentlich Konfliktpotential vorprogrammiert.
W
 
G

grünewelle

Gast
  • #106
Dass man sich klar werden sollte, ob die Beziehung grundsätzlich nicht mehr passt, wenn man keinen Sex mehr hat, ist offensichtlich. Wenn die Beziehung sonst hervorragend passt, dann sollte es eigentlich egal sein, dass der eine Partner, der noch Sex haben möchte, diesen mit anderen Personen hat.
Wenn er das offen kommuniziert, dann ist es mit Sicherheit eine Lösung. Aber oft wird es eben nicht offen kommuniziert, weil dieses "die Beziehung paßt ja sonst hervorragend" dann sehr wahrscheinlich wegfällt. Ich denke, da sollte man sich entscheiden.
Wenn der andere einer offenen Beziehung zustimmt, wunderbar. Aber man kann nicht über den anderen entscheiden, indem man bewußt ein Fremdgehen verschweigt.
W
 
  • #107
Von "vergeudeten Jahren" zu sprechen mag im Einzelfall ja passen, aber grundsätzlich ist es unlogisch. Wenn ich Jahre mit einem Partner verbringe und in diesen Jahren zufrieden und glücklich bin - wo bitte schön sind sie vergeudet? Weil ich erfahre, dass er in dieser Zeit mal fremdgegangen ist? Dadurch wird die Zeit, die man ja scheinbar ganz zufrieden verbracht hat plötzlich wertlos? Wegen profanem Sex??? Dann zählt es nicht mehr, was sonst schön und gut war? Quasi nachträglich durch Enttäuschung ausgelöscht? Komisch...


Für dich mag es unlogisch sein, wie du deine Ehe beschrieben hast. Für andere, die monogam leben wollen, ist es eher logisch, dass sie sich trennen und danach nicht mehr unbelastet an die Vergangenheit denken können, denn auch zu dieser Zeit kann der Partner sie bereits betrogen haben, ohne dass es aufgeflogen ist. Jemandem, - für den Sex eben nicht profan und austauschbar, sondern mit Liebe, Exklusivität und Vertrauen verbunden ist und der das bei seinem Partner ebenfalls vorausgesetzt hat -, wird durch einen Betrug ein sehr großer Schmerz zugefügt. Da werden "schöne" Zeiten in der Vergangenheit relativiert, denn schon der Anfang und die ganze gemeinsame Zeit kann ein einziger Betrug gewesen sein. Daran ist nichts komisch. Und um deine Frage zu beantworten: Ja! Dann zählt es nicht mehr, was sonst schön und gut war! Es wird quasi nachträglich durch den Schock und die Enttäuschung ausgelöscht!
 
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Ars_Vivendi

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  • #108
Wenn er das offen kommuniziert, dann ist es mit Sicherheit eine Lösung.

Grundsätzlich denke ich, dass es auch in den wenigsten Fällen ein rein sexuelles Problem ist. Meist wird die Beziehung auch sonst nicht mehr in Ordnung sein, dafür ist die nicht mehr stattfindende Sexualität letztlich auch ein Zeichen. Dass man dann "reden" sollte, ist selbstverständlich. Wenn es wirklich ein rein sexuelles Problem ist, dann wird sich eine Lösung finden.

Die Frage ist, wie lange verharre ich in einer Beziehung, in der ich nicht mehr glücklich bin, wie groß muss der Leidensdruck werden, damit ich sie beende. Letztlich ist Fremdgehen Teil eines Auflösungsvorganges. Man unternimmt nichts mehr gemeinsam, man redet nicht mehr, man hat keine erfreulichen gemeinsamen Erlebnisse mehr, man stellt die gemeinsame Sexualität ein. Diejenigen, die "notorisch" fremdgehen, sind aus meiner Sicht eine Minderheit.
 
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  • #109
Von "vergeudeten Jahren" zu sprechen mag im Einzelfall ja passen, aber grundsätzlich ist es unlogisch. Wenn ich Jahre mit einem Partner verbringe und in diesen Jahren zufrieden und glücklich bin - wo bitte schön sind sie vergeudet? Weil ich erfahre, dass er in dieser Zeit mal fremdgegangen ist? Dadurch wird die Zeit, die man ja scheinbar ganz zufrieden verbracht hat plötzlich wertlos? Wegen profanem Sex??? Dann zählt es nicht mehr, was sonst schön und gut war? Quasi nachträglich durch Enttäuschung ausgelöscht? Komisch...
Wieso komisch? Du hast doch dann den Beweis, dass Du Dir schön was vorgemacht hast und mit jemandem zusammen warst, den Du gar nicht erkannt hast?! Du fühlst Dich wie ein Idiot, weil man Dich so an der Nase rumführen konnte, der Betrüger machte seinen Partner/seine Partnerin zum nichtsahnenden naiven Dummkopf, weil er/sie zufrieden war und gar nicht erkannt hat, was vor sich geht.

Natürlich wird die Zeit wertlos, wenn man rausfindet, dass man mit einer Lüge gelebt hat. Das, was man selber schön fand, war es doch in Wirklichkeit gar nicht.
Das ist genauso, als würde Dir Dein Partner vermitteln, Du seiest für ihn die schönste Frau der Welt und Du glaubst das und ziehst Dich vielleicht auch noch irgendwie an, wie er es mag, und hinter Deinem Rücken findet er noch ganz andere Frauen schön. Da würdest Du Dir doch auch naiv und für dumm verkauft vorkommen mit Deiner ehemaligen Scheinidylle.

Außerdem findest Du raus, dass Du mit jemandem zusammen warst, der Dir ohne Probleme ins Gesicht lügt. Das ist ein ekliges Gefühl und dieser Mensch wird auf einmal so winzig, weil er so feige war.

Er hat Dir die Chance genommen, Dir einen ehrlichen Partner zu suchen, wenn es nach Jahren rauskommt, dass er nicht der ist, für den Du ihn hältst.
Ich verstehe nicht, wie man das fragen kann, ehrlich :)
 
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  • #110
Das zeigt mal wieder, dass viele Menschen ihr eigenes Verhalten von dem des Partners abhängig machen und im Zweifelsfall ihm die Verantwortung zuschieben wollen.
Natürlich stehe ICH dazu, was ich will und was vereinbart ist, ich habe es mir ja überlegt, ob ich das will. Nur ist die Erfahrung durchaus so, dass der andere das nicht tut, wenn ihm auf einmal in den Sinn kommt, dass er noch was anderes will.
Die Menschen, die am meisten nach Treue und Verletzung schreien, sind manchmal die ersten, die das auf einmal vergessen.

Wenn es vereinbart ist, dass man vorher redet, wenn man einen anderen begehrt, und einer sich nicht dran hält, ist das einfach mal Betrug, um Stress zu vermeiden.

Ich mache mein Verhalten vielleicht wirklich davon abhängig, was mein Partner will, Kompromiss halt. Nur wenn der sich dann in Sicherheit wiegt, was mich betrifft, und ich die Ehrliche, Dumme bin, während er genau das macht, was er von mir nicht will, ist das wohl schon Verar***e und ich darf mit Recht sauer sein, dass von seiner Seite sich nicht an die Abmachung gehalten wurde.
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #111
Das ist aber dann ein kleines Stück inkonsequent. Wenn du es wissen willst – aus den dir genannten Gründen. Ok. Wenn dich in dem Moment der Mann nicht interessiert, auch ok. Aber dann solltest du ihm auch zugestehen, dass ihn AUCH nicht interessiert, was DU willst, sondern das macht, was ER für richtig hält….

Du willst es wissen, du bist treu. Das gilt aber nur für dich. Es ist DEIN Leben, das kannst DU entscheiden. Gestehe einem Mann zu, dass er das Gleiche für sich macht und entscheidet. Und am besten ist, wenn sich dann Gleich und Gleich finden :)
Irrtum! Ich gehe immer davon aus, dass man sich zu Beginn der Beziehung die Treue verspricht, bzw rechtzeitig darüber mit dem Partner darüber spricht, wenn die Gefühle nicht mehr stimmen.Ich möchte das nicht gebetsmühlenartig wiederholen. Wenn der Partner dann fremd geht, ist es ganz allein meine Entscheidung, dass ich dann die Beziehung sofort beendet. Er darf mich ruhig betrügen, wenn ich ihn in diesem Moment nicht interessiere..ich darf mich dann auch trennen, ohne an sein Wohl zu denken. Fertig!
 
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Gast

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  • #112
In meiner langjährigen Ehe schwebte immer der Verdacht im Raum, dass mein Mann mich betrügt, nicht nur ein ONS, sondern es spielte jahrelang eine andere Frau eine zu große Rolle und war zu oft Thema in unserer Beziehung. Obwohl ich mich sehr bemühte, war es nicht möglich, die Wahrheit herauszufinden und er brach den Kontakt nie ganz ab. Er leugnete es. Ich war zu jung, mit Kind und Hauskredit... und wollte nicht alles auf einen Verdacht hin hinschmeißen...

Damals war es mir wichtig, die Wahrheit herauszufinden. Jahre später nach der Trennung (aus vielen anderen Gründen) kam die Wahrheit durch Zufall heraus - zumindest mit einer von 2 Frauen, wo ich etwas vermutet hatte . Es war für mich eine Erleichterung, dass ich wusste, dass ich auf mein Bauchgefühl vertrauen könnte.

Nach einer noch viel schlimmeren Beziehung mit einem notorischen Lügner und Fremdgeher sehe ich das Thema entspannter - allerdings bin ich jetzt auch nicht mehr familiär oder finanziell derartig an jemanden gebunden.

Heute würde ich niemanden mehr nachschnüffeln oder mir den Kopf zerbrechen. Ich wöllte es gar nicht wissen und würde hoffen, dass er - wenn denn - diskret und klug genug ist, dass ich es nicht mitbekommen muss.

Würde ich es allerdings merken, könnte er sofort seine Sachen packen. Heute wäre es mehr ein Gefühl von verletztem Stolz als damals, wo ich mich fragte, was sie hat, was ich nicht hab und mich in Minderwertigkeitsgefühlen gebadet habe...
 
  • #113
Mein Exex hat mich betrogen - öfters. Ich war froh es irgendwann zu wissen. Es hat mich zwar verletzt, aber es spielte keine Rolle. Es war nur Sex. Es gibt wichtigere Dinge. Ich wusste, dass er mich liebt. Das reichte mir. Habe es aber irgendwann aus anderen Gründen beendet.

Meinen Ex habe ich betrogen um mir selbst die Trennung einfacher zu machen. Ich dachte, er will nichts mehr von mir wissen. Alles, wirklich alles war wichtiger als ich. Dann kam die Trennung und die Beichte und er war überrascht und traurig. Auf einmal hat er gesehen, wie schlecht es mir in der Beziehung ging und das ich es ernst meine. Vorher reden hat ihn nicht interessiert, sogar die Trennungsankündigungen ließen ihn kalt. Er hat mich überhaupt nicht ernst genommen. Auf der einen Seite bin ich froh es gebeichtet zu haben, weil wir beide nur so unsere Liebe zueinander erkannt haben. Auf der anderen Seite hat es das Vertrauen zerstört. Ich würde gerne zu ihm zurück, aber ich sehe keinen Weg.
 
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