• #1

Soll ich Ihn freigeben?

Hallo. Ich bin ganz Neu hier bei Elitepartner und habe mich extra wegen des Forums hier angemeldet, da ich viele Antworten bei den gestellten Fragen genauso beantworten würde und diese oft von Lebenserfahrung, Selbst- und Fremd'liebe' und Intelligenz zeugen. Aber wie das mal so ist, ist man in seiner eigenen kleinen Welt oft so blind, dass man die Lösung und den richtigen Weg nicht mehr findet. Ich bin nämlich sehr verzweifelt. Ich habe seit einer Weile einen wunderbaren, liebevollen Mann an meiner Seite, mit dem ich seit kurzer Zeit zusammen bin. Er übertrifft alle meine Erwartungen und bringt für mich alles mit. Damit genug zu meinen Gefühlen zu ihm.
Ich aber hab ein sehr großes Problem; Ich leide über 5 Jahre an einer Esstörung. Die ES hab ich vor der Partnerschaft langsam unter Kontrolle gebracht und war darüber sehr happy, dass ich wieder anfangen konnte, mein Leben zu leben... was nun wieder seit einen Monat komplett nach der ES gerichtet ist. Ich war auch früher in Behandlung damit und habe ein halbes Jahr sehr selten Rückfälle gehabt. Die halt diesen Monat aber kontinuierlich sich gesteigert haben und nun nur noch schwer einzubringen sind in meinem Leben und wo ich immer mehr meine Fröhlichkeit und Ungezwungenheit verliere. Ich bin nie eine Frau gewesen, die andere mit ihren Problemen belästigt hat und ich habe die Beziehung erst begonnen wo meine Esstörung fast weg war und ich davor schon wieder mein Leben gelebt und geliebt habe. Nun beginne ich zu erkalten und immer mehr mich mit der Bulimie zu verstecken und zu verschwinden. Ich will Treffen absagen und es wird schwerer für mich verbindlich zu bleiben. Ich habe schon fünf Kilo zugenommen und leider darunter. Dadurch Gewicht selber ist für mich zwar schwer ertragbar, aber ich weiß, dass das mein kleinstes Problem mit der ES ist. Es strengt mich an, wenn ich berührt werde und steigert die Bulimie. Ich weiß, dass seine Ex eine ähnliche psychische probleme hatte und auch missbraucht wurde. Ich wünsche Ihm eine Partnerin, wo er einfach drauf Vertrauen kann und mit der er die Leichtigkeit haben kann, die ich ihn nur kurz geben konnte. Er weiß von meiner ES nichts und allen anderen, ich denke auch, er versteht eine Esstörung nicht. Nicht weil er nicht sensibel ist, sondern weil so etwas für 'normale' einfach sehr unverständlich ist. Und ich denke, er will auch nicht wieder eine Frau mit psychischen Auffälligkeiten. Seine Ex hat ihm in ihrer Krankheit sehr weggetan.
Fakt ist, ich liebe ihn. Ohne das ich von ihm abhängig bin oder ähnliches. Auch wenn es viel zu früh ist, um darüber nachzudenken, könnte er meine Zukunft sein. Nur passe ich nicht in meine Zukunft. Mit meiner Esstörung und dem seelischen Abgrund der sich mir dann auftut. Denkt Ihr. Ich bin noch nicht soweit und sollte ihn freigeben ?
 
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  • #2
Nein. Lass dich behandeln, denn das muss wieder in Ordnung kommen - auch und gerade wenn du einen Partner hast. Du hast es doch schon mal geschafft. Aber falls du dich trennst dann sei so fair, ihm ehrlich die Gründe zu sagen, damit er wenigstens weiß warum.
 
  • #3
Komm mal runter von Deinem schlechten Selbstwert und Deinen Selbstzweifeln. Du bist nicht ein schlechterer Mensch, weil Du eine Essstörung hast. Du hast sie sicher aus einem guten Grund, und dazu gehören bestimmt Beziehungsprobleme aus der Vergangenheit. Du hast jetzt eine Chance, verantwortungsvoll zu leben. Nimm Deinen Freund als Partner ernst, kommuniziere mit ihm offen und ehrlich. Ich bin mir sicher, dass er Dich auch mit Essstörung akzeptiert, wenn Du dazu offen stehst. Er wird Dir vielleicht auch da raus helfen, wenn Ihr Euch gegenseitig vertraut. Spiel ihm nichts vor.
 
P

Papillon

  • #4
Liebes Fräukein XY,
ich habe das Gefühl, dass du ihn die Entscheidung abnehmen willst und du dich damit gleichzeitig in dein Leiden flüchtest. Du torpedierst Dich selbst.
Du musst lernen für Dich und Dein Glück zu kämpfen. Wenn jetzt deine Essstörungen zurückkommen, ergreife bitte die Maßnahme der professionellen Hilfe.
Grundsätzlich, wenn der Mann Deiner Seele gut tut, dann halte ich es für falsch ihn zu verlassen. Ich lese bei dir Angst nicht zu genügen und diese Angst ist dein Feind -nicht der Mann.
Verstecke dich nicht, flüchte nicht - kämpfe! Du warst stark, sei es wieder. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen
PS Du bist nicht seine Ex- du bist du
 
  • #5
Wie selbstlos, Du opferst Dein Glück aus Liebe zu ihm.
Oder ist das eben alles doch leichter, damit Du Dich mit Deiner Esstörung weiter durchs Leben ( lügen) mogeln kannst?

Es ist nicht nur eine Störung sondern eine Sucht. Zu der Du dich selbst noch gar nicht wirklich bekannt hast, denn hier zu schreiben ist anonym und somit einfach.
Wenn er Deine Bulimie ablehnt oder Du im zuvor kommst, dann hat er Dich ja nicht wirklich verletzt. Denn Dich kennt er ja nicht und Du ggf auch nicht.

Es zuckt ihn mir, dich zu trösten aber das ist falsch.
Du musst leider so leiden, dass Du raus gehst und schreisst...ich bin süchtig...ich brauche Hilfe!

Nein sag ihm was los und du bekommst Unterstützung oder einen Korb...beides wäre ein erster Schritt.
 
  • #6
Hallo Fräulein,

ich habe die Beziehung erst begonnen wo meine Esstörung fast weg war
mach' Dir doch nichts vor, Deine Eßstörung wird NIEMALS "weg" sein! Du kannst sie bestenfalls in "guten Zeiten" halbwegs unter Kontrolle bekommen, wirst aber IMMER, Dein Leben lang, ein "Pulverfaß" sein... Deine Bulimie ist das Wesentlichste in Deinem Leben. Sie wird Dich Dein Leben lang, zumindest latent, begleiten. Weshalb weiß der wichtigste Mensch in Deinem Leben nichts davon, den Du angeblich liebst, und mit dem Du Dein Leben verbringen möchtest? Wie kannst Du so etwas Wesentliches verschweigen? Das ist, als würdest Du eine Krebserkrankung, eine bipolare Störung oder eine andere chronische Erkrankung verschweigen... Du hast meiner Meinung nach eine äußerst sonderbare Auffassung von "Liebe", denn Liebe hat für mich mit Vertrauen und Respekt zu tun... beides bringst Du ihm nicht entgegen, weil Du Deine Erkrankung verschweigst. Du bist nicht gesund, bloß weil die Eßstörung vielleicht mal temporär nicht an Deine Tür klopft, das erlebst Du ja gerade selbst... Mein Rat wäre, mit dem Mann darüber zu sprechen. Dann kann ER entscheiden, ob er das WILL, ob er ein Leben mir Dir und Deiner Erkrankung will... gib' Euch diese Chance. Aber umgekehrt finde ich es mies und feige, Dich von ihm zu trennen und er weiß gar nicht, was los ist... Ich weiß, dass Eßgestörte wie Alkoholiker sind, die reden sich selbst alles schön und stellen sich selbst als Opfer dar, wie Du es tust... aber Du kannst nun mal Deiner Eßstörung contra geben, in dem Du dem Mann gegenüber Farbe bekennst. Ist nicht böse gemeint, glaub' mir, ich weiß so gut, wovon Du sprichst... aber beweise jetzt mal Rückgrat. Schon, dass Du es ihm nie gesagt hast, ist wirklich mies. Die Wahrheit kann auch eine Chance sein, Deiner Eßstörung "in den Hintern zu treten"... Ich wünsche Dir Glück!
 
  • #7
Die Essstörung ist auf jeden Fall eine gute Ausrede keine Nähe zulassen zu müssen. Jetzt möchtest du ihn 'freigeben'. Gibst der Essstörung damit Macht über dich, deine Zukunft, dein Leben. Woher meinst du zu wissen, was dein Freund in einer Partnerin sucht? Er hat dich ausgesucht. Woher weißt du das von seiner Ex-Freundin? Hat er dir das erzählt? Warum erzählt er dir sowas? Denk darüber nach!
 
  • #8
Liebe xy

Du torpediert Dich selbst. Nicht absichtlich, aber wirkungsvoll.

Das ist eine Reaktion Deiner Psyche, des Anteils, der Angst vor Beziehung hat, vor sich Einlassen, vor Enttäuschungen, vor (...).
Du kannst Dir selbst Stopp sagen - Du kannst Dir immer wieder sagen Stopp, er ist anders. Stopp, ich habe Liebe verdient. U.ä. Stopp Sätze.
Dich parallel mit Deinen Ängsten annehmen, diese Ängste wollen gehört werden, nicht durch Essen betäubt und verdrängt werden.
Schau sie Dir an, nehme sie an und sage Dir, heute, jetzt ist anders.
Suche Dir ganz dringend therapeutische Unterstützung, Du weisst, dass das alleine nicht geht.

Zu Deinen Partner - Er ist erwachsen, er entscheidet. Rede mit ihm. Es gibt das Risiko, und die Chance.

Ich selbst habe auch ein sehr umfangreiches Thema, auch eine dazugehörige Diagnose, ganz verschwinden wird es nie, gerade in Stress- und Belastungssituationen - und die Symptome können dann heftig und sichtbar für einen Partner sein.

Mein jetziger Freund kennt die ganze Geschichte, mit allen Tiefen, und er versteht. Auch wenn er von diesem Themen wenig Ahnung hat.
Mir war sehr früh die Offenheit wichtig, der Stress und der Druck durch das Verschweigen zu groß. (Und ich hatte eine Höllenangst davor, dass er sich umdreht und geht - das kam schon vor)
Er ist da, wenn nötig, hält mich - Er fragte einfach, was ich dann von ihm brauche (garantiert keinen CoTherapeuten, kein Mitleid), aber mal ist es eine Ablenkung, raus in die Natur, oder ein Halten, eine Präsenz. Meine Themen und Ängste bearbeite ich anderweitig.
Und was mir für mich wichtig ist, ich arbeite an meinen Ressourcen, ich bin nämlich eigentlich ein optimistischer, aktiver, lebensbejahender und - genießender Mensch, und mag mich nicht durch meine Störung daran hindern lassen, mein Leben zu leben. Es gibt den Modus, damit so zu leben, dass es gut ist, aber dafür braucht es den achtsamen Umgang und die Akzeptanz der Störung. Es braucht Geduld, Hartnäckigkeit, und immer wieder ein Nachjustieren, dass es stimmig bleibt.

Es ist auch eine Chance für Dich - zu prüfen, hinzusehen, warum es im Augenblick, wenn es um Einlassen in eine Partnerschaft geht, zu einem Rückfall kommt.
Mich haben die Erkenntnisse daraus sehr viel weiter gebracht.

Dir alles Gute,
Vertraue Dir und traue Dich.
Du bist es wert.
 
  • #9
Ich finde, es ist der total falsche Weg, dem Partner sowas eklatantes wie eine Essstörung zu verschweigen. Das ist erstens total anstrengend und zweitens ist das ziemlich unfair, weil er zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit hat, selbst zu entscheiden, ob er das möchte. Du verhälst dich in dieser Hinsicht wirklich übergriffig, wenn du für ihn entscheiden willst.
In einer vertrauensvollen Beziehung ist Kommunikation mit dem Partner das A und O. Nur so ist ein konfliktfreies Leben unter Erwachsenen möglich.

Außerdem: geh bitte sofort wieder in Behandlung. Du erkennst die Zeichen, also handele.
 
  • #10
Jeder Mensch entscheidet selbst, ob und wann er sich seinen Problemen stellen will. Für manche Menschen ist es auch der einzig mögliche Weg, ihre Probleme zu verdrängen. Deshalb kanst auch nur Du entscheiden, ob Du Dich wieder behandeln lassen willst oder eben nicht.

Zu Deiner Beziehung:
Wenn Du zu Deiner Essstörung stehen kannst, dann rede mit dem Mann und gib' ihm die Chance für sich selbst zu entscheiden, ob er sich eine Partnerin mit diesem Problem antun möchte oder nicht.

Wenn Du nicht zu Deiner Essstörung stehen kannst, dann versuch' sie ihm zu verheimlichen und die Beziehung "normal" zu leben.
Kein Mensch, auch der Partner nicht, hat ein Anrecht auf absolute Ehrlichkeit, sondern nur auf das Maß an Offenheit, was das Gegenüber freiwillig gibt. Und wenn Du Dich ihm nicht offenbaren willst - dann tu es nicht.
Wenn Du Dich besser fühlst, wenn Du ihn "frei" gibst - Dich von ihm aus fadenscheinigen Gründen trennst - dann tu das.

Es ist Dein Leben und Du gestaltest es. Du hast alle Möglichkeiten, Du musst nur wissen, was Du möchtest und bereit sein, das Erforderliche zu tun. Eigentlich doch ganz einfach :)
 
  • #11
Liebe FräuleinXY

Dies hier ist nicht die richtige Anlaufstelle für dein Problem. Das ist ein Laienforum und man merkt es an gewissen Antworten, die mehr schaden als helfen. Zum Glück gibt's da aber noch Lionne69 & co.

Bitte mach keine weiteren Umwege, begib dich deinetwegen wieder in Therapie, teile deinem Freund dein Problem mit, sei nicht enttäuscht, wenn er dich nicht weiterbegleiten kann, sei auch nicht enttäuscht über dich und deinen Rückfall, dies bringt dich nur weiter unter Druck. Ein Teufelskreis, aber du kommst da wieder raus. Lass dich dabei von einem Therapeuten begleiten, dem du vertraust und dir hilft, das Vertrauen wieder in dich zu finden.
 
  • #12
Ich würde dir raten, dir zuallererst mal eine Therapeutin zu suchen. Eigentlich ist es ganz logisch, dass die Bulimie wieder kommt. Sie hat ihre Ursache in Missbrauchserlebnissen und wenn diese getriggert werden, regt sich auch auf der Bulimiebaustelle wieder etwas. Jetzt in der Beziehung ist die perfekte Gelegenheit, das aufzuarbeiten, weil jetzt die schlimmen Erlebnisse hochkommen. Stell dich deinen alten Verletzungen. Wenn du jetzt aus der Beziehung fliehst, tust du dir langfristig nichts Gutes.
Hm, ich denke, früher oder später solltest du es auch dem Mann sagen. Wenn er allerdings momentan noch ganz zufrieden ist mit der Situation, musst du es nicht gleich tun. Kümmere dich erst mal um dich und die Therapeutensuche. Mit dem Mann reden kannst du immer noch, wenn du so weit bist und der Zeitpunkt passt. Aber was ist der richtige Zeitpunkt? Eventuell ist es gut, noch ein Weilchen zu warten, bis sich die Beziehung gefestigt hat. Eventuell ist es aber auch gut, es zeitnah zu sagen, denn später wäre er vielleicht wütend, weil er für so lange Zeit in wichtige Dinge deines Lebens nicht eingeweiht war...
Nur Mut. Du schaffst das schon.
Und immer daran denken: Du bist das Opfer, du hast die Probleme nicht gemacht. Deine Aufgabe ist es nur, sie zu lösen bzw. gut in deinem Leben damit zurecht zu kommen.
 
  • #13
Liebe FS,

du hättest eine gut Chance, wenn du den Spieß umdrehen würdest.
Wenn du dich von deinem Freund trennst, dann entscheidest du dich automatisch für deine Essstörung. Visualisiere deine Essstörung als Person Mister *Essstörung*, die in deine Beziehung eindringen, dich beherrschen und eifersüchtig von deinem guten Weg abbringen will.
Du bist der Herrscher über deinen Körper und die Essstörung, die dich vereinnahmen und um dein Lebensglück bringen will. Es ist deine *Willensentscheidung*. Sei klug und nehme das als Chance dein Leben zu gestalten, wie du es möchtest.

Ich wünsche dir von Herzen alles Kraft der Welt !
 
  • #14
Liebe FS, ich kann mich gut in Deine Lage versetzen, da ich vor sehr vielen Jahren auch eine ES hatte. Im Gegensatz zu anderen Meinungen kann ich Dir sagen, dass meine ES (Magersucht, Bulimie) längst Vergangenheit ist. Die ES ist komplett weg, schon seit sehr vielen Jahren. Ich lebe ein ganz normales Leben. Habe aber auch eine stationäre Therapie hinter mir.

Bei mir ist die ES langsam besser geworden als ich meinen ersten festen Freund hatte. Die ES war nicht mehr so wichtig für mich. Auch ich habe damals mit Mitte 20 meinem Freund nichts (!!) davon erzählt. Ich wollte endlich eine normale Frau sein und ein normales Leben führen.

Ich rate Dir, suche Dir professionelle Hilfe. Übernehme Verantwortung für Dich und Deine Krankheit. Es gibt sicher Gründe warum die ES wieder sehr präsent in Deinem Leben ist.

Wenn Du das Gefühl hast, Deinem Freund nicht mehr gerecht zu werden, dann solltest Du mit ihm reden. Er merkt doch auch, das etwas nicht stimmt. Letztendlich ist es dann seine Entscheidung, wie er damit umgeht.

Wenn er zu Dir steht und Dich auch liebt, könnt Ihr daran gemeinsam wachsen. Vielleicht ist das eine Motivation für Dich, Dich Deiner Krankheit zu stellen. Für mich wäre das jedenfalls Stärke, vielleicht kann Dein Freund das auch so sehen ??

w (47J)
 
  • #15
Ich wünsche Ihm eine Partnerin, ...mit der er die Leichtigkeit haben kann, die ich ihn nur kurz geben konnte. Er weiß von meiner ES nichts und allen anderen, ich denke auch, er versteht eine Esstörung nicht.
Sieh es als Bewährungsprobe für eure Beziehung und als Mutprobe für dich. Ein Stück weit kannte ich das auch von mir. Wenn ich einen Menschen sehr gern mochte, präsentierte ich meine Schokoladenseite. Immer chic und gut drauf. Ich dachte, wenn er weiß, wie ich noch so sein kann, will er mich nicht. Da steckten Ängste dahinter und die lähmen dich, bringen dich in einen Teufelskreis.

Bei dir kommt noch dieses Suchtmuster dazu. Es nützt aber nicht, sich deshalb abzuwerten. Du hast sicher ganz tolle Seiten, die du selbst nicht genügend wertschätzt. Achte mehr auf die anstatt dich von deinen vermeindlichen Makeln bestimmen zu lassen. Aber egal was auch passiert: Der erste Schritt ist, offen über deine Essstörung zu reden. Nicht mit jedem, aber mit all denen, die du für nahestehende Menschen hältst. Dazu gehört natürlich dein Freund. Schenke ihm Vertrauen und lass ihn beweisen, dass er DICH wert ist. Wer sich allein aufgrund der Essstörung von dir distanziert, ist halt ein Schönwetterfreund.

Ich rate dir, etwas Kraft zu sammeln, dich zu entspannen, wenn es geht mit Hilfe eines guten Therapeuten. Und dann raus mit der Wahrheit. Schieb das nicht auf die lange Bank. Einfach die Fakten sagen, eine kurze Erklärung geben, wie du dich fühlst bzw. dass du Angst (vor der Zukunft, vor dem Abwenden/ Nicht gut genug sein etc.) hast und was du dir für die nächsten Wochen wünschst (normal die Beziehung weiterführen, viel oder wenig zu reden, bestimmte Untertützung...). Gib deinem Gegenüber, egal ob Freund oder Freundin Zeit, sich zu positionieren bzw. dich zu verstehen.

Und dann warte ab, was passiert. Ich bin sicher, du wirst dich wundern, wie entgegenkommend die meisten sind. Im Idealfall behandeln sie dich wie immer, nur etwas vorsichtiger und fragen auch mal nach. Und die Freunde, die sich distanzieren sollten oder tratschen, haben sicher auch ihre Gründe, Gedanken und Ängste. Das hat dann nichts mit deiner Sucht zu tun, sonderen mit deren Problemen. Insbesondere bei deinem Freund würde ich darauf achten, ob er sich offen zu dir UND deiner ES bekennt. Du kannst ihm ruhig sagen, dass du es verstehen kannst, wenn er diesen Weg nicht mit dir gehen will, sich ein unbeschwerteres Leben wünscht.

Du musst den Weg aus der Sucht allein finden, genauso wie die Rahmenbedingungen, dass sie nicht die Oberhand gewinnt. Dazu ist der erste Schritt, die Wahrheit einzugestehen, egal welche vermeindlichen "Konsequenzen" das nach sich zieht. So schlimm wird das gar nicht, im Gegenteil, es ist eher eine Befreiung.
 
  • #16
Liebe FS,
wenn Du schon die zweite Frau direkt hintereinander bist, die eine Essstörung hat, dann greift er gezielt danach. Bei der Suche nach extrem schlanken Frauen ist die Wahrscheinlichkeit nunmal deutlich erhöht, dass Mann eine mit Essstörungen erwischt. Er kennt das Risiko und nimmt es in Kauf.
Demzufolge musst Du für ihr keine Verantwortung übernehmen und Dein vermeintliches Lebensglück (ihn) in dramatischer Selbstaufopferung aufgeben, sondern Du kannst ihm die Entscheidung überlassen, ob er Drama und Chaos in seinem Leben haben will oder mal nach einem andern Frauentyp guckt.
Anders ausgedrückt: kümmer' Dich um Dich selber, denn Du hast ausreichend eigene Probleme, die Du nicht in den Griff bekommst und überlass' ihm die Entscheidungen für sein Leben, denn er ist ein erwachsener Mann. Dazu gehört als Grundvoraussetzung, dass Du ihm sagst, was los ist.

Er hat zwar Erfahrungen mit massiven psychischen Störungen bereits aus der beziehung mit seiner Ex. Die Frage ist aber, ob er hell genug ist, die Parallelen zu ziehen und an Deinem Verhalten zu erkennen, dass Du die gleichen Probleme hast, d.h er nicht schuld ist/es nichts mit ihm zu tun hat, wenn er von Dir zurückgestoßen wird.
Beziehungen mit psychisch Kranken sind eine unfassbare Belastung für die Partner, insbesondere, wenn nicht geredet wird. Die meisten haben danach selber einen schweren Schaden und sind nahezu beziehungsuntauglich, weil das jahrelange Hin und Her ihr Vertrauen in andere Menschen zerstört hat und auch ihre Fähigkeiten, sich selber partnerschaftlich zu verhalten.

ES ist mit ein Rätsel, wie Du trotz langer ES und vermutlich auch entsprechender Behandlung auf den gedanken kommen kannst, die Krnakheit sei vorbei. ES heißt Suchtkrnakheit - die ist nie vorbei. Du kannst höchstens auf das Level eines trockenen Alkoholikers kommen. Das gelingt Dir im Moment nicht - also zurück in die Behandlung und ihm sagen, was los ist, damit er seine Entscheidungen treffen kann.
Du solltest in der Behandlung als erstes klären, ob Du überhaupt eine Beziehung führen kannst oder ob Beziehung (Nähe) krankheitsauslösend für Dich ist. ES gehen oft mit schweren Persönlichkeitsstörungen einher, d.h. Problem ist nicht die ES, sie ist nur ein Symptom. Solltest Du alles wissen, wenn es bei Dir keine Selbstdiagnose mit "Selbstbehandlung" ist.
 
  • #17
Mein Bruder war vor vielen Jahren bei seiner langjährigen Partnerin mit dem Problem konfrontiert, dass IHM Dinge auffielen und ihm irgendwann klar wurde, dass sie in einer massive Bulimie lebte und unglaubliche Mühen auf sich nahm um diese zu verstecken.

Sie verweigerte jegliches Gespräch, was äußerst verletzend für ihn war - ein extremes Misstrauensvotum, woran auch die Beziehung dann mit scheiterte.

Viel, viel später konnten die Beiden wieder reden und sie sagte, sie seien sich zu nah gekommen, sie habe sich so wohl gefühlt in der Beziehung, dass sie Panik bekam sich zu verlieren. Dann kam die Essstörung wieder mit Macht zurück und mit ihr der scheinbare Zwang zu Heimlichkeiten - eine prima Gelegenheit zum Versteckspielen, zu Lügen und zur Abschottung.

Sie kann wohl Beziehung, aber nur auf Abstand - auch Therapie ändert Nichts daran. Schade.

Liebe FS, kann das bei Dir auch so sein? Oder ähnlich?
 
  • #18
Wenn ich das richtig sehe, gibt es zwei Probleme:

1. Die Essstörung:

Da fiel mir auf, dass Du von Rückfällen schreibst und von einem sich immer weiter steigerndem Verlauf ausgehst.

Soweit ich informiert wird, wird heute nur noch von Vorfällen geredet.

Essstörungen haben praktisch immer ihre Ursache in der Beziehung zu den Eltern. Bei jungen Mädchen ist übrigens die erfolgversprechende Therapie eine, die die Eltern und deren Probleme mit einbezieht.

Wenn jetzt die Probleme in der Beziehung mit Deinem Freund auftauchen, dann wäre auch hier eine Therapie angesagt und zwar unter Einbezug des Partners und seiner psychischen Problemlagen.

Der Schritt den Partner loszuwerden, wird vielleicht kurzfristig helfen, aber könnte langfristig das Ganze verschlimmern und würde immer die Lösung keinen Partner nahelegen statt den Versuch, die eigentlichen Auslöser zu bearbeiten.

Du schreibst, dass Dein Partner die Essstörung nicht versteht. Das kann man ihm nicht ankreiden. Aber es gibt soviele Bücher und Informationen, dass man ihm dann auch die passenden Sachen raussuchen kann, so dass er langsam oder schnell ein Verständnis dafür gewinnt.

2. Die Partnerschaft

Die Vorstellung, eine perfekte Partnerin sein zu wollen, hat nichts mit dem Leben zu tun. Du kannst Deinem Partner bei Problemen nicht einfach weglaufen. Früher oder später haben alle Menschen in ihren Beziehungen Probleme, die sie gemeinsam lösen müssen. Sowas stärkt die Beziehung.
 
G

Glückskind!

  • #19
Mein Rat wäre, mit dem Mann darüber zu sprechen. Dann kann ER entscheiden, ob er das WILL, ob er ein Leben mir Dir und Deiner Erkrankung will... gib' Euch diese Chance. Aber umgekehrt finde ich es mies und feige, Dich von ihm zu trennen und er weiß gar nicht, was los ist...

Das unterschreibe ich genau so!
Vertrauen ist das was dir fehlt.. Vertrauen zu deinem Partner, zu dir selbst, in das Leben....

Rede mit ihm und lass ihn SELBST entscheiden, ob er den Weg mit dir gehen will. Und wenn er das möchte, dann nimm ihn an die Hand und lass ihn in dein Leben, ausnahmslos.

Du hast einen Menschen gefunden bei dem es dir gut geht. Lass nicht zu dass deine ES dir das wieder nimmt!
 
  • #20
Ich bin nie eine Frau gewesen, die andere mit ihren Problemen belästigt hat
Genau das ist dein Problem. Du versuchst deine inneren Konflikte immer mit dir selbst auszumachen. Einen anderen damit zu "belasten" betrachtest du als schlimmes Vergehen. Aber warum eigentlich? Dürfen nur völlig fehlerfreie Menschen Beziehungen führen? Sicher nicht, denn die existieren nicht. Du musst deinen Partner unbedingt in deine psychischen Probleme mit einbeziehen, denn das ständige Geheimhalten macht einen Großteil des ganzen Problems aus.

Ich kann deine Gedankengänge schon auch nachvollziehen, denn ich hatte früher mit Depressionen zu kämpfen und habe mich auch nie jemandem außer meinem jetzigen Partner anvertraut. Inzwischen gehe ich aber offener damit um und würde das jedem erzählen, der es wissen will. Früher dachte ich leider auch, dass ich alleine bin mit meinen Sorgen, dabei leiden so viele Menschen an irgendwelchen psychischen Problemen. Dein Partner wird das verstehen, was du ihm erklärst. Er wird Verständnis haben, wenn du ihm zeigst, wie er dich zu verstehen hat. Er kann dann immer noch selbst entscheiden, ob er damit auf Dauer leben kann oder nicht. Du musst einsehen, dass auch du Liebe verdient hast, auch wenn es mal schlechte Tage gibt.
 
  • #21
Liebe FS
ich war selber vom 19-27 Lebensjahr immer wieder Phasenweise von der Bulimie betroffen, und kann dein Gefühl jetzt vielleicht auch ein wenig nachvollziehen.
Durch viel Selbstarbeit und Reflexion, professionelle Hilfe und neue Lösungsansätze habe ich es seit 20 Jahren komplett überwunden -also es ist möglich! Ich habe andere positiven Mechanismen und Verhaltensweisen gefunden, um mit den dahinter steckende Gefühle fertig zu werden, und auch die auslösende Gefühle haben sich auch verändert.
Bei mir lagen die Ursachen in einem sehr perfektionistischen, leistungsorientieren und kontrollierenden Elternhaus, sehr höhe Erwartungen an mir selbst, und eine extrem unsichere Lebensphase. Bulimie geht u.a. oft um Kontrolle, bzw. das Gefühl des Kontrollverlusts/der Unsicherheit und der Versuch durch eine Art strafende Kompensierung oder das Erreichen eines vermeintlich perfekten Erscheinungsbild die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen und sich wieder sicher und wohl zu fühlen.

Kann es sein, dass die gefühlte emotionale Abhängigkeit in deiner jetzigen Beziehung (die auch in jeder GESUNDEN Beziehung vorhanden ist (Achtung! Hiermit meine ich: ich brauche Dich weil ich Dich liebe und nicht: ich liebe Dich weil ich Dich brauche!)) für Dich jetzt extrem bedrohlich ist, und somit entsteht wieder das Gefühl der Unsicherheit und des Kontrollverlusts?
Auch wenn paradoxerweise eine Trennung von deinem geliebten Partner wieder vorerst zu mehr gefühlten Kontrolle/Sicherheit führen könnte, könnte es langfristig alles viel schlimmer machen, weil wenn Kopf und Seele nicht in Einklang sind, wird man viel mehr aus dem Gleichgewicht geworfen, und du würdest Dir sicherlich viele Vorwürfe machen.
Also wie wäre es wenn Du mit deinem Partner redest, ihm überlässt wie er damit umgehen möchte und gleichzeitig wieder professionelle Hilfe suchst. Deine aufkeimende Ängste sind gerade die, die angegangen werden müssen und werden vermutlich in jeder neuen Beziehung auch wieder entstehen.
Also viel Kraft und Kopf hoch!
W 47 (nicht Muttersprachlerin)
 
  • #22
Hm. Bist du denn glücklich in deiner Beziehung?
Oder glaubst du soviel Glück nicht verdient zu haben?
Übrigens sind Bulimikerinnen nicht zwangsläufig sehr dünn.
Letztendlich geht es um Selbstannahme. Hältst du dich selbst aus, darf es dir gutgehen? Darf doch jemand anders sehen, mit deinen Schwächen? Bulimie ist ein sehr komplexes Thema.
Möglicherweise setzt du dich in der Beziehung mit diesem tollen Mann sehr unter Druck, hast Angst ihn zu verlieren.
 
  • #23
Und ich denke, er will auch nicht wieder eine Frau mit psychischen Auffälligkeiten. Seine Ex hat ihm in ihrer Krankheit sehr weggetan.
Liebe FS
Du musst ja nicht zwangsläufig aufgrund deiner Krankheit deinem Partner weh tun. Menschen, die sich nicht helfen lassen und in ihren Mustern feststecken, ihr Handeln nicht reflektieren und nicht ehrlich sind, können anderen schaden. Du kannst, trotz Bulimie und Missbrauchserlebnissen (?) einen anderen Weg gehen.
1) Sei ehrlich und erkläre deinem Freund, woran du leidest.
2) Besprich mit ihm, was du tun wirst auf Therapieebene, damit es dir besser geht und du eben NICHT wieder eine schlechte Erfahrung für ihn wirst. Wo du dir allenfalls Unterstützung wünschst von ihm. Was er tun kann, wenn es ihn überfordert und er Abstand braucht.
3) Erklär' deinem Freund, was in dir vorgeht, wenn du z.B. Treffen absagst oder Mühe hast mit Berührungen. Sonst bezieht er es auf sich und fühlt sich von dir abgelehnt, auch wenn es eigentlich um deine Selbstwertprobleme geht. Wenn du etwas absagst, oder eine Berührung schwer ist für dich, schlag doch Alternativen vor, wann du in sehen willst, oder was für dich angenehmer wäre. Es ist ihm sicher lieber, du kommst mit Ideen, als dass du etwa hoffst, er kann sich in dich rein versetzen und deine Wünsche erraten.
4) Geh' in Therapie und überlege allenfalls, ob du einen stationären Aufenthalt brauchst, wenn die Symptome schlimmer werden.
 
  • #24
Sei offen und ehrlich zu Deinem Freund!

Und lass IHN entscheiden, ob und wie er weiter mit Dir Kontakt haben möchte!

Ich glaube, die folgenden vier Sätze können Dir helfen, wenn Du sie Dir immer wieder vor sagst. Sie verinnerlichst.

Du bist es Wert, geliebt zu werden! Du bist es Wert, geachtet zu werden!

DU darfst Deine Grenzen setzen, wann immer Du möchtest! Du darfst auch mal Deiner Umwelt NICHT gefallen!
 
  • #25
Hallo ihr!
Vor einiger Zeit habt ihr mir zurückgeschrieben und jetzt will ich darauf kurz noch einmal antworten und in erster Linie euch danken. Dankeschön für die vielen netten, aufbauenden Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen. Ich hab das Glück am Schopf gepackt und bin der Essstörung davon gelaufen. Natürlich bin ich lange noch nicht geheilt. Und es werden bestimmt mal wieder dunkle Zeiten kommen, aber immer mehr habe ich begriffen, mehr auf mich zu achten und für mein Wohl zu kämpfen. Wirklich vielen Dank für eure lieben, starken, aufmunternden Worte und auch die harten oder unfairen. Das alles hat mir ein klareres Bild gegeben und ich bin nun immer noch mit ihm zusammen. Sehr glücklich und er weiß Bescheid. Wie gedacht versteht er nur 'Bahnhof aber das ist normal und eigentlich ganz wunderbar so. Liebe Grüße zu euch im euer Leben, Fräulein xy