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  • #1

Sex und Liebe trennen können - Veranlagung, antrainiert, Kultur..

... oder Störung?

Hallo,

ich habe mal eine Frage zu dem obigen Thema.

Es heißt immer, dass Männer Sex und Liebe trennen können und Frauen nicht.
Ich glaube zwar nicht, dass man das generell über einen Kamm scheren kann, sondern dass es eher Menschen gibt, die das trennen können und welche, die das nicht trennen können. Es mag sein, dass es mehr Männer gibt, die das trennen können.

Was mich interessiert - diejenigen, die das trennen können - war das schon immer so (=Veranlagung, biologisch), hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt (= selbst antrainiert, Störung) oder meint ihr, dass das eher kulturabhängig / von der soziologischen Schicht abhängig ist, der man angehört?

Was ist eure Meinung dazu? Was denkt ihr, wie es dazu kommt oder bei euch gekommen ist, wenn dem denn so ist?

Und was ist wohl der ursprüngliche Normalzustand? (beides trennen können oder beides gehört zusammen?)
 
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  • #2
Bei mir war es irgendwie schon immer so. Woran es genau liegt weiß ich nicht,
allerdings denke ich, dass ich beim Sex einfach schon immer zu sehr Kopfmensch war.
Dementsprechend war der Sex für mich auch nie wirklich erfüllend. Aufgrund dessen habe nie Affären oder ONS gehabt, habe Sex allerdings auch nie mit Liebe verbunden.
Wenn ich wüsste wie ich das ändern könnte, würde ich es tun.

w27
 
  • #3
Also ich glaube nicht, das generell mehr Männer Sex und Liebe trennen.
Frauen reden offener darüber, dass sie es nicht können, weil sie mitteilsam sind und es ihnen meist egal ist, wie das aufgenommen wird.

Männer sind da gehemmter, sie wollen in allem der tolle Hecht sein und wie käme es an, wenn er zugibt, nee ich muss erst richtig verliebt sein bevor ich mit einer Frau in die Kiste starten will.
Er hat Angst und viele Männer sind ängstlich und unsicher, dass er in die "Lusche oder impotent Schublade" gesteckt wird.

Das Frauen Sex ohne Liebe nicht wollen ist ein überholtes altes Rollenbild dass sich über die Jahrzehnte wohl immer noch irgendwie gehalten hat, wohl von damals her, als es noch keine Verhütung hab und Frauen mit Schwangerschaften rechnen mussten und sie wohl deshalb beim Sex zu recht wählerischer waren.

Auch gibt dieses Klischee dem heutigen wankenden Männerrollenbild etwas Standfestigkeit, er kann zumindest auf diesem Gebiet sich noch austoben - grins - wers glaubt....
 
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  • #4
Hallo, hier nochmal die FS.

Also wenn ich vor mir ausgehe - ich scheine Sex und Liebe ganz gut trennen zu können.
Aber ich kann auch beides miteinander verbinden. So ist das nicht.

Wie das kam weiß ich aber selbst nicht. Wenn ich mich zurückerinnere, muss das wohl schon immer so gewesen sein.
Was mir aufgefallen ist - ich bin auf jeden Fall keiner der Sorte Schnellverlieber. (Wie andere das machen ist mir sowieso ein Rätsel). Will heißen: ich war mit meinen Beziehungen bisher vorher im Bett, bevor ich in diese verliebt war. So nach ein paar Wochen schafft man es auch durchaus, dass Verliebtheit dazu kommt. Derzeit frage ich mich aber auch, ob man evtl. sogar für letzteres womöglich aktiv etwas tun muss. Nur, was?
Denn: Ich habe seit einem halben Jahr eine Affäre - es läuft bestens, alles super, aber sowas wie Verliebtheit stellt sich mir da nicht ein, obwohl das rein theoretisch auch ein Mensch sein könnte, der ins "Beuteschema" passen würde. Gut, die Fronten waren von vorne rein geklärt.

Natürlich gab es früher auch Schwärmereien ohne Sex, aber die haben sich auch wieder verflüchtigt. Wenn es dazu gekommen wäre - vielleicht spricht man dann in so einem Fall davon, dass das zusammengehört.
Aber rein objektiv betrachtet sind das zwei völlig verschiedene paar Schuhe für mich.


Ich kann mich aber auch nicht dran erinnern, dass ich jemals irgend ein schlechtes Erlebnis gehabt hätte, wo ich sagen könnte, dass es deswegen bei mir nicht (zwangsweise) zusammengehört.
Ich könnte mir das eher noch als Kultur/Erziehungsfrage/Soziales Umfeld bedingt vorstellen, dass man dem dann folgt - wenn man so handelt. Und naja, ok, beides zusammen ist schon schöner. Aber dass beides von vorne rein zusammengehört, das kann ich für mich absolut nicht unterstreichen.

Und die andere Sache - wenn es Menschen gibt, für die Sex und Liebe tatsächlich nur zusammen möglich ist - ja, was machen die denn dann, wenn die Verliebtheitsphase weg ist oder die Liebe nachlässt, aber sonst alles in Ordnung ist - trennt man sich dann weil der Alltag einen eingeholt hat oder gibt es dann keinen Sex mehr?
Im Grunde hatte ich nur Langzeitbeziehungen, geschadet hat das denen nie, aber im Nachhinein war man letzten Endes später nur noch ein Paar, das Sex hatte. Wenn man nur darauf geschaut hätte, dann hätte man immer meinen können, dass alles in bester Ordnung ist, denn rein nur der Bereich für sich betrachtet hat sich immer weiterentwickelt.
 
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  • #5
Das Trennen (Abspalten) von tieferen Gefühlen (Liebe) und Sex scheint mir viel mit Rollenbildern zu tun zu haben. Für Männer hat Sexualität sehr viel mit Selbstbestätigung zu tun. Für sie ist es leichter, sich in diesem Fall durch Körperlichkeit (Äußeres) zu bestätigen.

Daher wohl auch das aggressive Fordern von Sexualität in einer Beziehung, da ein Mann bei Zurückweisung seine oft stärkste Form von Selbstbestätigung einbüßt. Insofern logisch, dass manche Männer Sexualität außerhalb der Ehe suchen, wenn z.B. die Kinder kommen und der Mann diese Form der Selbstbestätigung über einen längeren oder kürzeren Zeitraum einbüßt.

Oder das manchmal gehörte Argument: wo kein Sex ist, da keine Beziehung / die sogenannte 'Freundschaftsfalle' wäre in die gleiche Richtung gedacht.

Außerdem: wer Sex und Liebe nicht trennen kann, ist natürlich der Schwächere, Angreifbarere, Verletzlichere - wer will das schon sein...
 
  • #6
Also ich möchte als Frau definitiv keinen Partner, der es kann.

Denn er ginge ohne Vorbehalte fremd und das noch mit "gutem" Gewissen und der Begründung, dass es ja "nur" Sex war und nichts zu bedeuten hat.

Für mich sind solche Leute ein NOGO und ich halte sie auch nicht für beziehungsfähig, dazu lockt irgendwo wieder eine "Versuchung".
 
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  • #7
Und was ist wohl der ursprüngliche Normalzustand?

Hm, mir hat nie jemand beibringen müssen, nur dann mit einer Frau zu schlafen, wenn sie auch meine Freundin ist. Im Gegenteil, ich wurde schon abserviert, weil ich ohne Bekenntnis auch kein Interesse an Sex hatte. Und kein Interesse heißt ja wohl, es gibt keinen Wunsch, den ich unterdrücken müßte. Hat es nie gegeben. Wüßte auch mit einer Nutte nichts anzufangen und würde wohl nur mit ihr smalltalken. (m)
 
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  • #8
Also ich möchte als Frau definitiv keinen Partner, der es kann.

Denn er ginge ohne Vorbehalte fremd und das noch mit "gutem" Gewissen und der Begründung, dass es ja "nur" Sex war und nichts zu bedeuten hat.

Für mich sind solche Leute ein NOGO und ich halte sie auch nicht für beziehungsfähig, dazu lockt irgendwo wieder eine "Versuchung".

Ich glaube, dass das ein ziemliches Vorurteil ist.
Also ich die FS bin jedenfalls nie in Partnerschaften fremdgegangen, auch wenn es es durchaus Angebote gegeben hätte und möglich gewesen wäre.
Nur weil das rein theoretisch ginge, heißt das nicht, dass man überall zugreift sobald sich die Gelegenheit bietet.
Wenn ich mit jemandem in einer Beziehung bin und dem damit das versprechen von Verbindlichkeit gegeben habe, dann halte ich mich auch daran. Mal abgesehen davon, dass man in solchen Zeiten auch kein Interesse an anderen hat.
Wie das das Gros der Männer handhabt weiß ich natürlich nicht, aber ich denke unverbindlichen Sex haben zu können und dies auch während Beziehungen zu tun sind auch wiederum zwei Paar Stiefel.
Und falls das mal passieren sollte, dann heißt das wiederum nicht zwangsweise, dass das andauernd passiert.
Natürlich dürfte die Gefahr größer sein als bei jemandem, der von vorne rein erst gar nicht in der Lage dazu wäre (ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dieser Prozentsatz so groß ist bei denen,die das partout nicht könnten), aber auch denen traue ich zu, dass man da dann drauf verzichten kann nebenbei noch unverbindlichen Sex zu haben, denn auch das geht gar nicht mal sooo schwer ist.

Wenn es einer trotzdem tut, dann kann man den natürlich trotzdem rauswerfen - wenn man nicht damit klar kommt.
Wollen täte ich das auch nicht, wenn was anderes abgemacht war.
 
  • #9
Egal wie andere sexuell offensive sich da "moralisch" herausreden, ich wollte keine Bindung zu einem solchen Menschen, es würde mich auch sein "sexuelles" Vorleben schon abschrecken, denn diese Leute begannen schon recht früh ihre Sexualität ohne Gefühle auszuleben.

Ich mag diese Leute einfach nicht, ich passe nicht zu ihnen und umgekehrt.
Auch als Freunde wären sie nicht mein Fall, das gebe ich offen zu.

Eine frühere Bekannte von mir war so, ich bin heute froh, den Kontakt damals rigoros abgebrochen zu haben, als sie es bei meinem damaligen Freund heimlich "versuchte", sie war nicht sein Fall, denn er hatte es mir erzählt.
 
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  • #10
Wenn ich mich verliebe, weiß ich ja noch gar nicht, wie der Sex mit ihm sein wird, also ist da die Liebe und der Sex getrennt. Wenn ich jemand kennenlerne, nicht verliebt bin, aber Lust auf ihn habe und dann Sex mit ihm, heißt das in diesem Fall noch lange nicht, dass ich mich in den Mann verliebe. Ich glaube, das hängt nicht automatisch zusammen und das ist vielleicht bei Männern und Frauen gar nicht so unterschiedlich, wie es gern dargestellt wird.
 
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  • #11
Das ist eine Reinfeentwicklung im Laufe des Lebens, zumindest bei mir. Bis Ende 20 hatte ich sehr romantische Vorstellungen von Liebe und Sex. So etwas zu trennen, war für mich schlicht unmöglich und verwerflich. Ich war früher so derart verklemmt und zurückhaltend in Sachen Sex, dass ich mich nicht mal traute, an andere Menschen zu denken und habe mir solche Gedanken in der Phantasie verboten, bevor sie aufgekeimt sind. Das klappte auch sehr gut. Ob das jeder kann/könnte oder will, weiss ich nicht, ich war da aber immer sehr diszipliniert. Im Laufe des Lebens wurde ich dann lockerer. Irgendwann konnte ich dann auch Sex von der Liebe trennen, weil man irgendwann feststellt, dass man keinen Ehrenpreis bekommt, wenn man sich selbst etwas derart verbietet im Leben. Auch führt es doch nur zu Frust und Verbitterung, wenn andere Menschen eine offene Sexualität leben und man selber sich so verklemmt anstellt.

w
 
  • #12
Es ist ein "Kann", kein "Muss". Man kann bei der einen keine tieferen Gefühle haben (ein Mindestmaß an Anziehung muss natürlich da sein), bei einer anderen aber bis in die Haarspitzen verliebt sein. Viele Menschen sind zu beidem fähig.
 
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  • #13
Wenn ich mich verliebe, weiß ich ja noch gar nicht, wie der Sex mit ihm sein wird, also ist da die Liebe und der Sex getrennt. Wenn ich jemand kennenlerne, nicht verliebt bin, aber Lust auf ihn habe und dann Sex mit ihm, heißt das in diesem Fall noch lange nicht, dass ich mich in den Mann verliebe. Ich glaube, das hängt nicht automatisch zusammen und das ist vielleicht bei Männern und Frauen gar nicht so unterschiedlich, wie es gern dargestellt wird.

Das sehe ich auch so und die Vermutung habe/hatte ich insgeheim auch.

Manchmal denke ich auch fast, dass Sex und Liebe nicht trennen zu können oder dass beides strikt zusammengehört eine haltlose Vorgabe ist.
Wenn dem so wäre - und seinen Zweck hat das sicherlich - sowas sorgt für mehr Sicherheit und feste Rahmenbedingungen und natürlich ist das auch ein Schutz der Gesundheit. Ich habe auch Verständnis dafür, wenn da niemand wirklich davon begeistert ist und evtl. auch Angst vor sowas hat - schließlich ist das eine Bedrohung von Sicherheiten wenn man so will. Erst recht wenn man da ein festes Bild hat, das dadurch ins Wanken kommen könnte.

Aber dass es Leute gibt, die partout beides nur zusammen können, das kann ich mir auch wiederum nicht so recht vorstellen, dass das wirklich so viele sind.
Ich kann mir vorstellen, dass es eine Menge Leute gibt, die sagen, für mich gehört beides zusammen, das ist mir wichtig und so hat es sich bewährt, deswegen mache ich nichts anderes und so erwarte ich das auch von einem Partner. Die sagen dann aber, sie können das nicht trennen und letzten Endes ist das eher der Unterschied zwischen nicht können und nicht wollen bzw. auch erst gar nicht ausprobiert zu haben evtl. aus Angst vor möglichen Verletzungen, dass ich mir tatsächlich damit schaden, oder?.


Was ich aber sicher auch nicht ausschließen will: Dass es Störungen gibt, bei denen nur noch Sex ohne Liebe/Gefühle/Nähe möglich ist.
Ich glaube so jemanden sollte man sich tatsächlich fern halten.
Umgekehrt gibt es aber auch genauso Störungen, bei denen die Liebe zu einer Person alles für die andere ist. Sowas sollte man sich doch ebenfalls besser fern halten.



FS
 
  • #14
Also ich kenne beides. Sex und Liebe getrennt, und Sex mit Liebe. Manchmal will man einfach noch keine neue Beziehung, weil man mit der alten noch nicht abgeschlossen hat. Was spricht dann dagegen eine Affäre zu haben mit schönem vertrauten Sex. Dabei sind die Fronten von Anfang an geklärt. w52
 
  • #15
Ich kenne auch beides..

"nur" sex wenn es passt und wenn man Frei ist.. (= solo, single) und Sex+Liebe in einer Beziehung. Mir fällt es nur schwer jemanden zu verstehen der das absolutistisch/dogmatisch handhabt ala: das MUSS so sein sonst ist es "gestört". Für mich sind solche Menschen eben noch nicht so weit das sie ihre Triebe und Gefühle unter Kontrolle haben und flüchten in den Deckmantel der vermeindlichen "Normalität".
Bei mir was das schon immer so, und ich habe "interessanten Sex" mitgenommen, niemals etwas vorgespielt um etwas zu bekommen, und mich noch nie im Bösen von einer Partnerin getrennt. ich bin in meinem Leben ein einziges Mal "betrogen" worden, wobei das a.) mit Ansage war und b.) Meine Partnerin mehr drunter litt als ich, und c.) es wohl sehr schlecht gewesen sein muss... =) (und ich war mit dieser Frau 7 Jahre zusammen)
Ergo bin ich, mit meiner (laut diesem Forum) "No-Go-Art" bis dato sehr gut gefahren und habe Liebe und Zuneigung erfahren dürfen wie ich sie bei wenigen mitbekommen habe.. Ich hatte auch schon mehr als einen Aktpartner gleichzeitig und bin immer noch mit meiner Partnerin zusammen, (es hatte dem ganzen auch keinerlei Abbruch getan )
 
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  • #16
Ach, Frauen trennen doch Sex und Liebe mindestens genauso gut. Wenn es nicht so wäre, würde es nicht die Jobs als Prostituierte oder Escort-Ladys geben, ein ONS würde nie von einer Frau ausgehen und selbst in einer wie auch immer gearteten Beziehung würde ein Frau nie den Mann finanziell oder emotionell ausnutzen.

Frauen und Männer nehmen sich da nicht viel. Beide können Sex und Liebe trennen, wollen es aber häufig nicht.
 
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  • #17
Es ist ein "Kann", kein "Muss". Man kann bei der einen keine tieferen Gefühle haben (ein Mindestmaß an Anziehung muss natürlich da sein), bei einer anderen aber bis in die Haarspitzen verliebt sein. Viele Menschen sind zu beidem fähig.

So ist es bei mir, wie bei Hugo.

Ich kann Sex und Liebe trennen bei dem einen Mann. Und beim nächsten wieder so gar nicht.
Das liegt daran, dass ich bei dem einen vor allem den Sex toll finde und beim nächsten Mann eben das Gesamtpaket.
Verliebte Hormone werden bei mir immer nach dem Sex ausgeschüttet, aber auch bei den einen Mann mehr und beim anderen weniger.
Es gab Männer, da war der Sex super, aber alles andere hat mich wirklich wenig interessiert - ich kam mir da vor wie das lebende Klischee eines männlichen Machos, war genervt, wenn er schon wieder anrief, wollte meine Ruhe und wenn ich Lust auf Sex hatte, hab ich angerufen.

Und dann gab es Männer, da war ich einfach nach dem spätestens 2. Date einfach doch sehr angezogen von dem Mann und der Sex war eben nur eine Art Entladung meiner Gefühle für ihn.


Ich glaube übrigens auch, dass Männer,wenn sie oft mit der einen Frau schlafen (in einer längeren Affäre - nicht Beziehung, da wäre es ja sowieso klar) definitiv verliebt sind. Nicht, weil sie durch den Sex verliebt sind sondern, weil sie sonst gar nicht über eine so lange Zeit dieses Techtelmechtel hätten.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Männer sich gar nicht trauen, ihre Gefühle offen zuzugeben oder zu formulieren und dass sie manchmal selber nicht genau wissen, was sie fühlen (sollen). Manche leben einfach mehr im Augenblick.

Der Vergleich mit Escort-Damen und Prostituierten hinkt: Das ist ja ein Geschäft - Körper für Geld -und hat nichts mit einer freiwilligen und spaßbringenden zwischenmenschlichen Beziehung zu tun.
Zumindest glaube ich nicht, dass Nutten Spaß beim Sex haben. Was für mich - wäre ich ein Mann im übrigen den Hauptgrund wäre, nicht zu einer Nutte zu gehen.
Ich kann nur Lust empfinden, wenn mein (Sex)-Partner das auch so empfindet.

w,40
 
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  • #18
Ich glaube auf keinen Fall, dass Männer oder Frauen Sex über einen längeren Zeitraum trennen können - für ein kurzes Intermezzo schon, vielleicht auch bei Beziehungsversuchen so 2-3 Monate.
Aber auch Affären - denen ja nachgesagt wird, dass sie ohne Liebe ablaufen - sind meines Erachtens alles andere als gefühlslos.
Ich glaube, dass Männer wie auch Frauen für einen (Sex)-Partner, mit dem/mit der für längere Zeit etwas läuft, also mehrere Monate oder sogar Jahre - dass die auf alle Fälle Gefühle füreinander haben.
Deswegen muss es noch lange keine Beziehung werden und deswegen trennen die dann Sex und Liebe trotzdem nicht.

Ich kenne in meinem Bekanntenkreis keinen Mann, der das trennen kann. Für ONS oder Kurzaffären schon.
Aber Männer, die mir teilweise erzählen, dass sie sich seit einem Jahr mit einer Frau treffen und mit ihr schlafen - sorry - die sind alle irgendwie verknallt. Nur so richtig zugeben möchten sie es vor mir zumindest nicht, vor ihren Kumpelfreunden schon 3x nicht. Ich schmunzle dann immer und nicke, wenn mir einer meiner guten männlichen Freunde was von "nichts Ernstes" erzählt:
.... hmmmm.... ;-) Genau! "Nichts Ernstes"... geht aber schon ein Jahr! Man kann sich auch selbst belügen...

w
 
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  • #19
@ 17,

das habe ich auch immer gedacht, dass das nach längerer Zeit nicht sein kann - entweder man ist verknallt oder das Ding wird langweilig und läuft aus.

Umso mehr überrascht bin ich auch, dass sich da bei mir nach einem halben Jahr (bin w) noch nichts eingestellt hat in der Richtung. Im Gegenteil. Das war die ganze Zeit klar und wird immer deutlicher, dass das keine Beziehung ist und zu allem Überfluss finde ich das auch noch praktisch.
Es ist auch nicht so, dass wir permanent Kontakt hätten. Wir treffen uns auch mit anderen Menschen im Alltag weiterhin wie davor auch bzw. jeder kümmert sich um sein eigenes Zeug und danach hat man auch interessanten Gesprächsstoff.
(Wenn ich es mir recht überlege - im Grunde ist das auch nicht die schlechteste Form)

Vielleicht liegt das bei mir (und bei anderen auch) aber auch an der Handhabungsweise oder den Umständen.
Ich habe gerade definitiv keine Zeit für Beziehung und Lust eigentlich auch nicht - das würde mich gerade stressen. Da ist mir so eine Light-Version für spaßige Stunden zum Entspannen/zur Unterhaltung gerade recht - mit jemandem, bei dem ich mich drauf verlassen kann, dass der nicht noch zig andere nebenbei hat bzw. Bescheid gibt wenn es denn dazu kommt. Die andere Seite scheint das genauso zu sehen.

Zugegeben, das war nicht der erste Versuch dieser Art - da gab es noch 2 andere davor, die leider nach kurzer Zeit so ausgegangen sind, dass ER sich ... das hat mich dann auch von den Socken gehauen. Ich dachte, das würde v.a. den Frauen passieren und ich müsste da auf mich aufpassen.
Auf der anderen Seite - Ich glaube nicht, dass so eine Kombi im RL wirklich häufig vorkommt, bei der auf beiden Seiten ähnliche Situation herrscht und zumindest nicht bei einem noch der Wunsch latent ist zu mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass da plötzlich ungewollterweise Gefühle auf irgendeiner Seite sich einstellen können scheinen mir von daher doch recht hoch auf Dauer gesehen - wenn sowas nicht vorliegt.
Mir fehlt da jedenfalls gerade die Bereitschaft für sowas glaube ich.

Aber interessant ist das schon - wenn man keine Zeit hat / sich auf was anderes konzentriert, dann ist der andere auch definitiv nicht da - weder im Hinterkopf noch sonst wo - höchsten im Terminkalender. Wenn es dann soweit ist, dann kann man auch ganz gut umschalten für den Zeitraum und danach wieder genauso in den anderen normalen Alltagsmodus und sich wieder auf sein Zeug konzentrieren.
Vielleicht ist es auch das, was andere nicht hinbringen, die behaupten, dass Sex und Gefühle zusammengehören bzw. eines notgedrungen zum anderen führt. Wenn da latent aber auch wirklich der Wunsch nach mehr Nähe vorhanden wäre oder gemeisamer Aufbau oder sowas ähnliches, dann kann ich mir schon vorstellen, dass das für die furchtbar schwer ist mit sowas umzugehen. Dann muss man ja vermutlich notgedrungen permanent an sowas denken wie der Typ, der sich auf Diät gesetzt hat ans Essen und das steigert sich dann immer weiter.



FS
 
  • #20
Also ich kann es nicht trennen und will es auch garnicht, obwohl ich zu jederzeit eine Affäre haben könnte, meine Güte, Männer gibt es für ein bißchen Sexspaß zu genüge.

Sex ist für mich aber kein Spaß und keine Triebabfertigung fast wie am Laufband einer Fabrik.

Mein Körper und der Sex ist für mich eine Exklusivität, einen Luxus, welches ich nur mit dem Menschen teilen möchte, dem ich absolut vertraue, der mich liebt und ich ihn.
Ich vergebe dieses Gut nicht an jeden, der mit dem Hintern wackelt und den Charmebolzen spielt.

Somit kann ich gut und gerne auf Sex verzichten, wenn er nicht auf ehrlichen und intensiven Gefühlen und Verantwortung füreinander beruht.
 
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  • #21
Ich bin nicht imstande, Sex und Liebe zu trennen, ebensowenig wie meine Partnerin.

[mod]

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  • #22
Liebe W

keiner meiner Brüder trennt Sex und Liebe.
Aber ich hatte mal sehr kurz einen Freund
der mir damit kam dass das eine mit dem anderen nichts zu tun habe.

Er stellte sich das so vor dass er immer wieder zu mir zurück kommen würde
nachdem "es" passiert war. Mit irgendwem der angeblich gar nicht so wichtig sei.

Und ich sollte das noch als Zeichen der Liebe (gemeint war : an der Seite der
Erstfrau bleiben) werten was mir nicht einleuchtete.

Ich glaube es gibt Menschen die suchen beständige Vertrauensbeziehungen
ohne Wenn und Aber. Und andere können oder wollen das eben nicht.
Mit männlich/weiblich hat es wenig zu tun denn es gibt haufenweise Frauen
die auch so drauf sind. Ich selbst kann es nicht trennen. Nicht mal wenn ich wollte.
Es geht einfach nicht. Es ist wie eine Wegfahrsperre.
 
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  • #23
man kann sexuelle Handlungen ohne jegliche Gefühle vollziehen - DAS KANN JEDER ohne Ausnahmen und tuen mehr Menschen als es zugeben, Frauen und Männer ....

man kann Sex haben ohne Gefühle haben und Spass daran haben - das kann nicht jeder, sondern nur die - die so ein Charakter haben ... ich kann es nicht ...

Ich würde so über mich sagen - können - könnte ich schon Sex und Liebe trennen, will aber nicht, da beim Sex ohne Gefühle, besonders wenn der Mann keine Gefühle für mich hat - es macht mir nicht nur kein Spass sondern es ist so schall, richtig sch ....e, es ist wie sich selbst mit einem Dildo befrieden, aber dafür benötigt man (Frau) doch keinen Mann ...

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  • #24
Ich (m) konnte das immer sehr gut trennen. Allerdings wollte ich nur Sex haben, wenn ich sie körperlich, emotional und intellektuell anziehend fand. Das verdichtet den Kreis optionaler Sexpartner schon enorm.

Allerdings habe ich sehr viele Frauen kennengelernt, die das genauso gehandhabt haben.Warum auch nicht? Man tut sich eine Weile gut und geht dann ohne bitteren Nachgeschmack jeder seiner Wege. Im Studium war dies eines der meistgelebten Arrangements überhaupt. Mit einer Mitstudentinnen hatte ich über 6 Jahre ein solches Verhältnis, das aber immer unterbrochen wurde, wenn gerade einer von uns einen festen Partner hatte.
 
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  • #25
Die kulturelle Entwicklung des Menschen und die damit verbundene Arbeitsteilung - der Mann war zunächst für das Jagen, später für die materielle Versorgung zuständig, die Frau dagegen für Kinder, Kochen und eben das Häusliche - dies alles dürfte zumindest e i n wichtiger Grund dafür sein, warum Männer eher Sex und Liebe trennen können.

Der Mann als eher ausserhäuslich Tätiger hatte nicht nur mehr (unbeobachtete) Gelegenheit, seine Gene zu streuen. Er konnte dies mangels seinerzeitiger Nachweisbarkeit auch viel unbeschwerter als seine von ihm in jeder Hinsicht abhängige Hausfrau tun. Gelegenheit macht(e) eben Diebe.
Schon die alten Römer wussten: "Wer die Mutter ist, steht immer fest (...)."

Noch einmal zum Ausgangspunkt zurück: Wir sprechen über ein Verhalten, das über mindestens mehrere zehntausend Jahren eingeübt worden ist. Platter formuliert: Welches eben in den Genen sitzt. Deshalb glaube ich, dass an der These, dass Männer eher Sex und Liebe trennen können, einiges dran ist.

Für Männer stand dagegen jederzeit das Bordell offen. Heraus kamen sie nicht etwa als moralisch Verworfene, sondern höchstens als "toller Hecht" und das Ganze war wohl so was wie eine Vorübung für die Ehe oder ein Ersatz, wenn es zuhause mit den ehelichen Pflichten (...) mal nicht klappte. Und selbst wer danach Schuldgefühle gehabt haben mag, konnte diese im Beichstuhl ohne Mithörer sanft loswerden. Frauen hatten nichts Vergleichbares. Sex war für sie allein im ehelichen Bereich gesellschaftlich legitimiert. Lust wurde ihnen sowieso abgesprochen.

Wenn man so will, führt also nicht nur eine einzige Linie, sondern es führen gleich mehrere dicke Stränge, über zig-Jahrtausende gewachsen, zur eher feminin geprägten Überzeugung, dass Sex und Liebe zusammengehören. Es gäbe hierzu noch sehr viel mehr beizutragen; ich (m, 61) möchte aber zur Schlussfrage der Fragestellerin, dem "Normalzustand", kommen.

Zwei Anmerkungen: Mutterrechtlich organsierte Gesellschaften (Matriarchate), in denen es bei Namensgebung, Abstammung, Erbrecht usw. im Gegensatz zu uns Abendländern also auf die Frau ankam, waren, soweit mir bekannt, sexuell durchweg freier: Ja zum gesellschaftlich gewollten sexuellen Ausprobieren vor der Ehe, leichtere Trennung auch von Seiten der Frau, gleichgeschlechtliche Neigung kein Grund für gesellschaftlichen Ausschluss usw.
Ich finde, das spricht Bände. Leider sind viele dieser kleineren Völker ausgestorben bzw. später missioniert (...) worden.

Zum "Normalzustand", also "Waren Sex und Liebe ursprünglich zwei Dinge oder gehörten sie zusammen?" Bin kein Fachmann, aber nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über unsere Gattung, den homo sapiens, sind wir auf ca. lediglich 70 Individuen zurückzuführen. Aus dieser überschaubaren Gruppe heraus haben wir uns zu unserem heutigen So-Sein entwickelt.

Wenn wir wissen (werden?), wer sie waren und unter welchen Umständen sie lebten, dann haben wir auch die Antwort auf diese o.a. Frage.
 
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  • #26
Für mich (m) sind Sex und Liebe verschiedene Dinge. Wenn ich eine Frau erotisch finde, denke ich an Sex. Wirklich Liebe kann ich nur zu meiner Frau empfinden. Natürlich ist es am schönsten, wenn man beides vereinen kann. Wenn ich Sex mit dem Partner habe, den ich liebe, so ist das vollkommen.
Reiner Sex ohne Liebe ist für mich nur eine Erfüllung meiner sexuellen Bedürfnisse. Mir scheint es so, als wäre dieses Beddürfnis bei Frauen im allgemeinen deutlich schwächer als bei Mãnnern. Oder sie können es besser ertragen, wenn dieses Bedürfnis länger nicht erfüllt wird.
Wenn man sich selbst befriedigt, könnte man so argumentieren, dass man sich ja selber liebt.
Jemand für den Sex und Liebe zusammengehören, der aber keinen Partner findet, leidet vermutlich, oder unterdrückt seine sexuellen Bedürfnisse oder hat diese gar nicht?
Ein sehr interessantes Thema.
LG
 
  • #27
Bei mir ist es nunmal umgekehrt, allein die Optik, Mimik und Gestik eines Menschen löst bei mir keinerlei sexuelle Komponente aus.

Dazu bin ich wohl zu kopfgesteuert, was ich allerdings immer als Vorteil gesehen habe.
Enttäuschungen nach schnellem Sex oder als "leicht zu haben" zu gelten fielen für mich schon mal aus dem Raster.

Erst durch intensives Kennenlernen, tiefgründige Gespräche, Vertrauen und Respekt für einen anderen entwicklet sich auch ein sexuelles Interesse an dieser Person, ich muss den ganzen Menschen erfassen und nicht nur den Körper, das ist mir zu wenig, denn beim Sex spielt für mich eine seelische Verbundenheit die Hauptrolle.

Das ist wohl beim Menschen auch der Unterschied zum Tier.
 
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  • #28
der Mann war zunächst für das Jagen, später für die materielle Versorgung zuständig, die Frau dagegen für Kinder, Kochen und eben das Häusliche - dies alles dürfte zumindest e i n wichtiger Grund dafür sein, warum Männer eher Sex und Liebe trennen können.

Wieso sich das eine aus dem anderen ergeben soll, kann ich in dieser Argumentation nicht erkennen.

Tatsächlich ist es doch so, daß die Gene des Mannes sich nur dann fortpflanzen, wenn er auch wirklich der biologische Vater der Kinder ist, die er materiell versorgt. Muß der Mann auf die Frau aufpassen, damit er keine Kuckuckskinder großzieht, hat er keinen Jagderfolg, und seine Gene bleiben genauso auf der Strecke wie wenn er den fremden Erzeuger erst gar nicht bemerkt.

Aus diesem Grund hat die Natur die Paarbindung erfunden. Übrigens nicht nur bei Menschen, sondern bei allen Tieren, die ihre Partner zwecks Nachwuchs-Versorgung längere Zeit aus den Augen lassen.
 
  • #29
Tatsächlich ist es doch so, daß die Gene des Mannes sich nur dann fortpflanzen, wenn er auch wirklich der biologische Vater der Kinder ist, die er materiell versorgt. Muß der Mann auf die Frau aufpassen, damit er keine Kuckuckskinder großzieht, hat er keinen Jagderfolg, und seine Gene bleiben genauso auf der Strecke wie wenn er den fremden Erzeuger erst gar nicht bemerkt.

Aus diesem Grund hat die Natur die Paarbindung erfunden. Übrigens nicht nur bei Menschen, sondern bei allen Tieren, die ihre Partner zwecks Nachwuchs-Versorgung längere Zeit aus den Augen lassen.

Das ist Küchen-Evolutionspsychologie, denen die aktuellen Erkenntnisse deutlich widersprechen. Die Paarbindung ist zeitlich sehr begrenzt, genetisch sind Menschen wohl eher promiskuitiv, auch und besonders Frauen. Und auch die aktuelle Lebenswirklichkeit widerspricht der obigen Theorie, sonst hätten wir nicht die ca. 10% Kuckuckskinder von Frauen, die sich während ihres Eisprungs etwas Abwechslung von ihrem zuverlässigen, aber langweiligen Versorger geholt haben. Über die Details streitet man sich.

Echte Monogamie (d.h. lebenslang) gibt es auch in der Tierwelt nicht. Und das, was am ehesten daran herankommt, ist bei Tierarten, die genetisch weit weg von uns sind.

Insofern glaube ich auch, dass die Idee von einem einzigen Menschen für immer und ewig kulturell bedingt ist. Ob es auch gut ist, steht auf einem anderen Blatt.
 
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  • #30
Es geht ja aber nicht um Monogamie, sondern darum, ob Menschen Sex und Liebe wirklich trennen können.
Ob man nicht meistens doch irgendwie verliebt ist, wobei es sicherlich unterschiedliche Formen der Liebe gibt.
So können leidenschaftlich Affären durchaus auch von großer Liebe sein ohne dass sich daraus jemals eine Beziehung ergibt.
Ich denke, dass die meisten Menschen, wenn sie öfter Sex mit einer Person haben, definitiv etwas empfinden, was man Liebe nennen kann.
Männer allerdings weigern sich oft, das Ding beim Namen zu nennen, weil viele Männer meinen, dass Liebe und feste Beziehung zusammengehören.
Ich finde, dass Sex und Liebe eher zusammengehören als Liebe und Beziehung.
Nicht, dass man nicht auch ohne Liebe Sex haben kann, wir sind alle triebgesteuert und animalisch, Frauen laut Studien eigentlich noch mehr als Männer, nur wird das kultrurell und erziehungstechnisch unterdrückt.
Aber ich bin mir sicher, dass bei längeren Sexbeziehungen immer auch die Liebe eine Rolle spielt.
Wer will schon monate- oder gar jahrelang mit einer Person schlafen, die er gar nicht liebt!? Würde sagen, das geht nicht.
 
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