• #31
Wo ist denn der "Wert" in einer Ehe, wenn man sich gegenseitig verliert, wenn man nicht aufeinander achtet, wenn man nicht merkt, wenn der andere nicht mehr glücklich ist?
Sehe ich ganz genauso. Ich frage mich sowieso seit einiger Zeit, was der Wert einer Beziehung eigentlich sein soll. Gut, man kann sagen, wenn Kinder da sind, lohnt es sich, um ihnen mehr ... Basissicherheit zu geben, um eine Beziehung zu kämpfen, sollte sie nicht schon immer an demselben kranken, das schon anfangs klar war. Und am Ende definiert jeder selbst, was sein Wert dieser Beziehung sein soll, und wer wollte hier Finanzlage oder Statussymbol oder Gewohnheit oder sowas kritisieren wollen, wenn der Betroffene WIRKLICH damit zufrieden ist und nicht drüber jammert. (Ich kann es mir nicht vorstellen, dass eine menschliche Seele wirklich damit klarkommt, aber wer weiß.)

Ja und jetzt mal fernab vom blabla. Was heisst das?
Schon das, was dasteht. Und natürlich nicht, immer einer Meinung zu sein. Aber ja, es muss von beiden gelebt werden und nicht einer kann die Deutungshoheit der Wahrheit über Menschen/Partner für sich beanspruchen. Wenn unterm Strich wirklich rauskommt, dass die FS den Mann immer als Weichei und Lappen sah, weil er "Wehwehchen" hatte und kein "richtiger Mann" in ihren Augen war, würde mich der Seitensprung auch nicht so wundern. Das würde dann ihre Aufgabe sein, sich mit sich auseinanderzusetzen in diesem Punkt. Aber er hätte das ja auch erkennen können, dass sie ihn immer runtermacht. Also man sollte hier nicht IHR die Verantwortung zuschieben, dass sie MEHR hätte erkennen müssen, was in ihrer Ehe schiefläuft als er. Es ist ein blödes Gesetz, dass der, der sich nicht wehrt, immer untergebuttert wird, und der, der unterbuttert, damit fertigwerden muss, dass andere Schleichwege betreten werden, um ihn zu hintergehen.

Sie hat vielleicht gebrochen mit dem Ehegelübde, sich immer zu achten usw., er hat mit dem Treuegelübde gebrochen, statt sich mit ihr auseinanderzusetzen. Wäre, wenn das in Bezug auf sie stimmte, beides falsch und bedingt sich niveaumäßig wohl und nimmt sich diesbzgl. nichts. Fänd ich für die FS wichtig zu erkennen, um den Seitensprung richtig einzuordnen. Es gibt die, mit denen man reden kann, und die, mit denen man nicht reden kann (Hat der Mann geredet, dass ihm was nicht passt??)
 
  • #32
Och, das mit der Therapie als Lösung für's Janze...joa...
Regelmäßig gebabbelt und dann klappt wieder alles und alle haben sich lieb ?
Obwohl sich an den äußeren Umständen nichts geändert hat ?
Ist das von Einstein ? Es ist dämlich anzunehmen, dass das Ergebnis eines Versuchs anders sein könnte, obwohl die Bedingungen die gleichen sind...oder so ähnlich.

Ok, ich hatte nicht kapiert, dass die Chose schon ein halbes Jahr her ist.
Ihr redet da echt JEDEN Tag drüber ?
Und du machst ihm immer Vorwürfe ?
Uff ! Weiter oben sagte jemand ( ein Mann ) zu, wie ich finde, recht, dass es kaum etwas less sexy gibt als eine verbitterte Frau.
Dein Mann scheint sehr hartnäckig und leidensfähig zu sein.

Ok, er hat gesagt, dass er euer Leben doof fand, weil es so dahinplätscherte und ihr nebeneinander her gelebt habt.
Du sagst jetzt mehrfach, du findest ein plätscherndes Leben gar nicht so schlimm. Das ist aber im Sinne der Fragestellung doch vollkommen irrelevant. Du willst doch wissen, wie es zu dem Betrug kam, dafür ist nur relevant, dass er das Plätschern schlimm fand.

Ok, kein Plätschern mehr, sondern Frohsinn und Heiterkeit, auch Feuersbrunst und Donnerhall.
Er sagt, er liebt dich. DICH, nicht das bequeme Leben. Oder doch ? das findest du leicht heraus.
Ihr könnt beide unabhängig voneinander leben, also dann macht es.
Zieh aus. Suche dir eine schnuckelige zwei-oder drei-Zimmer-Wohnung. Richte die so ein, wie es dir gefällt und wie du es nie haben konntest, weil dein Mann rosafarbene Wände und Raumdüfte ätzend fand.
Du wirst viel Arbeit und Freude am Finden, Renovieren und Einrichten deiner Wohnung haben und deswegen neben deinem Beruf gar keine Zeit haben zu hadern.
Ihr seht euch also, sagen wir, die nächsten sechs Monate gar nicht.
Dein Mann, der ja DICH liebt, wird gerne so lange warten und es super finden, dass du ihm keine Vorwürfe machst.
Er kann in der Zeit ja weiter der Allgemeinheit mittels Simulieren einer psychischen Unpässlichkeit und intensiven Krankfeierns auf der Tasche liegen ( mir geht der Hut hoch, ich weiß nicht, ob es bereits jemand gemerkt hat ), dann hat er genug Zeit zu merken, wie sehr DU ihm fehlst.
Dann wird er sich auf euer Wiedersehen nach einem halben Jahr freuen und dann könnt ihr in getrennten Wohnungen eine neue Beziehung beginnen, die allein der Liebe dient und nicht der Bequemlichkeit.
Hier sehe ich eine echte Chance.
Das meine ich ernst, wenn ich auch in despektierlicher Art ein paar klitzekleine Randnoten eingeflochten habe.

Noch ein Tip:
Wenn ich eins hier gelernt habe, dann dass es einen Mann zufrieden stellt, wenn er nur genug Sex bekommt.
Auch hier äußern sich zwei oder drei Männer in dieser Richtung, selbst wenn sie das Haupt-, nein das einzige Problem mittels 'z.B.' oder dergleichen relativieren.

w 53
 
  • #33
Kampf hat in der Partnerschaft sowieso nichts verloren.
Uh, Lionne, ich kenne keine Beziehung ohne. Insbesondere die längeren sind auch für Außenstehende mitunter sichtbar ein Kampf der Protagonist*innen gegeneinander. Aber in guten folgt dann das, was Du auch schriebst: Sich bemühen, gemeinsam nach vorn zu gehen.
(Wobei das mitunter auch so sein wird, dass einer gegen seine Natur nachgibt und das Thema nie verschwindet.) Ich seh aber auch totschweigen und weitermachen wie bislang, bis das Thema wieder Thema wird.

Ich lese, Du hast die Bilder im Kopf, D bist wütend, und Du redest jeden Tag mit ihm über den Betrug.
Finde ich genauso legitim wie sein Schweigen und "eigenständig Handeln in Form von Fremdgehen".

Aber ich verstehe, dass ihre Haltung "ER ist der Betrüger, ich bin verletzt und das völlig ungerechtfertigt" provoziert. Ich bin Deiner Meinung, dass die Haltung, er sei nicht krank und nur ein bisschen lappenhaft überarbeitet, abwertend ist.

Ich nehme nur an, dass Ihr Euch nicht trennen werdet, sondern irgendwie weiter macht. Irgendeine mehr oder weniger unerträgliche bis irgendwann erträgliche Form einer EheWG.
Glaube ich nicht. Sie hat hier so viel Anregungen bzgl. ihres möglichen Fehlverhaltens in der Vergangenheit bekommen, dass ich mir auch vorstellen könnte, dass sie bei ihrem Willen, an der Beziehung noch zu arbeiten, noch einen Zugang zu einer Lösung sucht, die einen Fortschritt bedeutet. Ich finde, es wird zu schnell erwartet, dass sie ihre möglichen Fehler reflektiert und ihm entgegenkommt. Da sie so lange zusammen sind, würde ich sagen, das Niveau des Fehlverhaltens bzgl. "Sich achten, immer drüber reden, wenn was nicht passt, für den anderen Verständnis haben" ist ungefähr gleich. Von daher sehe ich noch Hoffnung, dass sich auf einem höheren Niveau zusammengerauft werden kann und in Zukunft wirklich mehr geredet wird über das, was einem nicht passt. Was noch nicht heißt, dass man zusammen passt. Da alles bislang totgeschwiegen oder im Tiefschlaf war, muss sich noch zeigen, ob man weiter seinen Weg zusammen gehen will. Aber die Voraussetzung für eine gute Entscheidung diesbzgl. liegt für mich darin, erstmal miteinander reden und vor allem dem anderen ohne "du bist ein Lappen" oder "hier rein, da raus, lass mich in Ruhe" und dergleichen ZUHÖREN zu können. Ich denke, das wird die Ehetherapie bringen. Und NUR das. Die kann auch nicht passend machen, was nicht passt.
 
  • #34
Da ich selber einen Burn-out vor über 10 Jahren hatte, kann ich der FS auch noch einen Tipp geben.

Meine Exfrau hat sich als Primarärztin darum sich gekümmert. Jeden Arzt, denn ich visierte, hat sie vorher erst einmal gedanklich überprüft. Vielleicht hat sie sich auch um meine Gesundheit sich gekümmert, weil ich nie einen Seitensprung hatte. Eventuell auch sehr ungewohnt im 21. Jahrhundert, dass es noch solche Männer gibt.

Als Erstes sollte der Mann zu einem Therapeuten gehen und dann schauen, was er so sagt. Ich war bei 4 Therapeuten, weil die ersten 3 Therapeuten nicht was wahre waren. Der 2. Therapeut war so überzeugt von sich, aber weil dies die Primarärztin anders sah, sagte er nichts mehr.

Und ein Burn-out kommt nicht von heute auf morgen, sondern er kommt über Jahre. Bei mir war es auch die Arbeitszeit von 07:00 – 22.00 h und ein Tag, der kürzer wie 10 Arbeitsstunden dauerte, war eher die Seltenheit. Vielleicht ging auch die Ehe fast 20 Jahre gut, weil man sich nur 1 oder 2 Std. am Tag sah. Vielleicht hatte ich auch keinen Seitensprung, weil mir die Zeit dafür fehlte.

Einen Kampf hatte ich nie, weil ich eines schon viel früher ausklammerte. Möchte eine Frau nicht ins Theater, Oper, Konzerte usw. dann wäre ich schon nach 8 Monaten wieder weg. Kultur war mir mit 20 schon sehr wichtig und auch jetzt mit 56. Vielleicht gehe ich auch mit 75 oder 80 nicht mehr in die Museen
 
  • #35
Ich lese, Du hast die Bilder im Kopf, D bist wütend, und Du redest jeden Tag mit ihm über den Betrug.
Ich stell mir das so vor, dass die TE noch nicht fassen kann, wie ihr Mann sie betrügen konnte. Von ihrer Seite aus gab es weder Grund noch Veranlassung.

Ich würde das Kopfkino so lange realistisch in meinem Kopf ablaufen lassen, bis ich es begriffen hätte. Also wirklich immer wieder vorstellen wie der Mann und seine Affäre sich verabredet, getroffen, geküßt, sich versaute Sachen ins Ohr geflüstert haben, usw. bis ins kleinste Detail. Bis zum Höhepunkt, wie sie danach verschwitzt nebeneinander gelegen haben und er mit seiner Frau telefonierte, während sich die Affäre das Sperma des Mannes abwischt. Sich während des Telefonats verschwörerisch anlächeln und sich über die dumme Kuh am anderen Ende der Strippe kaputtlachen.

Man schaue nur mal in diverse Threads was Ehemänner alles so über ihre Ehefrauen in den Armen der Affärenfrau erzählen🤪

Passiert mir das später mal, wüßte ich wohl genau ich hätte meinen Teil dazu beigetragen, aber nochmal mit dem Mann zu schlafen, der mich betrogen hat, da kommt mir beim Gedanken schon alles hoch, neverever. Der Drop wäre gelutscht, der Ofen aus, Game over.

Eine Ehe WG aus wirtschafltichen Gründen käme für mich nicht Frage, aber wer das will soll es machen, das sind aber Werte die ich nicht teilen muss.
 
  • #36
Es scheitert halt immer wieder an meiner Wut, Verletztheit... Verzeihen kann ich dies eher nicht.
Die Paarberatung ist das falsche Format für Deine Wut und Verletztheit. Dort geht es um euer Paarsein. Deine Wut (die ich sehr heftig finde) und Deine Verletztheit musst Du Dir außerhalb der Paarberatung angucken.
Wenn Dir klar ist, dass Du nicht verzeihen kannst, dann bringt eine Aufrechterhaltung der Ehe nichts, weil das Thema noch in 20 Jahren zwischen euch steht. Ihr werdet euch nur die Nerven ruinieren.

Der Weg ist, herauszufinden, warum Du so wütend bist und nicht verzeihen kannst, warum Du nach einem halben Jahr täglich darauf rumreitest, ohne dass ihr in dem Thema weiterkommt. Gut Letzeres wundert mich in keiner Weise weil es ein total destruktives Vorgehen ist, das zu nichts Gutem führen kann.

Ich bin mit den meisten hier einer Meinung: wäre ich an der Stelle Deines Mannes hättte ich shon längst aufgegeben und diese Ehe beendet. Das hält kein Mensch aus. Vor allen Dingen hält es kein Mensch aus, der liebt und dann so traktiert wird.
Umso mehr bin ich davon überzeugt, dass er ein Pragmatiker ist, dem Deine Wut und deren Ursachen recht egal sind, sodass er Dich mit einem "irgendwann muss es gut sein" abspeist, statt mit Dir zusammen zu gucken, was eigentlich das Problem ist.
Egal ist ihm das Ganze, weil er für Dich keine Empathie hat und diese hat er nicht, weil er Dich nicht liebt.

das ich bei Trennung finanzielle Einbußen hätte, aber ich bin berufstätig und könnte für mich alleine sorgen
Du bist bereit, im Falle einer Trennung solche Unannehmlichkeiten zu akzeptieren, er offensichtlich nicht, sonst wäre er schon weg.

Ich denke, dass ich meinen Mann schon noch liebe, und wir viele Gemeinsamkeiten haben.
Bist Du sicher, dass Du ihn noch liebst? Oder lässt Du Dich durch die noch vorhandenen Gemeinsamkeiten täuschen? Ich habe mit meinem Exmann 2 Jahre eine wunderbare Buddy-Allianz im Alltag geführt, bevor ich mich trennte. Ich konnte die ganze Zeit zwischen guter Alltagspassung mit schönen Erlebnissen und Respekt mit Liebe unterscheide - Letzteres gab es trotz Alltagsharmonie nicht mehr.

Du sprichst sehr abwertend/respektlos von Deinem Mann (was ich berechtigt finde angesichts Deiner Schilderungen). Ich glaube aber nicht, dass man einen Menschen lieben kann, den man nicht respektiert. Und ich glaube, dass Deine Wut genau da her kommt: Du respektierst ihn schon lange nicht mehr und umso wütender macht Dich, dass dieser Typ Dich betrogen hat. Das ist nunmal eine doppelte Kränkung.

ich hatte auch nicht das Bedürfnis auszubrechen.
Er ist ja nicht ausgebrochen. Er hat Dich betrogen und versucht, das zu verheimlichen. Das ist was ganz anderes.
 
  • #37
Dein Mann scheint sehr hartnäckig und leidensfähig zu sein.
Oder ihr Geschwätz berührt ihn nicht wirklicht. Seine Komfortzone (keine Veränderung) ist ihm so liebt, dass der die unbequeme Dauernörgelei dafür erträgt.

Och, das mit der Therapie als Lösung für's Janze...joa...
Regelmäßig gebabbelt und dann klappt wieder alle
Nein, aber wenn man allein seine Gedanken nicht strukturiert bekommt, wie es hier offensichtlich ist, dann kann ein Moderator sehr hilfreich sein, sich selber auf die Schliche zu kommen und seinen Weg zu finden.

Ja die Zeit heißt es, heilt alle Wunden,,,, weiß nicht, ob mir die Zeit hilft.
Die Zeit heilt garnichts. Man muss verstehen, was passiert ist und wie man zukünftig mit dem Ganzen umgeht.
Entscheiden allein reicht nicht - man muss es auch können, sonst wird der runtergeschluckte Groll immer größer.

Wenn mir unsere Beziehung gleichgültig wäre, hätte ich nicht bis jetzt darum gekämpft.
Komm doch nicht immer mit solchen hohlen Frauenzeitungsphrasen. Ein Kampf nur um des kämpfen Willens führt zu nichts, ist sinnlose Anstrengung.
Ein Kampf ist nicht nur anstrengend, er beinhaltet auch das Risiko weitere Verletzungen zu erleiden und zu unterliegen. Wer nicht total verrückt ist, kämpft nur um etwas was es ihm wert ist.
Gib mal echte Inhalte und wenn Du keine hast, dann such sie, statt auf Ergebnisse der Paarberatung zu warten, die diese Dir nicht liefern wird.

Was konkret gibt es, worum Du kämpfen willst - nicht anno dunnemal, sondern jetzt? Und ist das geeignet seine Fremdgehen auszulöschen (ausreichender Gegenwert)? Wenn nicht, wirf die Waffen weg und nimm lieber Baumaterial für was Neues in Deinem Leben.
 
  • #38
OK, ich glaube, dass der FS geht einfach nur darum, von ihrem Mann gehört zu werden. Egal, wie schlecht die Ehe lief, das rechtfertigt kein Fremdgehen, weil man nicht zufällig über die Vagina einer Frau stolpert, sondern bewusst sich dafür entscheidet. Der Mann hat keine Einsicht, dass er was unrechtes getan hat, er rechtfertigt sogar sein Verhalten "die Ehe lief schlecht, die Mami war nicht lieb" und er wünscht sich, dass die FS sich wieder einkriegt und eitel Sonnenschein. So einfach geht es nicht. Der Mann hat FS jahrelang betrogen, weil er vorgegaukelt hat, dass alles in Ordnung ist und er ist glücklich. Die FS ist geschockt, weil sie überlegt, wo der Mann noch gelogen hat und ob ihre Ehe eine einzige Lüge ist. Sie merkt gerade, dass ihre Werte und Vorstellungen überhaupt nicht zu den Werten und Vorstellungen ihres Mannes passen und vielleicht nie gepasst haben und sie fühlt sich um ihre Jahre betrogen, weil für sie ihre Ehe nicht so schlecht war. Ja, sowas kann in der Tat sehr wütend machen.
 
  • #39
Liebe @carefull
mich würde interessieren, was Du denkst, das Deinem Mann gefehlt hat.
Hast Du das Gefühl, er hätte Dich für das Bespaßen in der Beziehung verantwortlich gemacht, das ausblieb, weil Du Dich um die Kinder gekümmert hast und den Haushalt usw.?
Es passiert ja schon mal, dass jemand in eine Beziehung geht und denkt, es passiere von allein, dass die so läuft, dass er sich immer umsorgt und gut unterhalten fühlt, wenn er seinen Beitrag, der materiell greifbar ist, leistet. Dass es auch Unpassungen gibt und BEIDE sich bemühen müssen, dass man ein schönes Beziehungsleben hat, wird nicht gesehen.

Und kann es sein, dass Du nicht das Gefühl hast, Dein Mann würde seinen Seitensprung bereuen, und deswegen keinen Frieden finden kannst?
So, wie Du Deinen Mann beschreibst, hätte ich keinerlei Vertrauen zu ihm. Der Seitensprung kam nur zufällig raus, er hat heimlich wieder Kontakt aufgenommen und erzählt aber Dir, dass es keine Bedeutung hatte. Das passt für mich vorn und hinten nicht.
Und so, wie Du geschrieben hast, dass Du ihn rausgeworfen hast, klingt es für mich, als hättest Du komplett die Hosen an in eurer Beziehung. Auch Deine Äußerungen über seine Nicht-Krankheit und den "Erholungsurlaub Reha" klingen nicht so, als hättest Du Achtung vor ihm.
Gegen Dich hat er vielleicht sowieso nie eine Chance, weil Du ihn niederredest.

Ich sehe ein Paar mit Person A, die quasi alles niederschmettert, und einer Person B, die sich nicht artikulieren kann und auch nicht den A. in der Hose hat, zu einer neuen Liebe zu stehen oder der Tatsache ins Auge zu sehen, dass ein Betrug begangen wurde und das ja wohl falsch ist, und sich um die bestehende Beziehung zu kümmern.
Dominante Leute werden von unterwürfigen Menschen immer hintergangen, weil diese nicht kämpfen können für ihre Belange. Es geht nur zusammen, wenn der Dominante sensibler und achtsamer wird, und wenn der Unterwürfige lernt, angstfrei seine Probleme zu äußern.

Ich könnte mir vorstellen, Du wartest auf ein glaubhaftes Zeichen von ihm, dass er zutiefst bereut und das muss für Dich in einem bestimmten Umfang kommen. Nur einmal sagen, reicht Dir bei weitem nicht. Und genau das könnte aber wieder ein Teil des Problems sein, dass der Mann sich von Dir schon immer untergebuttert gefühlt hat. Also würde er zu Kreuze kriechen gerade da, wo er sich seine Eigenständigkeit und seine Macht als Mann in einer Beziehung selbst demonstrierte - im Seitensprung hinter Deinem Rücken. Vielleicht bin ich auf dem Holzweg, aber es klingt alles nach einem Machtkampf.
 
  • #40
Aber ich verstehe, dass ihre Haltung "ER ist der Betrüger, ich bin verletzt und das völlig ungerechtfertigt" provoziert.
Verstehen kann ich das auch. Es ist aber wenig hilfreich, das ein halbes Jahr lang zu vertreten und täglich zu wiederholen. Er hat einen Fehler gemacht. Das ist nicht mehr zu korrigieren. Ein Umgang mit den Folgen erfordert zwingend ihren Beitrag. Ich will hier überhaupt nicht seinen Beitrag wegdiskutieren oder verniedlichen, aber so sehe ich keinen Ausweg.

Und der Freudsche in Deinem Satz passt auch gut😉

Sie hat vielleicht gebrochen mit dem Ehegelübde, sich immer zu achten usw., er hat mit dem Treuegelübde gebrochen, statt sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Ich halte mittlerweile diese dämlichen „Gelübde“ für einen wesentlichen Teil des Problems. Versprechen, die man nicht halten kann, sollte man nicht geben. Man plappert das vor dem Altar sowieso meist nur vor sich hin. Wenn jeder Fehltritt bei „lieben, ehren und achten“ die Folgen eines Treuebruchs ( unter dem auch wieder jeder was anderes versteht) hätte, würde sowieso keine Ehe mehr bestehen. Alleine schon lebenslange „Liebe“ zu versprechen, ist kompletter Unsinn, aber das klingt natürlich richtig toll. Völlig überhöht und damit ist die Ehe sowieso nicht gültig.

Die FS bricht fortwährend die Versprechen der Achtung und des Ehrens auch in schlechten Tagen. Auch „er hat aber angefangen“ hilft da wenig, das ist kindisch. Der Paartherapeut wird ihr das hoffentlich beibringen.

Das ständige Wiederholen von Wut und Verletztheit hier bringt für mich eigentlich nur den Schluss: Er sollte sie rauswerfen. Entweder sie kommt zur Besinnung und arbeitet ernsthaft mit an der Beziehung oder sie schließt sich dann der „Männer sind sowieso alle böse“ - Fraktion hier im Forum an und verbringt ihr Leben glücklich ohne Mann.

Was sagen eigentlich die erwachsenen Kinder zu dem Theater?
 
  • #41
Hallo void,
Danke für deine Antwort. Ich glaube, du machst dir da ein falsches Bild von uns/ mir. Ich bin nicht der Hausdrachen von Frau, die den Mann unterbuttert. Mein Mann ist ein sehr selbstsicherer und eigenständiger Mensch. Er hat Entscheidungen stets mit sich ausgemacht. Alleingänge von ihm sind bei uns an der Tagesordnung. Es ist eher so, das er mich nicht beachtet und respektiert hat. Meinen Fehler erkenne ich jetzt, Evtl hätte ich viel früher meinen Mund aufmachen sollen. Wenn ich dies aber versuchte, hat er abgewimmelt. So habe ich mich halt weiterhin eingefügt und wenig gesagt/ gemacht für unsere Beziehung.
Ich respektiere meinen Mann und wertschätze ihn auch, er ist aber wirklich nicht krank und hat sich eine Auszeit von der Arbeit genommen. War für mich auch kein Problem. Nur eben was er daraus gemacht hat.
Machtkampf..tja ich weiß nicht... er sagt ja, das er es zutiefst bereut es liegt halt an mir dies annehmen zu können. Und da tue ich mich halt sehr schwer. Ist das ein Machtkampf???
Liebe Grüße carefull
 
  • #42
Ich stimme denen zu, die schreiben das Du Hilfe brauchst.
Alleine kommst Du da nicht raus...aus dem Nichtverzeihen können.

Deine Gefühle sind da und lassen sich nicht wegdiskutieren, Argumente kommen vielleicht im Kopf an aber streichen in Dir nichts.
 
  • #43
Ohne den Rest vollständig gelesen zu haben antworte ich nur auf deine letzte Nachricht

Ich denke dein Mann hat dir bereits am Anfang der Beziehung seine Führung 'schmackhaft ' gemacht durch ein besonders zuvorkommendes und Leben verschönerndes Verhalten. Zumindest war es bei meinem langjährigen Ex so, daß ich sehr hofiert war von ihm. Gemeinsame Entscheidung gab es nach seinen Regeln.

Wichtige große Dinge waren für ihn eigentlich klar seine Sache, als Fan und Fürsprecher wurde ich in alles einbezogen auf nichtssagendem Posten.
Und weil man schnell die Möglichkeit hatte sich in seinem Nest muckelig einzurichten mit den kleinen Kompetenzen die er einem eingestehen wollte hat sich dahingehend natürlich eine ungleiche Partnerschaft entwickelt

Das mit dem Machtkampf kommt dann zum Tragen, wenn dir bewusst ist wie wenig du eigentlich zu sagen hast bei euch. Das ist im kleinen so und in großen auch. Du hast ihn machen lassen und geschluckt. Dinge die ihm unwichtig sind hat er dir überlassen, bei Dingen die für euch beide von Bedeutung sind bekommt er den großen Hebel und du den kleinen, sonst wird es verbal ungemütlich.

Macht man es an der Tat an sich fest was er jetzt sich geleistet hat wärst du nun endlich mal an der Oberhand in der Dominanzkette und du lässt ihn wissen das du diese Macht ausspielen kannst weil DU hast ja nicht...usw.

Ich erkenne viele Anleihen einer destruktiven Problematik bei euch die lange gewachsen ist
 
  • #44
Und der Freudsche in Deinem Satz passt auch gut
Sie hat DAS Gelübde gebrochen. :D

Ich sehe die Lösung des Problems nicht darin, das Gelübde wegzulassen.
Versprechen, die man nicht halten kann, sollte man nicht geben. Man plappert das vor dem Altar sowieso meist nur vor sich hin.
Das wird so sein. Und dann beginnt der Weg und der Kampf (gegen sich selbst) darum. Wer wird schon so bewusst, wie es eigentlich gefordert wird vom Schwur, in eine Ehe gehen. Ernst wird es ja erst, wenn die Schmetterlinge weg sind und die Ehe wirklich gelebt werde muss. Dann ist sie irgendwann auf einem schlechten Niveau und es ergibt sich die Gelegenheit fremdzugehen. Irgendwann muss es "klick" machen, dass man sich nicht gut fühlt in der Ehe und sich was ändern sollte, weil man selbst das, was man "Ehe" nennt, einfach nicht gut ist.
Und wenn es nicht "klick" macht, passiert was Gravierendes als sich schlecht fühlen, woraufhin alles auf den Tisch kommt. Es ist ja nicht selten so, dass Affären bewirken, dass sich endlich mal an diesen Tisch gesetzt und geredet wird.

Und ich stimme Dir zu, wenn sie nicht rauskommt aus dem Loch und weiter nur beschuldigen und nicht verzeihen können sollte, dann sind die Fronten wieder geschlossen. Aber wenn ich ihre Schilderung von diesem Mann lese, hätte ich auch meine Vertrauensprobleme. Einer, der alles mit sich selbst ausmacht und nicht redet - wie soll man hier wissen, was er wirklich fühlt. Ich finde solche Leute extrem schwierig, weil erst in einer neuen Stresssituation das passiert, das beweisen könnte, dass er entweder anders geworden ist oder eben nicht, und das zu "kontrollieren", also zu sehen, ist auch schwer. Ich meine, um die Beziehung offen und mit neuem Mut weiterzuführen, müsste ja ein Beweis da sein, dass der Mann nicht gleich wieder fremdgeht, wenn ihm was mit der Beziehung nicht passt.
 
  • #45
Ich glaube, du machst dir da ein falsches Bild von uns/ mir.
Ok, ich habe nur vermutet. Ich fänd sogar berechtigt, wenn Du dächtest: Ich habe die ganze Zeit den Laden zu Hause am Laufen gehalten und bräuchte selbst mal eine Reha, und er hat sich immer rausgehalten, ist seiner Wege gegangen und macht einfach mal Urlaub, auf dem er auch noch fremdgeht.

Der Punkt für mich ist aber zu sehen, wo Du die Fehler machtest. Du bist ja auch nicht gegangen, obwohl Dir was nicht passte. Also ja, Du hättest früher auch mal reden sollen. Stattdessen hast Du hingenommen und sich den Mist sozusagen "entwickeln lassen". Das ist aber kein Vorwurf, jeder, der wüsste, was zu tun ist in einer Ehe, die nicht gut läuft, würde das ja tun, weil er diesen Zustand auch nicht mag.

Wenn ich dies aber versuchte, hat er abgewimmelt.
Und Du hattest kein Druckmittel und vermutlich nahmst Du es auch nicht so wichtig, sonst hättest Du ihn ja weiter "genervt".

Manche können das auch nicht, sie fühlen sich "bearbeitet", wenn andere mit ihnen reden wollen. Aber ändern werden sie sich auch nicht, es ist nur wichtig, dass wieder Ruhe da ist und sie weiter so machen können wie bislang. Liegt vielleicht auch daran, weil sie noch nicht so weit sind, die Notwendigkeit einer Änderung zu sehen?
Ich halte nichts von Ansagen mit "also wenn sich das jetzt nicht ändert, muss ich gehen". Aber ich glaube, manchmal sind sie unumgänglich. Ihr seid ja nun an diesem Punkt und eigentlich kann man sich fragen: Musste das jetzt erst passieren?

Allerdings ist da ja immer noch der eigene Gedanke, dass man dieses Problem schon irgendwann lösen können wird oder es irgendwie doch gutgehen wird oder man es schafft, es hinzunehmen. Bis irgendwann der Knackpunkt kommt oder der andere den Bogen überspannt, wie es nun bei euch passierte.

Aber das alles setzt voraus, dass es wirklich auf beiden Seiten den Wunsch eines Miteinanders gab. Wenn Dein Mann den nie hatte und sich gleich nach der Ehe dachte, dass er das so nicht wirklich gewollt hat und es daher ohne Eigeninitiative laufen lässt, bis ihm was anderes einfällt (oder, wie auch gern gedacht wird: bis was Besseres vorbeikommt), dann entdeckt er ja wenndann erst jetzt, dass es doch schlimm für ihn wäre, wenn Du weg bist.

Ein Machtkampf wäre z.B., wenn jetzt zwischen euch wäre, wer mehr schuld ist am Zustand. Das würde sich dann ja so äußern, dass einer seine Schuld nicht zugibt und denkt, er hätte immer alles richtig gemacht und wäre immer das Opfer des anderen gewesen.

Ein Machtkampf wäre auch, wenn er sich zu Hause untergebuttert gefühlt hätte von Dir und dann als Rache und als Beweis seiner Autonomität hintenrum sein Ding gemacht hätte, indem er Dich betrügt. So als Ausgleich für sein "Leid unter deiner Knute". Aber anscheinend ist das nicht so, ihr wart schon immer "getrennt", weil er sich gleich rausgenommen hat und seiner Wege ging?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #46
Ich meinte die ungerechtfertigte Verletzung :)

Und mal abgesehen davon: jeder Mensch sollte doch eine Grundeinstellung haben, wie er mit einer Beziehung umgeht und welche "Werte" er damit verbindet. Was ändert sich daran ernsthaft durch ein Eheversprechen, Gelübde oder sonstwas? Kann ich vorher fremdgehen wie ich will, aber wenn ich dann versprochen habe, es nicht zu tun, sieht es ganz anders aus?

Für mich wird die Ehe von vielen vollkommen überfrachtet. Ich sehe das nur noch als rechtlichen Rahmen. Der Rest ist die Beziehung und die muss ich doch auch ohne Heirat so gestalten, dass beide damit zufrieden sind. Sorry, für mich gibt es da keinerlei Unterschied mehr bezogen auf Achtung, Treue, Respekt, Liebe, was auch immer. Vom ersten Tag an und genauso nach der Silberhochzeit.

Die Schilderung des Mannes kann ich nicht beurteilen. Sie ist aber vermutlich subjektiv.
Er steht jetzt jeden Tag unter Rechtfertigungsdruck und doch wird keine Erklärung von ihr akzeptiert werden. Wie auch? Ich sehe keinen vernünftigen Grund, bei dem sie sagen würde "Ach so, dass verstehe ich, dann ist es in Ordnung, wenn Du fremdgehst".

Er hat einen Fehler gemacht. Der ist nun mal da. Er steht jetzt in der Ecke und sie lässt ihn nicht mehr raus.
Wenn sie beim Parken eine Beule ins neue Auto fährt und er ihr dann ewig vorhält "Du hast damals eine Beule ins Auto gefahren", dann lässt sich das ebenso nicht wegdiskutieren.

Meine Sicht hat sich im Laufe des Threads geändert. In jedem Beitrag der FS steht die Endlosschleife ohne Ausweg. Wenn von mir eine Frau nach einem Fehler ein halbes Jahr lang jeden Tag wieder eine Erklärung verlangen würde, würde ich irgendwann auf den Tisch hauen und sie rauswerfen. Fehler machen, Konsequenzen tragen, daraus lernen, weiterleben.
 
  • #47
Mein Mann..... hat Entscheidungen stets mit sich ausgemacht. Alleingänge von ihm sind bei uns an der Tagesordnung. Es ist eher so, das er mich nicht beachtet und respektiert hat. Meinen Fehler erkenne ich jetzt, Evtl hätte ich viel früher meinen Mund aufmachen sollen. Wenn ich dies aber versuchte, hat er abgewimmelt.
Denk mal scharf nach, was Da bei euch passiert und auch weiterhin passiert: Dein Mann einmal mehr einen Alleingang gemacht und Dich und Deine Wünsche missachtet.
Wie Du selber festgestellt hast, was es in der Vergangenheit total egal, ob Du den Mund aufgemacht hast oder nicht - Du wurdest abgebügelt. Deine Meinung ist ihm total egal und genauso läuft es auch jetzt im Zusammenhang mit seinem Fremdgehen: es interessiert ihn nicht im geringsten, wie es Dir damit geht. Er fährt Dir über den Mund und will das unliebsame Thema weghaben.

Woher soll er angesichts Deiner jahrzehntelangen Duldung des gleichen Verhaltens in allen anderen Belangen nun ahnen, dass es dieses mal so anders ist, wenn er Dich nicht beachtet und sein Ding macht? Sorry, aber Du kannst nicht erwarten, dass er für Deine Wut das geringste Verständnis hat.

Mein Mann ist ein sehr selbstsicherer und eigenständiger Mensch..... Ich respektiere meinen Mann und wertschätze ihn auch
Auch hier machst Du Dir was vor und irgendwas in Dir rebelliert dagegen.
Dein Mann ist kein "sehr selbstsicherer, eigenständiger Mensch", denn der löst seine Probleme statt sich ins krankfeiern und in den Zusatzurlaub Reha zu retten, wenn er merkt, dass sein Beruf ihm nicht gut tut und ihn überfordert. Du billigst das zwar weil es dDch nicht beeinträchtigt, aber Du siehst es und das reduziert Deinen Respekt vor ihm gewaltig.
Es war nur so lange kein Problem für Dich, wie er nicht fremdging. Das Fremdgehen hat auch Deine Wertschätzung für ihn reduziert: ein Lappen, der mit einer anderen Frau sofort ins Bett springt, wenn sie ihm nur ein bischen Aufmerksamkeit schenkt.

Du wirst niemals voran kommen in dem ganzen Thema, wenn Du nicht bereit bist, auch Deine dunklen Seiten genauso durch ein Brennglas anzugucken wie seinen Fehltritt:
- den mit der Zeit verloren gegangenen Respekt und die Gründe dafür
- Deine Bequemlichkeit, sich nicht auseinandersetzen zu wollen in all den Jahren.

Ich weiß das so gut, weil ich das alles durch habe, nach genauso langer Ehe. Stellst du Dich dem nicht, geht es so weiter. Ihr seid beide darin sehr geübt.
Red Dir nichts von gegenseitiger Liebe ein. Liebende gehen so miteinander nicht um. Auch das sollte Dir klar sein, wenn Du Dir Deine Beiträge anguckst.
 
  • #48
Er hat einen Fehler gemacht. Der ist nun mal da.
Richtig, er hat einen Fehler gemacht und er macht weiter wie vorher: sein Ding, bügelt sie ab etc. Damit ist doch klar, dass er diesen und andere Fehler beliebig oft wiederholt. Darum beißt sich sich daran so fest.

Wer beim ersten mal Geschmack am fremdgehen gefunden hat, der geht meistens wieder fremd. Warum sollte er auch nicht, denn es ist erkennbar, das in seinem Umgang mit einem Problem keine Veränderung liegt?
Er macht ein bisschen Honeymoon, mal einen Kuchen essen gehen, mal eine Radtour, bisschen substanzloses Geschwätz von neu erwachter Liebe oder was auch immer, um sie zu befrieden. Ansonsten ist alles unverändert.

Da passiert auf beiden Seiten nichts in Sachen Verständnis, Respekt füreinander, wertschätzender Umgang miteinander. Und es liegt an beiden, dass sich nichts an ihrer Vorwurfshaltung ändert.
Beziehung heißt: man hat etwas miteinander zu tun, man bezieht sich aufeinander. Die FS bezieht ihre starre unversöhnliche Haltung auf seine seit Jahrzehnten und auch jetzt gleiche unveränderte Egomanie und seinen respektlosen, desinteressierten Umgang.

Sie hat es so lange hingenommen, wie es ihr ein bequemes Leben sicherte, dass sie wollte. Das ist nun aus den Fugen geraten: die neue Frau ist eine existenzielle Bedrohung ihrer Bequemlichkeit, die Dritte, die die ausgewogene Balance gefährdet.

Nun sind die Kinder groß, sie braucht ihn nicht mehr so. Sie ist bereit wirtschaftlich downzusizen. Sie kann sich leisten auf den Putz zu hauen und das tut sie.
Es ist aber abgesehen vom Nervfaktor abgesehen ein total stumpfes Schwert, dass sie führt. Es interessiert ihn so wenig wie ein Mückenstich, er sitzt es aus. Sein Verhalten zeitg, dass er erwartet, dass es über kurz oder lang so läuuft wie zuvor und er nichts ändern muss.

würde ich irgendwann auf den Tisch hauen und sie rauswerfen.
Ach diese GroßMannsSucht. Als könntest Du nach 26-jähriger Ehe einfach so die Ehefrau rauswerfen.
Wenn Du es nicht mehr ertragen wolltest, müsstest Du möglicherweise Dich selber bewegen und gehen, um Deine Ruhe zu bekommen.

Was sagen eigentlich die erwachsenen Kinder zu dem Theater?
Das interessiert sie im Zweifelsfall erst, wenn das Erbe durch Scheidung geschmälert wird.
Darüber hinaus: hängt davon ab ob Söhne oder Töchter.
Wieder aus meiner Erfahrung: ich hatte Null Respekt mehr vor meinem Vater, als ich erfahren habe, das er fremdging. Er war für mich nur noch ein armseliges, verlogenes, schwanzgesteuertes Würstchen, das versuchte sich aufzublasen und vor anderen den großen Max zu machen mit der hohen Moral.
 
  • #49
Mein Mann ist ein sehr selbstsicherer und eigenständiger Mensch. Er hat Entscheidungen stets mit sich ausgemacht.
Und wie soll das Forum dies ändern?
Er macht ja seine Entscheidungen mit sich selber aus und nicht mit der FS oder den anderen Foristen.

Dann würde ich den Spieß einfach umdrehen und der FS empfehlen auch ein paar Seitensprünge zu haben. Entweder ist der Mann so selbstbewusst und akzeptier dies, was sich mir nicht vorstellen kann. Vielleicht hat dann die FS eine offene Beziehung und schon sind beide Seiten schon glücklich und zufrieden.

Egal was jetzt hier manche schreiben, wird sich der Mann niemals ändern. Jetzt hat er einen Seitensprung und im Dezember wieder einen. Weihnachten steht ja vor der Tür und dann möchte der Mann auch ein sexuelles Weihnachtsgeschenk abseits der FS.
 
  • #50
Richtig, er hat einen Fehler gemacht und er macht weiter wie vorher: sein Ding, bügelt sie ab etc.
Wer beim ersten mal Geschmack am fremdgehen gefunden hat, der geht meistens wieder fremd. Warum sollte er auch nicht, denn es ist erkennbar, das in seinem Umgang mit einem Problem keine Veränderung liegt?
Wissen wir nicht. Ich kann die Kommunikation der beiden nicht real betrachten. Gestört ist sie in jedem Fall. "Ich bin wütend und kann das nicht verzeihen" ist ein verständlicher, aber blockierender Standpunkt.

Und "Einmal Fremdgeher - immer Fremdgeher" ist ebenfalls Spekulation. Kann sein, dass er seit 20 Jahren fremdgeht und sie es jetzt gemerkt hat, kann sein, nie wieder. Wenn das Vertrauen nicht wieder kommt ist die Ehe am Ende.

Da passiert auf beiden Seiten nichts in Sachen Verständnis, Respekt füreinander, wertschätzender Umgang miteinander. Und es liegt an beiden, dass sich nichts an ihrer Vorwurfshaltung ändert.
Vermute ich auch, ist aber Spekulation. Beide hatten sich arrangiert, das Arrangement ist jetzt in Gefahr. Auch für beide. Die Frage ist, wie beide das bewerten. Arrangement geht jetzt irgendwie nicht mehr.

Ach diese GroßMannsSucht. Als könntest Du nach 26-jähriger Ehe einfach so die Ehefrau rauswerfen.
Hat sie am Anfang ja genauso gemacht. Großfrausucht? Egal, wie man es bezeichnet, wenn sich nicht beide an der Reparatur der Ehe beteiligen bzw. beteiligen können, war es das. Wer zuerst die Nase voll hat, wirft die Brocken hin.
Was ich im Kern meine: nicht nur die FS ist unzufrieden.

Wieder aus meiner Erfahrung: ich hatte Null Respekt mehr vor meinem Vater, als ich erfahren habe, das er fremdging.
Ich habe mich nach einer spontanen "Neutralphase" auch erstmal auf eine Seite geschlagen. Jahrelang mit Kontaktabbruch und allem Drum und Dran. Dann habe ich gemerkt, dass es zwei Seiten gibt. Hier auch. Wir lesen nur eine.
 
  • #51
Ist die Wut "nur" wegen des Fremdgehens?
Oder ist er, wie oben beschrieben, hingegangen und hat das noch oben auf gewagt?

Ich habe vor Jahrzehnten meiner Mutter gesagt, sie kann ihrem (ex) Mann den Betrug verzeihen aber ich würd's dann ausziehen.
Nicht wegen des Betrugs, sondern weil er Zuhause der Patriarch war, mit ewig erhobenen Zeigefinger und damit muss er mir jetzt nicht mehr kommen
Sozusagen: alles für ihn, wenig für uns aber damit hat er sich "zu viel " raus genommen.

Wie es vorher war wollte niemand mehr und den Knall zum Aufwachen um zu überlegen: will ich das, den hat er selbst gezündet

Denn wenn noch weitere 6 Monate auf dem Fremdgehen rumgehackt wird, ist er eh weg.
Und dann mit Vorwürfen gen die FS

Ganz bleiben lassen
Ganz neu mit neuen "Regeln"

So bringt es auf Dauer jeden Fall nichts
 
  • #52
Carefull,

Es wird so nichts.
Ich lese, er ist schuld.
Er ist dominant. Er redet nicht. Er entscheidet ohne Dich. Er ist ein Schauspieler. Er macht auf krank. Er hat Dich betrogen, betrogen, betrogen!!!

Eure Kommunikation ist seit Jahren inexistent. Du hast Dich arrangiert, er sich.
Für Dich war es ok. Bis zum offensichtlichen Bruch.
In den neueren Posts bist Du inzwischen zum mehrfachen Opfer. Erst der Betrug. Seit Jahren aber unterdrückt.

Es gibt keine Einsicht, keine Reflexion. Nur Schuldzuweisung.
Du willst vom Forum nur Mitgefühl und Bestätigung. Der böse Mann. Bekommst Du von einigen.

Es rettet Deine Ehe nicht. Die war schon verloren vor der Affäre.
Ich gönne sie ihm von Herzen. Das war für ihn Entspannung, Erholung.
Ich wünsche ihm die Kraft für einen Neuanfang. Ohne Dich.
Du zankst seit 6 Monaten herum. Nennst es kämpfen um die Beziehung. Es ist Vergeltung, Strafe. Du willst keinen Neuanfang.

Bitte beachten, viele Menschen haben massiv Probleme, sich einzugestehen psychisch erschöpft zu sein. Psychisch erkrankt zu sein. Weil sie wie hier als Drückeberger verurteilt werden.
Es steht NIEMANDEM zu, den Leidensdruck eines Patienten zu bewerten, in Frage zu stellen, vor allem keinen Laien.

Lass es gut sein. Ich halte eine Paartherapie nicht für sinnvoll. Dazu fehlt zuviel auf Deiner Seite.

M, 55
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #53
Ich gönne sie ihm von Herzen. Das war für ihn Entspannung, Erholung.
Das Persönlichwerden und Parteiergreifen für ihn Deinerseits klingt für mich aber eher danach, als ob in Deinen Augen SIE jetzt an allem schuld sein soll, weil sie die böse nervige Frau war. Er hat sie damit betrogen, und soll das Gönnen jetzt heißen, dass er das richtig gemacht hat, weil er jahrelang Opfer einer Frau mit unglaublich schlimmem Verhalten war? Er hätte auch eher Schlussmachen können mit der Beziehung, wenn er sie nicht gewollt hat.
Und sie darf sich nun nicht als Opfer seines Verhaltens fühlen, das ja anscheinend unter Nicht-Reden, Alleingängen und möglicherweise "mach du das mit den Kindern und dem Haushalt" bestand?
Er kann, weil er so ausgelaugt war von seiner Beziehung eine Affäre starten, aber sie nicht mal eine Ladung Bestätigung und Mitleid vom Forum kriegen wollen. Gut, es hilft ihr nicht, ihre Fehler zu erkennen, aber die Affäre half ja wohl auch nicht, obwohl er die Ehe noch zu wollen scheint. Er hätte sich ja mal ans Forum wenden können, Mitgefühl und Rat wollen können, wäre mE besser als Fremdgehen gewesen.

Ich habe schon den Eindruck, ihr liegt mehr daran, ihm verzeihen zu wollen, als ihm daran lag, die Beziehung wieder hinzukriegen, wenn er nach der Affäre noch mal Kontakt zu dieser Frau suchte.

Niemand hat Betrug verdient.

Es ist zwar erklärlich, warum er passiert, aber dieses Verhalten gutzuheißen, weil die Frau so furchtbar sein soll, kann es mE nicht sein. Männer sind keine "Eheopfer schrecklicher Frauen". Der Mann war auch in der Ehe geblieben, also wird die Frau ihm schon irgendwo mehr genutzt als ihn genervt haben.
 
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  • #54
Es wird so nichts.
Ich lese, er ist schuld.
Er ist dominant. Er redet nicht. Er entscheidet ohne Dich. Er ist ein Schauspieler. Er macht auf krank.
Das ist hier doch eher normal. Man liest nur immer die eine Seite. Für mich wäre es auch schön, wenn man die andere Seite lesen würde. Dann würde man auch über die Fehler der FS etwas erfahren.

Wenn der Mann wirklich so schrecklich ist, dann frage ich mich, warum die FS sich nicht schon früher getrennt hat. Ich würde niemals mit einer Frau, die so schrecklich ist, über 20 Jahre verheiratet sein.

Vielleicht ist auch eine Trennung für beide Seiten die beste Lösung. Wenn die FS getrennt ist, dann wird sie nicht mehr betrogen.

BTW:
Wenn er auf krank macht, dann sollten die FS den Arzt anzeigen, der dies bestätigt hat. Naja, viel Spaß bei der Ärztekammer.
 
  • #55
Das muss wirklich freudsch gewesen sein, ich habe es ja nicht mal beim zweiten Blick erkannt und kann mir auch nicht erklären, was ich da im Kopf hatte.

Und mal abgesehen davon: jeder Mensch sollte doch eine Grundeinstellung haben, wie er mit einer Beziehung umgeht und welche "Werte" er damit verbindet. Was ändert sich daran ernsthaft durch ein Eheversprechen, Gelübde oder sonstwas?
Nüscht, aber da wird es mal laut ausgesprochen. Ich sehe das wie Du im ersten Satz dieses Zitats, und ich bin sicher, viele lernen das wenn überhaupt erst mit harten Krisen IN ihrer Beziehung. Das geht vermutlich auch gar nicht, einem Menschen das vor seiner ersten ernsten Beziehung zu vermitteln, weil man aus dem Kindheitszustand "die Welt dreht sich nur um mich" kommt. Und auf einmal geht das nicht mehr. Mal ganz abgesehen von den vielen Menschen, die irgendwas aus der Kindheit nachholen wie "Vertrauen finden zu einem Partner", also geliebten Menschen und Menschen von dem man Liebe erwartet.

Sorry, für mich gibt es da keinerlei Unterschied mehr bezogen auf Achtung, Treue, Respekt, Liebe, was auch immer.
Wieso "sorry". Ich sehe das ganz genauso, und wer nicht drüber nachdenken WILL, wie er sich zu Menschen verhält, macht das auch nicht NACH der Eheschließung.

Wie gesagt, mir geht es nur darum, dass sie das schon mal gehört und laut ausgesprochen hatten, dass sie einander achten usw. wollen. Also wenn man die Zeremonie ernstnimmt und sie einem auch wichtig ist, weil man damit irgendwas anderes sieht als bei Nicht-Ehe-Beziehungen, dann könnte da mehr Engagement kommen als vorher in losen Beziehungen, wo ihnen "den/die will ich heiraten" nicht eingefallen war. Also sie haben einen Wertemaßstab für Partner im Kopf "würde ich heiraten, würde ich NICHT heiraten". Deswegen wird es bei ihnen anders sein als bei uns, die eine Nicht-Ehe-Beziehung genauso ernstnehmen.

Es gab hier im Forum auch schon oft Beiträge, die davon sprachen, dass eine Ehe und das, was man sich versprochen hat, ganz anders wiegen, als eine Nicht-Ehe-Beziehung. In guten wie in schlechten Tagen usw.. Von daher denke ich schon, dass manche Leute das anders sehen als "lose Beziehungen" und sich, weil der Partner mal "ja" zu ihnen sagte und auch dieses Gelübde abgab, mehr engagieren, weil sie denken, dem Partner bedeutet es genausoviel wie ihnen, sonst wäre er die Ehe ja nicht eingegangen.
 
  • #56
Es gibt keine Einsicht, keine Reflexion. Nur Schuldzuweisung.
Du willst vom Forum nur Mitgefühl und Bestätigung. Der böse Mann. Bekommst Du von einigen.
Es rettet Deine Ehe nicht. Die war schon verloren vor der Affäre.
Genauso sehe ich das auch, ich habe es oben (#31) schon einmal geschrieben. Je mehr ich von dir, @carefull, lese, umso mehr wünsche ich deinem Mann, dass er den Absprung wagt.

Du hinterfragst absolut nichts in deinem eigenen Verhalten. Du willst nicht wissen, warum dein Mann ausgebrochen (wortwörtlich) ist, warum er ein zweites Mal die Kontaktaufnahme zu der Frau, mit der er unbefangen fröhlich sein konnte, gesucht hat: er hält dein vorwurfsvolles Gesicht nicht mehr aus! Ein halbes Jahr schon, ich bitte dich!!

Ihr seid beide Anfang 50. Willst du den Rest deines Lebens verbittert durch die Gegend laufen? Das macht hässliche Falten, irgendwann wenden sich die noch verbliebenen Freunde von dir ab, weil sie deine Vorwürfe nicht mehr hören wollen. Und du wirst nicht locker lassen, bis dein Mann ganz klein ist. Uff, DAS stelle ich mir wirklich schlimm vor!
 
  • #57
Männer sind keine "Eheopfer schrecklicher Frauen". Der Mann war auch in der Ehe geblieben, also wird die Frau ihm schon irgendwo mehr genutzt als ihn genervt haben.
Männer haben diesbezüglich leider viel zu oft eine Art Dienst-Ethos. Sie erhalten Verbindungen aufrecht, die ihnen nicht gut tun. Mehr gesunder Egoismus ist nötig. In so fern ist es schon richtig, dass er sich schließlich eine andere Frau gegönnt hat.

Das Paradoxon ist für mich auch in noch viel größerem Maß, dass er nun zu ihr in diese defizitäre Ehe zurück will, als dass er all die Jahre in dieser Ehe - offenbar auch noch treu - geblieben war.
 
  • #58
Er hätte auch eher Schlussmachen können mit der Beziehung, wenn er sie nicht gewollt hat.
Es ging doch nicht darum »Schluss zu machen«, liebe Void. BEIDE Eheleute hatten keinen (oder nur einen sehr dünnen) Draht mehr zueinander, sie redeten nicht miteinander, er schien alles, ohne Rücksprache zu bestimmen (das behaupten im Übrigen viele Partner voneinander; dabei konnte @carefull ja mal rechtzeitig Einspruch erheben).

Die Ehe war vor der Kur - über deren Sinn es uns nicht zusteht, zu urteilen - schon tot. Da wundert es doch nicht, dass einer von den beiden (ja, es hätte auch die Frau sein können!) auf den vorbeifahrenden, mehr versprechenden Zug aufspringt. Für eine kurze, wachrüttelnde Strecke.

An's Schlussmachen denkt man in der Regel erst, nachdem man selbst erkannt hat, dass es so nicht weitergeht. Soweit waren vor der Kur offensichtlich beide Partner noch nicht.
Unterwegs hat dann der Mann mal seinen nackten Fuß kurz ins Wasser gehalten, um die Temperatur zu überprüfen. Wieder daheim, zweifelte er, ob eine Trennung wirklich sein MUSS. Er versucht es mit der gemeinsamen Therapie ... die nicht gelingen kann, wenn nicht beide ernsthaft mitmachen.

@Aries schiebt nicht der FS alle Schuld zu (böse, nervige Frau), er bemängelt, dass sie nicht bereit ist, auch ihren Anteil am Scheitern der Beziehung unter die Lupe zu nehmen. Denn ohne Bereitschaft zu verzeihen, und das auf BEIDEN Seiten, wird es nichts mehr. DAS muss die FS begreifen!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #59
Männer haben diesbezüglich leider viel zu oft eine Art Dienst-Ethos. Sie erhalten Verbindungen aufrecht, die ihnen nicht gut tun. Mehr gesunder Egoismus ist nötig. In so fern ist es schon richtig, dass er sich schließlich eine andere Frau gegönnt hat.
Frauen geht es doch genauso, dass sie einen Dienst-Ethos haben.

NIEMAND ist für mich Opfer einer Beziehung, wenn er nicht gezwungen wird, in ihr zu bleiben wie die Frauen in Ländern, die echte Nachteile bei einer Scheidung haben oder sich gar nicht scheiden lassen können. Aber Männer der westlichen Welt doch schon überhaupt nicht.

Man kommt genau gar nicht weiter, wenn man das Problem auf Geschlechter bezieht und einen Geschlechterkampf draus macht.
Es sind Probleme zweier Menschen, der eine tut dies falsch, der andere das. Und beide haben Angst, aus der Beziehung zu gehen, beide kümmern sich nicht darum, beide passen nicht zueinander und erkennen das nicht. Das kann einfach nicht heißen, der eine macht es richtig, wenn er das falsche Verhalten des anderen mit eigenem falschen Verhalten rächt oder sich hier "Ausgleich" verschaffen will.

Diese Haltung, der Mann hätte gut daran getan, sich die Affäre zu gönnen, entlastet ihn von der Schuld, die er an der schlechten Beziehung hat oder daran, nicht gegangen zu sein. Es ist keine Leistung von ihm der Frau zuliebe, in der Beziehung geblieben zu sein, so dass ihm jetzt die Affäre und die damit verbundene Verletzung der Frau zu gönnen sei, und ihr damit zu sagen, sie hätte es ja nicht anders verdient.

Es ist nicht ALLEIN die Frau verantwortlich dafür, wenn eine Beziehung schlecht ist. Schon gar nicht ist sie verantwortlich dafür, dass ein Mann in einer Beziehung bleibt, wenn er unglücklich ist.
Das ist genau das, was ich so oft sehe: Die Muttifrau hat sich nicht um die Beziehung so gekümmert, dass der Sohnemann sich glücklich fühlen konnte. Weggehen konnte er nicht, die Beziehung verbessern konnte er nicht, weil ...??? also muss er sich in der schlechten Beziehung verbleibend falsch verhalten, eine andere Möglichkeit hat dieses Opfer ja nicht? Es ist ein Mann, kein Kleinkind.

Jeder Mensch, ob Mann, Frau, andere, der in einer Beziehung bleibt aus emotionaler Abhängigkeit oder Angst vor irgendwas, vor dem er objektiv gesehen keine Angst haben müsste, setzt seine Lebenszeit selbst in den Sand. Als Erwachsener ist man nunmal selbst verantwortlich für sein Handeln. Und das bleibt falsch, wenn es falsch ist. Auch bei Männern mit Ehefrau, die sie nervig finden.
 
  • #60
@Aries schiebt nicht der FS alle Schuld zu (böse, nervige Frau), er bemängelt, dass sie nicht bereit ist, auch ihren Anteil am Scheitern der Beziehung unter die Lupe zu nehmen.
Ja, das tut sie nicht, kann es anscheinend auch nicht sehen, und ich bemängel auch das. Aber ich würde nie schreiben, dass ich dem Mann sein Fehlverhalten von Herzen gönne, als hätte sie es verdient, aufgrund ihres Fehlverhaltens betrogen worden zu sein. Als hätte sie ein Mensch mit besserem Verhalten sein müssen, damit ER sich nicht falsch verhält.
Diese Einstellung schiebt doch ihr zu, dass sie es verursacht hätte, was ihr passiert ist. Nein, hat sie nicht. BEIDE haben es gegen die Wand gefahren und sich falsch verhalten.

Sie nehmen sich beide nichts, wenn sie in der schlechten Beziehung geblieben sind, weil sie zu viel Angst hatten, sich wieder zu trennen und sich weder um sich und ihre schlechten Gefühle in der Beziehung gekümmert haben noch um die Beziehung.

Ich muss es noch mal schreiben: Der Mann hätte sich trennen können und dann frei von seiner "abgrundschrecklichen" Ehefrau andere nettere Frauen daten. DAS wäre das richtige Verhalten gewesen. Was er tat, war falsch, egal, was sie vorher gemacht hat.
Ansonsten kann man sein eigenes falsches Verhalten jeglicher Art entschuldigen und rechtfertigen, weil der andere ja so schlimm ist.

Ich sehe das wie Du, BEIDE Seiten müssen aufeinanderzugehen und neu anfangen und die FS hängt anscheinend fest in "ich bin das Opfer, er ist der böse". So kann das auch nicht sein.
Aber das macht den Mann noch lange nicht besser oder zum Opfer, dass man einen Betrug gutheißen könnte. Noch dazu in dem Verdacht und der Unterstellung, dass die FS schon immer eine schreckliche Person gewesen sein muss als Partnerin.