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  • #1

Seitensprung auf Reha und jetzt?

Hallo,
Bis jetzt war ich nur stille Mitleserin. Heute möchte ich mich mit meinem Problem an euch wenden.
Ich bin w,50 uns seit 26 Jahren mit meinem Mann zusammen. Davon 21Jahre verheiratet.
Wir haben 2 Kinder 25/21 Jahre. Beide wohnen nicht mehr zuhause.
Mein Mann war im Frühjahr zur Reha für 5 Wochen. Er ist nicht ausschlaggebend aus gesundheitlichen Problemen dorthin gefahren , sondern sah es eher als Auszeit von seiner Arbeit. Er fühlte sich etwas ausgebrannt wegen dem Stress bei der Arbeit.
Dort hat er mit einer älteren Frau eine Affäire begonnen. Diese dauerte ca 14 Tage.
Er hat sich fast täglich bei mir gemeldet. Ich hatte ihn auch dort für ein Wochenende besucht. Ich habe dies zuhause auch gespürt, das etwas nicht stimmt.
Unsere Ehe hatte Höhen und Tiefen, es ist nicht mehr so optimal gelaufen, wie es sollte. Es wurde aber von uns beiden nicht angesprochen, sondern jeder machte für sich so weiter.
Trotzdem, denke ich hätte er vorher mit mir sprechen sollen. Von Trennung war vorher nie die Rede.
Er hat mir diesen Seitensprung nicht gebeichtet, sondern es kam alles durch eine Nachricht per Handy auf. Daraufhin habe ich an seinem Computer Bilder und Videos von den beiden gefunden.
Für mich brach daraufhin eine Welt zusammen. Ich warf ihn erstmal raus. Er zog dann kurze Zeit zu seiner Mutter. In dieser Zeit, näherten wir uns wider und führten ehrliche Gespräche. Für meinen Mann war dies angeblich nur eine unbedeutende Affaire, er würde von der Frau umworben und dies tat ihm gut. Es war für ihn auch klar, das dies vorbei ist, wenn er heimfährt. Er war der Meinung das kommt eh nicht auf und es hatte keine große Bedeutung für ihn.
Doch nach ca. 4 Wochen hat er heimlich Kontakt zu ihr aufgenommen, wo ich dachte, wir sind auf einen guten Weg, dies zu verarbeiten.
Für mich brach wieder alles zusammen.
Viele und lange Gespräche folgten.
Nun ist einige Zeit vergangen, und mein Mann sagt, Es besteht nun kein Kontakt mehr und er möchte dies auch nicht mehr. Er möchte alles vergessen und einen Neubeginn für uns. Ich denke auch, das er dies ehrlich möchte. Wir verbringen viel Zeit miteinander und lieben uns auch. Gespräche führen wir fast täglich über diesen Betrug.
Mir geht es dabei immer wieder mal schlecht. Ich kann diese Bilder nicht vergessen, und auch der bewusste Betrug macht mich fertig. Ich weiß nicht, wie ich dies verarbeiten soll.
Wir haben, auf seine Initiative eine Onlineberatung angefangen( Termin vor Ort momentan nicht verfügbar)
Immer wieder stelle ich mir die Frage, ob eine Trennung, evtl. auf Zeit, besser für uns wäre. Meine Gedanken kreisen täglich, seit ca halben Jahr, nur noch im diesen Betrug.
Meinen Mann liebe ich immer noch, und auch er liebt mich nach wie vor.
Würde mich freuen, wenn ich Anregungen von euch bekommen würde. Vielleicht hat jemand ähnliches durchgemacht.
Vielen Dank fürs Lesen
 
  • #2
Hallo carefull,
ich kann Dir nur schreiben was ich tun würde bzw. ein paar Denkanstöße geben.

Bist Du sicher das Du Ihn noch liebst? Denke mal darüber nach, ob es nicht die Gewohnheit ist, die Dich hält. Oder die Unsicherheit, die eigene Komfortzone verlassen zu müssen?

Ich möchte nicht mit einem Mann Zusammensein der fremd gegangen ist. Für mich bedeutet das, dass er mich nicht mehr liebt!
Mein vertrauen wäre dahin. Ich müsste auch ständig daran denken, so wie Du.
Strengt es Dich nicht an, seit einem halben Jahr den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen?
Meine Selbstliebe hätte schon längt STOPP zu dieser Beziehung gesagt.
Auch Sex möchte ich nicht mehr mit einem Mann, der sich anderweitig vergnügt hat, obwohl er mich angeblich liebt!

Ich wünsche Dir viel Kraft.... Du bist erst 50 und kannst auf jeden Fall nochmal neu durchstarten :)


w/52
 
  • #3
Meine Meinung (die ich hier schon mal woanders geschrieben habe, und nein, ich selbst bin keine Fremdgängerin, mein Partner auch nicht):

Wenn mein Partner fremdgeht, es verheimlicht, ich es herausfinde, er sich dann ehrlich entschuldigt und meint, er liebe mich noch, aber wir hätten in letzter Zeit nur noch so wenig miteinander gemacht und die Frau habe ihm die Aufmerksamkeit gegeben, die er sich von mir gewünscht hatte, und verheimlicht habe er es aus Scham und weil er mich nicht verletzen wollte, dann würde ich, wenn ich ihn liebe und er mich auch noch immer liebt, doch nicht gleich die ganze Beziehung deswegen beenden, sondern darüber sprechen und gemeinsam was verändern. Ich habe das Gefühl, viele haben ein sehr ausgeprägtes, leicht egoistisches Besitzdenken. Wenn mein Partner fremdgeht, gehe ich davon aus, dass er gute Gründe dafür hat. Und weil ich ihn als vernünftigen Menschen kenne und respektiere und zu nichts zwinge, was er nicht will, könnte ich so ein Fremdgehen bestimmt auch verstehen und verzeihen, zusammen bleiben oder sich in Frieden trennen und befreundet bleiben. Es macht ja nicht automatisch zu einem schlechten Menschen und alles andere Gute schlecht, oder?

Ich verstehe, dass er mit dieser Aktion dein Vertrauen verletzt hat, aber wenn er sich doch entschuldigt und es für ihn keine weitere Bedeutung hat, er dich noch immer liebt? Menschen machen halt manchmal Fehler und blöde Sachen. Andere Dummheiten hast du ihm in all den Jahren doch bestimmt auch verziehen, oder? Nur im Bereich Sexualität wird immer gleich eine riesigen Grundsatz-Diskussion draus gemacht und gleich die ganze Beziehung in Frage gestellt. Aber eure Beziehung besteht doch nicht nur aus Sex, oder? Ja, vielleicht war es dumm und unnötig, aber wenn er nach so vielen Jahren mal was Neues probieren wollte, dann aber selbst festgestellt hat, dass es nicht so toll war, und ja anscheinend auch nie die Beziehung und Liebe zu dir grundsätzlich hinterfragt hat, finde ich das doch irgendwie auch nachvollziehbar und verzeihlich. Überlegt euch, was in eurer Beziehung fehlt, dass er überhaupt auf solche Ideen kommt. Wegschmeißen würde ich deswegen nicht alles. Es sei denn, es gibt noch andere Probleme und du selbst bist sowieso seit längerem schon unzufrieden.
 
  • #4
Für mich ist der springende Punkt, dass er nach der Kur von sich aus den Kontakt wieder gesucht hat.
Damit wäre mein Vertrauen restlos dahin, dass es sich nicht bei Gelegenheit wiederholt.
Ich würde nicht ständig darüber nachdenken wollen, misstrauisch sein wollen. Der Master hat Recht: das ist kein Gefühl mit dem ich dauerhaft leben wollte.
Du kannst nun überlegen, ob du den Sex mit ihm 'freigeben' kannst und willst. Andernfalls bliebe mMn nur die Trennung. Das Vertrauen könnte ich nicht wiedererlangen.
 
  • #5
Liebe FS,

wichtig ist, das Problem zu erkennen und das Problem liegt hier:
Mein Mann war im Frühjahr zur Reha für 5 Wochen. Er ist nicht ausschlaggebend aus gesundheitlichen Problemen dorthin gefahren , sondern sah es eher als Auszeit von seiner Arbeit. .
und hier:
Dort hat er mit einer älteren Frau eine Affäire begonnen.... Er hat mir diesen Seitensprung nicht gebeichtet...... er würde von der Frau umworben und dies tat ihm gut.
Dein Mann ist eine träge Masse, der Probleme nicht dort löst wo sie sind (auf der Arbeit, in der Ehe), sondern der gern den bequemen Weg geht und rumtrotzt wie ein Kleinkind. Läuft es auf der Arbeit nicht, geht er in "trotziger Rache" bei bester Gesundheit zur Kur.
Und wweil er zwar eiin erwachsener Mann ist, der aber seine Probleme selber nicht lösen kann, kränkt ihn das zutiefst under sucht einen Umweg, um sein Ego zu pimpen und seine seele streicheln zu lassen - eine andere frau, die ihn liebt wie Mutti, ohne dasser dazu was beitragen muss.

Dazu passt auch, dass er lügt/verheimlicht, sich infantil durchschlawinert und ein Umfallmännchen ist. Er hat den Kontakt beendet, will ihn nicht mehr, aber:
Doch nach ca. 4 Wochen hat er heimlich Kontakt zu ihr aufgenommen... mein Mann sagt, Es besteht nun kein Kontakt mehr und er möchte dies auch nicht mehr.
Nicht sie hat den Kontakt aufgenommen, sondern er und auch wieder heimlich., obwohl es doch nur eine beeutungslose Affäre war, ddie nach seiner Heimfahrt beendet sein soll. Warum nimmt er dann noch Kontakt auf?
Und nun soll es wieder zuende sein? Vergiss es - kriegt er nicht hin. Nicht ein Mann mit seinem Charakter. Er ist in einem Alter, indem sich so eine Laumichelei nicht mehr ändert. Der mogelt sich immer irgendwie durch wenn er Frust hat.

Mir geht es dabei immer wieder mal schlecht. ..... Ich weiß nicht, wie ich dies verarbeiten soll.
Du wirst es nicht allein verarbeiten und auch nicht in einer Onlineberatung.
Akzeptiere für Dich, dass dein Weltbild zutiefst erschüttert ist und dass Du durch Betrug sowie wiederholte Rumlügerei seinerseits vollkommen zu Recht das Vertrauen in Deinen Mann verloren hast. Du siehst ihn jetzt wie er ist und das verunsichert Dich total.
Finde Dich damit ab, dass aus ihm niemals ein ehrlicher, aufrichtiger und verlässlicher Mensch wird. Sicherheit im Leben wirst Du aus Dir selbst ziehen müssen, nicht aus einem Partner wie ihm.

Und dann such Dir einen Einzeltherapieplatz und kläre für Dich, ob Du in permanenter Usicherheit leben willst, ob er bei geringfügigen Dissonanzen zwischen euch oder auch nur so wieder zu der anderen Frau rennt oder ob ein Leben ohne ihn und diese Unsicherheiten nicht erfreulicher für Dich ist.
 
  • #6
Ich hatte mal eine Freundin, der ging es ähnlich wie Dir.

Sie hat versucht zu verzeihen, sie Ehe lief außer gut, sogar besser als vorher, weil sie beide viel achtsamer miteinander waren.
Aber - verzeihen konnte sie nicht, und es hat sie aufgefressen. Ihr geht es nicht gut damit.
Ihr Argument, er ist ein guter Mann, und es gibt sowieso nichts Brauchbares auf dem Singlemarkt. Single wollte sie auch nicht sein.
Sie hat sich von allem zurück gezogen, es ist ihre Entscheidung. Sie hat das für sie geringere Übel gewählt.

Du musst es für Dich entscheiden.
Allerdings, dass er nach der Reha und dem Eingeständnis noch einmal den Kontakt suchte?
Da wäre mein Vertrauen wohl endgültig weg. Es könnte ja sein, er wollte wieder was von ihr, vielleicht mit ihr einen Neuanfang, und sie hat ihm einen Korb gegeben?
Dann ist mit Dir zusammen bleiben nicht die schlechteste Option.
Für mich wäre es endgültig vorbei.

Du möchtest eine andere Option - dann würde ich mich befristet trennen. Frist 6 Monate. Getrennte Wohnungen.

Die Therapie fortführen, vielleicht auch zusätzlich nur Du zum Sortieren,
Und wenn Du(!) magst, gelegentliche Verabredungen, max 1x die Woche.
Er soll sehen, wie Alltag ist, und er soll im Dich werben.
Kurz vor der Frist, ziehst Du für Dich Bilanz - willst Du noch oder nicht mehr.
Wenn nicht, Mitteilung, Ende.
Wenn Du den Neuanfang, und es muss ein Neuanfang sein, willst, dann redet Ihr, wie und welcher Weg.
Vielleicht für eine Übergangszeit noch weiter LAT.
Dies als Option.

W, 51
 
  • #7
Hallo FS,
Ich rede aus Erfahrung und ich empfehle es dir, endgültig von diesem Mann zu trennen. Es wird nichts mehr wie früher, denn er hat das zweite Mal bzgl Kontakt auch belogen. Ich würde an deiner Stelle nicht mehr mit ihm versuchen.
 
  • #8
Würde meine Partnerin fremdgehen, nichts anderes ist das, ich würde mich sofort für immer trennen, egal wie viel Jahre die Beziehung schon besteht, ohne wenn und aber, da ich weiß, dass sich dieser Vertrauensbruch nicht mehr kitten lässt!
Das verstehe ich nicht. Ich meine, es stimmt, ich liebe meinen Partner und finde ihn großartig, also habe ich überhaupt kein Bedürfnis nach einem anderen Mann, würde gar nicht auf die Idee kommen, fremdzugehen, denn es gibt für mich keinen besseren Menschen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass nach einer langen Partnerschaft/Ehe, wenn gerade eine Phase ist, wo man sich ein bisschen entfremdet hat und sich gerade nicht so viel Zuneigung und Aufmerksamkeit gibt, dass wenn dann in einer neuen Umgebung, die fern von zu Hause ist und wo man meint, dass alles, was dort geschieht, dort bleiben wird (Reha), eine Person auf einen zukommt und einem wieder das Gefühl gibt, attraktiv und toll zu sein -- etwas, was man zu Hause vielleicht gerade vermisst --, man dieser Versuchung nachgibt. Ich finde, dieses Verhalten lässt sich analysieren, verstehen und verzeihen. Sex ist doch nicht alles im Leben! Welche Angst steckt dahinter, wenn sexuelle Treue diesen extrem hohen Stellenwert hat und das Fremdgehen so absolut unverzeihlich ist? Wie gesagt, ich bin auch für Treue/Vertrauen/Monogamie etc. und mich würde das auch traurig machen, aber wenn es wirklich nur das ist und einmal vorkommt und mein Partner und ich uns trotzdem noch lieben, könnte ich es gewiss verzeihen.

Die wichtige Frage ist: Abgesehen davon -- liebst du deinen Mann noch? Bist du ansonsten denn glücklich mit euch und eurer Beziehung?
 
  • #9
Wenn bei Dir nach über zwanzig Jahren Ehe eine Welt dadurch zusammen bricht, weil Dein Partner mal einen Seitensprung hast, hast Du bislang auf dem falschen Planeten gelebt. Nach so langer Zeit ist sexuelle Abwechslung überfällig. Mich wundert nur, dass es solange gedauert hat. Der Mensch ist nicht monogam. Ein unterdrücktes Bedürfnis kommt irgendwann raus.

Ihr habt jetzt die Chance realistisch zu werden und die Ehe zu öffnen und kontrolliert außereheliche Sexualkontakte zuzulassen, oder Euch voneinander zu befreien.
 
  • #10
Wenn mein Partner fremdgeht, es verheimlicht, ich es herausfinde, er sich dann ehrlich entschuldigt und meint, er liebe mich noch, aber wir hätten in letzter Zeit nur noch so wenig miteinander gemacht und die Frau habe ihm die Aufmerksamkeit gegeben, die er sich von mir gewünscht hatte, und verheimlicht habe er es aus Scham und weil er mich nicht verletzen wollte, dann würde ich, wenn ich ihn liebe und er mich auch noch immer liebt, doch nicht gleich die ganze Beziehung deswegen beenden, sondern darüber sprechen und gemeinsam was verändern.
Da würde ich mich fragen warum ist mein Partner nicht auf mich zugegangen, hat ein Gespräch gesucht und warum hat er mich nicht um die fehlende Aufmerksamkeit oder Ähnliches gebeten?

Für mich ist klar wenn ich diesen Mann liebe dann gibt es nur ihn und da möchte man keinen anderen... da kommt dann so ne Dame ums Eck und macht ihm schöne Augen? Soll das die Ausrede sein? Dazu gehören 2 - ER wollte es auch! Er hätte sie genauso ablehnen können und sagen „nein, ich bin verheiratet“ hat er aber nicht!
Ich wär traurig, enttäuscht, Vertrauen weg, wütend und 500 Tage beleidigt, mindestens... 🤨
Die Kontaktaufnahme mit der Dame danach ist die Kirsche auf dem Sahnehäubchen💀 geht gar nicht. Wenn er es doch ernst meint mit seiner Frau und sich den Fehler eingestehen würde, würde er doch nicht nochmal so dumm sein? Da hat wohl das falsche Organ das Steuer übernommen..

Verlass ihn, er wird dich nur weiter verletzen. Sei dankbar für schöne Jahre mit ihm. Eure Kinder sind groß. Du findest mit Sicherheit einen ganz tollen Mann an deiner Seite der aufrichtig und ehrlich ist, ein Neuanfang.

Alles Gute 🍀

W 26
 
  • #11
Ich habe noch nie verstanden wie man jemanden der fremd geht nochmal eine Chance geben kann. Wenn ich in einer Beziehung bin erwarte ich absolute Treue. Ich bin ja auch absolut treu. Wenn ich angeblich jemanden liebe dann würde ich doch nie im Leben auf die Idee kommen ihn zu betrügen und fremd zu gehen.

Ich habe es schon öfters gehört. Nicht nur hier im Forum, sondern auch im realen Leben. Da sagt man man liebt den anderen noch. Ich könnte niemals eine Frau lieben die fremd geht.
 
  • #12
Die Kernfrage ist hier wohl: kannst Du mit dem Vorfall leben, kannst Du ihn vielleicht sogar ein Stück weit verzeihen? Schwierig finde ich hier insbesondere den fortgesetzten Kontakt.

Ihr habt beide ein halbes Leben miteinander verbracht. Läuft die Beziehung insgesamt noch gut, bist Du grundsätzlich glücklich, so dass dies ein "Ausrutscher" ist oder stimmt tiefergehend etwas nicht mehr? Siehst Du eine Chance, dass die Zeit diese Wunde heilt, vielleicht auch mit Unterstützung durch eine Paartherapie?

Mal ganz platt und aus männlicher Sicht formuliert: er hat ein paarmal mit einer anderen Frau geschlafen. Was ist daran wirklich so schlimm, dass man eine ansonsten glückliche Ehe dafür aufgibt. Vorausgesetzt natürlich, das ist ein einmaliger Ausrutscher. Ich würde dafür keine langjährige Ehe mit allen Konsequenzen beenden und mich wieder ins Singleleben stürzen. Noch dazu, weil oft die finanzielle Situation bei einer Trennung für beide prekär ist, das müsstest Du beurteilen und mit einbeziehen.

Ich persönlich würde dann eine so lange Beziehung nicht einfach wegwerfen wegen eine kurzen und klar beendeten Affäre. Letztlich musst Du ja auch überlegen, was die Alternative ist. Wenn Du Dich hier ein wenig einliest, wirst Du feststellen, dass es mit fortgeschrittenem Alter auch keine Selbstverständlichkeit ist, wieder eine glückliche neue Beziehung anzufangen. Letztlich hast Du da vermutlich auch wenig Erfahrung, was es auch nicht einfacher macht.

Ich bin grundsätzlich kein Freund von Trennungen auf Zeit. Eine Trennung auf Zeit könnte ja bedeuten, man zieht auseinander, gewinnt Abstand, sieht, was man doch am anderen hat, überlegt sich, es nochmal zu versuchen. Dann könnte das positiv sein, um wieder zueinander zu finden.

Aber: eine Trennung ist eine Trennung (und sollte keine "Strafaktion" sein). Das bedeutet auch, ihr seid beide frei, neue Bekanntschaften zu machen, unterschiedliche Interessen zu entwickeln, nicht mehr zusammenzufinden. Du würdest auch damit klarkommen müssen, dass er dann natürlich weitere Kontakte zu anderen Frauen hat. Du natürlich auch Kontakte zu anderen Männern haben kannst. Das ist das Risiko dabei und für mich hinterlässt es auch den Beigeschmack "halbes Jahr probiert, niemand besseren gefunden, dann geh ich eben zurück".

Bleibt: die Kernfrage, siehe oben. Wenn Du damit nicht leben kannst, dann ist es besser, Dich zu trennen. Wenn Du vorher nie über eine Trennung nachgedacht hast und grundsätzlich glücklich warst, würde ich es nicht tun. Aber das ist natürlich meine rein persönliche Sichtweise.
 
  • #13
Ich lese hier einige (für mich) entscheidende Bemerkungen von dir, liebe @carefull - kann aber auch die Wahl deines Nick's nachvollziehen:
Unsere Ehe hatte Höhen und Tiefen, es ist nicht mehr so optimal gelaufen, wie es sollte. Es wurde aber von uns beiden nicht angesprochen, sondern jeder machte für sich so weiter.
Und:
Es besteht nun kein Kontakt mehr und er möchte dies auch nicht mehr. Er möchte alles vergessen und einen Neubeginn für uns. Ich denke auch, das er dies ehrlich möchte. Wir verbringen viel Zeit miteinander und lieben uns auch.
Ihr seid seit 26 Jahren zusammen, da ist es nicht ungewöhnlich, dass eure Beziehung nicht mehr so beflügelnd ist wie zu Beginn. Dein Mann brauchte eine Auszeit, vermutlich nicht nur von seinem Job, sondern auch von eurem Aufeinanderhocken. Er ist sicher nicht mit dem Vorsatz in die Reha gefahren, dort auf eine sexuelle Abwechslung zu stoßen. Aber: er war in einem anderen, entspannten Umfeld, lernte neue Menschen kennen und mit diesen auch (vergessene) Verlockungen. Denen hat er nachgegeben, ohne dabei gefühlsmäßig einzusteigen.

Das hat er nicht »gebeichtet«, da es nach der Heimkehr nicht mehr wichtig für ihn war. Du hast es durch seinen veränderten Auftritt geahnt, nachgeforscht und Bestätigung deines Verdachtes entdeckt. Zwar hat sich dein Mann nochmals bei seiner Kurzaffäre in Erinnerung gebracht, vielleicht aber nur, um FÜR SICH herauszufinden, dass sie an Bedeutung für ihn verloren hatte. Ganz normales Verhalten (finde ich). Denn schließlich war der Seitensprung seit seiner Rückkehr das Hauptthema bei euch.

Gleichzeitig beteuert er dir, dass nur DU für ihn zählst, er ist bereit, mit dir zusammen eine Eheberatung in Anspruch zu nehmen. Nach »einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger« hört sich das für mich nicht an. Eher nach »einmal einer Verlockung nachgegeben« - und das finde ich verzeihlich!
Ihr habt ein Vierteljahrhundert mit Höhen und Tiefen gemeinsam getragen ... und jetzt, wo ihr beide erkannt habt, »dass es nicht immer optimal gelaufen ist« (s.o.) willst du hinschmeißen? Was kommt danach? Alle, die hier so rigoros verkünden, sie selbst würden diese Untreue niemals verzeihen, sitzen nicht auf deinem Stuhl, bedenke das!! Aus der Ferne lässt sich locker raten, DEIN Weiterleben, DEINE späteren Zweifel und die Einsamkeit nimmt dir niemand von uns ab, das musst du dann schon alleine hinbekommen.

Ist nicht die Vorstellung, dass ihr in vielleicht weiteren 30 gemeinsamen Jahren herzlich über euer Stolpern im Jahr 2020 lachen könnt, viel schöner?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #14
Ich finde, dieses Verhalten lässt sich analysieren, verstehen und verzeihen.
Das finde ich auch – in der Theorie. Praktisch könnte ich nicht sagen, wie ich einer solchen Situation reagieren würde und hoffe, es nicht herausfinden zu müssen.

Wie gesagt, ich bin auch für Treue/Vertrauen/Monogamie etc. und mich würde das auch traurig machen, aber wenn es wirklich nur das ist und einmal vorkommt und mein Partner und ich uns trotzdem noch lieben, könnte ich es gewiss verzeihen.
Der Punkt hier ist: Es war offensichtlich eben nicht nur das. Nicht nur eine einmalige, verführerische Gelegenheit zum Sex, von der der Mann der FS sich hinreißen hat lassen und die bedeutungslos für die weitere Beziehung war.
Doch nach ca. 4 Wochen hat er heimlich Kontakt zu ihr aufgenommen, wo ich dachte, wir sind auf einen guten Weg, dies zu verarbeiten.
Er hat aktiv und heimlich den Kontakt wieder aufgenommen, um den Betrug fortzusetzen. Im vollen Bewusstsein darüber, wie schmerzhaft es für die FS schon beim ersten Mal war und wie sehr er die Beziehung damit gefährdet hatte. Und obwohl er zu diesem Zeitpunkt doch seine Liebe zur FS bereits wiederentdeckt hatte, sie die Beziehung retten und das Geschehene gemeinsam aufarbeiten wollten.

So äußern sich also seine Liebe, seine Reflektion und seine Bemühungen um die Beziehung? Da würde für mich auch endgültig alles zusammenbrechen, und wenn er noch so oft beteuert, es diesmal aber wirklich hinter sich lassen zu wollen.

Es tut mir sehr Leid, liebe FS, aber ich glaube, dieser zweite, vorsätzliche Betrug wiegt zu schwer, als dass das Vertrauen jemals wiederhergestellt werden könnte.
 
  • #15
Das Du momentan so richtig angesäuert bist wird jeder verstehen, Du versuchst alles zu retten, ok. Dennoch ist die Zeit zu kurz gewesen um alles in die Bahnen zu lenken die Du für das Beste hälst. In diesen vier Wochen sind in Deinem Kopf zunächst all Deine Emotionen Achterbahn gefahren, was ich damit sagen möchte ist das Du die Zeit mit ins Boot holen sollst. Enttäuschungen und Verletztheit brauchen Zeit um das man weiß welchen Weg man gehen möchte. Das geht nicht in vier Wochen und Du brauchst Dich auch nicht in dieser Zeit zu entscheiden.
@Inanna* Bist Du schon mal nach ewig langer Zeit betrogen worden?
 
  • #16
Hallo,

am Ende entscheidest du. Keiner kann dir das hier annehmen. Ich finde es schwierig. Für mich kann ich sagen, ich würde mich trennen.
Ihr seit solange verheiratet, da hätte ich erwartete, das man miteinander spricht und nicht einfach eine Affäre beginnt. Was ist denn bei der nächsten Situation, wenn er sich wieder gestresst fühlt? Wieder eine Affäre?

Wenn man 2 Wochen so dreist ist mit dir zu telefonieren und nebenher eine andere zu haben und dann bei der Heimkehr von sich aus wieder den Kontakt zu dieser Frau sucht, wäre das für mich zuviel.
Ich könnte das nicht verzeihen. Aber jeder muss das selber mit sich ausmachen. Wenn man sich dafür entscheidet, dann aber bewusst. Es sollte dann abgehakt sein und nicht immer Thema sein, damit ein Neubeginn auch gelingen kann.
 
  • #17
Es tut mir sehr Leid, liebe FS, aber ich glaube, dieser zweite, vorsätzliche Betrug wiegt zu schwer, als dass das Vertrauen jemals wiederhergestellt werden könnte.

Das wäre auch mein Punkt - der erste Vorfall, äußerst ungut.
Aber man schaut, wie man wieder zusammen findet.
Dann darf das Zweite nicht passieren -
meiner Meinung nach.

Mein Vertrauen wäre endgültig durch.

W, 51
 
  • #18
Liebe Careful,

Du schreibst,
Mein Mann war im Frühjahr zur Reha für 5 Wochen. Er ist nicht ausschlaggebend aus gesundheitlichen Problemen dorthin gefahren , sondern sah es eher als Auszeit von seiner Arbeit. Er fühlte sich etwas ausgebrannt wegen dem Stress bei der Arbeit.

Er möchte alles vergessen und einen Neubeginn für uns. Ich denke auch, das er dies ehrlich möchte. Wir verbringen viel Zeit miteinander und lieben uns auch. Gespräche führen wir fast täglich über diesen Betrug.
Auf mich macht es den Eindruck, dass Du alle vorherigen Probleme vom Tisch wischen willst.
Die gesundheitlichen Probleme sind für Dich nicht "ausschlaggebend". 5 Wochen Reha hat der Mann lediglich als "Auszeit" gebraucht, obwohl schon 3 Wochen Reha heute von den Kassen kaum mehr übernommen werden. Dass es Deinem Mann gefallen hat, wieder von einer Frau umworben zu werden, wird im Nebensatz fallen gelassen.

Gespräche sind nicht in jedem Fall gut. Sie können einfach auch nur immer tiefere Wunden zu führen.

Ich würde auf folgende Punkte abstellen:

Was waren Eure Probleme vor dem Seitensprung? Was waren die gemeinsamen Probleme, was waren seine Probleme, was Deine Probleme... könnt ihr beide das benennen und diese Probleme lösen?

Kann er benennen, was für ihn der Grund für den Seitensprung war? Es wird ja nicht die erste Frau gewesen sein, die ihn gut findet. Warum sie?

Letztlich macht die Fortführung einer monogamen Beziehung nur Sinn, wenn ihr diese Probleme benennen und lösen wollt.
Bei Dir habe ich aber den Eindruck, dass Du Dir die Probleme schon garnicht anschauen willst (siehe oben).

Unter welchen Bedingungen willst du weitermachen? Er soll den Kontakt zu ihr abbrechen, haben wir schon gehört. Hast Du weitere Bedingungen? Er will "einfach alles vergessen" und so weiter machen? das wird so auch nicht funktionieren.
 
  • #19
Ich mag Betrug ja gar nicht
Gleichzeitig war ich selbst mal in der Reha...wenn ich selbst Schattenlos war, war es dennoch wie eine völlig andere Welt.
Weg von allem, anderes Leben und das hat viele für diese Zeit und in dieser Welt zusammen geführt.

Solange wie ihr zusammen seid, würde ich mir wohl wünschen, verzeihen und vergessen zu können, nur ob und wie ich es schaffen könnte, weiss ich es nicht

Bei Corona vielleicht nicht so einfach aber ich würde mir eine Auszeit nehmen.
Eigene Reha mit Gesprächsrunden fände ich sehr passend.
Oder zumindest ein paar Tage weg um klare Gedanken zu bekommen.

Vielleicht ein paar Konfliktstunden nur für Dich?!
 
  • #20
Aber ich könnte mir vorstellen, dass nach einer langen Partnerschaft/Ehe, wenn gerade eine Phase ist, wo man sich ein bisschen entfremdet hat und sich gerade nicht so viel Zuneigung und Aufmerksamkeit gibt, dass wenn dann in einer neuen Umgebung, die fern von zu Hause ist und wo man meint, dass alles, was dort geschieht, dort bleiben wird (Reha), eine Person auf einen zukommt und einem wieder das Gefühl gibt, attraktiv und toll zu sein -- etwas, was man zu Hause vielleicht gerade vermisst --, man dieser Versuchung nachgibt.
Ich hatte so eine Phase mit meinem Ex. Ich habe mich ungeliebt und unverstanden gefühlt und mir hat unglaublich stark Sex gefehlt. Und trotzdem konnte ich nicht fremdgehen, weil obwohl es schlecht in der Beziehung lief, waren wir ein Team, nachwievor. In guten wie in schlechten Zeiten. Er war auch Vater meiner Kinder. Er war der Mann, den ich geliebt habe und nicht der Mann, der meine Bedürfnisse und Wünsche erfüllen sollte. Ich konnte und wollte es ihm nicht antun. Ich hätte nicht mehr ins Spiegel schauen können.
 
  • #21
Vielleicht hörst du mal auf, ständig lange Gespräche mit deinem Mann zu führen und dich darauf zu fokussieren, was denn dein Mann will, sondern konzentrierst dich auf dich. Denn dir geht es ja nach wie vor schlecht. Was ist mit deiner Wut, deiner Enttäuschung, deinen Zweifeln und Ängsten? Ihn einmal kurz rauszuschmeißen hat ja wohl nicht gereicht. Ich habe den Eindruck, ihr wolltet zu schnell wieder halbwegs zur Tagesordnung übergehen und jetzt merkst du, dass das nicht funktioniert.

Hast du die Möglichkeit, mal ohne ihn wegzufahren? In einer anderen Umgebung gelingt es dir vielleicht besser zu reflektieren und herauszufinden, was du wirklich willst.

Gleichzeitig beteuert er dir, dass nur DU für ihn zählst, er ist bereit, mit dir zusammen eine Eheberatung in Anspruch zu nehmen. Nach »einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger« hört sich das für mich nicht an.
Schöne Worte. Klar beteuert er das, weil er weiß, dass für ihn alles auf der Kippe steht.

Sie muss es nur glauben, dann wird's schon wieder (Ironie off).
 
  • #22
Vielleicht solltest ihr die Ehe öffnen, damit du dich auch nach einem anderen Mann (Seitensprung) umsehen kannst. Das müsste dir dein Mann schließlich gönnen. (Andreas 1965 wir mir recht geben, die Menschen sind nicht monogam ...). Deinen Mann hat es schließlich auch wieder aufgebaut, von einer anderen Frau Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn du eigene außereheliche Erfahrungen hättest, würdest du das ganze lockerer sehen. ;)
Wenn der Betrug dich allerdings dauerhaft unglücklich macht und du die Geschichte einfach nicht aus dem Kopf bekommst, sehe ich für euch keine Zukunft. Ihr würdet die nächsten 25 Jahre vor euch hindümpeln, wobei du noch todunglücklich bist und er wieder seine alltägliche Bequemlichkeit hat. Nee, dann lieber was Neues. Die Zukunft ist immer ungewiss, egal ob ihr zusammen bleibt oder nicht.
 
  • #23
Liebe FS, dein Mann hatte eine Affäre. Nicht ein ONS, sondern 14 Tage lang. In dieser Zeit hat er mit der Frau geschlafen und parallel mit dir telefoniert. Du hast ihn in der Zeit sogar besucht. Diese Frau war laut Aussage deines Mannes unbedeutend und trotzdem nimmt er wieder zu ihr Kontakt auf und zwar in der Zeit, wo IHR beide euch annähern solltet.
Selbstverständlich bekommst du Bauchschmerzen bei der ganzen Sache, weil du aus Erfahrung weisst, dass die Wörter deines Mannes nichts wert sind und er in der Lage ist, dir ins Gesicht zu lügen. Dein Verstand hat es erkannt, aber deine Gefühle hinken noch hinterher. Lass es gut sein, es wird nie mehr so sein, wie früher, weil das Vertrauen in deinen Mann unwiderruflich beschädigt ist. Kann sein, dass er dich liebt, was ich eigentlich bezweifle, kann sein, dass du ihn noch liebst. Aber. Du kannst ihm nicht mehr vertrauen und wirst immer auf der Hut sein, sollte es zwischen euch mal wieder nicht so gut laufen. Würdest du bei der Bank Geld anlegen, wenn du Erfahrung gemacht hast, dass die Bank dir das Geld nicht zurück zahlt oder bei den Zinsen ungenau ist? Wohl kaum. Warum denkst dann, dass deine Gefühle weniger Wert sind?
 
  • #24
Also, was der Andreas dazu sagen würde, war so sicher wie das Amen in der Kirche
Hahahah, du bist echt hartnäckig und läßt uns dies hundert mal wissen, obwohl dir die Leute hier versichern, dass sie es bereits zur Kenntnis genommen haben und du im Übrigen nervst.
Es ist ein Stilmittel, richtig ? Dein Markenzeichen.

Aber ja, in der Sache stimme ich Andreas zu.
Bei Leuten, die gerne Sex haben, dürfte es nach so vielen Jahren schon mal das Bedürfnis nach einem anderen Körper geben.
Ich fände das jetzt nicht so tragisch und wäre auch sehr sicher, und zwar unabhängig davon, ob ich die Affaire oder die Ehefrau bin, dass er bei der Ehefrau bleibt.
Dass sich in einer Reha solche Dinge abspielen, weil man da Zeit hat und allein dort ist, ist dermaßen verbreitet, dass es für die Person, die dazu vonnöten ist, sogar ein Wort gibt: der Kurschatten.
Klitzekleine Zwischenfrage:
Reha für 5 Wochen. ...nicht aus gesundheitlichen Problemen,.... Auszeit von seiner Arbeit... etwas ausgebrannt
Er hat das hoffentlich selbst bezahlt ? Bitte sage nicht, dass die Krankenkasse, also die Allgemeinheit, also ich deinem Mann einen fünfwöchigen, sehr teuren Urlaub bezahlt habe, weil er seine Arbeit 'etwas' doof findet.

Zurück zur Frage:
Wenn er die Sache diskret abgewickelt hätte, könntet ihr weiter ein unkompliziertes Leben führen.
Nun hat es aber verkompliziert. Es drängt sich die Frage auf, ob er es provoziert hat. Der Ablauf, den du schilderst, könnte darauf hindeuten.
Nein, er will sich sicher nicht trennen, da brauchst du wohl keine Angst zu haben, denn das würde sein Leben aufmischen, die Kinder, das Haus, der Unterhalt, der Rentenausgleich usw.

Die Frage ist, ob du dich trennen willst.
Du findest mit Sicherheit einen ganz tollen Mann an deiner Seite
Klar, möglich ist das, @Lionne69 erlebt das gerade, aber von 'mit Sicherheit' kann wohl nicht die Rede sein.
Ok, man braucht aber keinen Mann, um glücklich zu sein.
Kannst du auf eigenen Beinen stehen ? Hast du einen guten Beruf gelernt ? Bist du berufstätig ? Verdienst du genug Geld, dass es nur für dich reicht ?
Dann fände ich Lionnes Vorschlag mit dem LAT, vielleicht erst mal auf Zeit, richtig gut.
Wenn ihr dann trotzdem ein gutes Paar bleibt / werdet, weißt du, dass dein Mann wirklich dich will und nicht die Haushälterin.
Oder möchtest du es lieber nicht darauf anlegen, genau das herauszufinden ?

Das ist mein Rat:
Versuche, den Betrug zu verarbeiten ( da habe ich allerdings leicht reden, denn ich bin noch nie betrogen worden. Kann gut sein, dass ich es dann anders bewerten würde ), blicke nach vorn und belebe eure Beziehung neu.
LAT finde ich dafür bestens geeignet.

w 53
 
  • #25
Nach so langer Zeit ist sexuelle Abwechslung überfällig. Mich wundert nur, dass es solange gedauert hat. Der Mensch ist nicht monogam. Ein unterdrücktes Bedürfnis kommt irgendwann raus.
Kann ja alles sein.
Aber doch bitte nicht heimlich und hintenrum !

Meinst Du, die FS solle das wissen oder gar beim Ehemann sogar vorraussetzen, ihm die Affäre sogar noch nahelegen.

Und deshalb seine heimliche Affäre halt mal eben nicht schlimm sei?

Und was ist jetzt Dein Rat an die FS ?

Selbst fremdgehen und locker die Ehe fortsetzen ?
Ganz entspannt?

Die Frau fragt hier um Rat, dann rate ihr doch einfach mal etwas.
 
  • #26
Das wäre auch mein Punkt - der erste Vorfall, äußerst ungut.
Aber man schaut, wie man wieder zusammen findet.
Dann darf das Zweite nicht passieren -
meiner Meinung nach.
Ich lese "Kontakt aufgenommen" ohne nähere Angaben. Das können schlicht ein paar E-Mails gewesen sein oder sie haben die Affäre fortgesetzt. Für mich ein Unterschied. Bei letzterem hast Du völlig Recht. Bei ersterem fehlen mir Angaben.

Vielleicht solltest ihr die Ehe öffnen, damit du dich auch nach einem anderen Mann (Seitensprung) umsehen kannst. Das müsste dir dein Mann schließlich gönnen.
ich kann den Gedanken an "Rache" in der Situation nachvollziehen. Wenn die Beziehung bisher von beiden Seiten monogam war, glaube ich nicht, dass beidseitig Verlangen nach einer offenen Beziehung besteht. Und ich glaube auch nicht, dass "Das musst Du mir jetzt gönnen" in Verbindung mit "irgendeinem" Mann das Ding der FS ist und ihr wirklich weiterhilft.

Ich war nie in einer Kur, aber ich kann mir vorstellen, dass "einfach mal komplett aussteigen" in bestimmten Situationen im Leben durchaus sehr gut tut. Wenn das Ganze diskret geblieben wäre, bestünde kein Problem. Er hat offenbar keine dauerhafte oder ernsthafte Affäre.

Womit ich nichts entschuldigen und sicher keinen "Freifahrschein" geben möchte. Es ist sicher an ihm, jetzt wieder für Vertrauen zu sorgen und etwas für die Beziehung zu tun.

Noch ergänzend: meine Eltern haben sich nach über 30 Jahren mit etwas über 60 getrennt. Beide hatten danach keine Beziehung mehr, beide haben an der Armutsgrenze gelebt, beide hätten ein schöneres Leben gehabt, wenn sie diesen Schnitt nicht gehabt hätten (die Gesamtumstände erspare ich mir), selbst mit etwas Distanz zueinander. Auch den Aspekt würde ich mir mit überlegen, denn nicht alle Ehen gehen so auseinander, dass beide ohne massive "Altlasten" weiterleben, wie es hier so schön heisst.

Hier wird oft geschrieben "Du findest etwas Besseres". Der Gewissheit möchte ich widersprechen. Wer sich über 50 nach jahrelanger Ehe trennt, wird es schwer haben, jemanden zu finden, mit dem er oder sie wieder eine so tiefe und lange Beziehung aufbauen kann. Die potentiellen Partner sind ja oft an einer ähnlichen Situation gescheitert, auch der Mann der FS würde ja wieder suchen. Und er ist sicher nicht mal ein übler Kerl, sonst hätte es die FS nicht so lange mit ihm ausgehalten.
Die Suche in dem Alter kann gutgehen, sie kann auch daneben gehen. Jemand, der eine so lange Beziehung hinter sich hat, wird sich vermutlich in dem einen oder anderen Fall auf dem heutigen Partnermarkt erstmal erstaunt umschauen und Probleme haben, wieder eine Beziehung aufzubauen.
 
  • #27
@Inanna* Bist Du schon mal nach ewig langer Zeit betrogen worden?
Nein, bin ich nicht, und ich habe auch nie betrogen. Das ist nur meine theoretische Meinung, die sich darauf gründet, dass ich meinen eigenen Partner so sehr liebe. Nur bedeutet Liebe für mich auch, den Partner so zu akzeptieren, wie er ist, ihm auch Fehler zu verzeihen und ihn im Zweifelsfall auch in Frieden ziehen zu lassen, ohne Groll und Gemeinheit, denn eigentlich wollen wir doch alle nur gut und angenehm leben und einander nichts Böses. Ich möchte, dass mein Partner ein glückliches und das für ihn bestmögliche Leben hat, selbst wenn es bedeutet, dass ich selbst irgendwann nicht mehr Teil davon sein sollte. Wenn er daher eine Affäre hätte, würde ich ihn fragen, ob sie ihn glücklich macht bzw. was ihm bei uns fehlt, also wenn ich es nicht sowieso schon gemerkt hätte. Und natürlich würde ich auch fragen, warum er es verheimlicht hat, aber ehrlich gesagt kann ich gut verstehen, warum Menschen so was heimlich machen, denn sie wissen ja, dass es nicht gut ankommt, dass das für alle unangenehm wird. Das Verheimlichen finde ich also total nachvollziehbar, mich würden vor allem die Ursachen interessieren, warum es überhaupt dazu gekommen ist: Ist unsere Beziehung langweilig geworden, findet er mich nicht mehr attraktiv, hat er das Gefühl, etwas zu verpassen? Darüber kann man nach vielen Jahren Ehe doch reden, denke ich. Und wenn es einen bestimmten Grund gab und man daran arbeiten kann und er mich noch liebt (ich ihn natürlich auch), würde ich nicht leichtfertig die ansonsten schöne Beziehung aufgeben. Die Voraussetzung wäre natürlich, dass beide sich noch lieben und eigentlich gut verstehen, dass es nur eine Art Phase oder ein Problem war, das man lösen kann. Ist er oder sind beide grundsätzlich unzufrieden, sollte man natürlich einen Schlussstrich ziehen. Aber ja, ich weiß, dass das sehr theoretisch ist, denn irgendwas muss ja faul an der Beziehung gewesen sein. Bei meinem Partner und mir könnte ich mir nicht vorstellen, dass wir fremdgehen, weil wir glücklich sind. Also könnte man schlussfolgern, dass zumindest der Mann der FS nicht glücklich in der Beziehung ist. Vielleicht sollten sie dann wirklich an Trennung denken. Nur würde ich Fremdgehen nicht grundsätzlich als K.O.-Kriterium für eine Beziehung, erst recht für eine sehr lange, sehen, sondern finde, man kann erstmal noch über alles reden, sollte dem anderen die Chance geben, sich zu erklären, und vielleicht auch in der Lage sein zu verzeihen. Aber ist nur meine persönliche Meinung, und ich gehe von einer ansonsten schönen and intakten Beziehung aus (weil ich selbst nur eine solche führen würde, sonst kann man es ja auch gleich lassen oder früher beenden).
 
  • #28
Aber doch bitte nicht heimlich und hintenrum !
Was ist denn das für ein Ratschlag? Soll(te) der Ehemann von @carefull schon in dem Augenblick, in dem er die Reha beantragt hat, seiner Frau ankündigen, was sich dort vermutlich ereignen würde? So ein Unsinn, er wusste es ja selbst nicht, handelte also nicht »vorsätzlich«!

Und da es für ihn nicht DAS einschneidende (und lebensverändernde) Ereignis war, hat er es - wieder zurück - verschwiegen. Kluge Entscheidung, denn dieser erhobene Zeigefinger in Verbindung damit, alles immer zu offenbaren, ist doch Schwachsinn. Wir lesen es hier ganz klar: wüsste die Ehefrau von nichts, wäre das Leben der beiden heute viel einfacher. Vermutlich sogar besser als vorher, denn der Ehemann hätte erlebt, dass das Gras auf der anderen Seite des Zaunes nicht saftiger ist als das zu Hause.
Ein Seitensprung hat nicht selten eine »reinigende bzw. belebende« Wirkung, ich weiß, wovon ich schreibe (auch wenn ich in meiner jetzigen Beziehung keine Sehnsucht danach habe, das liegt aber daran, dass ich das Gras auf beiden Seiten des Zaunes kenne).

Auch die lockeren Aufforderungen, »sich selbst doch bitte mehr wert zu sein«, »... du findest ganz schnell eine/n Bessere/n« kommen oft genug von unerfahrenen sehr jungen Menschen und der flache Hinweis
... dass die Wörter deines Mannes nichts wert sind und er in der Lage ist, dir ins Gesicht zu lügen
halten der Wirklichkeit nicht stand, sind viel zu allgemein - dummerweise oft der eigenen Enttäuschung geschuldet.

Hilfreicher sind dann doch eher die folgenden Einsichten:
Wenn er daher eine Affäre hätte, würde ich ihn fragen, ... was ihm bei uns fehlt ... Darüber kann man nach vielen Jahren Ehe doch reden, denke ich. Und wenn es einen bestimmten Grund gab und man daran arbeiten kann und er mich noch liebt (ich ihn natürlich auch), würde ich nicht leichtfertig die ansonsten schöne Beziehung aufgeben.
 
  • #29
Aber: eine Trennung ist eine Trennung (und sollte keine "Strafaktion" sein). Das bedeutet auch, ihr seid beide frei, neue Bekanntschaften zu machen, unterschiedliche Interessen zu entwickeln, nicht mehr zusammenzufinden. Du würdest auch damit klarkommen müssen, dass er dann natürlich weitere Kontakte zu anderen Frauen hat. Du natürlich auch
Die Trennung, die ich gemeint hätte, wäre eine Besinnungszeit.
Wo beide für sich sind, nachdenken, und er auch im sie wirbt. Regelmäßige Dates.
Das würde ein "Paralleldaten" für beide ausschließen.

Wenn parallel gedated wird, ist es sowieso vorbei.

W, 51
 
  • #30
ich kann den Gedanken an "Rache" in der Situation nachvollziehen. Wenn die Beziehung bisher von beiden Seiten monogam war, glaube ich nicht, dass beidseitig Verlangen nach einer offenen Beziehung besteht.
Na ja, er hat sein Verlangen ja nun erst mal gestillt. Ob er nun grundsätzlich auf den Geschmack gekommen ist, weiß man nicht. Da er seine Ehefrau fröhlich weiter anlügt bezüglich des Kontaktes, könnte ich ihm nicht mehr trauen. Bei jeder Überstunde, jeder Verspätung etc. hätte ich wieder den Verdacht, dass alles von vorne losgeht. Hätte ich selbst auch einen Liebhaber, hätte ich die Zeit für solch ein Kopfkino wahrscheinlich garnicht. Und wenn der Mensch nun mal nicht monogam ist, gilt das doch nicht nur für Männer. Dann sind Frauen auch nicht monogam (oder keine Menschen).
Ich denke, wenn die Beziehung noch eine Chance hat, dann als LAT. Dann merken beide, wie wichtig sie für den anderen sind. Oder sie stellen nach und nach fest, dass es ohne den anderen besser ist.
 
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