• #61
Und JA, natürlich sollte vorher ein oder mehrere Gespräche stattgefunden haben, damit man seinem Partner eventuelle Bedenken oder Ängste darlegen kann. Der kann sie ja evtl. schnell aus der Welt schaffen.
Mir ist das zu egozentrisch, die Beziehung bleibt völlig außen vor. Wie oben schon geschrieben. Und nochmal klarer: wer in einer Beziehung misstrauisch wird, muss sich auch fragen, warum die Beziehung nicht funktionieren könnte. Das kann man schnell und einfach auf den notorischen Fremgänger abschieben oder aber bei sich selbst auch mal schauen.
 
  • #62
Wer seine/n PartnerIn, weil diese/r aus Unsicherheit, Angst oder Verwirrung mal ins Handy des anderen schaut, verlässt, statt Empathie und Verständis zu signalisieren, den Auslöser dieser Aktion gemeinsam zu hinterfragen, ist absolut nicht beziehungsfähig.
Von Liebe gar, brauchen wir bei solch einer selbstgefällig harten Reaktion nicht mal sprechen.
Du hast es auf den Punkt gebracht. Einfach aus Lust und Laune oder aus purer Langeweile schnüffelt niemand ins Handy des Partners oder liesst seine Mails, sondern immer erst dann, wenn der Partner sich über einen längeren Zeitraum (ich meine es genau gleich wie @Pfaue) verdächtig und ganz anders als gewohnt verhält.

Bereits in meiner Eingangsfrage schrieb ich, dass das verdächtige Verhalten des Partners die Ursache des Spionierens ist. Er verursacht das Misstrauen und das Spionieren.
Das Beispiel von @Tini_HH bestätigt meine These in der Eigangsfrage
Die meisten Lügner und Betrüger geben ja auch keine ehrliche Antworten, weil sie die Konsequenzen bereits kennen - meistens ist das das Aus der Beziehung.
...
Die gesunde Intuition (das Bauchgefühl) hat meistens recht, warnt uns und will uns vor materiellem oder emotionalem Schaden schützen.
Sie wurde als krankhafte eifersüchtige Zicke dargestellt und als allein Schuldige am Ehescheitern. Niemand der so dreist lügt und den Partner betrügt, soll sich wundern, wenn ihm nachspioniert wird, weil man bei Lügen die Gewissheit haben möchte.
Ich stimme zu, es gibt berechtigte Fälle. Aber die Beziehung ist dann am Ende. Weil ein Betrug festgestellt wird oder weil das Vertrauen weg ist. Und dazu kommt: Ich weiß, dass es Frauen gibt, die sich das Recht herausnehmen, "vorsorglich" schonmal zu stöbern, denn es könnte ja irgendwas sein.
genau sie ist unwiderruflich zu Ende, wenn einer den Partner belügt und heimlich betrügt und dieser beendet dann die Beziehung... aber nicht bevor er die Gewissheit darüber hat. Die gewinnt er indem er spioniert.

Die Gewissheit, ob der Verdacht stimmt, braucht man für sich selbst, um nicht später daran zu zweifeln, ob man dem Partner doch unrecht getan hätte und die Beziehung umsonst beendete - wenn sich rausstellt, dass alles harmlos war.

Vorsorglich in einer neuen Beziehung schnüffelt glaub ich niemand, weil der andere Partner ein anderer Mensch ist und nicht der alte. Es gibt keine zwei gleichen Menschen, insofern gäbe es für mich keinen Grund ausser der Neue beginnt sich auch merkwürdig zu verhalten.
 
  • #63
Ich hätte sie verklagt. Das unbefugte Eindringen in gesicherte Geräte ist ein Straftatbestand. Mal sehen ob sie vor Gericht auch "jedes Recht der Welt" gehabt hätte.
Das ist Quark.

Erstens liegt die Sache jetzt acht Jahre zurück, das Handy war nicht gesichert.

Zweitens: Selbst wenn es einen Handycode gegeben hätte, und irgendein Paragraph bemüht worden wäre, hätte der Staatsanwalt bei "Ausspähen" des Handycodes durch die Lebensgefährtin und lesen einer WhatsApp-Nachricht mit Sicherheit keine Anklage erhoben. Du kannst zwar fast jeden Quark anzeigen, das heißt aber noch lange nicht, dass dies berechtigt ist. Benenne doch mal ein Urteil.

Drittens: Immer schön die Kirche im Dorf lassen. Schon mal was von Waagschalenprinzip gehört?

Rechtfertigt das, bei einem neuen Partner schon mal vorsorglich ins Handy zu schauen? Oder braucht es einen konkreten Verdacht? Sollte dann nicht vorher ein Gespräch geführt werden? Stimmt es dann in der Partnerschaft grundsätzlich noch?
Nein, kommt drauf an, ja, nein.

Das ist ja das Gute an dieser Diskussion, dass ich die Standpunkte der anderen lese und mir darüber Gedanken mache: Welcher Vertrauensbruch wiegt schwerer, Schnüffeln vs. Lügen/ Betrügen?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #64
Vorsorglich in einer neuen Beziehung schnüffelt glaub ich niemand, weil der andere Partner ein anderer Mensch ist und nicht der alte.
Ich "glaube" nicht, ich kenne diese Fälle. Und ich bin hier wirklich erstaunt, wie selbstverständlich einige Teilnehmerinnen "tabulose" Offenheit fordern und selbstverständlich finden, der Schritt dazu, ohne jegliche Hemmungen ins Handy zu schauen ist wirklich nicht weit. Das bestätigt mich und trübt leider mein Vertrauen darin, dass Privatsphäre in einer Beziehung selbstverständlich ist und von demjenigen, den sie betrifft gelockert wird und nicht von demjenigen, der "Offenheit" einfach beansprucht, gebrochen wird.
Und über Fälle, in denen Misstrauen klar daher kommt, dass Partner oder Partnerin sich auffällig verhalten, sind wir uns einig.
 
  • #65
Selbst wenn es einen Handycode gegeben hätte, und irgendein Paragraph bemüht worden wäre, ...
§ 202a StGB Ausspähen von Daten

(1) Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Daten im Sinne des Absatzes 1 sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.

Aktuelle Urteile:
http://www.sueddeutsche.de/panorama...-vor-gericht-wenn-liebling-mitliest-1.2775418

Im Grunde ist es wie beim Stalking: wenn man es nicht übertreibt, zeigt niemand an...
 
  • #66
Und ich bin hier wirklich erstaunt, wie selbstverständlich einige Teilnehmerinnen "tabulose" Offenheit fordern und selbstverständlich finden, der Schritt dazu, ohne jegliche Hemmungen ins Handy zu schauen ist wirklich nicht weit.
Und mich erschüttert, wie Einzelne selbstvertändlich blindes Vertrauen erwarten ohne selbst die Bereitschaft zur rückhaltlosen Offenheit zu erbringen.
Da ist der Schritt jemanden ohne Hemmungen zu belügen und betrügen wirklich nicht weit.

Quid pro quo.
 
  • #67
Ich habe geahnt, dass dieser Paragraph bemüht wird, er kommt in der Rechtspraxis nicht zum Tragen. Das von dir zitierte Urteil beschreibt einen völlig anderen Sachverhalt. Da wurde Spionagesoftware auf dem Handy installiert, das ist ja wohl eine ganz andere Hausnummer. Deshalb verwies ich auf das Waagschalenprinzip.

Ich finde es beschämend, wenn mit privatem Klimbim Polizei und Justiz belastet werden!
 
  • #68
Hallo, ich finde das Schnüffeln auch als Vertrauensbruch, kann aber verstehen, wenn man merkt, das man belogen wird, dann solche leider blöde Konsequenzen zieht. Auch ich habe im Handy meines Ex zufällig Sachen entdeckt, aber nicht durch Schnüffeln, sondern er zeigte mir etwas an Funktionen, welches sein Handy besaß und ich durfte es anschauen und schwubs kam diese eine unerwartete Nachricht... da er sich sicher war, konnte und sollte die ihm vorlesen, und klickte natürlich dann auf den Absender /Whatsa... ja getarnt als Arbeitskollege kam ein Bild von IHR und Sachen, die eindeutig auf eine Dame hinwiesen, die ihn vermisst und und und! Sie hatte wohl die Absprache nicht eingehalten, dass nach Feierabend keine Mail ect. versendet werden sollten. Mein Ex würde plötzlich rot und blaß. Ein Bauchgefühl hatte ich schon immer und auf meine Fragen wurde immer geantwortet, das ich mir Sachen einbilden würde, Unterstellungen und Streit suchen würde. Wenn in der Beziehung der Wurm drin ist, gibt es Anzeichen und die wenigsten reden offen und ehrlich über Dinge, die stören oder die sie vermissen.
 
  • #69
Ich weiß nur für mich, ich habe noch nie in den Geldbeutel meines Partners gelangt, außer er drückte ihn mir ausdrücklich in die Hand, kein Handy angeschaut oder den PC. Oder seine Schubladen geöffnet, oder anderes, das so eindeutig seines ist.
Auch wenn es offen da ist, frei zugänglich.

Und auch meine Dinge sind frei zugänglich, ich erwarte aber, dass man mich einfach fragt.

Aber soll ich, gerade wenn es eine vielleicht noch junge Beziehung ist, alles verschließen?
Ich möchte garantiert nicht, dass alle meine medizinischen Unterlagen ungefragt gelesen werden.
Es gibt Informationen, die erhält ein Partner erst, wenn ich es entscheide. Dafür möchte ich Respekt. Genauso, wie ich sehr vertrauliche Texte schreibe zu meinen Themen, das ist erst mal privat. Das kann ein Partner gerne lesen, aber auch da muss sich diese Partnerschaft erst entwickelt haben.

Und in meinem Mailaccount liegt einiges an Korrespondenz von Dritten, da geht es erst recht um Privatsphäre.
 
  • #70
Ich frage mich wovor die Privatsphärenpocher soviel Angst haben.
Das frage ich mich auch. Mein Handy liegt immer offen und ohne Passwortsicherung herum und mein Computer ist für meinen Partner ebenso ungeschützt. Vielleicht bin ich stinkelangweilig, aber ich habe einfach überhaupt nichts zu verbergen.

Sicher hab ich auch private Kommunikation auf beiden Geräten, und sogar ein Art Tagebuch, aber da mein Partner meine Gedanken eh aus erster Hand kennt, wäre es für ihn nur eine Wiederholung, dasselbe nochmal in schriftlicher Form zu lesen, was ich ihm bereits mitgeteilt habe.
Ansonsten stehe ich hinter allem, was ich mache und habe nicht vor, mich für irgendwas zu rechtfertigen. Mein Partner weiß, mit wem ich kommuniziere, und auch, dass meine Single-Freundinnen mir ab und an Grüße mit Bildchen von naggischen Männern mit Osterhasenohren schicken. Na und? Ich steh halt dazu, solche Freundinnen zu haben.

Ich selbst habe noch nie geschnüffelt. Würde mein Partner mir allerdings berechtigten Anlass zur Sorge in Form der "üblichen Verdachtsmomente" geben, würde ich es ohne mit der Wimper zu zucken tun. Da steh ich mir um ehrlich zu sein näher als seine Privatsphäre. Ich lass mich nicht gern an der Nase herum führen und möchte keine dieser Partnerinnen sein, die "es" als letzte erfährt.
 
  • #71
Aber soll ich, gerade wenn es eine vielleicht noch junge Beziehung ist, alles verschließen?
Es ist doch klar, dass es ein Prozess ist, sich jemanden zu öffnen.
Aber genauso ist es ein Wachstumsprozess Vertrauen aufzubauen. Mein Vertrauen in jemanden wächst mit seiner Bereitschaft sich zu öffnen.
Allerdings sollte am Ende, dem tiefen Vertrauen eine ebenso umfassende Transparenz gegenüberstehen. Und zwar beidseitig.

Ich kann mich nicht erinnern, als Erwachsene, jemals geschnüffelt zu haben. Würde man mir sagen: "An der Decke hängen Deine Geburtstagsgeschenke", ich würde bis zum Geburtstag nicht mehr nach oben sehen.
Aber ich lebe auch seit vielen, vielen Jahren in einer gefestigten Beziehung mit einem Mann, der jederzeit so agiert, dass er nichts verbergen muss.

Wir wohnen zusammen und das Mobiliar nutzen wir gemeinsam. Da gibt es zwar, der Überschaubarkeit wegen, eine Einteilung der Kleider- und Wäscheschränke, das wars aber auch schon.
Wir legen unsere Unterlagen nach einem gemeinsamen System an ein und demselben Ort ab. Und spontan fällt mir nichts ein von dem wir darauf bestehen, dass es einem von uns gehört.

Der eine nutzt etwas vielleicht häufiger als der andere, aber sonst....

Wir haben jeweils 'eigene' Rechner, Tablets, Handys, etc. Aber auch nur wegen dem sehr unterschiedlichen Nutzungsverhalten und der komplikationslosen Verfügbarkeit.
Es gibt drei geräumige Badezimmer und dennoch treten wir uns morgens im selben auf die Füße. Auch weil wir es schön finden uns Zahnpastaküsse zu geben und weil wir diese grenzenlose Intimität genießen.

Räume ich auf, dann auch seine Sachen, genauso umgekehrt. Natürlich haben wir gegenseitig vollen Zugriff auf Krankenakten, Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, Testamente, Fonds, Konten.....

Ehrlich gesagt fällt mir gar nichts ein, was wir voreinander verbergen könnten/wollten/sollten. Dies ist ein absolut freies, vertrautes, offenes und bereicherndes Miteinander.

Und die gern zitierten Vertraulichkeiten Dritter bleiben vertraulich. Solche Daten speichere ich gar nicht erst.

Also was nochmal verbergt ihr vor langjährigen Partnern, die ihr liebt, die Euch nackt, kontrollos bei Orgasmen, verletzlich, hilflos, krank, ungeschminkt, verschwitzt kennen und mit denen ihr plant alt zu werden?

Mir fällt, bis auf die Absicht eine Überraschung zu planen oder den Partner zu hintergehen und ihn dabei unwissend zu halten, nichts persönliches ein.

Zudem geht es hier nicht um präventive Überwachung, sondern um den Fall, dass ein Partner sich über einen längeren Zeitraum hinweg auffällig anders als sonst, misstrauisch, geheimnisvoll usw, verhält.

Wenn Du @Lebens_Lust mehrfach auf Frauen trafst, die soetwas aus lauter Lust und Laune machen, solltest Du mal Deinen Anteil daran überdenken oder Du gehörst einfach zu den sehr seltenen Unglücksraben, welche fünf mal hintereinander vom Blitz getroffen werden. In dem Fall, mein aufrichtiges Mitgefühl.
 
  • #72
Eigentlich handhabte ich es in längeren Partnerschaften ähnlich wie @Laleila, bis auf die gemeinsame Badezimmernutzung, das ist meine andere, mir wichtige Form der Privatsphäre. Und auch alle Finanzthemen waren immer gemeinsam, einschließlich des Kontos.
Es gibt aber für mich halt Bereiche, die ich nicht anfasse, wie eben schon aufgeführt. Handy, PC, Schreibtisch, Nachttischschublade, etc. Die Dinge, die nicht gemeinsam genutzt werden.

Ich habe aber erlebt, dass mein Ex mein Tagebuch gelesen hatte, ohne zu fragen, und er fand dann auch eine Rechtfertigung - mir ging es zu dieser Zeit psychisch nicht gut. Fur mich absolut inakzeptabel.
Ich brauchte genau dieses Tagebuch, um krause Gedanken, Frust abzulasssen, das war für niemanden zum Lesen bestimmt, das war absolut privat. Beruhigt war er hinterher gar nicht, also wo lag sein Erkenntnisgewinn? Meiner war dafür eindeutig, aber die Trennung war sowieso meinerseits schon ausgesprochen und innerhalb der Wohnung vollzogen.

Bei so konkreten Fällen wie öfters genannt, würde ich wohl ggf. auch nachprüfen / schnüffeln, aber ich kam noch nie in diese Situation.
Fremdgehen war nie das Thema, auch nicht fehlendes Vertrauen, es waren immer ganz andere unüberbrückbare Divergenzen.

Aber wenn ich lese, wie solche Beziehungen sind, in denen man dann zur Kontrolle noch mal prüft, dann denke ich mir, da stimmt doch schon vorher sehr vieles nicht mehr. Da ist sowieso nur sehr wenig WIR (übrig).
Die Erkenntnisse aus der Schnüffelei sind nur die Sahnehaube, die bräuchte es für mich nicht. Ich würde vorher schon so eine Beziehung beenden, aber vielleicht fehlt es mir an Geduld und Leidensbereitschaft.
 
P

proudwoman

  • #73
Liebe Laleila, genau das verstehe ich auch darunter wie Du das in Deinem Post 70 beschreibst. Jeder, der hier so hartnäckig auf seinem Privatleben herum reitet und eingeschnappt ist und mit anderen unsäglichen Vergleichen kommt, der möchte von seinen Betrügereien und seiner Feigheit ablenken. Jeder hier ist des Lesens mächtig und versteht die Frage so wie @ Mandoline sie gemeint hat.
 
  • #74
Jeder, der hier so hartnäckig auf seinem Privatleben herum reitet und eingeschnappt ist und mit anderen unsäglichen Vergleichen kommt, der möchte von seinen Betrügereien und seiner Feigheit ablenken.
Ja und deshalb habe ich ja schon geschrieben, dass man nur die Dummen erwischt und sonst niemand. Natürlich kann man sich dann fragen, wenn man nichts gefunden hat, dann hat der Andere wer weiß was zu verheimlichen. Diese Diskussion wäre mir zu dumm und dann ziehe ich lieber die Reißleine.

Ich respektiere diese Privatsphäre des Anderen und erwarte auch das der Andere meine respektiert. Ist dies nicht mehr gegeben, dann ziehe ich meine Konsequenzen. Dies bezieht sich aber auf alle Bereiche und nicht nur Email, Handy usw.

Natürlich kann man auch juristisch dagegen vorgehen, aber das ist mir die Mühe nicht wert. Meine Achtung ist schon längst verloren gegangen und wenn ich jetzt noch juristisch vorgehe, dann schenke ich derjenigen mehr Aufmerksamkeit als sie in meinen Augen eigentlich verdient hat.

BTW: So unbemerkt ist dieses Schnüffeln auch nicht und wer sich mit IT auskennt weiß auch, wann der andere geschnüffelt hat.
 
  • #75
Aber wenn ich lese, wie solche Beziehungen sind, in denen man dann zur Kontrolle noch mal prüft, dann denke ich mir, da stimmt doch schon vorher sehr vieles nicht mehr. Da ist sowieso nur sehr wenig WIR (übrig).
Die Erkenntnisse aus der Schnüffelei sind nur die Sahnehaube, die bräuchte es für mich nicht. Ich würde vorher schon so eine Beziehung beenden, aber vielleicht fehlt es mir an Geduld und Leidensbereitschaft.
Da hast du definitiv recht, aber wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, wie man in den Sumpf des Zweifelns und Hoffens, dass man sich irrt hineingezogen wird und zum Schluss gar nicht mehr weiß, ob man selber verrückt ist oder der Partner, braucht man irgendeine Art von "Beweis".
Für mich war es damals wie eine Erlösung, als meine Freundin ihn quasi beim Fremdgehen erwischt hat.
Aber es stimmt schon - wenn es kein WIR oder wenig WIR in einer Beziehung gibt, dann wird das nicht (mehr).
Die Geschichte mit dem Tagebuch geht gar nicht ich habe auch früher sehr lange Tagebuch geschrieben, um meinen Kopf zu ordnen. Das war auch sehr tagesstimmungsabhängig, was ich da reingeschrieben hatte, ging aber niemanden etwas an.
Ein Mann, der mir misstraut (aus welchen Gründen auch immer) und deshalb mein Handy kontrolliert, ginge für mich nicht mehr. Ich gebe meinen Partnern nie Anlass für Misstrauen.
Aber wie schon geschrieben habe ich auch schon Handys kontrolliert - und leider auch immer Entsprechendes gefunden... im Grunde verletzt man sich mit dem Gefundenen zusätzlich selber und man sollte sich eigentlich dessen bewusst sein, dass man dann auch die Konsequenzen ziehen muss ohne weiteren Streit und Vorwürfe.
Wenn man das allerdings nicht will, sollte man es lieber gleich lassen.
Das führt sonst direkt in die Beziehungshölle. Mich fröstelt es schon bei dem Gedanken an diese Zeit...
 
P

proudwoman

  • #76
dass man nur die Dummen erwischt und sonst niemand.
Das klingt für mich so "Wer zu dumm ist, seine Betrügereien (so wie Mandoline sie meint!) clever zu verbergen, hat selbst dran Schuld". Ich frage mich jetzt, nennt man das Warmwechseln, Fremdgehen oder sonstige Flirten mit Frauen/Männern innerhalb einer Beziehung "Privatleben" (Betonung des V..denn das klingt so außerordentlich wichtig und hochanständig) ?
Nochmal, ich lasse mich nicht gerne für dumm verkaufen und deshalb habe ich damals mal nachgeschaut, wo mein Ex sich sonst noch so rumtreibt, und zwar NACHDEM ich jahrelang von diesem "Herrn" für paranoid gehalten wurde. Ich war es nämlich NICHT. Ich habe nur zu lange gewartet damit. Ich hätte eine Menge Geld und Kraft gespart, wenn ich das eher gemacht hätte. Daraus habe ich gelernt.Ich dachte eigentlich immer, siehe Post 70 von @Laleila , ich selber wäre das Privatleben von diesem Mann. Aber nein..unter "Privatleben" versteht man anscheinend etwas anderes.
 
  • #77
Ich habe aber erlebt, dass mein Ex mein Tagebuch gelesen hatte, ohne zu fragen, und er fand dann auch eine Rechtfertigung
Du hast Recht, das geht gar nicht.
Da ich selbst keine persönlichen Aufzeichnungen mache, dachte ich nicht an Tagebücher.
Das gilt natürlich auch für digitale Tagebücher. Es gibt Menschen, denen es hilft, gut tut, beim Verarbeiten hilft, Gedanken nieder zu schreiben.
Dinge, welche normalerweise den Kopf nicht verlassen würden sind Privatsache. Absolute Zustimmung.

Da mir das Thema keine Ruhe lies, fragte ich meinen Mann gestern nacht, was, wenn ich es täte, seine Privatsphäre verletzte.

Er sah mich erstaunt an und meinte dann: "Ich verstehe die Frage nicht, wir gehören zusammen und haben eine gemeinsame Privatsphäre."

Vielleicht brauchen wir die Begrifflichkeit auch einfach nicht, weil wir uns einfach nicht übergriffig verhalten. Es ist natürlich leicht zu sagen, man setzt keine Tabus, wenn man in Gesellschaft von Menschen lebt, die nie übergriffig u/o verletzend agieren würden.

Meine persönliche und grundsätzliche Haltung zum Thema bleibt dennoch.
Jemand der "von Tagebüchern und hygienischen oder organisatorischen Eigenheiten mal abgesehen" auf scharf verteidigte Privatsphäre innerhalb einer langen, intimen Partnerschaft beharrt, wäre für mich inakzeptabel.
Dafür bin ich selbst zu offen und vertrauensvoll gegenüber meinem nächsten Gefährten.

Das man sich nicht wohl fühlt, wenn man heimlich, ja eigentlich nach Gegenbeweisen, für die befürchtete Untreue des Partners sucht, haben alle, die dies schon mal taten, bestätigt.

Und bei den meisten war der Verdacht absolut gerechtfertigt und somit auch ihre Vorgehensweise. Wohl gemerkt, nachdem sie belogen und hintergangen wurden.
 
  • #78
Eigentlich sind solche und ähnliche Threads doch gruselig.

Ob man schnüffelt, oder Antischnüffelvorrichtungen baut. Wie in Beziehungen miteinander umgegangen wird, und man das tatsächlich noch als Partnerschaft bezeichnet.
Es wird verächtlich gemacht, abgewertet, gelogen, betrogen, ignoriert...Von den extremeren Geschichten bis zu den verschiedenen Missbrauchsvarianten ganz abgesehen.

Und trotzdem. Ich möchte mir die Illusion bewahren, dass Partnerschaft möglich ist. Mit Liebe, Vertrauen, einem gemeinsam zu gestaltendem und zu pflegendem WIR und dem jeweiligen ICH.
Dann stellen sich diese Fragen gar nicht, dann ist vieles, was wir hier hoch emotional und mit allen möglichen und unmöglichen Facetten diskutieren, gar nicht relevant.

Solche Fragen kommen erst, wenn es kriselt, wenn das WIR verloren geht.
Dann wäre es aber an der Zeit zu reden, zu prüfen, Kurskorrekturen zu machen, entweder gemeinsam wieder einen Weg finden oder eben künftig getrennte Wege zu gehen.
Wenn Kommunikation nicht möglich ist, dann erübrigt sich die Frage ebenso.
Man kann keine Partnerschaft erzwingen, und wenn die Basis unrettbar nicht mehr stimmt, was soll das dann?

Das Leben ist zu schade für schädliche bis destruktive Beziehungen, das sollte man sich selbst wert sein.
Ich bin diesbezüglich inzwischen bekennende Egoistin, habe allerdings gelernt, gut mit mir alleine leben zu können.
 
  • #79
Das klingt für mich so "Wer zu dumm ist, seine Betrügereien (so wie Mandoline sie meint!) clever zu verbergen, hat selbst dran Schuld"
Ja und da war er in meinen Augen nur dumm. Wenn er clever gewesen wäre, dann wäre dies nicht rausgekommen. Entweder man(n) macht dies gar nicht wie ich und wenn man es macht, dann sollte man sich nicht erwischen lassen.

Manchmal regieren sogar Frauen mit ihrem neuen Wissen sehr gut. Eine Bekannte von mir fand raus, dass ihr Mann sie betrügt und führ zu der Geliebten mit seiner dreckigen Wäsche. O-Ton der Frau: Da Sie jetzt schon meinen Mann haben, können Sie auch den Rest von ihn bekommen.
Chapeau für diesen Spruch.
Am Ende hatte der Mann eine Ex-Frau und Ex-Geliebte.

Vielleicht erwischt man ja die Fremdgeher, weil Sie denken, dass Sie so clever sind und oft werden Sie vom Gegenteil überführt.
 
  • #80
Mit Liebe, Vertrauen, einem gemeinsam zu gestaltendem und zu pflegendem WIR und dem jeweiligen ICH.
So ist es. Die Beziehung ist am Ende, wenn Schnüffeln notwendig wird. Sonst ist selbstverständlich, dass man sich austauscht und doch jeder sich ein "Ich" bewahrt. Und hier schreiben ja auch alle, dass sie trotz Möglichkeit nicht auf die privaten Daten zugreifen. Diskutiert werden wieder mal die Extreme (Beweis fast schon offensichtlichen Fremdgehens). Auch da sind sich im Grunde alle einig.
 
  • #81
Ist eigentlich dieses Schnüffeln auch nicht eine typische weibliche Passion?

Hier kann man ja auch lesen, dass diejenigen, die es zugegeben haben nur Frauen waren und kein einziger Mann. Eventuell liebt es auch daran, dass vielleicht Männer auch schon geschnüffelt haben, aber es keiner zugeben möchte. Das Verhalten ist ja nicht so ruhmreich und deshalb gibt man es auch nur mit der Drohung der Todesstrafe zu.:)

Männer schnüffeln nicht, sondern sie spionieren. Lt. einer Studie von der East-Carolina-Universität schnüffeln 1/3 der Frauen ihren Mann aus und bei den Männern sind es noch nicht einmal 10%. Männer lieben da lieber die Technik und spionieren ihre Frauen auf James Bond Manier aus.
 
P

proudwoman

  • #82
Eventuell liebt es auch daran, dass vielleicht Männer auch schon geschnüffelt haben, aber es keiner zugeben möchte. Das Verhalten ist ja nicht so ruhmreich und deshalb gibt
Wäre mal eine interessante Frage hier im Forum!
Ich sehe es im Prinzip ganz genauso wie die meisten hier: Vetrauen ist das allerwichtigste in einer Liebesbeziehung . Bei uns war das so, dass wir nicht zusammen lebten. Es lag eine Distanz von 900 Km zwischen uns.Da geht das Lügen einfach leichter. Ich hatte nach 5 Jahren das schlimme Gefühl, irgendwie verlieren wir uns (aus den Augen). Ich hatte ihn immer darauf angesprochen, immer wieder. Er vermittelte mir wirklich glaubwürdig, dass alles gut ist zwischen uns. Da ich ja Vertrauen hatte, glaubte ich ihm. Warum sollte ich mich da trennen? Ich neige eh zum Grübeln und Probleme wälzen, wo vielleicht keine sind.
Am letzten Tag genügte wirklich nur ein Blick auf seinem Tablet, ich klickte alles wieder weg, es hat mir einfach genügt und ich konnte gehen. Ich war sowieso schon kurz davor Schluß zu machen. Vielleicht hat mir dieses Schnüffeln und diese letzte Gewissheit einfach diesen Anruf erleichtert. Da konnte ich das, ganz kalt und sachlich. In 3 Minuten war es zuende. Ohne Rechtfertigungen, Bloßstellungen und Vorwürfe.
 
  • #83
Ich sehe eine Partnerschaft wie @Laleila, @Lionne69, @proudwoman und Co.
Wenn man sich ineinander verliebt hat eine Beziehung begonnen hat, die in eine Partnerschaft übergeht so ist es für mich selbstverständlich dass ein Wir-Gefühl entsteht und auch selbstverständlich dass man sich vertraut und sich aneinander Wünsche und Bedürfnisse, Träume und Ziele erzählt, dass man miteinander in die gleiche Richtung blickt und zusammen durchs Leben geht.

Was wäre das für eine Partnerschaft, wenn der eine sich nicht traut, sich zu öffnen und seinem Partner von seinem innersten zu erzählen, wenn er das Gefühl hat, dass bestimmte Wünsche oder Bedürfnisse nicht erfüllt werden und er/sie zu kurz kommt oder er/sie Mangel spürt?

Sollte man nicht lieber auf eine Partnerschaft verzichten, wenn ein Mensch ohnehin nicht fähig ist offen und ehrlich mit dem Partner umzugehen aber stattdessen im Verborgenen versucht, seinen vermeintlich unerfüllten Bedürfnissen ausserhalb der eigenen Beziehung nachzugehen?

Würden die Partner von Anfang an, die Einstellung haben, dass die Partnerschaft nur dann sinnvoll und wohltuend ist, wenn beide ehrlich sind, so würde auch das Schnüffeln unnötig sein. Nur so ist eine respekt- und achtvolle Beziehung lebbar.
 
  • #84
Männer in Beziehungen rechnen m.E. äußerst selten damit, dass sie ihre Partnerin verlassen könnte, machen sich darüber gar keine Gedanken. Siehe dazu die ungezählten Threads, wo Männer ihr Leid klagen, dass alles toll war und die Frau ganz plötzlich und unerwartet beendete. (Ausgenommen Männer mit massiven Verlustängsten, u.ä.).

Damit kommt Misstrauen in dieser Form gar nicht auf, Mann fühlt sich einfach sicher, und die Frage nach Schnüffeln bzw. "männliches" Spionieren stellt sich nicht.

Dafür gibt es das dann oft genug im Nachgang, dann ist auch nicht euphemistisch Spionieren sondern stalken.
 
  • #86
Mir ist die Diskussion zu sehr reduziert darauf, dass alles, was nicht offengelegt wird, etwas mit Fremdgehen zu tun hat. Es sind ja schon eine Reihe von Aspekten genannt worden, die damit überhaupt nichts zu tun haben.
Man kann auch Jobverlust verheimlichen und jeden Morgen das Haus verlassen und so tun als ob man zur Arbeit ginge. Natürlich kann man eine Krankheit verheimlichen - zumindest eine Zeitlang - bis die Symptome zu offensichtlich werden. Oder ein unehrliches Kind aus einer früheren Beziehung oder ONS. Eine Drogensucht. Fetischismus. Eine HIV-Infektion oder andere STD.

Darf aber der Partner all das verheimlichen? Nichts dürfte er verheimlichen, was auch den Partner direkt (HIV-Infektion) oder indirekt betrifft (Jobverlust).

Von den schönen Überraschungen wollen wir jetzt nicht sprechen (Urlaub, Konzert, Fest, Geburtstag etc)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #87
Darf aber der Partner all das verheimlichen? Nichts dürfte er verheimlichen, was auch den Partner direkt (HIV-Infektion) oder indirekt betrifft (Jobverlust).
Nein, aber ich darf verheimlichen, was mir Freunde anvertraut haben. Ich darf verheimlichen, wie viele Goldbarren ich im Keller liegen habe (wenn ich es keinen Einfluss auf die Finanzen in der Beziehung hat), ich behalte Einzelheiten der ONS in den letzten 30 Jahren für mich, wenn ich das für richtig halte und auch meine sexuellen Phantasien, wenn ich das möchte. Warum sollte ich nicht Fetischismus verheimlichen, wenn es mir so peinlich ist, dass ich lieber darauf verzichte als es anzusprechen? Und ich teile auch nicht täglich alle Details mit, wen ich getroffen habe und was wir im Detail gesprochen haben (alleine schon, weil das 3 Wochen später in "Lügen" verdreht wird, wenn ich mich nicht mehr an Details erinnere). Mein Tagebuch (das ich persönlich nicht schreibe)? Tabu. Auch wenn da vielleicht Gedanken über die Beziehung drin wären. Und so gibt es eben jede Menge Dinge, die eben auch in einer Partnerschaft nicht automatisch "offen" sind. Man kann sie öffnen, aber ob, das sollte der bestimmen, der sie offenlegen möchte.

Wir diskutieren hier doch nicht ernsthaft über alles, was die Partnerschaft direkt betrifft!? Für mich jedenfalls ist selbstverständlich, dass ich in einer Beziehung nicht die Dinge verheimliche, die die Beziehung direkt betreffen. HIV verheimlichen? Fast schon ein Mordversuch, sorry. Ob aber meine Schwester HIV-positiv ist, geht die Partnerin nicht direkt was an.

Ich plädiere bestimmt nicht für Geheimniskrämerei in Beziehungen, aber "völlige Offenheit" kann niemand vom anderen automatisch erwarten, das ist eine Illusion. Und komplett "ausziehen" muss ich mich nicht. Und was ich preisgebe, bestimme ich.
 
  • #88
Würden die Partner von Anfang an, die Einstellung haben, dass die Partnerschaft nur dann sinnvoll und wohltuend ist, wenn beide ehrlich sind, so würde auch das Schnüffeln unnötig sein. Nur so ist eine respekt- und achtvolle Beziehung lebbar.
Das ist mir zu kurz formuliert.
Schnüffeln bringt nicht zwangsläufig Unwahrheiten zutage, nur evtl. einen kleinen Teilbereich.

Ehrlichkeit bedeutet, dass jede /r sich darüber klar ist, mit welchen Motiven diese Partnerschaft überhaupt eingegangen wird. (siehe z.B den aktuellen Thread)
Mit welchen Erwartungen zu allen möglichen Aspekten - wie Partnerschaft generell gelebt werden soll (Freizeit, Haushalt, Finanzen, Kinder, etc)
Welche Vorstellungen jede/r wirklich hat - sehr oft erfolgt zwar verbal Zustimmung, aber die Realisierung scheitert am passiven Widerstand des /der anderen. (oder an der verschwiegenen Vasektomie)
Man setzt häufig darauf, der / die andere wird sich verändern, einsehen, dass diese Vorstellungen unpassend sind, der Zeitfaktor diese obsolet machen.
Kombination aus Unehrlichkeit und Respektlosigkeit.

Bereits beim Kennenlernen -
Die Unehrlichkeit, dass man sich anders gibt als man ist, um die Partnerschaft zu bekommen - das fängt bei falscher Alters- und Größenangabe bei SBs an.
Fehlender Respekt - wenn jemand feste Vorstellungen, Gewohnheiten, soziale Kontakte hat, wird sie / er sich nicht ändern - und auf Hobby, Freunde, Karriere, Interessen nicht verzichten. Wieviele Threads zu diesem Themenbereich?

Die Bandbreite ist noch größer, dass Thema Unehrlichkeit, Misstrauen, fehlender Respekt hat immens viele Komponenten.

Es fängt damit an, zu sich selbst wirklich ehrlich zu sein.
Das man sich eine Partnerschaft schön redet, weil man nicht alleine sein möchte, weil Abhängigkeiten entstanden sind, weil die Konsequenz Trennung das vermeintlich größere Übel ist, weil man "es" den Kindern zuliebe aushält.
Wie oft wird da gelogen - "Ich liebe Dich" "Es war toll"?

Wer hat nicht zumindest in Teilbereichen sich selbst und den / die Partnerin angelogen - wer ist immer ehrlich mit allen Konsequenzen? Notlügen außen vor.
 
  • #89
Also was nochmal verbergt ihr vor langjährigen Partnern, die ihr liebt, die Euch nackt, kontrollos bei Orgasmen, verletzlich, hilflos, krank, ungeschminkt, verschwitzt kennen und mit denen ihr plant alt zu werden?
Ich habe den gesamten Thread nur überflogen, nur auf diese Frage wollte ich ganz kurz antworten: Es ist einfach Typsache.
Weißt du, als ich ein Mädchen war, hatte ich ein Tagebuch und eine absperrbare Box, die sich in einer anderen abschließbaren Box im ebenfalls abschließbaren "Geheimfach" meines Schreibtisches befanden. In der Box lagen Muscheln, Kieselsteine und ähnliche Souvenirs aus diversen Familienurlauben. Im Tagebuch stand außer einem selbst ausgefüllten Fragebogen ("Mein Lieblingsessen: Pizza. Mein Lieblingsfach: Englisch") ... nichts.

Und das ist mir geblieben...ich habe ganz gern mein "Geheimfach". Es geht nicht darum, ob ich zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich irgendwelche Geheimnisse der einen oder anderen Art habe, sondern um das Gefühl.
 
  • #90
#86 @Lebens_Lust, vielleicht hätte meine Frage anders formuliert werden sollen z.B. "Was und wie viel darf überhaupt mein (zukünftiger) Partner alles über mich wissen?"

Wenn heimliche Treffen mit Exaffären, verdrängte Homosexualität/Fetischismus, Drogensucht, unsichtbare psychische und körperliche Krankheit oder gar verbüsste Straftaten unter "meine persönliche Privatsphäre" fällt und es den Partner auch nicht angehen darf, was darf er dann überhaupt wissen?

Nur die sichtbaren Eckdaten: Alter, Grösse + Gewicht, Ausbildung und Job und seine Ursprungsfamilie und sonst nichts?

Das ist doch, wie wenn ich mit einem Phantom zusammen wäre. Dann brauche ich keine Beziehung, wenn ich mich nicht öffnen über meine Sexphantasien (nur ein Beispiel) nicht reden darf. Und wenn er mir nicht traut und sich mir nicht anvertraut, dann kann auch er genauso gut alleine bleiben. Und nur mehrwöchige Affären führen.

Übrigens: kein Mensch braucht sich wegen Fetischismus zu schämen, weil kein Mensch sich das bewusst aussucht, so wie ich mir selbst den Rollstuhl krankheitsbedingt nicht ausgesucht habe aber ihn brauche.
 
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