• #1

Schnüffeln bei berechtigtem Misstrauen erlaubt, wenn keine ehrliche Antworten?

Ich lese hier, dass die meisten Menschen das Schnüffeln im Handy, E-Mails lesen, persönliche Sachen durchsuchen usw. des Partners als einen schlimmen und fast irreparablen Vertrauensbruch sehen und als das beginnende Ende der Beziehung.

Hat wirklich der Misstrauische (der Schnüffelnde) ein Vergehen begangen oder viel mehr der Partner, welcher nicht offen und ehrlich ist und etwas verheimlichen möchte?
Hat nicht gerade der Partner, welcher Kontakte zu Exfreundinnen, kürzeren oder längeren Affären hält oder sogar heimlich eine Geliebte hat mit seinem Verhalten das Misstrauen und somit das Spionieren verursacht?

Wenn mein Partner nichts zu verheimlichen hat und transparent ist und mir z.B. seine Wünsche nennt Kontakt zu Ex Freundinnen haben zu wollen, dann brauche ich nicht misstrauisch zu werden und auch nicht zu schnüffeln.

Ich sehe die Ursache des Beziehungsendes im Verhalten des Partners, der etwas verheimlicht und nicht das Schnüffeln des misstrauischen Partners.

Wenn ich also gegenüber meinem Partner misstrauisch geworden bin (ich lasse mal hier die unbegründete und krankhafte Eifersucht nicht gelten, weil ein anderes Thema), dann hat das eine Ursache, einen Grund und mein Partner dürfte ja nicht wütend oder gekränkt reagieren, sondern sich fragen bzw. schon wissen, dass er selbst mein Misstrauen geweckt hat.

Denn wer ehrlich, offen und transparent ist und seinen Partner nicht hinter seinem Rücken belügen und betrügen will hat auch nichts zu verheimlichen.

Bei begründetem Misstrauen würde ich immer schnüffeln, wenn ich zuerst auf meine Fragen keine ehrliche Antworten bekomme.

Die meisten Lügner und Betrüger geben ja auch keine ehrliche Antworten, weil sie die Konsequenzen bereits kennen - meistens ist das das Aus der Beziehung. Insofern würde ich schnüffeln, um mir beim Verdacht die Gewissheit zu holen. Die gesunde Intuition (das Bauchgefühl) hat meistens recht, warnt uns und will uns vor materiellem oder emotionalem Schaden schützen.

Wie seht ihr das? Schnüffeln zum Selbstschutz erlaubt, wenn keine Ehrlichkeit seitens des Partners vorhanden?
 
  • #2
Die Frage gibts schon mal und der Standpunkt von vielen deren Geräte wie Handy und PC absolut Tabu ist, dass man gleich schlussmachen soll wenn kein Vertrauen mehr herrscht. Ganz egal ob der Verdacht begründet ist oder nicht.
Fakt ist, dass ich noch nie ins Handy meines Partners geschaut habe, es aber machen würde, wenn mein Bauchgefühl absolut mies ist und ich nur "Alles cool" und "das bildest du dir nur ein" als Antwort bekomme.
Nur ein Gefühl würde ich allerdings nie als handfesten Grund sehen um eine Beziehung zu beenden. Da bräuchte ich schon handfeste Gründe. Gerade ich, die früher mal an PMS gelitten hat, weiß das umso besser. Da hätte ich die Beziehung schon 100x beenden müssen.
Im übrigen wäre ich auf meinen Freund nicht sauer wenn er das aus ebenfalls üblem Bauchgefühl tun würde. Auch wenn ich hoffe dass er dass ich ihm dazu nie einen Anlass gebe. Er hat mir jedenfalls noch keinen gegeben.
Mein Handy ist allerdings nicht tabu für ihn.
 
  • #4
Hat wirklich der Misstrauische (der Schnüffelnde) ein Vergehen begangen oder viel mehr der Partner, welcher nicht offen und ehrlich ist und etwas verheimlichen möchte?
Es bleibt die Frage wo wird da abgegrenzt? Es ist sehr einfach dem anderen den Ball zuzuspielen "aber der hat doch..." NEIN man selbst hat auch, beide tragen ihren Teil bei. Schnüffeln nur weil man eine selbstunsichere Persönlichkeit hat und eifersüchtig ist finde ich in jedem Fall nicht begründet. Wenn der Partner bereits einmal betrogen hat dann ist das auch kein Freifahrtschein in seiner Privatsphäre zu wühlen. Wenn man nämlich schon so misstraut sollte man eher darüber nachdenken was diese Partnerschaft noch zusammenhält und im Zweifelsfall die Reißleine ziehen und trennen.

Ein Mann wäre schon schön blöd dir zu sagen, dass er Kontakt zu Ex-Freundinnen bzw. Affären aufrecht erhalten möchte. Wenn er das zu einer anderen Frau sagt, die etwas auf sich hält und tough ist, die zeigt ihm den Vogel und weist ihm die Tür.
 
  • #5
Es ist so oder so das Ende der Beziehung. Entweder der Verdacht bestätigt sich oder man findet (noch) nichts, hat aber weiter den Verdacht. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man irgendeinen Beweis findet, der das Misstrauen komplett und für immer ausräumt.
Die Frage ist doch, warum du eine Beziehung mit jemandem möchtest, dem du nicht vertraust? Mach doch einfach Schluss, egal ob er "schuldig" ist oder nicht. Er verdient jemanden, der ihm vertraut.
 
  • #6
Ich bin - was das betrifft - ziemlich konsequent:
Sobald mich das Misstrauen (es geht ja nicht immer nur um Fremdgehen) beschleicht, spreche ich das immer direkt an, sage, was in meinem Kopf vorgeht, und warte, was ich zur Antwort bekomme - direkt ins Gesicht gesagt. Wenn ich danach immer noch ein schlimmes Gefühl habe, trenne ich mich. Niemals würde ich mich dazu hinreißen lassen, in seinen Sachen nachzuforschen. Wenn ich wirklich das Gefühl habe, er belügt mich bei irgendeinem Thema und ist nicht bereit, etwas zu tun, dass ich mehr vertrauen kann, dann will ich ehrlich gesagt auch die ganzen Details gar nicht wissen. Es interessiert mich dann einfach nicht mehr.

Sprich, an den Punkt, an dem ich das Bedürfnis verspüre, ihm hinterher"schnüffeln" zu müssen, komme ich erst gar nicht, weil ich mich vorher trenne, denn das schlechte Gefühl des Misstrauens muss ich mir in einer Beziehung nicht geben. Schon alleine die Vorstellung, Detektivarbeit in meiner Beziehung leisten zu müssen, beklemmt mich so sehr, dass ich eine solche Beziehung gar nicht fortführen möchte.

Ich bin in meinem Leben meines Wissens nach nie betrogen und belogen worden, und selbst wenn, dann will ich es heute auch gar nicht mehr wissen, weil es mir bei meinen Expartnern völlig egal ist. So ist meine Seele unbelastet, und ich kann mich ohne Misstrauen und mit Vorschussvertrauen neuen Menschen öffnen und mich auf sie einlassen. Damit lebe ich sehr gut und ruhe in mir selbst.
 
  • #7
Wenn jemand einen berechtigten Verdacht hat, der durch das "Schnüffeln" (negativ besetztes Wort, ich weiß) leider bestätigt wird, ist es meiner Ansicht nach legitim. Denn wer lässt sich schon gern belügen, betrügen, für dummm verkaufen.

So hat schon so manch einer die bittere Wahrheit herausgefunden und kann dann entscheiden, wie es weitergehen soll.
 
  • #8
Schnüffeln zum Selbstschutz? Natürlich ist es nicht immer einfach, grundsätzlich Vertrauen zu haben. Sobald bei mir Zweifel aufkommen, egal an welchem Verhalten, dann frage ich. Bekomme ich keine Antwort oder eine, der ich sofort anmerke, dass sie nicht stimmt, bekommt die Beziehung einen Riss.

Grundsätzlich finde ich Schnüffeln erniedrigend, für mich selbst und für denjenigen, den ich ausforschen will. Jeder braucht kleine Geheimnisse, auch ich selbst. Ich will nicht immer und überall wie ein offenes Buch herum laufen. Und ich respektiere meinen Partner - in seinen Entscheidungen. Sind diese nicht akzeptabel für mich, muss ich die Konsequenzen ziehen. Das geschieht im Gespräch, nicht durch Schnüffelei.
 
  • #9
Wir hatten das Thema hier schon einmal und ich kann Deine Frage gar nicht 100% beantworten.
Hier und im Leben, treffen extreme Menschen und extreme Situationen aufeinander.
Da gibt es den grundsätzlichen Schnüffler, immer argwöhnisch, kontrollierend und möchte permanent im Mittelpunkt stehen.
Finde ich furchtbar. Wenn ich mitbekommen würde, dass meine Nachrichten an den besten Freund oder Bekannte regelmäßig gelesen werden, wäre ich weg.
Mein Handy liegt allerdings unensperrt rum und der Anfang einer Nachricht wird angezeigt.
Darauf einen automatischen Blick zu werfen, wenn es aufleuchtet finde ich aber natürlich und hätte damit kein Problem.
Ich selbst schnüffel nicht.
Hier gibt es Fälle, die sind so eindeutig, dass ich mich trennen würde ohne auch nur auf die Idee zu kommen, zu spionieren.
Wenn jemand von seiner Exaffäre schwärmt und mich schlecht behandelt, brauch ich doch keine Email mehr.

Aber wenn ein Partner, nach Jahren komisch wird, Anzeichen da sind, für midlifecrisis oder eben fremdgehen....
Ich weiß es nicht, ob ich nicht alle Vorsätze über Bord schmeißen würde, weil ich in emotionaler Ausnahmesituation wäre.
Hier habe ich ehrlicher Weise auch schon gedacht, gut dass es getan wurde und Gewissheit ist.
Ausnahmen bestätigen die Regel, die Regel wäre aber gegen Schnüffler.
 
  • #10
Ich denke dass es mehr oder weniger das Ende einer Beziehung ist wenn ein Partner schnüffelt.
So ging es mir, ich habe nie geschnüffelt bis auf einen Ex, hatte aber auch nur bei ihm Zweifel.
Diese wurden bestätigt, im Grunde war es einfach: nochmals schwarz auf weiss sehen was ich eigentlich eh schon weiss...
Ich denke dass ich sogar eine Beziehung beenden würde wenn ich nur das Gefühl hätte, schnüffeln zu müssen!
Allerdings habe ich ein gesundes Bauchgefühl, darauf kann ich mich verlassen.
 
  • #11
Also wenn man schon Schuffeln muss, dann ist jegliches Vertrauen am Ende und wenn erwischt man denn eigentlich? Doch nur diejenigen, die teilweise zu naiv sind, um solche Daten sicher zu speichern.

Ich würde hier dann eine Cloud, ein nicht physisch vorhandenes Speichermedium empfehlen. Man kann seine Daten von überall im Netz abrufen und diese Daten kann man auch nicht googeln. Die Daten sind dann sicher beim Server des Anbieters gespeichert. Nicht das ich so etwas nutze, aber wenn meine Partnerin meint, sie muss schnüffeln, dann ziehe ich ihr hiermit schon einmal den Zahn und am Ende wäre es für mich sowieso der Anfang vom Ende.

Beim Handy geht dies übrigens auch und auch hier werden nur die einfacheren Betrüger erwischt.

Ach ja wie dies mit den Schuffeln ins Auge gehen kann habe ich vor ein paar Jahren selber festgestellt.

Da meinte meine damalige Freundin, dass ich einen Nebenkontakt hätte und dabei handelte es sich nur um die Freundin meiner Nichte, die regelmäßig mir auf Englisch schrieb, um ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Aus dem "Hiya XY" würde gleich in ihren Augen eine Liebkosung, obwohl es sich um einen recht informell gängigen Gruß auf Englisch es sich handelt.
Gut danach wurde die Dame von mir zur ehemaligen Freundin degradiert.
 
  • #12
Diese wurden bestätigt, im Grunde war es einfach: nochmals schwarz auf weiss sehen was ich eigentlich eh schon weiss...
Ich denke dass ich sogar eine Beziehung beenden würde wenn ich nur das Gefühl hätte, schnüffeln zu müssen!
Allerdings habe ich ein gesundes Bauchgefühl, darauf kann ich mich verlassen.
Darum geht es ja. Warum hat jemand Misstrauen bekommen? Sicherlich nicht grundlos. Jeder merkt und spürt, wenn der Partner etwas verheimlichen will und niemand verheimlicht vom Partner, wenn er Sport machen oder sich mit seinem besten Freund treffen will, sondern sagt das offen.

Und wenn ich nachfrage und keine ehrliche Antwort bekomme bzw. spüre, dass etwas nicht stimmt, wie bekomme ich die Gewussheit? Sonst habe ich viel. die Beziehung grundlos beendet. Denn nur wenn sich mein Verdacht bestätigt bin ich handlungsfähig und kann eine Entscheidung treffen - bleiben oder gehen. Aber dafür muss ich die Wahrheit kennen.
Also wenn man schon Schuffeln muss, dann ist jegliches Vertrauen am Ende und wenn erwischt man denn eigentlich? Doch nur diejenigen, die teilweise zu naiv sind, um solche Daten sicher zu speichern.
Richtig man kann auch verdächtige Daten löschen und den Partner jahrelang an der Nase herumführen. Im Ernst, wenn es ein harmloser Kontakt ist, dann sage ich das meinem Partner selbst offen und ehrlich und zeige ihm auch die Konversation gerade, weil ich nichts zu verstecken habe.

Wenn mein Partner damit trotzdem Probleme hat, dann ist das wirklich sein Bier und nicht mehr meines.
 
  • #13
Nicht das ich so etwas nutze, aber wenn meine Partnerin meint, sie muss schnüffeln, dann ziehe ich ihr hiermit schon einmal den Zahn und am Ende wäre es für mich sowieso der Anfang vom Ende.
Darum geht es hier in diesem Falle ueberhaupt nicht. Es ging darum dass FS ueber Schulter gesehen hat, Beweis hat und trotzdem bleibt. In deinem Fall bin ich voellig deiner Meinung, wer schnueffeln muss, hat eigentlich schon verloren und soll sich gleich trennen, denn ohne Vertrauen geht gar nichts in einer Beziehung!
 
  • #14
Wenn mein Partner damit trotzdem Probleme hat, dann ist das wirklich sein Bier und nicht mehr meines.
Und wenn Du dann nichts findest, weil die Daten in einer Cloud sind, dann ist wohl dein Bier und nicht sein oder?
Wie schon gesagt: Wenn erwischt man denn beim Schnüffeln?
Es ging darum dass FS ueber Schulter gesehen hat, Beweis hat und trotzdem bleibt.
Man sollte auch die Frage einmal umdrehen.

Warum schaut die FS über die Schulter?
Wenn man dies macht, dann sind die Probleme viel tiefer und eventuell braucht man ja den sogenannten Beweis, um sich selber ein gutes Gewissen einzureden.
 
  • #15
Bei begründetem Misstrauen würde ich immer schnüffeln, wenn ich zuerst auf meine Fragen keine ehrliche Antworten bekomme.
Begründetes Misstrauen gibt es meist erst nach dem Spionieren. Den Nachweis ehrlicher Antworten auch. Das ist letztlich eine Ausrede dafür, den Partner oder die Partnerin zu überwachen.
Die Antwort auf Deine Frage hättest Du hier auch mit der Suchfunktion finden können, das Thema ist doch gerade erst vor ein paar Wochen durchgegangen.

Wenn das Vertrauen so weit hinüber ist, dass jemand im Handy oder sonstwo gezielt "spioniert", dann ist die Beziehung am Ende. Es macht Sinn, sich so zu vergewissern, aber nur, um dann die Trennung durchzuziehen. Wer dauernd spioniert, ohne Nachweise zu finden, ist krankhaft eifersüchtig oder hat kein Vertrauen. Auch dann ist eine Beziehung am Ende.

Denn wer ehrlich, offen und transparent ist und seinen Partner nicht hinter seinem Rücken belügen und betrügen will hat auch nichts zu verheimlichen.
Ich bin nicht zu 100% offen und transparent. Angefangen von Überraschungen für meine Partnerin über andere Dinge, die ich so unwichtig finde, dass ich sie einfach nicht mitteile. Manche Frauen tendieren dazu "alles" wissen zu wollen und dann eine Szene zu machen, wenn der Mann irgendetwas mal nicht mitgeteilt hat. Sie bohren bis zur kleinsten Kleinigkeit. Ich vergesse auch, manche Dinge zu erzählen. Oder erzähle unwichtige Dinge auf Nachfrage und weiß sie dann drei Wochen später nicht mehr. Oder habe 30 Goldmünzen im Keller (nicht vom gemeinsamen Einkommen, sondern von früher), von denen sie nichts weiß. Das ist dann "Lügen".

Wie seht ihr das? Schnüffeln zum Selbstschutz erlaubt, wenn keine Ehrlichkeit seitens des Partners vorhanden?
Wenn keine Ehrlichkeit in der Beziehung vorhanden ist oder ich das Gefühl habe, dass die Partnerin nicht ehrlich ist, spreche ich das an und trenne mich ggf. Was soll es helfen, dann selbst unehrlich zu werden? Oder will mir irgendeine Frau hier erzählen, dass sie die Schnüffeleien ihrem Partner mitteilt. So nach dem Motto "Schatz, ich habe Dein Tagebuch gelesen und finde alles in Ordnung". Das ist doch genauso unehrlich. Was soll also der Vorwurf, der Partner sei nicht ehrlich.

Für mich gehört Vertrauen und Ehrlichkeit in eine Beziehung. Vertrauensmissbrauch und Unehrlichkeit beenden sie. Egal ob durch Fremdgehen oder durch Handyschnüffeleien.

Es ist doch völlig egal, ob Du Deine Schnüffeleien dann rechtfertigen kannst. Die Beziehung ist sowieso vorbei und es geht höchstens noch darum, dass Du einen "Beweis" für die Richtigkeit der Trennung hast.
 
  • #16
Schnüffler sind bei mir unten durch. Unwiderruflich.
Lustig wie viele sich etwas Unrechtes schönreden. Das Entdecken von igendetwas als rückwirkende Legitimation.
 
  • #17
Warum schaut die FS über die Schulter?
Wenn man dies macht, dann sind die Probleme viel tiefer und eventuell braucht man ja den sogenannten Beweis, um sich selber ein gutes Gewissen einzureden.
Genau, bin da voellig deiner Meinung! Es ist der pure Wahnsinn wieviele Menschen Maennlein wie Weiblein sich schraege Situationen schoen reden und weiterhin bleiben, nach dem Motto: lieber in der gewohnten Hoelle auszuharren, als in den unbekannten Himmel zu wechseln! Anscheinend ist dann noch immer genuegend Luft bid zur Schmerzgrenze und/oder aber eine falsche Einstellung und Erklaerung zum Thema Liebe!
 
  • #18
Liebe FS,
woher weißt Du denn, dass er Dich belügt? Wenn es Dir nicht nur Dein Bauchgefuehl sagt, sondern Du echte Beweise hast, dass er lügt, warum willst Du dann schnüffeln. Das sollte doch für eine Trennung schon ausreichen, ohne dass Du weitere Beweise suchen musst.

Wenn nur Dein Bauchgefuehl es Dir sagt, dann heißt das doch, dass Du kein Vertrauen zu ihm hast. Reicht das nicht schon aus für eine Trennung? Was kann er tun um Dein Vertrauen zurückzugewinnen?
Was sagt es Dir wenn Du schnüffelst und nichts findest? Dass er die Wahrheit sagt oder dass er ein besonders gewiefter Lügner ist, der die Spuren verwischen kann, mehr IT-Kompetenz hat als Du?

Früher habe ich bei meinem Exmann hemmungslos geschnüffelt und dafür meine ganze Kompetenz als IT-Expertin eingesetzt: Tools zur Spurensuche und zum verwischen meiner Schnüffelei genutzt.
Im Scheidungsverfahren kannte ich keine Grenzen, sperrte ihm den Zugang zu meinem Konto und checkte über seinen Account seinen Kontostand, um genau den Moment abzupassen, zu dem er ziemlich blank war, sich keinen Anwalt nehmen könnte, um die Bedingungen für die Scheidung zu diktieren.
Angesichts seines Verhaltens war das ein fairer Ausgleich, im Hinblick auf moralische Ansprüche, die ich normalerweise an mein Verhalten stelle schlimmer als NoGo.

Wenn ich gesucht habe wurde ich immer fündig im Hinblick auf meinen Verdachtsmoment. Ich hätte mir den Stress der Suche, die schlechten Gefühle belogen und betrogen zu werden ersparen können, wenn ich auf mein Bauchgefuehl gehört und mich getrennt hätte, weil kein Vertrauen in den Partner.
In der Retrospektive wäre es viel besser gewesen, mich bei Verdacht zu trennen, statt Energie zu verschwenden auf die Schnüffelei und Jahre meines Lebens in einer schlechten Ehe zu verschwenden.

Heute habe ich einen grundehrlichen Partner. Man merkt jederzeit: das ist kein Laumichel, der sich reibungslos durchzuschummeln versucht, sondern der mir bei Kleinigkeiten, die für ihn nicht stimmen in die Augen schaut und auch mal fragt "sag' mal, geht's noch?" und er hat jeweils Recht. Umgekehrt geht es übrigens genauso.
Das ist manchmal unbequem, aber es ist tiefes Vertrauen da - sonst sagt man sowas nicht.
 
  • #19
Begründetes Misstrauen gibt es meist erst nach dem Spionieren. Den Nachweis ehrlicher Antworten auch. Das ist letztlich eine Ausrede dafür, den Partner oder die Partnerin zu überwachen.
Die Antwort auf Deine Frage hättest Du hier auch mit der Suchfunktion finden können, das Thema ist doch gerade erst vor ein paar Wochen durchgegangen..
Misstrauen entsteht bei verdächtigem Verhalten des Partners: Handy auflegen, wenn der Partner ins Zimmer kommt, das Telefon immer ausschalten, wenn es vorher immer eingeschaltet war, hastig den PC runterladen oder das Fenster wechseln usw.
Verhaltensweisen, welche vom Gewohnten und Vertrauten abweichen. Das Bauchgefühl meldet sofort: "Achtung, hier stimmt etwas nicht, sei auf der Hut."

Wenn ich frage, was los ist und warum er sich so verhält und ich ihm meinen Verdacht/Gefühl sage, er wolle von mir etwas verheimlichen und von ihm abgewimmelt werde statt, dann will ich Gewissheit haben. Das würde mich berichtigen - eben zum Selbstschutz - zu recherchieren, nachforschen.

Wenn ich meinen Partner hinters Licht führen will sprich mich in jemand anders veguckt habe und das von ihm zu verstecken versuche, dann hätte ich kein Recht, mich zu empören und wütend zu sein, wenn er mir hinterher spioniert und Gewissheit haben will, die ich ihm selbst nicht geben will.

Hat ein Partner das Recht jemandem die Entscheidungsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht über sein eigenes Leben wegzunehmen? Oder anders gefragt: habe ich kein Recht zu wissen, wenn es um mich selbst geht, die Wahrheit zu wissen, und wenn ich sie von ihm nicht bekomme kein Recht sie selbst herauszufinden? Mit Schnüffeln? Wie bekäme ich sonst Gewissheit, wenn er nichts sagen will? Nur so kann ich eine Entscheidung für mich treffen.

Ausser ich trenne mich sofort und wortlos und behalte die Gründe für mich.
 
  • #20
Schnüffler sind bei mir unten durch. Unwiderruflich.
Lustig wie viele sich etwas Unrechtes schönreden. Das Entdecken von igendetwas als rückwirkende Legitimation.
Korrekt, ich will doch nicht jahrelang belogen oder gar betrogen werden. Oder wollen Männer das und würde das verdächtige Verhalten der Partnerin nicht misstrauisch machen? Warum will oder soll jemand etwas vom Partner verheimlichen - damit meine ich andere heimliche Verehrer aber auch Krankheiten.

Natürlich wenn ich etwas entdeckt habe, so kann ich ohne schlechtes Gewissen und ohne Zweifel die Beziehung beenden. Dann bin ich frei und kann aufatmen.
Warum schaut die FS über die Schulter?
Wenn man dies macht, dann sind die Probleme viel tiefer und eventuell braucht man ja den sogenannten Beweis, um sich selber ein gutes Gewissen einzureden.
Das war die FS vom Parallethread :). Nicht ich! Aber man (sie) tut das nicht (schnüffeln), um sich gutes Gewissen einzureden, sondern Gewissheit zu erlangen, dass sie nicht nr. 1 ist sondern, dass eine andere Frau bevorzugt wird und das ist doch so, wenn jemand heimlich Liebesnachrichten mit anderen schreibt, dann ist der aktuelle Partner nicht die erste Wahl. Egal ob das der Mann oder die Frau der/die Gehörnte ist.

So kann er/sie sich doch selbst trennen aber nicht seine/n Partner/in belügen und event. betrügen. Damit schafft er/sie für sich selbst und für den/die Partner/in Klarheit. Spionieren fällt damit weg.

Ist denn das verheimlichen moralisch höher zu werden als das spionieren zum eigenen Wohl und Schutz?
 
Zuletzt bearbeitet:
P

proudwoman

  • #21
Liebe @Mandoline , ich bin zu fast 100% Deiner Meinung! Ein gutes und sicheres Gefühl in einer Beziehung gibt keinen Anlass zum Misstrauen/Schnüffeln. Ich hatte dieses wirklich nur noch traurige Gefühl nach etwa 4 bis 5 Jahren.
Ich hatte in dieser Zeit schon echten Trennung Schmerz, sprach das auch ganz oft an und ich lies mich immer und immer wieder beruhigen. Dann kamen wieder Phasen, da war er lieb und ich weiß nicht..er gab mir das Gefühl eine misstrauische Zicke zu sein, ganz ganz schlimm. Mir ginge nicht mehr gut und das sah man mir an.
Bis zu unserem letzten Tag habe ich nichts untersucht. Nur einige Stunden vor meiner Heimfahrt nach Berlin wollte ich nochmal nach meinen Mails schauen. Er gab mir die Zugangsdaten seines tablets. Dann kam der Moment, wo ich nicht mehr konnte und schaute auf den Verlauf der letzten 3 Monate und da war alles klar. Ich hätte mich eh getrennt, aber mir fehlte die letzte Gewissheit. Ich bin so, ich brauche diese Sicherheit, bevor ich einen entscheidenden Schritt mache und den anderen eventuell Unrecht tue. Ich weiß, das ist ein Widerspruch. Ich habe ihm auch gesagt was ich tat. Dann war unsere fast 9 Jahre dauernde Fernbeziehung zu Ende.
 
  • #22
Auch wenn ich eine sehr offene, ehrliche und transparente Beziehung führe, so habe ich immer noch eine Privatsphäre, von der ich erwarte, dass sie geachtet wird - dazu gehört mein Handy, Gespräche mit Freunden. Ich will nicht gezwungen sein, absolut immer alles transparent und offen darzulegen... das ist mir zu anstrengend und hat was von Rechenschaft ablegen müssen. Ich möchte im Austausch mit meinem Partner alles erzählen können, aber nicht alles erzählen müssen! Umgekehrt genauso - vieles findet sich dann in einem entspannten Gespräch. Wenn ich misstrauisch wäre, dann würde ich es kommunizieren und ggf. mein schlechtes Bauchgefühl oder für mich problematische Themen ansprechen. Aber nicht die Privatsphäre des anderen verletzen.
 
  • #23
Moin,

wenn jede/r ehrlich ist, hat doch einfach jeder ein paar Geheimnisse, die er nicht gerne mit seinem Partner teilt. Das können durchaus auch mal ein paar Emails, Whatsapps mit irgendeinem alten Freund/in sein, von denen man annehmen kann, dass sie der Partner allzuleicht in den falschen Hals bekommen würde. Als die Welt noch nicht so elektronisiert war, hat man nur nicht so deutliche Spuren mit diesen Geheimnissen hinterlassen...
Will sagen: wenn er tief genug gräbt, kann wohl fast jeder über seinen Partner Dinge herausfinden, die das Potential haben, die Beziehung zu untergraben... und wenn es nur irgendwelche Details über zurückliegende Liebschaften sind, die Kopfkino oder sonstwas auslösen. DAS ist für mich der eigentliche Grund, warum es nicht sinnvoll ist, zu "schnüffeln" (oder auch nur zu versuchen, im Gespräch "alles" über den anderen herauszufinden).
Etwas ganz anderes ist es natürlich, wenn man annehmen muss, betrogen zu werden. DANN ist eigentlich sowieso alles zu spät, es kommt dann schon nicht mehr drauf an. Wenn ich meinen Partner mit so einem Verdacht konfrontieren musste, wenn er es daraufhin nicht schaffte, meine Sorgen auszuräumen, wenn ich drauf und dran bin, deswegen Schluss zu machen, klar, dann darf ich auch schnüffeln. Aber dann ist das eigentlich Schlimme sowieso, dass ich meinem Partner nicht mehr vertrauen kann... an sich schon ein Trennungsgrund.

manchmal
 
  • #24
Wenn ich misstrauisch wäre, dann würde ich es kommunizieren und ggf. mein schlechtes Bauchgefühl oder für mich problematische Themen ansprechen. Aber nicht die Privatsphäre des anderen verletzen.
Ja ich auch, jeder spricht hoffentlich zuerst mit seinem Partner darüber, was ihn quält und misstrauisch macht, z.B. "Du verhältst dich so sonderbar in letzter Zeit (ihm die Auffälligkeiten aufzählen). Ich habe das Gefühl du willst mir etwas verheimlichen, gibt es eine andere Frau, die dir besser gefällt? Willst du dich trennen?" deshalb schrieb ch ja auch: Was macht ihr, wenn ihr keine ehrliche Antwort bekommt? Sofort Trennung oder Gewissheiten suchen?

Was ich aber nicht ausstehen könnte und mich wütend werden würde ist, wenn er mich für dumm verkaufen wollte und sagte ich würde nur Gespenster sehen, nur weil er wirklich etwas verstecken aber gleichzeitig mich nicht verlieren wollte. Dann würde ich erst recht schnüffeln - ohne Pardon und ohne schlechtes Gewissen. Ich lasse mich nicht für dumm verkaufen und respektlos behandeln.

Aber natürlich würde ich seine Privatsphäre wahren, wenn er z.B. einer guten platonischer Freundin Ratschläge aus männlicher Sicht gibt, falls sie Beziehungsprobleme hätte. Das ginge mich nichts mehr an.
 
  • #25
Wenn nur Dein Bauchgefuehl es Dir sagt, dann heißt das doch, dass Du kein Vertrauen zu ihm hast. Reicht das nicht schon aus für eine Trennung? Was kann er tun um Dein Vertrauen zurückzugewinnen?
Was sagt es Dir wenn Du schnüffelst und nichts findest? Dass er die Wahrheit sagt oder dass er ein besonders gewiefter Lügner ist, der die Spuren verwischen kann, mehr IT-Kompetenz hat als Du?.
Das Bauchgefühl ist nur eine Warnung vor möglichem Schaden. Aber ist das 100% sicher? Eben nicht!

Ich belog meinen Ex, als er zu mir nach der Arbeit fahren wollte, wir könnten uns nicht sehen, da ich an eine Veranstaltung gehen wollte. Aber in Wirklichkeit wollte ich ihn überraschen und bin mit dem
Zug 1 St. in die Stadt gefahren, um ihn nach der Arbeit zu treffen. Ich plante eine Überraschung und musste dafür lügen, weil er ansonsten mit dem Auto zu mir gefahren wäre und ich gleichzeitig mit dem Zug in seine Richtung.

Das bedeuten, viel. verheimlicht der Partner etwas, nur weil er vielleicht eine grosse Geburtstagsparty mit anderen Freunden als Überraschung planen will.
Wenn man misstrauisch wird und schnüffelt, dann wäre der Partner beleidigt, weil man ihm nicht vertraute.

Aber andererseits frage ich mich: wenn ich etwas verheimliche - auch eine schöne Überraschung heimlich plane - so muss ich immer damit rechnen, dass ich damit Misstrauen wecke und event. das Schnüffeln beim Partner provoziere!

Das muss sich jeder, der etwas verstecken will, vollkommen bewusst machen und sich nicht wundern, wenn man schnüffelt. Wenn es harmlos und ein Missverständnis war, dann ist alles o.k.

Mir jedenfalls gelang die Überraschung! Ob er dachte ich würde mich mit einem anderen Mann treffen, weiss ich nicht. Ich war bei ihm.
 
  • #26
Hat ein Partner das Recht jemandem die Entscheidungsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht über sein eigenes Leben wegzunehmen?
Nein. Aber wechselseitig nicht. Wenn er gehen will, geht er. Wenn Du gehen willst, gehst Du. Es ist völlig richtig, Du hast letztlich kein Recht, über sein Leben zu bestimmen (und umgekehrt). Deshalb bin ich da ziemlich entspannt. Mein Ansatz von Beziehung: ich möchte jeden Tag frei entscheiden, ob ich bleibe oder nicht und sie soll das genauso können. Das hat nichts mit Unverbindlichkeit zu tun. Es geht nur darum, dass ich gar keine Partnerin will, die nicht mit mir zusammen sein will. Das Leben ist zu kurz, um es in unglücklichen Partnerschaften zu verbringen.

Misstrauen entsteht bei verdächtigem Verhalten des Partners.
Ja, ist richtig. Aber es entsteht im eigenen Kopf. Und ich sage ja nicht mal, dass es unberechtigt ist. Warum sprichst Du es in dem Moment nicht an? Wenn ich kein Vertrauen mehr haben kann, dann hat die Beziehung ein grundlegendes Problem. Das löst Du nicht damit, dass Du Vertrauen ebenfalls missbrauchst.

Mich stört bei dem Thema, dass so sehr schnell ein Tabu gebrochen ist. Einmal Misstrauen, ob berechtigt oder nicht, und der Partner wird ab da überwacht. Vielleicht legt er sowieso gerade auf? Vielleicht bereitet er Deine Geburtstagsüberraschung vor? Ich weiß, dass es nicht wenige Frauen gibt, die meinen, sie hätten das Recht, "alles" zu wissen und die keinerlei Hemmungen haben, sich die gewünschten Informationen zu beschaffen. Der Partner wird dann dauerkontrolliert, ohne dass er es weiß. Das ist ein großer Vertrauensmissbrauch. Ich erlebe das z. B. bei einem guten Freund mit, dessen Partnerin regelmäßig seine Wohnung in seiner Abwesenheit durchstöbert.

Ich gebe Dir völlig Recht, dass es Situationen gibt, in denen man Gewissheit haben möchte. Dann ist das berechtigte Misstrauen aber schon so groß, dass die Beziehung sowieso so gut wie beendet ist. Dann kannst Du gerne auch im Handy stöbern.
Für mich ist hier Offenheit angesagt: wenn Du stöberst, solltest Du auch so ehrlich sein, es anschließend zu sagen. Das macht aber niemand. Und so wird "es könnte ja etwas sein" als Legitimation benutzt, den Partner auszuspionieren.
 
  • #27
Wie seht ihr das? Schnüffeln zum Selbstschutz erlaubt, wenn keine Ehrlichkeit seitens des Partners vorhanden?
"Erlaubnis" generell kann es bei diesem Thema und anderen, wo es um die individuellen Werte geht, nicht geben.
Eine/r findet ein solches Verhalten legitim, der / die andere nicht.
Eigentlich verrät die Fragestellung das Wesentliche, gesucht wird ein Rechtfertigungsgrund für ein Verhalten, das man eigentlich für inakzeptabel hält, aber unter bestimmten Bedingungen für im Nachgang entschuldbar. Sonst würde man die Frage nicht so formulieren.
Die Frage könnte heißen - ist es legitim, in einer Partnerschaft zu schnüffeln... (hieß es hier vor kurzem bzgl. Handy, PC) und das ist eine individuelle Frage, das hängt von den eigenen Wertevorstellungen ab, da gibt es keine allgemein gültigen Aussagen.
Das fängt mit der Definition Privatsphäre an, den eigenen Befindlichkeiten.

Das "begründete" Misstrauen - wann ist ein Misstrauen begründet?
Höchstens im Nachgang, wenn es sich heraus stellt, dass ein Verdacht begründet war?
Was ist, wenn sich heraus stellt, dass nicht?
Geht man dann zum Partner und sagt ihm offen und ehrlich, ich habe Dir nicht vertraut, und habe deshalb in Deinen Sachen nachgeschaut?

Was würde man selbst tun, wenn sich der Partner so gegenüber einem sebst verhält? Das Schnüffeln im Nachgang sanktionieren, ihm sagen, ja, ich war wohl missverständlich, es war ok, hinter meinem Rücken zu schnüffeln, ich habe kein Problem damit?

Grundprinzip für mich, behandle Deinen Partner so, verhalte Dich ihm gegenüber so, wie Du selbst behandelt werden möchtest.
Ich könnte es selbst wohl nicht entschuldigen.

@pixi67 hat recht, in der Theorie klingt vieles gut, wie man selbst in einer konkreten Situation handelt, ist oft etwas anderes.

Aber prinzipiell - Schnüffeln bedeutet
  • Kein Vertrauen
  • Keine offene, ehrliche Kommunikation
  • Kein Respekt gegenüber dem / der Partner/in und dessen Privatsphäre, Persönlichkeit
Damit ist eine "Partnerschaft" obsolet.

Und selbst die, die schnüffeln mit einem "begründeten" Verdacht, wissen eigentlich, dass sich der Verdacht bestätigt und benötigen dies nur, um beenden zu können. Die Sicherheit, dass aus Verdacht ein Fakt wird.
Die Partnerschaft war schon vorher zu Ende.
 
  • #28
Oder will mir irgendeine Frau hier erzählen, dass sie die Schnüffeleien ihrem Partner mitteilt. So nach dem Motto "Schatz, ich habe Dein Tagebuch gelesen und finde alles in Ordnung"
Klar, natürlich würde ich es ihm sagen.

Eines der ersten Dinge, welche mir mein Dad beibrachte war: "Du musst mich nicht anlügen, wenn Du irgendwann mal Mist baust, dann kannst Du es mir sagen und wir finden gemeinsam eine Lösung."

Ich habe ihm irgendwann , so mit 7 oder 8 mal 2 Mark aus dem Portemonnaie gemopst. Ich hielt es mit dem Geheimnis nicht mal 2 Tage aus, dann rannte ich hin und erzählte es ihm unter Tränen. Er nahm mich auf den Schoß, tröstete mich, sprach mit mir über meine Beweggründe und erhöhte mein Taschengeld um 50 Pfennig.

Keine Beziehung muss mit einem Vertrauensbruch enden. Was Beziehungen gefährdet, sind meiner Meinung nach, neben Kommunikationsmangel, fehlende Empathie, die Unfähigkeit verzeihen zu können, falscher Stolz (hier auch gern Selbstwert genannt) sowie Tabu- und Prinzipienreiterei.

Ich brauche vor meinem Mann keine Privatsphäre. Wozu auch?
Falls ich mal eine Überraschung plane, verschiebe ich Relevantes in den Ordner: 'Vorsicht Überraschung" wer sich um seine Überraschung bringen will, darf auch da gern hineinschauen.

Für mich wäre es ein Grund mich, ohne jede Umschweife, zu trennen, wäre für meinen Partner, der Blick in sein Handy 'Schnüffelei" und seinerseits ein Trennungsgrund.

Ach übrigens "schnüffelte" ich noch nie im Handy meines Mannes. Ob und wie oft er in meines schaut, weiss ich nicht, ist mir auch völlig egal. Da er diesbezüglich ähnlich wie ich tickt, glaube ich allerdings, er tat es auch noch nicht.

Und klar halte ich es für gerechtfertigt, wenn ein vertrauter Partner sich plötzlich stark verändert, einen Blick in sein Handy oder Rechner zu werfen.

Ich trenne mich doch nicht nur, weil ICH denke es könne irgendetwas nicht stimmen. Dafür weiss ich zu gut, wie Ausseneinflüsse vorübergehend unsere Wahrnehmung, Sicherheit usw. auf unbewusster Ebene beeinflussen können.
 
T

Toi et moi

  • #29
Früher hätte ich ja gesagt, Jetzt denke ich, dass es nicht der richtige Weg ist. Jetzt würde ich sofort die Beziehung beenden, wenn ich misstrauisch wäre und zwar um mich zu schützen. Denn ich möchte nicht in Angst leben müssen. Schnüffeln ist erniedrigend und ich bin es mir mehr wert als in Emails von meinem Partner rumzuwühlen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man nur Sachen findet, die dazu bestimmt sind, gefunden zu werden. Viele haben nicht den Mut und die Courage ehrlich Schluss zumachen und so lassen sie alles offen, damit man sie findet. Dann kann der Betrüger sagen, die Partnerin/der Partner war misstrauisch usw. Nein, ein manipulierender, gewiefter Betrüger würde niemals einfach so durch Handykontrolle erwischt. So dumm kann keiner sein.
 
  • #30
Für mich ist Vertrauen das, was enge soziale Beziehungen (Partnerschaft, Freundschaft)von anderen sozialen Kontakten unterscheidet.
Mein Partner verfügt damit über einen Vertrauensbonus. Das bedeutet für mich, dass ich ehrlich zu ihm bin und damit auch glaube, was er mir sagt. Welchen Grund hätte er denn mich anzulügen? Ich finde es gibt nichts über das man nicht offen reden kann!

Den Vertrauensbruch " Kontrolle" würde ich nie begehen und müsste, falls mein Partner dies täte, die Basis unserer Beziehung in Frage stellen.
Allerdings bin ich auch keine Verfechterin der Monogamie und schon allein damit fallen wohl viele klassische Gründe für Heimlichkeiten weg.

Übrigens: wenn eine Kontrolle der persönliche Dinge des Partners Heimlichkeiten ergibt - damit also im Sinne der Fragestellung rückwirkend "berechtigt" ist, ist dann nicht auch die Heimlichkeit des Partners rückwirkend "berechtigt", weil man ja mit einem Partner, der einem sowieso nicht vertraut (und einen kontrolliert) eh' nicht offen reden kann?
Aktion-Reaktion-Prinzip in beide Richtungen.