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Gast

  • #1

Schlimme Vergangenheit erzählen oder lieber nicht?

Hallo an alle.
Ich bin 35 und Single seit einem Jahr. Ich habe davor zwei langjährige Beziehungen gehabt. Die
Letzte zerbrach weil er nicht mit meiner Vergangenheit klar kam.
Zwischen der ersten und der zweiten Beziehung sind es 5 Jahre. Kurz nach
Meiner ersten Beziehung wurde ich brutal vergewaltigt. Ich brauchte danach Zeit für mich und wurde therapiert. Ich wollte erst mal nichts von Männern wissen.
Fünf Jahre später entstand die zweite Beziehung. Ich hatte kein Problem mit Sex.
Und er erfuhr erst spät wegen der Vergewaltigung. Er entdeckte zufällig einen Brief vom Gericht mit dem Urteil. Dann wollte er alles wissen.
Ab da war er nur noch vorsichtig. Er benahm sich anders. Der Sex war nur noch blümchenhaft.
Irgendwann reichte es mir weil ich kein Mitleid wollte und niemand will der mich dran erinnert was passierte.
Jetzt weiß ich nicht ob es besser ist das gleich am Anfang der Beziehung (nicht kennen lernen Phase) das zu erzählen. Damit so was nicht nochmal passiert.
Oder soll ich es besser für mich behalten.
Was haltet ihr davon und wie würdet ihr das handhaben?
Gruß
Die FS
 
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Gast

  • #2
Mir erging es ähnlich wie Dir, aber ich hatte es erzählt, dass ich erstmal Probleme mit dem Sex haben könnte, weil mein Exfreund mich vergewaltigt hatte. Ich möchte nicht noch mal erleben, dass jemand sich zurücknimmt.
Wenn Du selber keine Probleme mehr damit hast in Hinsicht auf Dein Sexleben, würde ich es nicht erzählen.
 
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Gast

  • #3
Liebe FS,
behalt es fuer Dich und bring die Gerichtsunterlagen in ein Bankschliessfach, damit niemand sie zufällig finden kann. Das Ganze geht nur Dich etwas an und nur Du weißt, ob und welchen Einfluss das Geschehen auf Deine aktuelle Beziehung hat. Wenn Du meinst, Damit u bist nach der Therapie damit durch, dann ist das so und es gibt keinen Anlass, noch mal darüber zu reden. Zum Auftakt des Kennenlernens ist das garkein Thema.

In einer bestehenden Partnerschaft sollte man darüber reden, wenn man selber merkt, dass die Vergangenheit in der aktuellen Beziehung Probleme macht. Die meisten Maenner können sich das nicht vorstellen und ziehen daher falsche Schlüsse.
 
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Gast

  • #4
Liebe FS

Da du die Vergewaltigung verarbeitet hast und nicht mehr daran was einmal war erinnert werden möchtest, empfehle ich dir sämtliche Dinge die darauf hinweisen könnten penibelst und für alle Ewigkeit zu vernichten.
Deinem zukünftigen potenziellen Partner sollst du das gar nicht erzählen.
Ich, m, währe sonst mit dieser Information übervorsichtig und bei jedweder sexuellen Handlung würde ich mich fragen, wie geht's ihr damit.
 
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Gast

  • #5
1) Ich hatte als Mann schon Treffen via Sexserver mit Frauen die vergewaltigt wurden (nicht durch mich).

2) Als Mann würd ich es wissen wollen.

3) Du magst anscheinend keinen Blümchensex - es sondern etwas härter. Hast es abgehakt ? Geht das überhaupt ? Als Mann bin ich da lieber mal zu vorsichtig - aber das willst ja gar nicht. Du willst "normal" behandelt werden. Das Problem ist für mich als Mann, daß eine Vergewaltigung - siehe die dates die ich getroffen habe - teilweise zur Vorliebe für harten Sex bis zum Einstieg in SM führen kann. Ich habe ihr teilweise gesagt "Du trainierst Vergewaltigungen." Wenn nun die sexuelle Phantasie der Frau durch das Erlebnis geändert wurde, werde ich als Mann vorsichtig .... Wenn Du es nun hart magst, kann es der Killer schlechthin sein, wenn Du auf einen sensiblen Mann triffst. Die Antwort ist daher abhängig von Deinen Wünschen und Vorlieben zu sehen: Willst einen dominanten Mann oder einen zurückhaltenden, sensiblen Mann ? Willst hart genommen werden oder willst Zärtlichkeit ?

4) Was passiert Dir, wie fühlst Du dich, wenn Du es erzählst ? Einige, die es mir erzählten, konnten danach (obwohl sie es vorher genossen hatten) sich nicht mal mehr streicheln lassen von mir, obgleich sie viele Dates hatten - zum Sex. Ich wußte es und hab es durchschaut wie es in ihr aussieht und ich achtete auf ihre Wünsche - auch wenn sie die harte Tour wollten (SM läßt grüßen - bzw. das Training von Vergewaltigungen nach meinem Eindruck). Natürlich gab es auch Sex, nachdem sie erzählte, was passiert ist (mit 17 vergewaltigt, schwanger, ....) und nachdem wir eine emotionale Nähe aufgebaut haben ....

5) Mir fällt die klare Linie in Deinen Zeilen auf.

Die richtige Antwort kann ich Dir nicht geben. Wenn Du es erzählst, wirst danach nicht mehr normal behandelt; vor allem wenn Du einen strengen, dominanten mann suchst, der "Dich nimmt" wirst viel zerstören, was Du später kaum reparieren kannst. Wenn ein Mann einmal weiß, daß da was war, ist er sensibel (oder igonrant). Wenn Du so damit abgeschlossen hast, daß es Dich nicht mehr belastet, dann würd ich es auch nicht erzählen, doch glaube ich irgendwie nicht, daß eine Frau sowas so total abhaken kann, zu gravierend sind meine Erlebnisse.
 
G

Gast

  • #6
Auch ich habe ähnliche Erfahrungen wie du machen müssen und auch bei mir sind Beziehungen gescheitert, nachdm ich ES erzählt hatte, weil ich ehrlich sein wollte und die Männer offenbar nicht mit meiner schlimmen Vergangenheit umgehen konnten.

Deshalb habe ich meine traumatischen Erlebnisse in den letzten zwei Beziehungen für mich behalten und bin gut damit gefahren.

Das handhabe ich jetzt aber auch nur guten Gewissens so, weil ich mir sicher bin, dass meine Vergangenheit keinerlei Auswirkungen auf meine heutigen Partnerschaften hat (das war in jüngeren Jahren noch ganz anders).

Deshalb würde ich dir raten, es für dich zu behalten, wenn es DIR damit gut geht und dein Partner nicht darunter leidet, indem du dich ggf. für ihn doch spürbar "komisch" verhältst und er ständig am rätseln ist "was mit dir nicht stimmt...".

Alles Gute für dich und deine nächste Beziehung!
 
G

Gast

  • #7
Vielleicht gehst du selber mit dem Thema auch anders um. Denn jede Reaktion führt zu einer Gegenreaktion. Z.B. wenn du dem Mann erst jahrelang so etwas verschweigt, er das per Brief rausfindet und dann stockend erzählst, was soll ein Mann dann auch anderes tun, als dich vorsichtig anzupacken? Du wirst lernen müssen, selbstbewusst mit dem Thema umzugehen. Nicht gleich am Anfang erzählen, und auch nicht selbstmitleidig wirken, aber wenn es ans Thema Sex geht, das einfach mal fallen lassen und dann sollte auch gut sein. Eben einfach den Eindruck vermitteln, als hätte man das gut im Griff und vor allem überwunden und dass man sieht, dass du ein lebensfroher Mensch und wieder eine selbstbewusste, STARKE Frau bist. Sonst haut eben jeder Mann ab. Und zukünftig sperr doch bitte solche Briefe bitte weg! In einen Tresor oder so. Frauen benehmen sich in Beziehungen gerne wie offene Hose: "ich will alles von dir wissen und du darfst alles von mir wissen. Bloß keine Geheinnisse zwischen uns". Nichts ist unerotischer als das! Und auch ein klein wenig lästig. Männer möchten NICHT alles von euch Frauen wissen. Schweig doch einfach und bewahre dir deine einen oder anderen dunklen Geheimnisse - die hat nämlich jeder. Achte darauf, den Mann nicht auch noch da mit rein zu ziehen, sonst muss er sich darüber auch noch Gedanken machen und Männer können mit so etwas eben nicht so einfach umgehen. Männer sind viel sensibler und stolzer als Frauen!
 
  • #8
Gehe nach Deinem Gefühl. Du hattest bei der zweiten Beziehung nicht das Bedürfnis von der Vergewaltigung zu sprechen. Das ist Dein persönlicher Umgang damit. Der ist auch richtig so. Du solltest Dich nicht zwingen (aus welchen Gründen auch immer, sei es auch nur „der Vollständigkeit halber“ ) Dich als Vergewaltigungs-Opfer „vorzustellen“. Es ist nicht nötig dieses Stigma lebenslang zu tragen, gerade wenn Du glücklicherweise nur wenige Probleme mit Sexualität hast.


Ich ergänze aber, dass es selbstverständlich jeder Frau möglich sein sollte eine solche Erfahrung als essentiell zu kommunizieren und zwar solange sie es möchte! Sie muss es aber nicht, wenn es ihr nicht entspricht! Der Täter ist nach Verbüßen seiner Strafe auch wieder ein unbescholtenes Blatt. In unserem Rechtssystem sind wir sogar verpflichtet ihn als vollständig resozialisiert in die Gesellschaft aufzunehmen. Niemand darf dann umgekehrt erwarten, dass die Frau lebenslang ihre Vergewaltigung „beichtet“. Das sind Rückgriffe in finstere Zeiten als vergewaltigte Frauen als „geschändet“ galten (einhergehend mit einem unwiederbringlichen „Wertverlust“). Wie gesagt: eine Frau hat das Recht ihre schlimmen Erfahrungen in eine Beziehung einzubringen, ohne sich dafür schämen zu müssen oder dergleichen. Sie muss es aber nicht!
 
G

Gast

  • #9
Hallo liebe FS,
wenn dieses Erlebnis für Dein aktuelles Leben, Deine Sexualität keine Rolle mehr spielt, dann würde ich es nicht erzählen.
Ich habe früher als Prostituierte gearbeitet, war tablettensüchtig, lange nun clean und solide und habe den Fehler gemacht,es erzählt zu haben in der Kennenlernphase.Das ging richtig nach hinten los, weil der Mann nicht damit zurecht kam, dass ich angeschafft habe. Immer wieder fing er damit an.
Nun habe ich gerade wieder einen Mann kennengelernt, wir tasten uns ganz langsam an uns heran :), und ich werde dieses Kapitel meines Lebens nicht erzählen.
Es ist auch nicht relevant.

Liebe Grüße!
(w/41)
 
G

Gast

  • #10
Hallo FS

wenn die Sache für dich abgeschlossen ist, so brauchst du das niemandem erzählen. Falls es mal irgendwann zum Thema werden sollte, stelle klip und klar fest dass das Thema für dich durch ist und du auch nicht länger draufrumreiten willst. Sollte dein Partner ein Problem damit haben, schicke ihn mal zu einem Therapeuten, damit er sich fachkundig damit auseinandersetzen kann.

PS: Mein Vater hat sich mal an mir vergriffen und ausser einer Psychologin habe ich mit niemandem darüber gesprochen. Für mich ist das Thema schon sehr lange abgehakt und darum für mich in einer Beziehung auch nicht relevant.
 
G

Gast

  • #11
Das Hauptproblem wird sein, dass wenn der Mann es erfährt, er wie dein Ex eher vorsichtig beim Sex ist. Wenn du also auf hartes rannehmen stehst, wird der Mann davor zurückschrecken, weil er denkt, du könntest an die Vergewaltigung erinnert werden.

Dann vielleicht lieber nicht erzählen und die Dokumente verstecken.
 
G

Gast

  • #12
Hallo!

Als erstes, es tut mir Leid, was dir passiert ist.
Sehr schlimm.

Hm! wenn du es kannst, dann behalte es doch besser für dich.
Du hast es ja so auch gekonnt u. wenn nicht der Brief entdeckt wurde,
hätte dein damaliger Freund es auch nicht erfahren.
Wenn man es aber von Anfang an erzählen würde, dann könnte ich mir vorstellen,
das wenn ein Mann dich wirklich Liebt, es auch hinnehmen könnte u. wenn man darüber spricht
u. ihm sagt, das man dich ganz normal behandeln kann u. wenn man jemanden kennen lernt,
ist man sowieso vorsichtig, auch im Bett. Es wird sich mit der Zeit zeigen, denke ich.
Vielleicht solltest du es probieren u. sehen, was geschied.
Wenn du die beste Erfahrung gemacht hast, weisst du welcher Weg der richtige war.
Wie du dich auch entscheidest, ich wünsche dir viel Erfolg u. alles alles Gute u. einen verständnisvollen liebenswerten Mann.

Schöne Grüsse

m 37
 
G

Gast

  • #13
Liebe Fs

das kommt auf den Menschen an. Kannst du den einschätzen ?

Ärzte, Therapeuten, Männer in Heilberufen oder Männer die keine Fee erwarten können damit sicher besser umgehen. Andere schreckt es entweder ganz ab oder sie fühlen sich überfordert. Merke: für die meisten ist Sex das A und O. Stimmt da etwas nicht - selbst wenn es Jahre zurücklag was nicht stimmte- bist du eine problematische Frau. Nach meiner Erfahrung ziehen sich gute aufrichtige Kerle zurück wenn sie so was hören, egal wie leid es ihnen tut für dich.
 
G

Gast

  • #14
Liebe Fs,
erstmal wünsche ich Dir alles Liebe.
Ich finde nicht das ein Mensch alles wissen muss es sei denn, für Dich ist es wichtig.
Da Du Sexualität erleben kannst und willst müssen ein Gegenüber es nicht wissen. Wozu?
Wenn Dein Du Vertrauen zu Deinem Gegenüber hast und Du aus Deiner Vergangenheit erzählen mochtest und wirklich glaubst das diese Person Deine wie Du es nanntest"Vergangenheut" respektieren und sie als wie für Dich auch, Vergangenheit annehmen kann, solltest Du selbst nach Deinem Gefühl gehen.

Ansonsten hilft vllt auch zu hinterfragen, warum Du darüber nachdenkst.
Willst Du es gerne sagen?
Bedeutet Dir die Reaktion des anderen dazu etwas mehr als Du es Dir selbst zugeben willst?

Ich glaube das Du Expertin Deines Lebens bist.
Du weißt wann Du wem was anvertrauen kannst und solltest.

Ich drück Dich.
Lg w33
 
G

Gast

  • #15
Liebe FS,
ich würde mich auch nicht von Anfang an als ehemaliges Opfer "outen". Ich bin der Meinung, dass man solch persönliche Dinge nicht gleich zu Beginn einer Bekanntschaft erzählen sollte. Ein Muss, es überhaupt zu erzählen, gibt es sowieso nicht. Dich macht als Mensch schließlich viel mehr aus als diese eine Erfahrung von damals, egal, wie schlimm sie war.

Du hast deinen Umgang mit diesem Teil deines Lebens ja bereits für dich gefunden.

Leider ist es so, dass viele Menschen mit diesem Thema nicht umgehen können.

Dass deshalb eine Beziehung in die Brüche gehen kann, habe ich leider auch erleben müssen. Mir ist vor vielen Jahren etwas Ähnliches wie dir passiert. Aber ich verstehe, dass du Angst hast, dass ein neuer Partner auch nicht damit umgehen kann. Das habe ich auch nicht nochmal erleben wollen.

Ein Gerichtsurteil richtig zu verstehen, ist für juristische Laien sowieso eher schwierig. Es kommt doch darauf an, wie DU mit dieser Erfahrung umgehst und was deine Bedürfnisse sind. Hier entscheidest DU. Es sind meiner Erfahrung nach vor allem Zuhören-Können und Akzeptanz gefragt, und keine Mutmaßungen darüber, wie deshalb der Sex usw. sein müsste.
Ich wünsche Dir alles Gute,
 
G

Gast

  • #16
Liebe FS,
ich würde mich auch nicht von Anfang an als ehemaliges Opfer "outen". Ich bin der Meinung, dass man solch persönliche Dinge nicht gleich zu Beginn einer Bekanntschaft erzählen sollte. Ein Muss, es überhaupt zu erzählen, gibt es sowieso nicht. Dich macht als Mensch schließlich viel mehr aus als diese eine Erfahrung von damals, egal, wie schlimm sie war.

Du hast deinen Umgang mit diesem Teil deines Lebens ja bereits für dich gefunden.

Leider ist es so, dass viele Menschen mit diesem Thema nicht umgehen können.

Dass deshalb eine Beziehung in die Brüche gehen kann, habe ich leider auch erleben müssen. Mir ist vor vielen Jahren etwas Ähnliches wie dir passiert. Aber ich verstehe, dass du Angst hast, dass ein neuer Partner auch nicht damit umgehen kann. Das habe ich auch nicht nochmal erleben wollen.

Ein Gerichtsurteil richtig zu verstehen, ist für juristische Laien sowieso eher schwierig. Es kommt doch darauf an, wie DU mit dieser Erfahrung umgehst und was deine Bedürfnisse sind. Hier entscheidest DU. Es sind meiner Erfahrung nach vor allem Zuhören-Können und Akzeptanz gefragt, und keine Mutmaßungen darüber, wie deshalb der Sex usw. sein müsste.
Ich wünsche Dir alles Gute,
LG Rose
 
G

Gast

  • #17
Wenn du für dich diese Vergewaltigung verarbeitet hast, würde ich es keinem neuen Partner erzählen. Es gibt Dinge, die braucht ein neuer Partner nicht zu wissen.
 
G

Gast

  • #18
Wann beginnt die Beziehung und wann hört die Kennlernphase auf? Wann ist der richtige Moment? Nein, das ist deine Privatsache, ich würde das für mich behalten.
Wenn du es unbedingt erzählen magst, dann würde ich eher gewisse Andeutungen schon viel früher einflechten, wenn mal zufällig die Rede auf so ein Thema kommt.
 
G

Gast

  • #19
Eine gute Frage. Ich denke, hier gibt es keine allgemeingültige Antwort, das hängt vielmehr von deinem potentiellen Partner und dessen Persönlichkeit ab. Und natürlich, wie ernsthaft die Beziehung ist/werden soll.

Ich wurde in meiner letzten Beziehung geschlagen und zum Sex gezwungen, bis ich letztlich flüchten konnte. Mit einer Therapie konnte ich das Trauma gut verarbeiten, auch ich erlebe Sex wieder frei und lustvoll. Dennoch habe ich mit meinem neuen Partner zunächst nicht darüber gesprochen, weil ich kein Mitleid wollte und weil ich ihn nicht überfordern wollte.
Als die Beziehung enger wurde,hat er natürlich irgendwann doch mitbekommen, dass etwas nicht stimmt (durch ein gemeinsames Kind habe ich zwangsweise immer noch Kontakt mit meinem gewalttätigen Ex).
Mein Partner weiß mittlerweile (5 Jahre Beziehung), dass ich von meinem Ex geschlagen und vergewaltigt wurde - allerdings hat er es in kleinen, gut verträglichen Häppchen erfahren und ich habe jegliche nähere Beschreibung weggelassen (mit anderen Worten: Er weiß DAS, aber nicht WIE oder Was genau). Damit kann er leben. Er hat zwar eine RIesenwut auf meinen Ex bekommen, aber er weiß, dass er mir gut tut, wie er ist und ich das Geschehene gut verarbeitet habe. Wenn dann doch mal ein Trigger auftaucht, kläre ich das mit mir und halte ihn raus - das wäre sonst wahrscheinlich zu viel für ihn.

Mein Weg war also: Erst bei zunehmender Nähe maßgebliche Infos ohne schmerzliche Details vermitteln. Und wenn doch mal ein Rückfall kommt: Rückzug mit Ansage ("Ich brauche einen Moment für mich.")

Ganz verschweigen solltest du es nicht - auch wenn es schrecklich war: Es hatte Einfluss auf deine Persönlichkeit - und die ist es ja, die ein ernsthafter Partner kennen und lieben lernen will.

Ich wünsche dir das beste.
 
G

Gast

  • #20
Hallo FS,

was mich bei solchen Fragen immer wundert: Hast du überhaupt die Wahl, es nicht zu erzählen? Ich verstehe es nicht, denn, ich habe zum Glück nicht das Gleiche erlebt wie du, aber ich kann mir vorstellen, wenn es mir passieren würde, würde ich darüber sprechen wollen. Oder auch nicht, vielleicht, weil ich es so verarbeitet habe, dass ich es nicht mehr auswühlen wollte. Aber warum liegt die Entscheidung nicht in dir? Ich kann nicht verstehen, wie man sich in dem, was man erzählen will, dem anderen unterordnen kann.

Oder anders gefragt: Glaubst du dein letzter Freund wäre der richtige für dich gewesen, wenn du es nicht erzählt hättest? Stell dir das mal vor: Du hättest es ihm NIE erzählen können. Auch nicht, wenn ihr euch sehr nahe seid, und über alles sprecht, immer hättest du es ausblenden müssen, oder es wäre das gleiche eingetreten.

Ich würde in mich gehen und überlegen, ob ich es erzählen will, und demnach handeln.

Ich denke, dass dein letzter Freund einfach nicht der richtige für dich war. Ich zumindest an deiner Stelle würde mir jemanden wünschen, der nicht so unsicher ist, sondern das richtige Empfinden hat, damit richtig umzugehen. Er kann dich z. B. mal in den Arm nehmen und "Mitleid" geben, aber dann ist es auch gut, und er merkt, dass er normal mit dir umgehen kann. Dein Ex-Freund war vielleicht eher passiv-unsicher, überfordert, und vielleicht ist das einfach nicht das, was du brauchst. Wenn du von dir erzählst, merkst du das natürlich schneller, ob jemand nicht passt.
 
G

Gast

  • #21
Das Problem ist für mich als Mann, daß eine Vergewaltigung - siehe die dates die ich getroffen habe - teilweise zur Vorliebe für harten Sex bis zum Einstieg in SM führen kann. Ich habe ihr teilweise gesagt "Du trainierst Vergewaltigungen."
Vielleicht hat es andere Gründe, dass du solche Frauen getroffen hast. Du schiebst nur alles auf die Vergewaltigung.

Ich stehe auch auf harten Sex, und bin noch nicht vergewaltigt worden. Würde es mir passieren, und ich würde weiterhin die gleichen Vorlieben habe, käme dann ein Mann wie du mit einem pseudoanalytischen Spruch wie: "Du trainierst Vergewaltigungen."

Ein Liebesspiel, das etwas in Richtung SM geht, hat nichts mit Vergewaltigung zu tun.

Und eine Frau, die vergewaltigt wurde, muss nicht daraufhin ihre Vorlieben rechtfertigen. Ich kann die FS verstehen, wie nervig es sein muss, wenn ein Mann an nichts anderes mehr denken kann und sich etwas weltfremdes ausmalt, anstatt die Frau für sich sprechen zu lassen. Unsensibel finde ich das auch, wobei solche Männer sich wahrscheinlich noch für "empathisch" halten.

Trotzdem, gerade deshalb sollte die FS es erzählen, was will sie mit so einem Mann? Sie braucht doch jemanden, der sie versteht, der versteht, wenn sie an etwas noch zu knabbern hat, aber sie ansonsten auch damit in Ruhe lassen kann - und wenn er das nicht kann, sollte er das Problem bei sich selbst suchen, warum er so auf das Thema fixiert ist.
 
G

Gast

  • #22
Ich wußte es und hab es durchschaut wie es in ihr aussieht und ich achtete auf ihre Wünsche - auch wenn sie die harte Tour wollten (SM läßt grüßen - bzw. das Training von Vergewaltigungen nach meinem Eindruck).
Schon wieder! Ich glaube, du hast hier das Problem, nicht die vergewaltigten Frauen. Ich stehe in meiner Fantasie auch auf SM oder fantasierte vergewaltigungsähnliche Situationen, und teilweise lebe ich das auch beim Sex im vertrauten aus, das hat aber nichts, absolut gar nichts mit einer echten Vergewaltigung zu tun.

Und so ein Ausdruck wie "Training von Vergewaltigungen" deutet eher auf Probleme des Mannes mit Frauen hin, die eben auf etwas SM stehen. Dann suche dir doch andere Frauen und spiele dich nicht als deren Therapeut auf. ich glaube, keine Frau, egal ob mit schwerer Vergangenheit oder nicht, kann das gebrauchen.