• #1

Rückzug wegen Arbeitslosigkeit?

Liebe Forumsmitglieder

Ich würde gerne eure Meinungen und Erfahrungen zu folgendem Szenario hören:

Anfangs Sommer habe ich einen Mann kennengelernt. Wir hatten mehrere Dates, die immer sehr schön und reich an tiefgründigen Gesprächen waren. Schon beim ersten Date "gestand" er mir, dass er zur Zeit arbeitslos ist (zum ersten Mal in seinem Leben). Damals war diese (Arbeits)Situation jedoch noch ganz neu und er noch voller Hoffnungen, bald einen neuen Job zu finden. Nach ca. 1-2 Monaten kam plötzlich viel weniger Initiative seinerseits. Auf meine (aus diesem Grund auch nicht mehr so zahlreichen) Nachrichten reagierte er jedoch noch wie gewohnt. Ich fragte mich, ob er wohl das Interesse an unserem Kontakt verloren hat und sprach (schrieb) ihn darauf an. Er antwortete mir mit einer sehr langen Nachricht, in der er erklärte, dass ihn die aktuelle Situation sehr belastet und er momentan keine Energie und Lust für andere Dinge hat. Er meinte, dass er jetzt seine volle Aufmerksamkeit auf die Jobsuche richten will und deshalb "das mit uns" erst mal zur Seite schieben muss. Ich habe dann entschlossen, es für mich auch auf die Seite zu schieben, da mein Leben auch sonst sehr erfüllt und aufregend ist. Seither ist demnach Funkstille zwischen uns.
Ich lasse jetzt einfach mal die Zeit vergehen und schaue, ob er sich tatsächlich wieder meldet, wenn er einen neuen Job hat. Wenn nicht, dann hat es einfach sonst nicht gepasst (und er hatte wohl doch kein Interesse mehr). Nachlaufen werde ich ihm bestimmt nicht, denn dafür bin ich zu stolz.

Dennoch ist die Situation neu für mich (hatte noch nie einen potentiellen Partner, der arbeitslos war und auch ich selbst war noch nie arbeitslos) und deshalb würde mich Folgendes interessieren:

Wie bewertet ihr (s)einen totalen Rückzug aufgrund der Arbeitslosigkeit? Ist das aus eurer Sicht verständlich oder nur eine faule Ausrede, um sich aus dem Staub zu machen?
Habt ihr selbst auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht und wie habt ihr reagiert?
 
  • #2
Arbeitslos zu sein wäre für mich das Zweitschlimmste, das mir im Leben passieren könnte, direkt nach dem Fall, dass meine Tochter sterben würde.
Ok, ich war noch nie richtig krank, ich meine, was richtig Schlimmes, gar Chronisches, wie multiple Sklerose oder so.
Kann sein, dass das auf der Schlimmskala noch vor der Arbeitslosigkeit käme, aber das ist ja nur ein gradueller Unterschied.

Ich will sagen, Arbeitslosigkeit wäre für mich der Supergau und für diesen Mann vielleicht auch.
Nicht jeder freut sich über eine Auszeit-Gammelei.
Ich könnte nicht mehr schlafen, würde abmagern und würde 24/7 daran arbeiten, wieder was zu finden.
Für Freunde, Sport, Styling, Kultur und eben auch einen Partner hätte ich null Nerv.
Außerdem wäre mein Selbstwertgefühl am Boden und ich würde jeden Kontakt zu Leuten, mit denen ich über meine Misere sprechen muss oder nur Angst davor haben, dass es dazu kommen könnte, vermeiden.
Ergo: ich glaube ihm.

Ich glaube aber nicht, dass es mit euch nochmal was werden könnte, falls er morgen einen Superjob bekäme.
Denn du hast ihn am Boden gesehen, du bist Zeugin seines Versagens und da du ihn immer daran erinnern würdest, wird er dich nicht mehr treffen wollen.
Ich gehe jetzt von mir aus. Bei ihm kann alles vollkommen anders sein.

w 49
 
  • #3
Ich kann mir vorstellen, dass es ehrlich ist was er sagt. Mein letzter Partner war auch arbeitssuchend als wir uns kennenlernten. Anfangs war er interessiert, dann bekam er Bammel vor der festen Beziehung wegen seiner vielen Baustellen und zog sich zurück. Habe es akzeptiert und einen sehr gelegentlichen locker freundschaftlichen Kontakt gehalten.
Als ich dann jemand anderes datete und ihn um freundschaftlichen Rat bat, hat er
-für mich total unerwartet- plötzlich Vollgas gegeben. Da er konstant liebevoll hartnäckig blieb, sind wir zusammen gekommen und er hat nie wieder einen Rückzieher gemacht. Einen guten Job hat er dann auch bald gefunden. Hätte ich nicht erkannt, wie ernst er auf Jobsuche ist, wäre ich nicht mit ihm zusammen gekommen. An deiner Stelle würde ich die nächste Zeit nutzen und den Kontakt auf eine äußerst seltene, lockere unkörperliche Ebene ziehen. Für dich solltest du alle Träume mit ihm begraben. Evtl. fällt ihm bald ein, dass er dich nicht so gehen lassen will. Wenn nicht, hast du nicht viel verloren.
 
  • #4
Wie bewertet ihr (s)einen totalen Rückzug aufgrund der Arbeitslosigkeit? Ist das aus eurer Sicht verständlich oder nur eine faule Ausrede, um sich aus dem Staub zu machen?
Andere Sorgen hast du nicht, oder? Sei froh, dass du noch nie arbeitslos warst. Ich Gott sei Dank auch nicht, aber ich weiß von Bekannten: Ist der Job weg, fällt das finanzielle Gerüst. Da kommst du selbstverständlich ins Grübeln und auch Frust macht sich breit. Jeder Mensch reagiert anders, der Eine geht unter, der Andere lässt sich nicht unterkriegen.

Reagiere korrekt, schraube deine Ansprüche an ihn runter und hinterfrage erst einmal WARUM genau er arbeitslos ist. Antworten machen dich schlauer und mit der Zeit wirst du wissen ob es sich lohnt bei ihm am Ball zu bleiben oder es besser ist ihn laufen zu lassen.
 
  • #5
Ist das aus eurer Sicht verständlich oder nur eine faule Ausrede, um sich aus dem Staub zu machen?
Schwer zu sagen. Es kann wirklich absolut beides möglich sein.
Für mich selbst wäre Arbeitslosigkeit nicht ein so großes Drama, (ich war auch schon arbeitslos), weil ich mich nicht so sehr über den Job definiere, mein Glück und meine Daseinsberechtigung nicht nur daraus ziehe. Für viele Männer, so meine Beobachtung, ist das aber anders, sie definieren sich in erster Linie über ihre Arbeit.
Ein weiterer Aspekt ist noch das Alter. U30 wird Arbeitslosigkeit sicher von einem Großteil noch leichter weggesteckt, als z.B. ü50. Jetzt, wo ich ü50 bin, habe ich auch deutlich mehr Angst vor Arbeitslosigkeit, als noch vor 20 Jahren, weil man im fortgeschrittenen Alter weniger flexibel ist und auch nicht mehr so leicht etwas bekommt. Das ist wie mit Beziehungen - machen wir uns nichts vor!

Eines jedoch spricht, jedenfalls für mich, gegen das arbeitslos-Argument: Wenn ich wirklich sehr an einem Mann interessiert war/ wäre, dann habe/ würde ich nicht wegen Arbeitslosigkeit oder sonst einer schwierigen Situation, in der ich gerade bin, den Kontakt beenden.
Ich habe sowas früher einmal gemacht, als ich den Mann wirklich loswerden wollte.
Aber da mögen Andere anders sein.

w51
 
  • #6
Der Mann hat vollkommen recht. Es ist tatsächlich für ihn Priorität Nummer 1, wieder Arbeit zu finden. Dem muß sich momentan alles unterordnen. Würde ich auch nicht anders machen. Sei froh, daß er so ist.
Ich kenne auch das Gegenteil. Der Mann erzählte, daß er arbeitslos ist, und ich hielt das für eine vorübergehende Episode. Er verschwieg, daß es schon fünf Jahre geht. Einen beruflich adäquaten Job hat er bis heute nicht gefunden. Sei also sehr vorsichtig.
 
  • #7
Hm, ich kann das überhaupt nicht verstehen. Meine Generation ist damit aufgewachsen, immer mal wieder kurz arbeitslos zu sein, da es ja nur noch befristete Verträge gibt, oder budgetfinanzierte, zeitlich begrenzte Projekte. Und da ist es völlig egal, ob der Mensch studiert hat, oder gelernter Facharbeiter ist. Es ist einfach ein Sechser im Lotto, irgendwo eine unbefristete Anstellung zu finden. In den 90ern gab es überhaupt keine Ausbildungsplätze. Ständige Umzüge aller paar Jahre sind inklusive, aber man soll ja flexibel sein, sonst ist man ja ein Gammler, der nicht arbeiten will. Ergo begibt man sich aller paar Jahre auf Jobsuche, und das ist auch keine Katastrophe, solange man ernsthaft sucht und gut ausgebildet ist, findet man auch wieder was.

Aber, worauf ich hinauswill ist folgendes:
Machen wir uns nichts vor: wenn man auf "Arbeitssuche" ist, ist man ja nicht 24/7 am Bewerbungen schreiben. Vielleicht 6/24, höchstens, wenn man noch Gänge zur Arbeitsagentur, bzw. Klinkenputzen bei diversen Firmen mit einrechnet. Also wo da keine Zeit und keine Kraft für ein Kennenlernen einer potentiellen Partnerin sein soll, ist mir schleierhaft. Man hat doch sonst nichts zu tun?!

Und wenn wegen sowas die Welt untergeht, dann sollte man vielleicht doch mal seine Prioritäten im Leben überdenken. Wenn ich einen Lebensstandard habe, den ich mir bei Arbeitslosigkeit nicht mehr leisten kann, dann habe ich zu viel, was ich eigentlich nicht brauche. Klar, dass ich in ein Loch falle und Panik kriege, schließlich hab ich dann Angst, das teure Haus und das teure Auto, die Fernreisen, etc., nicht mehr finanzieren zu können und alles zu verlieren! Quel catastrophe! Wer viel hat, kann viel verlieren. So ist das im Leben.

Alles das sollte uns nicht hindern, menschlich zueinander zu sein, und eine potentielle Beziehung würde ich da definitiv nicht hinten anstellen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind viel wichtiger, als das ganze Materielle zusammen, daher würden solche Menschen über haupt nicht zu mir passen. Ob die Frau FS das auch so sieht oder eher anders, sollte sie überdenken. Denn wenn sie ihn grundsätzlich nicht verstehen kann, haben beide ein anderes Wertesystem und passen nicht zusammen.
 
  • #8
Ich rutsche da selber gerade rein und kann das bestens nachvollziehen, das geht ganz schön auf die Psyche. Mache gerade komplett zu, würde mich sogar sofort trennen, wenn die Partnerin die Situation nicht versteht und mich auch nur ein klitzekleines bisschen nervt. Bin aber auch nicht der Typ der Erklärungen, ich geh dann einfach.
 
  • #9
Moin,
mehrere Dates, die immer sehr schön und reich an tiefgründigen Gesprächen waren
Hm - das liest sich so, als sei zwischen euch immer noch die Anbahnungsphase, man hat sich noch nicht ineinander verliebt, ist sich nicht körperlich näher gekommen...?
Das ist also noch keine "Beziehung", aus der ich als Mann auch in schwierigen Zeiten Stärke schöpfen könnte, sondern erstmal nur ein weiteres "Projekt", das Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen, vielleicht Frustrationstoleranz, Zeit etc. verlangt.
Wenn du dann auch noch raushängen lässt, dass dein Leben
mein Leben auch sonst sehr erfüllt und aufregend
- "auch sonst" heißt ja vor allem "auch ohne ihn" - würde ich mir gleich zweimal überlegen, ob ich meine dringend benötigten Kräfte zumindest momentan weiter in dieses "Beziehungsprojekt" mit dir stecken möchte.

manchmal
 
  • #10
Also ich kann ihn gut verstehen. In seiner derzeitigen Situation ist er nicht frei und unbeschwert und genau das ist doch das besonders schöne am Beginn einer Beziehung. Er will seine Energie aktuell anders nutzen. @frei hat auch etwas wesentliches dazu gesagt:

du hast ihn am Boden gesehen, du bist Zeugin seines Versagens und da du ihn immer daran erinnern würdest, wird er dich nicht mehr treffen wollen.
Also ich denke die Chancen für einen Neubeginn stehen derzeit eher nicht so gut. Aber wer weiß. Wenn er Dir wirklich wichtig ist, dann lass ihm Zeit, bleibe charmant und freundlich und lass ihn machen ... das wird die Zeit dann zeigen.

Zurück zu Deiner Frage: habe zwar keine Erfahrungen damit, aber nachvollziehen und verstehen kann ich ihn sehr gut und finde das auch legitim in der frühen Kennlernphase. Er hat Dir das auch offen kommuniziert statt sich einfach so auszuschleichen ...

War vielleicht der falsche Zeitpunkt für Euch ...

viele Glück!
 
  • #11
Also ich muss sagen: Ich halte das für eine Ausrede!
Ich war schön öfter mal 2-6 Monate arbeitslos, wenn ich den Job gewechselt habe und das war nie ein Drama, weil man immer wieder etwas Passendes findet, wenn man will.
Manchmal - gerade im Sommer kann so eine Auszeit sogar ganz nett sein.
Belastend stelle ich es mir vor, wenn man keine Stelle mehr findet, weil man einen Beruf hat, für den man sehr jung sein muss oder wenn man schon tausende Bewerbungen geschrieben hat und nichts bekommt.
Ich würde eher sagen, dass er kein Interesse hat.
Ich schiebe auch oft den Job und die Kinder vor und dass ich mich gerade eher auf den Job konzentrieren muss, wenn ich eine Absage erteile.
Mag sein, dass ihn das belastet, aber 1-2 Monate hat fast jeder schon mal joblos verbracht und das ist überhaupt kein Drama.

Wenn du für ihn der Knaller wärest, wüsste er die Zeit schon zu nutzen ;-)
Ich würde sagen: Das war nichts und du bist es nicht für ihn - passiert!
Kopf hoch! :)
 
  • #12
Ich habe mit zwei Männern im Leben erlebt, wie sie sich um 180 C° drehen, wenn sie arbeitslos werden bzw Probleme im Job haben sprich: existenzielle Sorgen. Der eine hat mich behandelt wie Scheiße, der andere hat sich komplett oder ziemlich zurück gezogen und mich weitestgehend ignoriert. Da hatte er nämlich Depressionen.

Ich weiß auch gar nicht, wie ich künftig mit sowas umgehen werde. Es kotzt mich an, wenn einer, nur weil er Probleme hat, die Beziehung schleiffen lässt.

Ergo: wenn sich einer schon am Anfang so benimmt: entweder eine gute Ausrede oder die Wahrheit. Aber für Dich ist das Ergebnis immer das gleiche: lass Dich nicht runterziehen und suche Dir einen Mann, der fest im Leben steht.
 
  • #13
Dann misst Du wohl durch die Arbeit deinen lebenswert.
Was macht ein Leben lebenswert ?
Freude, Glück, Zufriedenheit, Freiheit, Sorglosigkeit, Erfolg...
Das alles verschafft mir meine Arbeit.
Dann noch Liebe und Geliebtwerden, Gesundheit, Freunde...das findet man nicht beim arbeiten.

Ich bin in der sehr glücklichen und sicher auch seltenen Lage, dass ich wirklich gerne arbeite.
Dass ich nicht zu den Leuten gehöre, die sich täglich auf den Feierabend, wöchentlich auf das Wochenende, jährlich auf den Jahresurlaub und im Ganzen auf die Rente freuen.

Mein Renteneintritt wird mit 67 sein und das erfüllt mich jetzt schon mit Sorge.
Natürlich kann ich weiter meinen Honorartätigkeiten nachgehen, aber mein Angestelltenverhältnis und auch die Lehrtätigkeit werden dann wohl nicht mehr sehr lange weitergehen.
Aber ich werde mir dann eine andere Aufgabe suchen, vielleicht ein Ehrenamt oder ich beginne ein Seniorenstudium.

Hier haben einige gesagt, dass es nicht ungewöhnlich und damit stigmatisierend sein, mal kurz arbeitslos zu sein.
Hm ja, kann schon sein, dass Neuakademiker keine große Wahl haben und dann wiederholt und fortgesetzt befristete Verträge oder eben freiberuflich Aufträge annehmen müssen.
Das verstehe ich, auch dass das sehr belastend sein muß.
Ich drücke all diesen Leuten die Daumen, dass sie bald auf die Füße kommen.
Einige sagen, dass sie es gar nicht so schlimm finden, wenn sie mal 1 oder 2 Monate nichts haben. Naja, ich weiß nicht...nicht wegen das Gelds, so einen Zeitraum kann man leicht überbrücken, sondern wegen der Sorge, nichts gutes zu finden. Also, ich könnte da nicht ruhig schlafen.

Wäre meine potenzielle Partnerin arbeitssuchend, dann würde ich sie bei der Suche unterstützen oder irgendwelche Hebel in Bewegung setzen, dass sie wieder Arbeit hat.
Wie stellst du dir das denn vor ?
Du gehst zu potenziellen Auftraggebern oder auch Arbeitgebern, hast deine Freundin an der Hand und machst eine Kaltakquise ? Oder du suchst ihr Angebote im Internet raus ? Oder du holst sie um 10 Uhr aus dem Bett, damit sie nicht den ganzen Tag schläft ?
Was genau meinst du mit helfen ?
Ich denke, dabei kann einem niemand helfen. Kein Mensch stellt deine Freundin ein, wenn sie sich nicht allein bewerben kann.

w 49
 
  • #14
Also Menschen, die sich nur über ihren Beruf definieren, finde ich langweilig und wie gesagt ist er nicht 3 Jahre arbeitslos.
Meine Freunde (auch die ganz erfolgreichen Manager) hatten auch ab und an mal eine Phase in ihrem Leben, in der sie nicht gerabeitet haben (weil sie es nicht wollten oder weil die Firma pleite ging) - so what? - so ist das Leben.
Solange er nicht von HartzIV lebt... soll er eben seine Freiheit genießen - der Job kommt schon wieder.
Ich denke, er hat einfach keine bessere Ausrede gefunden.
 
  • #15
Ist doch eine beliebte Ausrede von Männern, wenn sie sich zurückziehen: sie haben Probleme oder viel Arbeit im Job. Und dieser hier, der hat halt Probleme, weil er keinen hat. Eine Ausrede, die man einfach schlucken muß. Denn wer wirklich will, der wird einen Weg finden. Wer nicht will, der findet Gründe.

Und wenns keine Ausrede sein sollte, dann würde ich hier Rückgrat vermissen, psychische Stabilität, die ja so wichtig ist für das Gelingen einer Beziehung.

Stell Dir vor, Du bist mit ihm in einer Beziehung und es kommen Probleme. Dann überlege Dir mal, was Du mit diesem hier anfangen könntest, falls Du noch träumst von gemeinsam durch Dick und Dünn gehen.
 
  • #16
Moin,
die Frage ist doch, wie weit diese Beziehung hier schon gediehen ist:

>> Wenn tatsächlich schon eine "Beziehung" besteht, ist es natürlich komplett unverständlich, sie aufgrund von Arbeitsthemen schleifen zu lassen.

>> Wenn es aber - so wie es hier aussieht - noch um eine ganz frühe Phase des Kennenlernens geht, finde ich es recht verständlich, dass der Mann jetzt keine Energie für dieses ergebnisoffene Unterfangen hat. Ich weiß ja nicht, wie es anderen Männern dabei geht, aber diese Phase ist nunmal anstrengend, man überlegt sich Aktivitäten, grübelt vielleicht, ist sich unsicher, hofft...

Wenn dann die FS vielleicht noch recht kritisch, stolz, selbstzufrieden, unnahbar rüberkommt, kann der Mann leicht beschließen, dass die Sache zu schwierig ist und gerade in einer anstrengenden Zeit den Aufwand nicht lohnt.

manchmal
 
  • #17
Liebe @ladolcevita,
Kaum lernt man den Partner des Herzens kennen, schon kommen die ersten Prüfungen auf die junge Liebe zu.
Arbeitslos - wie schrecklich. Finanzieller Engpaß und gesellschaftliche Ausgrenzung. Was muß dieser Mann leiden!
Heute ist es nicht mehr so schlimm wie früher, als der Mann Frau und Familie allein ernähren mußte.
Heute sind Frauen stark, emanzipiert und selbständig, stehen mit beiden Beinen fest im Leben.
Wie gut, dass er Dich hat!
Dein Stolz hat seine Berechtigung - Du bist eine gestandene und kluge Frau !
Du übernimmst stolz und selbstverständlich die Führung und stehst ihm bei.
Er hat kein Geld für Dates, Essen und Urlaub. Das braucht er auch nicht - Du bist die starke Frau an seiner Seite, die ihn finanziell stützt und ihm hilft.
Lade zum Essen ein, hol ihn ab oder schick ihm ein Taxi.
Bespaße ihn, geh mit ihm ins Kino oder buche eine kurze Städtereise. Ein Wellnesswochenende ist auch toll.
Geschenke, die von Herzen kommen sind für die Seele gut und zeigen, daß Du ihn magst - eine schöne Uhr oder ein neues Hemd kommen immer gut.
Männer verfallen auch in Depressionen bei Arbeitslosigkeit und vernachlässigen dabei den Haushalt - bing Dich dort voll ein, raum auf oder kauf ihm wöchentlich eine Putzfrau.
Schönes Umfeld - gut für die Seele !
Schau Dir seine Unterlagen zur Bewerbung an oder kauf ein Profiunternehmen, das ihm hilft, ihn vielleicht sogar coacht und ihm mit Verbindungen zur Wirtschaft hilft.
Wichtig ist, daß Du Dich nicht nur mit schöndem Geld einbringst sondern auch mit Körper und Seele. Sei lieb zu ihm und verständnisvoll. Wenn er aufgeregt ist, dann weißt Du, daß er das tut, weil er unter großem Stress steht.
Du bist eine souveräne Frau und stehst da voll drüber. Du lächelst und nimmst ihn in den Arm, denn das braucht er am meisten, wenn er es es am wenigsten verdient hat.
Ein ganz wichtiger Punkt, um sein Selbstbewußtsein und seinen Körper zu stärken ist die Sexualität.
Schlafe mit ihm so oft er mag und wie er es am Liebsten mag.
Frag nach seinen geheimsten Fantasien und setze sie alle um. Scheue Dich nicht selbst neue Dinge auszuprobieren. So kannst Du mit ihm Deine devote oder dominante Ader entdecken, Deine Neigung zum weiblichen Geschlecht ausprobieren oder neue Leute in Clubs kennenlernen.

Wenn Du alle diese Dinge beherzigst, wird Dein Freund/Mann über sich selbst hinauswachsen und durchstarten wie eine Rakete.

Liebste Grüße
Dr. Sommer
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #18
Hier nochmal die FS.

Vielen Dank schon mal für all eure Antworten.

Es ist effektiv so, dass wir noch mitten in der Kennenlernphase steck(t)en. Es besteht also noch keine Beziehung.
Nachdem er mir geschrieben hatte, wie sehr ihn die Arbeitslosigkeit stresst, habe ich ihm entgegnet, dass ich verstehen kann, dass ihn das belastet (würde mir wahrscheinlich genauso gehen). Weiter habe ich mich auch bereit erklärt, ihm zu helfen, wenn er die Hilfe denn benötigt. Damit habe ich meiner Ansicht nach (momentan) mein Möglichstes getan.
 
  • #19
Arbeitslosigkeit nimmt den, der sie ernst nimmt und sich wirklich um einen Job bemüht, vollkommen gefangen.
Zunächst ist es ein absoluter Vollzeit-Job, einen Job zu suchen. Jobangebote finden, Bewerbungen schreiben, hinterhertelefonieren, sich das Amt vom Leib halten, neue Jobangebote finden, über einen Umzug nachdenken etcpp.

Dazu kommt der mit der Zeit wachsende Frust, der Zweifel, die Angst. Neben der Vollzeit Jobsuche ist der betroffene ("die" natürlich auch) also von erheblichen Selbstzweifeln und existenziellen Sorgen geplagt. Ich hätte vollstes Verständnis, wenn sich ein Arbeitsloser nur noch mit der Arbeitssuche beschäftigt und alles andere hinten an stellt.

Ich habe es selber erlebt und weiß, wovon ich rede. Ich habe aber auch selber erlebt, wie sehr man indie Gefahr kommt, sich vollständig zu verlieren in der Situation., Und hier könntest du ansetzen. Auch ein vollständig mit der Arbeitslosigkeit beschäftigter profitiert mal von einem Wochenende, wo er an etwas anderes denkt, wo er sich entspannt,. auftankt und was schönes macht. Dies könntest du versuchen, ihm zu vermitteln und ihn dabei unterstützen,. Damit hilfst du ihm in seiner Situation und du öffnest vielleicht einen Weg zu ihm. Viel Glück dabei!
 
  • #20
nein, das ist keine Ausrede. Wenn ein Mensch seine Arbeit verliert, fühlt er sich wertlos und verliert erstmal sein Selbsbewusstsein. Die innere Balance ist nicht mehr im Einklang.
Ihr kennt euch noch nicht so lange, dass er diese Kräfte aufbrauchende Situation mit dir durchleben könnte. Er möchte dabei alleine sein und du solltest ihm diese Zeit geben.
Wenn er dich liebt, wird er sich melden, wenn es für ihn ok ist.

Ich hatte eine ähnliche Situation mit meinem Mann, der war Sportkaufmann, sehr verbunden mit der Firma und in seinem Beruf ging er auf.
Früher selbständig, danach wieder als Geschäftsführer in dem Sportgeschäft, in dem er schon gelernt hatte.

Dann wurde das Geschäft nach Jahrzehnten zum Jahresende geschlossen und alle Mitarbeiter entlassen.
Ich habe meinen Mann nicht mehr wieder erkannt.

Er ging morgens um 6 Uhr joggen und verausgabte sich völlig.
Während die anderen Arbeitskollegen sich um neue Arbeitsplätze bemühten und sich auch arbeitssuchend meldeten um die Existenz zu sichern, verdrängte er die Situation und tat so, als sei das für ihn nicht Realität
Er zog sich zurück, unser vorher immer liebevolles Miteinander war Nebensache und wurde zum Stressfaktor. Er bekam extrem hohen Blutdruck und einige Monate später hatte er mehrere Schlaganfälle, hat überlebt und ist heute ein Schwerstpflegefall.

Daran kannst du sehen, was bei manchen Menschen so eine Situation auslösen kann.

Gib deinem Freund Zeit, sich selber wieder zu finden.

LG und viel Glück
Santosha
 
A

Arcturus

  • #21
Also ich muss sagen: Ich halte das für eine Ausrede!
Ich war schön öfter mal 2-6 Monate arbeitslos, wenn ich den Job gewechselt habe und das war nie ein Drama, weil man immer wieder etwas Passendes findet, wenn man will.
Manchmal - gerade im Sommer kann so eine Auszeit sogar ganz nett sein.
Belastend stelle ich es mir vor, wenn man keine Stelle mehr findet, weil man einen Beruf hat, für den man sehr jung sein muss oder wenn man schon tausende Bewerbungen geschrieben hat und nichts bekommt.
Ich würde eher sagen, dass er kein Interesse hat.
Ich schiebe auch oft den Job und die Kinder vor und dass ich mich gerade eher auf den Job konzentrieren muss, wenn ich eine Absage erteile.
Mag sein, dass ihn das belastet, aber 1-2 Monate hat fast jeder schon mal joblos verbracht und das ist überhaupt kein Drama.

Wenn du für ihn der Knaller wärest, wüsste er die Zeit schon zu nutzen ;-)
Ich würde sagen: Das war nichts und du bist es nicht für ihn - passiert!
Kopf hoch! :)
Dieses Statement halte ich für gewagt, weil es eine (typisch) weibliche Sicht ist und zudem unterschlägt, daß die Meinungsäußernde auf einen solide Finanzierung durch ihren Exmann (war der nicht Chefarzt?) zurückgreifen kann, wie sie hier häufig schrieb.

Der (gewesene) Freund der FS hat sich sicher folgendes gesagt:
Eine Freundin kann mich nicht ernähren und meine wirtschaftliche Unabhängigkeit sichern, eine äquivalente Arbeitsstelle aber schon. Was ist also wichtiger für den gleichbleibenden Erhalt meiner Lebensqualität?
Antwort: das Finden einer neuen Arbeitsstelle
Frage: Was hat also Priorität: Freundin oder Arbeitssuche?
Antwort: Natürlich die Arbeitssuche.

Beispiel aus meinem eigenen Leben:
Frage: Geht es mir wirtschaftlich wesentlich schlechter, seit mich meine Frau verlassen hat?
Antwort: Nein.
Frage: Ginge es mir wirtschaftlich schlechter, wenn ich meinen Job verlieren würde und mich um eine neue Arbeit kümmern müßte?
Antwort: Definitiv ja.
Frage: Was ist für den Erhalt meines Lebens wichtiger, Frau oder Arbeit?
Antwort: Arbeit.

Also wieso prügelt ihr so auf den armen Mann ein, der sich hier noch nichtmal wehren kann, weil er von der Diskussion nichts weiß?
 
  • #22
Liebe FS,
der Verlust des Arbeitsplatzes versetzt viele Menschen in existenzielle Ängste und nimmt in dieser Phase ihr ganzes Leben in Anspruch. Meistens kommen noch Gefühle der Wertlosigkeit hinzu, sodass viele in die soziale Isolation gehen. Es ist nunmal so, dass Arbeit und Einkommen einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben.

Nein, man hat nicht 7/24 mit Arbeitssuche zu tun, aber ich kenne es von vielen Bekannten, dass sie sich tatsächlich 7/24-Stunden mit dem Thema befassten. Wenn sie keine konkreten Aktionen unternahmen sich zu bewerben, drehen sie sich in Grübelschleifen, hatten unter den Folgen von Schlafstörungen zu leiden, zogen sich zurück und waren wenn der Zustand über einige Monate anhielt auf dem besten Weg in eine Depression.

Ich habe es immer so gehalten (war aber nie ein Partnerschaftskandidat betroffen): wenn mir an demjenigen als Mensch wirklich etwas liegt, dann habe ich von mir aus immer wieder versucht Kontakt aufzunehmen, mich zu verabreden und zwar im nicht-kommerziellen bzw. low-cost-Bereich.

Der Beitrag von Dr. Sommer (den ich als Groteske bewerte - zum ablachen, nicht zum befolgen), der Dir empfiehlt zu einer menschlichen Caritasstation für den Mann zu werden und alle seine Bedürfnisse zu befriedigen, wird exakt das Gegenteil bewirken, wenn Du so handeltst.
Der Mann wird zwar nehmen, was er bekommt, Dich aber niemals mehr als Partnerin respektieren, weil Du ihn in seinen größten Schwächen gesehen hast. Dir wird das passieren, was vielen Frauen passiert die downdaten: der Mann macht sie platt um sein Selbstwertgefühl wiederherzustellen, gern auch in Kombination mit fremdgehen.

Kontaktiere ihn in 2-wöchigem Abstand, sag' ihm, dass Du ihn gern sehen würdest, biete ihm Gespräche an, zeig' ihm, dass er seinen Wert für Dich nicht verliert, nur weil er aktuell keine Arbeit mehr hat und mit seinem Arbeistlosengeld strikter haushalten muss. Gute Männer wachsen nicht auf Bäumen, eine Frau sollte sich durchaus bemühen, wenn sie einen gefunden hat und zeigen, dass sie nicht alle Lebensverantwortung an ihn als Mann delegiert, sondern als Partnerin für Krisen was taugt.

Wenn er über 2-3 Monat immer nur absagt, dann kanst Du die Aktivitäten einstellen - so nah seid ihr noch nicht, dass Du dann noch am Ball bleiben musst.
 
  • #23
Er antwortete mir mit einer sehr langen Nachricht, in der er erklärte, dass ihn die aktuelle Situation sehr belastet und er momentan keine Energie und Lust für andere Dinge hat. Er meinte, dass er jetzt seine volle Aufmerksamkeit auf die Jobsuche richten will und deshalb "das mit uns" erst mal zur Seite schieben muss.
Für mich ist das absolut nachvollziehbar. Ob es nun eine Abspeisung für Dich ist, weiß ich natürlich nicht, aber es lief doch ganz gut an und er hatte noch Hoffnung. Ausrede oder nicht, ich könnte es verstehen, wenn es ehrlich gemeint ist.
Es kommt immer drauf an, wieviel man damit verbindet, einen Job zu haben. Wenn man wie einige hier locker damit umgehen kann, ist es doch was ganz anderes, als wenn man die Arbeit gern macht und sich viel einbringt oder irgendwas Egomäßiges damit verbindet. Arbeitslose sind alle faul und Loser, das würden alle von mir denken. Es muss an mir liegen, dass ich keine Arbeit finden und mich keiner will. Anscheinend bin ich schlecht.
Noch ein paar blöde Bemerkungen in der Vergangenheit darüber gehört oder sogar selbst gemacht, und schon ist das Dilemma mit dem Selbstbild da.

Das ist also noch keine "Beziehung", aus der ich als Mann auch in schwierigen Zeiten Stärke schöpfen könnte, sondern erstmal nur ein weiteres "Projekt", das Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen, vielleicht Frustrationstoleranz, Zeit etc. verlangt.
So seh ich das auch als Frau.

Aber, was wenn doch irgendwann? Davor hat er Angst, denke ich. Es geht ja nicht nur um den Verlust des Jobs, sondern der Sicherheit und dem sicheren Grundgefühl, sein Leben autonom leben zu können.

@ ladolcevita
Ich finde Deine Reaktion auf seine Erklärung gut. Ich denke aber auch, es war zu frisch mit euch und vielleicht warst Du sogar Teil des Durchstarteprogramms in seinem Leben. Neuer Job, neue Frau. Nun klappt das nicht so und die Hoffnung und die Energie sind weg.
 
  • #24
Liebe FS,
ich sehe das auch nicht als Ausrede.

Erstens gelten Männer nicht als multitasking-fähig. Gleichzeitig Energie in die Jobsuche und in eine neue Partnerschaft zu stecken, ist eine anstrengende Baustelle zu viel.

Zweitens definieren sich viele Männer mehr über ihre berufliche Leistung, als viele Frauen, die sich über Emotionales, Freundschaften, Partnerschaften definieren.
Auch eine Frau trifft Arbeitslosigkeit hart. Ich würde aber behaupten, sie verliert damit nicht den Glauben an ihre Weiblichkeit. Ein arbeitsloser Mann mag sich als "unmännlich" empfinden. (Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel.)

Ich glaube, solange er sich nicht berappelt hat, wirst du nichts erwarten können. Niemand kann sagen, wie lange es dauern wird, bis er einen Job findet. Und wenn er einen gefunden hat, wird es wiederum seine Zeit dauern, bis er sich darin eingelebt hat.

Hast du diese Zeit und willst du diese Zeit in ihn investieren ? Das kannst nur du entscheiden. In diesem Fall würde ich auch alle paar Wochen lockeren Kontakt mit ihm pflegen. Ihm aber keine weitere Hilfe anbieten (Stichwort Männlichkeit) und mit ihm auch keine Freundschaft beginnen. Damit würdest du leider nur in die Kumpel-Schiene rutschen. Versuche lieber, dein Leben zu leben und die Gefühle für ihn herunter zu schrauben, so traurig das für dich auch sein mag.
 
P

proudwoman

  • #25
Wenn Du alle diese Dinge beherzigst, wird Dein Freund/Mann über sich selbst hinauswachsen und durchstarten wie eine Rakete.
Frau/Herr Dr. Sommer, sind Sie ein Fake?
Ich sehe das genauso wie Vikky es vorschlägt.
Männer definieren sich sehr stark über den Beruf. Zumal es nicht einfach ist, ab einem bestimmten Alter wieder Fuß zu fassen. Ich selber war noch nicht in dieser Situation, aber mein Ex. Ich möchte das nicht erleben, da ich selber in ein großes schwarzes Loch fallen würde und Angst hätte, irgendwie zu verlottern.
Ich würde meinem Partner dezent zu verstehen geben, dass er für mich noch immer der Mensch ist, in den ich mich verliebt habe. Aber nichts erzwingen, bitte und nicht nerven.
 
  • #26
Arbeitslosigkeit kann gerade für Männer sehr peinlich und belastend sein. z.B. fühlen sie sich als Versager. Auch dann, wenn es nicht ihr Verschulden ist.

Vorschlag: Auf den Mann zugehen, und Vorschläge für gemeinsame Freizeitaktivitäten machen. Ihn ablenken, von seinen psychischen Belastungen wegen Arbeitslosigkeit.
Ihm zeigen, dass er als Mensch gefragt ist.

Arbeitslos werden, ist heute keine Schande mehr. Das ist der Preis für eine moderner gewordene Arbeitswelt. Und ein Faktor der Marktwirtschaft.

Wir haben in Dtl. ca. 9,5 Mio. Arbeitslose/Jahr. Aber die fallen nicht auf, weil die Meisten innerhalb eines Jahres wieder Arbeit haben.

Manchen Arbeitslosen fällt es schwer, einen Job anzunehmen, der (weit) unter ihrem Können ist.
Denn das macht sehr unzufrieden, und ist ein Einschnitt in deren Karriere. Deswegen werden "Überqualifizierte" ungern eingestellt.

Ab 50+ wird man in Dtl. eher gefeuert, als eingestellt.
(Frauen ab 55+)

Selbst Ärzten, Lehrern, ja sogar Ingenieuren kann passieren, dass sie in Dtl. keine Arbeit mehr in ihrem Beruf bekommen, und ggf. deswegen aus Dtl. auswandern. (Selber Welche kennengelernt)

"Hin fallen" kann Jeder. Aber wieder aufstehen, dass ist wichtig.
Auch falls sie dazu Hilfe benötigen.
 
  • #27
ich sehe das auch nicht als Ausrede.

Erstens gelten Männer nicht als multitasking-fähig. Gleichzeitig Energie in die Jobsuche und in eine neue Partnerschaft zu stecken, ist eine anstrengende Baustelle zu viel.
Grundsätzlich möchte ich Dir zustimmen. Arbeitslosigkeit kann, insbesondere wenn man ein gewisses Alter erreicht hat und / oder der Zustand schon länger anhält, sicherlich sehr belastend sein. Auch dass die Situation von Männer aufgrund traditioneller Rollenvorstellungen tendenziell als belastender empfunden wird und Versagensängste schürt, ist bestimmt nicht abwegig.

Auf eine Partnersuche würde ich mich unter diesen Umständen vermutlich auch nicht einlassen. Zumindest nicht bewusst und gezielt. Denn hier schafft man sich ja selbst eine Baustelle, die den ohnehin vorhandenen Druck und mögliche Selbstzweifel nur erhöhen. Neben die stressreiche Jobsuche tritt dann noch der Anspruch, einen adäquaten Partnerkandidaten abzugeben. Emanzipation hin oder her, beide Geschlechter verlangen vom Mann nach wie vor eine (omni-)potente Stellung innerhalb der Beziehung.

Trotzdem muss ich oben zitierter Bemerkung widersprechen:
  1. Weil die beschriebene Situation ein misslungenes Beispiel für Multitasking ist. Dieses nämlich beschreibt die zeitgleiche Ausführung zweier / mehrerer Handlungen (bspw. die Anfertigung einer Bewerbung während man einen Beziehungsstreit führt). Obiger Auslegung zufolge wären Männer prinzipiell nicht in der Lage, zwei verschiedenen Situationen gerecht zu werden. Der berufstätige Familienvater dürfte nach dieser Theorie gar nicht existieren.
  2. Weil die bessere Befähigung der Damenwelt zum Multitasking als Märchen entlarvt wurde. Volle Konzentration kann das Hirn nur einer Aufgabe widmen. Auch das weibliche. Einem Hörspiel sämtliche Informationen zu entnehmen, während man sich auf eine Fernsehserie konzentrieren soll, wird beiden Geschlechtern gleichermaßen schwer fallen.
 
  • #28
Um nicht die Allgemeinheit für deine Schlurfigkeit bezahlen zu lassen.
Weil du keine Lust hast zu arbeiten, bekommst du Sozialhilfe oder sonst eine staatliche Leistung.
Weil du keine Lust hast zu arbeiten, bekommt deine Frau Sozialhilfe oder sonstwas ?
Kinder vielleicht auch noch ?
'Den' Staat gibt es nicht, das sind Leute.
Menschen, die arbeiten, damit sich Leute wie du entspannen können.
Wenn ich meine Anzüge sehe, kommen mir die Tränen.
Während du mit Kissen im Fenster hängst und den Leuten auf der Straße zusiehst.

Übrigens: ich würde unter gar keinen Umständen mit dir tauschen wollen, ich würde nur sehr gerne aufhören, dich durchzufüttern.

w 49
 
  • #29
Bei so einer Justiz habe absolut kein Schamgefühl.
Die Schuld an Deiner Misere trägt letztlich nicht etwa die Justiz in Vertretung des deutschen Volkes, obgleich diese sicherlich nicht in allen Punkten lückenlos perfekt funktionieren mag.

Ob es Dir gefällt oder nicht, Du hast mit der Einwilligung in die Ehe seinerzeit willentlich und bei klarem Bewusstsein gewisse Pflichten übernommen, die Dich nun einholen. Dass Du das Kleingedruckte nicht gelesen oder ausgeblendet hast ist zwar bedauerlich, entbindet Dich aber in keiner Weise von Deinen vertraglichen Verpflichtungen.

Deine Arbeitslosigkeit ist insofern kein Resultat der deutschen Rechtsprechung oder der Unfähigkeit / Unwilligkeit Deiner Frau. Vielmehr entspringt sie Deinen eigenen Fehlentscheidungen.
 
  • #30
Wir kennen die genaue Situation des Mannes ebensowenig wie du, ihr hattet euch ja erst vor Kurzem kennengelernt.
Tatsächlich gibt es Phasen im Leben, die so viel Energie kosten, dass man sich einer neuen Bekanntschaft nicht in dem Maße widmen kann, wie es notwendig wäre. Man hat einfach keinen Kopf dafür und kann sich nur auf das absolut Notwendigste konzentrieren.

Hast du schon mal überlegt, dass dieser Mann vielleicht riesige Existenzsorgen hat, die ihn nicht mehr ruhig schlafen lassen? Wenn dann deine einzigen Gedanken solche wären wie z. B. ob ihr lieber ins Kino oder zum Sport wollt, wäre das geradezu ein Hohn.
Wenn es so ist, kann ich den Mann verstehen, denn ich habe auch schon einmal einen interessanten Mann aufgegeben, dessen Bespaßung neben meiner schwierigen Lebenssituation nicht mehr möglich war. Unter anderen Umständen wäre vielleicht mehr daraus geworden. Meine damalige Lage konnte er trotz Erklärung nicht erfassen.

Ich würde also nicht zu hart ins Gericht gehen. Warte doch mal ab, vielleicht meldet er sich wieder.