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Gast

  • #1

Positive Erfahrungen mit depressiven Partnern?

Gibt es hier Menschen mit depressiven Partnern (seit Beginn der Beziehung bekannt), die trotz der Krankheit eine gesunde Beziehung aufbauen konnten und wo im Laufe der Beziehung die Depression mit Hilfe von außen geheilt wurde? Welche Anforderungen werden an den gesunden Partner gestellt? Welche Anforderungen kann man an den kranken Partner stellen? Bitte nur konstruktiv positive Erfahrungen, die negativen Seiten sind mir sehr wohl bekannt. Vielen Dank für Eure Antworten.
 
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Gast

  • #2
Liebe FS, Depressionen sind unheilbar. Die depressiven Episoden- so der richtige medizinische Ausdruck - können selbstverständlich verschwinden und sie können genauso selbstverständlich wiederkommen. Heilung also Symptomfreiheit gibt es nicht von außen sondern von innen.
Du entweder Antworten auf deine Frage suchen - das kann dir das Forum bieten, aber nicht schreiben, das Forum darf dir nur bestätigen was du hören willst.
In dem Wort "Depression" steckt sehr vieles - eine unipolare Störung, eine bipolare Störung, eine erstmalige despressive Episode, ein burn-out, eine reaktive Depression. Wenn du wirklich Antworten willst, dann gib mehr Informationen. Besser wäre es, du suchtest den Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Depressiven !
Blindes "positives Sein" hilft Depressiven nicht !
 
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Gast

  • #3
Wer immer nur abhaut, kann keine positive Erfahrung machen :)
Dabei denke ich, dass gerade (erwiderte) Liebe Depressionen heilen können.
Sie sind ja nicht nur "Veranlagung", sondern manchmal auch nicht ganz ohne Grund da.
Oftmals wird beobachtet, dass (auch ohne Depressionen) der Charakter der Menschen ohne Liebe auch mal "kippen" kann (und zwar zum Schlechten).

Aber da wir ja alle nur unseren Spass wollen, müssen sich Depressive der Situation eben anpassen und überlegen, wie sie zu Spaß kommen, ohne immer nur den Preis zu zahlen.Denn ein Leben ohne Spaß ist ganz sicher nicht das gesündeste.
Eine Freundin von mir hat sogar aufgehört, ihre möglichen Partner darauf hinzuweisen, was sie hat. Sie meinte, es interessiert sowieso niemanden und sie wolle nicht so problembeladen wirken. Das wissen nur ihre engsten Freunde. Manche haben sich auch schon verabschiedet, deswegen.
Die Gräben zwischen sogenannten "Normalen" und "Psychos" sind eben einfach zu tief. Auch in 2011, wenn es offensichtlich wird, dass der Psycho" ein solcher ist.
Sie wurde auch nur sehr selten danach gefragt oder darauf angesprochen.
 
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Gast

  • #4
Liebe FS,
vielleicht kann Dir dieses Buch eine Hilfe sein:

Laura Epstein-Rosen, Xavier F. Amador,
Wenn der Mensch, den Du liebst, depressiv ist.
Wie man Angehörigen oder Freunden hilft.

Das Buch ist in einem renomierten Verlag erschienen und hat auch ganz gute Kritiken.

Alles Gute!
 
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Gast

  • #5
Depressive Menschen sind nicht selten sehr sensibel. Was für sie spricht!

Depressionen sind auf dem Vormarsch zur Volkskrankheit. Auch, weil der auf grenzenlosem Wirtschaftswachstum (= Verschwendung) basierende Lebensstil (erklärtes Ziel der Regierung: Wachstum... - im quantitativen Sinne...) schizoid ist und anders veranlagte Menschen in Krisen geraten lässt.

Fragt sich, wer und was eigentlich "krank" ist?

Generell sind Depressionen recht gut behandelbar (Schizophrenie mangels Krankheitseinsicht nicht). Frauen werden sie eher nachgesehen, Männer werden schnell als Versager abgestempelt.

Depressive werden aufgrund ihres Haderns mit den brutalen kapitalistischen Marktgesetzen samt ihrer Nebenwirkungen kaum gute Ernährer sein und dich mit Konsumgütern überschütten.
 
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Gast

  • #6
Nein, wird es m.E. nicht geben.

Wenn ein Partner keine gesunden Bedingungen mitbringt, wird sich keine gesunde Beziehung aufbauen lassen. An einen kranken Partner kann man keine Anforderungen stellen. Es ist keine gesunde Balance da, die eine sich gesund entwickelte Beziehung erfordert.

w47
 
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Gast

  • #7
Liebe FS,

ich kenne mich mit dem Thema besser aus, als mir lieb ist. Mein ganz ernst gemeinter Tipp: Auch wenn es schwer fällt, LASS DAS BLEIBEN. Es ist vollkommen zwecklos. Genauso wie Liebe kein gebrochenes Bein heilen kann, kann man mit Liebe auch nicht gegen Depressionen vorgehen.

Wir waren schon jahrelang verheiratet, als meine Frau plötzlich depressiv wurde. Die depressiven Schübe haben dann für uns beide komplett den Lebensrhythmus bestimmt. Das einzige was dann hilft, ist eisernes Pflichtbewusstsein (beim gesunden Partner). Vom kranken Partner kann man nichts verlangen, da er von der Krankheit lahm gelegt ist. Da leidet - Liebe hin oder her - die Beziehung ganz gewaltig. Auch Freundeskreis, Privatleben, Arbeit etc. laufen selbst beim gesunden Partner nur noch auf Sparflamme.

Ob sich all der Einsatz lohnt ist nicht klar. Zum einen können Depressionen im Prinzip lebenslänglich andauern oder auch nach ein paar Jahren wiederkommen. Oder es kann laufen wie bei mir. Ich habe eisern zu meiner Frau gehalten, als sie jahrelang schwer krank war. Als sich eine gewisse gesundheitliche Besserung abgezeichnet hat, hat sie gemeint, alleine käme sie jetzt mit ihren Depressionen besser zurecht. Dann hat sie eben die Scheidung eingereicht.

m
 
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Gast

  • #8
# 6 @ # 4

Das halte ich aber für ein ganz gewaltiges Gerücht, dass Depressionen generell recht gut behandelbar seien. Eine Behandlung ist nur in Grenzen möglich und der Stand der medizinischen Erkenntnis ist längst nicht so hoch wie bei physischen Erkrankungen.

Problematisch ist schon mal, dass Depressionen oft nicht korrekt diagnostiziert werden (v. a. von Hausärzten). Bis der Patient dann von einem Spezialisten überhaupt erst mal korrekt diagnostiziert wird, kann es u. U. Jahre dauern. Bis dahin ist die Krankheit schon weit fortgeschritten.

Hat man dann endlich die Diagnose, gibt es zwar verschiedene therapeutische Ansätze. Es gibt aber keine in Fachkreisen anerkannte, erfolgsversprechende Therapie.

Selbst wenn sich therapeutisch eine Perspektive auftut, scheitert diese oft daran, dass es dem Patienten oft an Krankheitseinsicht fehlt.

Eine voll ausgeprägte Depression ist eine sehr heimtückische Krankheit, die neben dem Patienten auch noch sein komplettes soziales Umfeld sehr mitnimmt. Noch so viel Liebe kann da nichts ändern - und Deine Kapitalismuskritik schon mal gar nicht.

m
 
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Gast

  • #9
Zurück zur Frage mit einer Gegenfrage:
Handelt es sich um eine echte Depression (endogen, exogen, psychogen, pharmakogen, senil, symptomatisch etc.) oder nur um eine sog. "depressive Reaktion"? Das sollte der/die FS hier bitte erst klären, davon hängt nämlich die "Heilungschance" ab. Danke.

Damit sind alle bisherigen Antworten auch - erstmal - an der Frage vorbei:
@1: muss nicht generell "unheilbar" sein wie fälschlich hier dargestellt
@2:wer sich sowenig für einen Menschen interessiert, dass er ihn gar nicht darauf anspricht, wird auch keine tieferen Einblicke in dessen Leben erhalten und ist somit nicht qualifiziert, Vermutungen auszusprechen.
@4: guter Ansatz allerdings mit Widerspruch in sich durch den letzten Satz zu vorletzem Absatz
@6: traurige Erfahrung. Und in gewisser Weise hast du Recht mit deinem Beitrag #7. Allerdings stimmt das mit der "Krankheitseinsicht" in Bezug auf echte Depressionen nur bedingt.

Ich bin kein Fachmann, habe aber leider einige Variationen im Bekanntenkreis miterlebt. Verschiedenste Auslöser, verschiedenste Formen, verschiedenste Ergebnisse. (Endogen bei einem älteren Herrn, psychogen bei einer Endvierzigerin mit bipolarer Störung, Winterdepression bei einer Freundin (Lichttherapie) etc. - und ich selber nenne es bei mir gerne "depressive Verstimmung", wenn mir eine Laus über die Leber gelaufen ist, auch wenn es keine Depression ist.)

Ich denke, es scheint wirklich eine Volkskrankheit zu werden, jedem sofort zur Therapie zu raten (amerikanische Zustände), jedenfalls wenn man davon ausgeht, dass hinter jeder "depressiven Reaktion" (die ihre Zeit braucht) sofort eine ausgewachsene manifeste Depression vermutet wird (meistens von Laien).
 
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  • #10
@7
Ich bin selbst depressiv und muss an der Stelle einwerfen, dass es sehr auf die Depression ankommt, ob und wie diese behandelbar ist oder nicht.
In meinem Fall ist sie es zum Glück, wobei Depression hier nur das Symptom ist, meine eigentliche Erkrankung ist auf physischer Ebene, weil einfach ausgedrückt Botenstoffe im Gehirn nicht korrekt verarbeitet werden.
 
  • #11
Zunächstmal muß man klären, welche Art Depression gemeint ist. Wie #7 schon darlegte, ist das eines der komplexesten Bereiche der klinischen Diagnostik und Therapiekonzeptentwicklung. Es dauert ewig, um das Kernproblem einzugrenzen. Der Erkrankte kann am wenigsten für sein Leiden, weil es schwer ist, dagegen anzukommen. Hinzu kommt eine genetische Disposition.

Grundsätzlich ist die Krankheit unheilbar. Man kann die Symptome lindern, wenn man erstmal eine Diagnose bzw. einen Ansatzpunkt hat.

Von Depressionen sind sehr häufig hochintelligente, hochsensible und nachdenkliche Personen betroffen.

Ich widerspreche #7 jedoch darin, daß Depressiven die Krankheitseinsicht fehlt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Sie sind sogar sehr dankbar, wenn eine auf sie abgestimmte Therapie gefunden wurde. Sie sprechen auch offen darüber.
 
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Gast

  • #12
Leider kann ich nicht von positiven Erfahrungen berichten.

Bin eine Beziehung eingegangen mit einem Mann, den ich vorher schon gut kannte, von dem ich wusste, dass er depressiv ist und der sich zu Beginn unserer Beziehung in einer deutlich stabileren Phase befand. Nur deshalb habe ich mich darauf eingelassen.

Die Depression kam schubweise wieder und hat unsere Beziehung sehr belastet. In akuten Phasen konnte ich keinerlei Anforderungen an ihn stellen, er entzog sich mir völlig (bis zu monatelang).

Ich selbst konnte mit diesem Rückzug, mit dieser Unnahbarkeit nicht umgehen und bin letztendlich nach zwei Jahren selbst in die Depression gerutscht. Völlig verzweifelt und mit meiner Kraft am Ende habe ich die Beziehung leider beenden müssen.
 
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  • #13
Organisiere deinem Partner professionelle Hilfe!
Die Depression ist eine Krankheit, die zum Tode führen kann und nicht weniger! Tut mir leid, dass ich dazu nichts Positiveres zu sagen habe.
 
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Gast

  • #14
nee, Leute. Depression kann sehr wohl heilbar sein. Und es gibt kompetente Therapien. Es gibt ebenso viele Arten der Depressionen wie Grippeviren. Ich habe einige Zeit als Ärztin in der Psychiatrie gearbeitet.

Nur - wenn Jemand in einer depressiven Episode steckt, ist der Fun-Faktor recht niedrig. Da ist dann kein Platz für Freude, Lust an Unternehmungen, Lachen und Spass.

Willst Du das? Der depressive Mensch ist in dieser Zeit nur mit sich beschäftigt, da selbst das morgendliche Aufstehen schon eine Meisterleistung bedeutet.

Am Anfang einer Beziehung wäre ich dazu nicht bereit.

w45
 
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Gast

  • #15
@2
Ds schreibt sich so leicht, wenn man nicht selbst betroffen ist. Du klingst so, als ob du immer noch glaubst, dass man eine Depression mit ein wenig gutem Willen und viel Liebe schon heilen könnte. Das sind aber Ansichten aus dem letzten Jahrhundert.
Eine echte Depression (endogene Depression) kann man nicht so einfach heilen.
Ich weiß, wovon ich rede. Ich war fast 30 Jahre lang mit einem depressiven Mann verheiratet. An Liebe und gutem Willen hat es garantiert nicht gemangelt, aber die Phasen kamen immer wieder, meist im Abstand von 4-5 Jahren. Zwischendurch war er auch depressiv aber da konnte man damit umgehen. Die schlimmen Phasen aber haben die ganze Familie belastet und es hat jedes Mal Monate gedauert bis ich ihn dazu brachte, sich behandeln zu lassen.
Mein Mann war bei den besten Ärzten, er war teilweise stationär untergebracht. Es gab Medikamente und es gab Therapien, es gab Besserung. Aber eine Heilung gab es nicht.

Ich habe dann irgendwann für mich erkannt, dass ich mich selbst zugrunde richte. Als ich selbst einen Zusammenbruch hatte und an Depressionen litt, habe ich mich von meinem Mann getrennt. Mir geht es inzwischen wieder gut, ich habe auch kein schlechtes Gewissen, denn ich war nicht mehr in der Lage ihm zu helfen. Er schafft es nun leichter seine Phasen zu erkennen weil er niemanden mehr hat, der ihn immer wieder auffängt.

Ob eine Beziehung funktionieren kann, ist hier schwer zu sagen. Aber du solltest in dich horchen. Wenn du ein Helfersyndrom hast, dann pass gut auf dich auf.
 
  • #16
Hatte auch schon einen depressiven Partner und denke heute, dass es Probleme gab in der Beziehung, die auch und gerade durch die Krankheit entstanden. Andererseits ist er heute in einer zumindest von außen glücklich wirkenden Beziehung mit einem Kind -- er ist US-Amerikaner, FWTW -- und "funktional" im persönlichen und beruflichen Bereich.

Ich denke, es kommt auf den Einzelfall und, wie schon oben erläutert, auf die spezifische Ausprägung der Depression an, sowohl die Krankheit an sich als auch die Person, die sie hat. Da ich nicht nur diesen Partner, sondern auch zahlreiche depressive Freundinnen und Freunde habe, kann ich allerdings anekdotenhaft für mich zumindest sagen: es beeindruckt mich endlos, wie sehr sie mein Leben bereichern nicht trotz, sondern gerade wegen ihres Blicks auf die Welt, und wie stark sie zu ihrer jeweiligen Beziehung stehen.
 
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Gast

  • #17
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6081288

Schau dir das mal an und sieh es als Ergänzung zum Geschriebenene in diesem Thread.
Ja, Depression ist eine Krankheit, die Kraft braucht.
Ja, alles ist möglich - auch Heilung.
Rechnen kannst du nicht damit. Aber etwas dafür tun...

Google mal bei youtube nach "Byron Katie", eine über 10 Jahre lang hoch depressive Frau, die nur noch am Fußboden lag, zwischen Aufgeben und Aufbegehren...
Sie fand eine Lösung - die ihre -.
Jetzt reist die über die ganze Welt, hält Vorträge und tut ene Menge heilsamer Dinge.

w,57
 
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Gast

  • #18
Kommunikation ist alles!

Ich war mit einem manisch depressiven Mädel zusammen. Nach drei Monaten ging es ihr dann richtig gut. Zu dumm nur, dass ihr Psychologe das auch so sah und ihre Medikation auf NULL zurückgefahren hat - und sie es mir gegenüber verschwieg. So wusste ich nichts davon, dass dies für sie eine echt schwere Zeit ist und sie gerade extra viel Zuwendung gebraucht hätte, und das ging voll nach hinten los...
 
  • #19
Klinisch relevante Depressionen sind nicht heilbar.

Eine mir persönlich seit Jahren bekannte Professorin der Psychologie und Psychotherapie mit Lehrstuhl an der FU Berlin und eigener Praxis hatte sich das Leben genommen. Stroschlag in der Badewanne.

Sie hatte alles: Mann (ein ev. Pastor), vier erfolgreiche Kinder, von Haus aus vermögend.
 
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Gast

  • #20
@ 17! Hoffentlich liest "das Mädel" und Familie hier nicht mit und legt dir irgendwann schriftlich die gegenteilige "Diagnose" vor... Was dann?
 
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  • #21
Eine gefestigte Beziehung übersteht auch depressive Schübe, wenn sich der nicht betroffene Partner ausreichend informiert und der betroffene Partner eigenverantwortlich gesund werden will.
Ich kenne ein Paare, wo das recht gut funktioniert. Beide Partner sind aber sehr starke und gefestigte Menschen mit eigenem Bereich. Da gab es nie Abhängigkeiten durch die Krankheit.

#13 hat vollkommen recht. Depressionen sind heilbar bzw. so in das Leben zu integrieren, daß sie auch eine Partnerschaft ermöglichen. Den Beginn einer Beziehung würde ich aber nicht in einem depressiven Schub machen.
Erstens wegen der Zurückgezogenheit eines Depressiven, aber auch wegen der Medikamente, die Verhalten und Persönlichkeit etwas beeinflussen und der oft negativen Auswirkungen auf Potenz und Libido.

Wenn eine akut erkrankte Person einen neuen Partner findet, besteht auch immer die Gefahr, daß es ein Mensch mit Helfersyndrom ist. Solche Leute können schwer damit leben, daß jemand wieder gesund wird und sie damit nicht mehr gebraucht werden bzw. sie kommen mit dem wieder starken, unabhängigen Partner nicht zurecht. Oft versuchen sie unbewußt, den alten Krankheitszustand wieder herzustellen. Das läuft auf ein klassisches "wenn einer unten ist, ist der andere oben" hinaus. Das ist ganz übel.
 
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Gast

  • #22
@19 - ich hab leider keine Ahnung, was du mir sagen möchtest.
Was denn für eine "gegenteilige Diagnose"?

Abgesehen davon: ich schreibe anonym, sie ist anonym - da wär ich aber doch mal gespannt, ob sie sich (oder ihre Falimie sie) hier wiedererkennt...
 
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Gast

  • #23
Es macht mich wirklich traurig so viele entmutigende Beitraege hier zu lesen. Natuerlich ist es sehr kraftraubend und emotional anstrengend einem Menschen, der sich in deiner depressiven Episode befindet Unterstuetzung zu bieten, sich dabei aber selber nicht zu verlieren. Aber, wenn beide Partner gewillt sind an der Beziehung zu arbeiten und in "stabilen Phasen" Verhaltensweisen fùer kommende depressive Episoden absprechen ist es durchaus zu schaffen.

Ich selbst bin seit meinem 16ten Lebensjahr depressiv und habe die "schuebe" mittlerweile sehr gut im Griff. Sie kommen seltener, dauern kuerzer und sind weniger intensiv. Dadurch, dass ich mein engeres Umfeld sehr gut informiert habe uber meine Erkrankung wissen alle, was sie tun koennen. Meine Partnerschaft ist dadurch,dass wir auch diese Episoden ueberstehen koennen nur noch staerker geworden.

Und ich bin ueberzeugt, dass das meine Geschichte kein Einzelbeispiel ist!
 
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Gast

  • #24
Ich bin seit 30 Jahren mit einem depresiven Mann verheiratet:Der keinerlei hilfe annehmen will,sobald ich ihm sage er soll zum Arzt gehen ich würde auch mitgehen reagiert er totall agresiv.Wir hahen 3 Kinder die unter diesem Vater der noch nie mit ihnen gespielt oder unterhalten hat leiden.Die beiden grossen sind schon ausgezogen .der ältere ist Drogensüchtig.mein Mann gibt mir die Schult dafür weil ich meinem Sohn zuviel liebe gegeben habe sagt er.Ich habe seit Jahren kein liebes Wort gehörter ist nur am nörgeln ist mit nichts zufrieden.Mit seinem jüngsten der ist 14 redet er kein Wort er wird von ihm nur ignuriert,Ich halte das bald nicht mehr aus,weis aber nicht wie ich mich von ihm trennen kann.sobald ich ihn darauf anrede das er krank ist redet er mit mir auch nicht mehr.Freunde oder Bekannte kann ich auch nicht einladen weil er dann schon vorher meckert.Selbst Geburtstage ,Feiertage und Wochenende versaut er unsmit seiner schlechten laune
 
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Gast

  • #25
Ich habe so einen Fall bei einer guten Freundin. Der Umgang mit ihrer Krankheit hat ihre Beziehung zwar auf eine harte Probe gestellt, die beiden waren gerade ein halbes Jahr zusammen, aber letztlich auch gefestigt und ihr Freund kümmerte sich sehr aufopferungsvoll um sie. Allerdings sehe ich bei ihr auch keine Chance auf Heilung, und sie ist definitiv nicht mehr dieselbe Person wie vorher. Die Depression hat eben deutliche Spuren hinterlassen. Das kann natürlich für eine Beziehung auch zur Belastung werden, wenn der Partner feststellt, dass die Freundin nicht mehr dieselbe Frau ist, wie die, in die er sich verliebt hat, und wie sich das langfristig entwickelt, sollte die Depression mal wieder zurückkehren, steht natürlich in den Sternen.

m, 30
 
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Gast

  • #26
Hallo! Zu *23 habe ich etwas zu sagen. Bist du dir sicher, das dein Mann eine Depression hat? Depressive Menschen sind eher traurig,mutlos, in sich gekehrt, antriebslos aber niemals aggressiv und bösartig.Sie leben in ihrer eigenen Welt,nach außen dringt nichts und von außen kommt nur ein gefühlsmäßiger "Einheitsbrei".
Dein Mann scheint dagegen nur unzufrieden, lieblos und gemein zu sein.Der ist nicht krank, der gehört verlassen. (Meine Empfehlung).

Depressive Menschen müssen lernen, sich selbst aus dieser Falle zu befreien, andere Menschen können hier nur Hilfe zur Selbsthilfe geben.Und selbstverständlich brauchen sie ärztliche Hilfe genauso, wie liebevolle Zuwendung.Ich kann nur aus der Sicht einer betroffenen Person schreiben, da mir andere Sichtweisen fehlen.
 
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  • #27
Liebe FS,

ich kann deine Situation bestens verstehen... es ist noch nciht lange her, da ging es mir genauso, ich habe Bücher durchforstet, das Internet durchgraben, um die Strohhalme für meine Liebe des Lebens zu finden...
Nach dreieinhalb Jahren Beziehung, davon ca. ein Jahr glücklich als Fernbeziehung, bin ich in den restlichen 2,5 Jahren physisch und psychisch fast zu Grunde gegangen, bin zweimal umgezogen, habe finanziell mich weit hinaus gelehnt und bin langfristige Verpflichtungen eingegangen, im Glauben an unsere glückliche Beziehung ... Es hat fast ebenso lange gedauert, bis ich mir im Klaren darüber war, was da eigentlich passiert, mit ihm, mit mir, mit meiner Familie .... keine Freunde, ich wäre bis ans Ende der Welt gelaufen, um ihm zu helfen, ich habe gelitten und gelitten, gehofft, versucht, mit Liebe, mit Ermunterung ... das Ende kam zum Jahresende, ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, er war gerade wieder in einer schlimmen Phase und hat mir dann per mail mitgeteilt, dass er nicht mehr mit mir zusammen sein kann und sich um sich kümmern muss ... ich habe alles versucht, um ihn zum Arzt zu bekommen, ohne Erfolg. Dann kam eine sechswöchige absolute Funktstille, die mich fast zum Wahnsinn getrieben hat und nun hat er sich auf eine kurze mail von mir wieder gemeldet, er habe keine behandlungswürdige Depression ....
Das entscheidende erstmal ist, so denke ich, auf jeden Fall dass er sich freiwillig in ärztliche Behandlung begibt, dann gibt es zumindest Hoffnung. Wenn diese Einsicht nicht vorhanden ist, dann rate ich dir dringend !! ziehe dich zurück. Ich bin ganz bestimmt kein Mensch, der vor Schwierigkeiten kneift und meinen kranken Partner im Stich lassen würde, ABER das Leben hat mir mit dieser Krankheit Besseres gelehrt ... So traurig es ist, es ist wie ein Sog, aus dem man sich immer schlechter befreien kann, je länger es dauert, die ständigen Vorwürfe, Unentschlossenheit, Tiefsinnigkeit, Freudlosigkeit zerstört das eigene Selbstbewusstsein und führt oft leider auch zu co-abhängigkeit und kann beim Partner auch zu Depressionen führen.
Inzwischen habe ich gott sei dank die grauenvollen Wochen hinter mir und habe mich auch innerlich gelöst. Es ist schrecklich, aber ein Depressiver kann nur mit eigenem Willen und Einsicht behandelt werden und bis dahin ist es ein sehr steiniger Weg, viele schaffen es nie ... und ich weiß nicht, ob es eine Statistik gibt, aber ich möchte nicht wissen, wieviele Angehörige dabei schon ihr Leben aufgegeben haben ... Willst du das??? Denke bitte daran, es ist nichts schlechtes, auch an sein eigenes Leben zu denken ... ich weiß, wie schwer das fallen kann .... Sei umarmt, ich wünsche dir viel Stärke für die richtige Entscheidung ...
 
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Gast

  • #28
Liebe FS,

Ich hatte lange Zeit depressive Episoden, meine Partnerin auch, trotzdem schafften wir es, eine gemeinsame, insgesamt sehr schöne Beziehung über 6 Jahre hinweg zu erhalten (Trennungsgrund war etwas anderes).
Dass das geklappt hat, lag bestimmt einerseits daran, dass meine Partnerin die Symptome selber auch kannte und mich daher nicht verurteilte oder übermässig unter Druck setzte. Andererseits war aber wichtig, dass wir beide Therapie gemacht, zeitweise auch Antidepressiva genommen und uns wirklich bemüht haben, nicht die ganze Last dieser Krankheit auf den Partner abzuschieben.
Ganz ehrlich, ich war manchmal schon ziemlich unausstehlich. Ich hatte eine Zeit lang keine Gefühle mehr, also ich konnte nichts mehr empfinden, weder Angst, noch Wut, noch Liebe. Es war sehr schwer für sie, dass ich ihr nicht mehr sagen konnte, ob ich sie liebe, das war so ein Schlag für sie, nach allem, was sie für mich getan hatte. Zum Glück hat sie daran geglaubt, dass meine Depression Schuld ist und gewartet, bis meine Medikamente zu wirken begannen.
Eine Zeit lang hatte ich auch Suizidgedanken und das machte meiner Partnerin sehr angst und mir auch, aber zum Glück hat sie auch das mit mir durchgestanden. Es war gut, dass ich mit ihr darüber reden konnte - für mich - aber aus ihrer Perspektive war es wohl sehr quälend.

Wichtig finde ich, dass dein Partner Verantwortung für sich übernimmt und wirklich alles tut, um gesund zu werden. Und dass er es dir gönnt, dass du glücklich bist und z.B. auch mal ohne ihn weg gehst, wenn er nicht den Antrieb dazu hat. Oder dass er sich auch mal aufrafft, dir ein Kompliment zu machen, obwohl er selbst gerade nicht gut drauf ist.

Was du wissen solltest ist auch, dass jede Depression anders ist. Manche Menschen haben das nur einmal für ein paar Wochen und dann nie wieder, bei der Mehrheit kommt es mehrmals zurück und dann gibt es noch chronische Verlaufsformen. Auch der Therapieerfolg kann sehr unterschiedlich sein, je nach Motivation des Patienten und den Fähigkeiten des Therapeuten.

Hör also nicht blind auf Tipps, sondern schau, was sich in deinem Fall richtig anfühlt. Eben, der einzige Tipp den ich dir geben würde ist, achte auf dich und deine Grenzen und schau, dass du nicht selbst auch depressiv oder zur Ersatztherapeutin wirst. Frag dich, was deine Bedürfnisse sind. Opfere dich nicht einfach auf. Vielleicht könnt ihr ja auch mal zusammen in eine Therapie und schauen, wie ihr die Beziehung trotz Depression so gestalten könnt, dass es für euch beide stimmt.
 
  • #29
Nein, positive Erfahrungen habe ich leider nicht. Der eine Mann den ich kenne, verfällt immer wieder in die selben Verhaltensmuster zurück und ist nicht bereit, Veranwortung für sein Leben zu übernehmen.

Daß er depressiv ist, erfuhr ich erst nach vielen Monaten. Mein Bauchgefühl hatte mich aber schon vorher gewarnt und ich bin keine Beziehung mit ihm eingegangen.
 
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Gast

  • #30
Ich bin selbst Betroffene.
Lebenskrisen wie Scheidung, Probleme am Arbeitsplatz, Tod eines Freundes, eines nahen Angehörigen können neue Schübe auslösen.Ich bin durch Therapien gewachsen im Umgang mit Depressionen. Gehe offen damit um.
Ein Partner soll es wissen, ob er sich auf mich einlassen möchte, trotz Erkrankung.
Ich habe langjährige Partnerschaften, eine Ehe hinter mir.Es ist ein Problem , wenn der Partner es verleugnet, negiert, sich nicht damit auseinandersetzt, oder sich selbst nicht abgrenzen kann.
Aber es funktioniert dann, wenn der Partner achtsam ist, so wie ich selbst auch.
Bei Anzeichen neuer Schübe suche ich ärztliche Hilfe!
w51
 
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