• #1

Partnersuche als EinzelgÀnger?

Hallo 👋
Ich wĂŒrde mit euch gern mal ĂŒber eines meiner sehr persönlichen Themen diskutieren: Dem alten Lied/Leid der Partnersuche.
Zu mir: Ich bin 29 Jahre alt, mĂ€nnlich, halbwegs gebildet, sehr introvertiert und meines Zeichens unverbesserlicher EinzelgĂ€nger. In meiner Jugend konnte ich zwischen 17 und 20 in einer dreijĂ€hrigen Beziehung ein paar Erfahrungen sammeln, bin aber seitdem ziemlich erfolglos. Die Ursachen sind ziemlich vielschichtig und auch fĂŒr mich noch teilweise undurchsichtig, aber ich wĂŒrde sagen, dass es viel mit der Selbstfindung zu tun hatte. Zwei wichtige Punkte möchte ich aber aufgreifen:
1) Ich bekomme von Frauen sehr wenig Resonanz, die ĂŒber bloße Symphatie hinausgehen - oder ich bin blind dafĂŒr. Zumindest hatte ich das GefĂŒhl, begehrt zu werden, das letzte Mal bei meiner Exfreundin.
2) Ich treffe kaum auf neue Frauen.
Zu 1) Was wĂŒrdet ihr mir hier raten? Vom Wesen her bin ich ein auffĂ€llig unauffĂ€llig ruhiger und leiser Mensch - also wenig dem mĂ€nnlichen Stereotyp entsprechend. Auch körperlich bin ich keine sonderlich auffĂ€llige Erscheinung. An GesprĂ€chen, die ich durchaus mit Interesse sehr genau verfolge so sie fĂŒr mich interessant sind, nehme ich in der Regel nur durch kurze pointierte Kommentare oder Fragen teil. Ich bin recht schlagfertig und scheine einen ansprechenden Humor zu haben - der allerdings nur sehr selten durchkommt. Ich bin kein Unterhalter. Werde ich ĂŒbersehen oder disqualifiziert mich ein solches Verhalten bei zu vielen als potenzieller Partner? Ich befinde mich dort auf einer Konfliktlinie zwischen "Mich als Intro nicht verstellen" und "dem Wunsch gesehen zu werden".
Zu 2) Oft wird ja geraten sozialen AktivitĂ€ten (Vereine, Bars, Clubs, Sportgruppen) nachzugehen um neue Leute kennen zu lernen. Das liegt erstmal nahe, funktioniert aber fĂŒr mich nicht: Ich fĂŒhl mich selbst dort fehlplatziert und kann nicht ich selbst sein. Dummerweise wird sich der Typ Frau, der mich anspricht, selbst eher selten in Gesellschaft geben. Die bewohnt wohl eine Höhle im Nachbargebirge - und die muss ich finden :D
Auch wenn es sich anders liest: Auch ich habe BedĂŒrfnis nach der NĂ€he anderer Menschen. Allerdings brauche ich nur sehr wenige um mich herum mit denen ich eine tiefe Bindung aufbauen kann.
 
  • #2
Zu 2) Oft wird ja geraten sozialen AktivitÀten (Vereine, Bars, Clubs, Sportgruppen) nachzugehen um neue Leute kennen zu lernen.
Du sollst also an Orte gehen, die du nie freiwillig aufsuchen wĂŒrdest, um Menschen kennenzulernen, die nicht zu dir passen ? :D

Ich bekomme von Frauen sehr wenig Resonanz, die ĂŒber bloße Symphatie hinausgehen - oder ich bin blind dafĂŒr. Zumindest hatte ich das GefĂŒhl, begehrt zu werden, das letzte Mal bei meiner Exfreundin
Was gibt dir denn dieses GefĂŒhl begehrt zu werden ? Sympathie ist ja viel Wert und darauf ließe sich aufbauen.

An GesprĂ€chen, die ich durchaus mit Interesse sehr genau verfolge so sie fĂŒr mich interessant sind, nehme ich in der Regel nur durch kurze pointierte Kommentare oder Fragen teil. Ich bin recht schlagfertig und scheine einen ansprechenden Humor zu haben
Also bist du ein guter Zuhörer, der Interesse am anderen hat. Das ist eine StÀrke...
Dummerweise wird sich der Typ Frau, der mich anspricht, selbst eher selten in Gesellschaft geben. Die bewohnt wohl eine Höhle im Nachbargebirge - und die muss ich finden :D
Sie wird es Ă€hnlich wie du handhaben, ja....welche Interessen hast du denn, neben der Philosophie ? :D Oder bezieht sich dein Nickname nur auf deine SelbstgenĂŒgsamkeit.? :D

Also in Berlin schließen sich Nachtleben und Intellekt nicht zwingend aus. Es gibt ( gab ) viele Veranstaltungen, die in erster Linie, den Austausch mit Gleichgesinnten zum
Inhalt haben - z.B. politischer Natur.
Alles natĂŒrlich ganz entspannt bei einem Bier :D
Allerdings brauche ich nur sehr wenige um mich herum mit denen ich eine tiefe Bindung aufbauen kann.
Kann ich sehr gut nachvollziehen, geht mir Àhnlich ... ich bin auch eher introvertiert.

Aber vielleicht als Denkanstoß: ĂŒberleg mal, ob du zu dir nur eine introvertierte Frau passen wĂŒrde.

Ich war bis dato eigentlich immer nur mit extravertierten MÀnnern zusammen und das hat sich immer gut ergÀnzt gehabt. Man muss halt die Unterschiede zu schÀtzen wissen. Ich empfinde das als sehr belebend, dass er so redselig ist und er findet den Tiefgang faszinierend, den man so mitbringt.
 
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  • #3
Du hast bestimmt viele Interessen. Wie wĂ€rs mit einem Lesekreis, wo es um interessante BĂŒcher geht? Das funktioniert ja auch online wunderbar. Mit einer Frau, die dieselben mag wie du, hĂ€ttest du auf jeden Fall schon mal ein ergiebiges Thema.

WofĂŒr begeisterst du dich denn? Selbst wenn’s zB Gaming ist, gibt’s Frauen, die da auch drauf stehen.

Noch besser wÀre aber ein praktisches Hobby, wo du im RL mit Menschen zu tun hast.
 
  • #4
Übe in Bars und sonstiges zu gehen (wenn du willst). Geh hin und tu was du willst, inklusive gehen, wenn es dir nicht mehr gefĂ€llt. Hab Spaß. Geh hin und mach fĂŒr DICH das Beste draus.
Stille Menschen können auch interessant wirken, aber wenn sie dich anspricht, dann musst du halt voll da sein.
Ist doch auch irgendwo klar, denn wer möchte schon einseitig das GesprĂ€ch fĂŒhren mĂŒssen?
Aber insgesamt wird man gerne ĂŒbersehen, wenn man nicht dauernd sendet. Es ist auch völlig egal was kommt. Denn solange man laut ist, wird man gesehen. Deshalb mach ich das ganze auch nicht mehr mit, da ich mich dafĂŒr nicht mehr verstellen/anstrengen möchte.
Du denkst viel und redest wenig. Sprich deine Gedanken aus. Jeden. Das muss man ĂŒben, aber dann kannst du laut sein.
 
  • #5
Lieber FS,
ich habe grad den Eindruck, dass Du mich beschreibst - nur bin ich weiblich. Der Rest ist mir bestens bekannt.

Nun, dann kann ich Dir Mut machen: auch ich habe einen Partner gefunden, bin mittlerweile verheiratet.

Ich bekomme von Frauen sehr wenig Resonanz.... oder ich bin blind dafĂŒr
Glaub mir: Du bist blind dafĂŒr.
Ich war so vollblind, dass ich nicht auf den Gedanken gekommen bin, mein Mann könnte Interesse an mir haben, selbst als er jeden Tag den persönlichen Kontakt suchte. Nach ungefĂ€hr 8 Wochen ging mir ein Licht auf, aber nur weil ich zufĂ€llig hörte, wie andere sich darĂŒber unterhielten.
Da bist Du deutlich besser dran als ich, denn bei Frauen sind die sozialen und kommunikativen FĂ€higkeiten besser ausgebildet als bei MĂ€nnern.

Ich bin kein Unterhalter. Werde ich ĂŒbersehen oder disqualifiziert mich ein solches Verhalten bei zu vielen als potenzieller Partner?
Es hat wenig Sinn Fragen zu stellen, in denen die anderen eine Rolle spielen, denn die kannst Du eh nicht Ă€ndern - Du kannst nur Dich Ă€ndern und das auch nur in Maßen.
"Werde ich ĂŒbersehen" fĂŒhrt also zu nichts, denn es sind die anderen, die Dich dann ĂŒbersehen - außerhalb Deines Einflußbereichs.
Geh anders ran: Du machst Dich nicht sichtbar oder nur selten - so sind Intros. Also können die anderen Dich nicht sehen. Hier bist Du der Akteur oder Nicht-Akteur.
Mit Disqualifizieren fĂŒr eine Partnerschaft hat das nichts zu tun.

Oft wird ja geraten sozialen AktivitĂ€ten (Vereine, Bars, Clubs, Sportgruppen) nachzugehen um neue Leute kennen zu lernen.... funktioniert aber fĂŒr mich nicht: Ich fĂŒhl mich selbst dort fehlplatziert
Fast korrekt fĂŒr Intros.
Vereine, wo man immer die gleichen Leute trifft und ein gemeinsames Interesse teilt (ich: Segeln und ein Ehrenamt) funktioniert auf jeden Fall besser als mit immer wieder wechselnden Leuten an wechselnden Orten.

Erkenn den Zusammenhang, das reduziert den Frust: wenn Du nicht an neue Orte gehst, nichts Neues machst, dann ist das die Folge davon.

Am Ă€ußeren Erscheinungsbild kannst Du ohne großen Aufwand drehen. Auch ein Intro muss mal shoppen und beim nĂ€chsten Mal wĂ€hlst Du halt etwas "weniger unscheinbar".
Geh zu einem richtigen Herrenaustatter statt ins Billigkaufhaus oder online zu shoppen und guck nach einem VerkĂ€ufer in deiner altersklasse, dessen Stil Dir auch bei Dir gefallen wĂŒrde - der wird Dein Einkaufsberater.
 
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  • #6
Zum Thema 1: Ich denke, dass das nicht so relevant ist, ob man eher ruhiger/schĂŒchterner oder lauter/aufgedrehter ist.

Einerseits denke ich, dass es fĂŒr beide Charakterfacetten Interessierte geben wird. Es wird sicher einige geben, die das Extrovertierte mehr mögen (weil sie selbst extrovertiert (gleich und gleich gesellt sich gern) oder selbst introvertiert sind (GegensĂ€tze ziehen sich an)). Man mag als Introvertierter zwar nicht so schnell auffallen und bei vielen auch "untergehen", aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Ruhige und das Unaufgeregte bei den richtigen Menschen durchaus Anklang findet. Auch wenn es vielleicht mehr Geduld braucht. :) QualitĂ€t vor QuantitĂ€t heißt es so schön. Weniger, dafĂŒr tiefere Bindungen. Daran ist nichts falsch.
Andererseits ist ruhig/zurĂŒckhaltend nicht gleichbedeutend mit unbestimmt/gehemmt. Du sagst ja selbst, du nimmst an Diskussionen großen Anteil - nur halt grĂ¶ĂŸtenteils in deinem Kopf. Das spricht meiner Meinung nach fĂŒr einen guten Zuhörer, das ist doch was! Wenn man sich in seiner Haut wohl fĂŒhlt und auch so agiert, strahlt man das aus und wirkt automatisch anziehend. Dazu muss man kein Hau-drauf-Typ sein.

Ich wĂŒrde dir empfehlen, einfach du selbst zu sein und dich in Geduld zu ĂŒben. Man drĂŒckt sich meist selbst so einen Stempel auf; entweder bin ich so oder so und nur wenn ich mich so oder so verhalte, wird das oder jenes passieren/besser klappen. Aber ich denke jeder Mensch hat unterschiedliche Facetten und die richtige Partnerin wird all deine Facetten (z.B. das Ruhige, aber auch das Schlagfertige) schĂ€tzen.

m27
 
  • #7
FĂŒr dich ist es vermutlich am besten, eine Frau online zu finden und erstmal durch schreiben kennen zu lernen.
Es gibt viele Frauen, die auf ruhige, besonnene MĂ€nner stehen.
 
  • #8
Lieber Stoiker,
erinnerst Du Dich an Momente Deines Lebens wo Du lebendig warst und Dich in Deinem Element gefĂŒhlt hast? Ich glaube nicht, dass Du in solchen Momenten unscheinbar bist.
Vielleicht gibt es nur wenige, ganz bestimmte Menschen, unter denen Du aufleben kannst. Hast Du eine Ahnung, wie ein solcher Menschen sein wĂŒrde? Wie er lebt, wofĂŒr er sich engagiert?
 
  • #9
"Mich als Intro nicht verstellen" und "dem Wunsch gesehen zu werden".
Interpretierst Du "introvertiert" richtig? Introvertiert heißt, die Kraft aus sich selbst heraus zu beziehen. Um aufzutanken, brauchst Du Zeit mit Dir alleine. Extrovertierte beziehen ihre Kraft aus dem aktiven Zusammensein mit Menschen. Introvertiert heißt nicht, dass Du den Kontakt mit anderen Menschen nicht magst, aber er kostet Kraft. Wie eine große Bergtour fĂŒr einen Normalsterblichen - schön, aber anstrengend und daher nicht jeden Tag gewĂŒnscht oder möglich.

Ich denke, fĂŒr Dich wird am besten online-dating sein, aber auch dort ist der Typ Frau, denn Du Dir wĂŒnscht, selten vertreten.

Frage ist noch, ob Du Dir Kinder wĂŒnscht. Dann wird es vielleicht noch mal einen Tick schwieriger auf Dauer.

Wie auch immer - viel Erfolg!
ErwinM, 51
 
  • #10
Das Grundproblem mit den JungmÀnnern oder Nahezu-JungmÀnnern ist immer das Gleiche:

1.
Ihr prĂ€sentiert Euch nicht als sexuelle Wesen und werdet folglich nicht als solche in Betracht gezogen. Gleichaltrige Frauen können MĂ€nner genauso schlecht interpretieren wie Du sie. Es bedarf deutlicher Signale. Sendest Du sie nicht, findet nichts statt. Frauen bleiben zudem gerne in der Komfortzone. D.h., sie ĂŒberlassen ihm den ersten Schritt. Das entspricht dem gĂ€ngigen Rollenmodell.

2.
Ihr baut zu wenige Kontakte auf. Ihr glaubt, wenn man alles richtig mache, bekomme man diese oder jene Frau. Falsch. Mit einer konkreten Person sind soviele Unbekannte in der Rechnung, dass die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns sehr groß ist. Was hilft, ist viele Ausgangskontakte zu haben. Aus diesen diejenigen mit nicht-negativen RĂŒckmeldungen weiter zu verfolgen. Bei diesen versuchen, zu eskalieren. Wo das klappt, in die Kiste zu kommen versuchen ... Man nennt das das Trichtermodell. Du musst viele Frauen abchecken, um einige wenige herauszufiltern, bei denen sich die Aufmerksamkeit lohnt. Stell es Dir vor wie GoldstĂŒckchen aus Sand herauszuwaschen.

Dummerweise wird sich der Typ Frau, der mich anspricht, selbst eher selten in Gesellschaft geben. Die bewohnt wohl eine Höhle im Nachbargebirge - und die muss ich finden :D

Das ist Rezept fĂŒr Misserfolg. Frauen, die nie aus ihrer Höhle herausgehen, wird niemand treffen und Du wĂŒrdest diese Psychos auch gar nicht mögen. Das ist ein reines Hirngespinst, was Du hier schreibst, und dient nur dazu, Deinen notorischen Misserfolg in mildem Licht erscheinen zu lassen.

Mein Rat:
* Kezia Noble auf Youtube (weiblicher Dating-Ratgeber fĂŒr MĂ€nner)
* DonJon auf Youtube (mĂ€nnlicher Dating-Ratgeber fĂŒr MĂ€nner)
* Peter Frahm auf Youtube (Psychologe und Dating-Ratgeber)
* Das Buch "Lob des Sexismus" von Lodovico Satana

1) Ich bekomme von Frauen sehr wenig Resonanz, die ĂŒber bloße Symphatie hinausgehen - oder ich bin blind dafĂŒr. Zumindest hatte ich das GefĂŒhl, begehrt zu werden, das letzte Mal bei meiner Exfreundin.
Du bekommst kein Feedback, weil Du keinen Input lieferst. Signale ĂŒberhaupt nicht zu erkennen, wird noch hinzukommen. Da hilft nur Praxis, Praxis und nochmal Praxis. Keine Höhlen-Schwadroniererei.

Weil Du den Arsch nicht hochkriegst.

Ändere Dich. Die Welt wird es nicht fĂŒr Dich tun.
 
  • #11
Oft wird ja geraten sozialen AktivitĂ€ten (Vereine, Bars, Clubs, Sportgruppen) nachzugehen um neue Leute kennen zu lernen. Das liegt erstmal nahe, funktioniert aber fĂŒr mich nicht:
Ich fĂŒhl mich selbst dort fehlplatziert und kann nicht ich selbst sein.
Dieser Rat wird oft von Laien ganz schnell gemacht, ich halte nicht viel davon!
Dummerweise wird sich der Typ Frau, der mich anspricht, selbst eher selten in Gesellschaft geben. Die bewohnt wohl eine Höhle im Nachbargebirge - und die muss ich finden :D
Auch wenn es sich anders liest: Auch ich habe BedĂŒrfnis nach der NĂ€he anderer Menschen. Allerdings brauche ich nur sehr wenige um mich herum mit denen ich eine tiefe Bindung aufbauen kann.
Das ist nicht dummerweise, das ist sogar sehr gut so! Es geht nicht um die Frauen, es geht um die eine Frau als solche, sie ist die einzige Nadel im großen Heuhaufen, die nicht ĂŒberall zu finden ist! Dabei hilft das Online Dating weitaus mehr, als die Suche in der RealitĂ€t!
Beim Online-Dating kann ich die Parameter schon im Vorfeld bestimmen und einstellen, allerdings benötige ich dazu insgesamt, die passende Einstellung!
 
  • #12
Lieber Stoiker
Spontane EinschĂ€tzung: Nein, dein Wesen disqualifiziert dich nicht fĂŒr die Partnersuche. Du hast deinen Charakter und es gibt Frauen mit komplementĂ€ren WesenszĂŒgen, die vermutlich froh wĂ€ren ĂŒber jemanden, der sie versteht.
Das Problem hast du korrekt erfasst: In lauten Umgebungen gehen die leisen Zwischentöne unter - wenn jemand sprachlich zurĂŒckhaltend ist, ist das ein Nachteil.
Tipp: Du brauchst eine "nerdige" Umgebung anderer Stoiker*innen. Meiner Erfahrung nach finden sich diese Personen in Online Games, Paartanzkursen, der BDSM-Szene (wenn man auf so was steht). Also so Subkulturen, die ein gemeinsames Interesse schaffen, wo die NĂ€he aber reguliert wird und ein Rahmen gegeben ist.
Ich befinde mich dort auf einer Konfliktlinie zwischen "Mich als Intro nicht verstellen" und "dem Wunsch gesehen zu werden".
Tipp 2: Verschiedenes ausprobieren und die Sache mit dem Selbstausdruck ein wenig spielerisch und neugieriger angehen. Versuche mal - als Verhaltensexperiment - ein wenig sichtbarer zu sein und den Menschen die Chance zu geben, etwas von deinem Wesen zu erfassen. Zum Beispiel durch Ausdruck deines modischen Geschmacks. Oder durch vermehrte Sprechzeit.. Wenn dir das nicht gefĂ€llt, kannst du immer noch zurĂŒck zu dem, was du als "unverstellt" wahrnimmst. Aber vielleicht merkst du so, dass ein wenig Aufmerksamkeit und Feedback noch ganz schön sein kann.
 
  • #13
Also: zu 1: wenn du dich selbst nicht sexy und begehrenswert findest, strahlst du das auch aus, entsprechend können dich andere auch nur schwer so empfinden. GefĂŒhle sind ansteckend.
Dazu musst du kein auffÀlliger oder besonders schöner Mensch sein. Jeder ist etwas besonderes.
An etwas mehr Extraversion kann man arbeiten, du musst ja nun nicht zum Alleinunterhalter mutieren.

zu 2.

Was ist mit Onlinedating? Ich finde es ist die perfekte Möglichkeit, jemanden passendes kennenzulernen.
Oder auch in Foren, in denen man mit anderen Mitgliedern privat kommunizieren kann, habe ich schon so einige tolle Menschen kennengelernt.

Auf der Straße jemanden ansprechen... das macht doch keiner. Ich persönlich finde das in 90% der FĂ€lle auch unangenehm und unpassend.
 
  • #14
Nach deiner Beschreibung bist du introvertiert, daher empfehle ich dir, Frauen vorrangig online kennen-zulernen.

Du sagst, du wirkst auf Frauen lediglich sympathisch. Das ist schon mal nicht schlecht. Darauf kann man aufbauen. Hast du bei den Damen mal nachgefragt, was sie konkret stört, warum sie dir einen Korb geben? Klar werden die meisten nicht ehrlich sein und nichts zum Aussehen sagen, aber vielleicht sagen sie etwas zu deinem Verhalten.

Ach und du warst in einer drei jĂ€hrigen Beziehung. Da hast du vielen MĂ€nnern in deinem Alter etwas voraus .Nach einiger Zeit nimmt man in einer Beziehung doch meist kein Blatt mehr vor dem Mund. Hat deine Ex-Freundin dir nicht mal gesagt, wie du auf Andere wirkst, etwas kritisiert? Wenn du es noch weißt, arbeite daran.
 
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  • #15
Ihr baut zu wenige Kontakte auf. Ihr glaubt, wenn man alles richtig mache, bekomme man diese oder jene Frau. Falsch. Mit einer konkreten Person sind soviele Unbekannte in der Rechnung, dass die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns sehr groß ist. Was hilft, ist viele Ausgangskontakte zu haben. Aus diesen diejenigen mit nicht-negativen RĂŒckmeldungen weiter zu verfolgen. Bei diesen versuchen, zu eskalieren. Wo das klappt, in die Kiste zu kommen versuchen ... Man nennt das das Trichtermodell. Du musst viele Frauen abchecken, um einige wenige herauszufiltern, bei denen sich die Aufmerksamkeit lohnt. Stell es Dir vor wie GoldstĂŒckchen aus Sand herauszuwaschen.
Klingt eher wie sich im Sand suhlen und möglichst viele Steinbrocken anzulecken, in der Hoffnung auf ein StĂŒcken Gold zu stoßen.
 
  • #16
Zum Thema 1: Ich denke, dass das nicht so relevant ist, ob man eher ruhiger/schĂŒchterner oder lauter/aufgedrehter ist.
Doch, das ist sehr wichtig, weil damit unterschiedliche BedĂŒrfnisse einhergehen.

Introvertiert ist nicht schĂŒchtern und extravertiert ist nicht gleich laut.

Der eine ist eben sehr gesellig und bezieht seine Energie vor allem aus der Gesellschaft und dem Kontakt zu anderen. Und den anderen strengt der Kontakt mit Menschen ab einem gewissen Punkt an und er muss seine Akkus im „Alleinsein“ regelmĂ€ĂŸig aufladen.

Das ist ĂŒbrigens eine genetische Disposition und nichts was man Ă€ndern kann - Ă€hnliche wie eine sexuelle PrĂ€ferenz.

Das grĂ¶ĂŸte Problem was Intros haben: sie wirken zu selbstgenĂŒgsam, zu wenig bedĂŒrftig und machen den Anschein niemanden zu brauchen, weil sie von sich aus nicht auf oft andere zugehen. Das wirkt wenig interessiert...hat aber einfach nur eben etwas damit zu tun, dass ihr BedĂŒrfnis nach Geselligkeit nicht sonderlich ausgeprĂ€gt ist.
 
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  • #17
Ich bin ebenfalls introvertiert, allerdings nicht ganz so einzelgÀngerisch wie du. Nichtsdestotrotz hatte ich Anfang 20 auch sehr viel mit mir selber zu tun und einige Konflikte dieser Art aufzulösen:
Ich befinde mich dort auf einer Konfliktlinie zwischen "Mich als Intro nicht verstellen" und "dem Wunsch gesehen zu werden".

Mir haben dabei EntwicklungsbĂŒcher wie Sylvia Löhkens "Leise Menschen, gutes Leben" sehr geholfen. In diesem Buch thematisiert sie typische Intro-Eigenschaften und gibt fundierte, kluge Empfehlungen dazu, wie man deren StĂ€rken fĂŒr ein erfĂŒlltes Leben nutzen und mit ihren Schattenseiten umgehen kann. Sehr empfehlenswert.

Eine typische Intro-Eigenschaft, die Löhken nennt und die du vielleicht auch an dir erkennst, ist, dass viele Intros den schriftlichen Austausch vorziehen und neue Kontakte besser auf diese Weise aufbauen können, als wenn sie unter vielen fremden Menschen "Kaltakquise" betreiben sollen. Daher wĂ€re Onlinedating fĂŒr dich vielleicht eine Überlegung wert, wobei ich da nicht auf die großen Mainstream-Börsen setzen, sondern gezielt nach Plattformen schauen wĂŒrde, die sich an bestimmte Interessensgruppen oder Subkulturen richten.

Ich persönlich identifiziere mich zum Beispiel sehr mit der Gothic-Szene (nicht nur wegen der Musik, sondern auch, weil dort der Anteil an eher zurĂŒckgezogenen, aber sehr tiefgrĂŒndigen, kreativen, Kunst- und Literatur-interessierten, philosophischen Persönlichkeiten recht hoch ist), und war eine Zeit lang auf entsprechenden Seiten unterwegs.

Nichtsdestotrotz habe ich auch ab und zu meine Komfortzone bewusst verlassen und bin, als ich neu in meine Großstadt gezogen war und niemanden kannte, oft ganz allein auf Veranstaltungen gegangen, die mich angesprochen haben. Club ist nicht gleich Club, und Verein nicht gleich Verein. Ich glaube, auch als Intro kann man hier seine Nische finden. Meine zum Beispiel ist ein sehr spezielles Event, an dem klassisch Standard und Latein zu Musik der Schwarzen Szene getanzt wird – im Sommer auch unter freiem Nachthimmel. Da habe ich viele Gleichgesinnte kennengelernt und ĂŒber Freunde von Freunden schließlich auch meinen Partner (ĂŒbrigens Zentro).

Ah, jetzt hab ich mich ausschließlich zu Punkt 2 ausgelassen. Aber Punkt 1 ist aus der Ferne auch schwer zu beurteilen, wobei insbesondere an @Vikkys Beitrag was dran sein könnte.

Viel Erfolg!

W, 27

PS: Und nein, ganz sicher disqualifiziert dich dein Wesen nicht als Partner. Das beweist doch allein schon deine fĂŒr dieses Alter recht lange Beziehung. :)
 
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  • #18
An GesprĂ€chen, die ich durchaus mit Interesse sehr genau verfolge so sie fĂŒr mich interessant sind, nehme ich in der Regel nur durch kurze pointierte Kommentare oder Fragen teil.

Also bist du ein guter Zuhörer, der Interesse am anderen hat. Das ist eine StÀrke...
Du magst vielleicht recht haben. Wenn jemand gut zuhören kann ist es natĂŒrlich eine StĂ€rke. Mir gehen solche richtig auf die Nerven due nur am labern sind und nicht auch mal die Klappe halten können. Ebenso nervig ist es wenn es welche gibt due ĂŒberhaupt nicht den Mund auf bekommen und gar nichts sagen. Da wirkt man dann auf den GegenĂŒber langweilig und desinteressiert.

Du solltest also schon etwas aus Dir raus gehen und dich aktiv an den GesprĂ€chen beteiligen. Das heißt natĂŒrlich nicht, dass du zur Labertante werden sollst.
 
  • #19
Ich bin kein Unterhalter. Werde ich ĂŒbersehen oder disqualifiziert mich ein solches Verhalten bei zu vielen als potenzieller Partner? Ich befinde mich dort auf einer Konfliktlinie zwischen "Mich als Intro nicht verstellen" und "dem Wunsch gesehen zu werden".
Zu 2) Oft wird ja geraten sozialen AktivitĂ€ten (Vereine, Bars, Clubs, Sportgruppen) nachzugehen um neue Leute kennen zu lernen. Das liegt erstmal nahe, funktioniert aber fĂŒr mich nicht
Mein Freund ist auch so. Ich bin auch so :) Wir haben uns trotzdem gefunden. Ich denke, man schaut einfach an anderen Orten. FĂŒr mich sind Gruppen generell immer eine Überwindung; Party, Kongresse, Treffen mit vielen Leuten - das saugt mir die Energie förmlich aus. Aber da ich viele Interessen habe, gehe ich denen dann eben nach und da finde ich Gleichgesinnte. Ich und mein Partner haben uns ĂŒber einen Japanisch-Stammtisch kennengelernt - obwohl wir beide etwas schwankend waren, ob wir da hingehen - viele Leute. Andere habe ich vorher in Situationen kennengelernt, wo man zu zweit ins GesprĂ€ch kommt. Im Zug, Mitfahrgelegenheit, sowas.
Ich selbst hab also offensichtlich kein Problem mit introvertierten MĂ€nnern. Im Gegenteil, das was du als typisch mĂ€nnlich beschreibst - extrovertiert, lauter, im Mittelpunkt - stĂ¶ĂŸt mich eher ab. Schon mein Vater war ein Intro, und dem sind die Frauen in der Jugend scharenweise hinterhergerannt. Der mysteriöse EinzelgĂ€nger, der als KĂŒnstler sein Ding macht. Ich denke, das hĂ€ngt viel am Selbstbewusstsein und dadurch an der Ausstrahlung. Ich hab mich frĂŒher unwohl und falsch gefĂŒhlt, bevor ich mich mit Introversion mehr beschĂ€ftigt habe und mich selbst einfach so angenommen konnte, wie ich bin. Das wirkt ganz anders, als wenn die anderen spĂŒren, man versucht sich zu verstellen oder fĂŒhlt sich unwohl in seiner Haut. Ich habe dann einfach aufgehört, die Sachen zu machen, die man laut anderen machen muss
Du solltest also schon etwas aus Dir raus gehen und dich aktiv an den GesprÀchen beteiligen.
Sowas zum Beispiel. Ich mag einfach GesprĂ€che am liebsten, die ich zu zweit habe, und schaffe mir dafĂŒr bewusst Gelegenheiten. Da kann ich auch extrem viel reden. Bei großen Runden bin ich aber still, weil mich das einfach mega anstrengt, die GesprĂ€chspausen abzupassen; nur ist es jetzt okay. Ich versuch nicht, mich da dem "man muss" von außen anzupassen. Ich suche Dinge, die mich auf meine Art herausfordern, und habe festgestellt, dass ich, wenn ich tanzen kann, auch Partys sehr mag - mach ich halt das. Das zu machen, was extrovertierte Leute als normal ansehen, das sehe ich aber nicht mehr als Ziel an.
w, 37
 
  • #20
Dummerweise wird sich der Typ Frau, der mich anspricht, selbst eher selten in Gesellschaft geben. Die bewohnt wohl eine Höhle im Nachbargebirge - und die muss ich finden :D

Willkommen im Club đŸ€Ł.
Genau DIESE Aussage wĂ€re etwas, was du gut in einem Profil im Online-Dating anbringen könntest. Wenn ich damals auf der Suche sowas gelesen hĂ€tte, das wĂ€re ein BÄMM gewesen.

Stattdessen hatte ich meinen eigenen BÄMM-Satz. Hat auch funktioniert. Nein, du musst nicht die Extravertierten-Sachen machen. Das funktioniert einfach nicht. Ich wĂŒsste gar nicht, was ich in einer Bar oder so soll.

Und das hier:
erinnerst Du Dich an Momente Deines Lebens wo Du lebendig warst und Dich in Deinem Element gefĂŒhlt hast? Ich glaube nicht, dass Du in solchen Momenten unscheinbar bist.
Vielleicht gibt es nur wenige, ganz bestimmte Menschen, unter denen Du aufleben kannst. Hast Du eine Ahnung, wie ein solcher Menschen sein wĂŒrde? Wie er lebt, wofĂŒr er sich engagiert?

Das ist ein großartiger Hinweis. Denke darĂŒber gut nach. Ebenso ĂŒber den ganzen Beitrag von @Vikky.

Frauen, die nie aus ihrer Höhle herausgehen, wird niemand treffen und Du wĂŒrdest diese Psychos auch gar nicht mögen.

Ich bin ein solcher "Psycho" und es gibt MĂ€nner, die mich mögen đŸ€·â€â™€ïž. Also glaube nicht alles, was manche mit Absolutheitsanspruch so schreiben, lieber @Stoiker. TatsĂ€chlich habe ich mich mit ernsthaften Absichten nur mit einem einzigen Mann getroffen, die anderen habe ich alle vorher beim Schreiben schon aussortiert.

Klingt eher wie sich im Sand suhlen und möglichst viele Steinbrocken anzulecken, in der Hoffnung auf ein StĂŒcken Gold zu stoßen.

Danke fĂŒr den Lacher des Tages đŸ€Ł.
 
  • #21
Das Feedback, das von euch kommt ist wirklich toll :) Vielleicht wird euch meine Art klarer, wenn wir hier schreiben. Ich fĂŒhle mich hier aber schon gut verstanden! WĂ€hrend ich jetzt mit euch schreibe ergehts mir Ă€hnlich wie in einer realen GesprĂ€chsrunde: Eure BeitrĂ€ge gehen mir alle durch den Kopf, erzeugen viele Gedanken und ich wĂŒrde gern auf alles detailliert antworten - aber ich kann nicht und muss mich irgendwie kurz fassen. Also viel sagen ohne viel zu schreiben/reden (klappt leider nicht immer und ich rede Dummschwatz). Meine FĂ€higkeit zu kommunizieren erreicht leider nicht das Volumen meiner Gedanken. Es ist so als wollte ich einen 4K-Spielfilm ĂŒber ein 56K-Modem streamen. Das zwingt mich oft in Bildern, Symbolen, Metaphern etc zu reden und zu denken. Die schnelle und verlustfreie Komprimierung meiner Gedanken fĂ€llt mir aktuell noch schwer, sodass eben eher selten etwas meinen Mund verlĂ€sst.
Introvertiert heißt, die Kraft aus sich selbst heraus zu beziehen.
Ich bin mir ehrlich gesagt unsicher, ob ich introvertiert bin, nahm es aber bisher an. Ich weiß nicht genau woher meine Kraft kommt, nur dass ich, deutlich mehr als andere, meine RĂŒckzugsmöglichkeiten benötige. Viele soziale Situationen strengen mich sehr an - nicht unbedingt im negativen Sinne.
Lieber Stoiker,
erinnerst Du Dich an Momente Deines Lebens wo Du lebendig warst und Dich in Deinem Element gefĂŒhlt hast? Ich glaube nicht, dass Du in solchen Momenten unscheinbar bist.
Vielleicht gibt es nur wenige, ganz bestimmte Menschen, unter denen Du aufleben kannst. Hast Du eine Ahnung, wie ein solcher Menschen sein wĂŒrde? Wie er lebt, wofĂŒr er sich engagiert?
Das war immer in Anwesenheit zweier, mir sehr wichtiger, Personen - meiner Exfreundin und meinem bestem Freund. Beide sind sehr skeptische Menschen die mir durch ihre guten Fragen neue interessante Blickwinkel ermöglichen.
Ich denke, dass ich die richtige Frau daran erkennen werde, dass ich als stÀndig zweifelnder Mensch erstmalig mit Gewissheit reden könnte.
WofĂŒr begeisterst du dich denn? Selbst wenn’s zB Gaming ist, gibt’s Frauen, die da auch drauf stehen.
Es klingt narzistisch: Aber im Moment bin ich irgendwie mein eigenes Hobby. Ich lese recht viel und schreibe sehr gern TagebĂŒcher bzw. Selbstbetrachtungen und versuche meine Gedanken irgendwie zu etwas GegenstĂ€ndlichen zu verarbeiten. Als Gegenpol dazu gehe ich in der Portraitfotografie auf, in der ich mich mit anderen Menschen beschĂ€ftigen kann. Das ist ĂŒbrigens eines der wenigen Gebiete auf denen ich bisher wirklich Anerkennung ernten durfte.
 
  • #22
Du klingst sympathisch und interessant. Mach dir keine Sorgen, du findest sicher eine Frau, die zu dir passt. Aber mach dir keinen Druck.
 
  • #23
@Vikky
Hast du eine Idee, wie ich dafĂŒr vielleicht sensibler werden könnte?
Es hat wenig Sinn Fragen zu stellen, in denen die anderen eine Rolle spielen, denn die kannst Du eh nicht Ă€ndern - Du kannst nur Dich Ă€ndern und das auch nur in Maßen.
"Werde ich ĂŒbersehen" fĂŒhrt also zu nichts, denn es sind die anderen, die Dich dann ĂŒbersehen - außerhalb Deines Einflußbereichs.
Geh anders ran: Du machst Dich nicht sichtbar oder nur selten - so sind Intros. Also können die anderen Dich nicht sehen. Hier bist Du der Akteur oder Nicht-Akteur.
Mit Disqualifizieren fĂŒr eine Partnerschaft hat das nichts zu tun.
Das ist eine sehr stoische Reaktion von dir, die mir zeigt, wie schnell ich doch meine eigenen Ideale vergesse - und ich stimme dir da zu :)
Erkenn den Zusammenhang, das reduziert den Frust: wenn Du nicht an neue Orte gehst, nichts Neues machst, dann ist das die Folge davon.
Zum GlĂŒck bin ich nicht frustriert was das Thema angeht. Der Zusammenhang ist mir natĂŒrlich klar. Ich bin beruflich in einer ziemlich landwirtschaftlich geprĂ€gten Gegend gebunden. Das Angebot an Öffentlichkeit ist hier ziemlich eingeschrĂ€nkt, wenn man nach etwas Speziellerem sucht. Letzlich bin ich aber auch niemand, der sich gern in Gruppen einsortiert. Ich möchte lieber einzelnen Personen begegnen. Dabei ist mir erstmal egal, wo die sich gerade aufhalten, was sie tun oder wie sie aussehen.
GrundsĂ€tzlich laufen draußen ja genug Frauen (und Leute allgemein) in der Zielgruppe durch die Gegend - im Grunde sind mir nur deren Handy stĂ€ndig im Wege. Vor dem Hintergrund, finde ich den Vorschlag "Onlinedating" paradoxerweise bisher sehr vielversprechend - vielleicht muss ich das Spiel doch mitspielen. Dazu spĂ€ter mehr.
Hast du bei den Damen mal nachgefragt, was sie konkret stört, warum sie dir einen Korb geben?
Nun, Körbe bzw. nette Körbchen habe ich beispielsweise schon erhalten, als ich eine im Cafe sitzende Frau auf Augenhöhe ansprach. Sie stand einfach auf und antwortete mir auf diese Weise sehr bildhaft und plastisch. Genau mein Style. Danach fand ich zumindest meinen Frieden mit meiner eher geringen KörpergrĂ¶ĂŸe :) Als eine deutlich grĂ¶ĂŸere Frau doch mal anbiss, rĂ€chte sich das spĂ€ter beim Kuscheln, was in etwa dem Feeling beim Aufbauen eines faltbaren Liegestuhls im Sommer glich.
Vielleicht störten sie sich vielleicht auch daran, dass banale Entscheidungen wie MC`s oder BK wĂ€hrend eines Dates mit mir schnell in Diskussionen ĂŒber den freien Willen mĂŒnden. Auch mein Lieblingsvokabular bestehend aus Kompliziert, Differenzieren, Warte/Moment mal etc., aber nur selten ja/nein, scheint nicht gerade attraktiv zu sein 😄
 
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  • #24
Ich weiß nicht genau woher meine Kraft kommt, nur dass ich, deutlich mehr als andere, meine RĂŒckzugsmöglichkeiten benötige. Viele soziale Situationen strengen mich sehr an - nicht unbedingt im negativen Sinne.
Eindeutig Intro! Willkommen im Club!
Das mit der Kraft war von mir vielleicht etwas ungeschickt ausgedrĂŒckt, aber Du hast jetzt den typischen Intro beschrieben.

Als Gegenpol dazu gehe ich in der Portraitfotografie auf, in der ich mich mit anderen Menschen beschĂ€ftigen kann. Das ist ĂŒbrigens eines der wenigen Gebiete auf denen ich bisher wirklich Anerkennung ernten durfte.
Wow! Eine nach außen gerichtete, kreative, aber eher "stille" Leidenschaft, Du brennst fĂŒr etwas! Schade, dass Du keine Frau und nicht 20 Jahre Ă€lter bist...
ErwinM, 51
 
  • #25
Ich bin mir ehrlich gesagt unsicher, ob ich introvertiert bin, nahm es aber bisher an. Ich weiß nicht genau woher meine Kraft kommt, nur dass ich, deutlich mehr als andere, meine RĂŒckzugsmöglichkeiten benötige.

Introvertiert ist, wer beim Alleinsein Kraft schöpft. Extrovertiert ist, wer in Gesellschaft Kraft schöpft.

Der Introvertierte kann Gesellschaft durchaus genießen und leicht auf andere Menschen zugehen. Er verbraucht dabei aber Energie, die er in einer Phase der Ruhe und Abgeschiedenheit wieder aufladen muss.

Introvertiertheit hat grundsÀtzlich nichts mit Kontakthemmung zu tun.

Ich bin auch introvertiert.
 
  • #26
Vielleicht störten sie sich vielleicht auch daran, dass banale Entscheidungen wie MC`s oder BK wĂ€hrend eines Dates mit mir schnell in Diskussionen ĂŒber den freien Willen mĂŒnden.

Okay, das wĂŒrde mich in der Tat nerven. Wenn ich tierisch Hunger hab und dadurch schon leicht grantig werde (der freie Wille also zweifellos bereits von niederen Trieben beeinflusst wird! ;) ) will ich ganz sicher keine philosophische Grundsatzdiskussion fĂŒhren mĂŒssen, bevor sich fĂŒr ein Essen entschieden werden kann.

Und sofern tatsĂ€chlich McDonald's oder Burger King zur Wahl standen, passt es fĂŒr mich nochmal weniger zusammen. Jeder, der sich auch nur ein wenig Gedanken ĂŒber Themen wie ein gutes Leben fĂŒhren, QualitĂ€t und Herkunft des Essens, artgerechte Haltung von Tieren, fairer Umgang mit Mitarbeitern o. Ă€. macht, wĂŒrde doch zu keinem von beiden gehen... oder ĂŒbertreib ich da jetzt? FĂŒr mich wĂ€re es jedenfalls kein angebrachtes Setting fĂŒr ein Date, bei dem auch ĂŒber die großen Fragen des Lebens diskutiert werden soll.
 
  • #27
@Vikky
Vor dem Hintergrund, finde ich den Vorschlag "Onlinedating" paradoxerweise bisher sehr vielversprechend - vielleicht muss ich das Spiel doch mitspielen.

Onlinedating bietet die Chance mit einem nÀhrungsweise gleichen Fokus mit vergleichsweise vielen Menschen einfach in Kontakt zu treten.

Der Nachteil ist der im Vergleich zu Treffen im Realen noch höhere Anteil von Projektionen, Illusionen und (un)bewussten TÀuschungen.

Onlinedating ist fĂŒr mich daher nur ein TĂŒröffner. Durch die geöffnete TĂŒr sollte man schnell zu einem Faktencheck mittels realen Treffen schreiten. Langes Verweilen im reinen online Kontakt stĂ€rkt dagegen eher falsche Erwartungen.


Was sind MC's oder BK?

@Vikky
schnell in Diskussionen ĂŒber den freien Willen mĂŒnden. Auch mein Lieblingsvokabular bestehend aus Kompliziert, Differenzieren, Warte/Moment mal etc., aber nur selten ja/nein, scheint nicht gerade attraktiv zu sein 😄

Das liest sich schon anstrengend. Im Kontext von Kuscheln oder dem Entwickeln einer ersten emotionalen Bindung vergraulen solche AnsÀtze eher als, dass sie binden.

Du musst dich schon entscheiden was du vorrangig willst.

Dich mit jemanden verbinden mit dem du zu gegebener Zeit auch komplexe GesprĂ€che fĂŒhren kannst. Oder kompromisslos stetig komplexe GesprĂ€che fĂŒhren und als Preis dafĂŒr regelmĂ€ĂŸig eine Distanzierung durch den frischen Kontakt in Kauf nehmen bzw. als reiner Diskussionsfreund einsortiert zu werden.

Dies entscheidet auch ĂŒber Deinen Erfolg im Onlinedating.

Du musst eben nicht nur wissen wer du bist und was du willst, sondern auch immer im Auge haben wie du auf andere wirkst und ob diese Wirkung dich bei dem Erreichen deiner Kontaktziele unterstĂŒtzt.

Diese Bewusstheit deiner Wirkung und ihr zwischenmenschlicher Einsatz bedeutet nicht, dass Du Dich verÀndern oder verstellen sollst. Das bemerken andere Menschen und mindert Deine AttraktivitÀt.

Dies entlastet dich aber nicht davon Verantwortung dafĂŒr zu ĂŒbernehmen ob du Menschen quasi tot laberst wenn sie dir die Chance dafĂŒr geben und sie dir deswegen keine weiteren Chancen geben.

Da du dich gern mit deiner eigenen Persönlichkeit beschĂ€ftigst wĂ€re ein Ziel fĂŒr dich nicht das Verstellen sondern ein Entwickeln deiner Persönlichkeit in Hinsicht deiner sozialen Kompetenz.

Wenn du diesbezĂŒglich keinen Entwicklungsbedarf deinerseits siehst betreibst du im Grunde nur (un)bewusste Beziehungsvermeidung.

Auch hierzu wĂ€re es fĂŒr dich selbst interessant zu erforschen was dazu fĂŒhrt, dass du dich in deiner Sackgasse einmauerst. Antworten findest du ggf. in deiner Kindheit.
 
  • #28
Ich bin mir ehrlich gesagt unsicher, ob ich introvertiert bin, nahm es aber bisher an.

Du befasst Dich ohnehin viel mit Dir selber. Dann Besorg Dir doch mal 2-3 fundierte BĂŒcher ĂŒber Introvertiertheit. Du wirst Dich darin erkennen oder nicht.
Der wesentliche Schritt zum "sich besser fĂŒhlen" ist das sich selbst erkennen, die Selbstakzeptanz und die Akzeptanz der Limitierungen, die man durch diese Art der Persönlichkeit hat - d.h. nicht mehr unerreichbaren Zielen hinterherrennen.

Ich möchte lieber einzelnen Personen begegnen. Dabei ist mir erstmal egal, wo die sich gerade aufhalten, was sie tun oder wie sie aussehen.
GrundsĂ€tzlich richtig, aber in Deiner lĂ€ndlichen Gegend dann auch extrem schwer, sich die Einzelpersonen auf großem Raum zusammenzusuchen - merkst Du ja selber, dass Du keine neuen Frauen mehr triffst, wenn Du keine Begegnungen suchst.
.
Da kann es hilfreich sein, in Maßen umzudenken und sich doch in Begegnungen zu begeben. Du machst gern PortrĂ€tfotografie. Es ist unwahrscheinlich, dass Dir die Dorf-VHS ein interessantes Angebot macht - aber schon in der nĂ€chstgelegenen Stadt kann es Wochenendworkshops fĂŒr Kleingruppen bei der VHS aber auch Fotostudios/KĂŒnstlern geben. Das ist auch fĂŒr Intros nicht ĂŒber der Zumutbarkeit mit 8 Leuten ĂŒber 2 Tage was zu machen, was alle begeistert.
Und wenn selbst das Dir unmöglich ist, dann solltest Du statt bei Persönlichkeit Intro zu gucken, Dich mal zu hochfunktionalem Asperger belesen (Dein unpassender Redestrom könnte ein Hinweis dafĂŒr sein).

Vielleicht störten sie sich vielleicht auch daran, dass banale Entscheidungen wie MC`s oder BK wĂ€hrend eines Dates mit mir schnell in Diskussionen ĂŒber den freien Willen mĂŒnden.....
Naja, das ist ja auch nervtötend. Da hilft es, nicht jedem Deiner Impulse nachgeben, sondern einfach mal "die Klappe halten" und sich normal zu verhalten - kann man sich bei anderen abgucken wie das geht.

Auch mein Lieblingsvokabular bestehend aus Kompliziert, Differenzieren, Warte/Moment mal etc., aber nur selten ja/nein, scheint nicht gerade attraktiv zu sein 😄

Du kokettierst sehr mit Deinem "besonders sein", nur ist es nicht besonders anderen Menschen die Nerven zu strapazieren, sondern "schlecht erzogen",
Dir erwĂ€chst daraus ein Leidensdruck, sonst wĂŒrdest Du hier nicht posten.
Wenn Du Dich jederzeit beliebig auslebst ohne auf situationsgerechtes Verhalten zu achten, dann triffst Du auf Ablehnung/Desinteresse. Gerade Onlinedating ist ein schnelllebiges GeschÀft. Wenn Du da der Frau mit so einem Nervkram kommst, dann bist Du sofort raus. Da sind Deine Chancen deutlich geringer als im RL.
Du solltest mal ĂŒberdenken, ob Du statt Deine Macken zu kultivieren sie nicht zielfĂŒhrend einbremst.
 
  • #29
Ist EinzelgĂ€nger ein Wort, das Du nur mal so obenhin zur Selbstcharakteristik gewĂ€hlt hast? Oder fĂŒhlst Du Dich tief drinnen als solcher? Leute, die sich selbst emphatisch als Einzel-GĂ€nger verstehen, denen sieht man es manchmal auch irgendwie an. Wirken dann auf Otto und Ottilie Normal unter UmstĂ€nden unnahbar, autark, fĂŒr sich – egal, wie sehr sie sich um sociability bemĂŒhen. Vielleicht ist "Individualist" ein heiterer Ausdruck?
 
  • #30
Dann Besorg Dir doch mal 2-3 fundierte BĂŒcher ĂŒber Introvertiertheit. Du wirst Dich darin erkennen oder nicht.

.... statt bei Persönlichkeit Intro zu gucken, Dich mal zu hochfunktionalem Asperger belesen.

Neben Introvertiertheit oder hochfunktionalem Asperger könnte auch HochsensibilitĂ€t ein sehr interessantes Thema fĂŒr den FS sein.

Ein Bekannter, jetzt Mitte 50, ist seit langem extrem isoliert und hatte nie Erfolg bei den Frauen. Den Mann öden Smalltalk und soziale Konventionen an. Er bevorzugt tiefgehende und komplexe GesprÀche. Noch lieber Monologe.

Er hat zwar inzwischen bei sich selbst Entwicklungsbedarf erkannt und Ideen dazu entwickelt aber diskutiert lieber tiefgehend und komplex darĂŒber statt sich tatsĂ€chlich im Bewegung zu setzen. Seine GesprĂ€chspartner dazu wenden sich erneut genervt von diesen GesprĂ€chsschleifen ab.

Er hat sich ĂŒbrigens aufgrund des Themas ReizĂŒberflutung zwischenzeitlich als hochsensibel erkannt.

Du kokettierst sehr mit Deinem "besonders sein", nur ist es nicht besonders anderen Menschen die Nerven zu strapazieren, sondern "schlecht erzogen",

Du solltest mal ĂŒberdenken, ob Du statt Deine Macken zu kultivieren sie nicht zielfĂŒhrend einbremst.

Das sind wesentliche Punkte.

Der FS lebt sich ohne RĂŒcksicht aus und stellt verwundert fest, dass sich fĂŒr ihn keine Partnerin findet. Er ist gewissermaßen selbstverliebt in seine Situation und Rolle. Dies bietet ihm Sicherheit und Bequemlichkeit.

Entwicklung interessiert ihn allenfalls auf theoretischer Ebene.
 
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