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  • #1

Partnerschaft wichtiger oder persönliches Umfeld?

Hallo, ich bin vor 1/2 Jahr mit meinem Mann in die neuen Bundesländer gezogen (jobbedingt) mit kleinem Kind. Nun fühle ich mich hier nicht wirklich wohl, denn die meisten Mütter arbeiten und die Kinder sind in Ganztagsbetreuung. Mein Mann kommt abends spät nach Hause, ich funktioniere nur, aber habe keine richtige Freude hier. Auch habe ich hier niemanden, der mal auf mein Baby aufpassen kann. Würdet ihr wieder zurück gehen mit Kind und eine Wochenende-Ehe führen oder stelle ich mich nur falsch an?
 
  • #2
In einer Fernbeziehung würdest Du Deinen Mann noch seltener sehen. Ihr würdet noch stärker unterschiedliche Leben leben. Das ist ein echtes Risiko für eine Beziehung. Zumindest ist das meine persönliche Erfahrung.

Freunde zu finden dauert einige Zeit. Aber Bekanntschaften aufbauen und Kontakte pflegen, die irgendwann zu Freundschaften werden - das solltest Du tun.

Wie klein bzw. alt ist denn das Kind?
Für Säuglinge gibt es auch in den NBL Babyschwimmkurse o.ä., da ergeben sich zwangsläufig Kontakte mit anderen Eltern. Ist das Kind größer, dann kannst Du es (halbtags?) in die KiTa geben und Dir selbst einen Job suchen. Dort lernst Du Kollegen kennen, Dein Kind bekommt Freunde und Du triffst automatisch deren Eltern. Wenn Mütter mit Tagesfreizeit in der Gegend rar sind, dann solltest Du Deinen Suchfokus auf die stärker vertretenen Gruppen verlegen.

Dein Mann hat sicher auch nette Kollegen, die man auch zum Grillen o.ä. einladen kann. Und Vereine/Gruppen/Organisationen jeglicher Art von Sport bis Kultur gibt es auch in der Provinz.
 
  • #3
Liebe FS,

was machst du denn den ganzen Tag? Bist du "Hausfrau" und wenn ja, freiwillig oder unfreiwillig? Logisch, dass du allein bist, wenn du dich nur um dein Kind kümmerst und sonst keinen Kontakt zur Außenwelt hast - wie auch? Wie willst du da jemanden kennen lernen, wie willst du Bekannte und Freunde finden, wenn du offensichtlich nur zu Hause bist?
Ich würde doch deswegen nicht das Handtuch werfen und die Ehe gefährden, um eine Wochenendbeziehung zu führen. Ich meine, bedeutet dir dein Mann gar nichts, dass du nicht jeden Abend mit ihm zusammen einschlafen möchtest? Er arbeitet doch sicherlich auch nicht nur aus Spaß so lang, oder?
Also: Wenn du arbeiten kannst, dann frage dich einmal, ob du das auch möchtest und dann such' dir Arbeit! Kinderbetreuung lässt sich auf jeden Fall finden! Und dann kommst du erst einmal durch die Arbeit in Kontakt mit neuen Menschen, dann durch Veranstaltungen im Kindergarten oder ähnliches und dann kannst du dir ja noch überlegen, was du noch so gern machst, d. h. einem Hobby nachgehen. Das muss dann nicht zwangsläufig bedeuten, dass du auch da gleich viele Leute kennen lernst oder kennen lernen musst, aber du gehst auf, weil du etwas für dich tust. Du bist ausgefüllt und das gleicht dich auch aus!
Und dann weiß ich ja nicht, ob dein Mann Freunde/Kollegen hat, die ja auch wiederum Frauen/Freundinnen haben, mit denen ihr etwas unternehmen könntet am Wochenende - auch mit Kind. Da müssen auch nicht gleich Freundschaften entstehen, aber du kommst unter Leute!
Nur weil es die neuen Bundesländer sind, heißt das nicht, dass du in der Hölle gelandet bist.
Ich glaube, du hast einen Tritt in den Hintern verdient, damit du selbst einmal ein paar Schritte machst und zwar vorwärts und nicht zurück! Darauf warten, dass sich der Himmel auftut und da eine Freundin runterfällt, kannst du vermutlich ewig. Von nichts kommt nichts und statt in Selbstmitleid zu zerfließen, solltest du erst einmal ein paar Hebel in Bewegung setzen. Ein halbes Jahr ist auch noch keine Zeit, ihr seid ja noch nicht einmal richtig angekommen und da muss man sich auch erst einmal an alles gewöhnen, aber deswegen schon wieder darüber nachzudenken, zurücktzugehen und den Mann allein zu lassen, finde ich echt ein bisschen krass...
Du stellst dich nicht falsch an - bisher stellst du dich einfach gar nicht an, also auf! :)

Solltest du nicht arbeiten können, was du aber nicht erwähnt hast, wäre es etwas anders, aber auch dann lässt sich Anschluss finden - dann umso mehr in Hobbies und Freizeit - und das Kind muss deswegen kein Klotz am Bein sein.
 
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  • #4
Entschuldigung Fragestellerin, du bist vor 6 Monaten umgezogen und hast noch keine neuen Freunde? Sorry - aber Freundschaft braucht Zeit und Keativität - und außerdem muß es passen.
Was tust du um Bekannte zu finden? Von nix kommt nix, und nur aus Bekanntschaften lassen sich Freundschaften aufbauen.
Was tust du, um dich zu beschäftigen? Du hast ein Kind - klar ja- Aber das hindert dich nicht daran, jeden Tag eine Stunde Klavier zu üben oder Russisch zu lernen oder einen Garten anzulegen. Was machtst du außer Jammern ??
Läßt es die finanzielle Situation zu, dass du für euch einmal in der Woche einen Babysitter engagierst? Da gibt es doch sicher ein junges Mädchen in der Nachbarschaft ... Also - welche Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme hast du dann? Vereine sind eine Erstwahl für Kontakte, Interessengruppen dito. Tu was!
Hast du dich schon bemüht alte eingeschlafene Kontakte auf der Brief/Telefonebene wiederzubeleben? Kannst du gut mit der neuen Situation verbinden- da kannst du das Gespräch damit anfangen. Dann kannst du mit jemand telefonieren den du kennst.
Was du auf jeden Fall machen solltest - mit diesem Bad im Selbstmitleid aufzuhören. Das schreckt jeden potentiellen Bekannten / Freund ab !!! W
 
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  • #5
Ich habe bei meinem letzten Umzug etwa ein Jahr gebraucht, um mich einzugewöhnen und nicht mehr zurück zu wollen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es bei dir ebenso ist. Ein halbes Jahr ist keine besonders lange Zeit und der Mensch eben ein Gewohnheitstier.

Ich bin aber auch dafür, dass du dir Arbeit suchen solltest, falls es irgendwie geht. Oder vielleicht ein Fernstudium oder eine vergleichbare Ausbildung? Da gibt es echt gute Möglichkeiten. Eine Bekannte von mir wohnt selbst in der Einöde (allerdings ohne Umzug - also schon immer) und macht das bei 2 kleinen Kindern auch so. Sie trägt zur Finanzierung frühmorgens Zeitungen aus.
 
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  • #6
Bekanntlich braucht man ein ganzes Dorf um ein Kind groß zuziehen. Jetzt bist du aber weit weg von allen Verwandten und Freunden.

Was hast du denn in den letzten Monaten versucht um Kontakte zu knüpfen? Hast du dein Kind im Kindergarten angemeldet? Bist du zu Krabbelgruppen um andere Mütter kennen zu lernen? Hast du einen Babysitter gesucht und "angelernt"? Hast du dir eine Arbeit gesucht? Andere Hausfrauen gesucht (Internetforen, Kontaktanzeigen, ...)?
Falls "Nein" hast du noch viel zu tun.
 
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  • #7
Ich würde gucken, dass ich das ändere, was mir nicht gefällt. Wohnung umgestalten, raus gehen Freunde finden, mal abends unterwegs Kontakte aufbauen, Freundinnen finden. Der Mann ist doch nachts daheim und kann auf das Baby aufpassen?! Du kannst doch mal 2 Stunden von daheim weg bleiben, ohne auf das Kind aufzupassen. Ich würde Orte aufsuchen, die mir gefallen könnten. Auch mal tagsüber schauen, was es so an Veranstaltungen in der Umgebung gibt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass alles schlecht ist. Man muss lernen, auch mal was Positives zu sehen - manchmal auch in Dingen, die einem vielleicht nicht so gut gefallen.

Zur Titelfrage: Natürlich ist die Partnerschaft wichtiger - sofern sie mir was wert ist? Wochenend-Ehe, was soll das sein? Für mich wäre das nichts. Denk auch mal an das Kind! Ein Kind braucht auch die wichtige Vaterrolle, einen regulären Alltag, kein Hin- und Hergefahre zwischen den Welten.
 
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  • #8
Hier die FS:Danke für eure Antworten.
Also, was ich vergaß zu erwähnen:

-Wir fahren jedes 2.Wochenende 500km in die Heimat, weil mein Mann dort einen 5-jährigen Sohn hat. Das ist natürlich auch mit Baby schwierig, das möchte ich meinem Baby dauerhaft nicht zumuten die Hinundherfahrerei, das geht uns allen an die Substanz.

-Ich bin hier in einer Krabbelgruppe, diese hört jedoch bald auf, weil alle arbeiten gehen.

-Arbeiten gehen würde ich gerne wieder aber hier ist jobmäßig absolut nichts zu finden, das ist ganz anders als bei uns. In meiner Branche sowieso nicht, aber auch einfache Jobs sind nicht zu kriegen.

-Ich wollte 2 Jahre Elternzeit nehmen und wir wollten noch ein 2.Kind in Angriff nehmen, aber da hab ich kaum Unterstützung.

-Leute habe ich hier kennen gelernt aber das ist ein ganz anderer Schlag Menschen. Ich habe schon an unterschiedlichen Orten gewohnt, hab mich immer gut eingelebt. Aber hier ists echt schwieirg.
 
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  • #9
Tja, in den neuen Bundesländern wurde halt nicht soviel Gewese um Haushalt und Kinder groß kriegen gemacht und die Frauen waren (sind) mehr im Job als im "Westen". Ich will gar nicht diskutieren, ob das besser oder schlechter ist, es ist halt tradiert nur ein anderes Lebensmodell.

Da gibt es nur eins: such dir eine sinnvolle Beschäftigung, wenn dein Tag nicht ausreichend gefüllt ist: das kann ein (Teilzeit-)Job sein, Fortbildung, Haus oder Wohnung noch schöner machen, etwas Ehrenamtliches und so fort. Keine Hobbies? Keine weiterführenden Interessen? Kein Beruf, den du mal hattest?

Davon abgesehen finde ich die Frage schon grausig: dein Mann arbeitet viel, weil er vermutlich auch für seine Familie die finanzielle Sicherheit steigern möchte - ein Kind ist da - und du machst dir aus purer Langeweile Gedanken, ob du in dein altes Umfeld zurückgehen magst, weil´s da nicht so langweilig ist wie am neuen Wohnort. Wenn du schon nur diese Alternative zuerst siehst, kann es ja mit Dingen wie den Rücken stärken, familiärer Zusammenhalt und Freude an der Partnerschaft nicht so ganz toll sein. Der Umzug war doch eine gemeinsame Entscheidung? Hast du vorher nicht wenigstens etwas Information eingeholt? (Und ihr seid bloß in Deutschalnd, nicht in einem anderen Kulturkreis.)

Stell die Frage nicht hier, setz dich mit deinem Mann zusammen - sowas muss / kann man gemeinsam angehen.

Ich sehe hier nicht so sehr das Problem des Wohnortes, sondern eher das übliche Dilemma: beide noch relativ jung, er auf dem Weg sich beruflich zu festigen, das Kind noch klein und derzeit völlig verschiedene Aufgabenbereiche, die wenig gemeinsame Zeit ermöglichen. Das gilt es zu bewältigen und in einer guten Partnerschaft gelingt das auch. Und manchmal ist es einfach so, dass beide mal zurückstecken müssen, weil das Leben gerade so ist. Das kann man planen, zeitlich eingrenzen und überstehen ohne bei jedem Konflikt zu fliehen.

Und möglicherweise ist dein Mann auch nicht gerade happy, weil er eigentlich mehr Familie auch für sich möchte und auf der anderen Seite sich in der Pflicht sieht, immer noch mehr zu tun, weil der Familie es besser gehen soll. Ein Kreislauf, frag ihn mal.

Abgesehen davon kenne ich keine Familie (und auch keinen single), die es irgendwann mal aus eigener Kraft zu Wohlstand geschafft hat, ohne sich dafür anzustrengen und zeitweise Entbehrungen auf sich zu nehmen. Wenn das der Weg ist, dann machen. Wenn das der "falsche" Weg ist, dann muss man halt auf z.B. mehr Zweisamkeit gehen und wahrscheinlich etwas Konsumverzicht üben. Alles "einfach" haben zu wollen, geht nicht.
 
  • #10
Sorry, liebe FS, aber Kinder sind doch das allerbeste Kontaktanknüpfungsmittel, das sich denken lässt.

Das geht - auch und gerade mit arbeitenden Müttern - fast überall. Spielplatz - geöffnet auch am Wochenende. Mit-Eltern in der Kita. Fahrten mit Bus und Bahn, meine Tochter hat eine Wahl-Oma aufgelesen.

Zudem kannst Du Dich engagieren, gerade für Belange der Kinder, z.B. im Verkehr - schon freuen sich Menschen, dass es Mitstreiter gibt. Natürlich musst Du aktiv werden... führt kein Weg daran vorbei...
 
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  • #11
Hallo, ich bin vor 1/2 Jahr mit meinem Mann in die neuen Bundesländer gezogen (jobbedingt) mit kleinem Kind. Nun fühle ich mich hier nicht wirklich wohl, denn die meisten Mütter arbeiten und die Kinder sind in Ganztagsbetreuung. Mein Mann kommt abends spät nach Hause, ich funktioniere nur, aber habe keine richtige Freude hier. Auch habe ich hier niemanden, der mal auf mein Baby aufpassen kann. Würdet ihr wieder zurück gehen mit Kind und eine Wochenende-Ehe führen oder stelle ich mich nur falsch an?

Richtig, die meisten Mütter arbeiten. Würde ich Dir auch empfehlen. Du kannst immer zum Familienbudget beitragen und sei es nur stundenweise. Eine Betreuung für das Kind zu finden ist nicht so schwierig. Du kannst Dich auch gern bei Sozialprojekten einbringen, gerade mit kleinem Kind oder eine ehrenamliche Arbeit. Es gibt so viele Möglichkeiten, wenn Frau nur will.
Ich bin vor 4 Wochen umgezogen und habe schon neue Bekannte getroffen. a) ich arbeite b)gehe viel raus und in Museen c) habe einen Hund, da trifft man zwangsläufig viele Leute im Park/Wald. Auch unsere neuen Nachbarn kennen uns. Wir haben zum Einzug im Garten einen kleinen "Wir sind die Neuen" Empfang gegeben. Wir sind nach 4 Wochen schon integriert.

Die Bekannten kommen nicht ins Haus, man muss schon einiges dafür tun.
 
  • #12
Hier die FS:
Wir fahren jedes 2.Wochenende 500km in die Heimat, weil mein Mann dort einen 5-jährigen Sohn hat. Das... geht uns allen an die Substanz....
Ich habe schon an unterschiedlichen Orten gewohnt, hab mich immer gut eingelebt. Aber hier ists echt schwierig.
Würde es Dir an dem Ort, wo sich der Fünfjährige aufhält, besser gehen? Dann zieh hin! Ich bin auch oft mit meinem Partner umgezogen, habe insgesamt drei Jahre im Ausland mit ihm gelebt, wo es mir und den Kindern nicht gut tat, und lebe jetzt als Bayerin im Osten, allerdings einer Stadt mit gemischtem Zuzug, das macht alle offener. Ich würde mich vermutlich an Deiner Stelle für die Nähe zum anderen Kind entscheiden, damit ihr dieses Kind jedes zweite WE entspannt zu Euch nehmen könnt, nicht mehr fahren müsst und nicht in zeitlicher Konkurrenz zueinander steht.
Langfristig sollte Dein Mann schauen, ob er wieder eine Stelle an diesem Wohnort bekommt, sonst habt ihr schlechte Karten. Aber ein paar Jahre kann man eine glückliche Wochenendbeziehung führen.
 
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