• #31
Dein Freund hat einen Menschen betrunken totgefahren und setzt sich immer noch mit Alkohol hinters Steuer?
Das macht mich und alle anderen hier fassungslos.
Dass du in Betracht ziehst mit diesem Menschen auch noch Kinder in die Welt zu setzen, und du Angst hast mit 27! schon zu alt für einen Neubeginn zu sein, lässt mich nur Kopfschütteln.

Menschen müssen in jedem Jahrzehnt neu anfangen. Entweder duch Scheidung, Tod des Partners oder durch Trennung wegen Fremdgehen, Krankheit etc.

Menschen müssen mit 30, mit 40, 50 oder 60 oder 70 Jahren neu anfangen. Deine 27 Jahre sind da einfach nur lächerlich im Vergleich zu Menschen die vielleicht mit 70 vor dem Nichts stehen.

Also fange einfach neu an. Mit einem Mann der Verantwortung kennt.
 
  • #32
Hallo lelest93,
ich würde so jemandem keine Chance in Bezug auf Familienplanung geben und es auf alle Fälle sein lassen. Ich wäre bei so einem Mann ganz schnell ganz weit weg.
Er hat ein Menschenleben auf dem Gewissen, weil er betrunken Auto gefahren ist. Er hat noch nicht mal daraus gelernt, trinkt weiter und fährt weiter betrunken durch die Gegend. Bei dir kommt langsam der Kinderwunsch auf und du überlegst tatsächlich ob er als Vater in Betracht kommen könnte? Er wird auch betrunken mit deinem Kind im Auto fahren. Selbst wenn seine erste betrunkene Autofahrt mit Kind im Auto noch gut geht und du dich dann endlich trennen solltest bleibt er weiterhin der Vater. Er wird ein Besuchsrecht erhalten und weiter mit deinem Kind betrunken fahren. Du sitzt dann jedes zweite Wochenende zu Hause und hoffst, dass dein Kind den Ausflug zu seinem Vater überlebt. Willst du das?
Sorry, dass ich vielleicht etwas krass geschrieben habe, aber ich könnte einfach nur schreien: Trenne dich bitte ganz schnell von ihm, mit ihm hast du keine positive Zukunft!
Wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach einem passenden Partner.
LG w/53
 
  • #33
Liebe FS, ist dein Mann, dafür, dass er betrunken einen Menschen umgebracht hat, denn eigentlich verurteilt worden?
Wenn ja, haben sich Eltern, ev. auch Kinder mittels zivilrechtlich als Nebenkläger angeschlossen? Musste er ihnen in die Augen schauen?
Und, was mich wirklich interessiert: Musste er in Haft und Schmerzensgeld o. Ä. an die Opferfamilie bezahlen?
Unterlag er noch dem Jugendstrafrecht und kam mit Sozialstunden und Bewährung davon?
Denkt er manchmal noch an diese Katastrophe oder interessiert es ihn schlicht nicht mehr?

Unabhängig davon, wie und ob du auf meine Fragen antwortest:
Finger weg. Und wenn du das nicht willst oder kannst, setze mit ihm zumindest auf gar keinen Fall Kinder in die Welt.

w, 53
 
  • #34
Ein Alkoholiker, der regelmäßig besoffen nach Hause kommt und nicht mit Geld umgehen kann? Das sind keine Probleme der Vergangenheit, das ist der Ist-Zustand. Ich verstehe gut, dass er auch seine lieben Seiten hat, auch Alkoholiker sind Menschen. Ich würde mich in einen Alkoholiker gar nicht erst verlieben. Das Phänomen ist leider verbreiteter, als man so denkt. Mit Alkohol zerstört man nicht nur sich selbst, sondern auch andere, er ist das beste Beispiel dafür.
 
  • #35
Ein Alkoholiker, der regelmäßig besoffen nach Hause kommt
Davon war nicht die Rede, mal halblang... So beschreibt die FS den Freund nicht.

Ich würde mich in einen Alkoholiker gar nicht erst verlieben.
Vielleicht aber doch, wenn dir gar nicht so richtig klar ist, was alles Alkoholismus ist - ggf wo er beginnt. Der eklige Typ, der besoffen vom Sofa rollt (und den es sicher auch gibt), ist das Schreckbild mit Hilfe dessen man sich problematischen Konsum schön redet. Den eigenen und den der anderen. Gerade in jungen Jahren ist es auch schleichend.


Ich verstehe gut, dass er auch seine lieben Seiten hat, auch Alkoholiker sind Menschen.
Eben.


Das Phänomen ist leider verbreiteter, als man so denkt.
Genau. Deshalb kommt es wirklich überheblich rüber zu schreiben "ich würde nie"...

Angesichts der vielen Posts hier die sagen "ich würde nie" meine Gegenfrage: habt ihr euch noch nie in einem Menschen getäuscht?

Die FS hat ihm vertraut - hatte geglaubt, gehofft und darauf gesetzt, er würde sich ändern, aus seinen Fehlern lernen. Und warum sollte sie ihm nicht vertraut haben. Es kommt halt irgendwann der Punkt an dem sie versteht, dass er das Vertrauen verspielt hat. Völlig unnötigerweise, denn sie wäre ja auch den steinigen Weg mit ihm gegangen (hätte eine Therapie finanziert). Und eine solche Erkenntnis - dass er Veränderung trotz ihrer Liebe zu ihm ablehnt - tut verdammt weh. Sie holt sich hier nur noch die Bestätigung dafür. Etwas Mitgefühl bitte.
 
  • #36
So wie du es darstellst hast du den Überblick und stehst über den Dingen und es wäre dir nie passiert, weil du ja Schluss gemacht hättest. Schreib lieber wie es war, so wie in anderen Threads auch, dass der Vater deiner Kinder Trinker ist, du lange sehenden Auges in der Beziehung verharrt bist und was das mit deinen Kindern gemacht hat! Ich glaub, dass das ihr das mehr hilft zu sehen, wie sie Dinge noch schlimmer machen kann, wenn sie bleibt.
Das kann man nicht vergleichen. Wir haben relativ schnell Kinder bekommen, so dass ich nicht viel Zeit hatte, ihn richtig kennen zu lernen und war auch in gewisser Weise abhängig von ihm. Ausserdem trotzt seines Alkoholkonsum hatte er was in seinem Leben erreicht und ich habe nie arbeiten müssen. Seit er Führerschein hat, hat er keinen einzigen Unfall gemacht und hatte auch keine Punkte in Flensburg. Hätte er allerdings betrunken Unfall mit Todesfolge, hätte ich ihn verlassen bzw. erst gar nicht auf ihn eingelassen.
Hier ist eine FS, die alles schon davor weiss. Da sie meint ihn finanziell unterstützen zu können, hat sie wahrscheinlich ein gutes Einkommen und steht fest im Leben. Ihr Freund hat sein Leben nicht im Griff. Und trotzdem bleibt sie bei ihm.
Ich habe ihm deutlich gesagt, dass ich die Polizei rufen werde, sollte ich mitbekommen, dass er das nochmal macht, zumal unsere Beziehung dann auch vorbei sein wird.
Würdet ihr so jemandem in Bezug auf Familienplanung eine Chance geben oder es lieber sein lassen?
So drauf war ich nicht mal in jungen Jahren.
 
  • #37
Verantwortungslos, uneinsichtig und hoch verschuldet... JA.
Aber woher nimmst du (bzw die anderen hier) die Info, dass er Alkoholiker ist? Das hat die TE nirgendwo geschrieben und ich denke, dass man das bei all den schlechten Eigenschaften, die er hat, trotzdem nicht einfach dazu dichten braucht.
Der Mann nimmt wiederholt betrunken motorisiert am Straßenverkehr teil obwohl er in diesem Zustand schon getötet hat. Die paarmal die er dabei von der FS erwischt wurde sind in der Regel nur die Spitze des Eisbergs.

Wer bewusst oder durch Kontrollverlust trotz einer Tötung dazu neigt alkoholisiert am Straßenverkehr teilzunehmen hat entweder ein charakterliches oder ein Alkoholproblem oder beides.

Therapie, die auch klären würde was er tatsächlich ist, lehnt er außerdem ab.

Jene die die Ursachen für so ein Verhalten negieren haben oft selbst solche Probleme z.B. in Form von Coabhängigkeit.

Selbst wenn ich falsch liege hilft jede Bestärkung, dass dieser Mann ungeeignet ist der FS einen Fehler zu vermeiden. Ein Fehler der nicht nur sie sondern auch potentielle Kinder treffen könnte.
 
  • #38
Das kann man nicht vergleichen. Wir haben relativ schnell Kinder bekommen, so dass ich nicht viel Zeit hatte, ihn richtig kennen zu lernen und war auch in gewisser Weise abhängig von ihm.
Doch, ich finde schon, dass man das vergleichen kann. Relativ schnell Kinder bekommen ohne sich den Mann vorher anzugucken und sich emotional abhängig machen - das ist typischer Teil der Alkohol in der Familie Story. Du hast in irgendeinem Post mal die verheerenden Folgen des Alkoholismus auf deine Kinder beschrieben - und dass du trotzdem lange gebraucht hast, zu gehen. Weil er Kohle hatte? Die FS steht zu ihrem Freund, auch wenn er ein Habenichts ist. Ich wüsste, was mich da mehr beeindruckt.

Die FS - sieh es mal positiv! - macht sich die Gedanken, die du dir nicht gemacht hast, BEVOR sie Kinder bekommt.

Genau das, finde ich, sollte man hier bestärken.



Die
 
  • #39
Verantwortungslos, uneinsichtig und hoch verschuldet... JA.
Aber woher nimmst du (bzw die anderen hier) die Info, dass er Alkoholiker ist? Das hat die TE nirgendwo geschrieben und ich denke, dass man das bei all den schlechten Eigenschaften, die er hat, trotzdem nicht einfach dazu dichten braucht.
Also ich bezeichne auch schon Leute, die jeden Abend ihr Gläschen Wein trinken oder jeden Tag ihr Bier, als Alkoholiker. Das ist die erste Stufe, aber gesellschaftlich noch weitestgehend akzeptiert und verharmlost. Alkoholismus wird in der Regel so lange akzeptiert, wie der Mensch noch "funktioniert" und seinen Alltag gebacken kriegt. Meiner Meinung nach ist unsere Gesellschaft völlig alkoholverseucht. In jedem Film werden selbstverständlich Menschen beim Trinken gezeigt, es wird verharmlost und als normal dargestellt. Dabei sind auch schon kleine Mengen Alkohol sehr schädlich.

Bei einem Menschen, der öfters betrunken ist und sogar betrunken Auto fährt, würde ich nicht sagen, dass er es im Griff hat. Und da keine Einsicht vorhanden, wird es eher schlimmer.
 
  • #40
Also ich bezeichne auch schon Leute, die jeden Abend ihr Gläschen Wein trinken oder jeden Tag ihr Bier, als Alkoholiker. Das ist die erste Stufe, aber gesellschaftlich noch weitestgehend akzeptiert und verharmlost.
Die TE berichtet in ihrem Ausgangsstatement von genau 3 Alkoholfahrten in den letzten 7 Jahren. Davon endete die erste in einem Unfall mit Personenschaden. Nicht mehr und nicht weniger.

Aus dieser Info wird hier durch Foristinnen durch Dazudichten ein alternativer Fakt geschaffen, nämlich ein Mensch, der täglich oder regelmäßig säuft/ besoffen nachhause kommt, ein Alkoholproblem hat, auf Entzug soll. Die übelsten Vergleiche werden angestellt bishin zu einer Co-Abhängigkeit der TE. Das ist aber kompletter Quatsch, weswegen auch ein Großteil der Ratschläge ins Leere gehen. Nicht jeder, der besoffen fährt, ist Alkoholiker und nicht jeder Alkoholiker fährt besoffen.

Laut Faktenlage kann man ihm einzig vorwerfen, dass er aus seinem Autounfall keine Lehren gezogen hat und weiter betrunken fährt - auch wenn das seither nur 2x geschehen ist. Und das ist schlimm genug. Keiner verlangt von ihm, dass er sein Bierchen nicht mehr trinken darf, aber nach dieser Vorgeschichte noch nach Alkoholgenuß fahren, geht nicht und offenbart eine eklatante Verantwortungs- und Einsichtslosigkeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #41
Hallo, hier nochmal die FS.
Vielen Dank schonmal für eure Antworten und Meinungen!
Zu euren Fragen:
@MoonRiver , ja als Anker bezeichnet er mich auch, allerdings bin ich das nicht auf finanzieller Ebene. Ich bin für ihn da gewesen, war damals bei der Verhandlung, habe ihn zum Bewährungshelfer gefahren etc., wobei das noch vor Beginn unserer Beziehung war. Sich in der Beziehung gegenseitig ein Anker zu sein, war für mich selbstverständlich, für ihn jedoch auch, das muss ich ihm lassen. Ich habe erst vor Kurzem mein Studium abgeschlossen, er ist ausgelernt und arbeitet seit Jahren Vollzeit, ich hätte also selbst wenn ich gewollt hätte nicht die Möglichkeit gehabt, ihn finanziell zu unterstützen.
@FemmedeVienne ja, er wurde verurteilt, hat Bewährung + Sozialstunden bekommen, und Opfern und Geschädigten Schmerzensgeld gezahlt. Inwiefern er selber nun zu diesem Unfall steht oder sich bewusst damit befasst kann ich schlecht sagen, da er über tiefe Gefühle wenig spricht.
Was den Alkohol angeht, ich wollte ihn absolut nicht als den regelmäßigen Trinker darstellen, er trinkt eher selten und selbst wenn, hält es sich eigentlich auch in Grenzen. Mir ist aber natürlich klar, dass - wenn auch keine Alkoholsucht - ein Alkoholproblem vorliegt, auch wenn das vielleicht nur alle 2 Jahre in solchen Handlungen endet.
Eure Kommentare helfen allerdings, das alles mal rational zu betrachten. Ich glaube, da ist meinerseits auch irgendwo Mitleid im Spiel, da er seitens seiner Familie nie etwas anderes gelernt hat und ich es mir sehr schwer vorstelle, ein über 18 Jahre lang antrainiertes weil vorgelebtes Verhalten zu ändern.
Das mit der Co-Abhängigkeit habe ich so nie betrachtet, aber vermutlich habt ihr recht.. ich habe bisher selbst mit meiner besten Freundin nicht darüber geredet, da sie auch seine beste Freundin ist und ich Angst hatte, dass sie wenn sie alles wüsste keinen Kontakt mehr zu ihm haben möchte, womit ich ihn natürlich irgendwie auch wieder decke.
Es reicht wohl nicht, die Probleme bei ihm zu suchen..
 
  • #42
Also ich bezeichne auch schon Leute, die jeden Abend ihr Gläschen Wein trinken oder jeden Tag ihr Bier, als Alkoholiker.
Das kannst du für dich so halten, na klar, aber das zeigt mir, dass du jetzt nicht unbedingt Ahnung von Alkoholismus hast. Das ist gut für dich. Trotzdem erlaube mir zu sagen, dass nichts gegen ein regelmäßiges Feierabendbier spricht. Das ist nicht einmal annähernd so gefährlich wie sich einmal die Woche im Club die Kante zu geben (was leider ebenfalls eine über alle Gesellschaftsschichten hinweg weithin akzeptierte Praxis der Jugendkultur ist und teils darüber hinaus). Alkoholismus liegt dann vor, wenn man die innere Grenze von "es ist zu viel" nicht wahrnimmt - oder wenn man sie wahrnimmt, trotzdem überschreitet. Wenn aus dem Feierabendbier regelmäßig zwei werden und man denkt "ach na ja, ich habs ja im Griff".

Trockene Alkoholiker - ist eine gängige Trope - beneiden "Normaltrinker" mitunter um diese Grenze.

Sobald einen andere auf den eigenen Alkoholkonsum ansprechen - und das ist meistens der Fall, dass das passiert - liegen Dinge im Argen.

Wer dann nicht alarmiert einschränken kann oder will hat ein problematisches Trinkverhalten - das wäre mal eine pragmatische Definition (sicher nicht die einzig gültige, und Ausnahmen bestätigen die Regel).

Um mal den Bogen zur FS zu schlagen : nach der Definition ist die Sache, was den Freund betrifft klar (er macht weiter).

Wo Co-Abhängigkeit anfängt - wovon die FS betroffen sein könnte - ist viel schwieriger zu fassen...
 
  • #43
Trunkenheitsfahrt ist für mich kein Kavaliersdelikt. Das ist etwas völlig anderes, als z.B. mal in eine Schlägerei zu geraten. Jemand, der so etwas macht, ist skrupellos anderen gegenüber und verdient eine hohe Strafe.

Sieh, dass Du da wegkommst.
 
  • #44
Vielleicht aber doch, wenn dir gar nicht so richtig klar ist, was alles Alkoholismus ist - ggf wo er beginnt. Der eklige Typ, der besoffen vom Sofa rollt (und den es sicher auch gibt), ist das Schreckbild mit Hilfe dessen man sich problematischen Konsum schön redet. Den eigenen und den der anderen. Gerade in jungen Jahren ist es auch schleichend.
[...]Genau. Deshalb kommt es wirklich überheblich rüber zu schreiben "ich würde nie"...
Also mir selbst ist und war das immer klar. Das ist ja das Problem, Alkohol wird oft und gerade von jungen Leuten verharmlost, ist ein allgemeines Problem.

Aber du hast recht, was ich geschrieben habe, war überheblich, tut mir leid. Es fiel mir auch schwer, meine Antwort zu schreiben. Ich würde nie sagen, dass er deswegen ein schlechter Mensch ist, auf keinen Fall, eher ein schwacher Charakter, aber da müsste man nachforschen, woran das liegt. Ich finde auch den Mord und alles mögliche an sich verzeihlich, und selbst die Tatsache, dass er keine Einsicht hat, kann man irgendwie verzeihen -- er ist eigentlich ein Opfer, ein Opfer seiner selbst und insofern bemitleidenswert.

Kann und darf er ja alles sein, aber ich selbst fände den Charakter, der dahinter steht, maximal unattraktiv und käme darauf nicht klar, deswegen dachte ich beim Schreiben meines Posts: Gott sei Dank würde ich mich in einen Trinker gar nicht erst verlieben und hätte so ein Problem nicht. Ja, ok, ich gebe zu, es ist überheblich. Es basiert darauf, dass ich selbst noch nie betrunken war und eine kritische Einstellung dazu habe. Ich kann viele einmalige Fehler verzeihen und auch die anderen, komme aber nicht dauerhaft mit unvernünftigen und uneinsichtigen Menschen klar, die will ich nicht um mich haben, weil ich so genervt davon wäre und es nicht ertragen könnte, ich würde innerlich ausrasten und könnte nicht verstehen, wie man nur so sein kann.

Schon in der Schule lernt jedes Kind: Zigaretten, Alkohol und Drogen sind schlecht, man soll nicht betrunken fahren und man soll beim Sex mit Fremden ein Kondom tragen, weil man sonst schlimme Sachen kriegt und macht. Ich fand das schon damals total logisch und hatte nie das Bedürfnis, mich selbst zu zerstören. Aber ich sehe andauernd Menschen, die wider besseres Wissen handeln, gegen jede Vernunft. Das geht einfach nicht in meinen Kopf rein. Ich denke bei jedem Raucher und Kiffer und Trinker: Es wäre so leicht, von heute auf morgen schlagartig aufzuhören, wenn du es wirklich wolltest. Am Ende ist es eine Willensfrage.

Ich weiß, dass es für viele Menschen schwierig ist und ich meine Sicht habe, aber ich kann beratungsresistente, unvernünftige, uneinsichtige Menschen nicht ertragen, das macht mich aggressiv. Und deswegen sind die Chancen, dass ich mich in so einen verliebe, sehr gering. Denn ich finde nur Männer attraktiv, deren Verhalten und Charakter ich gut finde und die gut für mich sind. Ist er gut für dich, liebe FS?
w25
 
  • #45
Du bezeichnest eine Trunkenheitsfahrt mit tödlichem Ausgang für eine unbeteiligte Person als ‚Personenschaden‘ @ GröKaz ?

Und es wären dann insgesamt ‚nur‘ drei Alkoholfahrten in den letzten 7 Jahren, also alles gar nicht so schlimm?!
Ich bin sprachlos.

Der Führerscheinentzug lebenslang wäre die gerechte Strafe gewesen. Das Gesetz ist hier viel zu harmlos. Unfassbar dass er so weitermacht....
 
  • #46
Trunkenheitsfahrt ist für mich kein Kavaliersdelikt
Natürlich ist dies kein Kavaliersdelikt, aber es wird gerne als Kavaliersdelikt bezeichnet. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Staat sehr viel durch den Alkohol verdient.

Ich trinke z.B. absolut keinen Alkohol und schon werde ich gerne gefragt, wo ich ein Moslem bin, weil ich keinen Alkohol trinke.

Durch Alkohol und Tabak verdient der Staat ca. 20 Milliarden im Jahr und wenn ich eine Schuld habe, dann das ich noch keinen Euro bezahlt habe. Der Mann der FS zahlt vielleicht auch nur mein dediziert bei den Steuern ein.;-) Man kann ja trinken und man muss es nur sehr gut verkaufen. Vielleicht auch eine höhere Strafe für die Nichttrinker. I´m just joking.:) .:)
 
  • #47
Ich stand lange unter dem Einfluss meiner Mutter und als ich glaubte, mich von ihr losgelöst zu haben, habe ich meinen Ex kennengelernt. Ich war zudem recht jung und er um einiges älter. Ausserdem hatte er sehr lange den Anschein geweckt, daß Leben im Griff zu haben und für uns sorgen zu können.Er hat mehrmals versucht, vom Alkohol loszukommen und hatte monatelang Phasen, wo er kaum oder gar keinen Alkohol getrunken hat. Hätte er jemanden im Suff umgebracht, hätte er das mental nicht verkraftet und ich bin mir sicher, er wäre schlagartig aufgewacht. Er hat mehr getrunken, als normal angesehen wird, aber erstens war es Bier, zweitens bei 120 kg und schwerer körperlichen Arbeit 2-3 Biere auf Tag verteilt ist was anderes, wenn jemand 80 kg wiegt und im Büro sitzt. Und ja, ich habe ihn geliebt, und wenn man schon Kinder hat, dann überlegt man sich zwei mal, ob man geht. Ich will meinen Ex nicht verteidigen oder seinen Alkoholkonsum, ich war bloß auch kein Engel in gewisser Weise und habe sicherlich dazu beigetragen, seinen Alkoholkonsum zu verstärken. Ich komme aber auch aus dem Land, wo Lebensbedingungen und das Verhalten der Männer nicht immer fein sind und mein Ex war für mich damals einfach der Begriff des Mannes, trotz seiner Makel. Ich habe heute immer noch einige seine Charaktereigenschaften im Kopf, die für mich eine Art Vorbild sind und wenn ich mit anderen Männern vergleiche, dann kommt er teilweise immer noch besser weg, trotz Alkohol.
Hier im Deutschland ist es anders und deswegen ist es mir unerklärlich, warum junge ausgebildete Frauen sich kaputte Typen anlachen.
 
  • #48
Natürlich ist dies kein Kavaliersdelikt, aber es wird gerne als Kavaliersdelikt bezeichnet. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Staat sehr viel durch den Alkohol verdient.
Das hast doch mit dem Problem nur am Rande zu tun. Wenn man eine Handlung mehrfach begeht, durch die jemand bereits zu Schaden gekommen ist, sagt das einfach was aus. Wenn jemand Ziegelsteine vom Dach wirft und dabei jemanden tödlich trifft, und es dann weiterhin dennoch macht, wär das genau das gleiche. Oder für mich absolut vergleichbar sind Leute, die illegale Autorennen fahren - das hat auch nichts mit Alkohol zu tun, man nimmt aber hin, dass man jemand anderen gefährdet. Wenn einem noch nie was passiert ist, kann man ja fataler Weise denken, ich hab alles unter Kontrolle, aber spätestens nachdem bereits ein Mensch gestorben ist, das dennoch weiterzuführen, lässt mich am Charakter zweifeln.
Im Übrigen sagt auch keiner, dass er sich nicht mehr betrinken darf - nur fahren darf er dann nicht mehr, macht das aber trotzdem. Das hat also nichts damit zu tun, was Alkohol für eine Droge ist und ich sehe jetzt aus den Beschreibungen auch keine Alkoholsucht, nur der Umgang mit dem Alkohol und die weiteren Konsequenzen scheint er nicht zu lernen. Wenn mein Freund in sieben Jahren jetzt dreimal betrunken ist (bei meinem Partner kommt das wohl ungefähr hin in fünf Jahren mit zwei-, dreimal), dann ist das ja nun wirklich kein Beinbruch. Er trinkt sonst so gut wie nie, und wenn er mal mit seinen Kumpels weggeht und dann was falsch einschätzt, ist mir das total egal. Er hat aber nie Menschen in Gefahr gebracht, und vor allem würde er das nicht tun, wenn da bereits etwas passiert wäre.
Ich glaube, da ist meinerseits auch irgendwo Mitleid im Spiel, da er seitens seiner Familie nie etwas anderes gelernt hat und ich es mir sehr schwer vorstelle, ein über 18 Jahre lang antrainiertes weil vorgelebtes Verhalten zu ändern.
Das mag natürlich sein, ändert aber nichts daran, dass er dann für eine Familiengründung vielleicht nicht der richtige ist. Mitleid und Helfersyndrom sind schlechte Ratgeber bei der Partnerwahl. Mein Partner ist auch aus einer furchtbaren Familie, aber er ist erwachsen und hat gelernt, sich in vielen Dingen anders zu verhalten und nimmt sein Leben in die Hand. Ob das dein Freund nicht kann oder nicht will ist erstmal zweitrangig für deine Entscheidung, mit ihm ein Kind zu zeugen.
 
  • #49
Ja, das pimpt Dein Ego, dass Du den Mann aus dem Elend retten kannst - ist ein weit verbreitetes Frauenproblem, dass sie sich zur Retterin berufen fühlt?
Befass Dich mit der Frage, warum Dir das so wichtig ist un d warum es ein Mann sein muss, den Du rettestm, statt Dich sozial zu engagieren, wo es Erfolgsaussicht hat?
Warum strebst Du nicht wie andere junge Frauen eine Beziehung mit einem Mann auf Augenhöhe an, sondern brauchst einen der unter dir steht und von Dir gerettet werden muss? Warum brauchst Du so einen ankerlosen Wackelkandidaten, dem Du Halt bieten musst?

Ich glaube, da ist meinerseits auch irgendwo Mitleid im Spiel, da er seitens seiner Familie nie etwas anderes gelernt hat...
Mitleid ist ein extrem schlechter Beziehungsgrund. Du willst ihn nun umerziehen, Du willst ihm all das geben, was Du glaubst, was ihm gefehlt hat.
Nun: er füllt mit Konsum, was er meint, was ihm fehlte. Darum bezahlt er seine Schulden auch nicht zügig ab. Er hat einfach nicht die Bedürfnisse, die Du ihm andichtest, damit er der tolle Mann ist den Du suchst.
Das siehst Du schon daran, dass er 7 Jahre nach dem Unfall, bei dem er jemanden getötet hat, das Ganze für ihn kein Thema mehr ist und er betrunken weiterfährt.
Er redet nicht über Gefühle,weil er keine zulässt. Seine innere Leere füllt er mit Konsum und auch mal mit zu viel Alkohol. Daran kannst Du Dich bis zum Sankt Nimmerleinstag abarbeiten.

ich es mir sehr schwer vorstelle, ein über 18 Jahre lang antrainiertes weil vorgelebtes Verhalten zu ändern.
Es ist Dir in 5 Jahren nicht gelungen, an ihn heranzukommen. Du kannst es aufgeben. Er fühlt sich wohler mit dem altbekannten Verhalten als mit neuem.

Es reicht wohl nicht, die Probleme bei ihm zu suchen..
Richtig. Guck bei Dir, warum Du einen schwachen Mann mit schlechter Vergangenheit brauchst und unbedingt an ihm festhalten willst.

Ich denke auch nicht, dass er ein Alkoholiker ist, aber jemand mit einer ganz erheblichen Impulskontrollstörung, unzureichender Selbstsdisziplin etc, was ein Herd von massiven Problemen ist im weiteren Leben - d.h. ihm fehlen die Eigenschaften, die ein Familienvater braucht.
Dazu verweigert er jede Auseinandersetzung mit Problemen, d.h. es kann sich nichts ändern, weil er es nicht ändern will.
 
  • #50
Vielleicht aber doch, wenn dir gar nicht so richtig klar ist, was alles Alkoholismus ist - ggf wo er beginnt. Der eklige Typ, der besoffen vom Sofa rollt (und den es sicher auch gibt), ist das Schreckbild mit Hilfe dessen man sich problematischen Konsum schön redet.
Das ist das Klischeebild, mit dem die anderen sagen, ich bin doch kein Alkoholiker...
Alkoholiker ist man genauso, wenn man sich regelmäßig zurück zieht, dann in seiner Ecke seine mehreren Flaschen Bier hineinzieht, ggf. ergänzt noch mit härtere, dann irgendwann ins Bett geht - und am nächsten Tag halt spät aufsteht und antriebslos ist. Dazu dann mit der Zeit Flaschen versteckt...
Welche*r Partner*in kontrolliert die Bestände? Manchmal wundert man sich nur, warum dies und jenes schon wieder leer ist.

Das ist der Typus Alkoholiker, der sogar alltagsunauffällig ist - als Partner eine andere Nummer.

Nun, der Freund der FS muss trotzdem kein Alkoholiker sein, er trinkt mal in Gesellschaft zu viel. Das tun etliche.
Das Problem ist, er fährt trotzdem. Das alleine ist schon unverantwortlich. Dass er aber bereits einen Menschen deswegen getötet hat und nun immer noch das Auto dann nicht stehen lässt, das ist unbegreiflich.
Das zeugt vor allem von einem derart hohem Maß an Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit - wozu dann auch sein Umgang mit Finanzen passt - wo Frau sich überlegen sollte, ob sie mit so jemandem eine Partnerschaft erst recht eine Familie haben möchte.

W, 51
 
  • #51
hat mehr getrunken, als normal angesehen wird, aber erstens war es Bier,
Liebe @realwoman
die meisten Alkoholiker trinken doch "nur" Bier. Die meisten funktionieren im Job. Ich finde du verteidigst ihn doch, obwohl du sagst

Ich will meinen Ex nicht verteidigen oder seinen Alkoholkonsum
Ich verstehe schon, dass du sagen willst, dass für dich ein Unfall mit Todesfolge die Reißleine gewesen wäre. Aber die großen Probleme deiner Kinder halt lange nicht und zwar so vehement nicht, dass sie sie noch immer haben. Das wäre für andere der Punkt wo sie sagen : das geht absolut gar nicht, egal wie vorbildlich er sich in anderen Lebensbereichen verhält, ich trenne mich. Es ist ja für diesen Thread hier egal, was bei euch konkret vorgefallen ist - mir geht's darum, dass du gerade auf Kosten der FS, die eigentlich nur dem Freund zur Seite stehen wollte, dein eigenes Leben beschönigst. Nicht nett und nicht fair. Ich fänds fair sowas zu sagen wie "mach nicht meinen Fehler".

Ich verstehe sehr gut, dass eine gut ausgebildete Frau einem Mann, den sie liebt, zur Seite stehen möchte, wenn er Probleme hat. Es ist nur nicht wirklich ausgeglichen, nicht auf Augenhöhe und das ist problematisch. Sone Art Helfersyndrom zu entwickeln hat nicht wirklich was mit Ausbildung zu tun sondern mit emotionaler Prägung, damit, dass es einen innerlich aufwertet, wichtig für einen schwachen Menschen zu sein. Es ist ein Selbstwertproblem. Sich das einzugestehen ist ein Schritt hin zur Lösung. Sie muss ihm seine Probleme lassen und stattdessen die eigenen anpacken.

Und ich sag's noch mal deutlich: durch ihre Liebe zu ihm ist bisher niemand zu Schaden gekommen - mal abgesehen davon, dass sie sein Verhalten auch gedeckt hat und damit seiner Veränderung entgegen gewirkt hat, ohne es zu wollen (schreibt sie inzwischen selbst).

Sie hat ihn "retten" wollen. Wenn aber irgendwann Kinder im Spiel sind, dann spätestens kommen in der Konstellation wirklich Menschen zu Schaden - dann, wenn nicht BEIDE aktiv etwas ändern.

Jemand, der einem wiederholt in Wort und Tat zu verstehen gibt, dass er nichts ändern wird, sollte man allerdings ernst nehmen...
 
  • #52
Je mehr Beziehung ich möchte, desto höher sind meine Ansprüche. Will ich nur eine Affäre, da kann ich fast alles machen, just for fun. Ziehe ich mit jemanden zusammen, da schaue ich noch genauer hin. Und plane ich eine Familie, da muss ich dann gaaaanz genau hinsehen.

Hier bei mir auf dem Amt, da haben wir Heerscharen von Alleinerziehenden, deren Konzept von Familie nicht ganz aufgegangen ist. Einige habe ich schon mal gefragt, ob sie nicht schon vor der Hochzeit Anzeichen dafür gesehen haben, dass sie es lieber hätten lassen sollen. Die meisten, nein, eigentlich alle haben es mir bestätigt.

Letzte Woche hörte ich den Spruch: Kinderkacke ist kein Beziehungskitt!!

Wenn Du jetzt schon am Zweifeln bist. Mit Kinderstress wird es nicht besser, wird er nicht weniger trinken.

Mal folgende Szenarien: es würde sich wiederholen. Ein teurer Unfall unter Alkoholeinfluss, vielleicht sogar Haft, viel Schadensersatz und was auch immer. Dann wirst Du Deine kleine Familie wohl alleine wuppen müssen. Hast nicht nur keine Hilfe sondern noch einen Problemmann.
 
  • #53
Inwiefern er selber nun zu diesem Unfall steht oder sich bewusst damit befasst kann ich schlecht sagen, da er über tiefe Gefühle wenig spricht.
Ich bin gerade mal wieder fassungslos. Du hilfst ihm, diese Zeit durchzustehen, bist bei der Verhandlung dabei und weißt nicht, wie er zu diesem Unfall steht?!

Das klingt alles stark nach einem Helfer-Syndrom bei dir. Du hältst es an der Seite eines Mannes aus, der seine schwere Schuld verdrängt, weiterhin betrunken Auto fährt und keine Anstalten macht, so langsam mal ein verantwortungsvoller Mensch zu werden?

Sorry, aber ich finde, nicht er sollte Therapie machen, sondern du.

Unfassbar, eine Alkoholfahrt mit Todesfolge so zu nennen. Ich gebe @Inanna* recht, wir leben in einer alkoholverseuchten Gesellschaft.
 
  • #54
Ausserdem trotzt seines Alkoholkonsum hatte er was in seinem Leben erreicht und ich habe nie arbeiten müssen. Seit er Führerschein hat, hat er keinen einzigen Unfall gemacht und hatte auch keine Punkte in Flensburg. Hätte er allerdings betrunken Unfall mit Todesfolge, hätte ich ihn verlassen bzw. erst gar nicht auf ihn eingelassen.
Offenbar regelmäßiger Alkoholkonsum, vermutlich auch mit der einen oder anderen Trunkenheitsfahrt. Glück gehabt, weil er keinen Unfall gebaut hat. Das wird mitgetragen, solange Du profitierst und (nicht arbeiten musst). Natürlich würdest Du sofort verschwinden, wenn es schiefgeht.

Aber war ja nur Bier...
 
  • #55
Das kannst du für dich so halten, na klar, aber das zeigt mir, dass du jetzt nicht unbedingt Ahnung von Alkoholismus hast. Das ist gut für dich. Trotzdem erlaube mir zu sagen, dass nichts gegen ein regelmäßiges Feierabendbier spricht. Das ist nicht einmal annähernd so gefährlich wie sich einmal die Woche im Club die Kante zu geben
Ob wirklich "nichts" gegen ein regelmäßiges Feierabendbier spricht, wage ich zu bezweifeln, aber stimme natürlich zu, dass es einen nicht gleich tötet oder so, da ist Saufen bis ins Koma im Club gefährlicher. Ich selbst habe als Jugendliche nie getrunken und exzessiv "gefeiert" und tue es auch jetzt nicht, weil ich auch anders Spaß haben kann und meine, dass es jedenfalls mehr schadet als nützt. Wer sich für eine Party aufpushen will, soll einfach mal einen Liter Orangensaft trinken, das macht auch lustig (liegt vielleicht am Zucker, würde ich ebenfalls nicht regelmäßig empfehlen).

Also ja, persönlich habe ich keine Erfahrung mit Alkohol, aber ich habe meinen Onkel an Alkoholismus sterben bzw. zugrundegehen sehen, mit Leberversagen, Wasserbauch usw., ein grotesker Anblick. Meine Ablehnung von Alkohol beruht aber nicht darauf, die hatte ich schon als Kind, weil ich vernünftig bin, um das mal arrogant zu formulieren.

Ich kenne einige Leute, die regelmäßig "ein bisschen" trinken und bin mir nicht sicher, ob sie wirklich so leicht darauf verzichten könnten, wie sie denken, der Weg in den Alkoholismus ist schleichend, so fängt es an. Wenn jemand regelmäßig etwas "braucht", finde ich das grundsätzlich problematisch, gilt auch z.B. für Kaffee, Schokolade, Adrenalin und anderes.

Aber ich missioniere nicht und sage normalerweise nichts, wenn Leute Bier trinken oder rauchen, ich gönne jedem seinen Spaß und "verurteile" es nicht, nur halte ich es nicht für gesund und fände es in einer Partnerschaft deswegen nicht schön, weil ich möchte, dass es meinem Partner gut geht und er möglichst gesund ist.

Der Partner der FS trinkt aber anscheinend gar nicht regelmäßig, sondern nur manchmal, dann aber übertrieben. Ich würde das trotzdem als Alkoholproblem bezeichnen und finde es problematisch, wenn man sich nicht im Griff hat und diesbezüglich "schwach" wird, es ist dies für mich Ausdruck eines schwachen Charakters. Ich war, wie gesagt, selbst noch nie betrunken oder angetrunken und kann den Reiz davon nicht so ganz nachvollziehen.

Natürlich ist es im Detail nicht so leicht und schwarz-weiß, aber bei den meisten Alltags-Süchten und -problemen (abgesehen von ganz schweren Fällen) fehlt der Wille zur Änderung und auch die Selbstreflexion und das Nachdenken über die eigenen Werte, das Hinterfragen der eigenen Handlungen und ihrer Ursachen. Die meisten Probleme würden sich lösen, wenn die Menschen mehr reflektieren und nachdenken würden. Und es ist mir egal, wenn sich das gerade eingebildet anhört.

Mich würde am meisten die Unvernunft und Unreflektiertheit an ihm stören.
 
  • #56
Ob wirklich "nichts" gegen ein regelmäßiges Feierabendbier spricht, wage ich zu bezweifeln
Das kommt auch immer auf den jeweiligen Menschen an. Meine LG sieht dies komplett anderes, weil ihr Exmann sie geschlagen hat, wenn er betrunken nach Hause kam und manchmal auch die Söhne. Deshalb war sie von mir sehr begeistert, weil ich keinen Alkohol trinke. Manchmal muss man keine 190 cm groß sein.:)
Im Ostblock(CSSR, DDR, UDSSR usw.) gab es ja auch die 0.0 Promille und trotzdem gab es tödliche Unfälle, wo der Fahrer betrunken war. Die Prohibition hat ja die USA auch nicht geholfen,
 
  • #57
Nicht jede*r ist Alkoholiker*in, weil sie /er mal ein Bier/Wein/etc. gönnt.

Spannend wie sich dieser Thread entwickelt.
Nun kann sich jede*r auf die Schulter klopfen, weil sie bzw. er kein Alkohol trinkt und jede*n verteufeln, der es tut.
Die Dosis macht das Gift, und bei Alkohol z. B. auch, wie man es nutzt.
Das Glas Wein mit Genuss? Gerne. Oder das Radler, den Sprizz,... Und dann ist man trotzdem nach dem Tenor hier an der Schwelle zur/zum Alkoholiker*in?

Und ich fahre nicht Auto, wenn ich Alkohol trinke, bestimmte Medikamente nehme, müde bin... Denn es gibt noch mehr Faktoren, wann es verantwortungslos ist, Auto zu fahren.

Denn DAS war das Thema - der Mann hat durch verantwortungsloses Verhalten jemanden getötet (übrigens kein Mord), und er riskiert es weiterhin.

Die Frage war, ob man mit einem verantwortungslosem Mann eine Familie gründen sollte. Sollte man nicht.
Wenn man es aus Liebe trotzdem tut, dann sollte man, auch wenn man Frau ist, besonders darauf achten, selbstständig und unabhängig zu bleiben, eigener Beruf, eigenes Einkommen, und die Bereitschaft ggf. Alleinerziehend zu werden.
Nicht unweiblich, dafür vernünftig und eigenverantwortlich.
Und ich finde grundsätzlich, jede Frau sollte auf eigenen Füßen stehen können. Auch wenn es anders so bequem ist.
Zudem ist es heute ja möglich, dass beide Elternzeit nehmen - ein gutes Modell für die Kinder, wenn beide sich kümmern, was aber nur geht, wenn beide einen vernünftigen Job haben.

Nun, die FS ist es zum Glück.

W, 51
 
  • #58
Für mich hört es sich eher idealistisch an. Alkoholismus existiert in sehr kultivierten und reflektierten Kreisen. Viele Kulturschaffende sind betroffen
Ideale sind nicht zum Erreichen, sondern Danach-Streben gedacht. Ich habe, als ich von Vernunft und Selbstreflexion gesprochen habe, auf keinen Fall Bildung und Kultiviertheit oder eine bestimmte gesellschaftliche Schicht gemeint. Jeder, der wider besseres Wissen handelt, ist in meinen Augen unvernünftig und widersprüchlich, ich auch manchmal. Es ist verzeihlich, aber trotzdem objektiv unvernünftig. Ich wollte schon immer möglichst vernünftig und gut handeln und hinterfrage permanent meine eigene Unvernunft. Ich nenne das Selbstreflexion.
Aber ob dir da so egal ist... Du hättest es wohl nicht so betont, wenn ja :)
Das war nur, weil ich selbst gemerkt habe, dass es eingebildet rüberkommen könnte. Das finde ich eigentlich nicht schön, aber ich stehe zu meiner Meinung.
Würde mich sehr wundern, wenn dich das nicht geprägt hätte.
Tatsächlich empfand ich den selbstverschuldeten Tod meines Onkels nicht als individuell besonders "prägend", ich habe sehr viele Menschen sterben sehen, an ganz verschiedenen Sachen.

Tut mir leid, wenn sich wer angegriffen gefühlt hat, ich liefere nur, wenn ich eine ausgeprägte Meinung habe, gerne Hintergrundinformationen zu ihrem Zustandekommen. Es stört mich nicht groß, wenn Leute neben mir trinken, rauchen oder sonst was, nur wenn sie mir was bedeuten, sage ich mal was dazu.

Natürlich gibt es Erklärungen für Süchte etc.. Ich verurteile auch nicht den Mann der FS, heiße sein Verhalten und seine Schwächen zwar nicht gut, finde das aber verzeihlich, jeder macht Fehler, manche sehr große.

Aber das hier finde ich unfassbar anstrengend und eigentlich am problematischsten:
Inwiefern er selber nun zu diesem Unfall steht oder sich bewusst damit befasst kann ich schlecht sagen, da er über tiefe Gefühle wenig spricht.
Das meine ich mit Unreflektiertheit. Wenn jemand oder sogar die geliebte Freundin sagt: "Hey, du hast da besoffen jemanden umgefahren, ich mache mir Sorgen deswegen, wäre es nicht besser, wenn du deinen Lebensstil änderst?",
WIE kann man das ignorieren und nicht sich selbst hinterfragen und Konsequenzen ziehen? Bei so jemandem hätte ich permanent das frustrierende Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, an solchen Menschen verzweifle ich und werde aggressiv. Will man so jemanden zum Partner?
So genug von mir zum Thread - ich wünsche der FS alles Gute - und dir auch Innana* - nimms mir nicht übel.
Kein Problem, Kritik ist nichts anderes als Unterscheidung und immer willkommen.
 
  • #59
Ich würde die Finger von ihm lassen. Er kann selbst dann nicht auf Alkohol verzichten wenn er fährt. Ich weiß natürlich nicht wieviel er trinkt. Kann es sein, dass er Alkoholiker ist. Aus der Ferne kann man das schlecht beurteilen. Meiner Meinung nach sollte beim Straßenverkehr Alkohol komplett tabu sein. Ich wäre sogar für die Null komma Null Promille Grenze. Wahrscheinlich denkt da mancher es wäre übertrieben. Ich bleibe aber bei meiner Meinung.

Ich finde es jetzt nicht so schlimm wenn man mal einen über den Durst trinkt. Das hat bestimmt jeder von uns schon mal gemacht. Aber so wie du schreibst macht er das jedes Mal und fährt dazu auch noch. Er hat nicht mal von seinem schweren Unfall dazu gelernt. Ich hätte mich da schon längst getrennt.
 
  • #60
Uih, vermutlich sein lassen, andererseits kann man das zu seinen Jugendsünden zählen.
Sorry das sind mitnichten Jugendsünden. Jemand der unter Alkoholeinfluss einen tödlichen Unfall verursacht hat und dann immer noch betrunken fährt ist aldo wirklich keine Jugendsünden. Das wäre vielleicht wenn er mal richtig besoffen gewesen wäre und nicht am Straßenverkehr teilgenommen hätte.