• #1

Partner mit schwieriger Vergangenheit - Familienplanung sinnvoll?

Hallo zusammen,

nach langem stillen Mitlesen brauche ich nun doch mal Rat.
Ich (27) bin mit meinem Partner (30) seit 5 Jahren zusammen, habe jedoch Zweifel an der Beziehung.

Vor 7 Jahren verursachte mein Freund während einer Trunkenheitsfahrt einen Unfall mit Todesfolge, was absolut furchtbar war. Er bekam seine entsprechende Strafe und hat(so dachte ich) aus der Sache gelernt. Leider kam er vor einigen Jahren wieder betrunken nach Hause gefahren, obwohl ich ihn hätte holen können. Er sagte mir, ein Kumpel habe ihn gebracht. Ich habe ihm deutlich gesagt, dass ich die Polizei rufen werde, sollte ich mitbekommen, dass er das nochmal macht, zumal unsere Beziehung dann auch vorbei sein wird. Er zeigte auch Einsicht (dachte ich). Nun habe ich von einer Freundin erfahren, dass er vor einem halben Jahr nach einem Abend mit seinem Bruder in der Kneipe zu diesem nach Hause gefahren ist, allerdings mit dem Mofa. Es ist nicht weit, aber dennoch m.E. nach nicht zu rechtfertigen. Er hätte ja auch schieben können, hat sich jedoch mitreißen lassen. Das Ganze wurde mir gegenüber bewusst verschwiegen.
Ein weiterer Punkt sind Schulden von früher im fünfstelligen Bereich, wovon einige dem Unfall zuzuordnen ist, ein großer Teil jedoch auch Elektrogeräten etc., er hat eben über seine Verhältnisse gelebt. Die Schulden zahlt er ab, da gibt es auch keine Probleme, allerdings könnte er das m.M.n. in größeren Schritten machen. Nach wie vor gibt er viel Geld für Dinge aus, die nicht notwendig sind und legt wenig bis gar nichts zur Seite. Wenn es nach ihm ginge, hätten wir schon Kinder. Ich möchte aber, dass er erst die Altlasten los wird.

Langsam kommt aber meinerseits auch der Kinderwunsch. In Bezug auf meinen Partner macht mir das Bauchschmerzen, da ich Angst habe, dass er wieder Mist baut oder sich finanziell verzettelt und ich alleine dastehe oder er mich mit runter reißt. Er hat eben diese zwei Gesichter. Auf der einen Seite ist er lieb, aufmerksam, steht hinter mir, ist der hilfsbereiteste Mensch den ich kenne. Wenn ich ihn mit seiner Nichte sehe, geht mir wirklich das Herz auf. Wer seine Vorgeschichte nicht kennt, glaubt sie oftmals gar nicht. Auf der anderen Seite ist er dann eben unglaublich unkontrolliert (s. betrunkenes Fahren + Umgang mit Geld). Ich habe vorgeschlagen, dass er sich professionelle Hilfe holt, um herauszufinden, warum er so handelt und wie er mit seinen Impulsen umgehen kann. Ich würde eine Therapie auch finanziell unterstützen. Er hält jedoch nichts davon und befasst sich auch nicht weiter mit seinen Problemen.
Mein Verstand sagt mir, dass das nur Ärger gibt, mein Herz sieht das aber anders. Hinzu kommt natürlich auch der Gedanke, dass ich mit 27 nicht unbedingt wieder von vorne anfangen möchte und Angst habe, nicht mehr rechtzeitig einen passenderen Partner zu finden. Ich weiß nicht, inwiefern mich das unterbewusst beeinflusst.

Würdet ihr so jemandem in Bezug auf Familienplanung eine Chance geben oder es lieber sein lassen?
 
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  • #2
Ich fasse es kurz zusammen:

Dein Partner hat ein Leben beendet durch seine Trinkerei und er fährt erneut betrunken Auto bzw. Mofa?

Da ist für mich Feierabend, egal auf welcher Ebene!
 
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  • #3
Eine schwierige Entscheidung. Für mich wären massive Schulden, unterschiedlicher Umgang mit Geld und eine gewisse Verantwortungslosigkeit Gründe, mit jemandem keine Kinder in die Welt zu setzen.
Du bist 27, das ist kein schlechtes Alter, um einen anderen Partner zu suchen, mit dem Du Deine Ziele verwirklichen kannst.
 
  • #4
Langsam kommt aber meinerseits auch der Kinderwunsch. In Bezug auf meinen Partner macht mir das Bauchschmerzen, da ich Angst habe, dass er wieder Mist baut oder sich finanziell verzettelt und ich alleine dastehe oder er mich mit runter reißt.
Liebe FS,
Deine Sorgen sind absolut berechtigt bei einem Mann wie ihm. Der kommt nie aus den Problemen raus, weil ihm das geistige und charakterliche Rüstzeug dafür fehlt. Und ja, er reißt Dich runter mit seinem Lifestyle.

Warum kaspert eine junge Frau mit Familienwunsch sich seit 5 Jahren mit so einem charakterlichen Totalausfall ab?
- Er verursacht besoffen einen Unfall und lernt nichts draus, säuft weiter und fährt besoffen weiter.
- Er zahlt seine Schulden nicht zackig zurück, sondern gemütlich langsam, weil es ja noch so viel zu konsumieren gibt. Was glaubst Du, in wieviel Jahren er damit fertig ist? Und dann hat er seine Impulskontrolle immer noch nicht im Griff.
Der Mann ist mittlerweile 30, der ändert sich nicht mehr, weil er ja auch so tumb ist, dass er nichts ändert, nachdem er jemanden totgefahren hat.

Wenn es nach ihm ginge, hätten wir schon Kinder.
Das wundert mich jetzt nicht, siehe oben "Impulskontrollstörung". Der Mann will alles, nur für nichts die Verantwortung übernehmen.
Über ein Kind lässt sich eine Frau gut binden, denn seien wir mal ehrlich: so schnell findet er keien andere. Keine vernünftige Frau lässt sich mit so einem Mann ein, wenn sie eine gemiensame Zukunft will.

Ich würde eine Therapie auch finanziell unterstützen
Hör auf, Dir einen Mann zu kaufen. Der Typ hat eine Macke und da zahlt die Krankenkasse.

Er hält jedoch nichts davon und befasst sich auch nicht weiter mit seinen Problemen.
Damit ist klar, dass er sich nicht ändern will und ich wäre raus.

Hinzu kommt natürlich auch der Gedanke, dass ich mit 27 nicht unbedingt wieder von vorne anfangen möchte und Angst habe, nicht mehr rechtzeitig einen passenderen Partner zu finden.
Trenn Dich noch heute, das erhöht Deine Chancen. Angst ist ein schlechter Berater für Lebensentscheidungen. Du hast Angst
- Dich zu trennen, weil Du keinen anderen findest
- mit ihm eine Familie zu gründen und in seinem Sumpf unterzugehen
Nimm Dein Geld und mach selber eine Anti-Angst-Therapie.

Würdet ihr so jemandem in Bezug auf Familienplanung eine Chance geben oder es lieber sein lassen?
Definitiv würde ich ihm keine weitere Chance geben und es lassen. Chanccen gibst Du ihm doch schon seit Jahren ohne dass sich was ändert und hast Dich so in die Verpasssungsangst manövriert.
 
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  • #5
Sein lassen!!!

Ich rate normalerweise nicht so schnell und eindeutig von einer Beziehung ab, aber hier hab ich richtig Bauchschmerzen beim Lesen deines Textes bekommen.

Jemand, der einen tödlichen Unfall verschuldet und dennoch wiederholt betrunken fährt (ich bin wirklich fassungslos!), ist denkbar weit entfernt von Reue, Einsicht und verantwortungsvollem Verhalten. Auch, dass er nichts von professioneller Aufarbeitung und Impulskontrolle lernen hält, ist kein gutes Zeichen. Und dann noch das Lügen und Verschweigen...

Da kann er gute Seiten haben, soviele er will; für mich sind das alles so schwerwiegende, tiefrote Warnsignale, dass sie nicht zu übersehen sind. Sie deuten auf einen unkontrollierbaren, gefährlichen Mann hin, den man nicht zum Vater seiner Kinder machen sollte. Zumindest, solange er sich nicht mit seiner dunklen Seite auseinandersetzen und sich von Grund auf ändern will. Aber auch dann wäre mir persönlich das Risiko noch zu groß...

Die Schulden und der zweifelhafte Umgang mit Geld sind ein weiteres schlechtes Zeichen. Du hast Recht damit, ihn diese Altlasten erst loswerden zu lassen, bevor an Familienplanung überhaupt zu denken ist. Aber die Gefahr ist groß, dass er seinen Umgang mit Geld auch dann nicht großartig ändert bzw. ändern kann. Lies mal den jüngsten Thread von @Blume94 über Geldangelegenheiten in der Ehe; dergleichen könnte dir auch blühen.

Mit 27 bist du im besten Alter, entspannt einen geeigneten Partner finden und auch noch ein paar Jahre kennenlernen zu können, bevor die biologische Uhr zu ticken beginnt. Bedenke auch, dass es gegebenenfalls genauso lange dauern könnte, bis dein Partner seine restlichen Schulden losgeworden ist (kommt drauf an, wie hoch die noch sind?). Also lass vermeintlichen Zeitdruck, den du wirklich noch nicht hast, bitte nicht zum entscheidenden Faktor werden... und höre auf deinen Kopf und dein Bauchgefühl.

W, 27
 
  • #6
Mit deinem Freund würde ich keine Ehe eingehen wollen und schon gar keine Kinder bekommen - es sei denn ich kann diese Kinder selbst finanziell unterhalten. Trotzdem.... sein Verhalten im Zusammenhang mit den Finanzen ist Ausschlussgrund genug. Und eine Therapie wird auch nichts nutzen, weil der Mann sich nicht mit seinen Problemen befassen WILL und wiederholt (!) keine Einsicht zeigt. Der Ofen wäre dann für mich aus.

Wenn du Ehe und Kinder willst, dann ist er nicht der richtige Mann dafür. Für eine normale Beziehung ist er vl toll, aber nicht für Ehe und Kinder. Dein Kopf gibt dir schon Warnsignale, dass es mit so einem Mann nicht gut funktionieren wird. Bitte höre darauf! Und vor allem: Hab keine Angst davor, dass du nicht den passenderen Partner finden könntest. Du solltest viel mehr Angst davor haben, was eine Ehe und Kinder mit deinem gegenwärtigen Partner bedeuten würde. - nämlich Schulden, für die du mithaften könntest, und einen unzuverlässigen Partner. Das ist nichts brauchbares.
 
  • #7
Uih, vermutlich sein lassen, andererseits kann man das zu seinen Jugendsünden zählen.

Ich habe das Gefühl er lehnt sich bei dir an, du bist sein Anker, kann das sein? Auch finanziell?

Du klingst sehr besonnen, du wirst die richtige Entscheidung treffen! Rat kann ich dir nicht geben, er hat viele positive Seiten, andererseits kenne ich auch Männer die sich komplett verändert haben als dann plötzlich Verantwortung zu leben ist mit einem Baby, Kleinkind, die Nichte gibt er ja wieder ab...

Nicht leicht, alles Gute!
 
  • #8
Meine Erfahrungen sagen mir, lass die Finger von ihm, trenne dich, mit 27 hast du noch genügend Zeit und brauchst dir gar keine unnötigen negativen Gedanken machen, dass du keinen passenden Mann mehr finden wirst, ich sehe keine Chancen mit ihm für eine gute Zukunft, vermutlich wirst du bald dann alleinerziehend sein müssen, das kann nicht dein Ziel sein! Da er von sich aus nicht einsieht eine Therapie zu machen, du sogar noch bereit bist, diese zu bezahlen, ist doch die Bestätigung eindeutig, dass es mit ihm nicht geht!
 
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  • #9
Hallo,

Ich muss ehrlich sagen dass ich deinen Beitrag gar nicht zu Ende gelesen habe und doch muss ich einen Kommentar da lassen.
Ich habe so etwas in meiner Kindheit mit meinem Vater erlebt, zum Glück ohne Unfall, aber ständiges Fahren unter Alkoholeinfluss und kann dir sagen, dass er nicht daraus gelernt hat. Die daraus resultierenden Eheprobleme haben wir natürlich mitbekommen und ich habe einen großen Schaden davon getragen. So wie sich das anhört hat dein Freund wohl ein Alkoholproblem. Eine Familie würde ich daher mit einem solchen Mann nicht gründen....
 
  • #10
Ich würde mit ihm keine Familie gründen wollen. Die Chancen, dass er zu einem verantwortungsvollen Vater mutiert, der über genügend Impulskontrolle verfügt, um nicht das Geld zum Fenster rauszuwerfen und besoffen irgendein Fahrzeug zu bewegen, ist m. E. gering.

Jeder hat eine zweite Chance verdient, das stimmt. Es gibt Menschen, die rühren nach einem solchen Delikt nie wieder einen Tropfen Alkohol an. Deiner trinkt ungerührt weiter und fährt dann auch noch.

Warum hast du Angst, mit 27 niemanden mehr zu finden? Und warum hörst du erst jetzt auf dein schlechtes Bauchgefühl, wenn du schon immer Kinder wolltest?
 
  • #11
Ich bin in einem kleinen Ort in den Bergen aufgewachsen - da war es völlig normal, stockbesoffen von der Kneipe nach Hause zu fahren. Es grenzt an ein Wunder, dass nie etwas passiert ist - trotzdem könnte ich heute ebenfalls eine derartige Schuld auf mich geladen haben.

Allerdings hätte ich daraus gelernt und das ist auch der Vorwurf, den er sich auf jeden Fall machen lassen muss. Ein Leben beendet zu haben und trotzdem weiterhin besoffen motorisiert unterwegs zu sein, ist lernresistent und verantwortungslos. Bei mir wäre hier Schluss.

Seine finanzielle Situation ist selbstverschuldet. Dir ist klar, dass du mit Kind evtl finanziell auf ihn angewiesen bist? Deinem Eingangspost entnehme ich, dass du diesbezüglich eher unsicher bist. Wäre ich auch.

Zusammengefasst hast du also zwei Punkte, von denen der erste für sich gesehen schon ein KO-Kriterium ist. Über die Finanzseite würde ich mir da nicht mehr so viele Gedanken machen.
 
  • #12
Er hat keine schwierige Vergangenheit, sondern eine schwierige Gegenwart.

Der Unfall, tragisch - hätte er dafür gelernt, Konsequenzen gezogen, ok.

Aber was tut er? Er macht so weiter. Er macht Schulden, zahlt nicht richtig ab.
Es wird immer so weiter gehen - Alkohol und Finanzen.

Ich würde Klartext reden, die letzte Chance zu einer grundlegenden Änderung.
Und ansonsten meine Konsequenz ziehen.

Allerdings denke ich, Du versuchst es schon so lange, redest, bittest... Es tut sich nichts.

Ich hätte ihm schon nicht so lange eine Chance gegeben.

W, 51
 
  • #13
Hallo Lelest,

gut, dass du dich mit deinen Zweifeln aus dem stillen Kämmerlein wagst und das ganze mal von außen beleuchtest. Kinder in einem Beziehungsgefüge groß zu ziehen, in dem das Verhältnis zum Alkohol problematisch bis krankhaft ist, ist absolut unverantwortlich, deshalb warte unbedingt - gewinne Abstand, werde ersteinmal klar und wache weiterhin richtig auf bzw. schau noch genauer hin, was bei euch los ist.

Kinder in einem alkoholkranken Elternhaus leiden massiv, deshalb riskiere nichts, sondern löse die Probleme, bevor du schwanger wirst. Vielleicht bedeutet das auch Lösung von diesem Mann. Möglicherweise hat er die Beziehung mit dem Alkohol und nicht wirklich mit dir. Er wird dies leugnen und du dir selbst diesbezüglich unsicher sein (deshalb schreibst du ja hier). Du solltest deshalb in Erwägung ziehen, dir selbst professionellen Rat zu suchen, anstatt nur ihn zur Therapie zu motivieren.

Kinder leiden vor allem dann, wenn Eltern (emotional) nicht verlässlich sind. Und dass er das nicht ist, weißt du, und schreibst du. Du liebst die gute Seite und erträgst die schlechte - und solltest dich fragen, zu welchem Preis. Der Preis dürfen aber niemals die Kinder sein. Kinder, deren Psyche sich erst noch entfalten muss, kommen mit emotionaler Unstetigkeit nicht klar - der Wechsel von Dr Jekyll zu Mr Hyde ist so belastend für sie, dass sie unweigerlich Schaden nehmen würden.

Dein ganzer Post liest sich so, als würde dein Denken sehr um seine Probleme kreisen, Geld, Alkohol, Unfall - und du die seinen zu deinen eigenen machen. Das ist sehr typisch für Menschen, die Beziehungen mit alkoholkranken Menschen eingehen. Und typisch ist auch, dass sie ein geringes Selbstwertgefühl haben, es aber dann ein wenig über den Partner aufwerten. Du merkst gar nicht, dass du mit 27 noch sehr jung bist - du trägst einen alten Kopf auf jungen Schultern, wozu auch gehört, dass du dir die Lösung von Problemen aufbürdest, die nicht die deinen sind - als wäre dein Partner dein Kind.

Warum solltest du nicht mit 27 noch jemanden finden - warum traust du dir das nicht zu? Diese Frage solltest du klären, bevor Kinder kommen.
 
  • #14
Warum kaspert eine junge Frau mit Familienwunsch sich seit 5 Jahren mit so einem charakterlichen Totalausfall ab?
- Er verursacht besoffen einen Unfall und lernt nichts draus, säuft weiter und fährt besoffen weiter.
- Er zahlt seine Schulden nicht zackig zurück, sondern gemütlich langsam, weil es ja noch so viel zu konsumieren gibt. Was glaubst Du, in wieviel Jahren er damit fertig ist? Und dann hat er seine Impulskontrolle immer noch nicht im Griff.
Der Mann ist mittlerweile 30, der ändert sich nicht mehr, weil er ja auch so tumb ist, dass er nichts ändert, nachdem er jemanden totgefahren hat.
Ja. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
Vor allem, dass jemand so verantwortungslos ist, WIEDER betrunken zu fahren, wenn er damit schon ein Menschenleben auf dem Gewissen hat, da würde ich doch sehr am Charakter zweifeln. Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der das überhaupt machen würde, mein Freund auf gar keinen Fall. Dazu die Schulden, ohne wirkliche Einsicht.
27 ist noch jung, da kannst du auf jeden Fall noch einmal Single sein; aber unabhängig vom Alter würde ich mit so jemandem keine Kinder haben wollen und dann lieber keine Kinder als "egal, dann nehm ich halt den unverantwortlichen Totalausfall", weil es sonst nicht mehr passiert - fällt mir ohne krassen Kinderwunsch aber natürlich leicht. Aber ich würde nicht wollen, dass meine Kinder so einen Vater haben. Wenn das die Familie des getöteten Menschen wüsste; das möchte ich mir gar nicht ausmalen. Sowas macht mich wirklich wütend.
w, 37
 
  • #15
Genau solch zwei Gesichter hatte mein Ex-Mann auch, wobei er es sehr viel besser unter Kontrolle hatte. Ich bekam seine wirklich sehr dunkle Seite während langer Jahre der Beziehung nur zwei Mal kurz zu Gesicht und redete mir ein, das sei doch nur wegen Stress gewesen und er sei eigentlich nicht so.

Nein. Als die Belastungen los gingen (Kinder, Selbständigkeit etc), ging es richtig los und es war die Hölle - ähnlich wie bei den Warnsignalen, aber viel, viel schlimmer.

Ich bitte Dich sehr, mach Dich nicht unglücklich. Menschen ändern sich kaum und wenn, dann nur wenn sie es wirklich intensiv wollen und sehr hart an sich arbeiten.

Geh. Du kannst noch sehr gut einen neuen Partner finden - und dann nimm bitte dringend solche Warnsignale ernst, sehr ernst.
 
  • #16
Auf der anderen Seite ist er dann eben unglaublich unkontrolliert (s. betrunkenes Fahren + Umgang mit Geld). Ich habe vorgeschlagen, dass er sich professionelle Hilfe holt, um herauszufinden, warum er so handelt und wie er mit seinen Impulsen umgehen kann. Ich würde eine Therapie auch finanziell unterstützen. Er hält jedoch nichts davon und befasst sich auch nicht weiter mit seinen Problemen.
Er ist offenbar ein verantwortungsloser, uneinsichtiger Alkoholiker und Schuldner dem jede Selbstreflektion und Änderungsbereitschaft JETZT, in naher ZUKUNFT und nicht nur seiner Vergangenheit fehlt.

Statt mir Gedanken über eine Familiengründung mit ihm würde ich mir Gedanken über, das verlassen meiner eigenen Komfortzone mache und daher den Austieg aus dieser Beziehung systematisch und heimlich planen und dann auch für ihn überraschend durchziehen.

Ohne, dass dieser Mann sicher trocken und völlig schuldenfrei ist würde ich mich auf keinerlei Diskussionen einlassen.

Zwischenzeitlich hätte ich aber wahrscheinlich eine neue Beziehung.
 
  • #17
Du bist genauso inkonsequent wie er. Beteuerst, dass der Ofen aus wäre, wenn er betrunken Auto fährt und du die Polizei rufst, er macht es mehrmals und was machst du?? Du planst auch noch, ihn finanziell bei der Therapie zu unterstützen?? Kinder zu zeugen?? Sorry, solange er solche treudoofe Frauen findet wie dich, wird er null Einsicht zeigen, hätte ich auch nicht. Wozu, wenn es auch so funktioniert.
Also, spätestens, wo er wieder Alkohol trinkt, nicht Auto besoffen fährt, hätte ich Schluss gemacht, und ihn definitiv bei der Polizei angezeigt, wenn ich es rausfinden würde. Also seine Schulden sind dein kleinstes Problem!!
 
  • #18
Mein Verstand sagt mir, dass das nur Ärger gibt, mein Herz sieht das aber anders. Hinzu kommt natürlich auch der Gedanke, dass ich mit 27 nicht unbedingt wieder von vorne anfangen möchte und Angst habe, nicht mehr rechtzeitig einen passenderen Partner zu finden. Ich weiß nicht, inwiefern mich das unterbewusst beeinflusst.
Oh man, was ist denn mit den jungen Frauen los heutzutage??? Liebe FS Du bist im besten(!) Alter jemanden zu finden, mit dem Du Familie mit Kindern verwirklichen kannst. Du kannst auch locker und entspannt ein paar Jahre suchen. Man muss sich doch auch nicht jahrelang an einem Mann mit solchen Problemen wie dein Freund abarbeiten.
Vielleicht solltest Du auch lieber selbst zum Psychologen gehen und vor allem an deinem Selbstwert und auch daran arbeiten wieso Du die Retterin spielen möchtest: dieser Mann wird sich vermutlich nie ändern.
Ich wünsche Dir alles gute.

W, 33
 
  • #20
Machen wir uns nichts vor: du hast da ein unreifes Bürschchen an der Backe. Er benimmt sich wie ein uneinsichtiger Pubertierender, aber nicht wie ein erwachsener Mann.
Ich für meinen Teil bevorzuge Männer als Beziehungspartner und keine Quarknasen.
Wie siehts bei dir aus?
 
  • #21
Also, spätestens, wo er wieder Alkohol trinkt, nicht Auto besoffen fährt, hätte ich Schluss gemacht,
@realwoman

So wie du es darstellst hast du den Überblick und stehst über den Dingen und es wäre dir nie passiert, weil du ja Schluss gemacht hättest. Schreib lieber wie es war, so wie in anderen Threads auch, dass der Vater deiner Kinder Trinker ist, du lange sehenden Auges in der Beziehung verharrt bist und was das mit deinen Kindern gemacht hat! Ich glaub, dass das ihr das mehr hilft zu sehen, wie sie Dinge noch schlimmer machen kann, wenn sie bleibt.

FS,

Du siehst die Probleme klar. Und trotzdem verharrst Du. Das ist ein Problem und dein Anteil an der Misere. Dass dies bei manchen Schreibern Entsetzen auslöst, ist hoffentlich heilsam für dich. Es gibt einige Frauen im Forum, die solche Strukturen kennen (mich eingeschlossen) - entweder aus der Kindheit oder aus romantischen Beziehungen oder manchmal aus beidem.

Wenn du trotz massiver Probleme in einer Beziehung bleibst und auf Veränderung hoffst, die nie eintritt, bist du selbst abhängig - nämlich von der Beziehung.

Du hast 2 Möglichkeiten: gehen oder bleiben. Für beides brauchst du m. E. Unterstützung (nicht nur er), denn es ist dir seit 5 Jahren nicht gelungen eine gesunde Beziehung zu führen. Eine*n Alkoholiker*in zu verlassen ist mitunter so schwer, wie trocken zu werden /zu bleiben. Das solltest du wissen - aber sobald du das Problem durchschaut hast, ist die Prognose für dich gut.
 
  • #22
Aber woher nimmst du (bzw die anderen hier) die Info, dass er Alkoholiker ist? Das hat die TE nirgendwo geschrieben und ich denke, dass man das bei all den schlechten Eigenschaften, die er hat, trotzdem nicht einfach dazu dichten braucht.
Falls du meinen Beitrag meinst: ich gehe nicht davon aus, dass er Alkoholiker IST, das kann ich nicht wissen - aber es deutet vieles darauf hin. U. a. die Tatsache, dass er nach einer solchen Tragödie, wie er sie erlebt und verantwortet hat, es nicht schafft, das Auto stehen zu lassen. Auch der Satz, er habe zwei Seiten deutet darauf hin.

Wichtig für die Lösung des Problems wäre es für die FS, erst einmal den Gedanken zuzulassen, dass es ein Suchtproblem sein könnte, gegen das sie ankämpft.

Ein Suchtproblem kann nicht sie lösen, sondern nur er. Gleichzeitig kann sie, wenn sie das Suchtproblem übersehen hat, anfangen, sich mit ihren eigenen Suchtstrukturen zu befassen. Erst das wird ihr gesunde Beziehungen ermöglichen.

Wenn ich mich irren sollte, ist ja alles okay. Mir geht es nicht um "andichten", sondern darum aufzuwecken. Wer mit Alkoholikern zusammen ist, macht oft die Augen zu. Sie ist sehr jung mit ihm zusammen gekommen, mir ist es im gleichen Alter passiert, dass ich mich auf einen alkoholkranken Mann eingelassen habe - und ich wünschte, mich hätte damals bereits jemand geschüttelt. Ob ich hingehört hätte, ist eine andere Frage!
 
  • #23
Ich würde mit ihm keine Familie gründen. Wenn man Kinder in die Welt setzt, ist der Stresspegel im Normalfall deutlich höher als ohne Kinder und es können oft unvorhersehbare Dinge kommen. Zeit, die man in Hausarbeit investiert, steigt um ein Vielfaches und es ist trotzdem weniger ordentlich als früher.
Ich bin dankbar für mein Kind (7) und würde mich auch wieder dafür entscheiden. Trotzdem sehe ich die enormen Unterschiede, wenn ich mein Leben mit früher vergleiche (obwohl mein Kind viel Zeit mit Papa und Oma verbringt). Menschen wie dein Partner haben so viel mit sich selbst zu tun, dass sie noch viel mehr überfordert mit Kind wären, was für keinen der Beteiligten gut ist. w,34
 
  • #24
Ich könnte so einen Mann nicht lieben, es tut mir leid... Er hat einem Menschen das Leben genommen, weil er mit Alkohol gefahren ist. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dieser Mensch hatte Angehörige und Freunde und hat eine nicht zu füllende Lücke und schmerzhafte Narbe hinterlassen... Ich erwarte von Diesen Menschen dieser Art, dass sie in eine tiefe Krise fallen, nicht aus dem Bett kommen, sich jeden Moment schuldig fühlen, dass ihr Leben bis auf weiteres überschattet ist. Aber gewiss nicht, dass sie erneut dasselbe Risiko eingehen. Leider hat die Strafe bei Deinem Freund auch nicht Einsicht erzeugt. Bei einem hehren Charakter hätte es nicht mal einer Strafe bedurft. Jeder Normale gerät in eine tiefe Depression, wenn er ein Menschenleben auf dem Gewissen hat. Ich könnte das alles einfach nicht... Mit dem Auto kann immer was passieren, aber ob man betrunken fährt oder nicht, das kann man steuern. So ein Mann würde auch seine Kinder ins Auto packen und besoffen los düsen.

Ganz komisch finde ich auch von Dir,dass Du mit 27 Dich an solch einen Typ binden willst, einzig aus Angst keine Kinder bekommen zu können. Mit dem Typen hast du bereits ein Kind. Außerdem muss man nicht jeden Traum um jeden Preis erfüllen...Ich habe meinen Traummann erst mit Ende 31 getroffen! Wenn das nicht gekommen wäre, wäre ich testetest traurig gewesen, hätte das Schicksal aber angenommen und mich in anderen Bereichen dafür stärker verwirklicht.

w32
 
  • #25
Hier mal ein förderliches Beispiel:

5 Jahre Beziehung mit Mann, der ein psychische Probleme hat und diese Probleme immer mehr zu meinen wurden (wie bei dir)
Nach diesen 5 Jahren habe ich mich gelöst, 2 Wochen(!) später den Mann getroffen, den ich nächstes Jahr nach 2 Jahren Beziehung heirate.

Nach der Hochzeit legen wir direkt mit dem Kinderkriegen los.

Ich werde 32.
Es ist nie zu spät, um sich nicht mit einem geistigen Totalausfall als Vaterfigur begnügen zu müssen. Vor allem mit 27.
 
  • #26
Letztendlich musst du wissen, ob du mit ihm zusammen sein möchtest. Du bist ja schon seit einigen Jahren in einer Beziehung mit ihm, so dass du eigentlich deine Frage am besten selbst beantworten kannst.
Womit du aber rechnen musst, wenn du mit ihm zusammen bleibst:
Du wirst die Ehefrau eines Mannes, der schon einmal straffällig war und den die Strafe nicht zu einer Verhaltensänderung gebracht hat. Und genau darin liegt das Problem. Also ist weitere Ärger zu erwarten. Es ist damit zu rechnen, dass er weiterhin unerlaubte Dinge tut. Und diese haben neben dem Strafrechtlichen auch immer finanzielle Konsequenzen.
Die Resozialisierungshelfer sehen eine Familiengründung gerne. Das soll von weiteren Straftaten abhalten. Oft klappt das, aber auch bei ihm?
Möchtest du eine solche Ehefrau sein? Das wird ein sehr entbehrungsreiches Leben, nicht nur finanziell. Den Kindern werden keine guten Startbedingungen geboten. Wenn er sein impulsives Verhalten nicht in den Griff bekommt, werden du und die Kinder ständig darunter leiden müssen. Wenn das noch zusammenkommt mit dem Stress, den kleine Kinder nun mal bedeuten und dazu noch die jahrelangen finanziellen Engpässe an der absoluten Untergrenze, sind die Aussichten ziemlich trübe.
Die zweite Baustelle ist, dass er scheinbar Geld für Dinge ausgibt, die unnötig sind und die er sich nicht leisten kann. Es sind ja schon massenhaft Schulden da.
Und da willst du noch finanziell reinbuttern, um ihm eine Therapie zu bezahlen? Da sollte er sich zu allererst selber drum kümmern und die Verantwortung übernehmen, bevor andere Pläne gemacht werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #27
Neben dem finanziell unsteten Leben und der Gefahr für andere wäre mir die Gefahr für meine Kinder zu groß.
Irgendwann wird garantiert dieses eine Mal kommen, wo er Alkohol getrunken hat und, aus welchem Grund auch immer, eure Kinder fahren muss. "Ach, sch* egal. Geht schon." Und schwupps sitzt er besoffen im Auto, während eure Kinder drin sind. Wie das ausgeht weiß man nicht, aber ich bete für deine Kinder, dass sie heil nach Hause kommen.
Besser daher, du setzt erst gar keine Kinder mit ihm in die Welt. Er ist nicht in der Lage, die Verantwortung für ein anderes Menschenleben zu übernehmen.
Mit 27 hast du noch massig Zeit, den passenden Partner zu finden. Ich habe meinen mit 32 kennengelernt.

W35
 
  • #28
Für mich wäre das schon längst das Ende der Beziehung. Er hat überhaupt kein verantwortungsbewusst. Durch ihn kam ein Mensch ums Leben und er trinkt weiter? An seiner Stelle hätte ich ab diesem Zeitpunkt mit dem Trinken sofort aufgehört.
Das mit den Schulden ist keine Basis für eure Zukunft. Er scheint mir eher ein Kind zu sein und kein Mann, mit dem Frau Kinder will.
Es ist schwer, das verstehe ich...Aber ich sehe da schwarz für die Zukunft.
Du bist noch jung....mach dir keinen Stress. Ich hab mit 42 nochmal neu angefangen. Das geht alles!
 
  • #29
Eine schwierige Entscheidung. Für mich wären massive Schulden, unterschiedlicher Umgang mit Geld und eine gewisse Verantwortungslosigkeit Gründe, mit jemandem keine Kinder in die Welt zu setzen.
Du bist 27, das ist kein schlechtes Alter, um einen anderen Partner zu suchen, mit dem Du Deine Ziele verwirklichen kannst.
Das bringt perfekt auf den Punkt, was ich auch dazu gesagt hätte.

Der Tenor hier ist eindeutig und bestätigt dich sicher in deinem Gefühl.
Wenn du eine Familie möchtest, suche einen Partner, der zu dir passt. Der deine Werte teilt, ähnliche Ziele hat und nimm nicht mit Kompromissen vorlieb, aus Angst nicht mehr den richtigen zu finden.
Alles Gute!
 
  • #30
Ich erwarte von Diesen Menschen dieser Art, dass sie in eine tiefe Krise fallen, nicht aus dem Bett kommen, sich jeden Moment schuldig fühlen, dass ihr Leben bis auf weiteres überschattet ist.
Ich nicht. Ich erwarte, dass sie aus den Fehlern lernen. Es nützt niemanden, wenn der Partner der FS den Rest seines Lebens im Bett liegt und nicht mehr froh wird. Dadurch wird niemand mehr lebendig.
Er hat aber nichts gelernt. Das ist das Problem.