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  • #1

Partner gibt Interna an Außenstehende weiter und sucht Verbündete Außen. Wie geht Ihr damit um?

Was unternimmt man, wenn der Partner/Partnerin sich bei allen Beziehungsproblemen immer sofort nach Außen gegenüber unterschiedlichen Dritten artikuliert und Dinge, die in die Partnerschaft oder Familie gehören, quasi hinausposaunt. Was machen, wenn das zur Folge hat, dass Hinz und Kunz in die Partnerschaft und die Familie hineinregiert? Wer das schon erlebt und wie ist er/sie damit umgegangen? Freue mich, wenn Ihr Euch an diesem Thema beteiligt.
 
  • #2
Wie schrecklich! Das geht wirklich gar nicht.

Ich würde meinem Partner das mit unmissverständlichen Worten klarmachen und mich ansonsten trennen. So eine Situation ist derart unerträglich, dass man von niemandem verlangen kann, das öfter als einmal zu verzeihen.

Interna aus der Partnerschaft gehen niemanden etwas an -- auch nicht die beste Freundin oder die Eltern. Ohne eine solche Basis des gegenseitigen Vertrauens geht es einfach nicht!
 
  • #3
Wenn ich es schaffe, meine über die Maßen neugierige Mutter (die Gespräche immer wieder in alle möglichen Richtungen dreht und darauf hofft, daß ich irgendwann mal gedankenlos werde und die auch nicht davor scheut, selbiges mit meinem Partner zu machen) in Schach zu halten, dann kann es jeder schaffen, wenn er nur will!
Es gibt Dinge, die gehören meiner Ansicht nach nur unter 2 Menschen und besonders Unstimmigkeiten haben bisher meine Eltern oder Familie von meiner Seite nie mitbekommen! Besonders achte ich darauf, den Wunsch meines Partners in Punkto Verschwiegenheit (was für mich mit eine Basis für Vertrauen ist) zu achten und wünsche es mir auch andersherum.
Wenn mein Partner trotz (meinetwegen mehrfacher) Ansprache meine Grenze nicht respektiert, hat das Auswirkungen auf mein Vertrauen in ihn. Es kann nur aus einem niedrigern Grund sein, wenn man Internas ausplaudert und die gerne angebrachte Gedankenlosigkeit ist KEIN Grund und schon gar kein guter Grund.
Bei meinem Ex war seine Indiskretion mit ein Grund für die Trennung. Heute habe ich sicher deutlich weniger Geduld und Nachsicht in diesem Punkt und würde schneller einen Schlußstrich ziehen.

Mary - the real
 
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  • #4
@1 und 2:
Prima Mädels, Ihr habt beide Klasse!
Fragesteller
 
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  • #5
die probleme eines paares können und dürfen nur die direkt involvierten (sprich partner selbst) lösen. verbale fremdeinwirkung schädigt und behindert eine konstruktive bewältigung der problematik. in meiner ehe habe ich die fronten klar definiert, indem ich mich in einem kritischen moment hinter meinen mann stellte, nachdem meine mutter mutmasste, wir hätten probleme. natürlich hatten wir gravierende, aber es es waren nicht ihre. wie gesagt, dies betrifft aber nur eine feste partnerschaft.
 
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  • #6
Grundsätzlich gebe ich #1&#2 Recht,allerdings bin ich der Meinung dass es nicht nur schwarz und weiss,sondern auch Grautöne gibt..,wenn ich meiner besten Freundin,welche ich seit meiner Kindheit kenne und die Diskretion in Person ist etwas anvertraue,wohlgemerkt vorallem wenn ich mich selbst in Frage stelle("Meinst Du, ich habe eventuell überreagiert?")dann finde ich das nur natürlich,ich sehe die ganze Geschichte aus einem anderen Blickwinkel und kann aufgrund anderer Impulse ganz anders agieren,bzw reagieren.
 
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  • #7
"in die Partnerschaft hineinregiert" - ist das direkt oder auch indirekt gemeint? Das ist m.E. zu unterscheiden! Auch für mich ein no-go ist die Vorstellung, dass da irgend eine Mutter/Freund/in mir als Partner sagt, was ich zu tun habe. Niemals.

Anders aber, wenn sich eine Frau (um die wird's ja hier wohl in den meisten Fällen gehen, warum das so ist, das wär ein anderes Thema) mit jemand Aussenstehendem, der ihr vielleicht zehnmal länger vertraut ist als ihr Partner, bespricht, UM HERAUSZUFINDEN, WAS SIE SELBST EIGENTLICH FÜHLT UND WILL, und mit so geklärter Haltung das Gespräch mit ihrem Partner selbst aufnimmt. Finde ich legitim!
Das kann natürlich nicht Hinz und Kunz sein, aber das kann eine, vielleicht zwei beste Freundin(nen) sein oder ein Therapeut/eine professionelle Beraterin irgendeiner Art. Gerade, wenn Beziehungserfahrung/Lebensalter der beiden Partner sehr unterschiedlich ist, braucht sie vielleicht noch etwas Rückendeckung von aussen, um zu sich zu stehen gegenüber ihrem Partner.
Muss eine Partnerschaft wirklich ein hermetisches System sein??
 
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  • #8
so eine freundin hatte ich auch mal.
bei ihr war es nur noch unangenehmer, da sie JEDEM, der gerade anwesend war storys aus der beziehung erzählte, die noch nicht einmal stimmten, so sehr war es verfremdet!
im endeffekt war unser gesamter bekanntenkreis damit vergiftet.
selbst leuten, die sie kaum kannte, wurden mit solchen storys eingedeckt.
irgendwann bekam ich es dann von freunden zugetragen, die mich schon vorher kannten und meinten, an diesen geschichtchen könne irgend etwas nicht stimmen...
so etwas ist für mich ein vertrauensbruch, der mindestens so schwerwiegend ist, wie ein seitensprung.
ich brauche wohl nicht zu erläutern, wie diese beziehung endete...;-)
 
  • #9
ich bin nicht sicher, ob ich schon eine frau kennengelernt habe, die das nicht macht. Da wird immer mit freundinen darüber gesprochen wie was wo wann in der beziehung gerade passiert oder nicht nach ihrem willen läuft und dann wird beraten. man weiß meist nie so wirklich mit wem aller man die beziehung führt, beste freundinen, familie, diverse beste freunde... die alle als referenz herangezogen werden.Bei einer ex hat die schwiegermutter einmal ein paar worte über unsere bettgeschichten verloren, wo mir übel wurde, was die alles weiß.
 
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  • #10
Ich diskutiere Beziehungsprobleme sehr wohl mit meiner besten und sehr langjährigen Freundin. Sie auch mit mir ihre Probleme, Sorgen, Ängste etc. Allerdings definitiv nichts Intimes - das ist für beide tabu. Bei gewissen Themen hole ich mir auch schon mal Rat bei einem meiner langjährigen Freunde. Denn oft ist es gar nicht schlecht, zu einem Thema eine Drittmeinung zu hören, um sich nicht zu verrennen. Insofern finde ich es ganz normal, dass man neben dem Partner auch noch weitere Vertrauenspersonen hat. Aber es ist selbstverständlich, dass diese dann das Diskutierte nicht weitererzählen! Das wäre inakzeptabel und unsere Freundschaft würde dann auf den Level einer Bekanntschaft zurückgestuft, dann hätte ich auch kein Vertauen mehr in meine Freunde.

Aber dass man jedem alles über seine Beziehung erzählt, wäre für mich ein No-Go. Das wäre echt ein Trennungsgrund. Wie sollte ich denn zu jemandem Vertrauen haben, der alles rumerzählt? Und wie kann ich einen Partner haben, dem ich nicht vertraue?
 
  • #11
Ich möchte dringend anmerken, daß nicht immer die Frauen die Plaudertaschen sind! Ich z.B. berede Intimes nicht mit Freunden oder Familie - generell nicht. Mein Ex jedoch hat wie ich im Nachhinein kombinieren konnte, ziemlich detailliert mit seinem besten Freund diverses beredet. Habe mich schrecklich gefühlt, als mir das klar wurde und mag immer noch nicht daran denken und bin froh, daß ich beide seitdem ich mich trennte nie mehr gesehen habe.
Beste Freunde hin oder her - irgendwo muß es doch eine Grenze geben, wenn es den Lebens- und Sexpartner betrifft. Insbesondere wenn man weiß, daß derjenige sehr wenig Privates nach außen tragen möchte. Die Strategie zu fahren, daß auf den besten Freund Verlaß ist und er schon den Mund hält, ist meiner Ansicht nach der falsche Weg, denn man hintergeht damit definitiv den Partner, dessen muß man sich bewußt sein. Zudem gibt man der Person, die man ins Vertrauen zieht, sehr viel Macht und Wissen über einen selbst und auch über den Partner und die Partnerschaft und das Verhalten derer wird immer durch das Wissen geprägt sein. Das möchte ich auf keinen Fall!

Wie es bei Männern ist, weiß ich nicht, aber ich habe schon weibliche Bekannte, die immer wieder einen Vorstoß wagen und versuchen, einer "Freundin" Infos über ihren Partner/Partnerschaft rauszulocken - ganz nebenbei, angeblich "spontan", eigentlich unauffällig, wenn die Häufigkeit nicht wöre und meist dann, wenn ihnen der ein oder andere Mann gefällt. Man muß halt etwas mitdenken, dann kann man damit schon umgehen.

Ich jedenfalls bin, was das Plaudern über Beziehungsdetails und Probleme und Sexuelles angeht, nun extrem mißtrauisch und werde nie mehr einen redseligen Mann an meiner Seite dulden.

Wenn ich Rat brauchen sollte, werde ich mich vermutlich an ein Forum wie dieses oder einen Fachmann wenden, denn die Personen und Gefühle bleiben privat dann geschützt. Und das ist wichtig, gerade wenn man Probleme zu bewältigen hat.
Wenn ich manche Fragen mein Umfeld fragen würde, würden sie mich nur zu gut kennen und damit habe ich besonders unter Frauen schlechte Erfahrungen gemacht.
Mich meinem Partner komplett zu öffnen ist wichtig und mit das Besondere zwischen zwei Menschen. Da gehört kein Dritter dazu.

Mary - the real
 
  • #12
Ich finde die Vorstellung, mein Partner würde mit seinem besten Freund (oder gar einer Freundin), unsere Beziehungsprobleme diskutieren, absolut unerträglich und inakzeptabel. Wer immer so etwas tut, bricht das Vertrauen und sollte sich seine Tat nicht auch noch schönreden.

Wenn überhaupt, muss man solche Angelegenheiten vorher mit dem Partner besprechen und sich gegenseitig grünes Licht geben. Zumal häufig hinzukommt, dass der "beste Freund" des Partners aus eigener Sicht nicht unbedingt immer jemand ist, den man selbst mag oder vertraut.

Wie grausig, wenn mich auf der nächsten Feier der Freund anschaut und über unsere Probleme bescheid weiß! Unvorstellbar! Das geht wirklich gar nicht.

Beziehungsprobleme gehen nur die beiden Partner etwas an.

Frühestens für Rat bezüglich einer Trennung kann man von außen Hilfe bei Freunden oder Eltern holen -- dann muss man die Trennung aber auch durchziehen, denn die Vertrauensbasis wird nie wieder kommen und das Paar kann vor diesen Freunden nie wieder seriös auftreten.

Partnerschaftsprobleme sind nach außen Tabu. Man muss zueinanderstehen und nach außen solange Paar sein, wie man ein Paar ist.
 
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  • #13
Hm.. Es scheint, als wöre ein Redebedürfniss da.
Warum kann es nicht intern bleiben?
Redet ihr nicht offen über Probleme?
Kann doch gut sein, dass das gegenüber etwas auf dem Herzen hat, aber nicht mit dir besprechen will/kann weil du blockst, oder weil ihr nie über sowas redet.
Da gibts nur eins. Hinsetzen, sagen was dich stört!
 
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  • #14
@11
Frederika, ich wiederhole mich gerne. Du hast Klasse! Klasse haben heute nur noch ganz wenige Frauen. Schade! Sehr schade...

Woran das wohl liegt?

Fragesteller

P.S.: @5: erzähle etwas einer Freundin unter der Auflage, es streng vertraulich und geheim zu halten und Du kannst sicher sein, dass sie es unter der gleichen Auflage sofort einer ihrer Freundinnen und diese dann ebenfalls unter der gleichen Auflage zwei Ihrer Freundinnen und so weiter und so fort..... erzählt. So seid Ihr Frauen eben, das war schon zu allen Zeiten so, da bin ich sicher.
 
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  • #15
Ich würde es ähnlich wie Frederika sehen, aber nicht ganz so krass. Ich habe selbst genug Erfahrungen dakit gemacht, daß der Austausch untereinander ein Problem sein kann. Natürlich kann man da sagen, daß von den Partnern genug selbständiges Denken erwartet werden kann, hier selbst Entscheidungen zu treffen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich es jemand vorwerfen kann, wenn er/sie diese Stärke oder Autarkie nicht hat und sich mit einer Vertrauensperson bespricht. Es käme mir da auf den Einzelfall an. Was natürlich gar nicht geht, ist wahllos alle mit derartigen Problemen zu behelligen, die nicht bei drei auf den Bäumen sind. Ich konnte das noch vor kurzem in meiner Familie erleben; die Beziehung hat sich mittlerweile erledigt...
 
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