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  • #1

Nur noch Problemkinder auf öffentlichen Grundschulen?

Eine Bekannte von mir ist Grundschullehrerin in einer westdeutschen Großstadt. In einem Gespräch offenbarte sie mir neulich, dass das Leistungsniveau der Kinder in den letzten Jahren stetig gesunken sei, so dass bspw. eine Gymnasialempfehlung heutzutage eine absolute Seltenheit sei. Teilweise erhielten ganze Jahrgänge durch die Bank weg nur noch Hauptschulempfehlungen (diese sind bei uns unverbindlich).

Meine Bekannte bemerkte, dass die Mehrzahl der Kinder einen Migrationshintergrund habe und/oder aus sozial schwachen Familien stammen. Die entsprechenden Klischees würden weitgehend zutreffen (keinerlei Unterstützung von zu Hause, kein Essen dabei etc.). Man müsse sich nur mal die Frage stellen, wer heutzutage noch Kinder bekommt. Viele Kinder hätten auch ADHS oder andere psychische Probleme (Scheidungskinder etc.), was das Klima in den Klassen zusätzlich belaste. Die Lehrer dürften (im Gegensatz zu früher/unserer Schulzeit) auch nicht mehr allzu streng mit den Kindern sein, ansonsten drohten gleich Anzeigen durch die Eltern und Disziplinarverfahren.

Ferner meinte sie, dass die wenigen Kinder, die wirklich Potential hätten und früher Kandidaten für's Gymnasium gewesen wären unter den schlechten Rahmenbedingungen in öffentlichen Grundschulen leiden würden, so dass sie weit unter ihren Möglichkeiten blieben. Sie könne jedem, der es sich leisten kann, nur ausdrücklich nahe legen, sein Kind in eine private Einrichtung zu schicken.

Ich würde gerne mal Meinungen zu diesem heiklen, doch nicht unwichtigen Thema hier im Forum lesen. Ist es wirklich so schlimm? Bitte gebt auch an, in welcher Region ihr wohnt. Meine Tochter soll nämlich nächstes Jahr eingeschult werden und ggf. würde ich vorher einen Umzug in Betracht ziehen.

w39
 
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  • #2
Ich habe mit Grundschulen zwar direkt keine Erfahrungen, wohl aber mit den Schülern, die diese Grundschulen bereits hinter sich haben. Ich kann dazu folgendes sagen:

1. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob es sich um eine Großstadt oder das platte Land handelt.

2. Entgegen aller political correctness ist der Leistungsstand von Schülern mit Migrationshintergrund in der Regel niedriger (über Gründe wage ich keine Aussage!)

3. Ja, das Sozialverhalten hat massiv nachgelassen. Das mag viele Gründe haben, z.B. veränderte Familiensituation, Wertewandel, gesellschaftliche Heterogenität, gestiegene Anforderungen und damit höherer Anpassungsdruck, Internet, SmartPhone-Gebrauch, der an Abhängigkeit grenzt und das bei nahezu allen Schülern.

4. Das Lehrer-Eltern-Verhältnis hat sich deutlich gewandelt. Heute kann man davon ausgehen, dass Eltern mit Lehrern nicht mehr an einem Strang ziehen. Als Lehrer muss man sich seine Äußerungen gegenüber Eltern sehr gut überlegen, Erziehungsmaßnahmen gegenüber Schülern werden von Eltern unterlaufen, generell ist ja das eigene Kind immer wohlgeraten und hochbegabt und im Zweifelsfall der doofe Beamte da schuld, dass das Kind nicht vorankommt, alles nur aus Bosheit.

Aber: So schlimm sehe ich die Schüler dann auch wieder nicht. Sie können viele Dinge, wenn man sie nur lässt, im Allgemeinen sind sie doch immer noch aufgeschlossen und sympathisch, Gewalt ist kein Massenphänomen und ich hätte keine Bedenken, mein Kind auf eine Schule wie die meinige zu schicken, wenn es denn mit dem Gymnasium nichts wird (obwohl ich es wahrlich nicht mit Eliteschülern zu tun habe). Auch unter schwachen Schülern ist Leistung und Lernerfolg und auch soziales Miteinander möglich.

Was nun die Grundschule anbelangt: schau dir die Schule an, auf die dein Kind gehen soll, sprich evtl. mit Lehrern, anderen Eltern und überlege dann, wohin du dein Kind schickst (Privatschulen haben auch ihre negativen Seiten, Stichwort "Elitedenken"). Sofern du nicht im Einzugsbereich des absoluten Großstadtghettos lebst, kann ich mir kaum vorstellen, dass öffentliche Grundschulen sooo schlimm sind.
 
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  • #3
w, Mutter eines inzwischen volljährigen Sohnes:
...ich glaube, dass das schlechte Sozialverhalten generell vieler Jugendlicher zu 90% an den Eltern liegt - jeder, der hier Kinder hat, mache mal die Tür zum Kinderzimmer auf, die durchschnittliche Ausstattung eines Schulkindes:
- Gameboy oder Playstation
- eigener PC
- eigener Fernseher
- Smartphone

aber: keine Bücher, wohin das Auge auch blickt, keine Spiele (Monopoly, Siedler von Catan...)...

Wer liest denn heutzutage seinen Kindern noch vor, anstelle sie vor dem PC zu parken, oder spielt nachmittage lang Mensch-ärgere-dich-nicht? Wer kocht und isst noch mindestens einmal am Tag zusammen mit seinen Kindern (ohne laufende Glotze)?

Und gegen diese Wohlstandsverwahrlosung hilft auch keine Privatschule - mein Sohn war auf einer Schule mit eher reichen Eltern (liegt am Wohngebiet), und was da manchmal gelaufen ist...
Mit dem Porsche wurden die an der Schule abgeliefert, aber Manieren wie im Saustall - ich konnte manchmal nur den Kopf schütteln.

PS: Mein Sohn ist übrigens volljährig geworden ohne Playstation, eigenen PC oder Fernseher - und das erste (5 Jahre alte) Handy gabs mit 12....
 
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  • #4
Liebe FS,

die Schule ist der Spiegel der Wohngegend. So wie Deine Freundin schreibt, unterrichtet sie in einer Wohngegend, die so geprägt ist, wie beschrieben. Dann ist das auch so, wie sie berichtet.

In einer Wohngegend mit typischen Mittelstands-Umfeld ist das ganz anders. Wenn Du in einer belasteten Gegend wohnst, ziehe um, eine Privatschule brauchst Du nicht. Wenn Du eine Privatschule suchst, erkundige Dich nach Montesori-Schulen, Walddorf - Schulen oder Jena-Plan-Schulen oder kirchliche Schulen. Auf solche Schulen schicken üblicherweise Mittelschichtseltern ihre Kinder (was nicht immer ein Vorteil sein muss).

w
 
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  • #5
Ich bin selbst Lehrerin (Gym.) und kann nur sagen, dass ein Großteil der Kinder gar nicht geeignet ist fürs Gymnasium, aufgrund von Projektionen von Eltern und gesellschaftlichem Druck (ohne Abi bist du nix) aber ins Gymnasium geschickt werden. Massiver Druck, Drohungen, Nachhilfewahn, selbst Schläge von Eltern - habe ich alles bei Kindern schon mitbekommen, schrecklich.
Privatschulen sehe ich allerdings auch nicht als Lösung. Hier "kaufen" sich Eltern oftmals für ihre z. T. lernschwachen oder schwierigen Kinder den Schulabschluss. Außerdem finde ich, dass eine staatliche Schule eben einen Querschnitt durch die Bevölkerung darstellt und die Kinder durchaus lernen sollten, mit allen Schichten in Kontakt zu kommen, nicht nur den Elfenbeinturm Privatschule kennen sollten. Das echte Leben besteht eben auch nicht nur aus (Geld-)Elite. Außerdem unterliegen Lehrer an Privatschulen nicht der Neutralität wie an staatlichen Schulen. An privaten Einrichtungen sind sie eben doch eher Dienstleister, für die man schließlich zahlt, und dafür auch eine gewisse Gegenleistung erwartet, nämlich den angestrebten Schulabschluss, ganz egal wie. Ein stabiles Kind nimmt in der staatlichen Schule keinen Schaden. Ein normal begabtes Kind wird dort sein Abitur machen. Mach dir nicht zu viele Sorgen. Überbetüttelung überträgt sich aufs Kind und wirkt sich negativ aus. Schau, dass du gut über die Schule sprichst, dann wird auch dein Kind sich auf die Schule freuen.
 
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  • #6
Meiner Ansicht nach ist das der falsche Denkansatz! Diese Probleme gab es auch schon vor 30 Jahren, da haben die Eltern auch en Massen gejammert, wie ungerecht die Lehrer die komplette Klasse bewerten würden.

Ob dein Kind auf die Hauptschule kommt hängt letztendlich immer noch davon ab,
- wie du es förderst
- wie gerne es lernt
- und vor allem wo letztendlich seine Fähigkeiten und Grenzen liegen. Und diese Grenzen muss man dann auch persönlich als Eltern akzeptieren.

Ein stark mathematisch begabtes Kind wird vielleicht eher aufs Gymnasium gehen und in Richtung Wirtschaft oder IT gehen, um seine Fähigkeiten ideal einzusetzen. Ein stark Künstlerisches, Handwerkliches, Kreatives vielleicht eher auf andere Schulen, wo man den Fokus auf diese Fähigkeiten legt. So war das schon immer. Die Lehrer werden gucken, wo die Begabung und der Spaß der Kinder liegt und dementsprechend das Kind hier hin oder dort hin schicken, wo es seine Fähigkeiten am besten ausbauen kann. Es ist nunmal so, dass Gymnasien streng wirtschaftlich unterrichten, Kunst und Sport wird gar stark in den Hintergrund gedrängt oder manchmal auch gänzlich aus dem Stundenplan gelassen. Ist dein Kind also eher der kreative Typ, wird er wenig Freude daran haben. Kreative Schüler möchten zudem ziemlich zeitig selbstständig sein und möglichst bald eine Ausbildung anfangen, weil sie sich früh reproduzieren möchten. Auch nicht jedes Kind möchte bis 25 studieren! Und vielen ist es auch zu lang, bis zum Abitur zu warten, um mit 18/19 dann erst eine Ausbildung anzufangen.
 
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  • #7
Kann den Beiträgen von Gast 1 und 2 weitestgehend zustimmen. Insbesondere die Tipps die Gast 1 am Ende gibt kann ich wärmstens empfehlen.

Meine Frau ist Grundschullehrerin an einer privaten Schule (ländliche Gegend) in Baden-Württemberg. So hart das jetzt klingt, aber selbst meine Frau würde unsere Kinder (auch wenn wir zurzeit noch keine haben) NICHT auf diese private Schule schicken. Gründe:

1. Viele Kinder die an staatlichen Schulen nicht zurechtkommen (aus was für Gründen auch immer) werden von ihren Eltern, praktisch als letzter Ausweg, an diese Schule abgeschoben. Die Schule ist also so eine Art Auffangbecken für Schüler jedweder Art. Die Schulleitung nimmt natürlich jeden Schüler gerne, ist ja klar - finanziert ja den Schulbetrieb,
2. Die Aufbau- und Ablauforganisation an dieser Schule ist teilweise desaströs. Und meine Frau hat zumindest den Vergleich zu einer staatlichen Schule. Das ist aber nun spezifisch für diese Schule und nicht Privatschulen perse. Jedoch kann das Kern-Schulkonzept (Stichwort: individuelle Förderung vs. Frontalunterricht), welches von der Schulleitung gegenüber den Eltern gepredigt wird, aufgrund der Vielzahl an Schülern die auf einen Lehrer kommen praktisch nicht umgesetzt werden.
 
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  • #8
Also ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen (Tochter 10 Jahre, Grundschule, wohnhaft in Hamburg), dass es absolut auf den Stadtteil ankommt, in dem man wohnt.
In der Grundschule meiner Tochter kann man die Mitschüler mit Migrationshintergrund an einer Hand abzählen.
Der Leistungsanspruch ist so hoch, dass ich mich nicht daran erinnern kann, dass ich dieses Wissen bereits in der Grundschule erlernt habe. Eine "drei" zuschreiben ist schon fast "peinlich".
Die Klassen wechseln fast komplett auf das Gymnasium.

Ich kann Dir nur den Tipp geben, nutze die Möglichkeit und gucke Dir die Grundschulen in Deiner Umgebung alle an. Wenn sie Dir nicht gefallen, dann gucke Dir die etwas entfernteren Grundschulen an. Die richtige Grundschule für das Kind zu finden ist super wichtig, denn sie entscheidet über so viel im weiteren Leben. Hier werden die Grundlagen für das richtige Lernen und auch dem Spaß am Lernen gelegt.
 
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  • #9
Leider traurige Tatsache: Viele Eltern, die ihre Kinder auf eine staatliche Schule gehen lassen, interessieren sich nicht wirklich für das Kind - sie kommen lediglich der Schulpflicht nach, alles andere ist völlig wumpe! Da gibt es die kleinen Schläger, deren Eltern nie in die Schule kommen, wenn ihr Kind anderen Kinder Schäden zufügt. Man sieht auf den Elternabenden, wer nicht kommt. Staatliche Schulen sind für mich eher Aufbewahrungseinrichtungen von Kindern, deren Eltern sich wenig kümmern. Wieviele Kinder haben nicht einmal Pausenbrote mit, weil ihre prekären Eltern morgens nicht den Hintern aus dem Bett bekommen, um ihren Kindern Brote oder gar Frühstück zu machen?
Ich mag verallgemeinern, aber ich sehe einen großen Unterschied zwischen Kindern auf staatlichen Schulen und Kinder auf Privatschulen - und von der Schnittmenge her kann ich sagen, dass Kinder auf Privatschulen eine ganz andere Ausstrahlung haben - sie sehen aus wie Kinder, welche geliebt werden, wo den Eltern nicht egal ist, wie der Schulalltag läuft. Man kann niemanden verübeln, dass er eben nicht "alle Bevölkerungsschichten" kennenlernen möchte - wobei die Anzahl der Assis immens ansteigt. Immer weniger Deutsche, die richtig deutsch sprechen können - immer mehr Schulabbrecher, die mit ihrer Inkompetenz auch noch prahlen ("Kein Bock, Schule ist voll sch... - ich schwör!") Da die Anzahl der Vollhonks immer mehr zunimmt, kann man nur versuchen, sich kleine Inseln im Leben zu schaffen, um gut und sicher (sich sicher fühlend) durch den Alltag zu kommen. In den Randbezirken der Städte kann das schon wieder anders aussehen, da gibt es oft noch kleine Grundschulen mit wenig Schülern, welche regelrecht idyllisch laufen - obwohl es staatliche Schulen sind. Meine Erfahrung bei meinen Kindern (auch umzugbedingt: Eine kleine Stadtrandschule (war toll!), eine Schule in einer Großstadt (war grauenhaft!!) und eine Privatschule (die Rettung - und das war es mir immer wert).
Wer nicht möchte, dass sein wissensdurstiges und lernwilliges Kind in einer lernschwachen Klasse mit lauter Störenfrieden oder kleinen Gewalttätern untergeht, sollte lieber die Schule wechseln - oder vor Einschulung schon in einen anderen Stadtteil umziehen (wenn einem das eigene Kind etwas bedeutet)...
 
  • #10
Mein Sohn ist im Grundschulalter und wir wohnen in Leipzig. Deine Bedenken kann ich nicht ansatzweise nachempfinden. Unsere Schule ist gut organsiert und hat einen hohen Anspruch an die Kinder - bietet im Gegenzug aber auch eine ganze Menge. Allein das nachmittägliche Ganztagsangebot würde vielen der hier Mitlesenden den Neid ins Gesicht treiben. Natürlich gibt es eine gewisse Durchmischung der verschiedenen Typen und Elternhäuser in der Grundschule - aber das gehört zum Leben dazu. Dein Kind wird lernen, damit zurechtzukommen. Nach meinem Kenntnisstand gehen ungefähr 40-50 % der Kinder aufs Gymnasium.

Sozial schwache Familien sind nicht automatisch asozial oder bildungsfern. Sie verdienen lediglich weniger Geld. Dafür lernen die Kinder, daß Geld nicht vom Himmel fällt und erst mal verdient werden muß. Frage am besten Eltern in Deinem Umkreis, wie sie persönlich die avisierte Schule einschätzen.

Gast 1 hat das Nötige schon deutlich gemacht. Die Grundschule bildet das ab, was an Menschen im Viertel wohnt. Wenn Du in einer problematischen Gegend wohnst, ziehe vor der geplanten Einschulung in einen anderen Stadtbezirk um.
 
  • #11
Da gibt es die kleinen Schläger, deren Eltern nie in die Schule kommen, wenn ihr Kind anderen Kinder Schäden zufügt. Man sieht auf den Elternabenden, wer nicht kommt. Staatliche Schulen sind für mich eher Aufbewahrungseinrichtungen von Kindern, deren Eltern sich wenig kümmern.
Die größte Gewaltbereitschaft zeigen einer Studie zufolge Kinder an Waldorfschulen, sogar noch vor Hauptschülern. Wenn bei uns Kinder in der Umgebung Ärger machen, dann auch gern Waldörfler.

Ich habe selbst bei/ mit/ an meinen Kindern
- eine internationale bilinguale GS
- eine schweizer GS
- eine Montessori-GS
- und mehrmals eine staatliche GS
erlebt, und hab mich bei meinem Kleinsten wieder für die staatliche entschieden.

Nur die schweizer GS war besser, die Förderung von "Logik" und die Sprachsensibilisierung mit dem wöchentlichen Auftrag, Gedichte auswendig zu lernen, waren unerreicht.
Am unzufriedensten war ich in der -teuren- Internationalen, die Elternhäuser waren zwar wohlhabend, aber die Kinder teilweise sehr schwierig im Verhalten, das sehr amerikanisierte Konzept überzeugte mich inhaltlich nicht, die Lehrer wechselten dauernd.
Das Montessori-Konzept steht und fällt mit den Lehrern: Wenn die es nicht schaffen, den Lärmpegel einigermaßen einzudämmen, ist selbstständiges Lernen allein dadurch schon unmöglich. Wenn bessere Schüler schwächere unterstützen sollen, fehlt ihnen auf Dauer sehr viel Zeit, um selbst vorwärts zu kommen.
Unterm Strich war ich in Deutschland also mit der staatlichen GS am zufriedensten.
Meine Erfahrungen beziehen sich auf den mittelstädtischen Bereich, in Thüringen und Bayern.
 
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  • #12
Wenn Du im "richtigen" Viertel wohnst, kannst Du Dein Kind bedenkenlos auf eine öffentliche Schule schicken, musst aber selber bereit sein, die Erziehungsleistung zu erbringen. Schulen sind nach deutschem Verständnis Bildungs-, keine Erziehungseinrichtungen.
 
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  • #13
Ich - Mutter in Hamburg- finde die Frage toll.
Erstens - auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder mit Migrationshindergrund und Kinder aus sozial schwachen Familien - also Familien die mit Freunden von Harz Iv leben und sich nicht anstrengen wollen !! - eine lernfeindliche Einstellung haben. Es gibt auch viele Kinder mit Migrationshintergrund, die aktiv ihre Mitschüler diskriminieren ( du deutscher Depp ). Das ist Rassismus pur.

Was Frau als Mutter tun kann? Wohngegend aussuchen. Aber- wer in ein bürgerliches Viertel zieht muss auch dazu passen! Muss den Verhaltenskodex dieses Viertels kennen und praktizieren.
Ein Mütternetzwerk bilden. Darüber sprechen, welche Lehrerin wie ist, und ggf. nach Ende der Grundschulzeit eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreiben.
Ein Mütternetzwerk bilden und sich über die jeweiligen sich schnell änderen Verwaltungsnormen
(welche Praktika - was hat das für Auswirkungen, wie ist das Curriculum und und und) informieren.
Ein Mütternetzwerk bilden und sich jeden Tag als Hilfslehrerin betätigen und dem Kind beibringen, wie man sich vor Schlägern - also Mitschülern - in Sicherheit bringt. Für mich ist der größte Horror, dass es Kinder gibt die Mitschüler und Lehrer schlagen - dann bekommt der Täter keinen Schulverweis - was nach dem Gesetz möglich ist - und das geschlagene Kind wird nicht von einem der zahlreichen Sozialpädagogen die an der Schule herumwuseln aufgefangen und getröstet sondern in die nächste Unterrichtsstunde geschickt. W
 
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  • #14
Gast 1 hat das Nötige schon deutlich gemacht. Die Grundschule bildet das ab, was an Menschen im Viertel wohnt. Wenn Du in einer problematischen Gegend wohnst, ziehe vor der geplanten Einschulung in einen anderen Stadtbezirk um.

Mein Kind geht auf ein angenehmes Gymnasium, wobei das Bildungsniveau nicht hoch ist. Die lernen in der 12 Klasse das, was ich in der 10.Klasse in der DDR gelernt hatte. Aber es kommt von Schule zu Schule halt drauf an.

Wir wohnen in einem netten Stadtbezirk von Berlin, ich bin damals extra rechzeitig hierher gezogen, weil ich hörte, dass es hier gute Schulen gibt und es sich hier mit Kind gut leben lässt. Ist alles so gekommen. Mein Kind ging/geht immer gerne zur Schule und selbst wenn ich das Geld gehabt hätte, hätte ich es nie und nimmer auf eine Privatschule gegeben. Warum ist hier schon gut beschrieben worden. Von kirchlichen Schulen habe ich immer nur gutes gehört, da gehen selbst Muslime inzwischen gerne hin, die Wert auf Bildung und einen respektvollen Umgang legen. Solche Schulen gibt es aber in meiner Nähe leider nicht.

Der Eindruck, dass nur noch Problemkinder auf öffentlichen Grundschulen sind, muss man sehr differenzierend betrachten. Es stimmt, aber es stimmt wiederrum auch nicht.

Ich habe allerhöchsten Respekt vor den Lehrern und konnte meine wenigen Probleme immer fair lösen. Ich habe allerdings schon sehr sehr früh angefangen, mein Kind alle Möglichkeiten einer guten Bildung, ohne Playstation & CO., zu bieten und es so zu erziehen, dass es lernt, mit anderen Menschen gut umgehen zu können. Dazu gehörte halt auch, dass es in der Grundschule 5 Schüler in der Klasse hatte, die halt daneben waren. Somit war mein Kind im Umgang mit schwierigen Schülern schon geschult und hatte somit wenig Probleme auf der weiterführenden Schule, als die Schülerinnen, die aus einem zu lieben und netten Schulumfeld kamen und dann entsetzt über den manchmal rauen Schulalltag in der Oberschule waren. So ist es später im Leben auch, je früher man lernt damit umzugehen, um so besser.

Wenn ich die Schulbildung meiner Tochter im Westen mit meiner damaligen Schulbildung im Osten vergleiche, bin ich inzwischen überzeugt, dass meine Schulbildung vielfältiger, weitgefächter und praxisnaher war. Heute merkt man es daran, dass z.B. Sachsen im Bundes-Vergleich sehr gut abschneidet.

Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es auch ausreichend Lehrer gab, keine Streiks, klare einheitliche Regeln (lassen wir das politische mal raus) und die Lehrer mussten viel weniger erzieherisch einwirken, sondern konnten in Ruhe Wissen vermitteln.
 
  • #15
. mache mal die Tür zum Kinderzimmer auf, die durchschnittliche Ausstattung eines Schulkindes:
- Gameboy oder Playstation
- eigener PC
- eigener Fernseher
- Smartphone

aber: keine Bücher, wohin das Auge auch blickt, keine Spiele (Monopoly, Siedler von Catan...)
Kann ich -fast- bestätigen, bei meinem Stiefsohn(12). Der Hintergrund ist aber anders.

Spielkonsolen: Immer ältere Modelle, weil billiger (z.B. Playstation zwei, aktuell Xbox)
Er versteht und akzeptiert das, obwohl er manchmal mehr möchte.
Aber er spielt auch "von Hand" z.B. mit Lego. Außerdem jeden Tag leidenschaftlich Klavier. Ohne jeglichen Druck. Er übt und lernt alles selber.

Eigener PC und Smartphone sowie kontrolliert Internet halte ich in diesem Alter für wichtig, um diese Technologie zu erlernen. Also Bildung.

Fernseher: Kein eigener Fernseher, sondern kontrolliert fernsehen im Wohnzimmer.
Daran halten wir auch bis auf weiteres fest.
Einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer nur, wenn persönliche, ausreichende Reife dafür.

Sein Sozialverhalten: Sehr gut, schon von klein auf. z.B. teilt gerne. Kontaktfreudig schon im Kindergarten. Jetzt Freundeskreis mit Gleichaltrigen, den er wöchentlich sehr pflegt.
Sogar mit Freunden an seinem früheren Wohnort (nur 5 km. entfernt, aber auf anderen Schulen)

Problemkinder sind in seinen Schulklassen da, aber relativ wenig. (Südwest Baden-Württemberg)
Obwohl ganz normale Grund- und jetzt Werkrealschule.

Seine Schulleistungen sind sehr unterschiedlich. z.B. Mathe sehr gut, aber deutsch und Fremdsprachen schwierig.
Insgesamt schlechter, als er und seine Mutter bei einem sehr schwierigen Mann + Partner wohnten.
Auszug - eigene Wohnung - Schulleistungen und Psyche des Kindes viel besser geworden.

Wir hatten stets das Problem, daß er kaum Bücher liest. Obwohl ich und seine Mutter ihn die Jahre stets dazu animierten, und altersgerechte Bücher brachten. Vorher bekam er jeden Abend eine Kindergeschichte vorgelesen.
Brettspiele u.ä. : Stets kein Interesse.

Er ist ein sehr praktisch orientierter Mensch. Mit Händen was tun, mit Kopf denken.
Auch aktiv mit Fahrrad, Skateboard u.ä. - Aber kaum Bücher lesen. Nicht einmal Comics.

Ich weiss nicht, wie man diese Generation noch zum Bücher lesen animieren kann.
Vielleicht ein Schwerpunkt der Bücher-Leser jetzt mehr bei den Mädchen ?

Eltern bildungsfern = Kinder bildungsfern ? Möglich, und trifft ggf. zu, aber nicht in jedem Fall.
Eltern bildungsfern - ihre Tocher machte Abitur "mit links"

Die heutigen Kinder und Jugendliche erlebe ich weit besser, als ihr Ruf.
Vielleicht sind die Probleme/Problemkinder in Großstädten größer ?
 
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  • #16
Die Menschen, die heute die fehlende Bildung und die sozialen Fähigkeiten der heutigen Jugend bemängeln sind die gleichen, die damals von der vorhergehenden Generation ebenso beurteilt wurden.
Oder:
Die ärgsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

Die Kinder sind heute weder besser noch schlechter als früher. Das System hat sich geändert. Heute haben etwa 50% Studienberechtigung, 34% davon mit Abitur 29,9% erwerben einen Studienabschluss. 1980 waren es 22% Studienberechtigte und 13% mit Studienabschluss.
Natürlich leidet die Qualität darunter.
Die Kinder werden nämlich nicht dummer, aber auch nicht schlauer.
Viele Studiengänge (vor allem Bachelor) sind heutzutage weniger anspruchsvoll als eine Lehre.
Entsprechend gehen auch die Anforderungen an den Schulen zurück, um genug Abiturienten zu erzeugen.
Meine Kinder hatten eigentlich nie Probleme in der Grundschule, abgesehen von dem extrem hohen Ausfall von Lehrern/Lehrerinnen (was aber bei Beamten normal ist) aufgrund schwer nachvollziehbarer Leiden und einem damit einhergehenden Wechsel von Lehrkräften.
 
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  • #17
[mod]

1. Lernschwäche hat NICHTS aber auch NICHTS mit einem MIGRATIONSHINTERGRUND zutun!!! Es liegt am Habitus, am sozialen Schicht und deren Kapital (kulturell und sozial). Ein Mensch mit Migrationshintergrund ist nicht automatisch blöd oder schwächer. Diese Kinder von denen ihr spricht, kommen einfach aus sozialschwachen Familien mit einem nicht so hohen Bewusstsein- die sind auch zuhauf unter Deutsche Kinder!!! Das ganze sollte bitteschön differenzierter behandelt werden und nicht billige Klischees aufkommen lassen.
2. Meiner Meinung nach schafft sich Deutschland immer mehr selbst ab und zwar in allen Belangen: es wird immer kälter hier und da spreche ich nicht von Temperaturen
3. Ich habe Migrationshintergrund und bin verdammt stolz darauf!!! Ich bin nicht in Deutschland geboren, habe aber fließend die Sprache gelernt, bessere Noten und Jobs bekommen als viele meiner Mitschüler und habe es noch nicht zugelassen, dass Deutschland mir meine Weiblichkeit raubt. Also bin ich Gott sei Dank nicht auf allen Gebieten integriert. Mittlerweile habe ich einen erfolgreichen, deutschen Mann geheiratet und wir haben zusammen 2 Kinder.
4. Auch wir überlegen sehr stark, ob unsere Kinder auf eine Schule mit vielen ausländischen Kindern kommen sollen- dies liegt aber daran, dass wir aus einer anderen sozialen Schicht kommen. Auch die deutschen Normalos gehen uns auf den Geist!
5. In meinem Umfeld sind viele Menschen mit MIGRATIONSHINTERGRUND: Alle sind im Job...Aha! Wie kommt das denn? Es sind Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Unternehmer, Berater, Lehrer. Leben auf einem hohen Niveau und sind liberal...wie ist das möglich??? Nun ja, diese Menschen haben nun mal einen anderen sozialen Status. Und wir kommen sogar aus einem muslimischen Land!

Mich nervt diese Ausländerbashing in diesem Land und ist es eine Schande! Zumal, Deutschland immer mehr hochqualifizierte Auslandkräfte benötigen wird. Nicht alle Ausländer sind unzivilisiert, blöd, hässlich, unterdrückt oder schmarotzer. Also hört auf dieses Bild ständig zu propagieren!

[ Die Moderation: Das hat hier niemand behauptet, alle Beiträge wurden sorgfältig geprüft. Wir schalten trotzdem ihren wütenden Beitrag frei, möchten Sie aber darauf hinweisen, dass wir das mit tatsächlich ausländerfeindlichen Beiträgen nicht getan hätten! Allerdings gab es die nicht. Lesen Sie bitte nochmal die hiesigen Statements in Ruhe durch. Da wird nur ausgeführt, was sie unter Punkt 4 selbst beschreiben.]

Es ist eine Frage der Gesellschaftsschicht. Ich staune tagtäglich über deutsche Mitbürger, deren Auftreten, Stil, Bewusstsein. Weil ich eben selbst auf einem sehr hohen Niveau stehe und nicht jeder Deutsche für mich automatisch aufgrund seines Deutschtums kultiviert ist und jeder Ausländer nicht!
 
  • #18
Erstens - auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder mit Migrationshindergrund und[*] Kinder aus sozial schwachen Familien [...] eine lernfeindliche Einstellung haben.
@Gast 16: Gast 12 spricht von "vielen" Kindern mit Migrationshintergrund, nicht allen!
Als zweite Gruppe hebt sie die Kinder aus sozial schwachen Familien ohne Migrationshintergrund hervor, bei denen es ebenso gehäuft vorkäme. Das ist keine Generalisierung, sondern genau das, was Sie in Ihrem Post unter Punkt 4 auch hervorheben.

Das "und [*]" behauptet keine Verbindung dieser beiden Gruppen. Ich glaube, hier liegt ein sprachliches Missverständnis vor, zumindest, was diesen Post betrifft.
 
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  • #19
Da gibt es die kleinen Schläger, deren Eltern nie in die Schule kommen, wenn ihr Kind anderen Kinder Schäden zufügt. Man sieht auf den Elternabenden, wer nicht kommt. Staatliche Schulen sind für mich eher Aufbewahrungseinrichtungen von Kindern, deren Eltern sich wenig kümmern. Wieviele Kinder haben nicht einmal Pausenbrote mit, weil ihre prekären Eltern morgens nicht den Hintern aus dem Bett bekommen, um ihren Kindern Brote oder gar Frühstück zu machen?
.

Ja, da lobe ich mir doch die überbehütenden Helikoptereltern. Frühstück wird später auch noch für den Studenten gemacht und Schuld haben sowieso immer die bösen anderen Kinder.
Ich war auch selten auf Elternabenden. Was soll man da?
Beim letzten Elternabend wurde 2h über die Farbe des Aufenthaltraumes diskutiert.
Wenn die Schule eine private Firma wäre, dann wäre sie spätestens nach 2 Monaten insolvent.
 
  • #20
in 10 Jahren werden wir den Spagat hinbekommen müssen eine sehr anspruchsvolle Arbeitsumgebung haben zu wollen mit der Notwendigkeit zu hoch und höchstqualifizierten Personal und der Weigerung von Hochgebildeten sich mit Kindern zu "belasten".. d.h. wir überlassen dem Pöbel die "schmutzigen" Sachen wie Kinder bekommen und wundern uns dann, dass die Nachkommen eher unterschichtig sind.. willkommen bei H.G. Wells...
 
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  • #21
Eine "drei" zuschreiben ist schon fast "peinlich".
Die Klassen wechseln fast komplett auf das Gymnasium.

Eine drei von heute ist wohl auch die fünf von gestern. Und dass ganze Klassen aufs Gymnasium wechseln, spricht sicherlich nicht für die Qualität der Gymnasien. Was in Hamburg allerdings auch nicht verwundert, da hier neben Bremen das bundesweit geringste Schulniveau besteht.
 
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  • #22
Irgendwie stimme ich Hellekeen zu.
Ich, w44, gehobene Mittelschicht, (Gymnasium) habe keine Kinder, merke aber, dass in bestimmten Umfeldern die Kinder immer mehr verdummen.
Da kommen die aus der Schule, haben keinen Bock auf Hausaufgaben und kleben sofort an der Playstation.
Mutter (Hartz 4) und Freund saufen wie die Löcher und sind selber dumm.
Besagte Person ist jetzt sogar aus ihrer Wohnung geflogen. Sie hätte die Chance in einem kleinen, ruhigen Ort von vorne anzufangen, wo die Kids ohne assoziales Umfeld aufwachsen können, aber nein, sie will nicht und machte mir sogar noch Vorwürfe, dass ich keine Ahnung hätte, weil ich keine Kinder habe.
Man könne die Kinder doch nicht von ihren Freunden weg nehmen.
Sicher, man kann sich aber mit dem Freund prügeln bis die Polizei kommt, und die Kids sind mitten drin im Radau.
Ich sagte nur: Wenn du es besser findest, dass die Kinder unter Säufern aufwachsen ist dir nicht mehr helfen.
Ein mir bekannter Grundschullehrer hat sogar den Dienst quittiert, weil er gegen die Eltern nicht mehr ankommt. Er meinte auch, wenn es früher schon Spielekonsolen gegeben hätte, wäre Deutschland heute komplett verdummt.
 
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  • #23
"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

Sokrates (469 - 399 v. Chr.)

Scheint kein neues Phänomen zu sein ...
 
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  • #24
[mod]

1. Lernschwäche hat NICHTS aber auch NICHTS mit einem MIGRATIONSHINTERGRUND zutun!!! Es liegt am Habitus, am sozialen Schicht und deren Kapital (kulturell und sozial). Ein Mensch mit Migrationshintergrund ist nicht automatisch blöd oder schwächer. Diese Kinder von denen ihr spricht, kommen einfach aus sozialschwachen Familien mit einem nicht so hohen Bewusstsein.
3. Ich habe Migrationshintergrund und bin verdammt stolz darauf!!!
5. In meinem Umfeld sind viele Menschen mit MIGRATIONSHINTERGRUND: Alle sind im Job...Aha! Wie kommt das denn? Es sind Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Unternehmer, Berater, Lehrer.

Mich nervt diese Ausländerbashing in diesem Land und ist es eine Schande!
Nicht alle Ausländer sind unzivilisiert, blöd, hässlich, unterdrückt oder schmarotzer. Also hört auf dieses Bild ständig zu propagieren!

Ich habe selbst auch einen Migrationshintergrund, aber mich nervt diese "Opferrolle", die hier von vielen Migranten eingenommen wird, also ständig dieses Gejammere "Die Deutschen sind ja sooo ausländerfeindlich, usw.". Das ist kein spezifisches deutsches Problem, als Migrantin mit muslimischem Hintergrund hättest du in JEDEM anderen europäischen Land auch immer wieder mit Klischees und Vorurteilen zu kämpfen, in Frankreich, in Italien, in Schweden usw..

Ich habe selbst mal kurz an einer Grundschule gearbeitet und dabei erlebt, dass gerade die türkisch/arabischen Kinder oft selbst rassistisch gegenüber schwarzen oder asiatischen Mitschülern waren. Also diese wegen ihres Aussehens beleidigt und gemobbt haben. Was sagst du dazu?

Migrantenkinder aus bildungsfernen Schichten haben es noch schwerer als deutsche Kinder aus bildungsfernen Schichten, allein die oft mangelhaften Deutschkenntnisse (obwohl hier geboren) sind ein riesiges Problem, das sich durch die komplette Schullaufbahn zieht - ich spreche aus Erfahrung. Und es gibt viele Migranteneltern, vor allem Frauen, die oft viele Jahre hier leben, aber kaum einen Satz Deutsch sprechen können. Ich habe in meiner kurzen Zeit als Lehrerin viele Mütter kennengelernt, die zum Teil seit 15 Jahren hier wohnen, sich aber nicht auf Deutsch verständigen konnten! Da frage ich mich auch, warum? Und wie sollen diese Mütter dann ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen? Die Probleme sind also offensichtlich.
 
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  • #25
Hab mich schon gefragt, wann wohl jemand mit Sokrates um die Ecke kommt. Aber es stimmt. Die ältere Generation hat doch schon immer durch alle Kulturen und Epochen über die Folgegeneration gejammert. Wird wohl eine Strategie sein, mit der eigenen schwindenden Biomacht umzugehen.
 
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  • #26
Lieber Gast Nr 16: Vielen Dank für Ihr Posting. Auch ich habe Migrationshintergrund und zwar gleich einen doppelten! Bin sogar 2x in ein anderes Land umgezogen - und habe in einer Naturwissenschaft promoviert! Migrationshintergrund und Lernschwäche? Mitnichten! Überall, in jedem Land gibt es helle- und weniger helle Köpfchen.

Kann mich auch nur denen anschließen, die sagen, es kommt auf die Wohngegend an. In manchen "Problem-Vierteln" wohnen eben Menschen, denen es nicht so gut ergangen ist, die - warum auch immer - sich sozial nicht so gut integrieren können. Deren Kinder bekommen das mit, was sie von den Eltern lernen. Kommt ein Kind aus einer problematischen Familie (keine Zeit fürs Kind, kein Geld, Elternteil Alkoholiker, Gewalt), so sind seine Voraussetzungen für ein gutes Lernen leider sehr schlecht. Vielleicht wäre das Kind sehr klug, begabt, die Rahmenbedingungen jedoch sind nicht gegeben. Was ich besonders schade finde, dass man solche Kinder - wie man hier auch lesen kann - abstempelt. Ihnen keine Chance gibt, zu zeigen, was in ihnen steckt!

Elite-Internat? Privatschule? Vergiss es, liebe FS. Auch ich kenne so manche "Elite-Privat-Schulabgänger". Meine Erfahrungen mit ihnen bestätigen genau das, was meine Vorposter schon geschrieben haben. Bei vielen "Elite"-Privatschulabgängern hätte es für das "echte", staatliche Gymnasium einfach nicht gereicht. Aber die Eltern haben Geld, also wird das Abi dort eben einfach erkauft. Eine Bekannte, die tatsächlich auf so einer Schule war, hatte die größten Lernschwierigkeiten und war froh, in manchen Fächern mit viel Arbeit "gerade noch so durch zu rutschen". Auf einem öffentlichen Gymnasium hätte diese Person keine Chance gehabt!

Lieber eine gute staatliche Schule und ein ehrlich erworbener Abschluss als ein gekauftes Diplom und dann total überfordert im Job oder im Studium.

w
 
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  • #27
Hier nochmal 16:

#23: ja die Probleme gibt es und sie sind offensichtlich und müssen unbedingt gelöst werden. Es ist eine Katastrophe ABER warum sind Migrationskinder in Schweden, Frankreich, England nicht schlechter in der Schule UND können die Sprache des Landes fließend. In Schweden z.B werden ausländische Kinder und Menschen ganz anders aufgenommen und integriert- es fängt bei Sprachkursen an und endet bei der Offenheit und Empfänglichkeit der Menschen dort. Es sind immer 2 Seiten. Deutschland sollte langsam reflektieren und die Probleme aus mehreren Perspektiven erörtern. Vielleicht gibt es ja ein Grund, weshalb hier die Migranten nicht kooperieren oder sich verweigern eine neue Kultur anzunehmen.

Rassismus oder Vorbehalte gibt es in jedem Land, das stimmt auch! Aber mir ging es darum nochmal zu platzieren, dass ein Bildungsgrad nicht mit einer Religionszugehörigkeit, Herkunft, Hautfarbe usw. in Verbindung gebracht werden kann. NIEMALS!

Leider leben in Dtl. eine Mehrzahl Ausländer, die eher auch in ihrem Heimat einen niedrigen Status innehaben oder schlichtweg einen anderen Bewusstsein. Aber es gibt auch die anderen, so wie mich und viele andere in meinem Umfeld. Wir sind einfach nur genervt von Klischees, erstaunte Blicke, wenn man sieht, dass wir schick, gebildet und erfolgreich sind, Rechtfertigungen unserseits.

Warum werden in Diskussionen immer nur die Problemkinder erwähnt und nicht die, die tatsächlich unauffällig, integriert und erfolgreich sind.
 
  • #28
1.Missverständnis:
warum sind Migrationskinder in Schweden, Frankreich, England nicht schlechter in der Schule UND können die Sprache des Landes fließend
Ursache:
Leider leben in Dtl. eine Mehrzahl Ausländer, die eher auch in ihrem Heimat einen niedrigen Status innehaben oder schlichtweg einen anderen Bewusstsein
Das ist der Grund, der auch durchaus so wahrgennommen wird. Allerdings ändert sich die Zusammensetzung bei den Bildungssverhältnisse unter den Migranten inzwischen, immer mehr besser Ausgebildete ziehen nach, und sie wurden noch nie als Problem empfunden. Da wird auch in der öffentlichen Wahrnehmung stark differenziert.
(Dass in manchen Ländern, z.B. der Schweiz, unmittelbar nach dem Zuzug eines Migrantenkindes massive Sprachförderprogramme angesetzt werden, ist aber nicht von der Hand zu weisen. Da HAT Deutschland noch Nachholbedarf)


2. Missverständnis:
Warum werden in Diskussionen immer nur die Problemkinder erwähnt und nicht die, die tatsächlich unauffällig, integriert und erfolgreich sind
Die werden auch gesehen, keine Frage. Allerdings sind sie, wenn es um "Problemkinder" wie hier im Thread geht, eben nicht das Thema. Genau das sehen Sie aber doch auch so?!?
 
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  • #29
Eine drei von heute ist wohl auch die fünf von gestern.

Kann ich nicht bestätigen. Komme aus NRW und meine Tochter (4. Klasse, städtische Grundschule) hatte letztens eine drei im Mathetest.
Es gab 40 zu erreichende Punkte. Die Punktetabelle sah so aus:
40-39 Pkte.: eins
38-35 Pkte.: zwei
34-30 Pkte.: drei
D.h. bei weniger als 75 % gab es eine vier und der Test (Lernstandserhebung) war nicht leicht.
Das geforderte Zahlenverständnis und Abstraktionsvermögen war deutlich höher als zu meiner Grundschulzeit.

m
 
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  • #30
Hier nochmal #23:
#23: ja die Probleme gibt es und sie sind offensichtlich und müssen unbedingt gelöst werden. Es ist eine Katastrophe ABER warum sind Migrationskinder in Schweden, Frankreich, England nicht schlechter in der Schule UND können die Sprache des Landes fließend. In Schweden z.B werden ausländische Kinder und Menschen ganz anders aufgenommen und integriert- es fängt bei Sprachkursen an und endet bei der Offenheit und Empfänglichkeit der Menschen dort. Es sind immer 2 Seiten. Deutschland sollte langsam reflektieren und die Probleme aus mehreren Perspektiven erörtern. Vielleicht gibt es ja ein Grund, weshalb hier die Migranten nicht kooperieren oder sich verweigern eine neue Kultur anzunehmen.

Gerade muslimische Migranten sind auch in anderen Ländern, sogar in Frankreich, dessen Sprache sie in der Regel fließend sprechen, in einer insgesamt ähnlichen Situation wie in Deutschland. Ich habe beruflich viel mit Franzosen zu tun und die sagen alle, dass die Tunesier, Marokkaner, Algerier usw. sich auch häufig abschotten (man denke an die "banlieus"), ein oft niedrigeres Bildungsniveau haben, eine viel höhere Arbeitslosenquote, höhere Kriminalitätsrate und und und. An vielen französischen Schulen mit hohem Migrantenanteil geht es ähnlich zu wie an deutschen "Brennpunktschulen".
Und auch in Schweden trügt der Schein, viele Migranten haben dort ähnliche Probleme wie in Deutschland, wenn man mal genauer hinschaut. Es ist also naiv zu glauben, dass nur die bösen Deutschen an der oft schwierigen Lage vieler Migranten hier schuld sind.

Allerdings fällt auf, dass zum Beispiel asiatischstämmige Kinder (z.B. aus Vietnam) meistens sehr gute Schüler sind und häufig das Abitur und später ein Studium machen. Also kann man nicht pauschal sagen, dass ALLE "Migrantenkinder" Probleme in der Schule haben.
 
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