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  • #1

Mutter und ihr Bestattungwunsch

Hallo,
kleine Vorgeschichte zu uns:
Meine Mutter (63) und ich kommen aus einer Kleinstadt, in welcher ihre Familie auf dem einzigen Friedhof beigesetzt wurde (ihre Großeltern und ihre Mutter). Alle in der gleichen Grabstätte. Jetzt ist dort noch Platz für EINE Urne.

Nun wohnen wir jedoch nicht mehr in dieser Kleinstadt.
Meine Mutter wohnt mit ihrem Mann ca. 500 km weit entfernt, ich ca. 1.000 km.
Die Grabstätte befindet sich in Jahrespflege, meine Mutter zahlt die Rechnung. Sie fährt einmal im Jahr hin und besucht Oma.

Bislang wollte sie auch immer dort beigesetzt werden. Allerdings kam dann das Problem auf, dass sie mit ihrem Mann zusammen "liegen" möchte. Da in der Grabstätte nur noch eine Urne Platz hat, geht das schon mal nicht.

Gestern haben wir das Thema zufällig noch einmal angesprochen und sie sagte:
"Ach, ich will irgendwo anonym "verscharrt" werden, Du hast doch eh keine Zeit, an irgendein Grab zu gehen. Du hast doch Dein eigenes Leben, dann ist das doch egal, wo ich nachher bin. Mich interessiert das doch dann alles nicht mehr."
Und dann fing sie an, zu weinen.

Völlig perplex saß ich hier gestern Abend und konnte damit NICHTS anfangen. Warum tut das ein Mensch? Wie kann er sich nur so wenig wichtig nehmen?
Es gibt doch verschiedene Möglichkeiten, die sie in Erwägung ziehen könnte (Waldbestattung, Ruhegemeinschaften usw.), damit die Familie und Freunde wenigstens eine kleine Anlaufstelle haben und ihr Name nicht einfach so verschwindet. Bin da grad etwas durch den Wind.
Leider kann man mit ihr über dieses Thema nicht vernünftig reden, sie blockt und weint sofort. Habt ihr eine Idee??
 
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  • #2
Mich wundert, dass ihr in ihrem jungen Alter solche Themen habt. Vielleicht hat sie Depressionen? Aber normal ist es nicht, sich mit 63 schon auf den nahenden Tod vorzubereiten.
 
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  • #3
Ich erzähle Dir von meinen Großeltern, jetzt beide weit über 80. Es hat sich jedes Jahr die Bestattungsart geändert, mal war es eine Seebestattung dann die Urne, grüne Wiese usw.
Dann haben sie sich vorab informatiert, sich ihre Trauerfeier organisiert ...Das Geld dafür ist vertraglich geregelt und liegt bei einer Art Tageskonto. Und genau seit diesem Zeitpunkt, haben wir alle mit diesen ewigen Thema Ruhe. Wenn es deiner Mutter so wichtig ist, dann informiert euch vorab.
 
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  • #4
Man könnte aber genauso sagen: warum nimmst DU Dich (und Deine Meinung) denn so wichtig.

Hier geht es doch nicht (nur) um Dich, sondern um die Gefühle Deiner Mutter!

Diese Grabstätte hat Tradition, sie ist eben die von Dir beschriebene Anlaufstätte, in der die Familie vereint ist. Allerdings ist da nicht nur die Bindung Deiner Mutter zu ihrer Familie, sondern auch die, zu ihrem Mann und da fühlt sie sich wohl irgendwie zerrissen und unglücklich.

Man sollte in Erfahrung bringen, ob diese Familiengrabstätte auf dem Friedhof erweitert werden könnte - ggf. an einem anderen Platz auf diesem Friedhof. Wenn man es rechtzeitig angeht, ist da sicher etwas möglich.

Du bist entweder noch ziemlich jung und unreif und/oder wenig einfühlsam. (Für mich liest Du Dich unreif und wenig einfühlsam) Der Tod, dieses Unbekannte ängstigt nun mal jeden von uns auf die ein oder andere Weise. Manch einer findet Trost, dann an gleicher Stelle wie die Familie zu sein, möchte sich aber auch von einem geliebten Ehepartner nicht trennen müssen.

Diesen Trost findet nun mal nicht jeder bei dem Gedanken, sich so einfach (wie Du das erwartest - und damit DU eine 'Anlaufstelle' hast), wenn er sich an einem für ihn fremden Ort bestatten lässt.

Also kram mal etwas mehr Einfühlungsvermögen zusammen und stelle Deine Mutter nicht wie ein dummes Kind (sie bockt ...) hin. Dieses Thema lässt sich nun mal nicht von Emotionen trennen, so wie Dir das bequem wäre.
 
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  • #5
Deine Mutter will dir nicht zur Last fallen. Ich finde das lobenswert. Außerdem sollte man den letzten Wunsch eines Menschen respektieren - egal wie er ausfällt! Also halte auch du dich dran! Vermutlich braucht deine Mutter eh einen Psychologen! Ich versteh auch nur die Hälfte ihres Problemes. Vermutlich habt ihr zusammen tieferliegende Probleme, die in der Vergangenheit liegen.

Nebenbei kann man meines Wissens gar nicht so einfach anonym beigesetzt werden, denn solange es noch Angehörige gibt, wirst du ihr ein Grab zahlen müssen. Anonyme Beisetzungen sind meines Wissens nach nur was für Leute ohne Angehörige, Alleinstehende, unbekannte Tote. Die Kosten übernimmt der Staat und das ist ja nicht Sinn der Sache, dass jeder das so machen kann.

Letztendlich entscheidet ihr als Angehörige sowieso als Letzer, wie sie letzten Endes bestattet wird. Da kann aus einem ehemaligen Wunsch ganz schnell was anderes werden - sofern man seinen Wunsch nicht handfest in einem Testament vermerkt hat.
 
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  • #6
Oh je, Kopf trifft Bauch...

Den Anfang musste ich übrigens 5x lesen und hoffe, es nun verstanden zu haben. Sie besucht also das GRAB DEINER Oma und nicht "die Oma". (?)

Ich weiß nicht, ob Du eine Frau oder ein Mann bist. Vieles deutet auf Mann. Unabhängig davon - Du verstehst Deine Mutter nicht in ihrem Problem.

So geht es übrigens vielen Männern. Männer mögen klare und direkte Aussagen, damit meine ich jetzt nicht Vorwürfe o. ä.. Bei Frauen ist das meist anders.

Deine Mutter hat wahrscheinlich Angst, nebenbei vermisst sie Dich oder sie sieht sich in einem inneren Konflikt. Ihr Wunsch war es offenbar, bei "ihrer" Familie bestattet zu werden. Nun hat Dein Stiefvater (?), zu dem Du offenbar (auch) wenig Bezug hast, aber seinen Anspruch angemeldet.
Sie fühlt sich in ihrem Problem allein gelassen, überfordert und "jammert" es eben raus.

Sie ist in ihrer emotionalen Welt gefangen. Du müsstest doch Deine Mutter besser kennen als jeder andere hier. Ist ihre Reaktion "typisch" oder außergewöhnlich? Welche emotionale Nähe hast Du zu ihr? - Bitte nicht falsch verstehen, Deine Schilderungen wirken recht distanziert, fast stocksteif.

Für sie ist der Tod nicht so einfach, wie sie es Dir vermittelte. Es ist genau das Gegenteil - für sie ist das eine große emotionale Belastung. Für Dich scheint das aber eine nüchterne "Rechnerei" zu sein, genau das kann sie jetzt aber gar nicht gebrauchen.

Du kannst das nicht auf der sachlichen Ebene ohne Emotion lösen. Genau diese Versuche hast Du aber vermutlich unternommen, warum sie auch sofort blockiert.

Nimm sie in den Arm und sag ihr einfach: "Ich liebe Dich doch, Mama. Ich mag nicht, dass Du traurig bist. Was ist passiert?"
Weil sie Dich eben kennt, kann es sein, dass Du Dich da schon ein bisschen mehr einbringen und von einer ihr noch recht unbekannten Seite zeigen musst.

Also - nicht aufgeben und Geduld zeigen.

m50
 
  • #7
Deine Mutter fühlt sich sehr alleine gelassen, warum denn auch immer.

Bitte such das Gespräch mit ihr, persönlich. Vielleicht solltet ihr euch sehr viel häufiger sehen?
 
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  • #8
Hallo,

also...ich bin w und habe beruflich mit Grabstätten, Bestattungen u. ä. zu tun.

Und ich bin die FS :) und über 40 (was die meisten Fragen hier beantworten dürfte).

Zuerst einmal: Ich schrieb nicht, dass sie bockt, ich schrieb, dass sie bLockt (nicht verwechseln!!).

Was ihr Mann dazu sagt, weiß ich nicht, da ich mit beiden NICHT darüber sprechen kann. Und ich finde es schon wichtig, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, wie man sich seinen letzten Weg irgendwann vorstellen will.
Berufsbedingt sehe ich täglich, wie wichtig es ist, sich im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, denn wenn es auf einmal ganz plötzlich passiert, dann stehen die Angehörigen da und wissen vor Schmerz nicht, was sie tun sollen (was auch ganz natürlich ist!!!).
Selbst für meinen eigenen Weg (der hoffentlich noch in weiter Ferne ist) werde ich demnächst Vorkehrungen treffen, damit niemand auf Kosten oder anderen Dingen sitzen bleiben muss. Ich finde es eher verantwortungsvoll, sich rechtzeitig darum zu kümmern, als es vor sich her zu schieben. Aber das ist meine persönliche Meinung und hat nichts mit Gefühlskälte zu tun.

Natürlich kann sich jeder anonym beisetzen lassen, es wird natürlich von Amts wegen vorrangig bei Sozialfällen gemacht, da es die kostengünstigste Variante ist. Aber jeder kann das auch für sich entscheiden.

Mir geht es auch gar nicht um die Grundsatzdiskussion, ob man den letzten Willen nun respektieren sollte oder nicht. Natürlich MUSS man das in meinen Augen! Das ist man dem Verstorbenen doch schuldig.

Mir ging es ausschließlich darum, dass Mama meint, sie möchte "verscharrt" werden, weil es ja eh niemanden interessiert. Die Idee mit dem zusätzlichen Grabfeld neben der Familiengrabstätte finde ich super! Herzlichen Dank! Vielleicht ist das ja etwas, mit dem sie sich anfreunden könnte. Dann hätte ihr Mann noch Platz (nein, er ist NICHT mein Stiefvater!) und sie wäre bei ihrer Mutter und ihren Großeltern. Und die Pflege kann man heutzutage auch absichern, wenn man sie nicht selbst erbringen kann.

Und glaubt mir, ich nehme meine Meinung keineswegs soooo wichtig, dass ich sie über den Willen meiner Mutter stelle. Mich schockierte lediglich ihre Aussage.
Und von einer Anlaufstelle war auch nicht die Rede, für mich persönlich brauche ich sie nicht. Solange man den Menschen nicht vergisst und sich jederzeit liebevoll an ihn erinnert, ist doch alles gut. Den Blumenstrauß kann ich auch zuhause neben ein Foto stellen, oder? Schlimmer ist es doch, wenn man denjenigen aus seinem Herzen verbannt und sich danach noch ums Erbe streitet. Schrecklich!

Ich für mich persönlich möchte kein Grab. Unvorstellbar für mich, auf einem Friedhof zu liegen. Aber auch das muss man jedem selbst überlassen, ich verurteile niemanden, egal, für welche Variante er sich entscheidet. Nur die eigene Mutter zu "verscharren" haut mich ehrlich ein wenig um!
 
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  • #9
Es ist ganz einfach..
Deine Mutter fühlt sich einsam, vergessen und ungeliebt. Von Dir (da bin ich mir ziemlich sicher,) und evtl (das ist Spekulation) auch in ihrer Partnerschaft. Sie ist auch depressiv. Möglicherweise sogar schwer depressiv.

Es liegt mir fern Dich anzugreifen, aber denkst Du nicht grad ein bisschen viel mehr an Dich statt an sie? Du machst Dir mehr Gedanken darüber, nach ihrem Tod!!!! eine Anlaufstelle zu haben die "Dich" über ihren Tod hinweg tröstet und darüber ob ihr Name verschwindet?, als über die Tatsache, dass Deine Mama mit 63 Jahren keineswegs alt genug ist, um "lebensmüde" zu sein. Sie sendet einen eindeutigen Hilfeschrei aus, der da lautet:
Ich bin für Dich nicht wichtig. Du hast doch eh keine Zeit für mich. Du hast doch Dein eigenes Leben, dann ist das doch egal, was mit mir ist. Es ist als wäre ich bereits tot.
Hinterfrage was mit Deiner Mama nicht stimmt und warum sie so traurig ist.
 
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  • #10
Sie ist alt genug sich selber drum zu kümmern und sollte das auch eigeständig mit deinem Vater für sich regeln. Da kannst du um deine Meinung gefragt werden und wenn du gefragt wirst was sagen mehr aber auch nicht. Ich war zwar auch was schockiert als meine Oma mit 89 endlich Nägeln mit Köpfen gemacht hat, als in dem Heim Prospekte mit zugegeben hübschen Urnengräbern zum günstigen Preis rundkreisten und mir kann das auch als absolute Zumutung vor das ich das regeln sollte ... Aber im Nachhinein hatte sie völlig recht. Heute bin ich froh drum. Sie hat verhindert das meine Mutter sich in ihrer verkorksten Art da querstellt und gelichzeitig mir in den Weg. (Sie hat z. B. was gegen Urnenbestattung kann aber absolut nicht erklären warum).´Warum deine Mutter nun nun mit nur 63 mit einem solchen künstlichen Geheule hinterherkommt kann ich nicht beurteilen, du musst den Charakter deine Mutter ja besser kennen. Klingt erst mal wie ein selbstmitleidiges Gejammer, das du dich nicht genug kümmerst, also ein billiger Erpressungsversuch. Oder sie hat Langeweile und steckt in einer Sackgasse in ihrem Leben. Man weiß es nicht. Sag einfach ja und lasse sie das regeln wie es ihr passt. sie hat völlig recht, bei solchen Entfernungen ist das eben nur selten zu kontrollieren was die bezahlte Grabpflege da macht. Man kann mir sicher vorwerfen nicht sonderlich emotional zu reagieren aber ich bin sicher, auf meinen Einwurf das es praktisch sei und der Rasenmäher sicher regelmäßig drüberfährt, würde sie wohl noch mal umschwenken ;-) Da passt ihr dann nämlich bestimmt auch nicht. Prinzipiell ist die Idee sie nicht räumlich an ein Grab ketten zu müssen nüchtern betrachtet recht vernünftig. Und wenn zwei Plötze benötigt werden und da ist nur einer muss was für zwei beschaff werden. Vielleicht stimmt sie auch sentimental das de Ära dieser Familiengeschichte nun so zu Ende geht.
 
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  • #11
Ich denke, dass genau solche "Begebenheiten" eine Folge davon sind, wie rasend schnell und oberflächlich die heutige Zeit tickt und das ist natürlich kein Vorwurf an dich, sondern eine generelle Feststellung. Jeder muss irgendwie sehen, dass er seine immer mehr werdenden Tagesaufgaben relativ gut gelöst bekommt und da bleibt leider meistens nicht viel Zeit, sich um seine nächsten Angehörigen so intensiv zu bemühen, dass man seine kleinen Sorgen und Ängste überhaupt mitbekommt. Für den Aussenstehenden sind diese Sorgen und Ängste banal und nur allzugern (besonders gern auch hier im Forum) wird ein solcher Mensch sehr schnell in die depressive Ecke gestellt. Aber genau weil deine Mama dich liebt und du sie, reagiert ihr beide genauso und der Begriff "verscharrt werden" ist nur eine Verschärfung der eigentlichen Aussage, dass sie gerade keinen Plan hat, wie das funktionieren könnte, dass irgendwie alle in dieser Grabstelle vereint sind. Wenn ich mir allerdings den emotions- und empathiebefreiten Kommentar von Gast 9 so durchlese verstehe ich, warum manche Leute sich tatsächlich auf der grünen Wiese bestatten lassen, da das "Drüberfahren mit dem Rasenmäher" als endgültige Erholung vom sogenannten "Familienleben" zu Lebzeiten herbeigesehnt wird, oder Umkehrschluss dazu, man wird sich an manche Personen nicht mehr erinnern, weil man sie nicht vermisst.
 
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  • #12
Liebe FS

Mein Vater ist vor 4 Jahren unerwartet (mit 52) verstorben. Mein Bruder und ich waren - wie du sagst, mit allem überfordert. Ich kann dir nur zustimmen, jeder sollte sich - unabhängig vom Alter- Gedanken zu diesem Thema machen und sicherstellen, das die nächsten Verwandten bescheid wissen. ...das Selbe gilt auch für Organspende.

Nichts desto trotz: Deine Mutter ist 63. In meiner Familie (Grosseltern) konnte ich beobachten, dass Grössenordnung in dem Alter eine Sinnerskriese statt fand. Man kommt in das Pensionsalter, weiss, das vermutlich 2/3 des Lebens vorbei sind. Meine Grossmutter hat wie eine Wilde angefangen zu reisen, ihre Religion hinterfragt und sich die Haare gefärbt. Mein Grossvater genoss zuerst einige Jahre die Pension, bevor es ihm langweilig wurde und er anfing sich "unnütz, alt und als Ballast" wahrzunehmen.

Vielleicht steckt auch deine Mutter in so einer Krise und das mit dem "verscharren" ist einfach ein Hilferuf? Irgendwie ist es auch hart, der grössere Teil des Lebens ist vorbei (Kinder sind selber schon lange erwachsen, Arbeitsleben ist in dem Sinne auch abgeschlossen, allenfalls ist der Mann plötzlich pensioniert und daher 100% zuhause) und sie muss herausfinden, was sie mit dem Rest ihres Lebens anfangen will...

LG!

Ps: Mein Grossvater ist heute passionierte Hobbyimker. Er hat eine neue Berufung gefunden und verhätschelt wohl jede Biene einzeln.
 
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  • #13
Schöne Aussage: Er verhätschelt jede Biene :))

Hm....kümmern ist auf die Entfernung auch nicht wirklich möglich, sie wohnt 600 km von mir entfernt :-(

Wir hatten früher ein ganz vertrautes Verhältnis und selbst heute telefonieren wir fast täglich, wenn wir uns schon nicht sehen können.
Ich kann ihr (fast) alles erzählen. Klar sind wir nicht immer einer Meinung, wäre ja auch noch schöner :)
Aber so groß ist der Altersunterschied nicht, dass wir in verschiedenen Welten leben würden.

Ich denke, wenn ich sie das nächste Mal sehe, gehen wir mal einen Kaffee trinken und dann spreche ich sie darauf an, was los ist.
Ja, sie wird wohl demnächst in Rente gehen, ihr Mann ist 12 Jahre älter als sie und nicht wirklich reisefreudig. Er töffelt lieber zuhause rum. Leider hat sie sich das im Laufe der Jahre auch ein wenig "angeeignet". Bleibt wohl nicht aus, wenn man schon über ein Jahrzehnt verheiratet ist.

Aber es sind halt alles nur Möglichkeiten, was los sein könnte. Ein persönliches Gespräch ist wohl die beste Lösung, auch wenn ich da noch paar Wochen warten muss, da wir uns erst Anfang August sehen können.

Danke erst mal für eure Antworten.
Bis bald
 
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  • #14
Mich wundert, dass ihr in ihrem jungen Alter solche Themen habt. Vielleicht hat sie Depressionen? Aber normal ist es nicht, sich mit 63 schon auf den nahenden Tod vorzubereiten.

Ich finde das sehr normal. Mit 63 ist man nicht mehr jung, hier beginnen alle möglichen Krankheiten (Gelenksleiden, schleichende Alzheimer, Krebs, plötzlicher Herzinfarkt) und nicht jeder wird 80 oder 90 Jahre alt. Eigentlich, und so stellt sich heraus, dass die Leute viel zu spät in diesem Alter darüber nachdenken. Zumal die Leute geistig (und meist auch körperlich) mit über 60 nicht mehr alle so modern und fit sind, wie sie derzeit immer tun.

Deswegen sollte JEDER das für sich abklären, wie er bestattet werden möchte. Ich mache mir derzeit auch so meine Gedanken (leider viel zu spät, weil ich viel zu feige war, früher darüber zu reden).

Zum Thema: Ich finde in den letzten Bestattungswunsch hat kein Mensch hineinzureden. Sie hat ihre eigenen Beweggründe und für sie wäre es schlimmer, wenn sie wüsste, du müsstest dich um ihr Grab kümmern. Ich kann das absolut nachvollziehen, denn ich möchte im Alter auch NIEMANDEM zur Last fallen, und möglichst abgeschieden sein und keinen Grabesbesuch und keine Deko. Alles möglichst schlicht und einfach, ohne Bemühen von außen.

Was gibt es daran nicht zu verstehen? Noch schlimmer: du kannst es scheinbar nicht einmal nachvollziehen und respektieren. Jeder Mensch denkt eben anders und das sollte man ihm lassen. Es ist immerhin der letzte Wunsch, den ein Mensch hat und er hat seine Gründe dafür, warum er so handelt. Manchmal auch aus Groll und Trauer. Aber selbst den muss man dem Menschen zugestehen und kann nicht über seinem Kopf hinweg etwas anderes entscheiden.

Weißt du, ist man so alt wie deine Mutter ist, dann hat man viel vom Leben gesehen, man möchte nicht mehr umtätschelt werden. Akzeptiere es doch einfach?
 
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  • #15
Ich finde das sehr normal. Mit 63 ist man nicht mehr jung, hier beginnen alle möglichen Krankheiten (Gelenksleiden, schleichende Alzheimer, Krebs, plötzlicher Herzinfarkt) und nicht jeder wird 80 oder 90 Jahre alt. Eigentlich, und so stellt sich heraus, dass die Leute viel zu spät in diesem Alter darüber nachdenken. Zumal die Leute geistig (und meist auch körperlich) mit über 60 nicht mehr alle so modern und fit sind, wie sie derzeit immer tun.

Deswegen sollte JEDER das für sich abklären, wie er bestattet werden möchte. Ich mache mir derzeit auch so meine Gedanken (leider viel zu spät, weil ich viel zu feige war, früher darüber zu reden).

Meine Mutter ist 68 und ich würde mich doch sehr wundern, wenn sie über solche Themen nachdenken würde. Wer soweit ist, hat doch mit dem Leben schon abgeschlossen. Da gibt es doch weitaus schönere Pläne, die man machen kann. Auch in diesem Alter.
 
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  • #16
Mich wundert, dass ihr in ihrem jungen Alter solche Themen habt. Vielleicht hat sie Depressionen? Aber normal ist es nicht, sich mit 63 schon auf den nahenden Tod vorzubereiten.

Das war auch mein erster Gedanke. Ich bin 60 und mache mir grad Gedanken über die Ruhestätte meiner Eltern, was mit mir mal geschieht, wurde kurz angesprochen, aber es ist kein Thema.
Mir wäre es übrigens egal, was mit mir geschieht, solange ich noch in der Erinnerung meiner Lieben bleibe.

Ich glaube, es geht nicht um die Bestattung, es geht um die Situation, dass sich kein Kind um sie kümmert. Es ist schwer, wenn man so weit auseinander wohnt und die Äußerung "es ist dir doch egal...." kann auch heißen "ich bin dir heute egal und wenn ich tot bin auch". Sie hat Angst, dass sie vergessen wird. Denk mal darüber nach.
Kümmer dich um deine Mutter, solange sie noch lebt. Was dann kommt, ist nicht so wichtig.
 
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  • #17
Meine Mutter ist 68 und ich würde mich doch sehr wundern, wenn sie über solche Themen nachdenken würde. Wer soweit ist, hat doch mit dem Leben schon abgeschlossen. Da gibt es doch weitaus schönere Pläne, die man machen kann. Auch in diesem Alter.

Mit 68 hat deine Mutter hoffentlich noch viele gute Jahre vor sich. Trotzdem kann es unabhängig vom Alter jeden von uns täglich treffen, dass wir uns mit dem Thema Tod eines lieben Angehörigen auseinander setzen müssen. In so einer schweren Situation stelle ich es mir sehr hilfreich vor, zu wissen, was der Verstorbene selbst wollte. Meine Mutter (63) hat mal erwähnt, dass sie mal in einem Friedwald ihre letzte Ruhestätte haben möchte. Ich habe das nun im Hinterkopf, für den Fall, das es irgendwann in hoffentlich weiter Zukunft mal soweit ist und gut ist auch. Ich verschwende daran im Moment keinen Gedanken mehr. Meine Großeltern möchten eine Seebestattung, auch das wird dann irgendwann so kommen, auch wenn es erst wieder Thema an Tag X sein wird.
Wenn man nicht weiß, was der Verstorbene selbst wollte, tut man niemandem einen Gefallen, außer vielleicht dem beauftragten Bestatter, dem man in seiner Trauer hilflos ausgeliefert sein kann...

W 41
 
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  • #18
Gibt es denn schon einen Grund, über eine diesbezügliche Regelung nachzudenken, oder spielen Depressionen eine Rolle? Man kennt das bei den Alten, dass Ihnen möglicherweise eine vernünftige Aufgabe fehlt und sie sich nicht mehr gebraucht fühlen. Man sollte dann schon noch versuchen, das restliche Leben zu planen und nicht über das Ende nachzudenken. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.

Ich habe vor über einem halben Jahr meine Mutter zu Grabe getragen. Sie war gerade 75 geworden. Lungenkrebs-nichts mehr zu machen. Sie hatte sich soweit kaum darüber Gedanken gemacht, außer, dass es eben ein Urnenbegräbnis sein sollte. Das hat ein großer, örtlicher Bestatter abgewickelt, womit man ganz zufrieden sein kann. In meinem Fall spielen räumliche Distanzen keine große Rolle, da ich am gleichen Ort wohne.
 
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  • #19
Mich wundert, dass ihr in ihrem jungen Alter solche Themen habt. Vielleicht hat sie Depressionen? Aber normal ist es nicht, sich mit 63 schon auf den nahenden Tod vorzubereiten.

Na dann sind mein Mann und ich aber sowas von außer der Spur und nicht normal, denn wir beschäftigen uns heute (47/51) schon mit unserer Bestattung. Aber das nur so nebenbei.
Liebe FS, schau dir doch selbst noch einmal deine Frage und die Wortwahl deiner Mutter an. Hier geht es nicht um die etwaige Bestattungsart sondern vielmehr darum, dass sie anscheinend das Gefühl hat, dir nicht wichtig zu sein. Du zitierst sie selbst mit den Worten: ""Ach, ich will irgendwo anonym "verscharrt" werden, Du hast doch eh keine Zeit, an irgendein Grab zu gehen. Du hast doch Dein eigenes Leben, dann ist das doch egal, wo ich nachher bin. Mich interessiert das doch dann alles nicht mehr."
In meinen Augen ist das das eigentliche Problem. Wenn du hier einen Gesprächsansatz findest - und wenn du nur sagst "Aber Mama, ich möchte doch einen Platz haben, an dem ich mich dir ganz nah fühlen kann" - du kannst natürlich auch etwas anderes in der Art sagen - dann könnte ich mir gut vorstellen, dass ihr dem Kern des Problems wesentlich näher kommt.
Und an all diejenigen, die meinen, man müsste sich erst im hohen Alter mit dem Thema Bestattung etc. beschäftigen: schön, dass man das hohe Alter erreicht hat - aber bitte nicht vergessen, dass es jeden jeden Tag treffen kann. Und dass es auch sein kann, dass man irgendwann nicht mehr in der Lage ist, sich mit überhaupt etwas zu beschäftigen, weil man dement etc. ist"
w/47
 
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