• #1

Muss denn immer alles ausdiskutiert werden?

Es ist sooo sinnlos, darüber zu diskutieren, ob 15 Minuten eine lange Zeit sind oder nicht. Und doch: er sagt, es sei nur ein kurzer Schauer von 15 Minuten, sie keift zurück, 15 Minuten seien nicht kurz, sondern lang. Er will den Vertrag erst klammern, dann unterschreiben, sie will, daß zuerst unterschrieben und dann geklammert wird. Und versteht nicht, daß solche Debatten den Mann einfach nur tierisch nerven. Wie gehen denn andere mit diesen Mikro-Diskussionen um? Oder gibt es die bei Euch erst gar nicht?
 
G

Gast

  • #2
Solche Diskussionen gab es zwischen mir und meinem Mann nie, weil ich mich nicht drauf eingelassen habe. Zu solchen Kommunikationsexzessen gehören immer Zwei - Du und sie.

Wenn Dir die Regen- oder Klammerdiskussion auf den Keks geht, warum führst Du sie dann? Wenn die Frau es nicht hinbekommt, dann halt Du doch einfach den Schnabel. So habe ich es mit meinem Mann gemacht, der auch so ein Debattenfranz war - einfach nicht geantwortet und ihn labern lassen.
 
  • #3
Ehrlich gesagt kenne ich sowas nicht, in keiner Beziehung, mit keinem Freund, nichtmal mit meinem Chef.

Die Beispiele, die du nennst sind wirklich Banalitäten - ich habe den Eindruck, dass es sich nur um einen Nebenkriegsschauplatz handelt, in Wirklichkeit geht es um einen Machtkampf. Einer (oder beide) fühlen sich permanent unterlegen und meinen, auf diese Weise Büroklammer für Büroklammer die Macht zurückgewinnen zu müssen. Bis das böse Gegenüber wieder die Oberhand gewonnen hat und der Kampf von vorn beginnt.

Ihr seid kein Team, ihr seid Konkurrenten oder sogar Gegner (mir fällt da unwillkürlich dein Beispiel mit dem Weg zum Bahnhof aus einem anderen Thread ein).

Wo ist das liebevolle Miteinander, das Wohlwollende für den Partner (geblieben), dass man auch mal zurückstecken kann, ohne sich dabei als Verlierer zu fühlen ?

Entweder passt ihr von eurer grundsätzlichen Art her nicht zusammen oder es gibt ein anderes zugrunde liegendes Problem, was damit nur oberflächlich zum Ausdruck kommt.

Deine Partnerin kannst du nicht ändern, du kannst nur schauen, welchen Beitrag du dazu leistet.

Ich denke, wenn man sich permant vom Partner provoziert fühlt und meint, sich rächen zu müssen, ist das kein Ausdruck von Liebe und man sollte die Konsequenzen für sich ziehen.

Man lebt nur einmal.
 
  • #4
Da kann ich mich #1 nur anschließen. Jede Art von Rechthaberei langweilt mich tödich, daher kenne ich solche Diskussionen nicht. Ein Verflossener hat mir mal ausdrücklich erklärt, warum der Schnee, den ich, aus dem Autofenster sehend, begeistert als "wunderschön weiß glänzend" oder so ähnlich bezeichnete, gar nicht so weiß sei..BlaBlaBla..ich habe ihn reden lassen. Fand er eben meine Schwärmerei doof und ich sein Gekrittel à la "Hab ich in Galileo gesehen und erkläre Dir jetzt die Wirklichkeit" . Das hielt dann auch nicht lange. Einfach humorlos und nicht sexy :D
 
G

Gast

  • #5
Es gibt sie auch in meiner Partnerschaft nicht, lieber Apfeldieb. Auch nicht in denen, die ich vorher hatte.

Tut mir leid, dass du in so einer Partnerschaft gefangen bist, aber diese Frau war deine persönliche Wahl. Deshalb in sämtlichen Threads alle Frauen zu verteufeln, ist nicht nur unfair, sondern nicht zielführend. Sorry, musste mal gesagt werden. Ich kenne so etwas nicht einmal aus meinem Umfeld.

Was ist bei euch los, worum geht es wirklich? Um Rechthaberei, um einen Machtkampf, wie voriger Poster schon sagte. Warum tut ihr das?
Wie konnte so viel Groll aufeinander entstehen?
 
  • #6
Solche Diskussionen um nichts gibt es bei uns nicht. Mit so jemandem kann man es m. E. nicht aushalten.
 
  • #7
@peach, Gegner trifft es für mich sehr wohl, was immer es da auszufechten gibt, es geht mit Sicherheit nicht um die 15 min - und ja, ich kenne diese irrwitzigen Verstrickungen auch - und will es nicht noch mal erleben müssen, ich hoffe, ich habe genug dazugelernt ;-) - es hat meiner Meinung nach etwas mit Rechthabenmüssen um jeden Preis - zu tun und ist für mich ein Zeichen von mangelnder Großherzigkeit und echten Problemen, die nicht ausgesprochen werden (können) - nicht nur nervig, sondern im Nachgang auch schmerzhaft, zuneigungsabtötend, unachtsam und derlei mehr - sorry @Apfeldieb, ist vielleicht bei Euch nicht so schlimm, sondern wirklich nur "tierisch nervig", aber zum Alltag gehörend, kann auch einfach nur ein Ventil sein, wenn danach wieder alles stimmig ist ...
Gruß, meta
 
  • #8
Stellvertreterkriege, und zwar eindeutig.

Ich hatte vor Jahren einen mehrmonatigen Beziehungsversuch, bei dem ich irgendwann eine Debatte wegen eines Gürtels geführt habe - passt der braune Gürtel oder ist er unmöglich?

Das machte mich schon extrem nachdenklich. In den folgenden Wochen passierten noch einige Kleinigkeiten, bis ich fast einen Wutanfall bekam, weil mein Partner bei einer Einladung zu Freunden nicht unaufgefordert Blumen für die Gastgeberin besorgte.

Ich zog mich zurück, dachte intensiv nach und führte danach noch ein langes, ruhiges Trennungsgespräch. Es passte überhaupt nicht, und ich hatte es nicht wahr haben wollen.

Denk mal wirklich gründlich nach, lieber Apfeldieb.
 
  • #9
Hm, das „darauf einlassen” wird einem aber doch aufgezwungen, indem der passive Teil stets die Möglichkeit hat, das Angebot „umzudrehen”. Und nicht immer ist es so einfach wie bei der Wahl der Straßenseite, wo man halt einfach auf der gewählten Seite weiter läuft, auch wenn sie meint, die andere wäre die bessere. Aber bei dem anderen Kleinkram hat man, wie ich meine, nur zwei Möglichkeiten: entweder achselzuckend akzeptieren, daß alles genau anders herum „richtig” sein soll – oder die Sache eskalieren, indem man gegen das notorische Umdrehen aufbegehrt.
 
  • #10
Solche Diskussionen kenne ich nicht und würde mich auch sofort weigern, sie zu führen. Es ist mir egal, ob 15 Minuten Regen lang oder kurz gefunden werden, das ist sowieso relativ.

Das ist doch albern :) Warum lässt Du Dich auf solche Rechthaber-Diskussionen ein?Man könnte das ganze abkürzen und sagen, dass jeder seine Meinung haben darf.

ich habe den Eindruck, dass es sich nur um einen Nebenkriegsschauplatz handelt, in Wirklichkeit geht es um einen Machtkampf.
Denke ich auch.
 
S

Stierchen

  • #11
Ich führe solche Diskussionen auch nicht und halte dann ganz einfach meine Klappe. Leider führt es bei mir dazu, dass das Vertrauen, einfach man selbst sein zu dürfen, sinkt und das Misstrauen wächst. Das kann keine Grundlage für eine gute Beziehung sein.

Peach stimme ich voll zu, dass es sich hier um ein Machtthema handelt. Entweder man braucht diese Machtkämpfe oder nicht. Wenn nicht und man seinen Seelenfrieden bewahren möchte, muss man wohl oder übel seine Konsequenzen ziehen.
 
  • #12
.....in Wirklichkeit geht es um einen Machtkampf.
Das war auch mein erster Gedanke, als ich den Post gelesen habe.
Beide wollen unbedingt Recht haben.
Wenn schon Kleinigkeiten solche Kämpfe hervor rufen, wie sieht es denn dann bei grösseren Entscheidungen aus?!

Jeder hat seine Meinung und kann/sollte sie vertreten, aber nicht mit Rechthaberei.
"Ich finde, 15min ganz schön lang." Fertig!

Um solche Banalitäten gibt's bei uns kein Gekeife. Zeitraubend und nervig.
Keiner "muss" Recht haben. Und nachgeben, um Streit aus dem Weg zu gehen, ist deswegen auch kein Thema.
 
  • #12
...mir fällt da unwillkürlich ein Beispiel mit dem Weg zum Bahnhof aus einem anderen Thread ein.
.
Richtig, das waren Apfeldieb und seine Freundin.

Ich hatte damals auch von meinem Schatz erzählt, der ähnlich drauf ist, wie deine Frau und wie ich damit umgehe.
Meine Empfehlung zur Nachahmung:
Wenn es um Nichtigkeiten geht, lass sie einfach. Ist doch vollkommen egal, ob 15 Minuten nun lang oder kurz sind, oder ob man zum Bahnhof links oder rechts herum geht.
Dinge von mindestens gewisser Tragweite musst du schon besprechen mit dem Ziel der Einigung oder des Kompromisses.
Nörgeleien am eigenen Tun kann man minimieren, indem man es den Partner tun lässt ( in meinem Fall autofahren ).

Mir fällt bei all dem kein Zacken aus der Krone.
Wenn dir einer rausfällt, könnte es sich wirklich um einen Machtkampf handeln und dieser Popelkram dient nur der Stellvertretung eines eigentlichen Problems.

w 48
 
G

Gast

  • #13
Ich verstehe bei Dir manchmal nicht so ganz, ob es ein generelles Problem in Deinen Partnerschaften ist oder es Deine aktuelle Partnerin betrifft.
Ich kenne sowas auch nicht. Wenn ich es kennenlernen würde, wäre dieser Mensch nicht lange in meinem Leben. Mein Leben ist mir zu schade, um es mit solchen Diskussionen zu vermiesen.

Und versteht nicht, daß solche Debatten den Mann einfach nur tierisch nerven.
Auch Frauen sind von solchen Diskussionen tierisch genervt.
Dein Satz meint eigentlich, dass eine keifende Frau immer wieder der Auslöser ist und Du nur der duldsame Mann bist, der es aushalten muss.
Das sehe ich anders, jedenfalls wenn ich Rückschlüsse aus dem ziehe, was ich bisher von Dir gelesen habe.

Ihr seid kein Team, ihr seid Konkurrenten oder sogar Gegner
Genau darum geht es in jedem einzelnen Beispiel, dass Du nennst. Ich erinnere mich auch gut an die Bahnhof-Geschichte.
Ein Machtkampf über einen Weg. Und hier....eine Diskussion darüber, ob 15 Minuten kurz oder lang sind. Irgendwie lächerlich. Aber Du machst mit.
Wenn bei Dir jede Beziehung so verläuft, mußt Du vielleicht auch mal bei Dir gucken, was Dich antreibt, immer alles besser wissen zu müssen.
Wenn es die aktuelle Beziehung betrifft, dann paßt ihr womöglich nicht zusammen.
Ich kann Dir nur sagen, dass ich das, was Du als keifende Frau empfindest, andersrum als ewigen Nörgelfritzen empfinden würde.
Das provoziert und wenn man da nicht die Notbremse zieht, kann es eben schnell in diese Diskussionen führen.

Ich denke, wenn man sich permant vom Partner provoziert fühlt und meint, sich rächen zu müssen, ist das kein Ausdruck von Liebe und man sollte die Konsequenzen für sich ziehen.
Genau.
W
 
  • #14
So etwas gibt es bei uns nicht. Klingt ziemlich nach Machtspielchen und sich gegenseitig richtig auf die Nerven gehen. Nach dem Motto: "Wer einknickt, hat verloren".
Jaja, die böse Frau versteht den Mann nicht. Und umgekehrt? Wenn Dir so etwas eventuell sogar mehrmals passiert, solltest Du mal überlegen, wo Dein Anteil an solchen Situationen ist. Vielleicht provozierst DU bewußt oder unbewußt und Frau will sich das nicht bieten lassen?
 
E

EarlyWinter

  • #15
Lieber Apfeldieb, mir ist im Laufe der Zeit schon ganz oft aufgefallen, dass bei Euch etwas im Argen ist. Eine Bekannte von mir macht ihren Mann auch dauernd, wirklich dauernd, wegen Banalitäten an. So wie die beiden, die sich angeblich lieben, miteinander umgehen, haben mein Ex Mann und ich nicht mal in den Zeiten miteinander gesprochen als wir mitten in unserer Trennung und Scheidung gesteckt haben. Früher habe ich gesagt armer Mann, oder arme Frau, je nachdem, heute sage ich "selbst schuld". Wer sich bewusst sein Leben kaputt macht wegen irgenwelcher vorgeschobenen "Gründe" (Geld usw.) ist selbst verantwortlich und soll etwas ändern oder einfach schweigen und gut ist.
Stattdessen davon auszugehen, dass alle Frauen (oder Männer) so sind - sicher nicht. Ein solcher Umgangston ist einerseits eine Respektlosigkeit dem Partner gegenüber, der eigentlich der wichtigste Mensch im Leben (neben den Kindern) sein sollte und andererseits liegt diese Art entweder an dem Charakter der Person selbst oder an eurem Miteinander.
Es ist immer auch die Frage, warum und wie man auch zusammengekommen ist. Ich habe zB oft den Eindruck, dass eine Frau oder ein Mann, selbst wenn sie/er gut aussieht, keine erotische Wirkung auf das Gegenüber zu haben scheint wenn sie/er dabei auch lieb und nett ist (guter Charakter und ansprechende äußere Erscheinung schließen sich nicht aus ;-)) und geht leer aus weil ja das große Bääääm auf den ersten Blick nicht passiert ist (meine Erfahrung mit Männern in meiner Dating-Zeit). Dieses große Bääääm kann Grundlage sein, ist es in den meisten Fällen aber nicht denn eine wirkliche Liebe entwickelt sich. Und wenn man eine Entwicklung zulässt dann zeigt sich der Charakter auch und man weiß, kann und will man damit leben oder nicht. Bei dem Bääääm stellt sich alles erst später heraus. Aber sei's drum. Denkt über eure Beziehung nach und schaut, wo das Problem WIRKLICH ist und dann trefft eine Entscheidung, wie es weiter gehen soll.
Alles Gute, so oder so.
 
G

Gast

  • #16
Aber bei dem anderen Kleinkram hat man, wie ich meine, nur zwei Möglichkeiten: entweder achselzuckend akzeptieren, daß alles genau anders herum „richtig” sein soll – oder die Sache eskalieren, indem man gegen das notorische Umdrehen aufbegehrt.
Und wieder bist Du das arme Opfer. So langsam kann ich es nicht mehr lesen.
Eine weitere Möglichkeit. mit Kleinkram umzugehen, ist die, es einfach als Kleinkram abzuhaken. Du machst aber aus jedem Kleinkram eine Krise, einen Machtkampf. Empfindest eine andere Sichtweise als notorisches Umdrehen Deiner eigenen Wahrheit.
Anstrengend.
Wenn Du keinen Weg raus findest, dann lass Dich doch mal eine Runde coachen.
W
 
G

Gast

  • #17
Für mich bedeutet geistige Reife, nicht immer Recht haben zu müssen, lieber mal klein bei geben und sich denken, lass' sie/ihn mal machen, das Ergebnis wird schon kommen.

In einer Beziehung geht das freilich nur bis zu einem gewissen Grad, ansonsten macht es einfach keine Sinn mehr. Und da würde ich dich einfach fragen, wieso tust du dir das an, bzw. wenn sich das Thema wie ein roter Faden durch dein Leben zieht, überleg mal, warum... Zufall ist das nicht.

Menschen, die ständig wegen Kleinkram ein riesen Fass aufmachen, haben meines Erachtens ein großes Problem mit sich selbst, aber darauf kommen sie vermutlich schneller, wenn sie nicht immer wieder einen Dummen finden, mit dem sie so umgehen können.

Ich hatte mal eine kurze Beziehung, wo es fortwährend Stress gab wegen allem irgendwie, und deshalb war die Beziehung dann auch bald vorbei, ich bin jedes mal geflüchtet und dachte mir nur, das muss ich mir nicht antun.

Man kann andere Menschen nicht ändern, aber wir haben immer die Wahl, ob wir uns das antun. Für mich ist sowas Zeitverschwendung.
 
  • #18
In der Schweiz gibt es sogar ein Wort für solches Verhalten zwischen Eheleuten/Partnern: "chifle". Es gab auch mal eine Comedy "Herr und Frau Chifler". Im Kern geht es um Paare, die sich gegenseitig nerven und nicht mehr respektieren, sich aber trotzdem nie trennen würden. Sehr schwer zu ertragen, vor allem wenn in Gesellschaft anderer ausgetragen. Die Paare selbst scheinen es oft gar nicht zu merken. Beispiel: Sie sagt: "Vor drei Wochen waren wir in...", er sagt: "Warum erzählst Du immer alles falsch, es war doch vor vier Wochen..." Wahweise umgekehrt. Solche Paare trennen sich aber selten und fallen aus allen Wolken, wenn andere es tun. Vielleicht haben sie dafür ständig Sex? Mir ein Rätsel....
 
G

Gast

  • #19
Hm, das „darauf einlassen” wird einem aber doch aufgezwungen, indem der passive Teil stets die Möglichkeit hat, das Angebot „umzudrehen”.
Einem kommunikationskompetenten Menschen kann man so einen Dialog nicht aufzwingen und jemandem der persönlich frei ist, d.h. nicht abhängig von einer Partnerschaft schon mal garnicht. Der macht glaubhaft klar, dass er sich wegen solcher Machtk(r)ämpfe das Leben nicht verleiden lässt und geht dann auch, wenn der neagtive Teil die Partnerschaft dominiert.
Die Frau verachtet Dich und ist aggressiv zu Dir und Du bist genauso zu ihr, aber ihr klebt aneinander, weil ihr nicht allein sein könnt. Early Winter hat wunderbar beschrieben was schiefläuft.

Das Leben kann so schön sein - warum also in so einer lausigen Partnerschaft verbittern?
 
W

wahlmünchner

  • #20
Kenne ich Gott sei Dank nicht von Beziehungen, mein Beileid..
Ein Machtkampf über einen Weg. Und hier....eine Diskussion darüber, ob 15 Minuten kurz oder lang sind. Irgendwie lächerlich. Aber Du machst mit.
Ja ich denke auch ich wäre vermutlich erstaunt, aber dann würde ich nachgeben bei den beiden Themen, weil es mir nicht wichtig wäre..
Allerdings hatte ich einen jungen Kollegen, den ich supernett fand, die ersten 6 Monate...
..Dann fing er ständig an rumzudiskutieren. Er roch förmlich, bei welche Themen ich wohl anspringen würde und provozierte mich dann in der Kantine. Aus dem nichts kam dann zB: "Lesben und Schwulen sollte verboten werden Kinder großzuziehen". Oder: "Haustiere sind doch echt nur ein Kinderersatz", oder "wer nach 30 Kinder bekommt ist echt ein schlechter Papa/ Mama". Während die anderen Kollegen nur müde mit den Schultern zuckten, regte ich mich total auf und diskutierte mit ihm bis zum Pausenende. ( selbst schuld)
Nach weiteren 6 Monaten fragte ich mich was er eigentlich davon hat? Anscheinend macht er das mit Leuten, die er mag: Diskutieren um des Aufregens willen. Er kam mit einer Kollegin zusammen und da machte er es auch, bei anderen Themen.
Es machte ihm sichtlich Spass ( während ich mich fühlte wie ein aufgeplusterter wütender Uhu..und etwas brauchte mich zu beruhigen)
Ich hab dann versucht einfach wegzuhören. Aber in einer Partnerschaft ist das ja eher schwerer.
 
  • #21
Hallo Apfeldieb,
solche Diskussionen kenne ich nicht. Ich schließe mich den Vorschreibern an, dass es eigentlich um etwas anderes geht. Außerdem schließe ich mich dahingehend an, dass immer zwei dazu gehören - es ist sind also beide Nörgler/ Rechthaber/ Ausdiskutierer.
Ich würde mal versuchen, solche Diskussionen schon im Ansatz mit Humor zu entschärfen. Also wenn es los geht, mach einfach, wie sie es möchte und sag dazu etwas wie: "Jawohl, meine Herrin und Gebieterin, immer zu Diensten." Dazu nett grinsen und sich leicht verbeugen. Entweder sie lacht bzw. grinst dann auch, oder es geht im nächsten Moment richtig los....in dem Fall wüsstest Du, dass es um die Macht geht.
Möglich wäre als Reaktion auf eine sich anbahnende Diskussion auch dieser Satz: "Du hast Recht, und ich meine Ruhe." Auch hierzu nett grinsen und schauen, was passiert.
Oder sag: "Das Geheimnis einer glücklichen Beziehung liegt im Schweigenkönnen." Natürlich auch hier wieder grinsen.
Probier's mal aus und lass uns wissen, was danach geschah.
 
  • #22
Hm, das „darauf einlassen” wird einem aber doch aufgezwungen, indem der passive Teil stets die Möglichkeit hat, das Angebot „umzudrehen”.
Sehe ich ganz genauso. Und ich kenne diese Mikro-Diskussionen nur allzu gut aus meiner früheren Ehe. Ich fand sie ganz fürchterlich, habe mich aber leider nur schwer da heraushalten können. Und mich in der Beziehung immer schlechter gefühlt, da meine Vorstellungen von einem respektvollen, liebevollen und wertschätzenden Umgang mit meinem Partner ganz anders aussehen. Ich habe mich damals oft gefragt, ob sowas normal ist und zwangsläufig entsteht, wenn man länger zusammen ist. Heute weiß ich, dass das zum Glück nicht so ist, denn mit meinem heutigen Partner gibt es sowas nicht mal ansatzweise. Es geht also auch gänzlich ohne diese stressigen, destruktiven Mikro-Konflikte.
Wie man die allerdings als Paar in so einer Situation gemeinsam auflösen kann, kann ich aus Mangel an positiver Erfahrung leider nicht sagen. Was ich aber heute mit Gewissheit sagen kann, ist, dass es sich dabei um Symptome für grundsätzliche Probleme in der Beziehung handelt. Vielleicht kann hier ja jemand hilfreiche Empfehlungen geben, der Erfahrungen damit hat, solche Spannungen gemeinsam als Paar erfolgreich aufzulösen? Denn auf Dauer ist sowas einfach nur zermürbend und für beide Partner ungesund.
 
G

Gast

  • #23
Ja, warum ist das so? Weil jede Energie eine Gegenenergie erzeugt. Energie kann man nicht tilgen! Du setzt mit einer Diskussion eine Energie frei und die kommt dann eben wieder auf dich zurück!

Deswegen muss man, so unangenehm es sich anfühlt, eben darauf verzichten,selber das letzte Wort haben zu wollen. Beiß dir auf die Zunge und schlucke eben auch mal eine Ungerechtigkeit. Denn nebenbei: es gibt schlichtweg keine Gerechtigkeit in dieser Welt, man muss lernen, so eine ungerechte Situation zu ertragen. Erst dann bist du frei und dir kann so eine Sache nichts mehr anhaben.
 
G

Gast

  • #24
Es gibt keine Mikro-Diskussion bei mir!

- ich gebe nach, das kann ich gut ertragen
- ich ertrage es, dann habe ich wieder schnellstmöglichst meine Ruhe, denn Ruhe bedeutet bei mir, ich habe Energie für wichtigere Dinge
- ich muss mich nicht profilieren oder darstellen - weder vor anderen noch vor meinem Partner, denn das würde bedeuten, ich will über ihm stehen und habe weniger Respekt vor ihm
- ich muss nichts besser wissen, ich weiß, was ich weiß und was ich nicht weiß, demzufolge sind Diskussionen darüber überflüssig. Außenstehende können mich nicht beirren und lasse mir wenig sagen, deswegen sind Diskussionen ohnehin überflüssig
- ich lege keinen Wert und kein Interesse auf Auftausch mit dem Partner auf solch einer Ebene, denn mir scheint, man befriedigt damit insgeheim seine eigene sadistische Tendenz in sich.
 
  • #25
Man sagt, das, was trifft, betrifft. Sprich: Wenn dich (und/oder) deine Partnerin etwas „aufregt, dann liegt das schon in euch. Es geht nicht um das, was ihr diskutiert, sondern um Strukturen eurer Persönlichkeit. Ihr drückt euch quasi gegenseitig die Knöpfe. Letztlich macht ihr euch beide damit kaputt.

Aus meiner Sicht solltet ihr euch beide jeweils Partner suchen, die die Dinge gleich sehen und zweitens jeweils mal voneinander unabhängig überlegen, warum es euch so schwer fällt die andere Sicht einfach stehen zu lassen. Es geht nicht drum, den anderen zu überzeugen, dass man selbst recht hat, sondern auch darum zuzuhören, und zumindest mal in Erwägung zu ziehen, dass die andere Sicht auch ihre Ursachen und Berechtigung hat. Auch wenn man es selbst anders sieht.
 
  • #26
Das Problem bei diesen Menschen, wie bei der Partnerin von Apfeldieb sehe ich darin, dass sie sich vermutlich im Leben nie beachtet respektiert und angenommen gefühlt haben, so wie sie sind, sondern viel mehr ausgegrenzt, links liegen gelassen und sich jetzt durch Rechthaberei Provokationen Beharren auf ihren Standpunkt sich hervortun und ins Zentrum der Aufmerksamkeit und der Beachtung stellen wollen.

Deine Freundin scheint ein sehr schwaches Selbstwertgefühl zu haben und scheint von Zweifeln und Selbstunsicherheiten, so geplagt zu sein, dass sie sich damit - mit den ewigen Diskussionen und Rechthabereien - sich des Gegenteils zu versichern. Wenn du ihr immer sagst: "Das stimmt es ist so, du hast recht" - auch wenn sie kein Recht hat, fühlt sie sich bestätigt und ihrer selbst selbst. Doch damit ist das Problem auf Dauer nicht gelöst, ihr selbst ist es nicht klar, weshalb sie sich so benimmt!

Vielleicht wurde ihren Geschwistern, wenn sie kein Einzelkind ist, den Vorzug und mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung gegeben. Der Stachel des Schmerzes sitzt immer noch tief und natürlich unbewusst so, dass sie sich jetzt dadurch bei dir die fehlende Anerkennung holen will ohne zu wissen, dass dieses Problem in ihrer Vergangenheit wozu und mit dir nichts zu tun hat! Es wäre vielleicht besser, wenn sie eine Therapie macht.
 
  • #27
Hallo Apfeldieb,

es scheint in Eurer Beziehung positive Tendenzen zu geben, die den Nachteil Eurer "Diskussionen" überwiegen bzw. -kompensieren, sonst gäbe es Euch nicht mehr.

Ich sehe das so, dass Euch ausreichende emotionale Nähe fehlt. Meiner Erfahrung nach kannst Du Regen und Weg bald auch durch Haushalt, Finanzen, Kinder, Beruf, Hobby, Persönlichkeit, etc. ersetzen bzw. um diese Begriffe ergänzen.

Ich vermisse sowohl bei Dir als auch bei Deiner Partnerin Respekt, Wohlwollen, Achtung und Achtsamkeit. Manche sagen auch kurz Liebe dazu.

Was könnt ihr tuen?
Euch (neu/ver)lieben!
 
G

Gast

  • #28
Das Problem bei diesen Menschen, wie bei der Partnerin von Apfeldieb sehe ich darin, dass sie sich vermutlich im Leben nie beachtet respektiert und angenommen gefühlt haben
Ist mir zu einseitig . Zu dieser Art von Kommunikation gehören zwei und wenn man Apfeldieb öfter gelesen hat, dann erkennt man auch die Muster von beiden Beteiligten.
Geht hier ja gar nicht darum, ob einer besser oder schlechter als der andere ist. Aber was ich so gelesen habe...da hat Apfeldieb schon auch eine Neigung , sich auf diese Kommunikation einzulassen.
Ja, er läßt seine Partnerin gar mit einem süffisanten Lächeln auflaufen, weil er sich absolut im Recht fühlt. Bei Wegen zum Bahnhof z.B. Ich finde das irgendwie Kindergarten....

Einer von beiden muß aus diesen Mechanismen, die sich da gegenseitig bedienen, aussteigen. Egal, welche Antreiber diese Mechanismen haben. Da die eigenen Mechanismen meistens eher nicht bewußt ablaufen, ist es für beide sinnvoll, eine Therapie zu machen.
Ich würde mich trennen, wenn das nicht hinzubekommen ist.
Aber wie gesagt, wenn Apfeldieb das in jeder Beziehung hat, dann muß er vielleicht auch mal gucken, ob das Problem schlicht und ergreifend bei ihm liegt und nicht bei den ewig keifenden Frauen.
W
 
G

Gast

  • #29
Und versteht nicht, daß solche Debatten den Mann einfach nur tierisch nerven.
Also solche Debatten nerven nicht nur Männer, davon halten die meisten Frauen auch nichts.

Warum bestehst du auf dein Recht bei solchen Diskussionen, du kannst es dann so machen wie es der Frau recht.

Wie hier schon geschrieben wurde zu solchen Diskussion gehören immer mindestens zwei Menschen und wenn ein Mensch immer wieder an neu Menschen gerät, die mit ihm immer in Diskussionen um nichts geraten, dann wird er mit der Grund für die Diskussion sein.
 
G

Gast

  • #30
Ich finde es völlig normal nicht einer Meinung zu sein und das auch zu kommunizieren. Aber es muss keineswegs in einen Disput ausarten. Die meisten dieser Micro"diskussionen" lösen sich bei uns innerhalb von Minuten humorvoll auf.