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  • #1

Mit oder ohne?

Ihr alle kennt das Szenario: Mann und Frau lernen sich kennen (hier oder woanders), es klappt ganz gut und immer besser, irgendwann treffen sie sich bei ihm oder bei ihr. Der Abend ist herrlich, Sonnenuntergang im Garten, Berührungen werden ausgetauscht, Blicke werden immer länger und tiefer, das Essen schmeckt himmlisch (wow kann der Kerl echt so gut kochen?), die Musik ist toll (Kruder & Dorfmeister? Klasse! Schade, daß die schon so lange nix mehr gemacht haben), der Wein ist dekantiert und genau richtig, erster Kuß mit einer schon lange nicht mehr so intensiven Gänsehaut, der Herzschlag spielt Kastagnetten, man sitzt auf dem Sofa vor einem Feuer (mmmh wie kann man sich mit jemandem bloß so wohl fühlen?), man liegt auf dem Sofa vor einem Feuer, Kleidungsstücke werden langsam und behutsam entfernt, die Schönheit des Anderen wird bewundert, genossen, gestreichelt, die Atmung wird schneller und… stop. Mit oder ohne?

Bevor Ihr alle aufschreit „Ja natürlich mit!!! Was für ne Frage!“ bitte ich um kurzes Innehalten.

Wenn eine Frau mit einem Mann schläft, dann läßt sie ihn in ihr Intimstes, Innerstes herein. Sie läßt ihn in ihren Körper, in SICH eintreten. Das ist das größte Vertrauenszeichen überhaupt.

Wenn sie dann sagt „bitte mit Gummi“ und das nicht aus Empfängnisverhütungsgründen, dann ist es im Grunde „Ich vertraue Dir aber eigentlich vertraue ich Dir nicht.“ Oder?

Und wie geht es dann in der Beziehung weiter? Wartet man etwas und tut’s weiterhin ein paar Wochen-/Monatelang mit Gummi und sagt dann „Mach doch mal ein Aids-Test“? Ist das Vertrauen dann größer geworden? War es also anfangs doch nicht da? Warum hat sie dann mit ihm geschlafen?

Ich habe mir vorgenommen, bei der nächsten solchen Gelegenheit so etwas zu sagen wie „Nein. Laß uns lieber warten, bis wir uns besser kennen, bis unser Vertrauen ineinander soweit gediehen ist, daß wir es in Ruhe ohne Gummi machen können“.

Wie seht Ihr das? Mich würde sowohl die Frauen- wie auch die Männerwarte interessieren.

M, 42
 
  • #2
Interessante Frage. Alles, was du über das Vertrauen sagst, ist richtig. Aber wenn sie nicht verhütet, was dann?
Falls sich diese Frage nicht stellt, würde ich in der von Dir geschilderten Situation auch auf den Gummi verzichten - oder auf später verschieben. Es ist halt viel Menschenkenntnis/Lebenserfahrung erforderlich, um sich in dieser Vertrauenseinschätzung nicht zu täuschen. Andererseits: Schiefgehen kann's immer.
 
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  • #3
Wenn eine Frau mit einem Mann schläft, dann läßt sie ihn in ihr Intimstes, Innerstes herein. Sie läßt ihn in ihren Körper, in SICH eintreten. Das ist das größte Vertrauenszeichen überhaupt.

Das hast Du wunderbar gesagt!

Der Gedanke, wirklich zu warten, bis man sich "ohne" lieben möchte - wie auch immer man die Bedingungen (Test, Verhütung, Schilderungen, Vertrauen...) definiert - klingt seeehhhr romantisch.

Es würde mein Vertrauen in den Mann enorm steigern - und natürlich mein Verlangen nach ihm.....
 
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  • #4
Hallo! Es geht ja nicht ausschließlich um AIDS! Auch andere Krankheiten können übertragen werden. Zudem weißt du nicht, ob sie die Pille nimmt. Ich beispielsweise nehme nicht die Pille. Sollte es zu einer Annäherung sexueller Art kommen, dann werde ich um das Verhüterli bitten - ansonsten breche ich ab.
 
  • #5
Ich schlafe mit keinem Mann bis es nicht so weit ist, das man verliebt ist, sich kennen gelernt hat und sich vertraut. Ich steh nichtauf Sex mit Gummi und daher habe ich erst Sex, wenn ich daruaf verzichten kann.
 
  • #6
Dass es ohne Gummi mehr Spaß macht, das ist ja wohl kein Thema mehr. Darüber brauchen wir nicht zu reden.

Aber ich finde es trotzdem sehr bedenklich und kann nicht verstehen, dass man deshalb bereit ist, seine Gesundheit und im schlimmsten Fall sogar sein Leben zu riskieren.

Es ist doch auch so, dass manche Menschen gar nicht wissen, dass sie eine ansteckende Krankheit haben. Wenn Zwei es wirklich ernst miteinander meinen, Vertrauen zueinander haben, dann können sie auch warten (oder sich schützen), beide sich testen lassen und dann Liebe und Sex unbeschwert genießen. Man schützt damit doch nicht nur sich selbst, sondern auch den Partner.

Das ist meine, sicher heute unpopuläre Meinung, die mich aber immer gut schlafen lässt!
 
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  • #7
Sex ohne Gummi ist sicherlich sehr schön. Auf der anderen Art glaube ich nicht, dass ich es jemals wieder ohne machen werde. Meinem Ex-Mann habe ich auch vertraut und wir waren schon lange zusammen und plötzlich ist er doch fremd gegangen und hat dort noch nichtmal Kondome benutz... igitt... bäh!!!! Danach hatte ich noch einen Freund. Nach einer gewissen Zeit haben wir auf Kondome verzichtet und später fand ich heraus, dass auch er sich mit anderen Frauen getroffen hat... von Anfang an... wir hatten eine Fernbeziehung.... Nee, für mich nur noch mit Kondom oder Safer Sex. Ein solches Vertrauen kann ich sicherlich nie wieder geben.
 
  • #8
Ich habe nur Sex in richtigen Beziehungen, bei denen man den Partner so gut kennt, dass man das Risiko einschätzen kann.

Sex mit Kondom gibt mir nichts. Da warte ich lieber länger ab, bis wir es ohne tun können.

Ordentliche Verhütung sollte ohnehin stets gegeben sein und Kondom zählt für mich nicht dazu. Viel zu unsicher, wenn man den Pearlindex bedenkt.
 
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  • #9
Schließe mich voll und ganz angeline an (wiso denkst du deine meinung wäre unpopulär?)!

OK, wenn hier Vertrauen ungewähnlicherweise heisst auch für eine Schwangerschaft bereit zu sein ist das ja kein Thema.
Aber eins will ich doch mal klarstellen: Vertrauen schützt nicht vor Krankenheiten! Das Risiko sinkt doch nicht mit dem Vertrauen. Wo ist da der Zusammenhang? Gerade weil nicht alle wissen, ob sie mit was auch immer infiziert sind. Und darauf das besonders "vertrauenswürdige" Menschen nicht krank sind würd ich mich ja nicht verlassen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Also zu den Fragen:
"Und wie geht es dann in der Beziehung weiter? Wartet man etwas und tut’s weiterhin ein paar Wochen-/Monatelang mit Gummi und sagt dann „Mach doch mal ein Aids-Test“? "

Natürlich! (aber eben nicht nur Aids) Man kann ja durchaus auch drüber reden inwieweit das nötig/schon passiert ist etc. Dabei spielt das Vertrauen dann vielleicht eine Rolle. Aber man sollte doch WISSEN woran man ist und nicht spekulieren, auch was die Anzahl von Expartnern etc. angeht.

"Ist das Vertrauen dann größer geworden? War es also anfangs doch nicht da? Warum hat sie dann mit ihm geschlafen?"

Verstehe ich in diesem Zusammenhang dann nicht mehr ganz...

LG
(m)
 
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  • #10
Hier wird immer von Vertrauen gesprochen aber..................wem kann man schon 100 % vertrauen? Will kein Miesepeter sein, jedoch hört man doch immer wieder von Betrug! Auch ich vertrauem meinem Partner und ein Restrisiko gibt es immer.

Wir haben das so gehandhabt dass wir mit Gummi bis wir beide mit Tests den "momentanen" gesunden Zustand dem Anderen vorweisen konnten.

Nun muss ich aber auch mal eine Lanze brechen für Kondome! Was ist sooooo schlimm an denen? Ich versteh das ganze Theater nicht. Heute gibt es so gefühlsechte dünne Dinger da merkst nicht mehr dass was drüber ist. Sorry jeder der was anderes behauptet hat meiner Meinung nach die falschen benutzt oder lehnt sich einfach im Kopf dagegen. Auch das drüberstülpen kann man in das Liebesspiel einbauen. Ich hatte noch nie ein Problem damit, man muss sie halt vorher Griff bereit legen damit die, so oft begründete, Unterbrechung nicht so extrem ausfällt. Logisch wenn man erst nach denen kramen muss ist es gelaufen.

w/41
 
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  • #11
das hat doch nichts mit Vertrauen zu tun!

Kannst Du von Dir sagen, dass Du 100 % ig gesund bist ?

Was soll der Unsinn. In der heutigen Zeit ist es doch völlig normal Kondome zu benutzen.

Außerdem hätte ich gerade am Anfang einer Partnerschaft auch keine Lust die Verantwortung bezüglich Verhütung allein zu tragen!

w42
 
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  • #12
Gegen bakterielle Infektionen, Chlamidien und Gonokokken kann man notfalls Antibiotika einsetzen. Gegen HIV gibts nichts.

Es gibt leider viele Menschen, denen ihre Zukunft egal ist.

Sie stecken möglicherweise andere an, die vertrauensselig sind.

Wenn wir diese kennen lernen und auch von ihrer Aufrichtigkeit überzeugt sind, schliesst das nicht aus, dass sie infiziert sein können.

Die Gretchenfrage: Kondom oder Test.

Ich persönlich ziehe den Test vor. Absolut unangenheme Frage. Allerdings macht man ihn am Besten gleichzeitig aus Solidarität.
Kondomen kann ich einfach sehr wenig abgewinnen. Für mich ein absoluter Lusttöter, Töter der vertrauten Erotik, wie sie FS wunderbar beschrieben hat. Töter der Empfindung auf der Eichel. Kann für andere Männer aber weniger problematisch sein.
(m)
 
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  • #13
Mit dem Pearl-Index bei Kondomen mag ja sein, das liegt allerdings nicht zuletzt and fehlerhafter Benutzung. Und wenn das Ding reisst - was ja nun wirklich die absolute Ausnahme sein sollte - lässt sich bez. Schwangerschaft immernoch mit dem Frauenarzt klären ob zur Zeit eine Schwangerschaft möglich ist und zur Not die Pille danach genommern werden sollte. Das ist nicht die Meinung von einem Mann dem es egals ist was Frau evtl. für Nebenwirkungen hat sondern im Gegenteil von einem der sehr skeptisch bez. der Nebenwirkungen von zB Pille ist. Meine Ex hatte nach Absetzen der Pille Monatelang heftige Hormonprobleme und kann evtl. nicht mehr Schwanger werden. Meine Schwester hat lange die Pille genommen und wird nach langen Versuchen nicht schwanger. Ok, kann auch andere Gründe haben und ich will nicht behaupten dass das immer problematisch sein muss aber es wird m.M. nach viel zu unbedarft mit chemischer Verhütung umgegangen. Und wer hat schon ein Interesse die Risiken medial an die große Glocke zu hängen? Die Einfachheit und scheinbare Sorglosigkeit prägen halt das Bild. Frauenärzte sind leider die letzten die ein Interesse daran haben über die tatsächlichen Risiken aufzuklären (und je nachdem von welchen Vertreter sie die besten goodies bekommen wird dan halt die eine oder andere Pille empfohlen, sorry aber da bin ich überzeugt dass das keine Verschwörungstheorie ist). Kondome sind nun einmal der einzige Schutz gegen Krankheiten (neben Femidomen, aber wer kennt die schon, geschweige denn hat sei dabei). Dann der Test - natürlich bei beiden! HIV lässt sich übrigens meines Wissens nach erst ca. ein halbes Jahr nach der Infektion nachweisen. Also umgeschützt fremdgehen (wie kann man nur), kurz danach nen Test machen und so tun als wär nix gewesen is nich.
m,31
 
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  • #14
Im Idealfall besteht die Frau auf das Kondom und der Mann hat eines dabei. Wenn eine Frau ein Kondom dabei hätte, würde ich das als schlechtes Zeichen interpretieren. Wenn der Mann das Kondon zu freiweillig benutzt - so mein Eindruck - interpretieren das wiederum manche Frauen als schlechtes Zeichen. Wie sehen die Frauen hier das Thema? Was geht Euch durch den Kopf, wenn ein Mann ohne Aufforderung ein Verhüterli überstülpt?
 
  • #15
Wenn eine Frau ein Kondom dabei hätte, würde ich das als schlechtes Zeichen interpretieren.

Blödsinn! Wir reden hier immer von aufgeklärten Zeiten und dem 3. Jahrtausend! Es ist überhaupt keine Sache der Interpretation, sondern schlicht und einfach ein Zeichen dafür, dass die Frau selbst- und verantwortungsbewußt ist - und sich nicht einfach nur auf den Mann verläßt.

Was ist daran falsch?
 
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  • #16
Mann/Frau hat also immer Gummis dabei, weil man/frau ja nicht weiß, wie der Tag endet? Sehr professionell!
Gottseidank steht in den Medien wenig über Ansteckungsgefahren, die nicht sexuell übertragen werden; sonst wäre rasch klar, wie lächerlich die Kondomdiskussion ist (außer Lokalitäten wie Discos und Puffs).
 
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  • #17
Lieber FS
Du redest da von Vertrauen. Aber was glaubst du, wieviele Menschen sich schon bei jemanden angesteckt haben, dem sie vertraut haben.

Auch wenn ich meinen neuen Partner bereits ein paar Monate kenne und vertraue - weiß dieser Partner selbst, ob er wirklich gesund ist?
Wie oft macht man denn einen Aids-Test?
Ganz ehrlich, mein letzter war während der Schwangerschaft und das ist 15 Jahre her. Während meiner Ehe hatte ich keinen Grund dazu und danach hatte ich nur eine Beziehung mit Kondom.
Aber ich glaube, ich würde warten wollen und dann selbst einen Test machen. Also von meiner Seite aus dem Partner etwas geben - schau her, ich liebe dich und daher habe ich mich für dich testen lassen.
Und dann sollte eigentlich kommen - ja und ich liebe dich auch und gehe morgen zum Test.
 
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