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  • #1

Meinem Sohn (15) steht mehr Kindesunterhalt zu. Wie einfordern?

Für meinen Sohn bekomme ich (55 J.) seit der Scheidung vor 7 Jahren einen Kindesunterhalt von 460,- €.
Mein Ex ist sehr vermögend, 66 Jahre alt und hat eine neue Frau mit gemeinsamem Kind (5 J.).
Das Verhältnis zu ihm ist leider sehr angespannt. Mein Sohn kommt mit der neuen Frau (33 J.) nicht zurecht, sie wohl eher nicht mit ihm. Ich habe den Kontakt zu ihm aus verschiedenen Gründen - leider - ganz abgebrochen.
Nun weiß ich seit Monaten, dass ich für unseren gemeinsamen Sohn mehr Unterhalt beim Vater einfordern könnte, ca. 150,- € mehr nach Düsseldorfer Tabelle. Und es ist leider so, dass wir gerade so über die Runden kommen. Die einmalige "Abfindung", die mein Ex mir damals gezahlt hat, ist so gut wie aufgebraucht. Ich habe zwei 400,- € -Jobs und mein Sohn verdient sich neben dem Gymnasium auch noch etwas dazu (Zeitung austragen etc.). Leider finde ich aufgrund meines Alters keine andere Anstellung mehr.
Wie kann ich denn unser Recht einfordern? Wenn mein Ex nun nicht mehr arbeitet und eine neue Familie hat, könnte es nicht sein, dass er dadurch evtl. sogar weniger zahlen muss als vorher?
Aber sein Vermögen ist ja nach wie vor da.
Wie gehe ich am besten vor? Ist jemand von Euch in einer ähnlichen Situation?
 
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  • #2
[Mod.= Wie immer - weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass verläßliche und eindeutige Hilfe, Tipps und Auskünfte nur über die entsprechenden rechtlichen Stellen und/oder Fachanwälte zu bekommen sind. Wenden Sie sich an diese!]
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Hallo FS,

am Besten konsultierst Du einen Anwalt für Familienrecht, damit Du von Deinem Ex nicht über den Tisch gezogen wirst! Solange Dein Sohn nicht volljährig ist besteht für den Vater eine erhöhte Unterhaltsverpflichtung - allerdings auch gleichrangig für das Kind mit der Neuen, d. h. sein Selbstbehalt liegt bei rd. 1000,- im Monat. Sicher, er muss entsprechend seines monatlichen Einkommens zahlen. Dazu gehört jedoch nicht nur die Rente, sondern auch Zinseinkünfte, Mieteinkünfte usw. Sollte dies alles nicht reichen um einen höheren Unterhalt für den Sohn, entsprechend der neuen Altersgruppe, zu zahlen, dann geht es ihm, dem Ex auch ans Eingemachte, sprich an sein Vermögen.
Ratsam ist zunächst vielleicht auch eine Auskunftsklage bzgl der Höhe seines Einkommens. Danach lässt sich leichter rechnen oder auch reklamieren, falls der Ex eine Einkommensposition evtl. auch "vergessen" haben sollte. Er MUSS diese Auskunft erteilen!

Also bitte, nimm Dir einen Anwalt, denn mir scheint Du wirst selbständig kaum in der Lage sein den neuen Unterhalt zuverlässig einzufordern!
Du könntest ja vorab schon mal in der "Düsseldorfer Tabelle" nachlesen wieviel Unterhalt Dein Sohn beanspruchen könnte.
Viel Glück!
 
  • #3
Such Dir einen Fachanwalt für Familienrecht der das macht - spart Arbeit und nerven und das Ergebnis sollte am ende passen. Mach es bald, nicht daß du die Monate für die Du das Geld nicht gleich eingefordert hast, nicht mehr nachfordern kannst.
 
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  • #5
Hier ist die Fragestellerin, danke für die bisherigen Tipps, aber ein Anwalt kostet Geld und davon will er meistens etwas sehen, bevor es richtig los geht. Wer soll das bezahlen?
 
  • #6
Hier ist die Fragestellerin, danke für die bisherigen Tipps, aber ein Anwalt kostet Geld und davon will er meistens etwas sehen, bevor es richtig los geht. Wer soll das bezahlen?
Es gibt bei allen Ämtern auch kostenlose Rechtberatungen für Personen, die sich keinen Anwalt leisten können (übrigens auch Rechtsschutzversichrungen, die nicht teuer sind!). Armut ist bei uns kein wirklicher Grund mehr für Rechtlosigkeit!

Natürlich musst du dich dann schon dort hin bewegen! Im Forum evtl. unzureichende Antworten zu bekommen, ist selbstverständlich bequemer. Besonders Jugendämter, sind bei Unterhaltsfragen nicht nur bereit zu Auskünften, sondern geradezu zur Hilfe verpflichtet. Es geht dabei ja auch um die Geldbeutel aller Stuerzahler, die die Defizite auffangen (müssen!).

Also, hole dir bitte die Informationen dort, wo sie auch konkret beantwortet werden (können). Jeder Fall ist anders!
 
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  • #7
Eigentlich klagt dein Sohn und nicht du auf Unterhalt - da dein Sohn keine eigenen Einkünfte hat, steht ihm Prozeßkostenhilfe zu. Auf alle Fälle kannst du dich beim Jugendamt kostenlos beraten lassen.
 
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  • #8
Hier nochmals die 1)

Sofern Du nur über ein geringes Einkommen verfügst, hast Du Anspruch auf PKH (Prozesskostenhilfe). Dein Anwalt wird es für Dich beantragen. Für diesen Tarif arbeiten Anwälte allerdings nicht so gern!

Übrigens: Rechtschutzversicherungen zahlen NICHT bei Scheidungs- und Unterhaltsklagen!
 
  • #9
Ohne Anwalt geht das gar nicht, der kann dich beraten und hier wirst du nicht schlüssig weiter kommen. Prozesskostenhilfe wird vom Anwalt beantragt, ruf einen Familienrechstanwalt an, schildere deine Situation, auch die Finanzielle und der sagt dann wie es läuft. Alleine und ohne Anwalt geht das Einklagen des Unterhaltes eh nicht, da kommst du um einen Anwalt nicht umhin. Aber verschätz dich nicht, ewnn du nicht sicher bist ob dein Mann noch das verdient was er hatte während der gemeinsamen Zeit und oder mit dem Vermögen schon was anderes gemacht wurde, da haben sich schon viele Frauen geirrt. Und denk auch daran, es ist immer das Gericht des Wohnortes des Angeklagten zuständig, dass kann manchmal auch was ändern.
 
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  • #10
Für meinen Sohn bekomme ich (55 J.) seit der Scheidung vor 7 Jahren einen Kindesunterhalt von 460,- €.
Mein Ex ist sehr vermögend, 66 Jahre alt und hat eine neue Frau mit gemeinsamem Kind (5 J.).
Das Verhältnis zu ihm ist leider sehr angespannt. Mein Sohn kommt mit der neuen Frau (33 J.) nicht zurecht, sie wohl eher nicht mit ihm. Ich habe den Kontakt zu ihm aus verschiedenen Gründen - leider - ganz abgebrochen.
Nun weiß ich seit Monaten, dass ich für unseren gemeinsamen Sohn mehr Unterhalt beim Vater einfordern könnte, ca. 150,- € mehr nach Düsseldorfer Tabelle. Und es ist leider so, dass wir gerade so über die Runden kommen. Die einmalige "Abfindung", die mein Ex mir damals gezahlt hat, ist so gut wie aufgebraucht. Ich habe zwei 400,- € -Jobs und mein Sohn verdient sich neben dem Gymnasium auch noch etwas dazu (Zeitung austragen etc.). Leider finde ich aufgrund meines Alters keine andere Anstellung mehr.
Wie kann ich denn unser Recht einfordern? Wenn mein Ex nun nicht mehr arbeitet und eine neue Familie hat, könnte es nicht sein, dass er dadurch evtl. sogar weniger zahlen muss als vorher?
Aber sein Vermögen ist ja nach wie vor da.
Wie gehe ich am besten vor? Ist jemand von Euch in einer ähnlichen Situation?

Jugendamt einschalten, hast du einen Titel damals bekommen? Ansonsten staatliche Hilfe beantragen, den mit deinen beiden 400,00 Euro Jobs kannst du ja nicht über die Runden kommen.

w 47
 
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  • #11
  • #13
Liebe FS, natürlich will der Anwalt Geld. Aber nicht von Dir! Es geht um das Kind und das Kind hat kein Geld also wird der Anwalt sein Honorar vom Staat bekommen und alles nötige dafür veranlassen. Das nennt man "Prozesskostenhilfe", wie hier schon mehrfach erwähnt. Also, geh zum Telefonbuch, ruf einen Anwalt an, erzähl ihm die Geschichte und lass ihn dann machen! Oder willst Du Dir später mal nachsagen lassen, nicht alles in Deiner Macht sthehende für deinen Sohn getan zu haben?
 
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  • #14
Die Erstberatung bei einem Fachanwalt ist i.d.R. umsonst. Dauert maximal eine Stunde, in der man schon eine Menge besprechen kann. Zumindest, was Richtung und Strategie angeht. Hier gilt es, das Wesentliche zu benennen und vorzubereiten. Und sich nicht in Details zu verlieren.

Böse Zungen sprechen bei dieser Erstberatung auch von dem Köder, den der RA auslegt. Muss Dich nicht interessieren, nutze sie zu Deinen Gunsten!
Danach gibt es jenseits von PKH zwei Spielarten der Abrechnung:
Nach Stunden. Hier wird nach Zeitaufwand abgerechnet. Mehr Transparenz, meistens preiswerter. So lange Du weisst, was Du willst.
Hast Du erhöhten Gesprächs- und Beratungsbedarf, ist die zweite Variante sinnvoller. Hier wird nach Streitwert bzw. BRAGO abgerechnet. Die Prozentsätze können im engen Rahmen etwas differieren, ähnlich wie beim Steuerberater.
Wobei kein guter RA für eine Plauderstunde zu gewinnen ist. Unabhängig von der Honorierung.
 
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  • #15
#13: Seit wann ist eine Erstberatung umsonst? Kein Fachanwalt wird sich eine Stunde intensiv mit einem Fall auseinandersetzen ohne Bezahlung, wieso auch? Oder arbeitest Du etwas umsonst?

# FS: Geh zum Jugendamt oder zur Rechtsantragstelle des Amtsgerichts oder zu einem Anwalt, die meisten Anwälte arbeiten auch zu den Bedingungen der Prozesskostenhilfe. Im Forum wird Dir keiner helfen können
 
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  • #17
.... Die einmalige "Abfindung", die mein Ex mir damals gezahlt hat, ist so gut wie aufgebraucht....

Na da würde mich doch einmal interessieren, wie hoch diese "Abfindung" denn war.

Für mich hört sich das so an, als ob der KV sich gegen Zahlung einer hohen Summe seine "Ruhe" erkauft hat und nun wo das Geld alle ist möchte die TS einen Nachschlag.

(m/44)
 
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  • #18
Da ich selber als Anwalt im Familienrecht tätig bin folgender Tipp:

Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe wird momentan nur sehr eingeschränkt gewährt, oft wird diese in Unterhaltssachen verweigert, weil andere Stellen für die Beratung zur Verfügung stehen, insbesondere wird hier an die Jugendämter verwiesen.

Daher rate ich Dir lieber gleich zum Jugendamt zu gehen bevor durch ein sich langsam hinziehendes Beratungshilfeverfahren oder VKH-Verfahren unnötig Zeit verstreicht.
 
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