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Gast

  • #1

Meine Freundin macht eine Psychotherapie - worauf einstellen?

Meine Freundin und ich führen seit 10 Monaten eine Beziehung (w51, m49). Sie beginnt jetzt eine Gruppenpsychotherapie wegen psychosomatischer Erkrankung, Bindungsangst und leichter Depression. Worauf muss ich mich als Partner einstellen? Wie soll ich mich verhalten? Wie kann ich unterstützend sein. Da unsere Beziehung noch frisch ist, möchte ich es vermeiden, dass es während der Therapie zu Ereignissen kommen könnte, die die Beziehung betreffen. Da bei uns es zu Nähe-Distanz-Problemen gekommen ist, wir sehen uns für ca. 8 Stunden pro Woche obwohl wir nur 800 Meter auseinander wohnen. Telefonieren jedoch täglich. Alles Dinge, die mir durch den Kopf gehen. Für Erfahrungen und Denkweisen Eurererseits bin ich sehr dankbar.
 
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Gast

  • #2
Lieber FS,

dein Verständnis in allen Ehren, aber glaubst du wirklich, dass eine Frau, die solche psychischen Probleme hat, gute Basics hat, um eine gesunde dauerhafte Beziehung zu einem Mann aufzubauen?

Warum suchst du dir keine stabile Frau, oder hast du ein Helfersyndrom, oder fühlst du dich endlich gebraucht?

w 49
 
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Gast

  • #3
Hallo, ich (37, w) kann nur von Erfahrung mit meiner eigenen Depression sprechen. Für mich war es wichtig, daß mein Partner da war, auch wenn ich oft nur geweint habe. Die Anwesenheit und "in den Arm genommen werden" hilft sehr. Sätze wie "ist alles nicht so schlimm" sollten vermieden werden. Fürsorge ist wichtig. Und bitte, selbst wenn es für Dich unverständlich ist und sogar "zuviel", lass sie nicht im Stich. Ich wünsche Euch alles Gute!
 
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Gast

  • #4
Hallo,

das fragst du am besten den Therapeuten, wenn deine Partnerin das möchte. Angehörige und Partner werden meist darüber informiert, was die Krankheit für den Betroffenen bedeutet und geben Ratschläge, wie man damit umgehen kann. Sprich also deine Freundin offen darauf an.
Leider schreibst du nicht, wer von euch beiden mehr Distanz braucht. Sollte es deine Freundin sein, kann es problematisch werden, weil sie dich dann vermutlich nicht einbeziehen möchte. Aber dann weiß du dann immerhin mehr und solltest das auch akzeptieren, wenn dir etwas daran liegt, dass deine Freundin wieder gesund wird.

Alles Gute
 
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Gast

  • #5
Hallo, oftmals sind bindungsängstliche Menschen - wie andere auch - liebevoll, einfühlsam und zärtlich. Oftmals fühlt man sich auf tiefer Ebene mit ihnen verbunden, jedoch ohne ihre Handlungen nachvollziehen zu können. So entsteht selbst beim Ratsuchenden oft ein ambivalentes Gefühl, das die emotionale Zweideutigkeit des Partners aufnimmt und widerspiegelt. Ich habe selbst erlebt, was es heisst, sich in einem bindungsängstlichen Menschen tief zu verlieben, und habe dabei aus Unwissenheit sehr viele Fehler gemacht die letztlich die Flucht dieses lieben Menschen ausgelöst hat. Eine Therapie kann sehr sinvoll sein, und bestimmt, ist deine Freundin eher die Ausnahme das sie die Kraft mobilisiert hat, um überhaupt diesen Weg zu gehen. Dazu kann ich euch nur gratulieren. Mein Fehler war während einer Rückzugsphase dieses Menschen, einen Brief zu schreiben, wo ich meine Gefühle offenbarte und vermutlich auch "Zukunftswünsche-Sehnsucht" durchblicken liess. De facto: war mein Anliegen ihr unmissverständlich mitzuteilen, das ich sie so liebte-akzeptierte wie sie war!

Dies löste verständlicherweise die Reaktion aus, die bei Menschen mit "Angst" nur natürlich sein kann; nämlich: sie beendete die Beziehung mit einer Mail, wo sie u.a. schrieb; "das sie keine Gefühle für mich habe, und das alles ein Fehler gewesen sei". Es ist klar, das man dabei Mitgefühl entwickeln muss, um solche tiefgründige Erfahrungen in einer Bereicherung für seinen Leben umzuwandeln.

Deshalb, würde ich, wenn ich dich wäre einfach für deine Freundin da sein. Ihr spüren zu lassen, das du da bist aber gleichzeitig ihr die Zeit und den Raum gibst die sie benötigt. Glaube mir, es genügt einfach zuhören zu können. Bindungsängstliche sind oft hoch intelligente Menschen, in der Regel auch sehr selbstreflexiv und sich ihrer Probleme durchaus bewußt. Die ausgeprägte Selbstreflexivität jedoch forciert die Verdrängungsmechanismen des Unterbewußtseins: Die erkannten und durchaus begriffenen Probleme werden abgeschoben und archiviert.

Ich wünsche euch viel Glück.
(m 42)
 
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Gast

  • #6
Hallo,
wenn deine Partnerin eine Therapie beginnt, in der auch ihre Bindungsängste eine Rolle spielen werden, dann ist es wahrscheinlich eher illusorisch, Ereignisse, die die Beziehung betreffen, vermeiden zu wollen. Schließlich ist das ja eins ihrer "Problemthemen", die sie bearbeiten möchte, wenn ich dich richtig verstanden habe.

Schwierig zu beantworten, worauf du dich als Partner einstellen kannst. Allerdings handelt es sich um Psychotherapie, nicht um Hirnwäsche. Also wird es kaum so sein, dass sich ihre Persönlichkeit um 180 Grad dreht und du sie nicht mehr wieder erkennen wirst.

Dass du sie unterstützen möchtest, finde ich toll! Wie du das am besten tun kannst: Frag sie selbst, was sie sich wünscht; welche Form der Unterstützung würde ihr gut tun, was wäre eher hinderlich?

Denk allerdings trotzdem auch an dich selbst und deine Bedürfnisse. Deine Partnerin hat dann schließlich einen Therapeuten/eine Therapeutin, du bist nicht der Co-Therapeut!

w/32
 
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Gast

  • #7
Frag den Therapeuten oder deine Freundin

Wir hier im Forum wissen das nicht so genau
 
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Gast

  • #8
Schwierig...
Eigentlich ein guter Ansatz, sich Hilfe zu suchen. Ich persönlich bin eher ein Fan der Einzeltherapie. Meine Erfahrung: Mein Expartner befand sich, als wir uns vor 14 Jahren kennen lernten, bereits seit drei Jahren in einer Psychoanalyse, er hatte ein - für mich nachvollziehbares großes Paket auf der Seele, dass er angehen wollte. Nach ca. einem weiteren Jahr wurde diese Behandlung beendet.

Die gemeinsamen Jahre waren weiter geprägt von Krankheitsschüben in Form von plötzlichen Schwindelattacken, Bauchschmerzen, Allergieschüben, schwere Neurodermitis, etc, die ihn auch schon in seiner Kinder- und Jugendzeit zu schaffen machten. Es war offensichtlich, dass er sein Paket in irgendeiner Form weiter mit sich trug. Helfen konnte ich ihm leider nicht, im Gegenteil, jegliche Gespräche in diese Richtung wurden oft mit dem Hinweis, dass ich psychisch nicht belastbar wäre und dringend eine Therapie machen müsse abgeblockt.
Vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren begann er eine neue Einzeltherapie, weil seine Krankheitsschübe immer engmaschiger wurden, nach einigen Monaten wechselte er bei seinem Therapeuten in eine von dem angebotene Gruppentherapie. Die Krankheitsschübe wurden nicht besser. Nach einem guten halben Jahr dort stand er Anfang 2012 plötzlich eines Morgens vor mir und erklärte, ihm wäre in seiner Gruppentherapie bewusst geworden, dass ich die Ursache seiner Erkrankungen wäre, er sich daher sofort trennen muss.
Nach sechs Wochen hatte er über das Internet eine neue Freundin, die er binnen eines Jahres geheiratet hat. (Sie ist Krankenschwester.)

Was ich damit sagen will, es kann alles passieren. Ihr kennt Euch noch nicht jahrelang, und lebt auch nicht zusammen. Ich habe mich damals dafür entschieden, ihm gern zur Seite zu stehen. Aber ich habe über die Jahre versäumt, auf mich aufzupassen. Und das ist genauso wichtig.

Wenn Sie Dir sehr wichtig ist, dann unterstütze sie doch. Biete ihr Dein Ohr, wenn sie mag, aber sei nicht sauer, wenn sie nicht unbedingt über ihre Erfahrungen aus den Stunden berichtet. Und gleichzeitig pass auf Dich auf, und habe den Mut für Dich zu sorgen, wenn es sich nachhaltig nicht mehr gut anfühlt.

Alles Gute für Euch
 
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Gast

  • #9
Lieber FS
Als erstes möchte ich Dir ein Riesenkompliment aussprechen! Ich wäre froh gewesen, jemanden mit so viel Verständnis und Liebe an meiner Seite zu haben. Stattdessen wurde ich als Psychofrau tituliert und verlassen, was mich aber schlussendlich auch stärker gemacht hat!

Ich denke, was Gast 4 und 5 geschrieben haben, trifft es sehr gut. Was Du am meisten brauchst, ist Geduld, Geduld und gleich nochmals :) Zeige Deiner Partnerin immer wieder, wie wichtig sie Dir ist, dass Du sie liebst, zu ihr hältst. Mit einem solchen Fundament wird es ihr leichter fallen, Dir zu vertrauen und ihre Ängste los zu lassen. Frag Deine Freundin, wie du ihr am Besten helfen kannst oder geht zusammen zum Therapeuten, wenn sie das möchte. Aber, was ganz wichtig ist, Du darfst niemals anfangen, selber Therapeut spielen zu wollen oder sie zu bevormunden. Mein Tipp: Behandle sie so, wie bisher und alles, was kommt, nehmt ihr eins nach dem anderen.
Alles Gute!
w, 44
 
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Gast

  • #10
Hier der FS:
Danke schon mal für Eure Worte. Einige Ratschläge und Ansichten finde ich ausgesprochen herzlich und auch beruhigend. Ganz ins geheim habe ich jedoch die Befürchtung, dass ihre jetzt schon spärliche Offenheit irgendwann in Verschlossenheit mündet. Ich ziehe jedoch auch jetzt schon meinen Hut vor ihr, dass sie was verändern will. Vielleicht im Moment einen große Hoffnung auf ein glückliches Miteinander. Danke nochmal.

Und an alle, die meinen, eine Freundin wäre einfach austauschbar. Wo gibt es eigentlich solche Tauschbörsen? Mehr brauch ich nicht zu sagen, ich bin entsetzt!
 
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Gast

  • #11
Obwohl auch ich die Einzeltherapie bevorzugen würden - lieber FS, bleib ruhig, geduldig, liebevoll, nimm sie in den Arm, wenn sie weint, traurig ist. Tröste sie und zeig ihr, dass du diesen schwierigen Weg mit ihr gemeinsam gehst. Ich habe so ein Jahr mit Einzeltherapie gerade hinter mir, wobei die Gründe andere waren. Mein LG hat trotz vieler Tiefen (Höhen sind ja eher spärlich), vieler Tränen, Ausbrüche, Depressionen immer zu mir gehalten, mit mir geredet, mich weinen lassen und mich getröstet. Das hat geholfen. Heute geht es mir besser als vorher und unsere Beziehung ist gestärkt daraus hervorgegangen. Viel Glück euch beiden!
 
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Gast

  • #12
dein Verständnis in allen Ehren, aber glaubst du wirklich, dass eine Frau, die solche psychischen Probleme hat, gute Basics hat, um eine gesunde dauerhafte Beziehung zu einem Mann aufzubauen?

Warum suchst du dir keine stabile Frau, oder hast du ein Helfersyndrom, oder fühlst du dich endlich gebraucht?
"Vielleicht" weil er seine Freundin liebt?! Weil er ihr genau die Hilfe/Stütze geben kann, die sie braucht, um da rauszukommen?

Mir wäre eine Freundin, die meine Hilfe braucht, tausend mal lieber als eine "stabile" Frau, die keine Probleme hat, dafür aber offenbar absolut gefühlskalt ist.

Manchmal ist es wirklich unfassbar, was man hier lesen muß.

m, 33
 
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Gast

  • #13
Stell dich darauf ein, dass deine Freundin dich und dein Verhalten sehr hinterfragen wird und dich unbewusst zum "Sündenbock" für ihre Probleme abstempeln wird.
Sei auf der Hut!!

Innerhalb der Therapie wird sie viele Aha-Erlebnisse haben, die sie nicht mehr auf ihre Ex-Beziehungen anwenden kann. Also wird sie sich auf das "jetzt und heute" konzentrieren und alles Schlechte dir anlasten. Obwohl du gar nichts dafür kannst.

Ich halte nichts von diesem psychosomatischen Quark, wenn er dafür benutzt wird, nicht zu eigenen Charakterschwächen zu stehen - und aus eigenem Antrieb zu erkennen und zu ändern.
 
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  • #14
Ich kann dir nur einen Tipp geben:

LAUF, lauf so schnell und weit wie du nur kannst!!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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Gast

  • #15
"Vielleicht" weil er seine Freundin liebt?! Weil er ihr genau die Hilfe/Stütze geben kann, die sie braucht, um da rauszukommen?

Manchmal ist es wirklich unfassbar, was man hier lesen muß.
m, 33
Denke manche wissen nicht was sie da schreiben! Es geht hier eben nicht um eine ganz normal ablaufende Partnerschaft, wo Geben und Nehmen sich die Waage hält!

>>>Ich kann dir nur einen Tipp geben:
LAUF, lauf so schnell und weit wie du nur kannst!!<<<

So unrecht hat der Gast damit nicht!!

Wer ein Partner mit argen seelischen Problem hat, muss sich auf wenige Höhen aber meist Tiefen einstellen, muss selbst viel mehr geben als er an Emotionen zurückbekommt. Es ist sehr sehr schwer - wenn Zeiten kommen wo der geliebte Partner sich abwendet, man sich auf nichts verlassen kann, man kann lernen damit umzugehen... ich konnte es nicht.
Hatte auch so 5 Jahre meiner Lebenszeit so vergeudet. Wir haben immer noch Kontakt, er (55) ist nicht geheilt auch nicht mit zich Therapien! Und um selbst nicht daran zugrunde zu gehen lässt mal irgendwann los.
Wünsche dir viel Kraft, lieber FS. Eins musst Du dir aber im klaren werden/sein, ihr seid gerade mal 10 Monate zusammen. Gesund und ein ganz normaler Umgang (im Nähe und Distanzbedürfnis), wird es nicht mehr.
W/53
 
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Gast

  • #16
Ich habe einige Jahre Therapie hinter mir.

JEDEM wirklich JEDEM kann es jederzeit passieren so eine Hilfe zu benötigen!

Ich wünsche denen die hier so kalt und abwertend schreiben, dass sie in schwierigen Momenten
ihres Lebens nicht allein sein werden!

Lieber FS, ich finde dich wunderbar.
Alles Gute!!!
 
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Gast

  • #17
Wenn Du ihr während dieser Zeit zur Seite stehen möchest, dann musst Du Dich allerdings auf ein Gefühlschaos ihrerseits einstellen mit vielen, vielen Tiefs und gelegentlichens Hochs. Was Du auf jeden Fall vermeiden solltest, den Hobbytherapeuten zu spielen, das wirst Du kaum hinbekommen, weil Du nicht "neutral" bist. Ich hätte eher Bedenken, dass sich Deine Partnerin während ihrer Therapie sehr verändert und dadurch auch Eure Beziehung in Mitleidenschaft gezogen wird.

Frag doch am Besten den Therapeuten, auf was Du Dich einstellen musst.

w
 
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  • #19
Hatte auch so 5 Jahre meiner Lebenszeit so vergeudet.
Soso, vergeudet. Ich frage mich immer wieder, mit welchen "Bilanzen" manche Leute ihr Leben versehen. Hast du geliebt in der Beziehung? Wurdest du geliebt? Wie kann es dann eine Vergeudung sein?

Gesund und ein ganz normaler Umgang (im Nähe und Distanzbedürfnis), wird es nicht mehr.
Und woher kannst du das mit dieser Bestimmtheit sagen? Immerhin beginnt die Partnerin eine Therapie. Das bedeutet, dass sie ihr Problem erkannt hat und daran arbeitet. Aber offensichtlich scheint "psychisches Problem" ein Makel zu sein, den man, einmal auf die Stirn tätowiert bekommen, per definition nie mehr los wird. Gebrandmarkt, menschlich minderwertig, das klingt hier immer wieder durch.

Mich erschreckt die Kaltherzigkeit so mancher Schreiber hier Beziehungen aufgeben und anderen auch den Rat "sofort fallenlassen" geben.

@17: Borderline ist eine wirklich schlimme Sache. Aber gerade Depressionen können so gut wie jeden mal treffen, das sehe ich in einer anderen Liga. Vor allem sind sie überwindbar. Psychsomatisch, meine Güte, wer reagiert nicht körperlich z.b. auf Stress? Ich finde, dass heutzutage viel mehr diagnostiziert wird als früher, da galt man als schwieirig, egozentrisch oder eigenbrötlerisch. Aber man wurde akzeptiert, so war man eben. Heute ist alles gleich "krank".

w/44
 
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Gast

  • #20
Da unsere Beziehung noch frisch ist, möchte ich es vermeiden, dass es während der Therapie zu Ereignissen kommen könnte, die die Beziehung betreffen.
Meine ex-Frau ist psychisch krank und hat natürlich Therapie gemacht. Ich bin sehr emphatisch und nett. Abgesehen davon, dass ich nicht genau verstehe, was du mit "Ereignissen" meinst, kann ich aus schmerzlicher Erfahrung nur empfehlen, dich nicht komplett nach der Frau auszurichten und nicht immer die psychische Disposition der Partnerin als Maßstab zu sehen. Lebe dein eigenes Leben weiter und sag was du willst.

Da bei uns es zu Nähe-Distanz-Problemen gekommen ist, wir sehen uns für ca. 8 Stunden pro Woche obwohl wir nur 800 Meter auseinander wohnen. Telefonieren jedoch täglich. Alles Dinge, die mir durch den Kopf gehen. Für Erfahrungen und Denkweisen Eurererseits bin ich sehr dankbar.
8 Stunden die Woche sind wahrscheinlich ein oder zwei Nachmittage. Aber kein gemeinsames Übernachten. Für mich klingt das nicht wie eine Beziehung sondern wie eine Freundschaft.

m
 
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Gast

  • #21
Es könnte in der Tat klug sein, mit der Therapeutin Kontakt aufzunehmen - und nebenbei herauszufinden, wie diese "tickt" - das gibt einige Hinweise auf das, was zu erwarten ist.

Viele Therapeut(inn)en sind selbst nicht frei von Voreingenommenheiten und Problemen, etliche dazu noch schlecht ausgebildet. Leider muss man auch das in Rechnung stellen.

M50
 
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  • #22
"Vielleicht" weil er seine Freundin liebt?! Weil er ihr genau die Hilfe/Stütze geben kann, die sie braucht, um da rauszukommen?

Mir wäre eine Freundin, die meine Hilfe braucht, tausend mal lieber als eine "stabile" Frau, die keine Probleme hat, dafür aber offenbar absolut gefühlskalt ist.

Manchmal ist es wirklich unfassbar, was man hier lesen muß.

m, 33
Gefühlskalt? Das ist sehr naiv geschrieben. Jemand, der so massive psychische Probleme hat, hat keine guten Bedingungen um eine Beziehung aufzubauen. Er/Sie ist nicht in der Lage, ein gleichwertiger Partner zu werden. Eine gesunde Liebe sieht für mich anders aus.

Ein Freund/Partner kann nie und nimmer einem Menschen, der eine psychische Krankheit hat, heilen. Das können nur Fachkräfte.

Ein emotional reifer Mensch weiss, dass er/sie das Recht hat, sich mit Menschen zu umgeben, die ihm/ihr gut tun. Das ist legitim.

Ich setze mich doch nicht in einen abgefrackten Bus mit kaputten Reifen und einem Fahrer, der auf mich keinen fahrtüchtigen Eindruck macht, um eine lange Busreise anzutreten. Ich bin weder Busfahrer, noch Automechaniker und Putzkraft. Die Gefahr, dass mit so einem Bus ein Unfall passiert, was ich gar nicht verhindern könnte, ist viel zu groß.

Die Gefahr selber psychisch krank zu werden, bzw. ein Co-Abhängiger zu werden, ist sehr groß. Man sollte sich mit der Materie wirklich mal richtig befassen, bevor man hier Menschen Gefühlskälte vorwirft.

w
 
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Gast

  • #23
Ich habe einige Jahre Therapie hinter mir.

JEDEM wirklich JEDEM kann es jederzeit passieren so eine Hilfe zu benötigen!

Ich wünsche denen die hier so kalt und abwertend schreiben, dass sie in schwierigen Momenten
ihres Lebens nicht allein sein werden!
Ja, es kann jeden passieren. Ist mir auch passiert. Aber ich hatte weder Kraft noch Lust auf einen Mann und mein weniges Fünckchen Verstand hat mir gesagt, dass ich jetzt jegliche Kraft für mich selber brauche und nicht für den Aufbau eine Beziehung, wo die Gefahr, dass ich dann von Mann verlassen werde, dem verständlicher Weise doch die Kraft ausgehen kann, oder sogar selber psychisch krank wir. Das hätte mir also nichts gebracht und ihm auch nicht. Ich wollte nicht in die Rolle eines hilflosen und abhängigen Kindes schlüpfen, weil letztendlich so ein Missverhältnis in der Beziehung nie gut ist.

Ein psychisch kranker Mensch, sofern er halbwegs klar ist, ist nie allein. Dieser Mensch hat einen Therapeuten, der der richtige Partner für ihn ist und es gibt genug Selbsthilfegruppen, wo Gleichgesinnte sind.

Ich sehe es auch so. Wer psychisch krank ist, braucht prof. Hilfe und hat keine positien Basics für den Aufbau eine Beziehung. Klingt hart, aber ist ganz realistisch.

Ich kann mich nicht in eine Auto setzen, wenn ich nicht Autofahren kann und keinen Führerschein besitze.
 
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  • #24
Und woher kannst du das mit dieser Bestimmtheit sagen? Immerhin beginnt die Partnerin eine Therapie. Das bedeutet, dass sie ihr Problem erkannt hat und daran arbeitet. Aber offensichtlich scheint "psychisches Problem" ein Makel zu sein, den man, einmal auf die Stirn tätowiert bekommen, per definition nie mehr los wird. Gebrandmarkt, menschlich minderwertig, das klingt hier immer wieder durch.

Mich erschreckt die Kaltherzigkeit so mancher Schreiber hier Beziehungen aufgeben und anderen auch den Rat "sofort fallenlassen" geben.
Bestimmtheit? Muß es bestimmt sein, kann sicher auch anders kommen aber... Falls Du gelesen hast, das der Fragesteller erst 10 Monate mit der Frau und dann nur Stundenweise zusammen ist! Stundenweise owee, ihr dann denke es längst zu eng wird/ist und Sie den Rückzug antritt. Und sobald der FS mehr Zeit einfordern würde es Tage Funkstille gibt ...keine das wohl keine gute Option und Basis für eine feste Partnerschaft ist oder werden kann! Erst recht nicht bei seelischer Erkrankung eines Partners, es geht sicher auch nicht um eine leichte Depri die in der Tat jeder mal haben kann, wenn mal die Sonne nicht scheint.

Darum kann sich der FS ebenso die Zeit sparen was viele 1000 andere Menschen erlebt haben, die einem seelisch kranken Partner helfen wollten und selbst fast daran zu Grunde gingen ( er fragte was auf ihn zukommen kann) dann doch lieber eine gesunde Partnerin suchen.
Es bedarf Jahre um aus Traumata´s wieder raus zukommen. Mein Ex hat es bis heute nicht geschafft, in den 5 Jahren hab ich die Hölle durchlebt (und ja weil man diese Menschen gerade irgendwie innig liebt, ein Herr weiter oben hat es so wunderbar beschrieben) und mein Ex verfällt immer wieder in selbe Verhaltensmuster...was er auch selbst zugibt ergo...selbst erkennt!!!

Der FS, ist sicher nicht für ihr Problem zuständig, denn das hätte Sie schließlich >>>vor<<< einer neuen Beziehungsanbahnung erst mal auskurieren können...nur er muss sich im klaren sein - das das ein langer steiniger Weg ohne Aussicht auf Erfolg werden wird/kann. Und das alles hat mit Gefühlskälte nichts gemein, jeder der mit einem seelisch erkranktem Partner sein Leben teilen muss/will weil man schon lange liiert ist, der gesunde geht auch durch die Hölle, man wartet auch in länger laufenden Beziehungen und hilft ...Aber er steht erst am Anfang dieser.Ich wünsche ihm viel Glück und Kraft.
W/53
 
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Gast

  • #25
Schwierig - zumal ihr "erst" 10 Monate zusammen seid. Ihre genannten Probleme sind leider keine guten Basics für eine stabile Partnerschaft. Ich ziehe allerdings meinen Hut vor Dir, dass Du ihr zur Seite stehen möchtest und die Sache mit ihr gemeinsam bewältigen willst. Stell Dich aber auf einige Schwierigkeiten im Umgang mit ihr ein. Du benötigst immer Kraft für zwei, manchmal ist man selbst dazu in der Lage, manchmal vielleicht auch nicht. 8 Stunden Beziehung in der Woche bei 800m Entfernung sind natürlich sehr wenig und belaufen sich höchstens auf zwei Nachmittage/Abende in der Woche.

Sprich doch mal mit dem Therapeuten, wie Du Dich ihr gebenüber verhalten sollst - Ich sehe eben die Gefahr darin, dass sie sich während ihrer Therapiezeit charakterlich verändert und Euch in einem ganz anderen Licht sieht, im schlimmsten Fall gibt sie Dir noch die Schuld für Ihre Probleme, kann sein, muss aber nicht.

Du scheinst eine ausgesprochen soziale Ader zu haben. Ich weiss nicht, ob ich die Kraft und Nerven dafür hätte.

w
 
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Gast

  • #26
Man sollte sich mit der Materie wirklich mal richtig befassen, bevor man hier Menschen Gefühlskälte vorwirft.
Ich habe hier schon mal versucht, meine Aussage zu begründen, wurde aber nicht freigeschaltet.

Ich spreche aus persönlicher Erfahrung! Die meisten hier sind absolut pessimistisch eingestellt und gehen davon aus, daß so ein Mensch da nie wieder rauskommen wird und daß man deshalb GRUNDSÄTZLICH lieber die Finger von so einem Menschen lassen sollte. Und genau das ist pauschal einfach falsch. Es gibt auch Fälle da hilft eine Therapie sehr wohl und u.U. kann auch ein liebender Partner helfen, der eben nicht gleich die Flinte ins Korn wirft.

Keiner hier kennt die Details, viele meinen aber sicher zu wissen, daß die Freundin des FS nie wieder gesund werden wird.

Und ich bleibe ich auch dabei, daß Beitrag #1 ("Helfersyndorm") zumindest sehr gefühlskalt geschrieben wurde.
 
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Gast

  • #27
Die meisten hier sind absolut pessimistisch eingestellt und gehen davon aus, daß so ein Mensch da nie wieder rauskommen wird und daß man deshalb GRUNDSÄTZLICH lieber die Finger von so einem Menschen lassen sollte. Und genau das ist pauschal einfach falsch. Es gibt auch Fälle...
Klar gibt es solche Fälle und es gibt andere. Jeder normale Mensch hat den Impuls, einem Kranken beizustehen und zu helfen.
Aber bei psychischen Erkrankungen kann man als Gesunder dabei fast zu Grunde gehen und der andere merkt es nicht einmal, weil er/sie so mit sich selbst beschäftigt ist.
Man gibt und gibt und gibt und es kommt nichts zurück.

Bei mir als Angehöriger war es so, dass ich zwischen Abstumpfung aufgrund der Gefühlskälte und dem Gefühl selbst verrückt zu werden, weil die andere Sichtweise so anders war als meine eigene, hin und her schwankte. Zuletzt wollte ich nur noch ´raus aus der "Situation". Beziehung war das schon lange nicht mehr.

Mit dem Therapeuten Kontakt aufnehmen halte ich für wenig zielführend, da er zur Verschwiegenheit verpflichtet ist und für ihn die Interessen seiner Patientin für ihn im Vordergrund stehen.

Es gibt Beratungsstellen für Angehörige. Die habe ich (leider zu spät) in Anspruch genommen. Dort sind Psychiater und Sozialarbeiter, die professionell damit zu tun haben und einem wichtige Denkanstöße geben können; und natürlich auch die Art des psychischen Problems einschätzen können. Denn tatsächlich ist ja so, dass man nur aufgrund der Tatsache, dass jemand eine Psychotherapie macht, wenig schlussfolgern kann.

m
 
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Gast

  • #28
Bei der Einzeltherapie besteht auch die Möglichkeit, dass der Partner mal mitkommt und das Gespräch zu dritt geführt wird. Wäre sicherlich zielführend.
 
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Gast

  • #29
I
Ich spreche aus persönlicher Erfahrung! Die meisten hier sind absolut pessimistisch eingestellt und gehen davon aus, daß so ein Mensch da nie wieder rauskommen wird und daß man deshalb GRUNDSÄTZLICH lieber die Finger von so einem Menschen lassen sollte. Und genau das ist pauschal einfach falsch. Es gibt auch Fälle da hilft eine Therapie sehr wohl und u.U. kann auch ein liebender Partner helfen, der eben nicht gleich die Flinte ins Korn wirft.

Keiner hier kennt die Details, viele meinen aber sicher zu wissen, daß die Freundin des FS nie wieder gesund werden wird.

Und ich bleibe ich auch dabei, daß Beitrag #1 ("Helfersyndorm") zumindest sehr gefühlskalt geschrieben wurde.
Die meisten, die hier schreiben, schreiben aus eigener Erfahrung als ehem. Kranker oder Betroffener. Ich lese wenig von den wenigen guten Fällen.

Ja, wir kennen die Details nicht, aber das, was geschrieben wurde, reicht schon, dass mein Bauchgefühl sagt, Finger weg von der Frau. Die hat gar keine halbwegs normalen Basics, um eine Beziehung anzufangen. Sie hätte auch eine akute Krebserkrankung oder sonstige schwere Erkrankung haben können, auch in so einer Lebensphase kann man keine Beziehung aufbauen, die ein gutes und gesundes Verhältnis von Geben oder Nehmen hat.

Ich lese wenig Gefühlskälte, sondern Erfahrenheit, Klugheit und in dem obigen Beitrag große Naivität.

w
 
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Gast

  • #30
Hallo zusammen,

aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es für den Partner des Betroffenen extrem schwierig ist.
Es kommt jedoch stark darauf an, wie offen der Betroffenen damit umgeht. Es ist schon mal ein gutes Zeichen, wenn er offenbart, dass er in Behandlung ist und möglicherweise auch über Gründe, Inhalte usw spricht.

Mir ging es so, dass ich nach einem Jahr Beziehung und kurz nach einem gemeinsamen Urlaub grundlos verlassen wurde und erst im Nachhinein erfahren habe, dass mein Partner seit Jahren in Behandlung ist und auch Psychofarmaka schluckt. Das Ganze habe ich übrigens nicht von ihm erfahren, sondern durch einen Zufall bzw. über Dritte. Inhalte, Gründe und Schwere der Erkrankung kenne ich nicht. Das Einzige was es mir gebracht hat, ist, dass ich nun vermuten kann, warum er sich getrennt hat. Depressive neigen zu Kurzschlusshandlungen, können je nach Erkrankung keine wirklichen, dauerhaften Gefühle zulassen und eigentlich lebt man die ganze Zeit in der Angst, auf einer Eisplatte zu gehen, die jederzeit einbrechen könnte. Das umso mehr, je weniger offen der Partner damit umgeht und einen in die Therapie einbezieht.

Ich wurde nach einem Jahr des Aufs und Abs und der Hoffnung, dass es doch irgendwann besser wird, fallen gelassen. Aus dieser Erfahrung kann ich auch nur sagen - lauf weg so schnell Du kannst, wenn Du nicht irgendwann bitter enttäuscht und verletzt werden willst.

Und übrigens: nein, ich bin nicht so gefühllos, dass ich nicht gemerkt habe, dass mein Partner Höhen und Tiefen hat, aber die Menschen können es extrem gut vertuschen, v.a. wenn die Medikamente gut eingestellt sind.

An alle Frauen: sollte ein jüngerer Mann dauerhaft (also nicht bei den ersten Versuchen/Wochen, sondern dauerhaft) Erektionsprobleme haben, dann KÖNNTE das ein Hinweis sein, dass etwas nicht stimmt (Psychofarmaka verursachen Erektionsprobleme!!) KÖNNTE, muss aber nicht sein. Von Frau zu Frau: hier bitte Vorsicht walten lassen!!!

w32