• #31
@frei

Es stimmt. Der FS hat sich nach eigener Aussage während der Streitigkeiten respektlos verhalten. Über den Auslöser der Auseinandersetzungen, ihr Verhalten und ob es sich wirklich um Nichtigkeiten gehandelt hat, bleibt so ziemlich alles im Unklaren.

Will sagen, dass er sich während hitzigen Diskussionen daneben benommen hat, bedeutet noch lange nicht, dass sie ein Unschuldsengelchen ist. Meiner Erfahrung nach kochen die Emotionen während Streitigkeiten üblicherweise auf beiden Seiten hoch.

Das Umwerben einer Freundin oder Gattin, die sich emotional quasi schon verabschiedet hat, mag ein gut gemeinter Rat sein und entspricht auch so ziemlich allem, was Autoren schnulziger Soap-Operas empfehlen würden, wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren. Zumindest scheiterten sämtliche mir bekannten Männer in ähnlichen Situationen mit dieser Taktik. Niemals - wirklich niemals - hörte ich von Erfolgen.

Dabei klingt es eigentlich logisch: Man hat sich voneinander distanziert, also versucht man, die Zuneigung durch Aufmerksamkeiten zurückzugewinnen. Trotzdem - klappt nicht. Ich vermute, weil damit ungewollt Unterwürfigkeit suggeriert wird (Stichwort "Betaisierung"). Das wird die ohnehin schon geringe Anziehung nur noch weiter zurückschrauben.

Deshalb: Auf Abstand gehen und eigenes Ding durchziehen!
 
  • #32
Den Tipp vom "zurückziehen" und "nicht fordern" finde ich gut. Ich wollte hald im Gespräch klar machen, dass Sex und Nähe für mich nicht das Wichtigste sind aber eben zu einer (gesunden) Beziehung dazu gehören und ich diese mit ihr vermisse... Das ist für sie dann schon wieder zu viel "Druck"

Was versteht ihr unter zurückziehen? Wir wohnen in einer Wohnung und verbringen die Abende sobald die Kinder im Bett sind zusammen im Wohnzimmer oder auf Balkon...

Naja, logisch ist das dann wieder zuviel Druck. Nicht fordern bedeutet ja, sie mit dem Thema endlich in Ruhe zu lassen. Es gibt nichts schlimmeres, als dauernd darauf angesprochen zu werden. Es wird davon nicht besser, eher im Gegenteil. Weil letztendlich widerspricht sich das ja: du willst ihr signalisieren, dass es nicht das Wichtigste für dich ist, erhebst das aber gleichheitig zum Wichtigsten, in dem du das Thema nicht in Ruhe lassen kannst und immer wieder ansprichst, weil du dich gerade zu kurz gekommen fühlst. Ich genau wie sie kann ja auch deine Seite verstehen. Aber sie hat nun mal grade kein Bedürfnis nach Zärtlichkeit. Somit ist es im Moment dein Thema, nicht ihres. Das hat null damit zu tun, dass sie dich womöglich nicht mehr liebt, aber sie kann dir eben im Moment nicht das geben, was du brauchst. Vielleicht ist sind ihr eure alltäglichen Balkon/Sofaabende auch zu viel Nähe, die sie im Moment nicht erträgt. Vielleicht ist ihr das ganze Leben ziemlich langweilig geworden, sie weiß nur nicht, wie sie es ansprechen soll, weil ja keiner was dafür kann.

Nur so ein paar Gedanken dazu. Ich war schon zweimal in der Rolle deiner Frau, daher kann ich mir vorstellen, was in ihr vorgeht. Das erste Mal ist die Beziehung daran kaputtgegangen, beim zweiten Mal nicht.
 
  • #33
Unsere Ehe hatte Höhen und Tiefen, sprich viel Streit. ...... Bei den vielen Streitereien (Tiefen) ging es meist um Kleinigkeiten. Jedoch war meinerseits im Streit oftmals der Respekt nicht vorhanden. Mir ist bewusst dass das nicht korrekt ist/war.

Lieber FS
Du hast mit Deinem Kommunikationsstil jede Liebe in ihr abgetötet. Was bist Du für ein Mensch, dass Du so mit der Frau umgehst, von der Du behauptest, sie zu lieben?
Immerhin weißt Du, dass es nicht ok war. Nun musst Du nur noch hinbekommen, Dich dauerhaft anders zu verhalten, denn die nächste Krise kommt bestimmt.

Andererseits: Kommunikation besteht immer zwischen zwei Menschen und beide tragen dazu bei, wie die Dinge sich entwickeln. Das sollte Thema der Paartherapie sein. Nur wenn ihr aus eurem destruktiven Muster rauskommt, habt ihr eine Chance auf einen Neustart.


Geht es Dir noch gut? Dir fehlen ihre Zärtlichkeiten, Du willst Sex? Deine Frau liebt Dich nicht mehr, weil Du sie dauerhaft respektlos behandelt hast.
Wenn Du Sex willst, dann werde zu einem Mann, den sie begehrt und zwar dauerhaft. Vorher brauchst Du an Sex mit ihr nicht zu denken. Und an Sex mit anderen Frauen solltest Du in dieser Situation auch nicht denken, wenn Du nur den Hauch einer Chance behalten willst.

Erspar' Dir und ihr jegliches Gespräch über körperliche Nähe oder Sex. Bei den meisten Frauen dauert es unendlich lange, bis sie für sich zulassen, dass sie den Mann an ihrer Seite körperlich verabscheuen, weil er sie ständig runtergeputzt hat. Da möchte frau lieber k**** statt den Mann zu umarmen. Sowas nennt man Psychosomatik - ihr Körper kann und will Deine Nähe nicht. Sie verachtet Dich für Deine sexuelle Bedürfigkeit: erst den großen Max und sie platt machen und dann armselig wegen Sex rumwimmern. So sieht es von Frauenseite aus - nur mal zu Deiner Info.

Anders als viele andere würde ich Dir nicht empfehlen, auf Freizeitprogramm umzustellen. Wenn sie sich ebenfalls 2-3 freie Abende in der Woche gönnt, habt ihr keine Chance eure Ehe zu retten, sondern entfremdet euch noch mehr. Eigene Räume schaffen solltet ihr euch beide nach der Krise.
 
  • #34
Lieber FS,
noch ein Hinweis: rede in der Paartherapie Klartext über eine mögliche Trennung.
Sag' Deiner Frau, dass sie sich um einen Wiedereinstieg in den Beruf kümmern soll. Eure Kinder sind alt genug und sie kann zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

So wie eure Ehe läuft kann es für euch beide dauerhaft nicht weitergehen. damit wird keiner glücklich und die Kinder, die in so einem Minenfeld aufwachsen auch nicht. Ihr seid jung genug, um es mit anderen Partnern versuchen zu können, wenn ihr es zusammen nicht mehr hinbekommt (was in so einer Situation häufig ist).

Deine Respektlosigkeiten hat sie nur so intensiv erlebt und auch keine Gegenwehr gezeigt, weil ihr von anderer Seite Erfolgserlebnisse und Anerkennung sowohl ihrer Leistung wie auch ihrer menschlichen Eigenschaften fehlen. Vielen Frauen denen es so geht, die in antiquierter Abhängigkeit vom Mann leben und deswegen nicht wie ein gleichwertiger Partner sondern wie ein abhängiges Kind behandelt werden: sie reden sich ihre Familienleistung schön, erleben diese aber garnicht so und ziehen garkeinen Selbstwert draus. Kann auch nicht funktionieren, wenn das "Familienoberhaupt" sie schlecht behandelt, gern noch vor den Kindern.

Der Wiedereintritt ins Berufsleben ist für sie zwar anstrengend, auch von Dir wird in Sachen Familie dann mehr Einsatz bei unerfreulichen Aufgaben gefordert (von wegen geh' Deinen Hobbys nach), aber das birgt zwei große Chancen:
- sie bekommt aus anderer Quelle als von Dir mehr Selbstwert und wird unabhängiger von Dir, kann Dir dann auch anders gegenübertreten
- eine Trennung lässt sich für euch beide besser bewerkstelligen, denn zeitgleich Trennung und Wiedereinstieg ins Beufsleben ist eine harte Sache.

Das Ganze birgt auch Risiken: mehr Kontakt zu anderen Menschen und Feststellung: sie kann ohne Dich gut leben.
 
  • #35
Ich denke, der Zug ist ziemlich abgefahren. Wenn sich eine Frau in dieser Weise zurückzieht und dir sagt, dass sie verstehen kann, wenn Du dich trennst, brauchst Du dir keine großen Hoffnungen zu machen. Anscheinend waren die Streitigkeiten um Kleinigkeiten inkl. deiner Respektlosigkeit irgendwann zu viel. An deiner Stelle würde ich im ersten Schritt versuchen, loszulassen und anfangen, dein eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Das heißt, dass Du mal alleine mit den Kindern was machst oder ihr absprecht, wann jeder von euch für sich etwas machen kann. Bleibe nett und verbindlich, spreche auch Klartext, wie es dir mit der Situation geht. Das hat nichts mit Druck machen zu tun, denn jeder hat Gefühle. Wenn deine Frau signalisiert, dass es keine Änderungen geben wird (davon gehe ich aus), dann solltet ihr euch zusammensetzen und beratschlagen, wie ihr euch am besten trennt. Ihr seid beide zu jung, um über lange Zeit an eine schlechten Ehe festzuhalten. Und die Ehe ist momentan schlecht, weil deine Frau keine großen Gefühle mehr für dich hat. Vermeide auch die Streitigkeiten um Kleinigkeiten inkl. deines respektlosen Verhaltens. Erstens hilft das keinen weiter und Du machst dich damit kleiner, als Du sein solltest.
 
  • #36
er FS hat sich nach eigener Aussage während der Streitigkeiten respektlos verhalten. Über den Auslöser der Auseinandersetzungen, ihr Verhalten und ob es sich wirklich um Nichtigkeiten gehandelt hat, bleibt so ziemlich alles im Unklaren.

Der Auslöser und ob es Nichtigkeiten sind, sind zu vernachlässigen. Der FS bewertet es für sich so (vermutlich nach Gesprächen in der Paartherapie zu Recht) und trotz der Nichtigkeiten war er respektlos und abwertend.
Er schreibt nichts darüber, dass sie sich ihm gegenüber so verhalten hat. Man kann demzufolge davon ausgehen, dass ihr Verhalten ihm gegenüber ok war, sonst würde er sie ebenfalls nicht mehr lieben und an der Ehe festhalten wollen. Ich stimme aber zu, Frauen können im Streit sehr penetrant sein.

Das Umwerben einer Freundin oder Gattin, die sich emotional quasi schon verabschiedet hat, .... wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren. Zumindest scheiterten sämtliche mir bekannten Männer in ähnlichen Situationen mit dieser Taktik. ...... Ich vermute, weil damit ungewollt Unterwürfigkeit suggeriert wird (Stichwort "Betaisierung")

Es liegt nicht an Betaisierung, warum es nicht klappt, die Zuneigung durch Aufmerksamkeit zurückzugewinnen.
Es kann und wird nicht klappen, wenn nicht zeitgleich die wesentlichen Grundlagen für eine Veränderung der Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Ursache für die verfahrene Situation sind:
- die Einsicht, dass das eigene Verhalten grundlegen falsch, persönlich verletzend war udn eine Zumutung für die Partnerin
- das Bewusstsein, dass über lange Zeit sehr tiefe Verletzungen von ihm verursacht wurden, die Zeit zum heilen brauchen
- Kommunikationskompetenz aufbauen, neue konstruktive Muster erlernen und täglich praktizieren in der Beziehung
- herausfinden, was von ihrer Seite zur Verschärfung der situation beigetragen wurde und auch diese Ursachen beseitigen (muss sie tun).

Deshalb: Auf Abstand gehen und eigenes Ding durchziehen!
Das führt garantiert zur Trennung und das will der FS nicht - seine Frau schon eher. Aus der Situation heraus ist anzunehmen, dass sie sich entlastet fühlt, wenn er weg ist.

Die Tipps sollten zielführend für den FS sein, bzw. sollte man ihn darauf hinweisen, dass das Risiko der Trennung durch dieses Verhalten steigt.
 
  • #37
Genaugenommen eine groteske Situation. Man kränkt einen Menschen fortwährend und schließlich leidet man selbst darunter, dass man genau von diesem Menschen keine Zuwendung und Zärtlichkeit mehr bekommt.

Wenn ich an meine Ehe zurück denke, da gab es auch Zeiten, bevor dann alles kaputt war, da hätte mein Ex-Ehemann doch noch die Kurve kriegen können, einfach schon mal damit, dass er es unterlassen hätte, weiterhin ungenießbar zu sein.

Aber irgendwann werden unschöne Situationen chronisch und irgendwann auch irreparabel.

Nun würde mich aber wirklich interessieren, was der / die Therapeutin so alles zu dieser Situation sagt. Immerhin geht die Ehefrau noch mit zur Therapie, oder hat sie sogar initiiert. Meist sind es ja die Frauen, die diesen Weg suchen.
 
  • #38
Guten Morgen,

*Betaisierung*.....Grundgütiger, schon wieder ein neuer Begriff der auftaucht, wenn es um Beziehungen geht. Der hat in der Liebe nichts zu suchen. Was ist unterwürfig daran, wenn man eine Ehe in Ordnung bringen will und sich dementsprechend verhält, wenn auch vielleicht etwas ungeschickt. Schließlich sind auch noch zwei kleine Kinder vorhanden, die gar nicht großartig erwähnt und mit bedacht werden. Auf einem Trümmerfeld können nicht gleich wieder Rosen blühen, das dürfte jedem klar sein.

Es spricht für den FS, das zu wollen....immerhin und das ist schon mal einer kleiner Schritt. Ich nenne das Verantwortung.

Ob die Ehegattin folgen kann und will, bedarf Zeit und die Erkenntnis, dass auch sie ihren Anteil überdenken muss. Wir können als Aussenstehende nicht in die Seele dieser Menschen schauen und halte es für nicht förderlich gleich Schwarzmalerei zu betreiben.

Ich habe in meinem langen Leben sehr wohl erleben und beobachten dürfen, dass man eine Krise wieder zum Guten wenden kann. Haben wir nicht gerade genug darüber debakelt, dass eine Beziehung dem Wachstum dienlich ist, das aber eine geistige Reife voraussetzt........Es ist unreif, aufgrund ein paar Eckdaten und nur aus einer Sicht geschildert, Sandkastenratschläge... !! .bumm !! und Trennung....anzuraten.

Ich gehöre auch zu den Menschen, die nach Streitigkeiten oder längeren Krisen, vorerst keinen Sex bieten kann, weil ich mich selber erst einmal wieder sortieren und einsammeln muss. Das jedoch sehr schnell erfolgte, wenn mir die Zeit gewährt wurde.
Ich kenne übrigens auch Männer, die das nicht können.

Kopf hoch lieber FS, du wirst es schon schaffen! Dieser Zustand muss nicht für immer bleiben. Eine Annäherung kann, vorerst ohne Sex, nur in kleinen Schritten erfolgen.
 
  • #39
Durch Deine Respektlosigkeit hast Du etwas kaputt gemacht, das sich nicht wieder kitten lässt. Auch nicht durch eine Eheberatung. Ich denke, der Zug ist abgefahren.
Wenn ich solche Statements lese, noch dazu als Antwort auf eine wenig ausführliche Frage des FS, wird mir ganz kalt. Für mich liest sich das beinahe wie »Lust am Elend anderer«.

Ich selbst lese aus der Frage und der Zwischenantwort (#11) vom FS die klare Bereitschaft heraus, daran zu arbeiten, dass die Beziehung wieder rund läuft. Er erkennt, dass er seiner Frau Abstand gewähren muss, bis sie von sich aus wieder auf ihn zukommt - oder aber die endgültige Trennung einleitet. Auch die Partnerin fühlt sich ganz offensichtlich nicht wohl in der augenblicklichen Situation, sonst würde sie kaum mit in eine Paartherapie gehen. Dass sie ihm anbietet, sich von ihr zu trennen, weil sie ihm »das« (Sex) momentan nicht bieten kann, heißt noch nicht, dass sie wirklich hinter einer Trennung stehen würde.

Warum nicht den Fortschritt in der Therapie abwarten (4 Monate sind wirklich keine Zeit, wenn es darum geht, 7 und mehr Jahre - in denen nicht immer alles rund lief - aufzuarbeiten) und dann gemeinsam eine Entscheidung zu treffen? Das kann die Trennung sein, aber auch das Gegenteil.
 
W

wahlmünchner

  • #40
Ich vermute, weil damit ungewollt Unterwürfigkeit suggeriert wird (Stichwort "Betaisierung"). Das wird die ohnehin schon geringe Anziehung nur noch weiter zurückschrauben

Deshalb: Auf Abstand gehen und eigenes Ding durchziehen!
Nein, da siehst du die Sache grundfalsch und lässt dir einen Bären aufbinden.
Auch wenn das nicht deinem Weltbild entsprechen mag:
Rückzug ist sinnvoll bei
- Frauen die mehr Freiraum fordern
- bei Frauen die extreme Verlustängste haben
So und das wars. Zwischen bedürftig an die Frau hinjammern und um sie wieder werben liegen Welten. Und ja: wenn Männer das Programm von...entschuldigen, dies ernst meinen, werben und das tun was der Frau abgegangen ist ( du wirst es nicht glauben, Frauen sagen sogar was dies eben ist, was ihnen fehlt...)wenn man das berücksichtigt hat der Mann beste Chancen und ja ich kenne Fälle in denen das geklappt hat.
Aber was natürlich nichts bringt:
Wenn ein Mann irgendwas macht und nicht der Frau zugehört hat. Wer seine Frau angeschrien hat kann das nicht mit Kino und Blumen wett machen.
Warum es so oft nicht funktioniert :
Diese Männer hören nicht zu. So simpel, so wahr.
 
  • #41
Hallo ihr Lieben!

Erst mal herzlichen Dank für die überwältig vielen Antworten. Viele stellen mich sehr auf und machen mir Mut, andere machen mich wieder traurig und nachdenklich...

Ich finde es schade wie mich hier im Forum einige abstempeln. Selbstverständlich habe ich Fehler gemacht, stehe dazu und man glaubt es kaum, ich kam auch ohne Paartherapie auf diese Erkenntnis.

Es ist sehr schwer auf alle Ratschläge einzeln einzugehen. Trotzdem möchte ich "stichwortartig" einiges vor dem Wochenende loswerden:

zu meiner Frau:
- ihr mangelt es bestimmt nicht am Selbstvertrauen/-bewusstsein (muss also nicht zwingend "gewerbemässig" Arbeiten um dies zu erlangen)
- sie besitzt einen grossen Freundeskreis
- ich schätze sehr was sie den ganzen Tag zu Hause leistet und sage das auch
- ohne mich in Schutz zu nehmen - im Streit ist sie auch kein "Unschuldslamm"

zu unserer Beziehung/Nähe:
es ist nicht alles schwarz zu malen. Wir geben uns beim Gehen und Kommen immer einen Kuss, können gut gemeinsam Zeit verbringen, kuscheln kurz im Bett vor dem einschlafen, halten beim Familienspaziergang ab und zu unsere Hand etc. - finde also nicht das alles tot und zu spät ist. Es ist einfach nicht mehr als das. Und das ist zu respektieren.

Aus meiner Sicht ist es die falsche Lösung meiner Frau aus dem Weg zu gehen und sein eigenes "Ding" zu machen... Es ist doch kindisch mich z.B. "hübsch" zu machen und das Haus zu verlassen ohne gross zu sagen wo ich hin gehe. Das sind für mich "Machtspiele" und "Provokationen" welche die aktuelle Situation sicherlich nicht verbessert. Versuche mich in Geduld zu hüllen, werde meiner Frau Zeit geben und mich mit dem Thema Nähe und Sex zurücknehmen.

Werde versuchen euch so aktuell wie möglich zu halten und regelmässig Updates hier reinzustellen. Ausserdem möchte ich nochmals betonen, dass ich eure Bemühungen und Ratschläge sehr schätze!

Liebe Grüsse
 
  • #42
Zitat von frei:
Hier wird mehrfach geraten, dass der FS sich zurück ziehen solle, öfter am Abend außer Haus gehen etc.
Ich fürchte, das macht das Ganze nur noch schlimmer.

Die beiden leben offenbar nur noch nebeneinander her, statt wirklich eine Partnerschaft zu führen. Die Abende werden wie ein Rentnerpaar auf dem Sofa verbracht. Zärtlichkeiten gibt es seit rund einem halben Jahr von seiten der Frau nicht mehr. Eine Paarberatung hat in den letzten 4 Monaten offenbar nichts gebracht. Die Frau des FS äußert sich entsprechend, sie wurde verstehen wenn er sie verlässt.

WAS bitte, könnte sich an der aktuellen Situation noch verschlimmern? Das Ende der Fahnenstange, ist hier doch längst erreicht.
 
  • #43
Wir geben uns beim Gehen und Kommen immer einen Kuss, können gut gemeinsam Zeit verbringen, kuscheln kurz im Bett vor dem einschlafen, halten beim Familienspaziergang ab und zu unsere Hand etc. - finde also nicht das alles tot und zu spät ist.

Oh Mann, warum hast du das denn anfangs anders dargestellt ?
In der Überschrift steht 'keine Nähe / Zärtlichkeit'.
Ich und wahrscheinlich die anderen Leser haben das wörtlich genommen.
Was du also vermißt, ist Sex, richtig ?

Ich hatte dir in meinem vorherigen Beitrag nur eine geringe Chance eingeräumt, die Ehe zu retten, nun sieht es aber ganz anders aus.
Offenbar liebt deine Frau dich noch, denn das, was du jetzt beschreibst macht eine Frau nicht, wenn sie ihren Mann widerlich findet.
Und immerhin habt ihr ja noch 1x/Monat Sex.

Ich schlage vor, die Phase 1 zu gehen
- Phase eins: kümmere dich sehr viel um den Haushalt und die Kinder. Mache das alles, ohne dass sie dich auffordern muß und ohne zu murren.
Schleime dich aber nicht ein, denn das bedrängt sie auch.
Tu einfach, was getan werden muss, so als ob du alleinerziehend wärst und mit dem Haushalt und den Kindern allein zurecht kommen müßtest und erwarte keinen Dank oder Anerkennung, denn das bekommt sie ja auch nicht, richtig ?
Die Phasen 2 und 3 kannst du überspringen, die hast du schon
( Oh Mann, sage das doch gleich )

Gaaanz wichtig: bedränge sie nicht, fordere nichts, jammere und bettele nicht, mache ihr keine Vorwürfe, stelle keine Ultimaten.
Sei dir im Klaren darüber, dass sie nicht verpflichtet ist, zärtlich zu dir zu sein oder mit dir zu schlafen. Es ist ein Geschenk. Arbeite darauf hin, dass sie Lust hat, dir Geschenke zu machen.
Wenn du das dann auch noch beachtest, sehe ich ganz gute Chancen, dass sie irgendwann wieder auf dich zukommt.

Viel Erfolg.

w 49
 
  • #44
Die beiden leben offenbar nur noch nebeneinander her, statt wirklich eine Partnerschaft zu führen. ,,,,,,
WAS bitte, könnte sich an der aktuellen Situation noch verschlimmern? Das Ende der Fahnenstange, ist hier doch längst erreicht.

Das tun sie eben nicht, wie eindeutig aus dem Post des FS um 17:01 Uhr zu entnehmen ist (war wohl noch nicht freigeschaltet, als das Statement erfasst wurde).
Allerdings war aus den bisherigen Posts des FS zu entnehmen, dass er an der Beziehung festhalten will und es war nichts zu lesen, dass er festhalten will, weil er Unetrhaltszahlungen fürchtet.
Ein Mensch mit etwas positiver Lebens- und positiver Partnerschaftserfahrung kann daraus erkennen, dass es sehr wohl Restbestände von Partnerschaft gibt, um die es sich zu bemühen lohnt - genau das tut der FS. Was er schreibt, zeitg sogar eine ziemlich gute Basis.

Lieber FS,
nach Deinem detaillierteren Post zur Eurer sonstigen Beziehung kann ich Dich nur ermutigen, am Ball zu bleiben und die Paartherapie zu nutzen, um wieder zueinander zu finden. Das ist nicht aussichtslos.
Es wird mir immer wieder ein Rätsel bleiben, dass Männer Sex ahben können, wenn die Stimmung schlecht ist und Frauen geradezu körperlich gelähmt werden, Nähe nicht ertragen können.

Bei Dir sehe ich, dass Du Dich mit den Problemen auseinander setzt und das ist der einzige Weg, aus so eienr verfahrenen Situation wieder herauszufinden.

Du musst Dich fragen, warum wirst Du so respektlos in Streitereien, wenn Du Deine Frau so wertschätzt, wie Du es oben beschreibst. Sorry, aber da stimmt bei Dir was nicht. Der Sache solltest Du unbedingt auf den Grund gehen, denn sonst kannst Du es dauerhaft nicht abstellen und dann wird Deine Frau Dich nicht mehr lieben können. Du schriebst, wie ist selbstbewusst und ja, dann lässt sie sich sowas nicht bieten.

Meine Feststellung ist, dass Männer in anderen Bereichen viel Frust schieben (oft Selbstüberschätzung im Job), zu feige sind, es dort rauszulassen wo es entstanden ist und sich dann zuhause austoben, geringschätzig und abwertend zu Frau und Kindern werden.

Genauso muss Deine Frau sich damit befassen, was sie dazu beiträgt, dass Streits eskalieren und auch das unterlassen.

Frag' Dich mal, wie Deine Kinder Euch erleben.
 
  • #45
Die Paartherapie ist schon mal ein richtiger Weg. Ansonsten: gönne deiner Frau eine Auszeit, bedränge sie nicht körperlich. Das braucht jeder mal in einer längeren Beziehung.

Was nicht abreißen sollte: gegenseitige Aufmerksamkeit in Form von Gesprächen und Zuhören. Gemeinsame Unternehmungen, wenn möglich auch mal ohne die Kinder. Vielleicht eine Wochenendreise zu zweit, ohne dass Sex eine wichtige Rolle spielt. Ab und zu zusammen essen gehen, ins Kino, ins Konzert gehen oder was euch sonst gefällt. Dazwischen Dinge aufgreifen, die ihr schon lange nicht mehr gemacht habt, früher aber mochtet (Freunde einladen, grillen usw.). Alles ohne Erwartung, körperlich »belohnt« zu werden.



Mit Geduld auf beiden Seiten … könnte die alte Liebe wieder aufwachen.

Die Paartherapie ist doch kein Allheilmittel. Verloren gegangene Gefühle und sexuelle Anziehung lässt sich nicht durch einen Dritten herbei reden. Das ist schlicht naiv. Noch dazu bei jungen Leuten Anfang 30. Die "alte Liebe" ist weg. Zumindest, von Seiten der Frau. Da nützt dem FS Geduld gar nichts.
 
W

wahlmünchner

  • #46
Oh Mann, warum hast du das denn anfangs anders dargestellt ?
In der Überschrift steht 'keine Nähe / Zärtlichkeit'.
Ich und wahrscheinlich die anderen Leser haben das wörtlich genommen.
Was du also vermißt, ist Sex, richtig ?
Das dachte ich mir auch..
Vielleicht sollte der Mann auch tatsächlich schauen ob es nicht einen anderen am Horizont gibt. Denn wenn ich die neuen Infos miteinbeziehen, ist der FS netter als ich dachte und geduldiger...dafür die Frau auch kein Unschuldslamm.
Jetzt ist die Frage: sieht auch sie Fehler ein?
 
  • #47
Die Paartherapie ist doch kein Allheilmittel. Verloren gegangene Gefühle und sexuelle Anziehung lässt sich nicht durch einen Dritten herbei reden. Das ist schlicht naiv.
In einer Therapie werden Dinge nicht »herbeigeredet«, sondern erarbeitet. Und zwar durch denjenigen (hier diejenigen), die eine Therapie gemeinsam besuchen. Gefühle sind nicht unbedingt verloren gegangen, sondern oft nur verschüttet und müssen wieder entdeckt werden.

Ein Therapeut, der so vorgeht wie @Kaktus das offensichtlich sieht (»Die alte Liebe ist weg« - basta!), nichts hinterfragt und den Ratsuchenden keine Brücke baut, hat seinen Beruf verfehlt.

Lass dich nicht entmutigen, lieber FS, mit deiner Geduld bist du auf dem richtigen Weg. Zumindest wirst du damit herausfinden, ob ihr noch eine Chance habt. Diese solltet ihr euch gönnen.
 
  • #48
Oh Mann, warum hast du das denn anfangs anders dargestellt ?
In der Überschrift steht 'keine Nähe / Zärtlichkeit'.
Ich und wahrscheinlich die anderen Leser haben das wörtlich genommen.
Was du also vermißt, ist Sex, richtig ?

Komisch, ich habe das direkt genau so verstanden. Du glaubst doch nicht ernsthaft, ein Mann würde sich beschweren wg. zu wenig Händchenhalten.
 
  • #49
Komisch, ich habe das direkt genau so verstanden. Du glaubst doch nicht ernsthaft, ein Mann würde sich beschweren wg. zu wenig Händchenhalten.
Hm, doch, ehrlich gesagt möchte ich auch weiter daran festhalten, dass nicht grundsätzlich alle Männer dergestalt eindimensional sind. Ich wage mal zu behaupten, dass es den allermeisten Männern durchaus wichtig ist, ob ihre Frau sie liebt und nicht nur, dass sie die Beine breit macht.

w 49
 
  • #50
Hm, doch, ehrlich gesagt möchte ich auch weiter daran festhalten, dass nicht grundsätzlich alle Männer dergestalt eindimensional sind. Ich wage mal zu behaupten, dass es den allermeisten Männern durchaus wichtig ist, ob ihre Frau sie liebt und nicht nur, dass sie die Beine breit macht.

w 49

Der Meinung bin ich zwar auch, denke aber trotzdem, das in diesem Thread das alte Problem "Hilfe, sie lässt mich nicht mehr ran" angesprochen wird. Welches dann gleich zu "sie gibt mir grundsätzlich keine Nähe und Zärtlichkeit mehr" umgemünzt wird.
Woran man sieht, dass das schon zwei paar Schuhe sind, es aber (manchen) Männern schwer fällt, da genau zu differenzieren. Nur so lässt es sich erklären, dass Männer so schnell die Flinte ins Korn werfen (und selbst der FS denkt ja zumindest drüber nach, wenngleich er natürlich nicht sofort alles hinschmeißen will) wenn es mal über einen längeren Zeitraum keinen Sex gibt. Das wird dann sofort gleichgesetzt mit "sie liebt mich nicht mehr". Und dann geht es los mit "was kann ich tun - ohne sie unter Druck zu setzen". Dabei ist schon alleine der Gedanke ein reines unter Druck setzen. Das nervt doch nur. Und daraus folgen dann Äußerungen der Frau, wie "ich kann verstehen, wenn du dir eine andere suchst". Sie kann oder will im Moment diese sexuellen Erwartungen einfach nicht erfüllen. Vielleicht gibt es für sie gerade wichtigeres auf der Welt, vielleicht hat sie Sorgen, Stress, oder was auch immer. Möglicherweise hat sie den Grund dafür schon mehrfach geäußert, das wissen wir nicht. Aber vom drüber reden kommt die Lust und das Bedürfnis nach körperlicher Nähe nicht wieder herbei. Selbst wenn die Gründe auf dem Tisch liegen. Sie hat im Moment eben nicht das Bedürfnis und ist auch nicht auf der Welt, die Bedürfnisse des Mannes rundum erfüllen zu müssen, schon gar nicht, wenn die schon die Bedürfnisse zweier kleiner Kinder im Blick haben muss. Und ihre eigenen.
 
  • #51
Lieber FS
Also für mich hört es sich nach dem häufigen und banalen Problem an, dass man eine einengende, langweilige Routine hat als Paar. Zwei Kinder, viel zu tun, und immer dieselben kleinen Zärtlichkeitsgesten, die sich abnutzen und an Bedeutung verlieren. Keine Geheimnisse mehr voreinander, man sieht sich in den alten Trainerhosen abends auf der Couch, der Charme, alles ist eingeebnet. Man verbringt Zeit zusammen in den müdesten, faulsten Momenten des Tages und investiert seine Energie fürs Berufliche und die Kinder. Man kennt sich in und auswendig, oder meint es zumindest, und alle Neugier geht verloren.
Wie soll denn da Erotik entstehen?
Abwechslung ist die Würze des Lebens. Verändere dich, verändere eure Umstände, sorge für neue Erlebnisse. Erfinde dich ein bisschen neu als Partner, als Mann. Und ja. Es ist durchaus manchmal sinnvoll, einander Zeit zu geben, dass man sich vermissen kann. Nicht schmollender Rückzug, der abweisend wirkt, sondern Energie tanken und neue Impulse sammeln vom Leben. Wer immer aneinander klebt, wird zunehmend symbiotisch und niemand hat gern Sex mit seinem Klon.
 
  • #52
Guten Morgen zusammen

Komisch, ich habe das direkt genau so verstanden. Du glaubst doch nicht ernsthaft, ein Mann würde sich beschweren wg. zu wenig Händchenhalten.
Nein, mir geht es nicht "nur" um Sex... und doch ich beschwere mich über zuwenig Händchen halten! Obwohl die Nähe zueinander für manch einer hier drin normal ist, ist es bei uns eben nicht normal wie es zur Zeit läuft. Küsse durch meine Frau, mal eine Umarmung, streicheln etc. (einfach das Begehren nach mir) das war eben selbstverständlich. Und DAS ist jetzt eben nicht mehr der Fall.

Die Paartherapie haben wir nur all 4 Wochen - wer also nach 4 Sitzungen das Gefühl hat alles ist wieder im Butter dann ist das naiv. Schlussendlich müssen WIR aneinander arbeiten - es tut aber gut ab und zu zusammen mit jemandem unabhängigen zu sprechen.

Mir geht es darum wie andere in solch Situationen umgehen und was man besser machen kann... Es ist beängstigend wie viel Negativerfahrungen hier von Forum-Users bereits gemacht wurden und wie viele aufgrund (temporären?) Eheproblemen eine ganze Familie "wegwerfen" würden. Ich könnte mir das gegenüber meinen Kindern NIE verzeihen, wenn ich aufgrund Problemen mit meiner Frau sofort alles hinwerfe ohne alles vorher versucht zu haben die Situation zu kitten - und das ist mir auch gerne 1, 2 oder 3 Jahre von meinem Leben wert!
 
  • #53
Ehre deine Frau besser, anstatt zu jammern. Frauen tun doppelt so viel Arbeit wie Männer in Beziehung, Familie, Job und bekommen trotzdem weniger Dank und Geld, bzw. keiner dankt es ihnen. Eher wird man für die Dinge, die man erduldet als Frau, auch noch bestraft und abgewertet. Dieses massive Problem solltest du erkennen und entsprechend anders handeln.
Das ist einfach nicht wahr und schon gar nicht so zu pauschalieren. Weder bei mir noch bei anderen.
Und deshalb soll der FS jetzt nicht plötzlich seine Frau auf eine Sockel stellen. Dadurch bekommt er sie auch nicht wieder zurück. Schöner wäre es, wieder mehr Gelegenheiten für Paaraktivitäten zu schaffen.
 
  • #54
"Ehre deine Frau besser, anstatt zu jammern. Frauen tun doppelt so viel Arbeit wie Männer in Beziehung, Familie, Job und bekommen trotzdem weniger Dank und Geld, bzw. keiner dankt es ihnen. Eher wird man für die Dinge, die man erduldet als Frau, auch noch bestraft und abgewertet.

Ohne die tägliche Leistung meiner Frau zu schmälern: Ich gehe von morgens bis abends arbeiten, komme nach Hause bin für Kinder da, später für Frau. Am Wochenende koche in der Regel (selbstverständlich mit Abwasch), Lebensmittel-Einkauf läuft auch über mich... Kleinigkeiten im Haushalt übernehme ich auch (obwohl dies hauptsächlich meine Frau macht) - von dem her möchte ich widersprechen, dass meine Frau doppelt so viel Arbeit hat als ich.

Jeder ist in der Rolle welche Vor- aber auch Nachteile mit sich bringen. Ausserdem wünscht sich meine Frau diese Rolle und schätzt es, dass sie tagsüber voll für die Kinder da sein kann. Also niemand wurde in seine Rolle "gedrängt".
 
  • #55
Moin,
Die Paartherapie haben wir nur all 4 Wochen - wer also nach 4 Sitzungen das Gefühl hat alles ist wieder im Butter dann ist das naiv. Schlussendlich müssen WIR aneinander arbeiten - es tut aber gut ab und zu zusammen mit jemandem unabhängigen zu sprechen.
magst du ein bisschen was zu den Ergebnissen sagen - bekommt ihr Tipps, hat deine Frau schon erkannt, warum sie sich so verhält, bist du irgendeinem Fehler deinerseits auf die Spur gekommen?

manchmal
 
  • #56
Ich könnte mir das gegenüber meinen Kindern NIE verzeihen, wenn ich aufgrund Problemen mit meiner Frau sofort alles hinwerfe ohne alles vorher versucht zu haben die Situation zu kitten - und das ist mir auch gerne 1, 2 oder 3 Jahre von meinem Leben wert!

Jep, mach wie du meinst. Habe ich auch so gemacht. Alles versucht. Ist gut für das eigene Karma. Irgendwann muss man sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob die Frau vielleicht nicht die Richtige ist. Soll ja auch Paare mit Kindern geben, die ein Sexleben haben und da nicht mit Therapie herumdoktern.
Ich konnte das damals nicht wg. Moralvorstellungen und so, aber rückblickend wäre es ganz klug gewesen, sich eine Geliebte zu nehmen.
 
  • #58
Lieber LuckyLuke80,

ich habe ganz viel Sympathie für Dich und Deine/Eure Situation, die ich nur zu gut nachvollziehen kann, da ich mich (als Frau) in derselben Situation befunden habe. Leider kann auch ich keinen positiven Ausgang berichten.

Trotzdem möchte ich Dich darin bestärken, den Weg fortzusetzen, den Ihr begonnen habt. Ich denke, eine Krise ist eine Chance, ein Zeichen dafür, dass die Beziehung und die Persönlichkeiten in der Beziehung sich weiterentwickeln müssen, damit die Beziehung in eine neue Qualität eintreten kann. Und um mit einer Freundin zu sprechen, gibt es dann, wenn man zusammen diese Krise gemeistert hat, nichts was der Beziehung noch wirklich gefährlich werden könnte. Es entsteht ein tiefes Vertrauen, dass man alle Konflikte gemeinsam durchstehen kann. (Ich möchte das gern glauben, seufz.)

Alle Dinge, die uns passieren, haben mit uns zu tun. Wir sehen vielleicht das - unserer Einschätzung nach - Fehlverhalten des anderen. Aber, wie wir selber dazu beitragen, erkennen wir meist nicht. Es geht deshalb immer darum, sich selbst zu erkennen, anzunehmen und ggf. zu ändern. Denn ändere ich mich, so ändere ich das System. Der Partner kann der Spiegel sein, um sich selbst zu erkennen.

Dafür müssen aber die Machtkämpfe in der Ehe beendet werden und die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt werden. Wenn Du in Auseinandersetzungen verbal sehr aggressiv wirst, Deine Frau aber nur schlecht mit Aggressivität umgehen kann, weil sie aus einer Familie stammt, in der Streit tabu und Harmonie oberstes Ziel war, wird sie vielleicht ihre Interessen in der direkten Auseinandersetzung mit Dir nicht durchsetzen können.

Ich möchte Dir ein Buch zum Thema empfehlen. Es kann helfen zu erkennen, wo die tatsächlichen Konflikte liegen und diese ggf. zum Thema Eurer Paartherapie zu machen. Besonders, wenn Ihr beide es lest und darüber diskutiert.

David Schnarch: Intimität und Verlangen: Sexuelle Leidenschaft in dauerhaften Beziehungen

Ich wünsche Dir alles, alles Gute auf Deinen/Euren Weg.
 
  • #59
Ja, aber eben nicht "irgendwann" sondern bevor die Kinder gezeugt werden. Der Rest ist eigene Verantwortung und eigenes Versagen.
Weiss man das wenn man sich Anfang/Mitte 20 kennenlernt, wie jemand 10 Jahre später bzw. nach Familiengründung und Alltags-Familientrott sein wird? Betrifft Männer wie Frauen und ist ja ein massenhaft vorkommendes Phänomen, also die Veränderung der Paarbeziehung nach Geburt der Kinder.
Das Gegenbeispiel sind Leute, die auf der Suche nach dem perfekten Partner eine Beziehung an die andere reihen und "nie zu Potte kommen".

Und bezogen auf die Sache mit der verschiedenartigen Libido wäre es gut, wenn beide das als Problem sehen und daran "arbeiten" wollen. Wenn einer meint, es wäre alles prima und der andere müsse sich anpassen, dann bringt es auf Dauer nichts. Ohne Kinder trennt man sich einfach, mit Kindern geht das nicht so einfach. Aber auch dann muss man sich irgendwann irgendwann dazu durchringen und das beste aus der Situation machen.
 
  • #60
Weiss man das wenn man sich Anfang/Mitte 20 kennenlernt, wie jemand 10 Jahre später bzw. nach Familiengründung und Alltags-Familientrott sein wird?

Die Partnerwahl wollte biologisch gesehen wenigstens so lange halten wie die Kinder auf die Eltern angewiesen sind.
Also muss man sich auch in jungen Jahren (wenn man dann schon Kinder haben möchte) einen Partner suchen, mit dem man sein Leben so organisiert, dass es 10 Jahre später auch noch ausreichend passt.

Wer das nicht schafft und trotzdem Kinder in die Welt setzt und sich vielleicht sogar lebenslange Treue verspricht, handelt fahrlässig.
 
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