• #61
Frau Void hat es, wie immer, sehr schön und strukturiert erklärt. Im übrigen, ich schau ni ht, was Menschen wollen, sondern welche Absicht dahinter steckt. Manchmal ist das komplett gegensätzlich. Der Ehemann braucht Zeit, um sich zu entscheiden. Ich dachte, er sei verliebt und Hat sich schon entschieden?? Er will die Zeit mit FS und Kind verbringen. Wozu? Was könnte er neues erfahren, er kennt sie doch schon so lange? Ich sehe sein Verhalten als Testfahrt - beide Frauen sollen ihm zeigen, welche Vorteile sie bringen, damit er sich entscheiden kann. Als er erste Gefühle für die Frau entwickelt hat, warum hat er sich nicht gefragt, hoppla, was ist mit meiner Frau? Ja, Lionne, ich rate oft zu Trennung. Nicht weil ich viele Familien kaputtmachen will, sondern Konstrukte, die schon kaputt sind oder so verkorkst, dass Reparieren nichts mehr bringt. Bestimmte Verhaltensweisen haben zu bestimmten Resultat geführt. Wenn Mann oder Frau fremdgeht oder sich anderer Frau /Mann zuwendet, dann ist schon davor sehr viel passiert. Die blosse Rückkehr in die Familie bringt nichts, weil dort Trümmer sind. Ein einsturzgefärdetes Haus repariert man nicht, wenn man neue Tapeten klebt. Das Haus muß zerstört werden, damit neues gebaut werden kann. In diesem Fall ist eine Trennung notwendig, damit man Distanz schafft, zu Ruhe kommt, Zeit zum Nachdenken hat und überlegen kann, was man will. Ja, es gibt Fälle für den Neuanfang. Der glückliche Ausgang ist aber minimal, in den meisten Fällen ist davor schon soviel kaputt gegangen, die Verarbeitungszeit so lang ist und die wenigsten bereit sind, Einsichtwille in eigene Fehler zu zeigen, dass die Trennung nur einzige Option ist. Lionne, als zweifach geschiedene muss dir das doch klar sein. Du bist eine sehr intelligente und einsichtige Frau, es lief aber trotzdem in beiden Fällen auf Trennung hinaus,weil es anscheinend für dich die einzig richtige Entscheidung war.
 
  • #62
Das Problem ist, dass er sich in diese Frau verliebt hat. Er sagt die Tür ist noch nicht ganz zu, er kann sich aber jetzt noch nicht entscheiden.
Liebe Christl
Ich schreibe aus der Position einer ehemaligen Affäre heraus. Natürlich war der Mann, mit dem ich die Affäre hatte, auch in mich verliebt und hat mir auch erzählt von wie sehr er und die Ehefrau sich auseinander gelebt hätten. Aber letztlich war ihm die Familie und das Leben, das er sich aufgebaut hattte, wichtiger.
Also könnte sie nur versuchen, ihm zu zeigen, wie schön bequem es ist, wenn er bei ihr bleibt. Die Vernunftlösung. Dass sie sich begehrenswerter machen kann durch Aufbrezeln und Hinterherlaufen - ich denke, es gibt kein Universum, wo das funktioniert.
Meiner Meinung nach wird der Mann nicht in eine Ehe zurück gelockt, weil er die Ehefrau plötzlich dienstbarer, bequemer oder attraktiver findet. Es geht nicht mehr ums Verbergen und Zurückstecken aller Unstimmigkeiten, sondern um die Katharsis.
Der Ehemann der FS fühlte sich für selbstverständlich gehalten, einsam und ungesehen. Nun sieht er, dass er seiner Ehefrau noch etwas bedeutet, weil sie um ihn kämpft. Jetzt geht endlich mal was, ein Konflikt, Auseinandersetzung, Lebendigsein. Das war vielleicht alles, was er brauchte. Diese Affäre sollte etwas innerhalb der Ehe bewirken, sonst hätte er sie nicht so bereitwillig eingestanden.
Gleichzeitig spürt der Ehemann in dem Moment, wo er seine Ehe aufs Spiel setzt, was er alles für selbstverständlich genommen hat und was er alles an seiner Partnerin verlieren würde. Weil das in der Regel sehr viel ist, macht das dem Mann nicht minder Existenz- und Zukunftsängste, als der Ehefrau.
Klar gibt es Ehen/Beziehungen, die nach einem Betrug weitergehen. Aber WIE, ist auch noch ne Frage. Hat die Ehefrau jemals wieder ne ruhige Minute ohne "wo ist er, was macht er", oder wird sie kontrollsüchtig, kann sie WIRKLICH verzeihen, dass der Mann sich anderweitig verliebt hat?
Meine Einstellung ist vielleicht grundprimitiv, hat mir jedoch persönlich geholfen: Eine Affäre wird nicht vorgeworfen oder verziehen, sie wird gewonnen - oder verloren. Vielleicht kann man nachher nicht mehr blind vertrauen und einen eingelullten Alltag leben. Aber vielleicht erhält man dafür was anderes.
 
  • #63
Wascht Ihr Euch nach dem Sex nicht? Oder wenn Ihr sonstiges erledigt habt? Sorry
Was für ne Frage, also Lionne, ich wundere mich. Es geht natürlich um die Vorstellung. Ich hab bislang gedacht, dass auch andere Leute Kopfkino kriegen, wenn sie bisher davon ausgingen, der Partner hätte nur exklusiv mit ihnen Sex, und dann liegt er plötzlich noch in anderen Betten und kuschelt da genauso rum (allg. gesagt, denn der Mann der FS hatte ja wohl keinen Sex außerhäusig). Die Vorstellung, dass mein Partner genauso lustvoll rumstöhnt, genauso zärtlich nach dem Sex zu einer anderen Person ist, genauso wild auf ihren Geruch, ihren Körper, ihren Schweiß beim Sex ist, macht mich einfach nicht an. Klar kann man sagen "blende es doch aus, und er hat ja auch heut morgen geduscht", aber ich könnte das nicht. Der Vertrauensbruch ist es und dass ich bislang dachte, nur wir zwei teilen das, was beim Sex, Begehren und gegenseitig Befriedigen passiert. Auf einmal ist ihm der Orgasmus einer anderen Frau auch wichtig, er hat Sehnsucht nach ihr, ist angeturnt gewesen davon, wie sie sich verlauten lässt beim Orgasmus, wie sie feucht wird usw.. Das alles ist ja SEINE Lebenswirklichkeit. Nur ich blende das aus und denke, alles ist wie immer? Das würde ich nur bei ONS und Affären machen, wenn ich welche hätte.

Für mich zählen gesundheitliche Gründe, und vor allem, weil es nicht meinen Werten entspricht.
Die gesundheitlichen Gründe und die Werte sind doch im Obengeschriebenen mit drin.

Ok, aber wenn sich der Mann noch entscheiden will, warum spielt er es nicht runter *), wie es passiert bei Menschen, die was zu verbergen haben, sondern bezeichnet es als was viel Schlimmeres, als es ist? Wie ist er gestrickt, wenn er aufgrund von "ein wenig Verliebtheit" gleich bereit ist, die Ehe aufs Spiel zu setzen und seiner Frau das auch noch erzählt, statt ins Grübeln zu kommen? Aufgrund welcher lapidaren Gefühle ist er dann in die Ehe gegangen?
*) Da er schon anfing mit "abgekapselt" und "Trennung", nachdem er sich seit 2 Monaten in eine andere Frau "ein wenig" verliebt haben will, könnte ich mir eben auch gut vorstellen, er ist ein Salamitaktiker, der nicht alles erzählt.
Wer sich was von "Trennung" sagen lässt, viel weint und nach drei Tagen ist alles vergessen, blendet mE viel aus. Wenn der Mann das weiß, weiß er auch, was er sagen muss, damit sie nicht mehr weint. Dass er niemanden verletzen will, glaube ich sofort. Aber dass er so dermaßen naiv ist, seiner Frau wie einem Kumpel zu erzählen, dass er sich trennen will, weil er sich ein bisschen verguckt hat in ne andere Frau, obwohl weder was mit der lief, noch er weiß, ob er nicht doch bei seiner Frau bleiben will?
Klar kann es das geben, aber das klingt für mich wie aus irgendeinem Dorf hinter den sieben Bergen.
 
  • #64
Ich glaube, das kann keine Betroffene wirklich gebrauchen!
Ich denke genau das Gegenteil, deswegen habe ich es aufgegriffen. Mir würde es helfen dabei, NICHT auszublenden, was gerade Realität in meinem Leben ist. Nicht unbedingt, um mich zu trennen, aber dafür, auf Abstand gehen zu können und mir nicht beim Sex und beim Kuscheln vorzumachen, alles sei wie immer mit meinem bislang monogamen Partner, während der Mann vielleicht schon wieder grübelt, ob er mich nicht doch verlassen soll, wie der Sex mit der anderen Frau letztens war oder was auch immer. Ist mir egal, ob er das nun wirklich denkt oder ob er doch nur entspannt daliegt und denkt "boah, war das schön eben". Ich weiß dann, dass er in der Partnerschaft mit mir auch woanders mit "boah, war das schön eben" im Bett liegt.
Ich bin nicht per se gegen eine offene Beziehung, auch wenn ich nicht weiß, ob ich sowas führen könnte. Ich denke, ich bin schon monogam. Aber wenn ich eine offene Bez. versuchen würde, würde ich Sex von vornherein ausblenden als Zweiergeschichte, denn ich wüsste schon vorher abstrakt, dass es keine ist. Es gäbe keine bösen Überraschungen diesbezüglich, kein Kopfkino hinterher, dass ich total getäuscht wurde über Intimität.
Das ist für mich was ganz anderes, als davon auszugehen, ein Partner teilte was nur mit mir und dann liegt plötzlich noch eine andere Frau mit im Bett, die ein konkretes Gesicht hat, einen konkreten Körper hat und für die der Mann auch noch Verliebtheitsgefühle hat, und mit der er dann monogam leben will, wenn er dabei von möglicher Trennung von mir redet.
In meiner Vorstellung wäre das ja noch ein monogamer Mann, obwohl man natürlich nicht weiß, was er nach einer Trennung machen würde.

Ich weiß gern vorher, worauf ich mich einstellen muss und was mit mir besonders ist für den anderen. Es gibt sogar Menschen, die nicht mit einem Partner zu einem Urlaubsort fahren, wo er schon mal war, weil sie GEMEINSAM mit ihm den Ort entdecken wollen, um gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse exklusiv zu haben. Da kommt doch auch keiner auf die Idee und sagt "kein Betroffener kann das wirklich gebrauchen" sich vorzustellen, dass der Partner schon mal dort war, also schweigen wir lieber drüber, dass er den Ort schon kennt. Wieso dann beim Sex, das ist doch eine viel bedeutsamere Sache zwischen zwei monogamen Menschen?
 
  • #65
Liebe Christl,

es tut mir leid, was du durchmachen musst.

Eine Affäre bedeutet aber auch, dass man sucht was man zuhause finden möchte. D.h. Affären können auch helfen sich in den eigenen Ehepartner wieder zu verlieben, aufzutauen und offener zu werden, was dein Mann auch zeigt - es gibt genug Geliebte wo sich der Mann nie trennen würde, diese leiden auch ganz gewaltig...

Den Mann dann unter Druck zu setzen ist auch schier lieblos und in so einer Situation trifft man keine guten Entscheidungen. Wenn Du weiterhin ein offenes Herz zeigst ist das ein Zeichen von Größe, die wird er auch erkennen. Wenn er plötzlich merkt, er braucht den Liebespartner und Freizeitpartner in einem kann man halt nichts machen...aber er würde viel verlieren und das ist ihm bewußt!
 
  • #66
Lionne, als zweifach geschiedene muss dir das doch klar sein.

Gerade als 2fach geschiedene Frau mahne ich zu Bedachtheit.
Trennung ist schnell ausgesprochen - ich bin für mich froh, dass es ein Prozess war, dass es Versuche gab, es noch positiv zu drehen. Ich kann für mich sagen, ich bin nicht leichtfertig mit einem Versprechen umgegangen. Und ich weiß, wir haben beide unseren Anteil daran, dass es nicht trug. Wir haben uns auch verändert.

Und natürlich weiß ich auch mit dieser Erfahrung, dass es nicht einfach ist, dass beide ernsthaft einen Neustart wollen müssen.
Der Start ist für beide, was will man überhaupt, was sind für Gefühle vorhanden, in einem, gegenüber dem anderen.
Man muss hinschauen, was lief schlecht, wo sind die eigenen Anteile, Fehler - was kann man in Zukunft an diesen Punkten tun, und dann muss man auch vergeben.
Und man muss vor allem wieder die Gemeinsamkeiten entdecken, pflegen, neue finden.
WIR - Gefühle, Verbundenheit und Intimität.
Richtige Kommunikation bei dieser Thematik ist nicht einfach, zumindest am Anfang kann man sich dafür auch einen Coach, Mediator oder Paartherapeuten zur Unterstützung nehmen.

Und wenn man sich als Paar wirklich für diesen Prozess entscheidet, dann kann es gelingen, und dann ist es eine echte Chance. Die bewältigte Krise.

@realwoman, mich stören Deine plakativen Abwertungen, die pauschale Verurteilung, diese als die einzig wahren Männer -und Frauenbilder, und die pauschalen Verurteilungen.
Ich kenne nicht DIE Männer und DIE Frauen.
Ich weiß, dass Du durch eine harte Zeit gegangen bist, aber warum nicht auch etwas weniger Rigorosität, etwas mehr Toleranz?

Und der Kommentar zum Oralsex war absolut entgleist, sorry, den hatte ich übrigens gemeint.

W,49
 
  • #67
Nun sieht er, dass er seiner Ehefrau noch etwas bedeutet, weil sie um ihn kämpft.
Meinst Du, dass er dachte, er sei ihr egal und daher die "Affäre"? Kann sein. Kann auch sein, dass er sich durch die neue berufliche Verantwortung männlicher und mehr "oben auf" fühlt und denkt, jetzt könnte er überall nach den Sternen greifen und Veränderung bewirken in seinem Leben zu mehr "auf die Überholspur".

Gleichzeitig spürt der Ehemann in dem Moment, wo er seine Ehe aufs Spiel setzt, was er alles für selbstverständlich genommen hat und was er alles an seiner Partnerin verlieren würde.
Deswegen bin ich dafür, dass sie ihm das alles eher entziehen sollte, statt sich noch mehr zu bemühen, ihn verzweifelt von sich zu überzeugen.

Eine Affäre wird nicht vorgeworfen oder verziehen, sie wird gewonnen - oder verloren.
Interessante Sichtweise, aber ich denke, dass die Affärenfrau auch oft verliert, obwohl der Mann zu ihr kommt, weil sie nicht mehr so nah rangelassen wird, mit ihr so ein Leben wie mit der Ehefrau meist nicht möglich ist, und eben, wie Du schriebst, eine Funktion IN der Ehe haben kann, auch wenn die Ehefrau den Mann verlässt. Als er noch mit seiner Frau zusammen war, stellte so einer sich die ganze Zeit vor, wie schön das mit der neuen Frau wird, wenn er sie dann hat, grübelt er die ganze Zeit, ob es nicht ein Fehler war. Am Ende erwartet er, dass die neue Frau ihm beweist, dass es keiner war.

Was erhält man dafür? Kann gut oder schlecht sein.
Wenn die Ehefrau glaubhaft versichert bekommt durch das Handeln des Mannes, dass die Affäre ein "bekloppter Ausrutscher" war und sich wirklich die Beziehung ändert, kann es was Positives sein. Aber wenn der Mann weiterhin passiv bei der Gestaltung der Bez. ist (Kämpfen für die Bez. ist auch, sich einzubringen, wenn man davon abgehalten werden soll, weil er Partner alles bestimmen will. Oder man geht eben, weil der Partner zu unterbutternd ist und selbst nicht dazulernen will.) oder wenn die Frau, trotzdem er sein Verhalten geändert hat und sich mehr in die Bez. einbringt, immer noch misstrauisch ist und nicht loslassen kann, dass sie nun weiß "Ihr Mann kann sich anderweitig verlieben und sie merkt es nicht, nichts ist vielleicht für ewig", dann wird das in meinen Augen nur ein Krampf, in dem beide doch nur noch eine Runde machen, bevor sie sich trennen oder aber bis ins Grab unglücklich nebeneinander leben. Klar kann es auch ne Weile dauern, bis die Frau überzeugt ist bzw. bis der Mann begreift, was durch seine Affäre in seiner Bez. passiert ist. Eine Entwicklung der Bez.teilnehmer müsste mE sichtbar sein. Wenn alles so weitergeht wie vorher, dann ist es mE nur ne Frage der Zeit, bis entweder Resignation oder doch Trennung passiert, weil die "Chance des Affärenvorfalls" nicht genutzt wurde.
 
  • #68
Lionne, deine Reaktion und Naserümpfen zeigt nur, dass dich momentan vieles triggert. Frau Void (ich liebe deine strukturierte und verständliche Art zu schreiben , danke) hat in zwei Posts ausführlich geschrieben, was ich meine. Zugegeben, dies kann ich nicht so gut. Aber ich stehe zu meinen Ansichten, weil ich mich damit gründlich auseinander gesetzt habe. Es ist egal, wie gut man das Spiel beherrscht, wenn der andere nicht mitmacht, steht man allein da. Dieser Forum ist gute Entscheidungshilfe, um aus der verzwickte Situation rauszukommen. Der Ehemann hat kein Nein ausgesprochen, aber er hat auch kein klares Ja gezeigt. Ja, wir können der FS empfehlen, kämpfe. Aber wozu und weswegen? Der Ehemann zeigt kein Bleibewille, er zeigt nicht mal Gesprächsbedarf. Hätten die zwei irgendeine Basis, hätte er sich fremdverliebt, so hätten sie das untereinander klären können - er wäre ausgezogen, entweder um mit anderer Frau zusammen zu sein oder weil er seine Ehefrau nicht liebt. Stattdessen bietet er um Bedenkzeit, wozu? Er zeigt doch auch der anderen Frau, dass er diesbezüglich unsicher ist. Er hält beide hin und denkt gar nicht daran, dass die zwei Frauen sich auch entscheiden können und zwar gegen ihn. DAS ist doch für mich die wahre Emanzipation - eigene Gefühle wahrzunehmen und zu denen zu stehen. Es kann doch nicht sein, dass Frau heutzutage sich rechtfertigen muss, warum sie heiraten will, Kinder bekommen oder auf Treue besteht und kein Kontakt zu Ex dulden will. Sie WILL es so. Punkt. Das gilt zu akzeptieren.
 
  • #69
ch weiß, dass Du durch eine harte Zeit gegangen bist, aber warum nicht auch etwas weniger Rigorosität, etwas mehr Toleranz?
Ich bin nicht rigoros, sondern konsequent. Ich bin durch die harte Zeit gegangen, aber eben dies hat mich gezwungen sich mit bestimmten Themen und Verhaltensweisen auseinander zu setzen. Ich war genauso wie alle Fragenden hier absolut on meiner Sichtweise überzeugt, ich wollte genauso wenig gutes Zurreden nicht akzeptieren nicht mal harte Worte haben mich erreicht. Ich war absolut verblendet. Nein, falsch. Ich habe sehr wohl die Realität gesehen, ich wollte sie bloß nicht akzeptieren. Ich musste erst hart aufschlagen, damit ich aufwachte. Und dieses Aufwachen war kein Zuckerschlecken. Noch einmal will ich es nicht durchmachen. Lionne, ich bin eine sture Frau und kämpfe bis zuletzt. Aber sogar ich habe gelernt, aufzugeben, wenn der Kampf sich nicht lohnt. Ich durfte dabei erstaunliche Entdeckung machen - sobald man konsequent wird und zu eigenen Wünschen steht, kommen sie plötzlich in Erfüllung, wie von der Zauberhand. Ob das Gottes Gnade, Macht der Gedanken oder reine Psychologie ist, ist mir wurscht, es funktioniert auf jeden Fall und das reicht mir.
 
  • #70
Und ich frage mich, wann DU Dich entscheiden willst und zu Vernunft kommst??? Die Lippen deines Mannes waren womöglich auf der Vagina anderer Frau, eckelt es dich nicht?? Warum lässt du zu, dass er dich anfasst und weiter küsst??

Danke, @realwoman. Dieser harten Worte hat es bedurft. Man muss schon völlig empathiebefreit sein, um hier bei "Ekel" rein auf die körperliche Hygiene abzuzielen. Der gemeinsame, exklusive Bereich wurde quasi besudelt.

Der Mann redet von Trennung. Er gesteht dir eine Affäre. Und dann will er keinen Sex mit dieser Frau gehabt haben? Haha. Selten so gelacht. Klar, man kann nichts ausschließen, aber die absurde Variante zu glauben, ist auch nicht gerade erfolgsträchtig. Welcher Mann "gesteht" eine Affäre, wenn er nicht einmal eine hat?? Hätte es keine Körperlichkeiten gegeben, hätte er schon einen anderen Begriff für diesen "Nebenkontakt" gefunden.

Ich denke schon, liebe TS, dass dein Verständnis für deinen Mann jetzt kontraproduktiv ist. Du kannst ihm ja dann gleich einen "Freifahrtsschein" ausstellen.
 
  • #71
Christl
Ich vermute du hast nur Teilzeit gearbeitet und dann Haushalt und Familie versorgt?
Such dir als erstes eine volle Stelle oder etwas dazu, du musst unabhängig werden.
Dann erkundige dich offen nach Wohnungen, es gibt immer eine Lösung, alles andere sind Ausreden.
Reduziere deinen Anteil an Hausarbeit und verfrachte ihn aufs Sofa.
Dies alles, um dich zu abzusichern.
Falls er fragt, gib ihm als Antwort dass du ja mit einer für dich negativen Entscheidung rechnen musst und vorbereitet sein willst.

Er hatte jahrelang das Haussmütterchen daheim und genau das will er nicht mehr, sogar sein pc ist ihm lieber.
Zeig dich selbstständig, entweder er findet dich dann attraktiv oder eben nicht.
Aber um Gottes Willen sei nicht das brave Weibchen an Herd und im Haus in der Hoffnung das er merkt dass du die bessere Notlösung bist.
Im schlimmsten Fall kehrt er zu dir zurück da Trennung teuer und zu umständlich wird und betrügt dich mit der nächsten Frau wieder.
Er ist unzufrieden und solange ihr beide im gleichen Süppchen weiter rührt, wird sich nichts bessern.

Langfristig wird es vermutlich zu einer Trennung kommen ausser du lebst mit der Demütigung - ich hatte es einmal versucht und bin daran kaputt gegangen, daher weiss ich das bei mir bei Fremdgehen sofort Schluss ist (hatte 1 Jahr versucht über die Demütigung hinweg zu kommen da gemeinsames Eigentum usw, ich dachte auch das schmeisst man nicht einfach weg usw)
Und sorry aber ich glaube nicht das er mit der anderen nicht schläft, das ist totaler Humbug.
 
  • #72
Das ist kaum an Zynismus zu übertreffen ...

Vielleicht hätte weder die FS noch ihr Mann das Wort »Affäre« in den Mund nehmen sollen - denn wir haben ja gelesen, dass es sich um Verliebtsein handelt und die beiden nicht im Bett waren. Wer das anzweifelt, stand sicher mit der Laterne daneben.

Egal wie, fremder Sex ist noch lange kein Todschlag und manchmal verzweifle ich hier an den Reaktionen aus dem Publikum. Wer hier auch immer Affären-Erfahrung persönlich gemacht hat: es kann doch nicht alles eins-zu-eins auf die FS übertragen werden! Warum gesteht ihr @Christl1981 nicht zu, dass sie ihre eigenen Schlüsse zieht und sich dementsprechend entscheidet? Sie erwähnte das geplante WE mit ihrem Mann, ist hier zumindest zupackend und hoffnungsfroh. Warum muss das aus dem Forum gleich angezweifelt werden, mit Prophezeiungen, dass es nur einen einzigen Weg gibt, den des Rausschmisses vom unverbesserlichen Fremdgänger (der er nicht einmal ist)?

Verständnis ist in diesem Fall nicht kontraproduktiv, liebe @Laubsk, Verständnis zeugt vorerst von persönlicher Größe. Ein bisschen nachdenken und dann Entscheidungen treffen. In eine selbstgewählte Richtung.
 
  • #73
Männer erzählen der Geliebten viel und auch der betrogenen Ehefrau.
Die Ehefrau aber auch die Geliebte wird erstmal hingehalten, bis der Mann weiß, was für ihn der beste Weg ist.
Natürlich ist es schön für ihn, sich neu zu verlieben.
Aber irgendwann wird er den alten bequemen Weg vermissen,
das Haus, die Kinder und die Frau, die seine Unterhosen wäscht..
Ich war auch gerade eine Geliebte, die viele Nettigkeiten zu hören bekam, von einem Mann, der seinen Weg immer noch nicht kennt.
Und glaub mir, wenn Du damit locker umgehst und weiterhin seine Unterhosen mit einem lächeln wäscht: Er kommt zu Dir zurück, denn er wird den bequemen Weg wählen.
 
  • #74
Ihr seid seit 19 Jahren zusammen, das ist wirklich sehr lang. Und dass da mal etwas der Alltag einkehrt, ist doch völlig normal. Man gibt sich nach 20 Jahren nicht mehr wahnsinnig viel Mühe, sondern lebt so vor sich hin, das ist alles normal und wer da andere Erwartungen hat, ist unrealistisch. Und das kann man auch niemandem vorwerfen. Beziehung ist nicht ewig spannend und aufregend. Und Beziehung muss auch irgendwie laufen, ohne dass man andauernd kämpft.

Genauso kann es nach so langer Zeit auch passieren, dass man sich mal in wen anderen verguckt. Ich kenne das ja auch von mir, wenn die Verliebtheits-Phase vorbei ist, dann fällt einem auf, dass manche andre auch hübsch aussehen. Nur man reißt sich eben zusammen. Und vielleicht gab es in all den Jahren auch schon einmal jemanden, der die gefallen hätte, aber du hast dich zusammengerissen. Nur sein Mann, der hat eben jetzt diese Grenze überschritten.

Es kommen hier viele negative Äußerungen über den Mann, aber es kann ja einer Frau auch passieren, dass sie nach so langer Zeit eine Affäre hat. Ich denke auch nicht, dass das an mangelnder Liebe liegt. Man kann auch jemanden lieben und dennoch nach so vielen Jahren mal Augen für jemand anderen haben. Diese Vorschläge, man solle miteinander reden - was soll denn das bringen? Was soll man denn da reden? Selbst wenn er zu dir zurückkommt, hast du keine Garantie, dass er bei dir bleibt und nicht wieder Kontakt zu der anderen oder einer neuen hat. Vielleicht hat er da ein Türchen geöffnet, was sich gar nicht mehr schließen lässt.

Du musst dich ja nicht gleich trennen, aber weiter wie bisher und so tun als wäre nichts gewesen geht doch auch nicht. Was wäre denn beispielsweise, wenn du dir auch jemand anderen suchst? Wenn ihr euch einigt, dass ihr das Haus gemeinsam behaltet und erstmal weiter da nebeneinander lebt, aber das Bett nicht mehr teilt und du gehst auch auf die Pirsch?

Mich würde es übrigens auch ekeln, wenn ich wüsste, dass er mit einer anderen schläft und ich würde ihn dann nicht mehr anfassen wollen. Aber man kann ja aus der Noch-Beziehung langsam ein platonisches Zusammenleben/ eine WG werden lassen und jeder sucht sich dann eben wen anderen.

Dass die beiden keinen Sex hatten kann ich mir übrigens nicht vorstellen. Denn ansonsten hätte er da einfach eine Frau kennengelernt, mit der er sich gern unterhält, was ja völlig harmlos wäre. Deswegen würde er sich weder trennen wollen noch von Affäre sprechen.

Ob ich an deiner Stelle die Beziehung fortsetzen würde, weiß ich nicht. Aber ich war noch nie auch nur ansatzweise so lange mit jemandem zusammen und meistens hatte ich dann schon nach drei oder vier Jahren so das Gefühl, dass die Beziehung zwar ok ist, aber dass meine Welt auch nicht untergehen würde, wenn derjenige weg ist. Also ich hänge gar nicht so an einem Mann, wie es bei dir offenbar ist. Ich würde mich aber wirklich vor dem anderen ekeln, wenn er Sex mit einer anderen hätte und da wäre auch alle liebevollen Gefühle bei mir weg.
 
  • #75
Liebe Christl
Ich habe heute auf der Internet-Suche nach dem Thema Affäre, dieses Forum entdeckt und bin direkt auf deinen Post gestossen. dann hab ich mich gleich angemeldet.

Ich sehe, dass der letzte Post im Thread Ende März war.
Wie geht es dir heute?
Mich hat deine Geschichte tief berührt und ich bewundere deine Reflexionen und deine offene, ehrliche Art.
Dass du für deine Ehe, deine Familie hinstehst finde ich wunderschön und ich nehme dich als starke, liebevolle und liebenswerte Frau wahr.

Dass du den Mut hattest, dich hier so verletzlich zu zeigen spricht Bände.

Ich habe die vielen Antworten nur leicht überflogen und gesehen, dass diese oft sehr emotional ausgefallen sind. Aufgefallen sind mir die Antworten von Annie und Moonriver, welche ich als Aussentehende als sehr hilfreich empfunden habe. Sehr wichtige Gedanken.

Es würde mich freuen, zu hören, wie es dir und deinem Mann heute geht.
 
  • #76
Das klingt ganz nach Midlife Crisis. Hat beinahe jeder Mann, den ich kenne. Wenn ich mit älteren, verheirateten Paaren spreche, höre ich Dinge wie "da ist mein Mann auch durchgedreht und hatte Affären", "Männer in dem Alter sind nicht zurechnungsfähig, ausspinnen lassen, ignorieren und selbst etwas unternehmen. Das gibt sich von selbst" etc. Es trifft - wie gesagt - die weit überwiegende Mehrheit der Männer, je erfolgreicher, desto mehr wird die midlife crisis "ausgekostet".

Nimm´ das also bitte keinesfalls persönlich, sondern betrachte das als eine Art "umgekehrte Pubertät", die irgendwann auch wieder vorbeigeht. Sage ihm, das auch genauso. Also zuwarten, Tee trinken, schmunzeln und Dir denken "Auf Deiner Stirn steht für alle ersichtlich "Midlife Crisis Kasperl", lieber Mann".
 
  • #77
Wie ging es weiter ?
Er hatte vielleicht Lust auf fremde Haut und hängt da jetzt emotional drin.
Meine Meinung ist : wenn er mit der Anderen geschlafen hat, geht sexuell nichts mehr. Und ein gemeinsames Leben schon gar nicht mehr.
Und die Wahl zwischen mir und der Anderen würde ich nicht zulassen.
 
  • #78
@Aphrodite: Warum sollte sexuell nichts mehr gehen ?

Die Kommentare mancher Foristen hier zeigen, wie wenig Lebenserfahrung vorhanden ist. Der Mann hat sich fremdverliebt und hatte wahrscheinlich Sex mit einer anderen. Ja, das ist schmerzhaft, aber das ist nunmal passiert und deshalb langjährige Ehen/Beziehungen womöglich mit Kindern in die Tonne zu treten, ist ja nachgeradezu absurd.

Eine langjährige Beziehung gründet - möglicherweise für viele hier überraschend - nicht nur auf Sex. Selbst wenn ein emotionaler Teil bei der Affäre hinzutritt, kann und sollte das eine Beziehung nicht zum Einsturz bringen. Eine langjährige Beziehung ist wie eine Burg und die stürzt nicht ein, weil einer von Amors Pfeil kurzfristig hormonumnebelt torkelt.

Der FS rate ich, Gespräche führen ist ok, aber bitte keine Vorwürfe wegen einer Liebelei, sondern das Selbstbewusstsein, dass hormonelle Amor Pfeile einer massiven Burg schlicht nichts anhaben können. Lass ihn erzählen, aber bedränge ihn nicht. Zeige ihm, dass Du als Mutter seines Kindes Verantwortung hast und wahrnimmst und nicht wg Kleinigkeiten alles hinhaust.
 
Top