• #1

Mein Mann erlebt eine verspätete Midlifecrisis und wie soll ich damit umgehen?

Liebes Forum,
seit Juni dieses Jahres habe ich ein ziemliches Problem mit meinen Mann (wir sind 32 Jahre verheiratet und kennen einander 41 Jahre und haben zwei Söhne, die beide studieren).
Mein Mann erlebt derzeit eine " verspätete Midlife crisis" mit fast 65 Jahren.
Er ist ein Einzelkind und hat immer die Erwartungen seiner Eltern und wahrscheinlich auch meine erfüllt. Er hat studiert, hat Karriere gemacht (Manager in der Telekommunikationsbranche, gerichtlich beeideter Sachverständiger).Nun ist er in Pernsion und arbeitet nur mehr geringfügig am Golfplatz.
Seine ihn dominierende Mutter ist vor 2 jahren gestorben und eine Welt ist für das verwöhnte Muttersöhnchen zusammengebrochen.
Er war bis Mai diessere Jahres depressiv, agggressiv, pflaumte mich wegen jeder Gelegenheit an, war alleine, introvertiert und ohne Freunde und fürchtete sich vor dem Altwerden.
Dann machte er eine Sommelierausbildung in der Weinakademie und ging ab Mai 2018 fast jeden Abend fort. Er war früher kontaktscheu. Jetzt lernte er coole Jetset-Freundinnen kennen und wurde zum bewunderten Macho. Er veränderte sogar seinen Vornamen auf eine "coole Version".
Mit einer von diesen Freundinnen geht er häufig zu Weinverkostungen, Events und trinkt dort sehr viel. Er ist wie ausgewechselt.
Ich bin Professorin und noch berufstätig. Ich bin sehr engagiert und hatte voriges Schuljahr ein Burnout. Ich konnte nicht mit ihm fortgehen, da es mir sehr schlecht ging.Ich musste sogar eine 6-wöchige Burnout Rehab machen.
Ich kann nicht täglich bis in die Nacht hinein fortgehen, da ich arbeiten muss. Außerdem mag ich nicht so viel trinken.
Er beteuert mir, es sei nichts mit der "einen Freundin", zu der er aber eine besondere Nähe ("ich bin so glücklich in ihrer Nähe, sie gibt mir so viel") hat.
Für mich ist sie eine Tussy mit Minirock, High Heels und ohne Job. Eine Blenderin, die einen reichen Mann sucht, von dem sie sich aushalten lassen kann.
Er stellt alles Bisherige in Frage (" Ich habe nur gearbeitet und nicht gelebt"), sagt aber er liebt mich und er wolle bei mir bleiben. Gleichzeitig will er mit seinen neuen Freundinnen weggehen.
Ich habe immer alles gemanagt und mich um allles gekümmert.
Ich fühle mich so gedehmütigt und bin natürlich auch eifersüchtig. Ich gehe jetzt machmal mit ihm weg, er will sich aber anscheinend ohne mit entfalten, weil ich ihn "unterdrücke". Plötzlich fühle er sich nicht mehr wie ein Kind und habe seine Schüchternheit überwunden. Er brauche diese Phase, um sich weitzerzuentwickeln.
Wie soll ich mich verhalten, ich weiß nicht mehr weiter. Ich möchte, dass wir unsere Ehe fortsetzen, da ich ihn liebe und er dies auch sagt. Ich will nicht, dass mein ganzes Leben zerbricht.
Wie soll ich mich verhalten?
Viele liebe Grüße
 
  • #2
Liebe Ingrid,
Erst einmal ist es schön, dass Ihr eine erfolgreiche Ehe führt. Die Langzeitprognose ist durchweg positiv. ich seid beide gesund und erfolgreich und glückliche Eltern.Dein Mann ist stolz auf Eure Ehe.
Er wird Dich nicht eintauschen wollen, aber er holt jetzt alles nach.
Ich würde die Damen mal einladen, ihr könnt zusammen kochen, dann merkst Du, dass es wirklich nur platonisch ist.
Und: Er soll Ihr kein Geld borgen.
 
  • #3
Er brauche diese Phase, um sich weitzerzuentwickeln.
Wie soll ich mich verhalten, ich weiß nicht mehr weiter. Ich möchte, dass wir unsere Ehe fortsetzen, da ich ihn liebe und er dies auch sagt. Ich will nicht, dass mein ganzes Leben zerbricht.
Wie soll ich mich verhalten?
Natürlich kannst du weiterhin leiden und alles ertragen, es ist dein einziges und dein einmaliges Leben, sei dir dies stets bewusst. Hättest du genügend Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und ebenso Selbstsicherheit, du würdest sofort von ihm gehen, denn ein solcher Mensch lässt sich das nicht bieten!
Verschwenden wir keinen Gedanken mehr an jene, die uns nicht gut gesinnt sind, sondern kümmern wir uns von nun an, nur um jene Mitmenschen, die die gleiche Gesinnung, wie wir haben und mit denen wir eine schöne Zeit verbringen können und wollen, alles andere ist Zeitverschwendung und Energieverschwendung pur.
Am Ende ihres Lebens denken sehr viele Menschen voll Reue und Bedauern:
„Ich hätte mein Leben nicht an den Erwartungen anderer ausrichten sollen.“
Und sterben im Groll und im Unfrieden mit sich selbst. Sorge ab jetzt dafür, dass es bei dir nicht so sein wird.
Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, sein Leben vollkommen neu zu gestalten, unabhängig von Alter, nachdem er seine Hausaufgaben gemacht hat, ja sie müssen in der Tat gemacht sein, die Hausaufgaben, sonst geht das nicht. Eine davon ist die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken und sich bewusst zu werden, dass die Lebensumstände immer nur so sein können, wie das Innenleben ist, nicht umsonst hast du einen Burnout schon hinter dir! Höre ausschließlich auf dein Bauchgefühl dein Bauch ist schlauer als der schlauste Kopf und treffe danach Entscheidungen, die ausschließlich dir gut tun und du wirst sie niemals bereuen!
 
M

morslucis

  • #4
Achtsamkeit und Respekt wären ein Anfang.
Und vielleicht eine Paartherapie.
Ich will nicht in Abrede stellen, das du ihn in Wirklichkeit doch noch liebst. Aber dein Post ließt sich eher, als würden dir die Felle wegschwimmen, und du versuchst deine heile Welt zu retten.

Dein Muttersöhnchen wird gerade selbstständig. Und mit irgendwas muss er seine gewonnene Zeit ja auch füllen.
Sich dabei abzufüllen, und Gelegenheiten für Seitensprünge zu schaffen ist sicher nicht die feinste Art. Aber ich habe das Gefühl, dass dies die Retourkutsche dafür ist, wie du ihm die letzten 20Jahre begegnet bist.
Nicht fair, aber vielleicht ein Anlass mal nachzudenken...

M33
 
  • #5
Was neidest Du Deinem Mann?
Dass er endlich mal lebt?
Seinen Kram macht?
Aus seiner depressiven Phase und der Trauer über den Verlust seiner Mutter herausgefunden hat?

Seine Mutter war dominant.
Soso.
Du nicht?
Du schreibst sehr herablassend über seine Befindlichkeit, bringst aber gleichzeitig Deinen eigenen Burnout ins Spiel?

Hör doch einfach auf zu arbeiten oder suche Dir eine Tätigkeit, die Dir mehr Erfüllung gibt und nicht in Burnout mündet.

Dein Mann strampelt sich gerade frei mit Mitte 60 und ja, das darf er.
Weil er jahrzehntelang so funktioniert hat, wie Du es toll fandest.
Wäre es Dir lieber, er würde zu Hause hocken? Sich auf's Altenteil zurückziehen?

Du witterst in diesen anderen Frauen eine Gefahr. Dann gehe doch einfach mal in Dich und gucke, was das alles mit Dir zu tun hat.

W, 49, 2 Kinder
 
  • #6
Was ist das denn ?
Meinst du vielleicht 'Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger' ?
Hm...du weißt nicht mal, wie der korrekte, im Übrigen sehr ehrenvolle Grad seines Gutachtertums ist ?
Hm... dein ganzer Text ist nicht gerade geprägt von Wertschätzung, Verständnis oder gar Liebe.

Bist du denn nicht froh, dass dein Mann die Trostlosigkeit seines Rentnerdaseins überwunden und endlich, erstmals !, etwas gefunden hat, mit dem er seine Zeit füllen und glücklich sein kann ?
Findest du das nicht erschütternd ?
Wenn jemand, den ich liebe, so etwas sagen würde, müßte ich mit den Tränen kämpfen.

Du bist eifersüchtig auf eine Tussi im Minirock, die nichts arbeitet und einen Mann sucht, der sie aushält ?
Was könnte die einer eleganten Professorin entgegenhalten ?
Außer vielleicht, dass sie fröhlich und positiv ist und ihn so sein läßt, wie er ( jetzt ) ist ?

Du willst ihn also behalten ?
Warum ?
Alles, was du über ihn schreibst, ist doof.
Laß ihn doch önologieren, auch saufen, auch eine Tussi aushalten und sich Mike nennen.
Du musst auch nicht mitsaufen, das will er doch gar nicht.
Wenn ihr euch nichts mehr zu sagen habt, könnt ihr euch doch ( vielleicht auch nur räumlich ) trennen, du bist mit ihm und deinem Leben ja auch nicht mehr zufrieden.
Als Professorin verdienst du genug, um in einer schnuckeligen drei-Zimmer-Wohnung nur für dich alles zu managen und dich nur um dich zu kümmern, dann musst du dich darüber schon mal nicht mehr beklagen.
Wenn dein Mann dich liebt, kann er dich ja ab und zu besuchen. Ich kann mir vorstellen, dass das eure Beziehung ganz schön beleben würde. Gegen dich kommt doch keine Tussi an.

w 51
 
  • #7
Es klingt hart, aber Reisende kann man nicht aufhalten. Er hat ein neues Leben entdeckt. Mir ging es ähnlich in meiner Ehe. Ich habe mich freigeschwommen und mich schließlich getrennt. Gibt es etwas, was Du selbst verpasst hast? Was Du immer schon machen wolltest und wo Dir Dein Mann im Weg stand? Mach es! Es ist nie zu spät. Wir leben nur einmal. Das Leben hat nur eine Richtung, und die ist vorne. Zurück gibt es nicht. Liebe gibt es nur freiwillig. Du kannst ihn nicht festhalten. Wenn er bei Dir bleiben will, ist es gut. Zwingen kannst Du ihn nicht.
 
T

ThePinkLady

  • #8
Du beschreibst deinen Mann extrem lieblos, als Muttersöhnchen, verwöhnt, weicheiig und dichtest ihm sonst auch allerlei negative, aber keine einzige positive Eigenschaft an. Wieso willst du denn mit einem ach so schrecklichen Menschen zusammenbleiben, wenn er so ein Reinfall und du so eine tolle und engagierte Professorenfrau bist?
Deine extrem gehässige und selbstverliebte Art erinnert mich im Übrigen an eine ganz bestimmte Foristin, sicher dass die "Siegerin" sich hier nicht mit einem 2. Account angemeldet hat?
 
  • #9
Liebe Professorin. Würde mein Mann in diesem herablassenden Ton über meine Mutter, meine Freunde und mich schreiben, ich würde mich trennen. Ich habe vollstes Verständnis für Deinen Mann und hoffe, er hat noch ein paar tolle Jahre. Ich gönne es ihm von Herzen, dass er - wenn auch erst spät - noch entdecken darf, wie schön das Leben sein kann.
Dir wünsche ich, dass Du Deine Lebensfreude auch noch (wieder)-findest.
 
  • #10
Na der holt nun alles nach was er bislang verpasst hat. Viele leben so bevor sie anfangen zu altern und deiner traut sich erst jetzt. Irgendwann lässt das wieder nach. Unterschätze bitte nicht die Frau mit dem Minirock. Ich als Frau sage dir, die kommt nicht nur zum Weintrinken mit. Sie wird dir niemals das Wasser reichen können, aber deinen Mann eine emotionale Achterbahn liefern.
Ansonsten stimme ich Inpirationsmaster zu. Achte auf dich.
 
  • #11
Genau DIR empfehle ich das Gleiche, wie dem Günter im Nachbar-Thread gestern ... und zwar dem Betz seinen Vortrag 'Lust auf Liebe, Lust auf Lust' ... den findest du gleich heute noch gratis im Internet ... den kann jeder beim Bügeln hören oder beim Putzen oder einfach so ... Und ich hab' ihn auf CD schon sooo vielen Kundinnen geschenkt, die so frustriert waren ... und alle haben ihn kichernd auf der Heimfahrt beim Autofahren gehört ... und manchmal war es dann nicht mehr witzig, weil irgendwo erwischt er genau DEIN Thema. Alles Gute!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #12
Was neidest Du Deinem Mann?
Dass er endlich mal lebt?
Seinen Kram macht?
Aus seiner depressiven Phase und der Trauer über den Verlust seiner Mutter herausgefunden hat?

Seine Mutter war dominant.
Soso.
Du nicht?
Du schreibst sehr herablassend über seine Befindlichkeit, bringst aber gleichzeitig Deinen eigenen Burnout ins Spiel?

Hör doch einfach auf zu arbeiten oder suche Dir eine Tätigkeit, die Dir mehr Erfüllung gibt und nicht in Burnout mündet.

Dein Mann strampelt sich gerade frei mit Mitte 60 und ja, das darf er.
Weil er jahrzehntelang so funktioniert hat, wie Du es toll fandest.
Wäre es Dir lieber, er würde zu Hause hocken? Sich auf's Altenteil zurückziehen?

Du witterst in diesen anderen Frauen eine Gefahr. Dann gehe doch einfach mal in Dich und gucke, was das alles mit Dir zu tun hat.

W, 49, 2 Kinder
Ich möchte dir, liebe Fragestellerin, diesen Post sehr ans Herz legen! Bitte lies ihn dir genau durch!

Nur mit einem stimme ich nicht überein! Ich hätte an deiner Stelle auch Angst und Sorge dass es mit dieser "Freundin" doch mehr werden könnte, die beiden im Bett landen und dein Mann dann wirklich durch den Wind ist.

Was kannst du tun?
Deinen Mann ernst nehmen und nicht so herablassend über ihn reden.
Überlege dir, ob du wirklich weiterhin so viel arbeiten möchtest (schon wegen deiner eigenen Gesundheit), oder dir nicht von deinem Mann eine Scheibe abschneidest und anfängst eure gemeinsame Zeit zu genießen und wirklich zu leben!

Wenn ihr nicht wieder gemeinsam in eine Richtung geht (schaut), werdet ihr euch über kurz oder lang verlieren. Da bin ich mir sicher.

Dein Mann lebt endlich sein Leben und genießt es in vollen Zügen. Du kannst ihm dabei zu sehen und weiter in der Ungewissheit leben er könnte sich in eine andere Frau verlieben (das ist doch deine Sorge!), oder du entwickelst dich weiter, setzt deine Prioritäten neu. Noch!! ist er dein Mann, der sich gerade wie ein echter Mann fühlt (begehrt wird) und sich bestimmt wünscht dass seine Frau ihre Denkweise ändert und ein bisschen lockerer, interessanter und unternehmungsfreudiger wird- eine Frau wird mit der das Leben Spaß macht!
Dann braucht er nämlich keinen Ersatz!
 
  • #13
Nach an die 30 Jahren Ehe hat er sich nun aber wirklich mal Abwechslung verdient; und Du auch.

Macht doch nicht immer alles so kompliziert. Der Mensch ist nicht monogam. Das holt Euch alle auf kurz oder lang ein. Da nützt kein Pfeifen im Walde. Wer deshalb dramatisiert, ist selber schuld.

Lieben heißt nicht besitzen, darüber solltet Ihr mal nachdenken. Dass Du Dich immer um alles gekümmert hast, begründet keine Besitzrechte. Wenn Du es nicht aus freien Stücken, sondern aus Kalkül getan hast, holt Dich jetzt Dein selbst begründeter Fluch ein.

Er hat auch keine Eier in der Hose. Natürlich ist mit seiner Freundin etwas. Oder ist er noch so gehemmt? Dazu sollte er stehen und es Dir mit einem straight face bestätigen; nicht gestehen - man achte auf die Wortwahl.
 
  • #14
Erstmal tut es mir leid, dass du das durchmachen musstest. Für deinen Mann war es wahrscheinlich auch keine leichte Zeit. Jetzt als Pensionär hat er natürlich viel mehr Freizeit als vorher und auch als du. Meiner Meinung nach hilft nur offenes und verständnisvolles Sprechen darüber. Sag ihm, wie sehr es dich bedrückt, dass du diese neuen Dinge nicht mit ihm erleben kannst. Vielleicht kann er dir auch ein bisschen Arbeit zu Hause abnehmen, so dass du wiederum mehr Zeit und Energie hast für einige der Dinge, die ihn seit neuestem interessieren. Ich glaube, ihr beide müsst versuchen, Verständnis für die Situation des anderen zu haben. Ob es dann weiterhin funktioniert, wird die Zukunft zeigen.
Viel Glück!
 
  • #15
Was ist das denn ?
Meinst du vielleicht 'Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger' ?
Hm...du weißt nicht mal, wie der korrekte, im Übrigen sehr ehrenvolle Grad seines Gutachtertums ist ?
Da werden Korinthen gekackt. Der richtige Wortlaut lautet "allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger". War ja wohl zu erkennen, was sie meint. Ich denke mal, sie kommt aus Österreich.

Dafür spricht auch, dass sie sich als Professorin bezeichnet und von einem Schuljahr redet. D.h. sie ist Lehrerin an einer höheren Schule. Professorin ist nicht mehr als eine Berufsbezeichnung für eine Lehrerin. Natürlich könnte sie auch Uni-Professorin sein, aber dann würde sie wohl kaum von einem Schuljahr sprechen..

Ich finde deinen Text gar nicht so gehässig und herablassend. Dein Mann ist ja kein Baby. Dass er jetzt zu "leben" beginnt, ist doch eine kindische Sichtweise.

Jetzt lernte er coole Jetset-Freundinnen kennen und wurde zum bewunderten Macho. Er veränderte sogar seinen Vornamen auf eine "coole Version".
Das klingt wirklich nach einer veritablen midlife-crisis. Zudem klingt es auch nicht glaubwürdig. Man wird nicht durch einen Sommelier-Kurs von einem Duckmäuser zu einem bewunderten Macho. Ich denke, du übertreibst da. Vielleicht ist er ja jetzt recht spendabel und deshalb scharren sich gewisse Damen um ihn.

Er ist jetzt in Pension. Er hat all die Jahre funktioniert und jetzt ist nur noch wenig vom Leben übrig. Der Fratze des Todes schaut er schon ins Antlitz.Vielleicht will er sich mit seinen Aktivitäten auch nur ablenken und betäuben, um diese Fratze nicht betrachten zu müssen?
 
  • #16
Liebe Ingrid,

Fange mal das Ganze von vorne an .
Du hast gearbeitet bis zum Burnout, dann 6Wochen Reha - und wieder zurück in die Arbeit?
Was hast Du verändert in Deinem Leben? Wo kam die Überlastung her, was steckt hinter dem Burnout?

Ein Burnout ist ein ernst zu nehmendes Symptom, hast Du ein Pflaster darauf gelegt, und dann wieder weiter in der Mühle? Machen viele.
Nur, das hält bis zum nächsten Zusammenbruch, weil es an die Ursachen gehen muss .
Was sind die Stressfaktoren, was muss sich verändern, man muss vieles begreifen, verändern.
Stichworte - Achtsamkeit, neue Lebensqualitäten.
Depressionen sind Teil dieser Diagnose - dann ist vieles grau, bei vielem ist man negativer, empfindlicher, manchmal sogar destruktiv?

Dein Mann hat sich nach dem Tod seiner Mutter freigeschwommen - es ist traurig, wenn ein Mann sagt, jetzt endlich lebt er.
Und es ist traurig zu lesen, dass seine Partnerin dies so gar nicht schätzt und dies verächtlich macht .

Nun, er hat ein Hobby gefunden - Sommelier - und damit eine neue Welt entdeckt. Lass es ihm, freue Dich für ihn.
Die Frauen würde ich nicht ernst nehmen, die wenigsten jüngeren Frauen finden einem 65jährigen als Mann wirkich reizvoll. Vielleicht angenehm, interessant, vielleicht entwickelt er mit ihnen zusammen einen Charme.
Denn er erlebt etwas, was er noch nie hatte - auch durch Dich (!) nicht - Wertschätzung.
Das würde ich ernst nehmen.
Dein Text kommt in der Tat wenig liebevoll und wertschätzend an .

Ihr seid solange zusammen, wirf es nicht weg.

Kümmere Dich ernsthaft um Dich selbst, gehe mit professioneller Unterstützung Die Folgen / Ursachen Deines Burnouts an - gestalte Dir Dein Leben positiv,, reduziere Arbeit, suche Dir die Dinge, die Dir Freude machen würden.
Raus aus der depressiven Stimmung, die sich auch in Deiner Haltung zu Deinem Mann nieder schlägt. Es stecken in diesem Text auch Deine Ängste darin, schaue Dir auch dies an ,,werde sie Dir bewusst, und setze Dich damit auseinander.

Und wenn es für Dich wieder positiver ist, dann schaue, was Du an Verbindendem mit Deinem Mann wieder entdecken kannst, was hat Euch mal verbunden, Freude bereitet, was gäbe es Neues zu entwickeln.

Für ihn war es überfällig, sein Leben anders, positiver aufzustellen , tu es ihm nach, finde etwas, wofür DU brennen kannst.

Eine Ehe wegschmeißen, sich trennen kann man schnell , die Option bleibt Dir .

Aber - es ist nur ein Denkanstoß, schau erstmal nach Dir, Deiner Gesundheit, vorrangig, und dann, mit Paartherapie, nach Deiner Partnerschaft .

Die kritischen Fragen am Ende.
Liebst Du Dich, schätzt Du Dich wert ?
Und
Liebst Du ihn, was empfindest Du für ihn - was ist mit Wertschätzung, Respekt, etc.

Wenn da nichts mehr ist, dann würde ich mich trennen und ein neues Leben, meines (!) starten.

Viel Kraft Dir und alles Gute.

W,49
 
  • #17
Ich denke, dass Du und die Mutter Parallelen haben. Du fühlst Dich ihm ja auch überlegen. Wenn er wie ein Muttersöhnchen daherkam, ist er immer gesprungen, wenn die Mutter was wollte, sie hatte also emotionale Macht. Da er unter ihrem Tod sehr gelitten hat, denke ich, dass sie ihm auch viel gegeben hat, Sicherheit z.B. für seine Entscheidungen. Das kommt, weil sie ihn nie hat allein entscheiden lassen, da sie dann die Macht über ihn ja verloren hätte, wenn er früher schon flügge geworden wäre. Nun ist mit ihrem Tod dieser Aspekt weg, er hat vielleicht auch Erleichterung empfunden und hinterfragt, wieso. Dabei könnte er entdeckt haben, wie die Machtstrukturen in eurer Bez. sind. Gegen Dich ist es leichter, sich abzugrenzen, als gegen die Mutter. Ich denke, er wird Dir auch Schuld daran gegeben haben, dass er in seiner Rolle sein "musste", deswegen das Rumgepflaume.

Mit Deiner abwertenden Haltung kommst Du nicht weiter. Die Frau im Rock gibt Deinem Mann ein gutes Gefühl. Je mehr Du die Unterschiede zu Dir betonst, umso mehr wird sichtbar, dass es mit Dir den Spaß nicht geben kann, den er gerade sucht.

Ich habe immer alles gemanagt und mich um allles gekümmert.
Geht bei einem Mann, der sich unterordnet, ja auch nicht anders. Aber das hat Dir auch Vorteile gebracht, dass er so "Muttersöhnchen" auch bei Dir war - Du hast eure Beziehung sicher so gelenkt, wie Du wolltest, ohne dass er aufmuckte.

Du reagierst genau so, wie alle reagieren, wenn der Abhängige sich befreit: Druckerhöhung, damit er in seiner Rolle bleibt und es weiter so läuft, wie es Dir passt. Aber er rebelliert ernsthaft dagegen. Daher schlage ich vor, Kontrolle abzugeben. Musst Du sowieso, denn dass er Dich betrügt, wirst Du nicht verhindern, indem Du weiter die Dominante machst. Du musst, wenn Du ihn als Mann behalten willst, drauf vertrauen, dass er nach seiner Phase entdeckt, dass das ewige Weggehen auch langweilig wird und ihm was an gemeinsamen, für beide schönen Erlebnissen mit Dir liegt.
Das wird ne Weile dauern und je sauertöpfischer und druckausübender Du Dich verhältst (schon allein Dein Ärger reicht dazu, weil Du ihm die Laune damit verdirbst - solange ihm noch was an Dir liegt. Wenn Du nicht mehr die Laune verderben kannst, bist Du ihm egal.), umso mehr treibst Du ihn weg, weil er die Rolle, die Du ihm wieder "aufdrücken" willst, nicht mehr einnehmen will.
Wenn einer sich ändert, muss der andere sich auch ändern, wenn sie zusammenbleiben wollen. Und ich würde auch ausloten, wo bei mir die Grenzen sind, dass Du nicht alles hinnimmst, egal, was er so macht. Aber dazu kannst Du nicht einfach sagen "alles wie bisher", sondern musst Dich auch auf ihn zubewegen, seine Ängste verstehen wollen, auch an dem Spaß finden, das ihm Spaß macht (damit meine ich nicht Alkohol). Soll heißen, wenn Du nur mitgehst zu seinen Spaßveranstaltungen, um ihn zu beaufsichtigen und Dich nicht selbst inspirieren zu lassen, bringt es nichts.
 
  • #18
Ich finde es schlimm, wie hier die neidigen Foristinnen auf Dir herumhacken, soviel zur Elite...

Der Mensch ist in seiner Opferhaltung und als Muttersöhnchen im Erwachsenenalter eigenverantwortlich, genau solche Männer suchen sich natürlich eine Frau, die die Rolle der Mutter übernimmt, wenn sie nicht reflektieren und aus der Rolle aussteigen können, ist nicht einfach, v.a. neben Fulltime Job und Kinder. Ich würde Dich nicht als Unterdrückerin sehen, mir kommt eher vor dass die Beziehung unter den Einfluss, wenn auch sehr subtil und unbewußt, seiner Mutter gelitten hat, mit über 60 so unter dem Tod der Mutter zu leiden ist nicht normal, sondern zu viele Bänder vorhanden, die schon längst gekappt hätten sein müssen.

Hat er sich in deiner Burnout-Phase angemessen um Dich gekümmert?Wenn er auch in dieser Zeit einfach weggegangen ist, fände ich das charakterlos und eigentlich ein Vertrauensverlust.

Natürlich lässt man eine so lange Ehe nicht so schnell sausen, aber wenn er sich um Deine Bedürfnisse gar nicht mehr kümmert, würde ich ernsthaft darüber nachdenken ob ein Cut nicht besser wäre. Auch Dich zu verbiegen tut Dir auf Dauer nicht gut, wenn Du mit ihm abends weggehst, das ist natürliche eine körperliche Belastung, wenn du noch Vollzeit arbeitest. Ich glaube dein Beruf gibt Dir sehr viel, bitte spüre gut in Dich hinein, tu nur Dinge die du auch willst, nicht um ihn zu halten! Wenn es sich nicht gut anfühlt, dann ist es nicht das Richtige für Dich. Gehe auch mal mit Freundinnen ohne ihn weg!

Und @frei die Bezeichnung gerichtlich beeidet ist schon richtig, zumindest in Österreich!

Alles Liebe und viel Kraft!
 
  • #19
Liebes Forum,
vielen Dank für eure vielen Anregungen, die für mich sehr wertvoll sind. :) Das Gefühl, mit diesem Problem nicht alleine zu sein und Hilfe zu bekommen, ist für mich sehr schön!
Viele liebe Grüße
 
  • #20
Seine ihn dominierende Mutter ist vor 2 jahren gestorben und eine Welt ist für das verwöhnte Muttersöhnchen zusammengebrochen.
Nanana...schließlich hast Du dieses Muttersöhnchen ja mal geheiratet.
Als ich vorhin Deinen Fragetext las, war ich wieder sehr empört und wollte sogleich in die Tasten hauen. Gemach!
Meine Antwort wird wie immer sehr kurz ausfallen. Ich neige zu solchen haarsträubenden Geschichten immer dazu, auch mal den Betroffenen, nämlich Deinen Ehemann zu diesem Thema zu hören. Geht aber nicht.
Da würde ich sagen, als Professorin wüsste ich, was zu tun ist. Ich bin nur eine einfache Verkäuferin in einer eher leidenden Funktion (Filialleiterin), aber ich würde sagen, nimm Dir eine schicke kleine Wohnung und geht beide mal in euch. Soll sich Dein "Pubertist" ruhig mal austoben und Du passt auf Dich auf. Mit Burnout ist nicht zu spaßen! Und nicht vergessen, lass es Dir gutgehen. Wenn Ruhe eingekehrt ist, setzt ihr euch mal zusammen und redet. Alles wird gut....:)
 
  • #21
Dein Post klingt für mich ein bisschen so, als ob es für Dich besser gepasst hat, als Dein Mann noch depressiv war. Freust Du Dich denn nicht, dass er einen Weg aus der Depression gefunden hat und eine Beschäftigung, die ihn jetzt wo er in Pension ist auf Trab hält und wo er Spass dran hat? Würde es Dir gefallen, wenn er täglich zu Hause sitzt und auf Dich wartet, ohne eigenen Interessen nachzugehen? Wie egoistisch ist das denn?

Bei mir wäre es wie bei @frei, ich wäre sehr betroffen, wenn mir mein Partner mit 65 Jahren sagen würde, er hätte nicht gelebt und nur gearbeitet. Ich würde mich fragen, was er, was ich und was wir gemeinsam da falsch gemacht haben.

Und dass er sein neu gefundenes Hobby lieber ohne Dich macht könnte ich auch nachvollziehen, wenn er vorher nie etwas nur für sich gemacht hat, sondern immer für andere und aus Pflichtgefühl funktioniert hat (Arbeit, Familie, Ehe). Und mitgehen wollen, obwohl es Dich ja nicht interessiert hat für mich auch etwas von Kontrollcharakter.

Er sagt ja, dass er Dich liebt und bei Dir bleiben will und das würde ich ihm erstmal glauben.
Gleichzeitig würde ich mich (und ihn) auch mal fragen, welche Bedürfnisse jeder in der Beziehung hat, bzw. was Euch im gemeinsamen Leben fehlt, um es besser und schöner zu gestalten.

Und Dir liebe FS, würde ich ans Herz legen, auch Dein Leben, bzw. Deine Prioritäten zu überdenken. Du hattest bereits einen Burnout. Möchtest Du Dir im Pensionsalter nicht die gleichen Fragen stellen wie Dein Mann, würde ich jetzt schleunigst anfangen, mich damit zu befassen, was mir wirklich wichtig ist und was mich außer Beruf und Familie glücklich macht. Beruf und Karriere ist ja für eine Weile sicher ganz nett, aber bei weitem nicht alles im Leben.
 
  • #22
Und dass er sein neu gefundenes Hobby lieber ohne Dich macht könnte ich auch nachvollziehen, wenn er vorher nie etwas nur für sich gemacht hat, sondern immer für andere und aus Pflichtgefühl funktioniert hat (Arbeit, Familie, Ehe). Und mitgehen wollen, obwohl es Dich ja nicht interessiert hat für mich auch etwas von Kontrollcharakter.
Oh ja. Den Mann gängeln, kontrollieren, einsperren – und sich dann wundern, wenn der befreit durchatmet, nachdem er endlich irgendwo „das Loch erwischt” hat (wie man hier in Franken sagt).

Immer nur einschränken müssen, immer nur tun können, was in das Spektrum der Frau paßt, niemals den eigenen Interessen nachgehen können, weil sie sonst sofort eifersüchtig Sand ins Getriebe streut, und das dann bis in den letzten Lebensabschnitt hinein – da wird sich wohl jeder souveräne Mann freistrampeln wollen, so gut er nur kann.

Ich war in unserem letzten Jahr kein einziges Mal nach meinem eigenen Gusto in der Natur unterwegs und nur drei Tage mit ihr gemeinsam („es ist so heiß der Weg ist so steinig wie weit ist es noch zum Aussichtspunkt geh doch nicht so schnell laß uns morgen was anderes machen”). Und ohne sie losziehen? „Du kannst mich doch nicht einfach alleine lassen”. Wandern, während sie arbeitet (kann man erst im Rentenalter)? „Du hast seit einer halben Stunde nicht auf meine WhatsApp reagiert was ist los wo bist du was machst du wann bist du wieder zuhause?”

Irgendwann will man nur noch eines: die Fesseln endlich abstreifen, gerade noch rechtzeitig vor der einsetzenden Senilität. So wie dieser Mann.
 
  • #23
Ich kann mir nicht helfen, aber auf mich wirkt dein Mann, liebe @Ingrid1, ausgesprochen sympathisch: einer, der nach seiner Pensionierung nicht zum Coach-Potato mutiert, sondern sich überlegt, was er Sinnvolles in sein Leben holen könnte, würde mir gefallen. Eine Ausbildung zum Sommelier - großartig! Natürlich hat er dabei nicht daran gedacht, mit dem neuen Wissen in eurem Keller alleine vor sich hinzusüffeln, er geht raus und genießt, was er erlernt hat. Vermutlich würde er das vorzugsweise sogar in deiner Gesellschaft tun, doch du stehst nicht zur Verfügung. Klage jetzt nicht, dass du eben noch arbeiten musst; mit echter Zuneigung und Verständnis würdest du ab sofort schon mal etwas kürzer treten - wäre auch gut gegen das nächste Burn-out.

Dein Mann scheint sich nicht viel in seinem Leben gegönnt zu haben. Er wurde gleich von zwei Frauen kontrolliert und kurz gehalten, von seiner Mutter und von dir. Nicht auszuhalten und ich finde es schade, dass dein einziger Begriff hier »Muttersöhnchen« lautet. Freu dich, dass er sich endlich emanzipiert, seinen Wünschen ans Leben folgt ... wobei es natürlich noch mehr Freude macht, dies mit einer hübschen Frau zu tun. Einer, die nicht ständig seine Fusseln vom Jackett streicht, ihm nicht sagt, was er zu tun oder zu lassen hat, sondern ihn so nimmt, wie er ist. Das wird ganz sicher keine »Tussi« sein (auch hier finde ich dich ziemlich bösartig), sondern eine kluge Frau, der kurze Röcke stehen und die erkennt, was deinem Mann seit vielen Jahren fehlt.

Denk mal über dich nach und lerne, großzügiger zu sein. Dabei wirst du (vielleicht? hoffentlich?) auch für dich herausfinden, dass das Leben schön sein kann.
 
  • #24
@Apfeldieb
Du übersiehst immer wieder, dass der Mann auch profitierte von der Beziehung und nicht "das Opfer" ist. Er hat sich die Beziehung gewählt, weil er, was die Verantwortung fürs Leben anging, dort genauso umsorgt wurde, wie von der Mutter. Den Abnabelungsprozess hatte er nie gemacht, sondern einfach die eine verantwortliche Umsorgerin durch die nächste ausgetauscht. Ich denke, dass @Ingrid1 sehr gern mal gehabt hätte, dass er sich um die Dinge kümmert, um die sie sich gekümmert hatte. Das war aber bei dem Mann nicht zu machen.

Nun nabelt er sich ab. Da es nach dem Tod der Mutter passierte, bin ich mir sicher, dass alles so zusammenhängt, wie oben geschrieben. Durch ihren Tod ist ihm erst der emotionale Halt weggefallen und er musste dann entdecken, dass er viel Freiheit dafür hergegeben hatte. Das will er nun nicht mehr und das ist gut so. Er verändert sich, daher passt ihm die Beziehung auch nicht mehr. Nur kann man jetzt nicht die Frau als die Böse darstellen, die ihn immer unterdrückt hat. Er hat von seiner verantwortungslosen Rolle profitiert und müsste nun auch diese Verantwortung selbst übernehmen, nicht nur den Spaß der Freiheit genießen. Mann sein mit Freiheiten, Spaß und auch mal "nein" zu Partnerin, aber Verantwortung dafür, dass man auch ohne emotionales Sicherheitsnetz dasteht, oder Sohn sein mit Umsorgung bei Verantwortlichkeiten, Sicherheit und aber Unterordnung, das ist hier m.E. die Frage. Beides zusammen geht nicht, außer, die Frau will auch so "schizophren" leben und fordert für ihre Verantwortungsübernahme für den erwachsenen Mann keine Loyalität ein und lässt sich benutzen ohne die "Gegenleistung" der Folgsamkeit des Mannes zu bekommen.
 
  • #25
Liebes Forum,
danke für alle Anregungen.
Mein Mann verfolgt dezeit nur seine Interessen,die meist spaßig sein sollen. Wer soll all die Arbeit zu Hause, am Badesee und bei sonstigen Realitäten etc. etc. machen? Mein Mann ist sehr sparsam,arbeiten soll vornehmlich ich,da ich ja möchte,dass alles in Ordnung ist.
 
  • #26
Mein Mann ist sehr sparsam,arbeiten soll vornehmlich ich,da ich ja möchte,dass alles in Ordnung ist.
Wie sieht denn das aus? Machst Du seine Wäsche, den Abwasch oder sonst irgendwas, das er auch allein machen könnte?

Wenn er nun nicht mehr unter der Fuchtel einer Frau stehen will, müsste er ja auch selbst dafür sorgen, dass er ne saubere Unterhose hat.
Falls es um den gemeinsamen Haushalt geht, finde ich das schwierig. Wenn Du hier reduzierst, leidest Du selbst drunter, weil "im Dreck leben", um darauf zu warten, dass der andere mal einen Handschlag macht, bringt's nicht. Man kann nicht was für sich selbst tun und sich mehr auf sich konzentrieren, wenn man sich zu Hause nicht wohlfühlt. Da würde mir nur einfallen, auseinander zu ziehen.
 
  • #27
Ingrid,
Nimm doch das Ganze mal als Chance, alles auf den Prüfstand zu stellen.

Es muss nicht alles perfekt sein, Arbeit kann man reduzieren, man kann Prioritäten neu setzen, neue Blickwinkel sich aneignen.
Es geht nicht um "Spaß" sondern um Lebensqualität , Lebensfreude und nicht um Pflichterfüllung.
Bei Dir klingt alles so schwer, alles so nach Muss.
Deswegen verkommt nicht der Haushalt, wenn nicht jeden Tag geputzt und gewienert wird, man hat seine Ordnung.

Dein Mann tut es, versuche Du es auch mal?
Dich hat Dein Leben wie es ist auch bis zum Burnout gebracht - Arbeit ist nicht alles.

Über die Aufgabenverteilung im Alltag kann man reden, dann musst Du aber akzeptieren, dass er Dinge auf seine Art macht, und nicht unbedingt so, wie Du es für richtig hältst.
Kannst Du das?
Ich musste es erst lernen, ich war auch so eine Perfektionistin - es gibt einem ja auch Halt - und wenn mein Sohn heute seinen Anteil erledigt, registriere ich, dass er es tut, und das Ergebnis immer besser wird, ohne dass ich mit dem großen Prüfblick hinten dran stehe. Manchmal gibt es einen Tipp, ich bin erfahrener, aber ich halte mich zurück. Und so sieht er öfters etwas , und erledigt es einfach mit.
Arbeitsteilung heißt Teilen und Abgeben.

Ingrid, Du wirst akzeptieren müssen, dass Dein Mann mit dem Tod seiner Mutter einen sehr starken, überfälligen Impuls zum Verändern bekam, er hat die Chance genutzt, es ist doch auch schön?!

Nur Du musst Dich entscheiden, ob Du mitgehen magst, oder ob sich Eure Wege trennen.
Ein Zurück gibt es nicht.

Nimm es nicht als Angriff, es ist auch eine Verzweiflung spürbar.
Aber für Dich, nochmal, schaue bitte auf Dein Thema Burnout.
Da ist noch gar nichts wieder gut, Du funktionierst nur wieder, die Überforderungen man man beim Lesen spüren. Wenn Du so weiter machst, kommt der nächste Burnout, und der hat nichts mit Deinem Mann sondern mit Deinen Denk- und Verhaltensmuster zu tun. Lass es nicht soweit kommen. Glaube mir, das willst Du sicher nicht. Irgendwann sind die Schäden irreparabel.

Vielleicht magst DU Dir nochmal eine Auszeit nehmen?
Dann kann sich Dein Mann gleich an neue Routinen bzgl. Alltag gewöhnen, und Du lernst dabei , besser und achtsamer mit Dir umzugehen.

Ich wünsche Dir, dass Du auch noch entdeckst, dass das Leben wunderbar bunt ist.
 
  • #28
Liebes Forum,
danke für alle Anregungen.
Mein Mann verfolgt dezeit nur seine Interessen,die meist spaßig sein sollen. Wer soll all die Arbeit zu Hause, am Badesee und bei sonstigen Realitäten etc. etc. machen? Mein Mann ist sehr sparsam,arbeiten soll vornehmlich ich,da ich ja möchte,dass alles in Ordnung ist.
Etwas dürftig dieser Hinweis.
glaube nicht, dass du unersetzlich bist. Lass seine Socken liegen. Wenn du das nicht erträgst, musst DU was für dich ändern und in eine eigene Wohnung ziehen. Inwiefern ist er sparsam? Suche auch dir Interessen, die die Spaß machen. Das Leben ist endlich. :)
 
  • #29
Was ich vorschlage, ist vielleicht leichter gesagt als getan - aber wenn er nun meint, etwas nachholen zu müssen, vielleicht hast du auch mal das Bedürfnis, etwas anders zu leben als bisher? Überlege doch mal, ob du dir nicht auch den einen oder anderen Wunsch erfüllen möchtest, den du schon lange hegst. Dinge, auf die du in deiner langen Ehe verzichtet hast. Fühle dich jetzt nicht als die weggeworfene Alte. Das macht dich krank. Unternimm etwas Schönes. Finanzielle Mittel sind doch vorhanden. Wenn er das darf, darfst du das nämlich auch.
 
  • #30
An alle, die hier der FS unterstellen, sie habe ihren Mann jahrelang unterdrückt: Das wissen wir doch gar nicht. Klar klingt ihre Beschreibung des Mannes nicht gerade liebevoll. Möglicherweise ist sie aber auch einfach momentan verärgert darüber, dass ihr Mann sich nur noch vergnügt und alles an ihr hängen bleibt.

Für Unterdrückung in einer Beziehung braucht es übrigens immer zwei, nämlich neben dem Unterdrücker einen, der es mit sich machen lässt. Wieso auch immer, aber ich sehe das immer wieder. Männer und Frauen, die sich vieles verbieten lassen und nach der Pfeife des Partners tanzen. Selber schuld. Wir haben das grosse Glück, uns unseren Partnern selber aussuchen zu können oder auch mal eine Weile Single zu sein. Wer sich trotzdem an jemanden bindet, der ihn an der kurzen Leine hält, bekommt von mir wenig Mitleid.

Liebe FS, sprich in einem ruhigen Moment mit deinem Mann. Erkläre ihm, wie du dich fühlst. Aber ohne Vorwürfe. Dann schlägst du ihm eine Mediation vor. Wichtig ist, dass er nicht den Eindruck bekommt, du wollest ihm etwas verbieten. Viel Glück.