• #31
Oder ich stelle mir vor, wie unsexy und unerotisch eine Liebesbegegnung mit »der Angeekelten« abläuft: immer eine riesige Flasche Sagrotan in der Nähe. Fluchtgedanken und sorgenvollen Falten auf der Stirn. Und das im Jahr 2020, sic!
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Na ja, gerade im Jahr 2020 gibt es Krankheiten, an die man noch vor weniger als einem Jahr gar nicht gedacht hat. Die Pandemie lässt grüßen ...
Unsexy finde ich, wenn ich mir bei meinem Partner Sorgen machen müsste, dass er (falls er "sein D...überall reinsteckt") mich mit irgendwelchen Krankheiten ansteckt. Und damit meine ich nicht nur Aids und die klassischen Geschlechtskrankheiten. Ich will auch nicht den Herpes und den Fußpilz fremder Frauen angehängt bekommen.
Und ja es stimmt! Mit einem Fremdgänger könnte ich nur unentspannten Sex haben. Deshalb lasse ich es dann ganz. Und wer keinen Bock auf Beziehungssex mehr hat, dem steht es frei zu gehen. Ich würde einem Mann da nie im Wege stehen.
Außerdem bin ich da ein gebranntes Kind. Mir wurden drei Monate meines Lebens durch eine schwere Krankheit gestohlen. Die Ansteckung hatte ich einem sorglosen, unverantwortlichen Mitmenschen zu verdanken, der es mit Hygiene offenbar nicht so hatte. So was muss ich nicht noch mal haben, wenn es sich vermeiden lässt.
 
  • #32
Hallo inter_being,

(nebenbei: ich mag Deinen Nickname. Er stammt ja von Thich Nhat Hanh, nicht? Vielleicht deutet er ja schon eine Möglichkeit der Lösung Deines Problems an?)

Du könntest Dich glücklich schätzen: Du hast eine gute Gelegenheit, Dich mit Deiner Eifersucht auseinanderzusetzen. (Auch wenn Du diese leugnest.) - Außerdem finde ich es sehr gut, wenn Dein Gefährte auch noch an einer anderen Frau interessiert ist, ihr hilft und wenn sie ihn zum Kaffee einlädt. Da Dein Gefährte ein fühlendes und begehrendes Wesen ist, kann dadurch auch durchaus etwas Erotisches entstehen. Dadurch würdet Ihr Beide bereichert. (Sofern Du nicht mit der Moralkeule dazwischengehst.)

Anscheinend findet es Dein Gefährte schwierig, Dir gegenüber in dieser Hinsicht ganz offen zu sein. Vielleicht könntest Du ihn ermutigen? Ihm mitteilen, daß Du Dich für ihn / mit ihm über seine neue Verbindung freust. Ich würde an Deiner Stelle die "Neue" auch gelegentlich mal einladen. Muß ja nicht schon wieder Kaffee sein.

Und, vor allem: Der Mensch ist nicht zur Treue bestimmt. Jedenfalls nicht zur Treue im konventionellen Sinn. Bestimmt ist er zur Treue gegenüber sich selbst. Gegenüber dem Sinn seines Lebens (der sich im Zeitverlauf ändern kann.) Der Mensch geht im Lauf seines Lebens durch viele Verbindungen. Die sind sehr unterschiedlich - und einige davon führen zu Flirts, ja bis zu sexueller Vereinigung (mitunter sogar darüber hinaus). Das kann - wenn Du lebendig und offen bist - auch Dir einmal widerfahren.

Helfen kann es, sich selber gewissenhaft zuzuschauen: Bist Du selbst immer "treu"? Warst Du, wenn schon nicht im manifesten Verhalten, so wenigstens in Wachfantasien Deinem Gefährten untreu. (Die meisten Frauen und Männer stellen sich z.B. während des GV einen anderen Partner oder andere sexuelle Praktiken vor.) Ich fände es schade, wenn das bei Dir gar nicht vorkäme (oder wenn Du's verdrängen müsstest).

Ich wünsch Dir Humor, Nachsicht und Glück,
Quinquin