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Gast

  • #1

Mein Freund ist arbeitslos

Liebes Forum,

ich hoffe auf hilfreiche Ratschläge von euch, da ich einfach nicht mehr weiter weiß. Meine Familie und Freunde, sogar meine Schwiegermutter in spe sagen mir, dass ich die Beziehung zu meinem Partner in der Tat überdenken muss. Trennung evt. unumgänglich.
Mein Freund ist 49 Jahre alt und wurde vor 8 Monaten gekündigt. Er war als Informatiker tätig.
Die Kündigung war ein herber Schlag und recht unerwartet, ich habe mir aber da noch keine Sorgen gemacht. Ich dachte, er findet recht schnell eine neue Tätigkeit.
Nun, leider nicht.
In den vergangenen Monaten hat mein Freund vielleicht insgesamt fünf Bewerbungen abgeschickt und leider Absagen erhalten. Mehr Bemühungen finden nicht statt. Auf
Nachfrage teilt er mir immer mit, dass er je schon viel zu alt ist und in dieser Branche einfach jüngere Mitbewerber bevorzugt eingestellt werden.
Er geht also selbst davon aus, dass weitere Bewerbungen vergebliche Mühe wären.
Einen Branchenwechsel, der mit z.B. einer Weiterbildung, Umschuldung einhergeht, lehnt er ab.
Eine einfachere Tätigkeit anzunehmen, die weniger attraktiv vergütet wird, ebenfalls.
Seine viele Freizeit verbringt er neuerdings mit diversen online Spielen.

Er will gar nicht mehr arbeiten (seine Aussage). Leider lässt seine finanzielle Situation nicht zu, dass er unabhängig von staatlichen Leistungen leben kann, oder auch wir gemeinsam.
Ich verdiene recht gut, kann aber nicht auf Dauer zwei Personen unterhalten. Ich sehe es auch nicht ein.
Wir sind seit 9 Jahren ein Paar, wohnen auch schon sehr lange zusammen. Trotzdem möchte ich nicht dauerhaft für einen Partner finanziell aufkommen, der nicht arbeiten WILL.

Ich habe gerade sehr viel Angst vor der Zukunft. Eigentlich möchte ich keine Trennung, aber bei dieser Einstellung graust es mich vor der Zukunft.

Bald ist bei ihm, wenn er nichts tut, ALG II ( Harz 4) fällig. Ich habe mit ihm bereits mehrfach die Folgen von ALG II Bezug durchgesprochen. Insbesondere, weil ich dann zumindest einteilig belangt werde. Er ist überhaupt nicht einsichtig. Sein Lösungsvorschlag wären in dem Fall getrennte Wohnungen, wenn ich nicht finanziell belangt werden will.
So stelle ich mir mein zukünftiges Leben nicht vor.
Ich bin durchaus bereit in schwierigen Zeiten meinem Lebenspartner beizustehen, auch finanziell, aber doch nicht unter diesen Umständen.

Ich liebe diesen Mann, aber ich möchte auch ein normales Leben führen. Wir haben keine Kinder, ich wollte viel reisen, einfach gemeinsam daran arbeiten, dass wir angenehm als Paar leben können.
Meine Zukunftsträume schwinden.
Ich könnte das akzeptieren, wenn die Situation unumgänglich wäre, z.B. aufgrund einer Krankheit. Aber so...
Ich weiß gerade nicht mehr weiter.
Ich bin 39, fühle mich noch jung und vital, bin attraktiv und bekomme noch viel Aufmerksamkeit von anderem Geschlecht. Manchmal denke ich, was soll ich weiter mit so einem Mann.
Ich verbaue mir gerade meine eigene Zukunft. Er ist beratungsresistent.
Natürlich ist mir auch klar, dass Arbeitslosigkeit eine enorme Belastung für den Betroffenen ist und am Selbstwertgefühl nagt. Ich versuche ihm wirklich beizustehen, vergeblich bislang.
Neulich habe ich mit seiner Mutter über das Problem gesprochen, wir haben ein gutes Verhältnis. Sogar sie rät mir mich zu trennen, wenn er seine Einstellung nicht ändert.

Ich bin so traurig über diese Situation und fühle mich von ihm verraten. Ich habe mir immer vorgestellt, dass wir gemeinsam unseren Beitrag dafür leisten, ein schönes Leben als Paar zu leben.
Kann ich noch etwas für ihn tun?


w, 39
 
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Gast

  • #2
Ja - für ihn da sein, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Dein Freund macht gerade eine schwere Zeit durch. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Verlust seines Arbeitsplatzes und die Absagen bei seinen (wenigen, zugegeben...) Bewerbungen seiner ganzen Persönlichkeit einen schweren Schlag versetzt haben. Vielleicht flüchtet er sich aus diesem Grund auch in eine Scheinwelt mit seinen PC-Spielen. Ich glaube nicht, dass er nicht arbeiten WILL... es wirkt vielmehr so, als habe er sich einfach aufgegeben, da er keine Chance mehr auf eine neue Arbeitsstelle sieht. In der heutigen Zeit, in der die Menschen so stark nach ihrem Beruf und ihrem Einkommen beurteilt werden, und in der nur gilt, wer auch beruflich etwas leistet, ist das kein Wunder. Und er hat ja auch nicht Unrecht: In der Tat steht er als Informatiker in seinem Alter auf recht verlorenem Posten - und mit fast 50 noch einmal eine Umschulung, die ihn Jahre kosten wird? Niemand wird einen Berufsanfänger einstellen, der nur noch gut zehn Jahre bis zur Rente hat. Das ist leider die Realität und die sieht Dein Partner eben. Verkraften kann er sie allerdings nicht.

Ich denke nicht, dass Du hier weiterkommst, indem Du Druck ausübst. Kannst Du Dich nicht für ihn mit umhören, an seiner Stelle die Stellenangebote in der Zeitung und im Internet studieren, für ihn eine Annonce (unter Chiffre) aufgeben? Sicher bist Du nicht seine Mutter, sicher ist er ein erwachsener Mann - aber wenn er momentan keine Kraft und keinen (Lebens-)Mut hat, um sich selbst um eine Verbesserung seiner Situation zu bemühen, dann ist es eben so und er braucht Unterstützung. Ich würde versuchen, ihn aufzubauen und zu motivieren: Mach ihm keine Vorwürfe, sondern thematisiere vielmehr seine positiven Eigenschaften und seine beruflichen Kenntnisse, die ihn attraktiv für den Arbeitsmarkt machen. Sei offen und positiv, sprich ihn auf Stellenangebote in der Zeitung nicht mit einer unterschwelligen Drohung an, sondern motiviert und zuversichtlich. Notfalls schreibe seine Bewerbungen mit ihm gemeinsam. Ich denke, es geht hier darum, seine Negativität zu durchbrechen und das schaffst Du nicht mit Trennungsdrohnung - damit machst Du es eher noch schlimmer und stößt ihn noch tiefer in sein Loch.

Mir ist klar, dass ich mit diesen Ratschlägen vermutlich bei den anderen Schreibern nicht sehr gut ankommen werde - die Stimmen, die Dir raten, diesen "Schmarotzer" aus Deinem Leben zu entfernen, werden wohl weit in der Überzahl sein. Dennoch denke ich, Du solltest darüber nachdenken, wie Du ihn unterstützen kannst, anstatt ihn unter Druck zu setzen. Ihr seid doch ein Paar... also geht auch gemeinsam durch diese schwere Zeit. Und ja, ich würde ihn notfalls auch mit "durchfüttern", bis er sich wieder aufgerappelt hat. Ich wünsche Euch dabei alles Gute!
 
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Gast

  • #3
Mir kommt es eher vor als würdest du denken dass du etwas besser kriegst (was natürlich möglich ist - aber das ist nicht meine Kernaussage), sondern "er ist nicht gut genug", oder in diesem Fall "ich bin besser"...

Es ist ok (damit meine ich nicht moralisch, nur das es mir egal ist) aber bitte missbrauche nicht dieses Forum damit du Zuspruch bekommst und dir so dein Ego aufbaust...

Aber bei so einer gefühlskalten Person (wie dir) hoffe ich natürlich auf Gerechtigkeit, nämlich dass alles zurück kommt!
Wenn dein Partner dich tatsächlich im Stich gelassen hat (klingt nach deinem Post eher umgekehrt) dann hoffe ich da selbstverständlich auch auf Gerechtigkeit!

M.34
 
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Gast

  • #4
Es ist eigentlich ungewöhnlich, dass jemand nicht mehr arbeiten will. Steckt vielleicht mehr dahinter, etwa eine Depression, die ihm - unverschuldet - jeden Antrieb raubt? - Dann hast Du Deine Krankheit und die ist therapierbar.
 
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Gast

  • #5
Eine mehr als unschöne Situation. IT-ler laufen wie Sand am Meer rum, die Jüngeren sind Aktueller, seine Chancen sind bescheiden. Er weiß das und steckt den Kopf in den Sand.

Falls er vorher anders war, würde ich alles versuchen, dass er wieder Mut faßt aktiv am Leben teilzunehmen. D.h. Du mußt versuchen, ihm Perspektiven aufzuzeigen. 5 Bewerbungen in 8 Monaten sind lau, wenn gleich auch 50 in diesem Bereich vermutlich ebenso fruchtlos verlaufen wären.

Dir bleibt vermutlich nur eine klare Ansage. Also schriftlich formulieren, was Du erwartest und sich damit zusammen mit ihm hinsetzen. Dann darf er darüber nachdenken und reagieren. Du solltest ihm aber klar machen, dass Du zu ihm stehst, auch mit einem Job im Baumarkt für sehr wenig Geld. Ob er den bekäme ist fraglich. Stell Dir einfach vor, Du wärst in seiner Situation, was würdest Du Dir von ihm erhoffen?

Er ist vermutlich wirklich unfähig zu handeln, daher braucht er Hilfe. Irgendwann kommt das Amt mit Maßnahmen, die werden ihm auch keinen Spaß machen. 8 Wochen Bewerbungstrainig wird ihm vermutlich auch keinen Job verschaffen. Je länger er letargisch vor sich her lebt, umso schwerer wird es ja für ihn. Schöner wäre eine Lösung davor. Aber ohne Deine Hilfe wird er es nicht schaffen.

Mein Rat ist also zu ihm stehen, auch wenns grad bitter ist. Nicht aufhören Hilfe anzubieten. Ich halte nichts von Psychologen, manchen soll es aber helfen. Hier ist viel Aufbauarbeit nötig.

Es ist absolut unschön zusammen mit dem Rest der Familie über ihn herzuziehen. Du hast ihn dann schon abgeschrieben. Liebe bedeutet eben auch die sauren Zeiten durchzustehen.

Dass Du bereits Deinen Marktwert abcheckst spricht auch nicht für Dich. Du hast Dich damals für einen älteren Mann entschieden. Das ist einer der Nachteile bei so einer Entscheidung.

Ich hoffe, es gibt mehr Menschen mit Rückrat.... Du suchst die Flucht im dunklen Moment, leider!
 
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Gast

  • #6
Liebe Fragestellerin,
Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Niemand kann etwas dafür, wenn der langjährige Arbeitgeber in die Insolvenz geht.

Sehr schwierig finde ich die Weigerung Deines Freundes, eine Umschulung zu machen oder eine Arbeit anzunehmen, die finanziell unter seinem gewohnten Niveau liegt. Sicher, so etwas geht auf die Ehre.....

Mich hat das selbe Schicksal getroffen wie Deinen Freund. Meinen langjährigen Arbeitgeber gibt es nicht mehr.
Ich arbeite jetzt auf einer Stelle, wo ich ein Drittel weniger verdiene als ich es viele Jahre lang gewohnt war. Ich mache es trotzdem, weil ich arbeiten möchte.

Und ganz wichtig: Ich möchte auf keinen Fall, dass mein Lebensgefährte eines Tages mit mir zur Arbeitsagentur muss, um dort "die Hosen runterzulassen" und dann dazu verdonnert wird, mich zu finanzieren. Das möchte ich ihm - und uns als Paar - nicht antun.
Ihm ist klar, dass ich mich nicht mehr wie bisher am gemeinsamen Haushalt beteiligen kann und dass er große Anschaffungen alleine finanzieren muss. Aber das ist das geringere Übel.

Dein Freund soll noch mal nachdenken.
Wenn er sich wirklich weigert, eine realistische Lösung zu finden und ein Leben als Hartz4-Rentner plant, würde ich an Deiner Stelle auch ausziehen. Ganz ehrlich. Du musst die Beziehung ja nicht gleich beenden.

Alles Gute für Euch
w
 
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Gast

  • #7
Bei den ersten Zeilen dachte ich: Liebt sie ihn? Und dann stand da, dass Du ihn liebst.
Du sorgst Dich um Eure gemeinsame Zukunft, was ja auch berechtigt ist!
Liebt er Dich? Würde er sich genauso um die Zukunft sorgen, wenn es anders herum wäre?
Meine Meinung: Einmal bitten, dass Ihr Euch gemeinsam hinsetzt, Fakten auf den Tisch und ruhig reden. Wenn er bei dem Bitten schon Zicken macht und keine Lust hat, gleich sagen, dass Du Dich trennst.
Ganz ehrlich: Wenn er das nicht will, dann hat er so eine tolle Frau auch gar nicht verdient, die sich um eine gemeinsame Zukunft sorgt! Und die Zukunft schafft man auch sehr gut allein und als Single!
Alles Gute!
w,43
 
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Gast

  • #8
Ich bin selbst gerade arbeitssuchend und bei mit klopft trotz akademischen Abschluss auch Hartz IV an. Aber da ich ja auch einen Partner habe und ein normales Leben haben möchte, gebe ich mir alle Mühe und schreibe viele Bewerbungen. Wenn man nur auf sich gestellt ist, dann kann man ja zuhause vor sich rumgurken und das Arbeiten vermeiden. Aber wenn der andere noch mit drin hängt, dann muss man wirklich den Arsch drehen. Wenn nix klappt, kann man es nicht ändern. Aber wenn man es nichtmal versucht, sorry, da würde mir die Hutschnur platzen.
 
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Gast

  • #9
Was bedeutet denn "er war als Informatiker tätig"? Was hat er studiert (Informatik?), welchen Abschluss hat er gemacht, wie sieht seine berufliche Laufbahn aus, insbesondere was war sein letzter Job und wie lange hat er den gemacht.
ITler haben selbst mit 50 noch sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Voraussetzung ist aber, dass sie dazugelernt haben und nicht 20 Jahre das gleiche (und damit jetzt veraltete) gemacht haben.
 
  • #10
So, wie dem Partner der FS - ergeht es m.E. Hunderttausenden.
Man wird um die 50 eher gefeuert,als eingestellt. Selbst Studienabschlüsse und/oder Berufs- und Auslandserfahrungen sind ggf. auf dem Arbeitsmarkt nichts mehr wert.

Die Auswahl der Bewerber ist momentan recht groß. Aber nur Eine/r kann diese eine Stelle bekommen.
Da ist z.B. betriebseigene Weiterbildung in einen jungen Bewerber besser angelegt, weil der dem Unternehmen länger angehören kann.
Oder die Arbeitgeber glauben, daß jüngere Mitarbeiter mehr leisten, und weniger oft krank werden ?
(Oft ist das Gegenteil zutreffend)

Vorteil: Jüngere Leute können i.d.R. die moderne Technik schneller auffassen und einsetzen, als die ältere Generation.

ggf. sind ganze Abteilungen mit gleichaltrigen Mitarbeitern besetzt. Weil die untereinander "die gleiche Sprache sprechen", und einem Anderen nicht Alles erklären müssen.

Oder der Bewerber ist den Arbeitgebern - zu lange arbeitslos.
Manche sind bereits kritisch, wenn der Bewerber länger als ein Jahr arbeitslos ist.

Sowas kann einen Betroffenen schwer belasten. Er ist qualifiziert, er ist gut - aber trotzdem will ihn Keiner einstellen.

Er hat viel gelernt, gearbeitet, Berufserfahrungen gesammelt. Anfangs zu niedrigen Löhnen.
Jetzt will er die "Früchte" dieser Karriere "ernten" und finanziell nicht schon wieder zurück stecken müssen.

Abhilfe: Diesen Mann fragen, welche Arbeit ihm am besten zusagen würde ?
Und dann versuchen, dieses Ziel (gemeinsam) zu erreichen.
Aber gar nichts tun, und beruflich sich selber aufgeben - wird kaum eine Frau an ihrer Seite akzeptieren können ?

In einer Partnerschaft kann es nicht immer einseitig nach den Wünschen des Einen zugehen.
Sondern muß auch die Wünsche, Erwartungen etc. seiner Partner/in berücksichtigen.
z.B. das Beide arbeiten, um -mehr- Geld zu verdienen. Anstatt ein gemeinsames Leben auf Hartz-4 Niveau, trotz Arbeit des Einen. Die Bedenken und Kenntnisse der FS sind zutreffend.
 
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Gast

  • #11
Hier die FS,

#7 hat meine Stimmung sehr gut erfasst. Genauso fühle ich.
Ich bin jederzeit bereit ihm in dieser schweren Zeit beizustehen, ihn auch dauerhaft finanziell zu unterstützen. Allerdings will ich auch sehen, dass er sich bemüht die Arbeitslosigkeit zu beenden.
Wenn wirklich gar nichts klappt, dann ist es halt so und wir müssen uns damit arrangieren.
Aber er versucht nichts.

Meinen Vorschlag sich einfach irgendeine Tätigkeit zu suchen, auch niedrig entlohnte, ignoriert er.
In dem Fall würde ich, wie zwei Forummitglieder geschrieben haben, den höheren Anteil gerne beisteuern.

Ich habe schon einiges probiert. Habe ihm Stellenangebote ausgesucht, habe eine Reise finanziert, weil ich dachte, er sollte Abstand bekommen und abschalten. In den ersten Monaten habe ich wirklich versucht, so wenig Druck auf ihn auszuüben, wie möglich.
Aber nach ca. 5 Monaten platzt mir tatsächlich der Kragen und seine Haltung macht mich langsam aggressiv.
Ein Gespräch mit einem Therapeuten lehnt er auch ab.

Und nein, ich ziehe nicht über ihn im Familienkreis. Nach einem halben Jahr, konnte ich mit dieser Situation nicht mehr alleine umgehen und habe Rat gesucht. Ich habe auch gehofft, dass wir ihm alle, als Familie, helfen können. Seine Mutter hat versucht mit ihm zu sprechen, ihm Mut zu machen, ihn zu motivieren.
Wir wollen ihm doch alle helfen. Aber niemand kann mittlerweile seine Haltung mehr nachvollziehen.

Und nochmal nein, ich teste nicht meinen Marktwert hier.
Wenn ich aber nach einem langen Arbeitstag nach Hause komme, den ganzen Haushalt dann auch noch alleine erledigen muss, weil er nichts zu Hause getan hat, weil er statt sich zu bewerben den ganzen Tag online gespielt hat- dann kommt mir auch schon der Gedanke, dass ich alleine oder mit einem anderem Partner glücklich sein könnte.
Ich bin über die Haltung meines Partners enttäuscht.

Ich weiß noch nicht, was ich tun werde.
 
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Gast

  • #12
Hallo FS,
verständlich, dass du dich nach 8 Monaten Wagnerianischer Zukunftsvisionen und PC-Gedaddel deines Partners fragst, ob du mit diesem Mann jemals wieder etwas Schönes erleben wirst. Aber, da du diesen Aspekt in deiner TS ansprichst: Schwere Erkrankungen/Unfälle mit Langzeitschäden werfen noch ganz andere Probleme auf, sei zwischendurch immer mal ein wenig dankbar, dass du nicht mit Schicksalsschlägen dieser Kategorie konfrontiert bist. Ja schon klar, klingt nicht besonders aufbauend, ihr durchlebt gerade eine dunkle Zeit und die Beratungsresistenz deines Partners dürfte das größte Problem sein. Wie du ihn zu den u.g. Vorschlägen "hinführen" könntest, weiß ich nicht, vielleicht helfen noch einmal ganz klare Ansagen und der Verweis auf den Killereffekt von Vermutungen ("Die wollen ALLLE nur jüngere Mitarbeiter").

Die Erkenntnis, dass es unmöglich ist, mit Hartz IV mehr als den wöchentlichen Aldi-Einkauf zu bestreiten und darüber hinausgehend gar nichts, definitiv nichts drin ist, wird ihn spätestens beim Zugang des ersten Leistungsbescheides treffen. Manchmal braucht es diesen weiteren Schock, um endlich in die Puschen zu kommen. Ich würde das Thema getrennte Wohnungen konkret angehen, die Zeit drängt. Was ihr in diesem Zusammenhang bis ins letzte Details klären könntet, wären seine evtl. (verdeckten) Erwartungen, dass du ihn doch finanziell unterstützt und vor dem Super-Gau ALG II bewahrst. Vielleicht wird ihm auch schon bei der ersten Besichtigung einer kleinen Whg. klar - nein, auf diese Schiene soll mein Leben nicht geraten, ich packe es jetzt an! In den kommenden Wochen ist nochmals verstärkt deine Geduld gefragt und ich hoffe, du hast diese um der Liebe willen.

Was mir noch an konkreten Tipps einfiel:
(1) Sein "Berater" beim Arbeitsamt könnte ihm einen Vermittlungsgutschein ausstellen, es gibt gute Personalvermittlungsagenturen (keine Zeitarbeit), die sich auf IT-Personal spezialisiert haben!
(2) Coach suchen, der über Arbeitserfahrung in der Branche deines Freundes verfügt. Wird nicht einfach, in dem Dschungel von Angeboten einen erfahrenen Coach zu finden, einen Versuch ist es allemal wert. Das Honorar wird sich lohnen für: a) Klärung der Blockade, in der sich dein Partner befindet, b) Ausgraben von Bewusstsein für die eigenen Stärken/Interessen, die einen roten Faden im Leben bilden, c) Gezielte Suche nach "Nischen", in denen seine spezifische Kombi aus Fachkompetenz/Persönlichkeit gefragt ist, d) Ausarbeitung von alternativen Bewerbungsstragien für Bewerber ü40.
(3) Kann er sich vorstellen, IT-Unterricht zu geben? Wird in vielen Bundesländern dringend an staatlichen (Berufs)Schulen gesucht. Quereinsteiger sind willkommen!
(4) Mit Freunden und Familie nicht über den desolaten Zustand des Mannes sprechen, sondern gezielt Netzwerke abklopfen. Ich bin mir sicher, dass du jemanden kennst, der wiederum zwei Leute in der IT-Branche kennt, die wiederum andere Kontakte haben. Auch wenn uns allen das Thema "Netzwerken" mittlerweile zum Hals raushängt, die wenigsten schöpfen die Möglichkeiten aus. Zum Thema Guerilla-Selfmarketing (incl. networking) sind viele Infos im Netz zu finden.

Wenn bis zum Ende des ALG I-Bezugs nichts hilft an Anregungen, beim Jobcenter wird er so unter Druck gesetzt werden, dass er Bewerbungen am Fließband raushaut. Er wird von dort so schnell wie möglich verschwinden wollen.
Ich wünsche dir einen langen Atem, w (42)
 
G

Gast

  • #13
Wahrscheinlich ist er in der totalen Krise, glaube gar nicht, dass er nicht mehr arbeiten will. Du kannst entweder selbst mal für drei Wochen gehen oder er (zur Not so lange in einer Pension wohnen) und dann könnt ihr beide nachdenken. Sage ihm klar, dass du erwartest, dass er sich bemüht, er könnte sich als Informatiker ja auch selbständig machen, gibt ja viel Bedarf in jedem Alter an Computerberatung, technisch oder Reparaturen, also Arbeit müsste es da immer geben.
Wenn er jetzt in Frührente gehen will, passen eure Lebensentwürfe nicht mehr. Du könntest ja mit einem neune Partner sogar noch eine Familie gründen, vom Alter her.
 
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Gast

  • #14
Evtl. etwas detailierter? Aktuell sieht es bei studierten Informatikern in etwa so aus, daß alles eingestellt wird was beim Vorstellungsgespräch nicht betrunken wirkt. Eine Umschulung wäre hirnrissig, da nur in der Informatik und bei Ärtzen(hausgemachter Mangel) ernsthaft Bedarf besteht.

KMUs können nicht wählerisch sein und nehmen sicher noch Leute mit 40-50+. Wäre eben zu klären worin das exakte Fachgebiet besteht.
 
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Gast

  • #15
Ich finde dein Freund ist ein verantwortungsloser Schmarotzer der in Selbstmitleid badet.
Ja- er ist 49. Ja - ihm wurde gekündigt. Ja - er hat eine qualifizierte Ausbildung gemacht.
ABER: er schreibt 5 Bewerbungen in 8 Monaten- Das sind 45 zuwenig.
ABER - er sucht sich keinen Job als Dozent an der VHS oder sonstwo für Computersachen.
ABER - er lebt auf deine Kosten
ABER - er geht nicht zu seinem Arbeitsamtsberater und sagt: Ich brauche BERATUNG was ist alles für Möglichkeiten habe
ABER - er setzt sich nicht mit dir zusammen um gemeinsam sein Potenzial am Arbeitsmarkt zu
ergründen.
ABER - Jobs, in denen er weniger bezahlt erhält wie bisher sind unter seiner Würdek. Klar ist es eine demütigende Erfahrung, plötzlich weggeworfen zu werden -ABEr dafür gibt es FAchleute die so eine reaktive Depression - wenn sie es sein sollte - wegtherapieren.
ABER er engagiert sich nirgends ehrenamtlich sondern daddelt wie ein 15jähriger
ABER - er übernimmt nicht den Haushalt voll um seinen Beitrag zum Paarwohlfühlprogramm zu leisten.
ABER er lernt nichts dazu - Dazulernen egal ob Chinesisch oder Aquarellmalen ist die Heilung für die Demüntigung arbeitslos zu sein - damit beweisst man sich dass man noch lernen kann.

Was will er - er will dass du ihn lebenslang alimentierst, dass du ihn hauswirtschaftlich versorgst und dass du ihn tagtäglich bedauerst. Willst du die drei Dinge ? W 55
 
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Gast

  • #16
Wenn ich aber nach einem langen Arbeitstag nach Hause komme, den ganzen Haushalt dann auch noch alleine erledigen muss, weil er nichts zu Hause getan hat, weil er statt sich zu bewerben den ganzen Tag online gespielt hat- dann kommt mir auch schon der Gedanke, dass ich alleine oder mit einem anderem Partner glücklich sein könnte.
Ich bin über die Haltung meines Partners enttäuscht. Ich weiß noch nicht, was ich tun werde.
Du hattest das in deiner Frage schon mal erwähnt, dass er dauernd spielt. Das Problem scheint mir genau hier zu liegen. Internet- oder Onlinespielsucht. Da hilft nichts. Er sieht das nicht ein dass er monatelang den ganzen Tag da vergeigt und den Anschluss egal wie qualifiziert verlieren wird. Der gönnt sich da seien Freizeit und denkt der Rest kommt von selber. Würde er sich einen Job suchen müsste er wieder damit aufhören. Vielleicht hat es ihm zum Schluss auch nicht mehr auf der Arbeit gefallen, so dass er meint er könne sich eine Auszeit machen ... Solange wie er such sicher fühlt und finanziell bei dir unterkommt und nicht aus der Wohnung fliegt wo er gezwungen ist was anderes zu machen als zu zocken wird das nichts. Ich würde an deiner Stelle gewaltig Druck machen. So das es ihm unbequem wird. Du bekommst solche Menschen am Ende genauso wenig zur Hilfe motiviert wie Alkoholiker. Ohne einen Tritt damit er noch mal die Kurve kriegen muss geht da nichts. Und selbst gegen den sind solche Fälle noch sehr resistent. Was meinst du was der aktiv wird, wenn der "Daddel"rechner oder gar das Internet kaputt ist und der Stick dann zu lahm? w47
 
G

Gast

  • #17
Ich vermute, er hat bereits eine Spielsucht entwickelt. Natürlich hat er deshalb für nichts anderes mehr Zeit und reagiert gereizt. Je länger die Sucht andauert desto mehr manifestiert sie sich in den Verhaltensweisen. Also schmeiß ihn aus der Komfortzone. Sag ihm, mit einem Spieler kannst Du nicht zusammensein. Er kann sich wieder melden wenn er seine Problem angepackt hat. Jeder Suchttherapeut wird Dir sagen dass Hilfe zu diesem Zeitpunkt das Leiden nur verlängert. Frau, 49
 
G

Gast

  • #18
Ich kann Gast 4 nur zustimmen - da ist alles zusammengefaßt, was ich auch hätte schreiben wollen.
 
G

Gast

  • #19
Was mir noch an konkreten Tipps einfiel:
(1) Sein "Berater" beim Arbeitsamt könnte ihm einen Vermittlungsgutschein ausstellen, es gibt gute Personalvermittlungsagenturen (keine Zeitarbeit), die sich auf IT-Personal spezialisiert haben!
(2) Coach suchen, der über Arbeitserfahrung in der Branche deines Freundes verfügt. Wird nicht einfach, in dem Dschungel von Angeboten einen erfahrenen Coach zu finden, einen Versuch ist es allemal wert. Das Honorar wird sich lohnen für: a) Klärung der Blockade, in der sich dein Partner befindet, b) Ausgraben von Bewusstsein für die eigenen Stärken/Interessen, die einen roten Faden im Leben bilden, c) Gezielte Suche nach "Nischen", in denen seine spezifische Kombi aus Fachkompetenz/Persönlichkeit gefragt ist, d) Ausarbeitung von alternativen Bewerbungsstragien für Bewerber ü40.
(3) Kann er sich vorstellen, IT-Unterricht zu geben? Wird in vielen Bundesländern dringend an staatlichen (Berufs)Schulen gesucht. Quereinsteiger sind willkommen!
(4) Mit Freunden und Familie nicht über den desolaten Zustand des Mannes sprechen, sondern gezielt Netzwerke abklopfen. Ich bin mir sicher, dass du jemanden kennst, der wiederum zwei Leute in der IT-Branche kennt, die wiederum andere Kontakte haben. Auch wenn uns allen das Thema "Netzwerken" mittlerweile zum Hals raushängt, die wenigsten schöpfen die Möglichkeiten aus. Zum Thema Guerilla-Selfmarketing (incl. networking) sind viele Infos im Netz zu finden.
Ich finde diese Tipps sehr gut - ergänzen würde ich dies noch um die Möglichkeit, sich (als Berater oder Programmierer) selbstständig zu machen. Dabei nicht auf Umschulung setzen (was soll eine Umschulung vom Arbeitsamt, die nie und nimmer eine fachliche Spezialisierung leisten kann), sondern auf zukunftsträchtige Technologien setzen, mit der er ein neues Feld beackert, in dem er anderen Kollegen voraus ist.
Aber: Alle Ideen und Vorschläge werden nichts nützen, denn sie werden als Gängelung aufgefasst. Ich war selbst mal arbeitslos, und ich habe auf Ratschläge wie "Du könntest doch..." "Versuch doch mal..." im Laufe der Zeit richtig allergisch reagiert. Mit jedem Tag Arbeitslosigkeit schwindet die Hoffnung, und das wird auch nach der 50. Absage nicht besser, sondern eher dramatischer. So gesehen geht dein Freund im Moment den Weg, der am wenigsten schmerzt, indem er durch wenige Bewerbungen zahlreiche negativen Reaktionen - Absagen - vermeidet. Das ist nicht rational und klug, aber nachvollziehbar. Dein Freund hat ein psychologisches Problem, bei dem du ihm kaum helfen kannst ... Ich schätze, jegliches Voraugenführen der Möglichkeiten wird einfach verpuffen, du hast es ja schon mehrfach versucht...

Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall seinen Vorschlag (!) der getrennten Wohnungen anstreben -vermutlich ist das das einzige, was ihm richtig weh tun, wenn H4 kommt und du nicht mehr für ihn finanziell aufkommst.
 
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Gast

  • #20
So wie du deine/eure Situation beschreibt, kommt da einiges zusammen an Kopf-in-den-Sand-stecken von seiner Seite durch PC-Spiele, Verweigerung unterbezahlte Tätigkeiten anzunehmen, Motivationslosigkeit bei Bewerbungsversuchen, Haushalttsdesinteresse.
Klingt schwer nach Depression, Suchtverhalten gepaart mit Midlifekrises.

Was wäre, wenn du ab morgen urplötzlich nicht mehr die Kastanien für ihn aus dem Feuer holen könntest? Du also selbst um dein finanzielles Überleben kämpfen müßtest?
Wenn du z.b. durch einen Unfall eine lange berufliche Auszeit hättest?
Stände er dann ab morgen unterstützend an deiner Seite?
Wenn du diese Frage ganz selbstsicher mit ja beantworten kannst, lohnt es sich zu kämpfen, ihn auf die richtige Spur zurück zubringen.
Wenn nicht, ist eure Beziehung gescheitert und du solltest dir überlegen, ob du den Mut aufbringst, für euch beide die richtige Entscheidung zu fällen, denn von ihm wirst du derzeit kaum eine verwertbare Entscheidung erwarten dürfen.
Ich schließe mich etlichen Vorrednern hier an, einfach alles zu beenden wäre leicht - für dich.
In deinem Alter auch nicht schwierig, mit einem neuen Mann ein neues Glück zu beginnen.
Es ist wie es ist, du stehst an einem Scheideweg. Den Weg mit einem deutlich älteren Mann motiviert fortzusetzen, oder mutig sein und alles nochmal neu wagen.
Manchmal lähmt uns unsere eigene Furcht, Dinge neu zu beginnen, deren Ausgang noch ungewiss ist.
So oder so, du wirst handeln und für deine Entscheidung allein die Verantwortung tragen müssen.
 
G

Gast

  • #21
Er will gar nicht mehr arbeiten (seine Aussage). Leider lässt seine finanzielle Situation nicht zu, dass er unabhängig von staatlichen Leistungen leben kann, oder auch wir gemeinsam.
Ich verdiene recht gut, kann aber nicht auf Dauer zwei Personen unterhalten. Ich sehe es auch nicht ein.
Wir sind seit 9 Jahren ein Paar, wohnen auch schon sehr lange zusammen. Trotzdem möchte ich nicht dauerhaft für einen Partner finanziell aufkommen, der nicht arbeiten WILL.
Aufbauend auf den vielen Vorschlägen, die hier schon kamen: wenn er an seine Situation nichts ändern will, kannst Du ihm wenig helfen. Im Grunde kannst Du Dich selbst dann nur vor dem finanziellen Mitabsturz bewahren. Vermutlich ist es für Dich das Beste, wenn Du Dir eine eigene Wohnung suchst, bevor er in H4 abstürzt und ihm diese Konsequenz auch deutlich vor Augen führst, wenn er sich nicht um seine und Deine Zukunft kümmert. Vielleicht kann auch ein Nachfragen bei Kollegen Klarheit bringen, warum er gekündigt wurde.
Entweder, er hat wirklich keine Energie und keinen Lebensmut, dann muss er sich helfen lassen, oder er hat einfach keine Lust mehr und dann bist Du nicht zuständig und solltest schauen, dass Du nicht mit in diesem Sog landest.

m, 46
 
G

Gast

  • #22
Der Mann ist über 10 Jahre älter als du. Du willst ihm allen ernstes die Welt erklären und welche Folgen seine Arbeitslosigkeit hat? Sorry, dafür ist es zu spät und ich denke nicht, dass er sich von einer so viel jüngeren Frau irgend etwas erklären lässt! Du hast Träume, das ist ok so, aber eine Partnerschaft bedeutet evtl. auch auf seine Träume verzichten lernen. Wenn du reisen willst, dann trenne dich besser. Der Mann ist jetzt bald 50, hat ein Großteil seines Arbeitslebens sowieso hinter sich - du aber nicht! Du wirst schuften gehen müssen, er hat das meiste absolviert in seinem Leben und muss nun selber wissen, wie er seinen Lebensabend absolviert.

Ansonsten finde ich es auch ganz schön schrägt, wenn Schwiegereltern über ihre eigene Kinder herziehen und sich bei dem Partner (also dir) ausheulen. Geht für mich gar nicht! Ihr passt auch nicht zusammen. Lass ihn in Ruhe seine Spiele spielen!

w
 
G

Gast

  • #23
Hier zeigt sich eben die Problematik eines so großen Altersunterschiedes! Du wirst ihm nicht helfen können und ihm zu nichts raten können, weil er von dir keinen Tip will oder dich auch gar nicht ernst nimmt. Er wird seine Gründe haben, warum er nicht mehr arbeiten gehen will in seinem Alter, die du aber nicht verstehen kannst. Vermutlich hat er mit der Welt da draußen abgeschlossen. Vielleicht beantragt er gar Frührente oder fühlt sich eh unterbehalt. Du wirst rein gar nichts an seinem Zustand ändern können. Ich könnte mir eher vorstellen, dass dein Sticheln nur dazu führt, dass er die Beziehung rasch beenden, wenn es ihm zu nervig mit dir wird. Eben das, was viel jüngere Frauen häufig machen und ältere Männer nicht ertragen.
 
G

Gast

  • #25
Du drehst dich die ganze Zeit um sein Problem. Was hast DU denn für ein Problem, dass du dich mit einem Mann, denn du als spielsüchtig und faul wie die Nacht hinstellst, noch immer beschäftigst? Wenn die Sache wirklich so ist wie du sie schilderst, dann läuft es bei dir doch auch nicht ganz rund. Stichwort Co-Abhängigkeit.
Er spielt den ganzen Tag wie ein Fünfzehnjähriger und macht nichts im Haushalt, während du den ganzen Tag schuftest und nicht nur alles für ihn finanzierst, sondern auch noch den Haushalt alleine schmeißt. Wenn du nicht gerade seine Mutter bist, die sich gemeinsam mit anderen den Kopf über ihren missratenen Jungen zerbricht, während der immer mehr dicht macht, dann hast du doch ebenfalls ein ganz gewaltiges Problem.
 
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  • #26
m51,
zur Zeit arbeitslos und Fachinformatiker - Systemintegration (das sind die nicht studierten - studiert habe ich was ganz anderes).
Also, dass größte Problem ist wohl seine Antriebslosigkeit. Da habe ich auch keine wirklich gute Idee.
Eingehen möchte ich auf zwei Teilaspekte, die hier genannt wurden.
Umschulung - das ist natürlich Blödsinn, mit fast 50 nochmal einen ganz anderen Beruf erlehren, geht nur wenn er es wirklich will. Die Auswahl der vom Arbeitsamt geförderten Berufe ist nur sehr klein.
Besser: Fortbildung in seinem Bereich. Da gibt es kurze Kurse (2 - 8 Wochen), die mit Neuerungen bei bestimmten Systemen vertraut machen und längere Kurse (1/2 bs 1 Jahr). Bei den längeren Kursen lernt man meist etwas Neues. (Ich mache zur Zeit einen Kurs in Objektorientierten Programmieren).
Ich rate zu einem längeren Kurs in dem man etwas Neues lernt, gut ist es knapp neben dem Gewohnten zulernen.
Beispiel: Er hat bisher Windows-Server administriert, dann auf zu Linux oder Unix.
Er hat bisher imperativ Programmiert (C), dann auf zum Objektorientierten Programmieren.
So ein Kurs stärkt das Selbstbewußtsein, es macht Spass, ist eine Herausforderung und man lernt neue Leute kennen. Anschliessend kann man sich mit gestärkter Brust in die Bewerbungen werfen.
Schwierig wird es wenn er in der letzten Zeit nur noch als Chef gearbeitet hat. Dann bleibt ihm noch der Weg ins Consulting.

Jobs unter dem bisherigen Niveau annehmen.
Da sollte man vorsichtig sein. Wenn es mit dem neuen Job nicht klappt, ist man beim Arbeitsamt ruckzuck in der unteren Schublade und kommt dort auch nur schwer wieder raus. Auch zukünftige Arbeitgeber, sehen eine solche Zeit nicht positiv im Sinne von "der hat halt unter seinem Niveau weitergearbeitet und gut", sondern eher im Sinne von "so gut kann der nicht sein wenn er den Mist gemacht hat".
Die Aussage oben bzieht sich nur auf die Qualität einer Stelle nicht auf deren Bezahlung.
Bei der Bezahlung muss er sowieso Abstriche machen.
Aber, dieseÜberlegungen lohnen sich nur wenn er aus seinem Film rauskommt.
 
G

Gast

  • #27
Der Mann ist über 10 Jahre älter als du. Du willst ihm allen ernstes die Welt erklären und welche Folgen seine Arbeitslosigkeit hat? Sorry, dafür ist es zu spät und ich denke nicht, dass er sich von einer so viel jüngeren Frau irgend etwas erklären lässt!
Hier noch einmal Gast 11: Die FS soll ihn nicht darüber aufklären, welche Folgen die Arbeitslosigkeit hat. Aber ihr Partner hat den klassischen Tunnelblick entwickelt, er ist in eine gar nicht so untypische Schreckstarre bei Verlust des Arbeitsplatzes hineingeschliddert, wahrscheinlich in Kombination mit zutiefst gekränktem Selbstwertgefühl à la: Was (???), ich ein gestandener Mann, soll mich noch einmal in den Bewerbungsmarathon einreihen und mich bei Personalern anbiedern?
Wenn ihr Partner (erst) 44 Jahre alt wäre, könnte er genauso gut dem Trugschluss zum Opfer fallen, dass Arbeitnehmer ü40 GENERELL nicht mehr erwünscht sind. Ein paar Gäste hier im Forum haben zum Glück diese Doomsday-Version zumindest für IT-ler etwas entschärft!

FS, ich finde, du hast bislang (außer vielleicht die Schwiegermutter-Nummer) alles getan, was eine verlässliche und liebende Partnerin in so einer Situation tun kann. Du bist mit jedem Tipp, dem du ihm gibst, zurzeit die einzige Anbindung an die Realität außerhalb seiner selbstauferlegten Isolation (Bestrafung für das eigene Scheitern?), deren Leere und Aussichtslosigkeit er beginnt, mit Online-Games abzudämpfen.
Ich finde übrigens, dass sein "Berater" beim Arbeitsamt seine Pflichten versäumt: Eigentlich wird bei jedem Termin eine Eingliederungsvereinbarung für eine bestimmte Anzahl von Bewerbungen zwischen Kundenbetreuer und Arbeitssuchendem abgeschlossen. Dieser Vereinbarung ist Folge zu leisten, Nachweise müssen erbracht werden - dies fällt unter "Aktivierungsmaßnahmen" seitens des Arbeitsamtes. Da dein Partner mittlerweile depressiv-lethargisch ist, wäre eine Personalvermittlung (nochmals - es geht hier nicht um Leiharbeit) wirklich eine Option. Dort wird ein Gespräch mit ihm über seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt geführt und Bewerbungsunterlagen werden optimiert. Die Vermittler übernehmen sozusagen eine gewisse Push-Funktion. Erst wenn der zu vermittelnde Arbeitssuchende die Probezeit am neuen Arbeitsplatz überstanden hat, wird der volle Betrag der Vermittlung fällig. Deshalb müssen diese Agenturen gute Arbeit leisten! Nach 8 Monaten Arbeitslosigkeit stehen die Chancen gut, den Vermittlungsgutschein (immerhin über 2000 € wert) zu erhalten. Dem Arbeitsberater deines Partners muss evtl. ordentlich auf die Füße getreten werden, er /sie scheint den Fall einfach nebenher laufen zu lassen.

Auch hier drängt die Zeit: Vermittlungsgutscheine gibt es nur beim Arbeitsamt, ab H4-Bezug ist diese Option weg! Je länger dieser Gutschein gültig ist, um so besser. Anstatt die Problematik Altersunterschied/Partner in "midlife-crisis" in den Mittelpunkt zu stellen, würde ich an deiner Stelle, FS, mit ihm alle Optionen, die dir hier im Thread genannt wurden, durchsprechen. Dann kannst du dir wenigstens sagen, dass du alles menschenmögliche getan hast, um ihm in dieser schlimmen Zeit den Blick zu weiten. w
 
G

Gast

  • #28
Hier die Fs,

#21/22

Wir leben seit fast zehn Jahren zusammen und führten seit Beginn eine Beziehung auf Augenhöhe. Der Altersunterschied spielte GAR KEINE Rolle.
Wir waren immer gleichberechtigt.
Und ich denke auch nicht, dass man mit 50 Jahren sich vom Arbeitsleben verabschieden muss, wenn man gekündigt wurde.

Zwei Beiträge haben das Spielverhalten meines Partners thematisiert.
Ja, ich mache mir auch darüber meine Gedanken. Er hat schon immer viel online gespielt, aber derzeit artet es ins Uferlose aus.
Er spielt fast den ganzen Tag.
Wir haben auch über das Spielverhalten miteinander gesprochen. Er gibt zu, dass es zuviel ist und sagt aber, dass er diese Ablenkung gerade braucht.
Es ist in der Tat derzeit auch ein großer Streitpunkt bei uns.

Fs
 
G

Gast

  • #29
Liebe FS,
ich bin selber Informatikerin und deutlich älter als Dein Partner, d.h. als Frau in einer doppelt schlechten Situation. Trotzdem bekomme ich wöchentlich Angebote auf besser dotierte Jobs - habe ich nur keine Lust drauf, weil ich mich in meiner Firma wohl fühle. Wir suchen in der Firma auch IT-Leute. Nur wer nicht will und unflexibel ist, findet in dem Bereich nichts.

Dein Partner hat es sich in seinen Vorurteilen/aseiner ngeblichen Aussichtslosigkeit sehr bequem eingerichtet. Das würde ich nicht akzeptieren. Von 12 Monaten Anspruch auf Arbeitslosengeld hat er 8 bereits vertan. Nun würde ich ihn auffordern, sich eine Wohnung zu suchen, damit er Anspruch auf Hartz IV hat. Das bekommt er nicht, wenn Ihr zusammen lebt. Wenn er keine Anstalten macht, einen x-beliebigen Job anzunehmen, um was zum Lebensunterhalt beizutragen, würde ich auch nicht einsehen, sein Faulenzertum/seine Spielsucht zu unterstützen. Ob Männer das grundsätzlich bei Frauen so machen, würde mich nicht ansatzweise interessieren. Sie tun das nur wenn sie einen Gegenwert bekommen. Als Frau verhalte ich mich mittlerweile genauso. Ich will bei einem Mann Selbstverantwortung sehen.
 
G

Gast

  • #30
Hallo

schlepp ihn wirklich mal zum Arzt.
Wenn der keine Depri feststellt wäre es wirklich das Beste er überlegt sich selbst
was er arbeiten könnte und ruft einfach mal Firmen an.

Ich würde niemanden einstellen den mir eine Behörde schickt. Aber würde sich ein(e) Arbeitslose
sehr ambitioniert bei mir vorstellen wäre ich schon geneigt es auf einen Versuch ankommen zu lassen.
Also: er soll den Hintern hoch kriegen und sich möglichst nicht von der ARGE runterziehen lassen.
Die wissen nichts, die können nichts. Er muss schon selbst sehen wie es weiter geht. Am besten mit den Branchenbuch und einem Telefon.