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  • #1

Liierungszwang oder "Entweder Paar oder ganz allein"?

Wie seht Ihr das: Ich (M, Mitte 40) hatte mal die Idee von einem lebendigen Umfeld i.S.v. Austausch, glgtl. ggs. Unterstützung etc.. Beziehungsübergreifend. Meine Erfahrung : Schöne Idee, aber letztlich kaum umsetzbar! Realität: 1. Entweder liiert und ggf. mit Kindern. Oder 2. Ganz allein. Paare haben mit sich selbst, Arbeit (und evtl. noch Kids, Haus etc.) mehr als genug zu tun und melden sich langfristig nur, wenn sie etwas (Helfende Hand, Dinge borgen, sich ausjammern) brauchen. Und Singles? Nehmen Netzwerke gerne (über die Nichtanwesenheit eines Partners oder die Grausamkeit der Frauen oder Männer jammend) in Anspruch - bis sie sich eine Chance zur Paarung ergibt. Dann vgl. "Erfahrung mit Paaren". Nach Jahren der Frustration über dieses Verhalten betrachte ich es jetzt eher als Naturgesetz. und grenze mich (kräfteschonend) stärker ab (singularisiere mich). Ich bin schließlich kein Selbstbedienungsladen für Leute auf der Durchreise ;-))
 
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  • #2
Ist dir dieses Forum es nicht Wert, deine Frage verständlich (ohne so viele Abkürzungen) zu formulieren?? Ich habe gar nicht alle verstanden!! Hier geben sich alle große Mühe, sich in das Problem des Fragestellers zu versetzten, also kann man etwas mehr Sorgfalt auch von die erwarten!!
Du scheinst im Moment frustriert zu sein, und hast selbst das Bedürfnis, dich aus zu "jammern". Das ist auch völlig in Ordnung, und ich bin überzeugt, dass du verschiedene Sichtweisen zu deinem Problem erfährst.
Angela
 
  • #3
Richtig ist auf jeden Fall, dass sich Paare, ganz besonders mit Kindern, und Singles stark voneinander abgrenzen -- obwohl beide Seiten das Gegenteil beteuern.

Sobald ein Paar Kinder kriegt, verschieben sich die Interessen und Möglichkeiten drastisch.
 
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  • #4
#1

Sorry, ich musste notgedrungen 15 Minuten an meiner Fragestellung herumkürzen. Max. 1.000 Zeichen...

Bin ich auch nicht glücklich mit.

Zum Frust: Ja sicher ist es frustrierend zu erleben, dass sich Paare einigeln und die meisten Singles nur schnell gepaart sein wollen.

Frust gehört zum Leben. Die Frage ist, was man damit macht ;-).

Konrekt: 1.) Träumen hinterherrennen oder 2.) Plan B.

Zur Orientierung liegt mir an einer möglichst genauen Einschätzung der Realität. Ob mit oder ohne Frust. Deshalb die Frage.

.
 
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  • #5
Also ich habe diesbzgl (=diesbezüglich @ Angela *g*) verschiedene Erfahrungen gemacht, die einfach auf den Charakter bzw. die Prioritäten eines Menschen schließen lassen. Ich bin noch keine 30 und schon fast mein Leben lang partnerlos. Dennoch kann ich deine Erfahrungen nur bedingt teilen.
Freunde von mir die liiert sind, verhalten sich wie folgt

1) ihr Partner und evtl die ganze Familie spielt die erste Geige und ich muss mich hintenanstellen

2) ich werde als fast gleichwertig betrachtet und für gemeinsame Unternehmungen muss auch mal der Partner hintenanstehen

3) sowohl ich als auch der Partner und das Kind unternehmen gemeinsam etwas

Alle drei Verhaltensweisen kann ich akzeptieren, denn so verschieden sind die Menschen nun einmal. Das mag aber auch daran liegen, dass ich mir selbst nichts sehnlicher wünsche als eine eigene Familie und mich somit mit 1) eher freue als dass ich mich abgeschoben fühlen würde. Freilich "leidet" die Freundschaft ein Stückweit darunter und man ist eben nicht mehr so dicke, wie man das vorher war, aber so ist der Lauf der Dinge und die Institution Familie wohl zu verstehen.

Du solltest dir die Frage stellen, was du denn genau erwartest von deinen Freunden, wenn du ihre Hilfe brauchst, musst du das äußern, du kannst nicht erwarten, dass man dir das an der Nasenspitze ansieht. Setz dich ein wenig in ihre Lage, eine Familie zu haben, bedeutet Arbeit besonders wenn die Kinder klein sind. Dir bricht sicher kein Zacken aus der Krone wenn du in dieser Phase mal ein wenig mehr die Initiative ergreifst. Sollte es allerdings eher Neid sein, der diese Gefühle in dir erweckt, so kannst du dir nur selber helfen und aktiv nach jemandem suchen, mit dem auch du eine Partnerschaft aufbauen kannst.
 
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  • #6
@ Fragesteller: Im Prinzip kann ich deine Erfahrung nur bestätigen! Auch ich habe schon einige Freunde erlebt, die sich nach der "Durchreise" still und leise wieder verzogen haben.
Zur Erklärung muss ich aber zugeben, dass man (ich schließe mich da nicht aus!) einfach unbefangener "jammern" kann, wenn man unter sich ist. Ganz egal, in welcher Lebenssituation man gerade ist. Nicht von ungefähr beklagst auch du dich (zurecht) in diesem Forum über deinen Frust. Außerdem muss man wirklich zugeben, dass sich beim Erfahrungsaustausch von jungen Eltern sich ein Single zu Tode langweilt, und gegenseitige Unterstützung unter "Gleichgesinnten" verringert das schlechte Gewissen, Hilfe annehmen zu müssen.
Mein damaliger Mann und ich hatten genau die gleiche Vorstellung wie du von einem freundschaftlichen Miteinander verschiedener Menschen in verschiedenen Lebenssituationen. Schließlich waren wir schon seit der Studienzeit einen tollen Zusammenhalt! Aber schon Ende 20 mussten aber auch auch wir uns von dieser Illusion verabschieden, als im Bekanntenkreis Familiengründungen anstanden.

Zu deinem "Trost": Frauen als Singles werden in einer Gruppe von Paaren noch weniger akzeptiert als Männer. - Aber das wäre ein neuer Thread... .
Angela
 
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  • #7
Habe immer wieder tolle Freundeskreise erlebt- sowohl in meiner Zeit als Teil eines Paares als auch als Single als wertvoller, bereichernder Austausch und Teil meines Lebens. Nicht zuletzt natürlich auch ein Netzwerk für kritische Situationen. Natürlich erwarte ich von Paaren, dass der Partner und Kinder an erster Stelle stehen- das würde ich für mich selbst ja genauso wollen. Es ist wunderschön mit Freunden zu feiern, Hobbies zu betreiben, zu wandern, zu reden, einander zu unterstützen, ja natürlich auch sich über die wechselseitigen Probleme auszutauschen, etc... Da gebe ich gerne, was ich auch, vielleicht aber ein andermal, von einem Anderen aus diesem Kreis, wenn ich es brauche auch bekomme. Da entsteht ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens, aber es ist KEIN ANSPRUCH an den Einzelnen. Meine Erfahrung: Wer gibt, nur um Zurückzubekommen wird ent-täuscht.
Bei Dir, Fragesteller, klingt wirklich sehr viel Frust durch. Welche deiner Erwartungen sind ent-täuscht worden?
@Angela: Habe es gottseidank anders erfahren. Freundinnen, die mich nach meiner Trennung in ihre aus Paaren bestehende Kreise mit hineingenommen haben.
Eli,w
 
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  • #8
Erwartungen? - Ich ERWARTE eigentlich gar nicht recht mehr etwas von Menschen. Ich trau mich das schon gar nicht mehr.

Enttäuscht? - Am ehesten darüber, mit Liierung des Gegenübers eigentlich fast immer gaaaaanz hintenangestellt worden zu sein. (Was ich so nicht praktiziert habe, da ich mein Leben gar nicht nur an einen Menschen hatte und würde hängen wollen ;-) )

Was hätte ich gerne?

Vielleicht so etwas wie einen "Familienersatz" = Gemeinschaft ohne Ernährerfunktion.

Eigene Familie schied für mich immer aus, da ich als Mann zu 95% Haupternährer wäre. Eine gleichberechtigte Rollenverteilung, evtl. mit Tendenz zum Hausmann hat sich für mich einfach nicht ergeben, ist ja auch eher selten. (Übrigens: Nicht, dass ich generell nicht mit-ernähren wollte, die typisch männliche Hauptlast halte ich für mich - typbedingt - nicht für tragbar. Mir liegt "Familienarbeit" einfach besser. Als Frau geboren hätte ich da vermutlich weit weniger Probleme bekommen? ... ;-) )

Übrigens ist für mich eine reine Zweierkiste eben NICHT das Nonplusultra. Mittlerweile eher im Gegenteil, ich würde mich (vor dem Hintergrund der Trennungsquoten - sogar eher als ausgesprochen liierungsscheu bezeichnen. Über die Arbeit wäre es überhaupt kein Problem, mich mit der einen oder anderen Alleinerziehenden zu verbandeln. Bin ich aber gar nicht scharf drauf. Und geeeenau, die wollen sich LIIEREN, nix mal so Umfeld erweitern... ;-)

Ich habe überhaupt kein Problem damit, zu geben. Nur: Ich möchte nicht GANZ ÜBERWIEGEND ständig zuhören, aushelfen etc.. Bzw. habe auch keine Lust, quasi auf "Gegenleistung" zu pochen. Das sollte schon - aus Interesse aneinander - harmonisch hin- und herfließen.

Was ich mir wünschen würde?

Eben, ein Umfeld, wo mal jemand ohne Terminkalender und nach Absprache (und dann übermüdet und halbherzig) mal reinschneit auf nen Bierchen oder wo ich mal reinschneien kann, ohne das Gefühl zu haben, gerade mal wieder zu stören bei der Erledigung all der familiären Pflichten. Ein Netzwerk, das Raum gibt, einfach für Anteilnahme am Leben anderer und glgtl. gemeinsame Unternehmungen (nicht als Notlösung, sondern aus Freude...)

Wobei: Ich kann durchaus verstehen, dass Familien mit sich genug zu tun haben! Keine Frage.

Mein Eindruck: Das Gewünschte ergibt sich bei mir derzeit eher in der (zufällig zusammengewürfelten) direkten Nachbarschaft. Vermutlich, weil einfach die Wege kurz sind? Und: Das sind dann auch Menschen, die eben nicht in typischen Familiensituationen leben (Witwe, Kinder groß; "Halb-Single", sofern dessen Freundin nicht da bzw. er nicht dort ist; die verbringen ca. 50% ihrer Zeit zusammen und 50% eben nicht.)

(Ehemalige) Freunde sind da (bedingt durch Arbeit, Familie, Umzüge) viel zu weit weg, nicht "alltstauglich". Genau genommen laufen die auf Telekomunikation und auf seltenste persönliche Begegnungen hinaus. Die meisten sind irgendwann zu Bekannten mutiert oder nahezu ganz weg.

Im Rückblick bot meine Jugendzeit am ehesten das Gewünschte. Da war Zeit vorhanden und es gab reichlich Treffen und Unternehmungen, weil man (viele) einfach Lust dazu hatte.

P.S.: In diversen Vereinen habe ich mich übrigens auch nicht wirklich wohlgefühlt. O.k., Aktivitäten für den "Termin", darüber hinaus dann am ehesten "Geselligkeit" = Kasten Bier mit Smalltalk etc..

Letztendlich daher auch die Überschrift meiner Ursprungsfrage "Liierungszwang...": Eben, vielleicht ist das ab Mitte/Ende 20 einfach so: Serielle Zweierkisten oder Familie; und das ist dann weitgehend auch das TRAGFÄHIGE Umfeld?

Übrigens: Wenn ich mich so umschaue, scheint es auch genau so zu sein (anfangs dachte ich noch, ICH wäre ein neurotischer Einzelfall). Meine Brüder "haben" eigentlich nur ihre Partnerinnen + Kind. Die Kreise werden kleiner und neue Leute kommen nicht hinzu.

Hah, wie hieße es Konfirmandenunterricht? "Wenn Du einen oder zwei Freunde hast, kannst Du Dich glücklisch schätzen." - Wollt ich damals nicht glauben, aber trifft es vielleicht?

Fragesteller
 
  • #9
Kommt mir vor, als ob Du etwas willst, wenn Du dafür Zeit und Lust hast, aber dafür keine Verpflichtung eingehen willst.
Es gibt Frauen mit ebenfalls schlechten Erfahrungen und Ängsten.
Es gibt übrigens Frauen, die es auch unfair finden, wenn die Last, eine Familie zu ernähren nur auf einem liegt. Meine Kollegen sind überwiegend Männer und wir haben keinen leichten Job und ich weiß damit aus Erfahrung, was der Druck bedeuten kann. Ich könnte nicht reinen Gewissens den kompletten Druck auf den Menschen abwälzen, den ich liebe und wundere mich, mit welcher Selbstverständlichkeit das viele Frauen machen und auch wie viele eigentlich kluge Männer das ohne weiteres hinnehmen!
Ich jedenfalls habe keinen Spaß daran, mit jemandem Sex zu haben, mit dem ich nicht sonst auch mein Leben teilen möchte. Da bleibe ich lieber tatsächlich alleine. Auch wenn es nicht schön ist, zuzusehen, wie Paare im Umfeld einander haben und schöne Dinge gemeinsam unternehmen und zu wissen, daß man als Single stört.
Es ist einfach schwer, Freunde auf gleicher Wellenlänge zu finden. Aber ich gebe nichts darauf, einen großen "Freundes-"kreis zu haben, denn wenn ich wirklich mal Bedarf habe, sind es nur 1 oder 2, auf die ich zählen kann. Ich bin froh um diese und stehe ansonsten zu meiner Situation - und hoffe, daß es irgendwo einen lieben netten Menschen gibt, der mit meinen Fehlern kann und ich mit seinen - nur mit dem mich-Finden sollte er sich langsam etwas sputen!!!

Mary - the real
 
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  • #10
# Mary

Ich kann Dir sagen, warum intelligente Männer diese Rollenverteilung mitmachen:

Erstens sind M wie W seit x Generationen auf diese Rollen gepolt und dann gibt gegenwärtig dazu auch gaaaaanz selten eine wirkliche Alternative!

(das die Frau hinzuverdient und Er nach wie vor voll arbeitet, hat ja nur die Wochenarbeitszeit des Paares erhöht / Von einer wirklchen Aufgabenteilung 2x Teilzeit + 2x Familienanteil sind wir, auch gesellschaftlich, meilenweit entfernt, derzeit geht es eher in Richtung 2x Vollzeit und Kinder in Ganztagsbetreuung...)

Nicht mitzumachen bedeutet, letztlich so dazustehen wie ich ;-O

Fragesteller
 
  • #11
@ 9
Du magst z.T. Recht haben. Aber daß er, der unter einer hohen Belastung steht, ihr, die, obwohl sie könnte und nur weil sie nicht will, gar nicht arbeiten geht, nicht gewaltig den Marsch bläst, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Ich z.B. könnte auch gut eine Familie ernähren und aber auch sicher etwas finden, um von zuhause aus zu arbeiten. Ich habe immer Lösungen gefunden! Sicher wäre es weniger solange Nachwuchs klein ist. Aber nach fast 20 Jahren Berufserfahrung solle man erstens etwas vorgesorgt haben und zweitens kann ich mir nicht vorstellen, auf einmal nur noch auf Hausfrau und Mutter zu machen. Dafür habe ich doch studiert und auch einen Beruf - damit eben gemeinsam am Projekt Familie gearbeitet werden kann.
Jedenfalls gibt es mir keine Befriedigung, daß ich mir tolle Urlaube und sonst so einiges leisten könnte. Lieber würde ich an einem See oder auf einer Terrasse sitzen - nur eben nicht alleine sein!

Ich für meinen Teil weiß, daß ich nicht alleine alt werden möchte und auch, daß mir ein Partner, das sich Zusammenraufen, ein Leben zu zweit sehr fehlt. Wenn man kein wirkliches Bedürfnis, keine Sehnsucht danach hat und auch nicht bereit ist, dafür gewisse Vorzüges des Alleinseins aufzugeben, sollte man besser alleine bleiben, bevor man sich oder einen anderen Menschen unglücklich macht.
Ich bin als Single so glücklich, wie man eben als Single sein kann. Aber mehr eben auch nicht.
Ich sehe einen Partner, der in mein Leben tritt, als willkommene Bereicherung an und würde für eine erfüllende und partnerschaftliche Beziehung lieber heute als morgen alle Annehmlichkeiten des Singlelebens dafür eintauschen. Bisher habe ich nur recht schnell gemerkt, daß die Männer nicht bereit waren, das Gleiche für eine Beziehung beizutragen, wie ich. Und bevor ich mich nur als Arbeitstier mißbrauchen lasse, bleibe ich lieber solange alleine, bis vielleicht doch noch ein patenter Mensch um die Ecke biegt.

Es ist einfach so:
wenn man sich bewußt für einen Weg entscheidet, dann darf man hinterher nicht jammern. Du nicht darüber, daß Du vielleicht doch weniger Kontaktpersonen und auch eine niedrigere Kontaktqualität hast, als Du Dir wünschst. Und ich nicht darüber, daß ich seine Berge von Hemden bügle oder die Kinder so anstrengend wären und mein Mann keine Zeit für mich hat.
Ein klein wenig ist es zudem auch so, daß die Hausfrau und Mutter von morgens bis abends auch arbeitet und damit die Belastung wahrlich nicht auf dem Mann liegt. :)
Teamarbeit heißt für mich nicht, daß jeder von allem genau den gleichen Anteil erledigt, sondern daß jeder gerne und auch selbstverständlich das tut, was er entweder am besten kann oder womit er der Gemeinschaft am besten nützt.

Daß ich mir gut aussuche, mit wem ich ein Team bilden will, steht auf einem anderen Blatt.

Mary - the real
 
M

Marianne

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  • #12
Wie Angela schon richtig erkannte, diese Abkürzungen sind eine unangenehme Sache. Ansonsten blicke ich bei Deinem Problem nicht ganz durch. Tut mir leid...
 
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