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Gast

  • #1

Langer Leidensweg nach Trennung, wer hat´s erlebt?

Kurzfassung: 5 Jahre Beziehung, keine gemeinsamen Kinder. Gefühlt sehr harmonische Beziehung mit kaum Streitigkeiten, auch von Außenstehenden so bestätigt. Nächster Schritt war die gemeinsame Wohn. und ein Kind, hat mich bis zum Schluß in dem Glauben daran gelassen. Trennungsgrund war, dass er mind. die letzten 6 Monate eine Affäre hatte, die dann aufflog. Dann ging alles sehr schnell (3 Tage): Auszug, noch ein Brief an mich (keine wirkliche Erklärung) ein kurzes Telefonat. Das wars. Totaler Kontaktabbruch von meiner Seite, aber von Ihm kam auch keine Annäherung mehr. Er ist immer noch mit der "Neuen" zusammen. Das alles ist jetzt 1 1/2 Jahre her.
Obwohl der Verstand natürlich weiß, dass ich was besseres verdient habe, leide ich immer noch sehr darunter, die Verletzung sitzt unglaublich tief. Bin in psychol. Betreuung, die Th. meint, das wäre normal, manchmal dauert es eben so lange.
Ich wüßte aber gerne, ob Ihr schonmal so etwas erlebt habt und wann es endlich besser wurde? Vergisst man erst mit einem neuen Partner ? Sollte man doch noch mal Kontakt aufnehmen, um abzuschließen? Kann man irgendwann wieder vertrauen?
Danke, freue mich über zahlreiche Antworten. W/39
 
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Gast

  • #2
Bin in psychol. Betreuung, die Th. meint, das wäre normal, manchmal dauert es eben so lange.
Wundert mich, daß Du nach nur 1½ Jahren schon in einer Therapie bist. Dein Fall ist auch nicht besonders schlimm, eine aufgeflogene Affäre mit nachfolgender Trennung ist von allen Verletzungen noch die am einfachsten zu bewältigende. Sozusagen ein Standardfall.

Schlimmer wäre jetzt z.B., wenn Du für ihn eine gute Arbeitsstelle aufgegeben hättest und jetzt nichts mehr findest. Oder wenn Du ihn zu Unrecht des Fremdgehens verdächtigt hättest und er daraufhin enttäuscht gegangen wäre. Oder wenn Du unter großen Opfern mit ihm zusammen eine Firma aufgebaut hättest, die jetzt zur Privatinsolvenz führt. Oder was auch immer.

Es war doch einfach nur Untreue. So jemandem weint man doch keine Träne hinterher.
 
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Gast

  • #3
@ Gast 1:

Doch, das kann sehr großen Leidensdruck verschaffen und ich verstehe das Leiden der FS! So etwas ist sehr demütigend und kann sehr am Selbstbewusstsein kratzen.

Liebe FS,

der beste Weg wäre jedoch damit anzufangen, deinen Ex aus tiefstem Herzen zu hassen. Du hast allen Grund dazu! Wenn du erst einmal soweit bist, dann kommt als nächster Schritt dass er dir egal sein wird und dann hast du das Schlimmste überstanden.
Schreibe eine Liste, auf der du all das negative aufführst was er dir angetan hat. Lese sie jeden Tag und mache dir bewusst: du hast etwas besseres verdient!
Lenke dich ab, geh aus, melde dich evtl. bei einer Single- Börse an. Genieße, dass du auch einen "Marktwert" hast. Klingt banal, hilft aber das Selbstbewusstsein wieder anzuheben.
 
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Gast

  • #4
Ich habe so etwas glücklicherweise noch nicht erlebt. Aber ich kann dich gut verstehen und mir würde es mit großer Sicherheit ebenso gehen!

Mein Rat: Wichtig ist, dass du jetzt nicht denkst, dass alle Männer Schweine wären (sie sind es nicht; es gibt auch absolut treue und tolle Männer). Wenn du das verinnerlicht hast, solltest du dir einen neuen Mann suchen. Nur dann kannst du den alten vollständig vergessen. Wenn man allein ist, dann denkt man ja immer an vergangene Geschichten. Und dann kommt dir automatisch dein Ex in den Sinn. Wenn du einen Neuen hast, dann blickst du ihn die Zukunft.
 
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Gast

  • #5
Ja ich habe das zwei mal erlebt. Einmal bei meiner ersten großen Liebe (es war hinterher auch Untreue im Spiel, er ist dann sehr schnell mit dieser Frau zusammen gewesen, hat aber nicht gehalten, sie hat ihn sehr enttäuscht). Während der Beziehung hat er mich schon sehr unterdrückt und psychisch fertig gemacht, dass ich irgendwann reif für eine Therapie war. Ich habe 1 1/2 Jahre gelitten, bis es besser wurde.

Vor zwei Jahren das zweite Erlebnis. Ich habe für ihn, auf seinen Wunsch hin alles aufgegeben und bin mit meinem Sohn zu ihm in ein anderes Bundesland. Als wir dann grade da waren und es beruflich und wegen einer neuen Wohnung für mich vorwärts ging, da wusste er auf einmal nicht mehr was er wollte. Morgens hatte ich meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben und abends dann die Trennung. Am nächsten Tag hätte ich den neuen Mietvertrag unterschreiben sollen.

Er hatte mit der Trennung wohl nicht gerechnet, weil ich vorher viel mit mir hab machen lassen aber da war ich konsequent. Er wollte dann befreundet bleiben und hat so getan, als sein nichts passiert. Mir fiel das alles sehr schwer und ich hab sehr gelitten. Nach einem halben Jahr etwa wollte ich den Kontakt nicht mehr. Ab da ging es vorran. Erst hab ich versucht mich in meine Gefühle rein zu spüren, sie nicht zu verdrängen. Da hat sich der Schmerz langsam aufgelöst. Als nächstes hatte ich große Hassgefühle. Ich bin es in Gedanken immer wieder durchgegangen, ihm das auch zu zeigen, ihn anzuschreiben. Irgendwann war er mir dann schon fast egal.
Aber ich hatte dann irgendwann das Gefühl, mich noch mal bei ihm melden zu müssen, weil ich nun bereit war, ihm zu verzeihen. Das war für mich sehr wichtig. Nach fast einem Jahr hatte ich es überstanden. Ein wichtiger Grund dafür war vielleicht auch, dass ich mir dann irgendwann gesagt habe, Arschbacken zusammen kneifen und durch..... Positiv denken, das Leben geht weiter! Heute geht es mir wieder gut und ich kann mir ohne Angst eine neue Beziehung vorstellen.

Kleiner Tip: vielleicht helfen dir auch geführte Meditationen, um zu verarbeiten und innerlich zu heilen.

LG
 
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Gast

  • #6
Ich kenne das von mir auch sehr gut, lange zu leiden. Hier ist es ja nun so, dass die Beziehung harmonisch empfunden wurde, und dann ein plötzlicher break eintrat. Normalerweise merkt man schon deutlich vorher, dass die Beziehung im argen liegt, hier ja wohl nicht. Daher muß die Zeit des Abschiedsnehmens und Verstehens, was man oft in der noch bestehenden Beziehung erledigt, hinten mit angehangen werden. Daher schon 1 1/2 Jahre Zeitverlust des Verdauens eines persönlichen Schockes.
Da ich das auch kenne und öfter schon gehabt habe, weiß ich wie mich erfolgreich nach einigen Monaten daraus retten konnte: 1. Dinge machen, die das eigene Ego wieder aufrichten, wie Treffen mit Freundinnen, Ausgehen, Sport machen, was neues ausprobieren; und 2. eine neue Beziehung ausprobieren, allein schon wieder umarmt zu werden, Aufmerksamkeiten zu bekommen hilft. Er muß ja nicht der künftige Dauerpartner sein, aber kann Dir vielleicht erst einmal über den Berg helfen, und 3. Zeit heilt alle Wunden: in einigen Monaten tut es Dir nicht mehr weh!
Dann wirst Du Abstand haben, das Bild von ihm verblaßt und dieser eine Mensch hat nicht mehr diese Bedeutung in Deinem Leben. Es werden neue Menschen kommen!
 
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Gast

  • #7
Ich kann Dich verstehen und würde Dir den Rat geben, mit der Therapeutin zu versuchen Deinen Anteil , der in der Beziehung gemangelt hat zu suchen?

Wie war die Beziehung vor dem gemeinsam wohnen-wie danach?

Was hat sich entwickelt bis zur Geburt des gemeinsamen Kindes?

Wie war die Beziehung als Paar , nachdem das Kind geboren wurde?

Das wären Fragen, die ich versuchen würde , mir anzuschauen...
wenn diese Arbeit getan ist, und glaube mir, es ist Arbeit, da ganz offen und ehrlich zu sein,dann würde ich im 2. Schritt versuchen, diese Beziehung in mir selbst zu heilen.
Dadurch gelingt für Dich vielleicht ein Abschluss.
Und eine mögliche Neubegegnung und ein Abschluss mit dem Ex Partner, der ja wie Du sagst wieder neu gebunden ist.-
Ganz wichtig halte ich dann auch im nächsten Schritt, die gemeinsame Klärung der aktiven Vaterschaft, denn dieser Ex Partner ist doch Vater Deines Kindes.
Ich wünsche allen Beteiligten alles Gute, dem Kind wünsche ich , dass es spüren und erleben kann: alle lieben mich!
w51
 
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Gast

  • #8
@ 4 Gratuliere, das Du die Trennung gleich richtig durchgezogen hast. Das nenne ich Rückgrat.
 
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Gast

  • #9
Ich kann Dich beruhigen - der Leidensweg ist nach einer Trennung heftig dies war bei mir auch so ....

15 Jahre zusammen - davon 10 J. verheiratet - und dann plötzlich Ich gehe will mich neu verwirklichen - Sie hat komplett den Kontakt abgebrochen - Scheidung lief nur übern Anmwalt .

Ich war total weg - alles ging den Bach runter - mir hat dann eine Therapie geholfen und ich hab durch Zufall ein Buch gefunden : Liebskummer von Männern ( dies müßte es auch für Frauen geben ) und da merkte ich Du bist nicht der einzige !

Es hat bei mir über zwei Jahre gedauert und heute gehts mir wieder gut ..... hab Geduld denn:

" egal wie schmerzvoll es ist - jeder Schmerz - wirklich jeder Schmerz geht irgendwann auch vorbei "

Viel Glück und schau nach vorne da willste hin und nicht zurück dies lass hinter Dir .
 
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Gast

  • #10
leider kann ich hier aus mehrfacher erfahrung sprechen (allerdings als mann) und lasse dich gerne an meinen erkenntnissen teilhaben:
- suche nicht zwangshaft nach gründen und schuld im sinne von falschem verhalten. menschen verlieben sich auch in andere neue menschen, wenn in der eigenen beziehung (fast) alles paßt. sehr oft hätte man alles anders machen können und trotzdem wäre es gleich gekommen. ausnahme sind hier schwerwiegende eigene fehler (gewalt, sexverweigerung usw....), da sollte man schon mal auch über sich selbst reflektieren.
- ein abschließendes gespräch ist ein trugschluss! das ist nur suche nach nähe unter einem vorwand. während des gespräches und für 1-2 tage danach wird es dir besser gehen, weil du die gesuchte nähe hattest. danach ist alles beim alten. abschließen musst du für dich und es wird dir niemand dabei helfen.
- erwarte nicht von ihm eine begründung, die es dir leichter macht! er hat dir damals vor 1,5 jahren nicht viel gesagt. was hätte er sagen sollen? er hat dir wahrscheinlich nicht viel vorzuwerfen und obendrein ein schlechtes gewissen. soll er sagen: es war so schön mit uns, trotzdem habe ich mich in eine andere verliebt! wird es dann verständlicher für dich? wohl kaum.
- wenn man wirklich geliebt hat, dauert es ca. 3 jahre, bis man darüber einigermaßen hinweg ist. das war zumindest bei mir immer so.
- ja, wenn man sich neu verliebt geht es leichter. selbst wenn s nicht die absolute wahre liebe ist, wird es leichter. mit einer neuen beziehung, die man nicht liebt, wird s hingegen schwerer! weil man immer vergleicht und sich ständig bewußt wird, dass das alte schöner und beser war.
- zum vertrauen: ich habe immer wieder von neuem vertrauen können. wenn auch zunehmend schwerer. was ich sicher verloren habe, ist eine gewisse blauäugigkeit.
- auch wenn s banal klingt: du solltest jetzt noch vorne schauen und nicht in die vergangenheit. nach 1,5 jahren hast du dir genug gedanken über die vergangenheit gemacht und du wirst jetzt auch nicht mehr zu neuen erkenntnissen kommen.
- zur therapie: ist gut und kann helfen, hab ich auch für ein paar monate gemacht. die schritte mußt aber trotzdem du selbst setzen, das kann dir der therapeut nicht abnehmen! und er hat naturgemäß nicht ein interesse daran, dass du ihn bald nicht mehr benötigst.
m/45
 
  • #11
Ich halte nicht viel von Seelenklempnern - der will auch sein Geld verdienen. Nach 1 1/2 Jahren hast eben alles wieder und wieder durchgekaut - aber vom Wiederkauen wirds nicht besser ... überleg mal WAS Du wiederkaust.

Was passiert ist ist passiert und ändern kannst es nicht mehr, Du kannst nur das Fazit so ziehen daß Du nichts falsch gemacht hast und daß ER eben das A*****loch war .... Deswegen hast du allen Grund dazu, an Dich zu glauben für jemand neues ...

Und so würd ich eben alles daran setzen, daß auf juristischer Seite, insbesondere wegen Unterhalt, alles glatt läuft.

Wenn das gemacht ist, würd ich anfangen, mir einen neuen Partner zu suchen, weil, siehe obiges Fazit, Du ja nix falsch gemacht hast. Und wenn Du wieder eine Liebe finden willst, mußt auch wagen, Verletzungen risikieren ...

Sei Dir darüber im Klaren, natürlich kannst Dich auch zum Wiederkäuen verkrichen, aber ob Du so dauerhaft glücklich wirst, ist zu bezweifeln, weil sonst hättest ja diese Frage nicht gestellt.
 
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Gast

  • #12
Zu Gast #5:

Sicher, kann ich deine Tipps nachvollziehen und sicher tut es gut, sich nach einer schmerzhaften Trennung mit einem neuen Partner "abzulenken", ohne die neue Beziehung all zu ernst zu nehmen

Aber wie sieht es dabei mit den Gefühlen des neuen Partners aus? Derjenige/ diejenige möchte vielleicht eine ernsthafte Beziehung, ist verliebt und möchte nicht nur ein Lückenfüller sein...

Ich war gerade die Frau, die nur als Ablenkung von der alten Beziehung und den damit verbundenen Verletzungen herhalten durfte.
Vorgemacht wurde mir natürlich etwas ganz anderes, daß er alles längst abgeschlossen hätte, ich mir irgendwas zusammenreimen würde wenn ich Zweifel hatte und er nur mich lieb hätte.....

Aber nachdem ich ihm mit Siedeln, neu einrichten etc. geholfen hatte und mit Kurzreisen, Ausflügen usw. von seinem Schmerz abgelenkt hatte und er endlich mit der Vergangenheit abgeschlossen hatte, ist er drauf gekommen, daß ich doch nicht die Frau für´s Leben bin, die er eigtl. suche, und ich ihm zu langweilig wäre....
Ohne weitere große Erklärung hat er Schluß gemacht und mich wie eine lästige alte Schulfreundin behandelt.

Ich kann nur sagen, "die Frau/ der Mann für zwischendurch" zu sein tut verdammt weh und, wenn man nicht von Anfang an Klartext redet, ist es extrem unfair jemanden dafür zu mißbrauchen.
 
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Gast

  • #13
Liebe FS, ich kann dich auch verstehen. Hatte auch mal eine Trennung hinter mir, an der ich manchmal heute noch zu knabbern habe. ( etwas über ein Jahr her ) Man denkt ständig hake ihn endlich ab, nur geht dies nicht so einfach. Und ein Gespräch, welches ich auch wollte, wozu es aber nicht kam bringt auch nichts.Oft hängt es auch an der Vergangenheit, wie lang und intensiv man sich damit beschäftigt. Wenn man als Kind immer nur abgelehnt wurde, ist soetwas um so schlimmer. Habe es auch in meiner Therapie verarbeitet und es war gut so. Kümmer dich um dich. Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Lebe! du hast nur das Eine.;)
 
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Gast

  • #14
Kann #9 nur zustimmen. Ich selber habe so etwas zwei Mal erlebt, allerdings waren die Fälle anders gelagert als bei dir. Aus heutiger Sicht, lange Jahre später, waren nicht die Männer, sondern meine eigene Naivität und Unerfahrenheit der Grund, warum ich vieles nicht gecheckt habe (ich hatte meinen Mann mit 15 kennen gelernt und war 15 Jahre mit ihm zusammen. Der "freie Markt", den ich dann mit Anfang 30 erleben mußte, hat mich überfordert). Der erste Fall hat mich in die Depression getrieben, ich habe 5 Jahre gebraucht, bis ich dachte, wieder ich selber zu sein. Prompt lief ich wieder in eine ähnliche Falle. Die hat mich wieder Jahrelang beschäftigt. Damit habe ich dann meine Spaß gehabt, bis ich Anfang 40 war.

Inzwischen habe ich mein eigenes Muster erkannt und lebe danach. Bin mir aber immer noch nicht sicher, wie stabil ich im Ernstfall wäre.

Was ich damit sagen will: eine Trauerphase ist absolut normal und gehört zum Verarbeiten dazu. Die dauert halt individuell so lange, wie sie eben dauert. Man sollte sich da nicht noch zusätzlich unter Druck setzen, weil man glaubt, es dauere zu lange. Kritisch wird es erst, wenn man aus der Schleife gar nicht rauskommt und das Gefühl hat, die Sache bremst einen grundsätzlich in der eignen Lebensfreude aus, man definiert sich immer noch über diese Sache, repetiert, grübelt, zweifelt... dann sollte man, wie du es getan hast, Hilfe in Anspruch nehmen, die den Knoten im Kopf lösen kann. Ich hoffe für dich, dass du da einen fähigen Therapeuten hast, ich habe eine Bekannte, die seit 8 Jahren eine Gesprächstherapie macht, und ich habe nicht das Gefühl, dass da irgendwas besser wird, im Gegenteil, der Therapeut scheint ihre Labilität noch zu bestätigen. Das ist dann auch nicht zielführend.

Alles Gute.
 
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Gast

  • #15
Kann man an einer Liebe zerbrechen?
Was ist wenn Therapeuten und Antidepressivum nicht helfen können und man nicht über die Verletzung des Verlassenwordenseins durch den geliebten Partner hinwegkommt, egal ob er ein rücksichtsloser Mensch war oder ob sich beide nur unterschiedlich entwickelt haben.
Was meint ihr?

In meinem Fall war mein Partner sehr egoistisch und hat mit meinen Gefühlen spielen dürfen,w eil ich es zugelassen habe. Ich wollte ihn nicht verlieren und er hat das ziemlich ausnutzen können. Jetzt sag jeder, sei froh, dass du so einen los bist, so einen, der nach Außen ein weißes Jackett trägt. In mir ist Winter, seit Monaten-komme ich da wieder raus? Habe Angst richtig psachiatrisch krank zu sein oder zu werden nach der Trennung.
 
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Gast

  • #16
Ich wollte die Trennung nicht (gerne). Es hing viel dran. Es war eine große Hürde, wirklich ja zur Trennung zu sagen. Erst als Mutter fragte, wie die aktuelle Lage ist und ich sie für mich kurz neu einschätzte und nannte: glaube, es ist vorbei! Nahm ich meine eigenen Worte als Fakt an und richtete mich danach. Du must für Dich innerlich Schluss machen und dazu vorher die Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit endlich akzeptieren! Ich brauchte "nur" 6 Wochen, aber was für welche! Traumatisch! Nach dem Telefongespräch fiel es von mir ab, wie ein schwerer Vorhang, schlagartig!
 
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Gast

  • #17
#14: Ist es wirklich das Gefühl des Verlassen worden seins, das so weh tut? Oder eher weiter gedacht der Einschnitt in das Selbstwertgefühls, das damit einher geht? Man gibt, und dann ist man es dem anderen nicht Wert, eine Beziehung mit einem zu führen? Ist man dann nicht mit dem besten Selbstwertgefühl ausgestattet, kann das leicht ins Drama abdriften in der Psyche.

Ich habe in diesem Status Quo auch Jahre meines Lebens verbracht. Wenn du das Gefühl hast, du bekommst den Knoten allein nicht auf, dann ist psychotherapeutische Unterstützung vielleicht wirklich sinnvoll. Bringt aber nicht immer was, je nach Therapeut (manche wollen ja auch ihr Geld mit dir verdienen). Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich gedanklich nur um dieses Thema dreht. Und plötzlich kommt ein Ereignis, ein Satz, eine Begegnung, und der Knoten geht von alleine auf. Dann fragt man sich, wie um Himmels willen man sich Jahrelang für so einen Mensch blockieren (lassen) konnte.

Ich hoffe für euch, dass es euch genauso geht. Geht den Mut nicht auf. Es geht darum zu verstehen, dass man selbst ein wertvoller Mensch ist. Hat man dass irgendwann verinnerlicht, kann einem so ein Mann nichts mehr anhaben. Weil man die Kraft hat, selber die Bremse zu ziehen. Aber bis dahin ist ein langer Weg.
 
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Gast

  • #18
Kann man an einer Liebe zerbrechen?
Was ist wenn Therapeuten und Antidepressivum nicht helfen können und man nicht über die Verletzung des Verlassenwordenseins durch den geliebten Partner hinwegkommt, egal ob er ein rücksichtsloser Mensch war oder ob sich beide nur unterschiedlich entwickelt haben.
Was meint ihr?

In meinem Fall war mein Partner sehr egoistisch und hat mit meinen Gefühlen spielen dürfen,w eil ich es zugelassen habe. Ich wollte ihn nicht verlieren und er hat das ziemlich ausnutzen können. Jetzt sag jeder, sei froh, dass du so einen los bist, so einen, der nach Außen ein weißes Jackett trägt. In mir ist Winter, seit Monaten-komme ich da wieder raus? Habe Angst richtig psachiatrisch krank zu sein oder zu werden nach der Trennung.
..das hätte von mir sein können! Aber : seitdem ICH "die Zügel in die Hand nahm/nehme" geht es mir etwas besser. Meine Nachgiebigkeit und Gutmütigkeit wurde verletzt und missbraucht. Aber: ICH habe es ja auch mit mir lassen machen! Nun habe ich die Scheidung eingereicht. Ich lasse nicht mehr alles mit mir machen, ich bin es wert, anders behandelt zu werden. Das war ein langer Weg, denn der Selbstwert ist ganz einfach am Boden, wenn man ausgetauscht wird. Es sich selbst wert sein, für sich selbst Dinge einfordern, zum Beispiel respektvoll behandelt zu werden und nicht wie ein Spielzeug, das man aus der Ecke holt wie es beliebt. Als Reserve sozusagen. Jetzt bestimme ich wo es langgeht. Was später wird? Wer weiß das schon? Denn eins habe ich gelernt: NICHTS ist für immer. Dieses zu verstehen und die Zeit/das Leben fließen zu lassen, hilft etwas. Ist aber verdammt schwer. Jetzt heißt es: Ich bin für mich da. Ich sorge dafür, dass es mir gut geht. Ich verbringe Zeit mit Menschen, die mir gut tun...Alles andere ist Selbstzerfleischung..Allen hier im forum alles Liebe und Gute. Es ist gut, hier ähnliche Schicksale zu finden und zu lesen, dass es irgendwie weitergehen kann. Das hilft mir in dunklen Stunden...Danke!
 
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Gast

  • #19
#14: Ist es wirklich das Gefühl des Verlassen worden seins, das so weh tut? Oder eher weiter gedacht der Einschnitt in das Selbstwertgefühls, das damit einher geht? Man gibt, und dann ist man es dem anderen nicht Wert, eine Beziehung mit einem zu führen? Ist man dann nicht mit dem besten Selbstwertgefühl ausgestattet, kann das leicht ins Drama abdriften in der Psyche.

Ich habe in diesem Status Quo auch Jahre meines Lebens verbracht. Wenn du das Gefühl hast, du bekommst den Knoten allein nicht auf, dann ist psychotherapeutische Unterstützung vielleicht wirklich sinnvoll. Bringt aber nicht immer was, je nach Therapeut (manche wollen ja auch ihr Geld mit dir verdienen). Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich gedanklich nur um dieses Thema dreht. Und plötzlich kommt ein Ereignis, ein Satz, eine Begegnung, und der Knoten geht von alleine auf. Dann fragt man sich, wie um Himmels willen man sich Jahrelang für so einen Mensch blockieren (lassen) konnte.

Ich hoffe für euch, dass es euch genauso geht. Geht den Mut nicht auf. Es geht darum zu verstehen, dass man selbst ein wertvoller Mensch ist. Hat man dass irgendwann verinnerlicht, kann einem so ein Mann nichts mehr anhaben. Weil man die Kraft hat, selber die Bremse zu ziehen. Aber bis dahin ist ein langer Weg.
...Danke! deine Zeilen betreffen mich sehr. Danke, für den Mut, den du machst. Niemals sollte ein Mensch (mein Mann) soviel Macht über mich haben, dass es mir so schlecht geht...Der Knoten sitzt noch fest, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Wann und womit hast du die Erfahrung gemacht, als der Knoten lockerer wurde oder sich sogar löste? (wenn ich fragen darf)
Alles Liebe!
 
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Gast

  • #20
Hier nochmal #15.

Ja, Knoten aufgelöst, das meinte ich genauso. Das war diese Erklärung. gegenüber Mutter.

Bevor man die Hoffnungslosigkeit oder das Gegenteil wirklich aus sich selbst heraus beurteilen kann, muss aber vorher noch ein gedanklicher Schritt geschehen:

Wenn man lange und mit ganzem Herzen in der Beziehung war, kann man sich kaum selbst "allein denken", d.h. man stützt sich gedanklich auf den Anderen. Diese Stütze muss man auflösen und sich wieder selbst allein stabilisieren, z.B. muss man nicht Orientierung suchen im Anderen, sondern in sich selbst: will ich den Anderen WIRKLICH noch haben nach all dem. Dabei muss es egal sein, ob der andere willig oder "reuig" ist, aber nicht egal, was er getan hat. Es geht rein um einen selbst, als hätte man mit diesem nie eine Beziehung gehabt und das erste Mal überlegt, ob man mit diesem Menschen, von dem man all diese Dinge weiß, "anbändeln" wollte.
 
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Gast

  • #21
#16 an #18: Der Knoten ging schleichend auf, und irgendwann sah ich in den Spiegel und dachte, hoppla, der Druck in der Magengegend ist ja gar nicht mehr so schlimm, den du jahrelang mit dir rumgetragen hast.

Ich habe nach 2 destruktiven Beziehungen, die alle nach dem selben Muster abliefen, aber nie für mich befriedigend (nach 15 Jahren Ehe), jedes Mal mit Depressionen "reagiert". Ich war unfähig, das Muster zu erkennen, das mich blockiert hat. Ich gehörte zu der Fraktion Frauen, die jeden Satz dreimal umdrehen, immer hoffen und nicht aufgeben wollen. Mein ganzes Denken kreiste in beiden Fällen um diesen Mann, ich wollte nicht sehen, dass da nie eine Entscheidung getroffen wird von deren Seite. Wie eine Marionette habe ich mein Leben weiter gelebt, habe die Konfrontation gesucht, habe Kontakt beibehalten (den beide auch weiter anboten). Ich habe wirklich viel mit mir machen lassen und wie ein kleines Kind gehofft, dass "er mich doch lieb haben muss". Irgendwann hat vielleicht meine Psyche Stopp gesagt. Ich habe erkannt, dass da viel nicht Verarbeitetes aus meiner Kindheit hineinspielte. Ich habe als Kind nicht viel offen gezeigte Liebe erfahren, habe nicht gelernt, wie es ist, Urvertrauen zu haben. Jedes Mal, wenn ein Mann mich "verlassen" hat, habe ich das so interpretiert, als wäre ich es nicht wert, geliebt zu werden, als würde ich wieder im Stich gelassen.

Zugegeben, geholfen hat mir dann auch der Klassiker: ein Mann, den ich getroffen habe, der die Gabe hatte, einem den Spiegel vorzuhalten. Der instinktiv die Schwachstellen erkannt und aufgedeckt hat. Der dann aber Mut gemacht hat. Ganz langsam bin ich wieder ich geworden (mit viel Lesen und Aufschreiben des Erlebten), und ich habe verstanden, dass ich mich nicht über einen Mann definieren darf. Dass ich etwas Wert bin. Dass es nur Männer waren, die meinen Wert nicht gesehen haben, die also eh nicht zu mir gepasst haben. Ich habe meine Fehler plötzlich so klar gesehen, dass ich dachte, wie konntest du nur... Ich habe mit Yoga angefangen, was mir sehr geholfen hat, mich auszugleichen..

Das ist ein jahrelanger Prozess, und sicher, dass ich da durch bin, bin ich mir noch nicht. Aber inzwischen ist die Klammer um meinen Bauch, wie ich es immer nannte, weg. Ich weiß, wer ich bin und dass ich wertvoll bin. Ich hadere nicht mehr mit meinen Fehlern, denn Fehler macht und hat jeder. Ich habe wieder eine eigene Position und stehe wieder auf zwei eigenen Beinen.

Schlimm genug, dass man das erst lernen muss. Aber mein Weg war eben mit ein paar Umwegen gepflastert.

Ich wünsche dir auch alles Gute, lass die Zeit für dich arbeiten! Es geht immer weiter!
 
  • #22
Liebe Fragestellerin,

es gibt Krankheiten (ein Freund von mir hat gerade Krebs) und bittere Armut auf dieser Welt. Sofern man von essentiellen Nöten nicht betroffen ist, hat man - finde ich zumindest - geradezu die Verpflichtung, jeden Tag seines Lebens zu genießen. Welch eine Verschwendung, wenn ein gesunder, vitaler Mensch sich in Problemen "verstrickt", die zum einen schon über ein Jahr zurück liegen und zum anderen rückwirkend nicht mehr zu ändern sind. Ein schöne Zukunft wartet auf Dich. Du musst sie nur zulassen.

Meine Erfahrung: Früher haben mich Beziehungen zu stark hin- und hergerissen. Sie waren zu wichtig für mich. Oder vielleicht war ich mir selbst zu unwichtig oder schaute zu sehr auf die Verbindung mit einem anderen Menschen, um eins mit ihm zu werden. Es waren keine ungesunden symbiotischen Beziehungen, aber ich habe zuwenig mich selbst wahrgenommen. Das ist letztlich ein Problem für beide Seiten.

Es gibt zudem einen guten Aphorismus: Das, was Du wirklich liebst, musst Du auch bereit sein, loszulassen. Während einer Beziehung, aber insbesondere nach einer Trennung.

Alles Gute -
und vor allem: Genieß' das Leben!
 
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Gast

  • #23
Danke #16 !
Ich spüre, dass ich zur Zeit auch gar nichts tun kann, um seine Entscheidung zu verändern. Ich muss das akzeptieren. Ich muss auch akzeptieren, dass er gar keine Entscheidung treffen kann oder will. (es gab ein hin und Her mit zurückkommen und so weiter). Aber beim letzten Mal "Verarsche" (sorry, es kann ja auch wirklich sein, dass er noch Gefühle für mich hat) habe ich den Schlussstrich gezogen und habe deutlich gemacht: nicht mit mir! Und habe die Scheidung eingereicht. Was später kommt: wer weiß das schon. JETZT geht es um mich. Aber es bleibt doch noch dieser Hoffnungsschimmer..Die zweit wird zeigen, wie es weitergeht. Nur muss es nun um mich gehen. Für sich selbst sorgen und "es sich wert sein", das ist der Schlüssel auch für andere Partnerschaften, glaube ich. Denn wer will schon ein Häuflein Elend, das so abhängig ist von anderen Menschen. aber da spielt eben die Kindheit mit eine Rolle. Das habe ich schon erkannt und kann achtsamer mit mir umgehen. Dieses Muster aus der Kindheit wiederholt sich ständig in Bezug auf ehe oder Partnerschaft.Das sitzt eben tief und ist nicht mal eben behoben. gut aber, dass wir das sehen können. Ein Anfang ist gemacht! Alles Gute!
 
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Gast

  • #24
Zu Gast #5:

Ich war gerade die Frau, die nur als Ablenkung von der alten Beziehung und den damit verbundenen Verletzungen herhalten durfte.
Ohne weitere große Erklärung hat er Schluß gemacht und mich wie eine lästige alte Schulfreundin behandelt.
@Gast#5: Wie ist dein Verhältnis heute zu ihm? Seid ihr in Kontakt oder hast du den Kontakt abbrechen lassen? Wenn ja, meldet er sich bei dir? Danke für eine Antwort. Mir ging es ähnlich wie dir.
 
G

Gast

  • #25
Ich kenne das auch, nach 27 Jahren mit noch 3 halbwüchsigen Kindern plötzlich festzustellen, dass der Partner 90 Grad vom gemeinsamen Weg weggegangen ist und dich betrügt ist bitter.
Ich habe dann noch 2 Jahre darum gekämpft und auch ein paar Monate "zu dritt" gelebt.
Im Endeffekt sitzte ich nun allein in einer kleinen Wohnung und meine Frau mit meinen Kindern im ehemaligen gemeinsamen Haus.
Das alles unter dem Kommentar "es muss doch noch etwas anderes geben", "das ist alles normal das passiert halt so", ....

Noch mehr als ein Jahr nach der endgültigen Trennung nagt das heftig, möglicherweise aber auch weil ich die Auswirkungen voll zu tragen habe.

Ich hatte eine Kurzbeziehung, und da waren diese Negativgefühle (was Partenrschaft anbelang) weitgehend weg.

Möglicherweise ist das eigene Ego dabei so verletzt, dass es lange braucht oder aber erst wieder durch die Zuneigung eines anderen Menschen wieder vollkommen geheilt wird.

Ich weiß es derzeit auch nicht ...

m46