• #1

Kurz vor Trennung - oder bilde ich mir das ein. Gibt es eine Chance?

Wir sind nun schon seit 1,5 Jahren mal mehr und mal weniger ein Paar.

Normalerweise läuft es immer gleich ab (bisher 2 bis 3x): Alles ist gut. Dann passiert etwas, dass ihn frustriert, mit dieser Frustration zieht er sich zurück (eine leicht depressive Phase, kennt seine Neigung zu Depressionen, aber lehnt Therapie ab), dann äußert er Zweifel an seinen Gefühlen, er wisse nicht, ob das noch reicht etc. Irgendwann fordere ich dann eine Entscheidung und es folgt die Trennung seinerseits. Wir können nicht voneinander lassen, dann doch Kontaktabbruch, dann will er mich zurück.

Momentan hat er wieder so eine Krise. Meine erste Strategie war, dass auf meinen Vorschlag hin jetzt jeder ein eigenes Zimmer in der Wohnung hat. Außerdem versuche ich ihm sehr viel Freiraum zu geben, damit er sich in Ruhe sortieren kann. Ich versuche das ganze nicht persönlich zu nehmen, sondern als eine Phase zu sehen.
Ich habe aber auch klar gemacht, dass eine erneute Trennung endgültig wäre und ich das nicht noch weiter mitmache.
Er selber sagt, dass er nicht weiß, was los ist. Das er selber gerade merkwürdig drauf ist und das wahrscheinlich wenig mit mir zu tun hätte, er das mit uns eigentlich ganz schön findet, aber nicht glaubt, dass es eine Zukunft hat. Dennoch will er auch nicht gehen.

Wir verbringen trotzdem viel Zeit miteinander, er gibt mir Küsschen, umarmt mich, krault mich beim Film schauen etc. Wir haben mehrmals die Woche Sex und schlafen auch ab und an beieinander. All das ist für mich sehr schön.

Aber ich habe trotzdem Angst, dass er eigentlich schon dabei ist zu gehen. Besonders da aus seinem "ich liebe dich" ein "ich habe dich lieb" geworden ist. Bei direkter Ansprache sagt er, dass er mich unglaublich lieb hat, wir eine wahnsinnig tiefe Bindung haben und er mich wahrscheinlich auch noch liebt, das aber gerade nicht weiß.
Das er wieder zweifelt tut ihm leid.
Ich sehne mich momentan einfach sehr nach einem Ausdruck romantischer Liebe.
Ich weiß momentan nicht, wie ich mich verhalten soll. Liebt er mich und es ist einfach nur eine depressive Phase, die vorbeigehen wird? Oder ist das ganze nur ein Spiel, das er spielt, bis er was besseres findet?
Ist seine unglaublich liebe Art der eigentliche Liebesbeweis? Oder macht er das nur um dann seine Ruhe zu haben, wenn er sich wieder zurückziehen mag?

Ich liebe ihn sehr und habe mich für ihn entschieden, aber ich will auch nicht so eine Frau werden, die alles abnickt, nur damit der Mann bleibt. Ich bin dazu zu stolz.
 
  • #3
1,5 Jahre mehr oder weniger Beziehung und ihr wohnt schon zusammen? Autsch.
Wieviele Signale brauchst du eigentlich noch, daß das nix wird? Ob er nicht WILL oder nicht KANN ist im Prinzip wurscht. Eine leichte Depression im übrigen, nach der es klingt, hat noch niemand von einer Beziehung abgehalten oder Gefühle zerstört. Vielleicht hat er die auch nur aus dem Grund, daß er weg will und nicht die Energie hat, es zu schaffen?
Unsagliches hin und her, und wenn du dir nicht auch eine Depression aufreissen willst, sollt einer jetzt mal endliche dieses lauwarme Trauerspiel beenden.
 
  • #4
Ich liebe ihn sehr und habe mich für ihn entschieden, aber ich will auch nicht so eine Frau werden, die alles abnickt, nur damit der Mann bleibt. Ich bin dazu zu stolz.
Den Eindruck habe ich nach dem Lesen deines Textes allerdings nicht. Bisher scheinst du doch "alles" abgenickt zu haben?! Seit 1 1/2 Jahren mal mehr, mal weniger ein Paar, mehrfache Trennung, mehrfache Versöhnung, könnt nicht mit- und nicht ohne einander, versuchst, es ihm so recht wie möglich zu machen (-eigenes Zimmer, Rückzugsräume offen halten, nichts persönlich nehmen).

Ich finde, du machst den Fehler, alles AN IHM festzumachen: Liebt er dich noch, will er dich noch, ist dieses und jenes ein Liebesbeweis, trennt er sich womöglich (wieder) von dir? Wie wäre es, wenn du dich zur Abwechslung mal AUF DICH und deine Bedürfnisse und Wünsche konzentrierst? Welche Art Beziehung möchtest du denn überhaupt führen? Reicht dir so eine On-Off-Kiste auf Dauer? Denn die Chance, dass das jemals was Anderes zwischen euch wird, nachdem es ja nie anders war, steht meiner Meinung nach bei null. Willst du die nächsten Jahre einen Mann an deiner Seite haben, den du wie ein rohes Ei behandeln musst, damit er dir nicht wegläuft? Der psychische Probleme hat, darum weiß, aber trotzdem nichts dagegen unternimmt? Bei dem du auf jede Kleinigkeit achtest, immer in der Angst, er würde demnächst die Beziehung (mal wieder) beenden?

Um deine Überschrift zu beantworten: Ja, kurz vor der Trennung, nein du bildest dir das vermutlich nicht ein, du hast es ja nun schon mehrfach erlebt und wirst wissen, welche Anzeichen dafür sprechen. Eine Chance auf eine endlose On-Off-Beziehung: Ja, bestimmt. Eine Chance auf mehr: Nein.
 
  • #5
Das Problem kenne ich zu gut. 1,5 jahre hast du schon. Wie lange willst du noch durchhalten, wenn du wüsstest, dass es sich niemals ändern wird?

Lies das Buch von S.Stahl "jein", da wird dir bestimmt einiges bekannt vorkommen. Die Autorin gibt auch Ratschläge, mit denen man so eine Beziehung etwas weniger schmerzvoll ewig führen kann oder mit denen man sich von dieser Beziehung befreien kann, so wie ich das getan habe. Tut anfangs weh, ist aber auf Dauer eine gesündere Alternative.
 
  • #6
Mir kommt vor, ihr habt eine unterschiedliche Definition vom Wort "Beziehung" und unterschiedliche Vorstellungen.
Was bedeutet Beziehung für dich, was für ihn? Was fürchtet er so bzw. was geht ihm ab oder sucht er das ultimative Gefühlserlebnis, damit es für ihn zur Beziehung reicht? Denn eigentlich habt ihr doch längst eine Beziehung, so wie ihr gemeinsam lebt und miteinander umgeht.
 
  • #7
Ich liebe ihn sehr und habe mich für ihn entschieden, aber ich will auch nicht so eine Frau werden, die alles abnickt, nur damit der Mann bleibt. Ich bin dazu zu stolz.
Hallo Donna, aber genau als solche Frau - die Du nicht sein willst - kommst Du mir gerade vor.
Du läßt Dich von ihm rumschieben wie es ihm gerade passt . Meiner Meinung nach liebt er Dich nicht genügend und du bist nur dafür da, daß er nicht alleine ist. Du solltest auf Dein Gefühl hören, daß Du eine romantische Liebesbeziehung führen möchtest und diesem Wunsch auch nachgehen. Daß der Mann im Endeffekt Dich nicht genügend liebt (daher mitunter auch sein schlechtes Gewissen bzw. seine Depressionen) soll nicht zu Deinem Problem werden.
Ich würde mich trennen. Du bist weder seine Therapeutin noch seine Gesellschafterin.
 
  • #8
Möchtest Du den Rest Deines Lebens Achterbahn fahren und zwar auf seiner?
Permanent in Angst leben, dass es durch einen Fehler von Dir oder bestimmte Punkte von aussen wieder los geht?
Ich habe etwas ähnliches fast 7 Jahre mitgemacht...nicht zuammenlebend und mit viel längeren Phasen. Und immer wieder Verständnis für den anderen...
Fängst Du schon an verzweifelt zu sein und bist immer doch irgendwie Schuld??
Und wenn es wirklich eine Krankheit ist und Du denkst der Arme kann nicht anders, Du weisst ja eigentlich ist er nicht so..
egal es tut Dir weh!!!!!!!!!
Wenn sich ein Schaf einen Wolfspelz überzieht um zu überleben, ist es egal ob Du ahnst der böse Wolf ist doch ein liebes Schaf oder weisst, es ist eins.
Solange der Wolf regelmässig beisst und Dir weh tut...hau ab!!
 
  • #9
Wir haben mehrmals die Woche Sex und schlafen auch ab und an beieinander.
Ich bin nicht sicher, aber ich lasse mich auch eines Besseren belehren. Dennoch: Ich glaube nicht, daß ein Mann mit schwerer Depression noch Interesse an mehrfachen Sex die Woche hätte...

Meiner Meinung nach nutzt dieser Mann dich schamlos aus, um nicht alleine zu sein. Sobald er eine Andere gefunden hat, in die er mehr verliebt ist als in Dich, ist er weg.
Sorry, ehrlich, aber so seh ich das...
 
  • #10
Das Problem, denke ich, ist dein Selbstbild:
ICH habe mich für ihn entschieden. ICH liebe ihn. ICH bin eine stolze Frau und nicht so schwach wie die anderen.
Du machst dir etwas vor, ohne die Realität sehen zu wollen. DU bist nicht alleine verantwortlich für eine Beziehung. DU machst es ihn ganz leicht, DIR die Verantwortung ganz zu übergeben.
Ich denke, du mußt dein Selbstbild überarbeiten und an der Realität angleichen, das hilft!