G

Gast

  • #1

Kondom-Panne, hat jemand die wirklich live erlebt?

Eine Freundin von mir behauptet, das Problem ist ausgedacht und die Kondoms sind sehr sicher, eine Kondom-Panne kann sie sich nicht vorstellen. Stimmt es wirklich? Was sind Eure Erfahrungen?
 
  • #2
Man muss mir zwei Aspekte unterscheiden, nämlich einerseits die technische Qualität von Kondomen und andererseits die Anwendungssicherheit von Kondomen beim Sexualverkehr.

Die technische Qualität von Kondomen ist extrem hoch. Defekte Kondome sind extrem selten. Auch platzende Kondome sind bei normalem Sexualverhalten sehr selten.

Kondom-Pannen treten fast ausschließlich durch Fehlverwendung oder Folgefehler auf.

Gerade bei unerfahrenen Kondombenutzern (vorallem Jugendlichen) oder eher schlicht strukturierten Nutzern treten Pannen durch scharfe Fingernägel, durch falsches Anlegen (Luft im Reservoir), durch zu langes Verweilen in der Partnerin während Erschlaffung des Penis oder durch zu spätes Anlegen und sofortiger Kontamination durch Hände auf.

Bei erfahrenen Kondomanwendern ist das Hauptproblem das postkoitale Kuscheln. Da legen sich Paare nach dem Sex in Löffelchenstellung zum Schlafen und der Penis sabbert noch nach und schon ist es geschehen. Hier müsste sich der Mann nach dem Koitus sofort waschen, danach mit Unterhose ins Bett zurückkehren. Oder der Penis wird umgekehrt bei langfristigen Paaren schon im Rahmen des Vorspiels an der Vagina gerieben und zu spät wird der Kontakt als Sex definiert und dann das Kondom angelegt.

Fakt ist, dass Kondome einen Pearl-Index von etwa 3 bis 8 besitzen, also von 100 Paaren, die nur mit Kondom verhüten, werden innerhalb eines Jahres etwa 3 bis 8 ungewollt schwanger. Diese Quote ist extrem schlecht.

Kondome eignen sich inbesondere dann zur Verhütung und zur Vermeidung sexuell übertragbarer Krankheiten, wenn die Sexualkontakte nicht romantisch und dauerhaft stattfinden, sondern eher in Affären oder ONS. Da wird nicht viel gekuschelt und unnötig Körperflüssigkeiten getauscht, sondern da ist man sich der Gefahr (vorallem der Infektionsgefahr) bewusst und vermeidet Körperflüssigkeiten, Nachsabbern und ähnliches. Da wird auch der infektionsgefährliche Oralverkehr meist vermieden oder mit Kondom ausgeführt -- alles ideal.

Kondompannen passieren vorallem, wenn die Paare vertraut miteinander sind und nicht jeder Körperkontakt oder Kuschelabend zu Sex führt, sondern die Grenze "ab jetzt Sex" aktiv gezogen werden muss und auch postkoital eben sehr bewusst und sauber gehandhabt werden muss. Genau deswegen empfinde ich Kondome in Partnerschaften als extrem abtörnend. Für ONS dagegen wären sie absolut empfehlenswert und notwendig.
 
G

Gast

  • #3
Ich (42) habe bei meinem letzten Sex mit einem relativ unbekannten Mann eine Kondompanne erlebt.
Der Herr sagte mir vorher, er sei geübt im Umgang mit diesem Schutz.
Mir war es nicht nur wichtig wegen Geschlechtskrankheiten, sondern auch zur Empfängnisverhütung.
Nach dem Akt blieb er aber noch kurze Zeit in mir und sein Penis war schon erschlafft, als er ihn herauszog. Ergebnis: das Kondom war abgerutscht und etwas ausgelaufen!
Wir bemerkten es aber erst, als er mich anschließend noch im Intimbereich streichelte und mich dann fragte, ob ich mich da eingecremt hätte. Es war eindeutig sein Sperma!
Wir hatten beide Panik, aber zum Glück ist nichts passiert.
 
G

Gast

  • #4
Ja, schon erlebt. Mein Freund ist durch die Gummihülle, die wir in empfänglichen Tagen stets benutzen, deutlich schwerer erregbar und braucht sehr lange, um zum Höhepunkt zu kommen. Da sind uns schon mehrfach Kondome gerissen, selbst solche, die als extrem widerstandsfähig beworben werden.

Inzwischen kontrollieren wir spätestens alle fünf Minuten, auch wenn das arg unromantisch ist.

Der Kontrolletti lässt sich aber auch ironisch bewerkstelligen mit einem Lachen, wenn man vertraut miteinander ist und den Schreck des Fetzengummis bereits hinter sich hat...
 
G

Gast

  • #5
Natürlich kann es bei der Nutzung von Kondomen zu Pannen kommen, aber nicht nur durch falsche Handhabung sondern schlicht und ergreifend weil Kondome nicht immer zu 100% dem "Stresstest" standhalten.

Also ich weiß zu 100% wie Kondome zu handhaben sind, habe es in meinem Leben jedoch bestimmt schon eine Hand voll mal erlebt das während längerer Sex-Phasen mit Stellungswechsel (30 Minuten und länger an Penetration) Kondome schlicht und ergreifend auch mal Reißen ...

Falls als alleiniges Verhütungsmittel genutzt hilft dann nur noch eines: "Die Pille danach" ... um zumindest eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.
 
G

Gast

  • #6
Natürlich gibt es das und nicht zu selten. Frage mal eine erfahrene Frauenärztin!

Genauso gibt es auch Empfängnis während der so genannten "sicheren Tage" oder trotz Pilleneinnahme.
 
  • #7
Es gibt keine einzige Verhütungsmethode, welche 100%-ige Sicherheit vor Empfängnis bietet. Ein Kondom hat ein Pearl-Index von 3-5.
Ein Kondom eignet sich nicht nur als Empfängnisverhütung sondern auch als Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und nicht zuletzt vor HIV.
Frisch verliebten Paaren wird in den ersten 3 Monaten ein Kondom empfohlen und danach ein HIV-Test zu machen, wenn sie ganz sicher sein wollen, dass keiner der beiden den HIV in sich trägt. Danach kann das Paar gemeinsam nach einer anderen Verhütungsmethode suchen.

Die sicherste ist die Pille, da Pearl-Index bei 0,1 - 0,9 und bei der Minipille 0,14 - 3.
Nun bei einer Panne mit dem Kondom hast du insofern einen grösseren Vorteil, da du dir die Pille danach verschreiben lassen kannst. Aber auch die hat ein Index von 1-5. Viel schwieriger ist es wenn die Pille versagt hat oder die Hormon- oder Kupferspirale verrutscht ist und somit keine zuverlässige Verhütung bietet.

So oder so: es gibt keine 100%-ige Sicherheit. Auch mit Sterilisation nicht!
 
  • #8
Mandoline, aber Du wirst doch nicht einen absurd schlechten Pealrindex wie 3-8 mit dem sehr guten Index von 0,1 vergleichen?! Niemand glaubt, dass es 100%iger Sicherheit gibt, aber ob die Chance 1:20 oder 1:1000 ist, ist schon ein verdammt großer Unterschied.

Und auch Du machst den Fehler, dass Du ausgerechnet HIV in den Mittelpunkt der Überlegungen stellst, obwohl es viel mehr bedeutend häufigere, viel wahrscheinlichere Krankheiten gibt als ausgerechnet HIV.

Mein dringender Rat:

+ Nur Sex mit ordentlicher Verhütungsmethode (nicht Kondom)
+ bei Angst vor Krankheiten zusätzlich ein Kondom verwenden
+ nicht nur auf HIV fixieren, sondern ggf. auch anderen Krankheiten ausschließen lassen
 
  • #9
Mandoline, aber Du wirst doch nicht einen absurd schlechten Pealrindex wie 3-8 mit dem sehr guten Index von 0,1 vergleichen?! Niemand glaubt, dass es 100%iger Sicherheit gibt, aber ob die Chance 1:20 oder 1:1000 ist, ist schon ein verdammt großer Unterschied.
Und es ist einfach auch ein Glücksfall, ob eine Frau trotzt Verhütung schwanger wird: Ist die Spirale verrutscht, dann kann eine Frau schwanger werden, oder die Pille genommen und 2 Stunden später musste sie erbrechen. Die Wirkung ist nicht mehr gewährleistet. Und eine kann 10 000 Mal GV mit Kondom gehabt haben, ohne einen Zwischenfall.

Das Problem mit dem Pearl-Index allgemein ist, dass es verschiedene Quellen gibt, welche unterschiedliche Ziffern angeben. Google Mal Pearlindex von Kondomen, dann hast Du unzählige Links mit verschiedenen Angaben. Welche Angabe ist die Richtige?

Wenn es eine Kondompanne gibt, dann kann Frau sich nicht nur mit HIV und anderen Geschlechtskrankheiten anstecken sondern auch schwanger werden. Aber die Schwangerschaft kann mit der Pille danach verhindert werden.
Wenn aber eine Spirale nicht mehr richtig sitzt also unbemerkt verrutscht ist und die Frau schwanger wurde, dann kann sie nicht mehr so schnell reagieren, um das Einnisten des befruchteten Eis zu verhindern. Genauso wie bei der Pille, deren Wirksamkeit bei bestimmten Medikamenten vermindert oder gar aufgehoben wird. Genauso beim Durchfall und Erbrechen wenige Stunden nach der Einnahme.

Das ist eben das grösste Dilemma für jede Frau: jede Verhütungsmethode hat ihre Vor- und Nachteile, die eine Frau abwägen muss. Egal wie sie sich entscheidet, nimmst sie Beides in Kauf.
 
G

Gast

  • #10
Das ist eben das grösste Dilemma für jede Frau: jede Verhütungsmethode hat ihre Vor- und Nachteile, die eine Frau abwägen muss. Egal wie sie sich entscheidet, nimmst sie Beides in Kauf.
Öööhm, nö, ich kann mich gar nicht entscheiden, gesundheitlich.
Kann aufgrund einer Blutgerinnungsstörung keine Pille nehmen wegen Thrombosegefahr und Spirale geht genausowenig, weil ich schon eine Konisation hatte vor vielen Jahren und jeder vernünftige Arzt danach große Bedenken hat, eine Spirale einzusetzen.

Und nüüü?

Genau, immer brav schauen, ob der Gummi auch hält. Oder abstinent bleiben.

Empfehlung meinerseits lautet "Durex Performa". Aber auch der zeigte schon Schwächen, wenn auch erst zwei Mal in mehreren Jahren. Bei Benutzung von Kondomen sollte man sich zumindest vorab einig sein, mit einem eventuell trotzdem entstehenden Kind einvernehmlich einverstanden zu sein...
 
G

Gast

  • #11
ja die gibt es diese Pannen. Mir schon ab und an passiert das die Dinger einfach platzen. Besonders dann wenn es ein klien wenig wilder zur Sache geht.
Für Verhütung somit bei mir ein NoGo.

W41
 
  • #12
Öööhm, nö, ich kann mich gar nicht entscheiden, gesundheitlich.
Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass Du nach der Konisation ohnehin keine Schwangerschaft mehr austragen könntest, oder? Da wäre der verantwortungsvolle und sichere Weg in diesem Falle wirklich die Sterilisation der Frau.

Kondome schränken das Sexualleben in meinen Augen dermaßen ein, dass es mir nicht erfüllend und wünschenswert erscheint. Zudem ist die Verhütungssicherheit von Kondomen dermaßen schlecht, dass ich mich an Deiner Stelle niemals darauf verlassen würde!
 
G

Gast

  • #13
@ Frederika: Bei einer Konisation wird wegen Zellveränderungen am Gebärmutterhals ein Stückchen davon entfernt. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft bleibt davon völlig unbeeinflusst, nur wird Dir kein verantwortungsvoller Frauenarzt mehr eine Spirale setzen, wenn Du schon mal solche Zellveränderungen hattest.

Sterilisation wäre mir zu endgültig.

Da ich die Periode sehr regelmäßig bekomme, funktioniert das schon einwandfrei mit Zählen und in den fruchtbaren Tagen Kondom. Aber natürlich haben wir einst, als in meiner jetzigen Beziehung zum ersten Mal ein Kondom riss, schon dumm aus der Wäsche geschaut.
Inzwischen ist die Beziehung ja nun auch schon ein paar Jährchen alt und von beiden Seiten auf Dauerhaftigkeit angelegt - wir planen zwar beide keinen Nachwuchs (daher "Durex Performa" ;-)), aber wir sind uns schon einig, dass wir den auch durchaus anständig großbekommen würden, sollte der Pearl-Index tatsächlich noch zuschlagen.
 
  • #14
Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass Du nach der Konisation ohnehin keine Schwangerschaft mehr austragen könntest, oder? Da wäre der verantwortungsvolle und sichere Weg in diesem Falle wirklich die Sterilisation der Frau.
Eine Schwangerschaft ist nach einer Konisation schon möglich aber mit dem Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt verbunden. Da sie keine Sterilisation machen möchte, bleibt ihr leider nichts anderes übrig als an den unfruchtbaren Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben aber an den Tagen um den Eisprung herum, ein Kondom zu verwenden.

Was ich mich allerdings frage ist: Warum zieht sich ihr Partner nicht einer Vasektomie unter, da sie sowieso keinen Nachwuchs planen. Sie wird unter einer Lokalanästhesie durchgeführt. Das Risiko einer Infektion oder Blutungen liegt nur bei 1-2%. Der Pearl-Index beträgt zw. 0,10-0,15.

Da aber ca. 60% der Männer danach Antikörper gegen den eigenen Samen bilden, können sie nach einer Refertilisation keine Kinder zeugen. Deswegen haben die Männer die Möglichkeit vor dem Eingriff den Samen auf -150°C einzufrieren, für den Fall, dass sie später Kinder haben möchten. Das Sperma ist nahezu unbegrenzt haltbar.
 
G

Gast

  • #15
Ja, meine "Kondompanne" hatte neulich Geburtstag!
 
G

Gast

  • #16
Was ich mich allerdings frage ist: Warum zieht sich ihr Partner nicht einer Vasektomie unter, da sie sowieso keinen Nachwuchs planen.
Hier nochmal die 12:

Hmmm, also ausgesprochen haben wir uns über dieses Thema noch nicht. Aber ich kenne ihn und nehme an, dass auch ihm das in seinem Alter (Anfang 40) zu endgültig wäre. Wer weiß, was in zwei, drei Jahren ist? Vielleicht erwächst uns ja noch ein originärer Kinderwunsch, auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist?
Vielleicht fällt mir morgen ein Klavier auf den Kopf und meine Nachfolgerin möchte unbedingt ein Kind von ihm, das auf natürlichem Wege entsteht?

Also, von meiner Seite kann ich es jedenfalls klar beantworten: Lieber Kondom mit in Kauf genommenem und bereits einig besprochenem Restrisiko als künstlich irreversible Endgültigkeiten schaffen, die man bzw. frau noch bereuen könnte...
Und ich wäre um Welten zu feige, mich in sein Schicksal mit einer solchen Forderung einzumischen. Auf die Idee und eine so tiefgreifende Entscheidung müsste er komplett von allein kommen. Siehe oben: Was ist, wenns mich morgen vom Stangerl haut und er kann wegen meiner Einmischung keine Kinder mehr auf natürlichem Wege bekommen?

Bei der Benutzung von Kondomen kann ein neuer Erdenbürger entstehen, zweifelsohne. Die Vorstellung erscheint mir jedoch sympathischer, als diesen neuen Erdenbürger für mich und/oder meinen Partner schicksalseingreifend eigenmächtig und für alle Zukunft komplett auszuschließen durch Sterilisation.