• #1

Kompromisse - wie finden?

Liebe Foristen,

mein Partner (m) und ich (w, beide in den späten Zwanzigern) sind eigentlich sehr glücklich miteinander. Da wir beide wenig Beziehungserfahrung aufweisen, sind wir bei einem Thema ratlos: Dem Finden von Kompromissen. Wie "funktioniert" das?

Wenn wir unterschiedliche (unwichtige) Dinge wollen (Aktuell Freizeitgestaltung, nichts "Großes", da sind wir uns stets einig.), sind wir im Eifer der Diskussion stur und beharren auf der eigenen Meinung. Nach einer "Abkühlungsphase" denken wir wieder rational: Uns ist die eigene Ansicht plötzlich unwichtig geworden und wir wollen es beide nur dem anderen recht machen und eiern mit "Mir ist das ganz gleich, entscheide Du." - "Nein, Du." - "Nein, Du." herum.

Was machen wir "falsch"? Wie kann man das "lernen"?

Eine für Ratschläge dankbare Ahnungslose
 
  • #2
wenn ich zu viele Kompromisse eingehen müsste, würde ich mich in der Beziehung nicht mehr wohlfühlen. Dies merke ich schon in der Kennlernphase und verabschiede mich daher schnell von unpassenden Kandidaten.

Gut, jetzt seid ihr fest zusammen. Grundsätzlich glücklich. Setzt euch zusammen, wenn ihr beide gut drauf seid und Zeit habt und besprecht was ihr euch vom Anderen wünscht. Nach Diskussionen/ Streits bringen solche Gespräche nichts.
 
  • #3
Liebe FS,
wenn "eigentlich" in Verbindung mit glücklich auftaucht, dann liegt meistens richtig was im Argen, d.h. geh mal auf inneren Abstand und mach eine Situationsanalyse.

Was machen wir "falsch"? Wie kann man das "lernen"?
Ihr seid vermutlich ziemlich unreif: verwöhnte Einzelkinder, die nie gelernt haben Kompromisse zwishcen 2 Kontrahenten zu schaffen, selber Probleme mit anderen zu lösen. Jeder Widerstand wurde von euren Helikopereltern niedergemacht.
Die Ursachen eurer Sturheit in Nebensächlichkeiten solltet ihr euch beide genau angucken - woher kommt das bei jedem von euch? Wie waren die Bedingungen zubauuse inn solchenn Fälllen?

Kompromissfähigkeit/aufeinander zugehen/Konflikte vermeiden kann lernen. Das ist im wesentlichen eine ganz einfache Angelegenheit, nämlich die Grundeinstellung, dass die Meinung des anderen genauso viel wert ist, wie meine eigene und dass man nicht alles zusammen machen muss, sondern auch in einer Beziehung in der Freizeit mal getrennte Wege gehen kann.
Diese Einstellung und die Umsetzung in die Tat ist schon die halbe Miete zu weniger Konflikten in der Beziehung.

Zum Auftakt würde ich mit dem Partner vereinbaren, dass ihr einen Code nutzt, z.B. "Stop", wenn ihr merkt, dass ihr euch wegen Nichts in eine unerfreuliche Situation schraubt, dann auch sofort räumlich auseinander geht und euch getrennt einen Kopf macht, was da grad für ein Film bei euch läuft - Abstand rein, Emotionen raus.
Wenn ihr euch beruhigt und jeder Klarheit für sich hat, kann man das Thema fortsetzen. Anfangs würde ich eher auf getrennte Freizeitaktivitäten setzen, statt zu einem Kompromiss zu kommen - damit das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit wachsen kann. Entsteht dieser Wunsch nicht, dann seid ihr beim "eigentlich" glücklich und könnt euch mit dem wahren Problem befassen.

Dann würde ich mir angucken, warum ihr so vorgeht:
Nach einer "Abkühlungsphase" .... "Mir ist das ganz gleich, entscheide Du." - "Nein, Du." - "Nein, Du." herum.
Das klingt nach massiver Konfliktvermeidung (Angst vor den Folgen/Trennung) statt nach dem Finden einer für beide zufriedenstellenden Lösung. Derartige Beziehungsgebilde funktionieren nie auf Dauer. Daher müsst ihr da ran, wenn ihr die Partnerschaft langfristig wollt.

Hinter dieser Form der Konfliktvermeidung stecken meistens kindliche Erfahrungen mit Liebesentzug, wenn das Kind nicht so funktioniert, wie die Eltern es wollen. Nach außen geben die Eltern die um ihr Kind kämpfenden Löwen, aber in der Eltern-Kind-Beziehung jenseits der Öffentlichkeit wird mit unheilvollen Druckmitteln gearbeitet - danach sieht euer radikales Aufgeben der eigenen Position aus.
 
  • #4
Ehrlich gesagt hatte ich so ein Problem noch nie. In jeder Beziehung hat sich das eben immer so ergeben, da brauchte es keine großartige Kompromissleistung. Kommt das häufig vor bei euch? Wie lange seid ihr denn zusammen? Wenn es am Anfang ist, vielleicht ruckelt sich das mit der Zeit noch ein?
Also, Beispiel Freizeitgestaltung lief bei mir IMMER so, dass jeder mal was vorgeschlagen hat. Wir könnten am Wochenende doch baden fahren. Ah, ja, gute Idee! Und dann in der nächsten Woche der andere: Hättest du Lust auf Museum? Ah, ja, gern! Das ist einfach, wenn beide ähnliche Interessen haben und sich nicht einer zum Hobby des anderen zwingen muss. Daher kann ich das Problem nicht so gut nachvollziehen..
Wenn es wirklich mal so ist, dass es unterschiedliche Vorstellungen gibt und ihr im Eifer des Gefechts erstmal stur seid und das wisst, dann macht es doch einfach immer so, dass ihr dann gleich sagt: Na gut, wir reden jetzt erstmal nicht mehr drüber und klären das in Ruhe heute Abend. Und wenn es dann wieder so ist, dass beide es dem anderen recht machen wollen, dann sagt doch, immer abwechselnd ist einer dran mit Entscheiden?
Problematisches fänd ich es, wenn ihr sehr unterschiedliche Sachen wollt bei allem (der eine Natur, der andere Stadt; oder beim Kochen der eine Veganer, der andere Fleischesser usw) und jeder ständig für den anderen was ihm unangenehmes oder langweiliges machen muss. Das hält auf Dauer keine Beziehung aus.

w, 36
 
  • #5
Na ja, mal gibt der nach, dann der Andere. Wenn beide sich darauf achten dass es fair ist... schließlich gehört verzichten oder aufschieben auch zum Leben. Oder man sucht sich was Drittes aus. Oder man macht nicht alles zusammen, oder weniger lang dafür nachher was Gemeinsames.
 
  • #6
Ich finde das ehrlich gesagt ganz gut, wie ihr das macht. Es ist zwar nicht "ausgereift", also braucht noch die Runde Diskussion über "ich will es aber" und "ach machen wir so, wie du willst", jedoch bleibt es ja nicht stehen beim Egoistischen.

Am Schluss sollte dann jeder dem anderen irgendwas ermöglichen, indem er mitgeht, oder eben die Freiheit geben, es mit wem anderen oder allein zu tun.
Beispiel: Du willst zum Fußball, Dein Partner ins Ballett. Fußball findet er bescheuert, Du kannst mit Ballett nichts anfangen. Also geht entweder jeder mit einem Freund oder einer Freundin oder allein oder ihr werdet offen für das, was den anderen begeistert und geht mit ihm mit ohne Vorwurfsgesicht, dass man sich nun stundenlang langweilen wird. Aber keiner bestimmt allein, was gemacht wird und ob der andere doof ist, weil er nicht mit will.

denken wir wieder rational: Uns ist die eigene Ansicht plötzlich unwichtig geworden
Das ist nicht rational. Aber es ist "ich will die Beziehung nicht durch meinen Egoismus gefährden" und das ist gut, solange der andere nicht sagt "okay, dann mach halt immer so, wie ich will", sondern auch entgegenkommend ist.

Also Fazit: Bei solchem Kram ist es zwar schön, wenn man was findet, das man zusammen machen kann, aber zum Verzweifeln ist es nicht, wenn es noch genügend Dinge gibt, die man zusammen macht.
Anders wäre es bei der Frage, wo gewohnt werden soll oder ob es Kinder oder Heirat gibt. Da kann es keine Kompromisse geben, weil das grundlegende Lebensentscheidungen sind, die einem in der Midlifecrisis, wenn alles zu spät scheint oder wirklich ist (z.B. für eine Frau, die dann keine Kinder mehr bekommen kann) dermaßen auf die Füße fallen werden, so man sie gegen seine eigenen Ansichten und Wünsche getroffen hat. Und dann wäre die Beziehung eh vorbei, weil man es dem anderen immer vorwerfen würde, dass man sich von ihm hat so beeinflussen lassen.
 
  • #7
"Mir ist das ganz gleich, entscheide Du." - "Nein, Du." - "Nein, Du." herum.
Ich würde dann harsch den Ton angeben und dem anderen unterstellen, er wüsste nicht, was er eigentlich vom Leben will. Ich würde immer sofort sagen, was ICH so will, er hätte dann mich als starkes Vorbild, wie es geht. Und ich würde ihn animieren, dass er sagt, was er vom Leben eigentlich will.
Ihr seid jung, macht nichts... lernt man spätestens mit Mitte 30.


Sein Verhalten finde ich nicht nur luschimäßig, sondern auch nervig. Vermutlich will er dir größtmögliche, emanzipierte Freiheit lassen, aber ein Mann, der in der Beziehung null Richtung angibt und nichts will, nichts möchte und alles anderen überlässt, mit dem kommt auch sonst nicht weit. Das sage ich dir aus diverser Lebenserfahrung mit diversen ähnlich gestrickten Männern dieser Kultur. Wollt ihr mal Kinder und was will er eigentlich vom Leben und mit dir? Ist das genauso ein Hin und Her?

Das alles würde ich ihm mal sagen lernen.
 
  • #8
Bei uns gibt es das selten, wir bemerken, wenn dem anderen etwas wirklich wichtig ist.
Ansonsten gilt - wer merkt, dass es so auf einen Streit hinauslaufen würde, sagt "Gib mir mal eine Stunde" - dann kann jeder für sich überlegen, seine Worte wählen. Der Kompromiss bei uns ist meist, dass jeder seine Interessen ohne den anderen wahrnimmt ... oder der zurückzieht, dem seins nicht wirklich wichtig war.
Und manchmal gibts keinen Kompromiss ... sondern nur eins. Muss dann eben entschieden werden.
 
  • #9
Ich finde es für eine Beziehung wichtig, dass man ähnliche Interessen hat, denn dann ist es meist gar nicht nötig, Kompromisse finden zu müssen.

Die Sachen, die ich ich lieber ohne meinen Partner und alleine mache wie Inlinerfahren, Shopping oder anderer Frauenkram, verlagere ich in Zeiten, wo er arbeiten ist. Da er eine um die andere Woche abends nicht da ist, habe ich dafür also genügend Zeit.

Ansonsten habe ich kein Problem mich seinen Wünschen anzupassen, weil er andererseits genauso kompromissbereit ist, sich meinen Wünschen anzupassen, so dass es sich unterm Strich eigentlich immer ausgleicht. Und da er eben nie Wünsche oder Vorstellungen hat, die mir völlig gegen den Strich gehen und umgekehrt offenbar auch nicht, sind Kompromisse nicht schwierig.

Ich finde eure gegenseitige Rücksichtnahme daher schon mal sehr gut. Um einen Kompromiss zu finden, kann man halt auch z.b. anhand des Wetters eins von beiden Sachen verschieben, aber dann eben auch fest ausmachen und letztlich auch durchführen. Da fühlt sich keiner benachteiligt. Im Zweifelsfall würfelt es aus 😄
 
  • #10
Klingt eigentlich alles ganz normal.

Das wird sich einspielen.

Der klassische "Kompromiss" besteht ja in vielen Beziehungen auch eher darin, dass mal der Eine und mal der Andere einen Vorteil hat.
 
  • #11
Ein Kompromiss muss nicht unbedingt darin bestehen, dass man in einer konkreten Situation ein Mittelding oder eine dritte Option findet, die beide gleich zufrieden (oder oft genug: gleich unzufrieden) macht. Man kann das auch langfristig betrachten: Wenn mal der eine und mal die andere entscheiden darf, ist auch das ein Kompromiss, der idealerweise zu einer ausgewogenen Berücksichtigung beider Interessen führt. Vielleicht ist das sogar zufriedenstellender, als wenn beide Seiten jedes Mal Abstriche von ihren Wünschen machen müssten, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
 
  • #12
Du fragst nach dem Finden von Kompromissen.

Ein Kompromiss ist ein gegenseitiges Nachgeben, kein Entweder (kommst Du mit) Oder (ich gehe allein).

Es geht um die inhaltliche Modifizierung des Vorschlags, z.B zeitlicher Umfang, Zeit, Ort und in der Art der Ausführung.

Das kann bedeuten, dass nicht 10 h sondern nur 1 h mit der PS gezockt wird, oder dass Du ihn zur Anime-Convention begleitest, aber ohne Kostüm; oder dass ihr eine Motorrad-tour unternehmt, aber nachmittags nicht vormittags; dass ihr zum Baden an den See fahrt, aber mit Deiner Freundin nicht mit seiner Großfamilie usw.

... und ihr könnt eine "Gegenleistung" vereinbaren, z.B er zockt 10h auf der PS, aber abends wird der Sex dann so gemacht, wie Du willst.

Da geht es ums Verhandeln.

Eigentlich sind Eure Konflikte nach dem Streit nicht gelöst, wenn ihr euch gegenseitig die Entscheidungsmacht zu schiebt.

Wie geht es dann bei Euch aus?
Wer trifft die Entscheidung und was wird gemacht?
 
  • #13
Ihr macht es doch schon ganz gut, finde ich.
Ein guter Kompromiss ist letztendlich eine Win-Win-Lösung ( wenn ich den Ausdruck auch beruflich nicht mehr hören kann).

Entscheidend ist die Erkenntnis, dass es oft nicht nur a oder b als Möglichkeit gibt, also nicht nur entweder oder ....sondern beides, nur nicht gleichzeitig oder oder von jedem einen Teil.

Am besten verteilt man Wertigkeitspunkte zu dem Thema

Beispiel Urlaub, einer will ans Meer und der andere in die Berge.
Ich war immer der Meermensch, ich liebe auch Nord und Ostsee und ich tauche.
Vor meiner Schwangerschaft, hatte ich allerdings noch extremen Heuschnupfen und wäre bei Almen und Feldern gestorben.
Meine Punkte pro Meer, wären also Allergien, Wasser, Schwimmen und mal rumliegen gewesen.
Jetzt liebt ein Partner wandern und mountenbiken in den Bergen.
Wenn ich also damals Wertigkeitspunkte vergeben hätte: dann wäre die Allergie der wichtigste Punkt gewesen.
Dann verteilt der Partner den wichtigsten Punkt und so weiter.
Und so sucht man dann einen Ort, wo beides gegeben ist. Zb Andalusien...Meer und Berge aber wenig Gräser.
Heute ist die Allergie weg, da wäre ein Kompromiss zb Gardasee etc.
Eine Woche tauchen, kann ich auch alleine und Holland mit Meer, geht von mir aus auch an einem Wochenende.
Wandern hab ich zb auch lieben gelernt...

So lösen sich viele Punkte auf, wenn man sie in einzelne kleiner Punkte zerlegt

Zu Anfang ist es auch hilfreich, das schriftlich zu machen.
Das bringt Ruhe rein und man "sieht" wie eine Lösung entsteht
 
  • #14
"Mir ist das ganz gleich, entscheide Du." - "Nein, Du." - "Nein, Du." herum.
Ganz schrecklich! Auch wenn immer nur einer von beiden sagt "wir machen wie/was DU magst".
Nachgeben allein ist kein Kompromiss und das Rumeiern Eure Art von Streitvermeidung. Wie geht das denn am Ende bei Euch aus? Wird dann gar nichts gemacht?

Es müssen ja nicht immer beide Seiten mit der einzelnen Sache wirklich glücklich sein, gerade bei Kleinigkeiten.
Frau kann z. B. mal mit zum Fußball, auch wenn ihr das nicht mächtig Freude bereitet. Das fällt dann viel leichter wenn man weiß, dass er beim nächsten Mal mit ins (verhasste) Theater geht. Damit kann sich jeder auf sein Ding freuen.
Die eigene Ansicht sollte nicht unwichtig werden.

Es gibt keine wirkliche Einigung bei Euch.
Der Gegenvorschlag fehlt... "jetzt machen wir Deins und beim nächsten Mal Meins".
 
  • #15
Nachgeben allein ist kein Kompromiss und das Rumeiern Eure Art von Streitvermeidung. Wie geht das denn am Ende bei Euch aus? Wird dann gar nichts gemacht?
Erst einmal vielen vielen Dank an alle Foristen, die sich die Mühe gemacht haben, zu antworten.

Zur Frage: Wir lachen und schütteln die Köpfe ob unserer vorangegangenen Sturheit und der Zank ist beigelegt. Anschließend machen wir etwas ganz anderes und sind glücklich wie zuvor.

Im der den Thread auslösenden Zwist ging es um den alljährlich stattfindenden Kurzurlaub der Gruppe unseres gemeinsamen Hobbys. Vor Jahren war er mitgefahren und fand es furchtbar. Ich hingegen war noch nie und möchte gerne diesen Sommer dabei sein. Die zwei Fronten standen sich also gegenüber, Kompromisse in der Situation unmöglich (Alleine fahren wollte er mich nicht lassen, weil mehrere Singlemänner mit von der Partie sind, die mich bereits angebaggert hatten, bevor wir ein Paar wurden. Mitkommen wollte er aber auch nicht, weil er manche Mitreisenden nicht mag.).

Seltsamerweise ist uns beiden die Reise nach dem Streit "unwichtig" geworden: Ich möchte nicht mehr mitfahren und er würde mir zuliebe mitkommen.
Und das verstehe ich nicht. Wie ist das möglich?

Zum Verständnis: Es ist beiderseits unsere erste "richtige" Beziehung, die den Namen auch verdient.
 
  • #16
Seltsamerweise ist uns beiden die Reise nach dem Streit "unwichtig" geworden: Ich möchte nicht mehr mitfahren und er würde mir zuliebe mitkommen.
Und das verstehe ich nicht. Wie ist das möglich?
Vielleicht ist euch beiden bewusst geworden, dass es euch wichtiger ist, dass der Partner glücklich ist, als dass man seinen eigenen Kopf durchsetzt.
Das ist eben die Sache mit den Prioritäten und und der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Nun müsst ihr eben nur noch entscheiden, ob ihr gemeinsam fahrt oder beide verzichtet. Je nachdem zu wessen Gunsten die Entscheidung ausfällt, sollte derjenige dann meiner Meinung nach etwas anbieten, um dem anderen sein Entgegenkommen zu wertschätzen.
 
  • #17
Die zwei Fronten standen sich also gegenüber, Kompromisse in der Situation unmöglich
Kompromiss ist immer möglich!
Er kann doch mitfahren! Dafür wird es irgendwann etwas geben, was Du nicht gerne - aber ihm zuliebe - trotzdem machen wirst.
Man kann nicht alles 1:1 aufrechnen.
Außerdem ist es auch schön zu wissen, dass etwas gemacht wird, woran der Partner sich erfreut. Kennst Du das nicht? Ein besonderes Geschenk und man erwartet ein Strahlen der Freude beim Anderen?

Im Streitgespräch habt Ihr Euch vielleicht gegenseitig vom Gegenteil überzeugen lassen. Dafür ist normalerweise kein Streit notwendig, wenn man normal miteinander sprechen kann.
Überlege mal, warum Du nun gar nicht mehr dorthin möchtest. Wie ist das möglich? Nur aus Bockigkeit? Oder hatte er entsprechende Argumente?
Lernt mal, vernünftig miteinander zu sprechen. Dann kann man auch besser abschätzen, was dem Partner wirklich wichtig ist.
Im Übrigen: Man muss auch gönnen können!
 
  • #18
Alleine fahren wollte er mich nicht lassen, weil mehrere Singlemänner mit von der Partie sind, die mich bereits angebaggert hatten, bevor wir ein Paar wurden.
Mal ne Frage: Was sollte da passieren? Er traut Dir anscheinend nicht. Klingt zwar erstmal schmeichelhaft, am Ende ist es das aber doch nicht.

Ich greife das mal auf, weil sowas schon extrem einengend werden kann. Er will nicht bei einer Sache mitmachen, die Du willst, aber Du darfst auch nicht allein. Aber er will ja nicht mit, also stresst er mit Dir rum.

Wenn das einreißt bei euch oder schon eingerissen ist, kann das ein Würgegriff werden. Und Du wirst vielleicht irgendwann auch Theater machen, dass er nicht allein irgendwohin darf, weil da Singlefrauen sind und weil Du ja schließlich vorher auch verzichtet hast.

Somit reduzieren sich alle Aktivitäten nur darauf, was gemeinsam geht und irgendwann ist da ein winziger gemeinsamer Nenner und viel Blockade.
 
  • #19
Oh weh, oh weh.

... bei mir kommt an, dass Du uns eindringlich versichern willst, dass ihr NIE unterschiedlicher Meinung seid...

Dabei ist es normal, dass 2 Köpfe auch 2 Meinungen haben. Nicht normal ist es, Meinungsverschiedenheiten nicht aushalten zu können. Dahinter steckt die Angst, nicht mehr vom Partner geliebt zu werden, wenn er merkt, dass Du einen eigenen Kopf hast. Musstest Du als Kind schön brav und artig sein, damit Dich Deine Eltern mochten?

Alternativ kann es auch ein Wunsch nach Verschmelzung mit dem Partner dahinter stehen. Ihr seid so innig, dass ihr noch nicht mal unterschiedliche Wünsche habt.
Auch das wäre destruktiv.

Erst kommt die Verliebtheitsphase, dann bemerkst Du die Unterschiede und Macken und dann kommt die Phase des Arrangierens und Verhandelns. Wenn ihr das überstanden habt, kann es was Ernstes, Langfristiges werden. Ihr verweigert aber das Anerkennen, dass ihr unterschiedliche Vorstellungen habt und das Verhandeln. Schlecht.


Lass mich raten...

Du fährst nicht mit den Freunden in den Kurzurlaub...

... und lass mich nochmal raten, Du merkst nach den "Streits" ganz oft, dass Dir Dein Wunsch garnicht so wichtig war.

Jetzt ist es noch interessant, ob Du dann zu 99 % oder 50 % auf Deinen Wunsch verzichtest.

... Beziehung basiert auf Kommunikation... und Sex auf Fantasie.
Ihr kommuniziert und verhandelt nicht. Noch nicht einmal bei einem Kurzurlaub habt ihr beide genug Fantasie um einen Kompromiss zu finden.

Angenommen Du verzichtest auf den Kurzurlaub, könnte neben der Angst vor Ablehnung, der Wunsch nach Verschmelzung auch eine große Portion Lethargie dahinter stecken.
Du würdest ja den Aufwand für den Kurzurlaub betreiben, aber Du kannst nicht wegen dem Freund.... Zuhause ist es auch schön.
Das wäre auch nix, wenn ihr euch gegenseitig bei Euren Vorhaben ausbremst und in Lethargie verharrt.
 
  • #20
Seltsamerweise ist uns beiden die Reise nach dem Streit "unwichtig" geworden: Ich möchte nicht mehr mitfahren und er würde mir zuliebe mitkommen.
Und das verstehe ich nicht. Wie ist das möglich?
Womit dann Deine Ausgangsfrage mit einem schönen Beispiel beantwortet wäre :)
Kompromiss ist, wenn man sich unterschiedliche Meinungen und Pläne nicht übel nimmt, sich entgegen kommt und vor allem dann darüber lachen kann. Also alles bestens bei euch.
 
  • #21
Die zwei Fronten standen sich also gegenüber, Kompromisse in der Situation unmöglich (Alleine fahren wollte er mich nicht lassen, weil mehrere Singlemänner mit von der Partie sind, die mich bereits angebaggert hatten, bevor wir ein Paar wurden. Mitkommen wollte er aber auch nicht, weil er manche Mitreisenden nicht mag.).
Liebe FS,
ein Kompromiss ist immer möglich, war er auch hier: nämlich der dringend erforderliche Komprommiss, dass er Dich nicht nur fahren fahren lässt und Dir vertraut, dass nicht nur ein geiler Mann die Welt beherrscht, sondern Du eine Frau bist, die "nein" sagen kann und auch dabei bleibt, weil sie ihrem Partner gegenüber integer ist, sondern dass er will, dass Du erlebst, was er erlebt hat, um Dich ein eigenes Urteil bilden zu können.
Ich denke, dass Du auf dem Weg in eine ganz schlechte Beziehung bist, die von Einengungen und Verboten beherrscht wird - nachvollziehbar, dass ihr in Beziehungsfragen mit Mitte 30 auf dem Reifestand von Teenagern seid, wenn ihr nie zuvor eine Beziehung hattet.

Seltsamerweise ist uns beiden die Reise nach dem Streit "unwichtig" geworden: Ich möchte nicht mehr mitfahren und er würde mir zuliebe mitkommen.
Und das verstehe ich nicht. Wie ist das möglich?
Das ist ein vollkommen normaler Rationalisierungsprozess - ich rede mir die Sache schön (die Dir zuvor wichtige Reise interessiert Dich nicht mehr), weil sonst richtiger Beziehungsknatsch bis hin zum Scheitern Deeiner Partnerschaft droht.
Das willst Du halt nicht riskieren und darum ist DIR die Reise nicht mehr wichtig.
Ihm war die Reise nur insoweit wichtig, dass er NICHT fahren WILL und Du nicht fährst. Er hat sein Ziel erreicht, daher ist ihm die Reise auch nicht mehr wichtig - lässt sich gut sagen.
Das wird sich schlagartig ändern, wenn Du fährst, auch wenn Dir die Reise angeblich unwichtig ist: einfach nur, weil Du die Erfahrung machen willst, ob es wirklich doof ist oder Du auch im nächsten Jahr ohne ihn fährst.

Mädchen, Du bist mit einem Despoten zusammen, der glaubt, dass Du keinen eigenen Willen hast, sondern von den Trieben der Männer fremdbestimmt wird und Du merkst es nicht.
Klar habt ihr viel zu lachen, wenn Du immer zurücksteckst und Dir einredest, was Du Dir wünschst ist für euch beide unwichtig.
 
  • #22
Alleine fahren wollte er mich nicht lassen, weil mehrere Singlemänner mit von der Partie sind, die mich bereits angebaggert hatten, bevor wir ein Paar wurden
Was ist denn das für ein Grund? Bist du willenlos...? Vertraut er dir nicht? Also, ich würd dann denken, mein Freund kann schon Nein sagen, auch wenn sich alle Frauen auf dieser Reise ihm an den Hals werfen, vor allem, wenn man grad frisch verliebt ist. Da gibt es doch eh nur den Partner für einen. Find ich ehrlich seltsam, sowas quasi zu verbieten. Wär doch die einfachste Variante, er bleibt daheim, du fährst mit?
 
  • #23
Du fährst nicht mit den Freunden in den Kurzurlaub...

... und lass mich nochmal raten, Du merkst nach den "Streits" ganz oft, dass Dir Dein Wunsch garnicht so wichtig war.

Jetzt ist es noch interessant, ob Du dann zu 99 % oder 50 % auf Deinen Wunsch verzichtest.
Ja, die Frage interessiert mich auch. Wenn hier ein krasses Ungleichgewicht herrschen würde, dann würde der Freund der FS durchaus immer seinen Willen kriegen, aber eine Taktik haben, die die FS denken lässt, es sei ihre Idee und ihr Wille gewesen.

Noch ein Nachtrag: Mit "klingt zwar schmeichelthaft" aus meinem letzten Post meinte ich natürlich nicht, dass schmeichelhaft sei, dass er misstrauisch ist und denkt, Du, @Seefrühstück , würdest ihn sofort hintergehen, wenn sich Gelegenheit bietet, sondern dass seine Eifersucht vielleicht erstmal schmeichelhaft für Dich klingt. Das ist sie aber ganz und gar nicht wegen eben des Misstrauens und der Einengung, die aus ihr folgt.

Überdenk mal, wie oft ihr am Ende doch das tut, was ER wollte. Ist das 50/50 bei euch?
 
  • #24
Alleine fahren wollte er mich nicht lassen, weil mehrere Singlemänner mit von der Partie sind, die mich bereits angebaggert hatten,
Bei allem bin ich jetzt gerne mitgegangen, was Du beschrieben hast.

Aber das?
Er will mich nicht lassen... Ok, ich mag es nicht, wenn mir jemand etwas vorschreiben /verbieten will.

Und dann, der Grund... Weil es da Singlemänner gibt.

OK, an dem Punkt wäre es für mich der Haken.
Jemand, der mir nicht vertraut, den will ich nicht als Partner.
Und auf Eifersucht reagiere ich allergisch.

Das ist nicht Kompromisssuche...

W, 50
 
  • #25
Seltsamerweise ist uns beiden die Reise nach dem Streit "unwichtig" geworden: Ich möchte nicht mehr mitfahren und er würde mir zuliebe mitkommen.
Und das verstehe ich nicht. Wie ist das möglich?
Vermutlich weil Euch nach dem Streit der Kompromiss gelungen ist. Nur leider kein Gemeinsamer, sondern jeder für sich.
Du gehst auf Ihn ein und er auf deine Wünsche.
Jetzt bloß keinen Rechtsstreit daraus machen.
Fahrt Gemeinsam, aber ganz wo anders hin. Da hin, wo Ihr beide gleich viel Lust drauf habt.
Macht jetzt aus der Mücke keinen Elephanten.
Sonst kommt später irgendwann mal von einem.... ja ich bin aber dir zu Liebe.....
Macht was schönes zusammen, wo ihr beide richtig Lust drauf habt.

m49
 
  • #26
OK, an dem Punkt wäre es für mich der Haken.
Jemand, der mir nicht vertraut, den will ich nicht als Partner.
Und auf Eifersucht reagiere ich allergisch.
Ich weiß ja genau was Du meinst aber wie sehe es mit einer Frage aus wie:
Mein Freund möchte mit einer Clique in Urlaub und da sind jede Menge Singlefrauen. Das ist mir nicht recht, weiss er aber er fährt trotzdem. Was soll ich tun?

Versteh mich nicht falsch liebe Löwin, es hat viel mit der "Art" zu tun.
Mir geht es da ähnlich wie bei ...weil ich der Mann bin-sprüchen, alles keine Themen die ich grundsätzlich diskutiere aber da werde ich auch zum Kampffisch

Gleichzeitig ist die Formulierung hier, die auch mich stört.
Entweder die FS hat es für uns, unglücklich zusammengefasst oder es fehlt an guter Kommunikation um Kompromisse zu finden, mit denen man sich wohlfühlt.
So hat es einen faden Beigeschmack und der neigt dazu nicht abzuschließen, sondern Rabattmarken zu kleben= irgendwann gibt's einen Megakrach.

Anstelle vom Vorwurf und Unterstellungen....Du wirst abgegraben werden und dann zb noch Alkohol etc
Ein...fühl ich mich nicht gut mit.
Und dann folgt, womit können sich beide wohlfühle....und wenn man dann sagt, die Urlaubstage verbringen wir lieber zusammen, ist es ja ok.

Im Moment liest es sich wie: aufgeben und ihm den Willen zu geben, damit er keinen Stress hat
 
  • #27
a) Das machen, was ER will, also mitfahren (der Freund der FS könnte es ja ohne Probleme), wenn man sonst vor Eifersucht platzen muss. Ich wollte erst den Satz weiter schreiben mit "wenn man nicht vertraut", aber ich denke, das Problem ist nicht das Misstrauen an sich, sondern der eigene Dämon "Eifersucht". Würde man wirklich gar nicht vertrauen können und das zurecht, dann würde man wohl doch die Partnerschaft längst beendet haben, denke ich.

Man will dem anderen gar nicht unterstellen, dass er einen mal eben bei Gelegenheit betrügen würde, obwohl man genau das ja macht. Aber man will sich beruhigen und seinen Besitz, sein Objekt nicht aus den Augen lassen, weil man es als willenlos ansieht und die bösen Konkurrenten zugreifen könnten.

Der aktive Teil beim Betrug wird den anderen zugeschoben, das Objekt als willenlos und verführbar angesehen. Dieses Denken sieht man auch immer gut, wenn es darum geht, dass ein vergebener Mann untreu wird. Schuld ist bei manchen Frauen dann die Außenfrau, die mit ihren Sexy-Hexy-Kräften den willenlosen Mann verführte, der gar nicht anders konnte, als zuzugreifen. Und damit ist er auch reingewaschen und weiterhin als Ehemann tauglich.

b) Oder vertrauen.

c) Oder sich sagen: Was immer da passieren mag, ich denke nicht drüber nach, weil ich es nie rausfinden werde. Was schwierig wird, wenn man an Geschlechtskrankheiten denkt. Man kann es ja auch nicht ansprechen mit "benutz wenigstens ein Kondom, falls du vorhast, mich zu betrügen, aber sag mir nichts davon".

Ich frage mich, wovor der Freund der FS Angst hat. Dass sie fremdgeht oder dass ein anderer Mann ihr besser gefällt, sie sich verliebt und mit ihm Schluss macht, wenn sie wieder da ist.
Man könnte auch mal grübeln über "was ich selber denk und tu ..."
 
  • #28
Mein Freund möchte mit einer Clique in Urlaub und da sind jede Menge Singlefrauen. Das ist mir nicht recht, weiss er aber er fährt trotzdem. Was soll ich tun?
Diese Frage oder so ähnlich kam schon öfters.
Und dann kam die Fraktion, wenn er Dich liebt, will er, dass es Dir gut geht, und verzichtet.
Und die anderen Stimmen, die das Thema Eifersucht und Vertrauen debattieren. Das, was ich jetzt hier angesprochen habe, weil es mir in so einer Situation so ginge.
Ich finde es unverschämt, wenn man mir sowenig vertraut, dass der Andere unterstellt, dass ich fremd gehe, sobald ich die Gelegenheit habe... Nur treu bin, aus Mangel an Gelegenheit. Dazu - wer fremdgehen will, findet genug Gelegenheiten.

Ersteres kommt gerne bei jeder Gelegenheit - als Forderung, wenn ER SIE liebt, macht ER dies oder unterlässt jenes.
Umgekehrt, wenn SIE... kommt nicht.

Das ist das Totschlagargument bei jeder "Kompromisslösungssuche" - aus Liebe gönnen/verzichten. Das ist Emotionale Erpressung.

W, 50
 
  • #29
Na da hab ich mich aber mal unverständlich ausgedrückt;-)

Gemeint war: formuliert einer, wie von der FS zitiert =Du darfst nicht
Gibt's keine Kompromisse und man muss es auch nicht mal versuchen

Formuliert jemand wie in meinem Beispiel: ich fühl mich damit nicht wohl = ist es kein Verbot und da kann man Kompromisse suchen

Jetzt meinte sie, nach dem Krach, hätte er wohl auch gesagt dann fahr
Passt zur Aussage, dass beide dann immer dem anderen Recht geben
Dann hätte er es ihr doch gar nicht verboten oder?!

Was ich damit gemeint habe ist: haben die beiden sich erstmal die Köpfe eingehauen, dann wohl auch wegen schlechter Formulierung oder eben wegen falscher Einstellung.

Was einen großen Unterschied ausmacht und so wie die beiden damit umgehen, löst sich genau der Punkt nicht

Ist das ein fieser Möp oder muss er noch lernen wie er etwas sagt....umgekehrt ggf auch