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  • #1

Körperliche Symptome nach Trennung

Hallo liebes Forum,

ich wollte mal fragen, ob jemand ähnliches erlebt hat und ich es mit meiner Trennung in Verbindung bringen kann. Die Trennung ist bei mir ein halbes Jahr her und wir waren 9 Jahre zusammen. Ein schlechtes Gefühl deswegen kommt phasenweise, hält aber nie wirklich lange an. Habe auch noch nicht wirklich geweint deswegen oder bin wütend geworden. Am Anfang war es eher viel Erleichterung, die ich gespürt habe, weil meine Ex und ich gegen Ende keine schöne Beziehung mehr hatten.

Ich musste mein Leben komplett umkrempeln, ihr kennt es ja wahrscheinlich aus zahlreichen Forenbeiträgen: eine neue Wohnung, eine neue Stadt (wohne jetzt näher an meinem Job), neue Hobbies und Aktivitäten, neue Freunde.

Nun wär eigentlich alles gut, dennoch leide ich stark unter körperlichen Symptomen. Ich hab in dem halben Jahr circa dreißig Kilo abgenommen (wog doch schon recht viel) und bin nur noch ein Strich in der Landschaft. Ich habe einen unglaublichen Energieüberschuß, i.d.R. gehe ich die ungeraden Tage zum Krafttraining und die geraden Joggen. Das wäre alles ok aber dazu kommen noch Panikattacken. Ich werde fast jede Nacht um 3 Uhr morgens wach, mein Herz rast und das Adrenalin pumpt durch den Körper. Ich schlafe dann nicht mehr ein und bin bis zum Nachmittag, topfit. Auch habe ich gravierende Eßstörungen, ich esse manchmal tagelang gar nichts.

Diese Panikattacken machen mir Sorgen, ich gehe deswegen kommende Woche zum Hausarzt. Schlimm ist auch, dass sie von einer Realitätsentfremdung begleitet werden, man fühlt sich in diesem Momenten dann als würde man alles falsch machen im Leben. Sehr unangenehm.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich danke euch
Gruß m

>>>Bitte beachten Sie, dass wir ein reines Laienforum sind. Für medizinische Beratung konsultieren Sie bitte Ihren Arzt, und dahin sollten Sie, lieber FS, auch unbedingt hingehen!<<<
 
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  • #2
also als erstes mal, alle Achtung davor, wie Du die Trennung bisher schon bewältigt hast: Neues Umfeld, sehr viel körperliche Aktivität, neue Freunde - super! Das bewundere ich besonders, weil ich mich in derselben Situation eher antriebslos und depressiv hängen lasse und das auch zu lange.
Jedoch - bei Dir ist scheinbar trotzdem etwas zu kurz gekommen. Und zwar hättest Du kurz nach der Trennung doch erstmal die Gefühle rauslassen müssen, also doch für eine - möglichst kurze - Zeitlang zu Hause sitzen und heulen bis zum Abwinken, einfach nur trauern.
Es scheint, als wäre bei Dir allzu viel Verdrängung da gewesen und zu wenig Ausleben der - unvermeidlichen - negativen Gefühle. Nun kommt alles auf der körperlichen Ebene heraus. Das ist natürlich nicht gut.
Du solltest Dir eine Auszeit nehmen, keine Angst vor den negativen Gefühlen - Du wirst sie aushalten. Am besten auch ärztlichen Rat einholen, denn es klingt schon recht ernst und es könnten vielleicht doch auch organische Schäden entstehen, z.B. Herzprobleme. Ideal wäre es, gleichzeitig zum Internisten und zu einem Psychologen zu gehen!
Man soll sich Hilfe holen, wenn man sie braucht und nicht erst, wenn es schon zu spät ist bzw irreversible Schäden eingetreten sind.
w
 
  • #3
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir hier keine medizinische Beratung geben können und ein Laienforum sind: Lasse unbedingt Deine Schilddrüsenwerte checken!
Du planst ja ohnehin den Besuch beim Hausarzt. Sprich´ ihn darauf an.
Deine Symptome KÖNNEN Ausdruck einer Überfunktion sein, in dem Falle sehr typisch.
 
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  • #4
Das kann schon alles passieren - doch bei dir klingt es recht ungesund. Also: ab zum Arzt, einfach mal checken lassen und mit ihm Maßnahmen besprechen, die sinnvoll möglich sind. Wir sind hier nur im Internet, das ist zwar manchmal ganz schön, aber in deinem Fall nicht ausreichend.
 
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  • #5
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Du vorher gut Übergewicht hattest und nun so viel Sport treibst, obendrein wenig isst, ist der Gewichtsverlust nicht verwunderlich.

Ansonsten klingt es wirklich nach Panikattaken, die Selbstentfremdungsgefühle sind ein Depressionsphänomen - beides wahrscheinlich eine Reaktion, auf die vielen Dinge, die Du in Deinem Leben verändern musstest. manchmal kann man schneller handeln, als dass man es erleben und verarbeiten kann. Dann humpelt die Seele hinterher. Bring' einfach mal etwas Ruhe in Deine Leben, damit Deine Seele Dich einholen kann. Der Weg zum Arzt ist genau das Richtige, was Du jetzt tun musst.

Gutes Gelingen.
 
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  • #6
Hallo,
wenn alle körperlichen Ursachen abgecheckt worden sind, klingt das nach einer manischen Phase...? (aus psychiatrischer Sicht)
D. h. du führst ein überaktives Leben, damit du die Trennung kompensieren kannst.
Alles Gute
 
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  • #7
Ja, es kann sein, dass das psychosomatische Symptome sind. Das heißt, du bildest dir nichts ein, deine Beschwerden sind real, die Ursache ist zumindestens teilweise psysisch. Du bist auf dem richtigen Weg. Du hast dir selber klar gemacht, was dich belastet. Du kannst deine Beschwerden gut nennen und bist offen für Erklärungen. Der Weg zum Hausarzt ist ein guter Schritt. Er sollte körperliche Ursachen abklären, wenn alles okay ist, dir eine psychologische Hilfestellung geben u. evtl. überweisen. Was du schreibst, kenne ich teilweise selbst, Herzrasen, Unruhe, extreme Aktivitäten bis zum Gegenteil. Gut, dass du das Problem erkennst und angehen willst. Für beides, körperliche wie auch seelische Ursachen, gilt, dass es besser behandelbar ist, umso früher das Problem erkannt wird. Frag den Arzt mal nach milden Beruhigunshilfen wie Johanniskraut, Baldrian etc. , damit du besser schlafen kannst. Alles Gute.
 
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  • #8
Eine Trennung ist immer psychischer Stress. Und Stress bringt körperliche Symptome mit sich, bei den einen weniger, bei den anderen besonders stark ausgeprägt.
Du isst deutlich weniger als früher und treibst verstärkt Sport. Die Konsequenz daraus ist ganz natürlich und nachvollziehbar: Die Kilos purzeln nur so. Bleibe bei dem Sport, ernähre dich gesund, Schokolade&Co. nur in Maßen. Sehe es doch positiv: Du hast kein Übergewicht mehr.
Wenn du dennoch unsicher bist, vielleicht sogar noch andere Symptome hast, konsultiere deinen Hausarzt.
 
  • #9
Lieber FS,

die Veränderungen in deinem Leben nach dem Ende einer so langen Beziehung sind enorm. Neben den psychischen Belastungen, die mit so einer Trennung einhergehen, ändern sich auch viele deiner Gewohnheiten. Das wirkt sich auch auf deinen Körper aus.

Ich selbst litt sehr unter meiner letzten Trennung: Neben einer Gewichtsabnahme (die allerdings nicht halb so dramatisch war wie bei dir) hatte ich etwa ein halbes Jahr eine Mischung aus depressiven Schüben und einer völligen körperlich-seelischenTaubheit - ich lief durchs Leben wie in Watte gepackt. Hinzu kam übermäßiger Alkoholkonsum, der das alles nicht wirklich verbessert hat. Alles in allem kann ich mich an dieses halbe Jahr wenig erinnern, so als hätte ich es nur geträumt.
Wirklich überrascht hat mich aber die (kurze) Zeit physischer Schmerzen. die etwa 2 Wochen nach der Trennung begann, und die dazu führten, dass ich mich mit stechender Pein in der Brust, einhergehend mit tiefer Verzweiflung, stundenlang auf meinem Bett krümmte. Das ging vorbei, aber seit dieser Zeit weiß ich, was "Herzschmerz" wirklich bedeutet.

Was ich damit sagen will: Ich halte es für durchaus normal, dass sich eine Trennung körperlich auswirkt, durchaus auch stärker und über einen längeren Zeitraum.

Eine Gewichstabnahme von 30 kg sowie permanente Essstörungen halten ich allerdings für so erheblich, dass du wirklich umgehend einen Arzt konsultieren solltest!

m/35
 
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  • #10
Grundsätzlich sind Sport und Gewichtsabnahme (bei Übergewicht) gut. Nur hast Du es nur etwas übertrieben. Ich würde den Sport etwas zurückfahren, vielleicht nur noch 4 mal die Woche. Nimm Dich bewusst zurück, setz Dich nicht unter Stress (Du musst) und lass mal ein bisschen Ruhe und Regeneration einziehen. Zu den Essstörungen: ein Süppchen geht ja wohl immer, irgendwas was gut Kalorien hat z.B. Kartoffelsuppe oder eben eine Hühnersuppe. Da musst Du halt konsequent mit Dir selber sein. Zu den Panikattacken, ich denke das hängt damit zu tun, das Du quasi optisch und vom Anspruch her ein neuer Mensch bist. Du willst manisch nie wieder so Aussehen wie früher (mit 30Kg+). Bist aber durch Dein permanentes, sich selbst unter Druck zu setzen wahrscheinlich nicht glücklicher. Die Wahrheit und die Lösung liegt wie immer in der Mitte. - 20 kg sind auch absolut in Ordnung, Extreme machen unglücklich.
 
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