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Gast

  • #1

Könnt Ihr über Erfahrungen mit Magersucht in einer Partnerschaft berichten?

Gründe, Ursachen, Hilfe?
 
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Gast

  • #2
Hallo!
Erstmal zu Anfang: Freuen Sie sich, dass ihr Partner überhaupt mit Ihnen gesprochen hat und bereits so viel Vertrauen aufgebaut hat mit Ihnen über dieses schwerwiegende, hauptsächlich psychische Problem zu sprechen.
Ja ich habe einige Erfahrungen damit gemacht. Das wichtigste finde ich ist, für den anderen da zu sein,aber ihm auch kein Ultimatum oder irgendwas zu stellen damit aufzuhören. Der Partner muss das Gefühl haben, dass er sich auf Sie verlassen kann und dass Sie ihn unterstützen. Falls der Partner noch keine Therapie möchte, müssen Sie das akzeptieren. Wenn Sie ihn zwingen,erreichen Sie das Gegenteil und der andere zieht sich eher von Ihnen zurück. Es muss vom Partnr selber kommen bzw er muss selbst einsehen, dasss er Hilfe braucht.
Natürlich müssen Sie auch auf Ihre eigenen Gefühle und Ihre Befindlichkeit achten. Wenn Sie merken,dass sie mit der Magersucht/Bulimie nicht mehr klarkommen oder es Sie überfordert sagen Sie das Ihrem Partner, sodass man eventuell gemeinsam eine Lösung finden kann. Falls Ihr Partner zu eine Therapie noch nicht bereit ist, versuchen Sie ihn in dazu zu bringen eine anonyme Selbsthilfegruppe zu besuchen. Darf ich fragen wie schlimm es mit der Magersucht Ihres Erachtens nach ist?
Beste Grüße..
 
  • #3
gründe: fast immer gestörtes selbstbewußtsein sie erzählen einem, dass sie hungern um besonders zu sein.

ursache: mangelnde aufmerksamkeit, zu wenig unterstützung ständige kritik

hilfe: wenn sie selbst erkennt das sie krank ist und hilfe will, gibt es spezialisierte ärzte und gruppen. Wobei sich das über 10 jahre und länger hinziehen kann. Sie haben hochs und manchmal nach ein paar jahren wieder rückfälle.

frag dich selbst ob du das durchstehst... ich hab schon ein paar kennengelernt und es macht einem fertig wenn man sieht wie sie sich selbst kaputt machen, und genau auf dieses art provozieren sie ja auch deine aufmerksamkeit.
egal was du machst es ist falsch, gibst du iohnen aufmerksamkeit dann machen sie weiter weils funktioniert gibst du ihnen keine machen sie auch weiter bis es funktioniert sprich bis zum tod wenns sein muss.

ich lasse davon die finger, habe erst vor kurzem aus dem grund eine aufkeimende partnerschaft beendet
 
G

Gast

  • #4
Hallo!
Leider kann ich zu dem Thema soviel berichten, dass ich fast ein Buch schreiben könnte - und habe auch einige dazu gelesen.
Zuerst muss man glaube ich sehr klar zwischen Bulemie (Ess-/Brechsucht) und Magersucht (Essensverweigerung) unterscheiden. Während bei der Bulemie nicht aufs Essen verzichtet wird (man gönnt sich also etwas, trägt dann jedoch nicht die Konsequenzen und bricht es wieder; gegenüber Mitmenschen schwer zu erkennen, da ja offensichtlich normal gegessen wird) wird bei der Magersucht die Essensaufnahme fast verweigert (z.B. 1 Apfel am Tag etc.). Lebensbedrohend (und das ist nicht übertrieben) ist vor allem die Magersucht. Ich kann hier jedoch nur über die Bulemie in einer Partnerschaft berichten.
Gründe, Ursachen:
vielfältig; oft nicht erklärbar oder nachvollziehbar; oft "rutschten" sie einfach rein; wird oft lange (auch vom Partner) nicht erkannt.
Beziehung, Sexualität:
Nach meiner Erfahrung (10-jährige Beziehung, davon 3 Jahre Ehe, jetzt geschieden) ist die Beziehung zu Bulemiekranken enorm schwierig. Einerseits entwickeln sie eine unglaubliche Begabung für Unwahrheiten und Lügen (da sie u.a. immerzu sich und die Umwelt belügen, indem sie heimlich essen oder bei gemeinsamen Mahlzeiten normal essen und es später wieder brechen; Essensvorräte werden an geheimen Orten gebunkert, damit der Parnter nichts merkt; Unmengen leerer Keksschachteln, Schokoladeverpackungen u.ä. werden ebenso versteckt; Tagesabläufe werden nach dem heimlichen Essen ausgerichtet), andererseits mögen/lieben sie ihren Körper nicht so wie er ist, weshalb es ihnen auch schwerfällt, Freude an Sexualität zu haben. Meiner Meinung nach das Schlimmste war aber, dass sich ihr ganzes Leben nur mehr ums Essen dreht - weshalb unweigerlich jeder Partner erst an 2. Stelle kommt. Durch das "Sich-selbst-nicht-lieben" haben sie ein großes Bedürfnis an Liebe von außen, an "Geliebt und begehrt werden". Leider reicht hier oft der eigene Parnter alleine nicht mehr bzw. fühlen sie sich im "Alltag" zu wenig geliebt.
Hilfe:
Gespräche mit Therapeuten
Essklinik (allerdings ist die Bereitschaft dazu meist erst vorhanden, wenn der "Leidensdruck", d.h. die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu groß wird/werden)
Hilfe vom Partner: schwierig, da man einerseits mit Kontrolle wenig bis nichts erreicht (auch wenn die Kontrolle von der Partnerin gewünscht wird), und andererseits in eine Rolle gedrängt wird, welche für eine Beziehung schwierig ist - "Elternrolle"

Ich kann nur aus meiner Erfahrung und der Erfahrung einiger Freunde berichten - leider ähneln sich die Erfahrungen sehr.

Eine glückliche Beziehung ist nicht unmöglich (auch wir hatten 4 schöne Jahre während der Bulemie) - es ist nur schwierig und aufgrund der Unehrlichkeit der Partnerin oft verletzend.

Alles Gute
 
G

Gast

  • #5
ich hatte bis vor kurzem eine beziehung zu einer frau (29 j) die vor 10 jahren eine akute magersucht inkl. 1-jährigem (mehr oder minder erzwungenem, da sonst lebensbedrohliche situation) klinikaufenthalt hatte.

ich versuche mich kurz zu fassen:
- je näher ich sie kennen lernte, desto mehr kamen ihre z.t. zwanghaften verhaltensweisen ans licht. bsp: sie muss immer genau unter kontrolle haben, was & wieviel sie isst. kommt mal ein spontaner apero dazwischen, dann ruft das schnell mal eine krise hervor - sie ist dann komplett im elend, ihre gedanken kreisen nur um die typischen thematiken (zunehmen, selbstbestrafung etc), sie hat das verlangen abführmittel zu nehmen oder muss exzessiv sport treiben, etc.

- zureden, aufbauen, hilfe anbieten nützen leider, leider NICHTS. jedenfalls solange nicht bis sie es selber einsieht, und das tut sie in der regel nicht - ansonsten würde sie nicht schon lange in der krankheit stecken.

- die immer in kürzeren abständen wiederkehrenden krisen & depressiven phasen haben die beziehung enorm belastet & für mich schlussendlich zur trennung geführt.
wie bei anderen psychischen störungen auch ist es nie einfach "gut"; es kommt immer etwas nächstes. durch das sehr tiefe selbstwertgefühl, das ständige wirklich stark negative denken, das selber-bestrafen ist ein ausbruch aus diesem teufelskreis alleine für den betroffenen fast nicht möglich. und fremde hilfe hat meine ex-freundin abgelehnt - sie war sehr gut im gründe finden, wieso es ihr gerade schlecht geht (das studium belastet mich, ich habe streit mit meinem vater, etc etc).

...lange rede, kurzer sinn: ich bin zur einsicht gelangt dass eine beziehung zu einem menschen mit psychischer störung nicht auf gesunder & nachhaltiger basis möglich ist. schlicht deshalb, weil dieser mensch derart mit sich selbst beschäftigt ist, dass er häufig gar nicht mit dem partner interagieren kann.

aus diesem grunde werde ich wohl keine beziehung mehr zu einem menschen mit fundamentalen psychischen problemen/störungen mehr eingehen bzw. vorher abbrechen. man meint zuerst, das kommt schon - aber leider ist das nur die hoffnung, und die stirbt bekanntlich zuletzt.


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[Mod.= Die Frage stammt aus 2009 und Antworten helfen dem FS nicht mehr. Wir schließen den Thread hiermit.]
 
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