• #91
Ich fände es auch nicht gut, in so einer Form einem ExPartner verbunden zu bleiben, nach Deiner Lesart hast Du dann irgendwann eine ganze Samentüte im Gepäck (😉)? Wie willst Du dann frei sein, für einen neuen Partner?
Nee, das ist ein falsches Bild, aber mir war klar, dass das so verstanden wird.
Der Wunsch danach, mit dem Menschen zusammenzusein, ist weg. Du musst doch auch Dein Kind, das Du liebst, loslassen, weil es seine eigenen Wege gehen will. Für mich ist das Gefühl "Liebe" ja gleich und mit nichts verbunden an weiteren Wünschen wie Beziehung, Sex usw., es öffnet mir nur das Herz und ich bin bereit, demjenigen zu geben.

Du kannst doch auch Deine beste Freundin lieben, Deinen besten Freund, Deinen einen Sohn und den anderen usw.. SO muss man sich das eher vorstellen. Und da die Kapazitäten begrenzt sind, die man auf seine Lieben verteilen kann und weil ich ja von einem Mann Liebe UND Beziehung möchte, wenn es denn so passen sollte, dass man mit der Liebe auch zu einer Beziehung zusammenfindet, bin ich sowohl frei für einen Partner als auch nicht mehr daran interessiert, die anderen Samen zum Keimen zu bringen.

Liebe macht nicht unfrei, liebe Lionne. Nur die ganzen Wünsche an den anderen machen es in meinen Augen, wenn man die nicht loslassen kann, falls sie nicht erfüllt werden. Die habe ich an die "Samenkörner" nicht. Ich weiß aber nicht, ob das überhaupt mein Bild ist, ich sehe ja eher die Beziehung als Pflänzchen, nicht die Liebe.

wenn ich einen früheren Partner wieder begegne, was passiert dann?
Nichts, weil man keine Beziehung mit ihm mehr will.

Jemand, der aus meinem Leben verschwindet, verschwindet mit der Zeit auch aus meinem Gefühlsleben, bleibt nur als Erinnerung.
Was, wenn er wiederkommt? Meine Erfahrung ist, dass man, wenn man nicht abgeschlossen hat damit, genau da wieder an dem Punkt ist, wo es aufhörte. Das ganze schlummerte nur und wäre nie wieder aufgebrochen, wäre man sich nicht begegnet. Und ja, dann hat man wirklich ne Tüte Nicht-Abgeschlossenes im Gepäck. Bei mir gibt es sowas nicht hinsichtlich "Lieben und Verliebtheit", nur bei Menschen, die ich ätzend finde und die ich nicht wiedersehen will. Da käme dann der ganze Ärger wieder hoch, den ich mit denen hatte, während die vermutlich so daherkämen, als sei doch alles schick gewesen. Aber da das Leute vom Studium sind, ist wohl ausgeschlossen, dass wir einander noch mal über den Weg laufen werden.
 
  • #92
Für mich ist das auch pathetisch, es klingt so feierlich-glorifizierend und weltfremd. Vielleicht bin ich dafür einfach zu rational.
Was jetzt auch wieder hieße, ich sei es nicht. Ich finde dahingehend viel rationaler, Beziehungwollen und Liebesgefühle-zu-haben trennen zu können.

Pathetisch, glorifizierend usw. ist daran gar nichts. Dieses Theater drumrum wird mE nur von Menschen gemacht, die das irgendwie so werten wollen als hollywoodfilmmäßig oder religiös begründet oder sowas. Die einen, die es ablehnen, werten es genauso wie die, die wirklich weltfremd rangehen.

Mir wäre das, wie oben schonmal geschrieben, zu belastend, ich fühle mich mit "bedingungsloser Liebe" umklammert und eingeengt.
Wenn DU jetzt bedingungslos liebst oder wenn Dich einer bedingungslos liebt?
Du schmeißt hier auch wieder Liebe und Beziehungwollen in einen Topf. Jemand, der Dich bedingungslos liebt, wird Dir das nie so sagen, Du wirst das vielleicht nicht mal merken, weil er Dich immer loslassen wird, wenn Du weg willst oder einfach signalisiert hast, dass Du nicht an ihm interessiert bist. Weil eben gerade nicht "ich will aber eine Beziehung mit dir" dranhängt an der Liebe. Wg. *) ist das dann auch kein Trottel oder pathetischer Mensch oder was auch immer Negatives ihr in ihm seht. Das Gefühl ist einfach da, man entscheidet, was man daraufhin macht und ob man sozusagen die Pflanze keimen lassen will.

Umklammerung und Einengung kommt immer nur von denen, die BEZIEHUNG wollen, wie sie es brauchen, und nie von denen, die lieben. Es heißt doch auch: Liebe ist ein Kind der Freiheit. Ja, ist sie, und genau das ist für mich mit "bedigungslos" gemeint neben "man kann sie nicht erzwingen", was ja wenndann auch nur Thema wird bei Beziehungwollen.

*) Und jemand, der sich selbst liebt, ist auch nicht so blind, dass er sich und seine Kraft an einen anderen blind verschwendet, nur weil derjenige Liebesgefühle ausgelöst hat. Der Selbstschutz funktioniert auch bestens beim "bedingungslos lieben" zu können. Denn erst, wenn man sich selbst liebt, kann man ja andere lieben.

Ach und nochwas: Das ist überhaupt nicht so einfach und glatt, wie es hier klingt. Manchmal ist es ein ziemlicher Kampf mit sich selbst, dieses Loslassen.
 
  • #93
Wenn DU jetzt bedingungslos liebst oder wenn Dich einer bedingungslos liebt?

Letzteres.

Jemand, der Dich bedingungslos liebt, wird Dir das nie so sagen,

Umklammerung und Einengung kommt immer nur von denen, die BEZIEHUNG wollen, wie sie es brauchen, und nie von denen, die lieben.

Habe ich so erlebt. Mag sein, dass sie das nicht auseinandergehalten hat. Ich kann und will das nicht beurteilen. Jedenfalls war der Anspruch natürlich, dass ich das umgekehrt genauso sehe. Das triggert mich sicher deswegen auch heute noch.

Von daher: Du kannst das für Dich anders sehen und ich denke auch, Du hast da für Dich ein strukturiertes Bild. Ich werde bei "bedingungsloser" und "ewiger" Liebe hellhörig und fühle mich nicht gut dabei.
 
  • #94
ch empfinde anders, ich liebe, aber wenn das Wir nicht mehr passt, ich mich darin nicht mehr gut fühle, ich mich mit diesem Menschen nicht gut fühle, versiegt die Liebe. Es mag dauern, aber irgendwann ist es soweit. Oder es gab auch trotz Liebe Gründe zu beenden.
Was ist "Liebe" überhaupt ? Ich weiss es nicht, V weiss es auch nicht. Und Foreigner wissen es auch nicht .... I wanna know what love is - and I want you to show me ....
Den Schlagerschnulzenmist will ich gar nicht. Bedingungslos ist gar nix - so wenig wie alternativlos.
Für manche Menschen sind Gefühle wichtiger als für andere. Ok. Aber teilweise wird echt übertrieben - wenn eine Frau kurz vor der Rente immer noch verletzt ist über das Verhalten eines Jungen auf der Schulparty (!), dann hat das für mich nichts mehr mit der Befähigung zu tun, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Da wird ein Seitensprung ohne jegliches Problem Betrug genannt. Ist es dann auch Betrug, wenn einer von beiden dem anderen zu wenig Sex gibt ? Naja, es gibt Leute, deren Gedanken drehen sich nur um ihre "wertvollen Gefühle" - die sollten besser alleine bleiben. Sie kommen doch eh mit niemandem klar. Und kein Mensch will deren Jammerarien anhören ....
Natürlich verzeihe und vergebe ich nicht alles und Jedem. Will ich gar nicht. Es gibt viel zu viele Menschen, und fast alle davon sind mir derart unwichtig, dass ich mir die Mühe niemals machen würde. Andere sind mir derart unsympathisch, dass ich keinerlei Entschuldigung annehme. Einige Menschen aber mag ich - und denen verzeihe und vergebe ich gerne. Weil ich weiss - so wie ich haben diese Menschen auch ihre Wünsche und Ziele. Und manchmal gehen diese mit meinen nicht konform. Na und ????Fehler machen wir auch alle .... sind also selbst auf die wohlwollenden Entscheidungen des eigenen Umfeldes angewiesen. Wege können sich auch trennen - in Feindschaft wie in Freundschaft. Das ist völlig normales, wichtiges menschliches Verhalten. Pragmatisch und klug.
Ein bissel über den Dingen stehen, die Freiheit des anderen ebenfalls anerkennen - das hilft. Jedenfalls mehr, als sich in seinen Gefühlen zu suhlen .....
 
  • #95
Das kommt auch darauf an, wie man das Wort “Liebe“ verwendet. Für mich ist es etwas, was sehr mag.
In 10 Wochen würde ich auch sagen, dass ich Lebkuchen sehr liebe und hätte ich einen Maserati in der Garage, dann liebe ich meinen Maserati.

Es muss nicht automatisch immer eine Frau sein.
Auch bei der Musik sage ich, dass ich diejenige Künstlerin liebe und Helene Fischer gehört nicht dazu.:) Dann lieber Sheena Easton, doch dann kommt das nächste Problem, wenn meine LG dies hört, dass ich Sheena liebe.
 
  • #96
Das kommt auch darauf an, wie man das Wort “Liebe“ verwendet. Für mich ist es etwas, was sehr mag.
Damit kann ich leben - ja, im Grunde genommen sehe ich das auch so.
Das impliziert für mich allerdings auch, dass die Liebe Pause machen kann. Ich liebe jedes Jahr Lebkuchen immer wieder aufs Neue - aber im Sommer macht diese Liebe Pause.
Dann lieber Sheena Easton, doch dann kommt das nächste Problem, wenn meine LG dies hört, dass ich Sheena liebe.
Da habe ich es besser, ich darf Doro ganz offiziell lieben. Ohne ein Problem dadurch zu haben.

Lese ich hier allerdings diese ganzen romantischen Verklärungen inkl. all der Auswüchse bzgl "wahre Liebe" - dann dürfen wir beide uns demnächst auf einen Shitstorm gefasst machen. Weil es so einfach nicht sein darf .....

Vielleicht sorgt allerdings gerade dieses Einfache dafür, dass die Fähigkeit, glücklich und zufrieden zu sein sowohl die passenden Menschen anzieht als auch eine gewisse Grosszügigkeit bedingt. Mir kommt es so vor, dass mit dieser Einstellung einfach weniger Möglichkeiten gegeben sind, um enttäuscht zu sein, sich betrogen zu fühlen oder den Menschen, die wir mögen, etwas übel zu nehmen.

Mir kommt es manchmal so vor:
Ich mag meine V. Für mich ist das einfach Fakt. Selbst wenn V mal einen Fehler machen sollte, bleibt dieser Fakt bestehen. Aufgrund dieser einfachen Sichtweise suche ich keine Probleme, kreiere kein Gefühlschaos und suhle mich dadurch weder im Selbstmitleid noch habe ich Grund zu jammern. Damit das so bleibt stelle ich keine komplizierten Theorien zu "wahre Liebe" auf und pfeife auf Regeln, Verbote, Moral u.ä.. Dadurch muss ich auch viel weniger verzeihen und vergeben. Und selbst auch weniger oft um Entschuldigung bitten ....
 
  • #97
Es gibt auch verzeihen ohne damit leben zu können, genauso wie verzeihen ohne weiter zu lieben.

Lieber @Tom26...Du musst jetzt mal als Beispiel her halten.
In jung, hätte ich keinen Mann genommen, der von vorne herein sagt: ich bin nicht körperlich treu.
Oh Graus, Kreuz und Knoblauch

Heute versteh ich die Einstellung besser und finde es, so offen gesagt auch nicht unmoralisch.
Wie V ihn kennen und lieben gelernt hat, würde ich wohl sehr positiv denken, glauben, dass kann ich etc.
Und dann kommt der gute Tom, ja gar nicht mal auf die Idee zu anderen Frauen zu gehen= das Leben ist herrlich.
Nun gewöhn ich mich aber an seine Treue....
Und irgendwann kommt ein offenes: ich hatte Sex mit xy...

Grau ist jede Theorie und ja vielleicht steh ich zu der Offenheit und alles ist gut, dann gibt's eh nichts zu verzeihen.
Oder mir schiessen sofort die Tränen in die Augen.
Merke aber, es tut mir weh, weil mein Selbstwert nicht gross genug ist etc.
Oder ich will es einfach doch nicht und es wurde nur bis dato nicht auf die Probe gestellt. Dann komme ich zwar ins verzeihen und ggf verzweifeln oder eben, ich verzeih weil es immer sein Naturell war allerdings geht mir meine grosse Liebe zu ihm flöten.

Ganz viele oder.....und ich könnte nichts planen, sondern meine Emotionen würden das völlig alleine machen
 
  • #98
Es ist fast eine philosophische Frage, ob man alles verzeihen kann oder überhaupt alles verzeihen soll.

Ich bleibe dabei, dass die Trennungskompetenz wichtig ist, um überhaupt eine Beziehung führen zu können. Zudem muss man Grenzen setzen können und nicht nur setzen, sondern auch einhalten.

Die bedingungslose Liebe ist die paradiesische Idealvorstellung. Wir Menschen leben aber nicht im Paradies oder im Ideal.
Der bedingungslosen paradiesischen Liebe kommt die idealisierte Mutterliebe bei einem Baby noch am nächsten. Für eine Beziehung zwischen zwei gesunden Erwachsenen eignet sich die Mutter-Baby-Beziehung nicht als Modell.
Beispiel:
Fäkiert das Baby auf den Küchenboden, findet die Mutter das vielleicht lustig und liebt das Kind weiter ohne Vorbehalt. Den Stuhlgang ihres gesunden Partners auf dem Küchenboden findet sie in einer Beziehung hoffentlich nicht lustig und überdenkt hoffentlich die Beziehung mit diesem Mann.

Damit ist ihre Liebe zum Mann aber schon nicht mehr bedingungslos, schließlich stellt sie die Bedingung, dass er den Küchenboden nicht als Toilette benutzt.
Bei der geschlagenen Frau bewundern wir nicht ihre Bedingungslose Liebe zum schlagenden Mann, sondern sehen ein krankes destruktives Beziehungsmodell

Warum soll die Bedingung, den Küchenboden nicht als Toilette zu nutzen, weniger spießig oder unangemessener sein als Bedingungen wie körperliche Treue, keine Gewalt oder kein Glücksspielsucht?

Zur Trennungskompetenz gehört die Überlegung, ob die Beziehung noch gut für einen ist. Die Beziehung ist ein Gesamtpaket. Die körperliche Treue ist nur ein Aspekt. Wenn die fehlende Treue in der Beziehung stört, aber die überwiegenden Aspekte an der Beziehung schön sind, führt man die Beziehung weiter. Überwiegt das Negative beendet man die Beziehung.
 
  • #99
Und irgendwann kommt ein offenes: ich hatte Sex mit xy...
Ja, das ist wohl der Haken an der Sache.
Dafür haben wir Diskretion vereinbart. Es kann ja auch passieren, dass ich irgendwann nicht mehr so kann, wie V das gerne hätte. Dann hat sie eben Sex ... nicht mit mir. Offen aussprechen müssen und sollen wir das beide nicht. So ist der Deal.
Wir wollen uns ja nicht gegenseitig verletzen. Und wir wollen uns eine kleine Affaire gar nicht gegenseitig verzeihen müssen.

Im erweiterten Bekanntenkreis gibt es eine ganz tolle Frau. Sie geht offen damit um, dass ihr Sex Schmerzen bereitet. Sie weiss auch, dass ihr verstorbener Mann immer gerne Sex haben wollte. Sie hat ihn ins Nobelbordell geschickt. Damit er auf nichts verzichten musste. Diese Grösse der Frau war mir immer ein Vorbild.
Für mich ist sie ein Sinnbild für Freiheit, Zuneigung, Grosszügigkeit, Stärke und Mut . Ihr offener Umgang mit einem vermeintlichen Tabu hat mich begeistert. Und ja, sie hat Anteil daran, dass ich so wurde wie ich bin.
Würden wir uns persönlich kennen, würdest du mich vielleicht teilweise verstehen. Was mich antreibt, was mich ausmacht. Du, liebe Pixi, hättest (und da bin ich mir sehr sicher) die Grösse, mich zumindest anzuhören. Nur darum habe ich auch V gebeten. Daraus hat sich mehr entwickelt als ich je zu hoffen wagte. Wahrscheinlich ganz gut, dass wir beide so lange nicht zusammen gekommen sind. Denn so weiss V, dass ich nicht nur Hallodri bin, sondern auch meine guten Seiten habe.

Jeder Dollar hat 2 Seiten - und beide Seiten gibt es nur zusammen.
 
  • #100
Du schmeißt hier auch wieder Liebe und Beziehungwollen in einen Topf. [...]
Umklammerung und Einengung kommt immer nur von denen, die BEZIEHUNG wollen, wie sie es brauchen, und nie von denen, die lieben. Es heißt doch auch: Liebe ist ein Kind der Freiheit.
Kann ich alles unterschreiben, was du sagst!

Ich würde meinen Partner auch dann lieben, wenn er keine Beziehung mit mir will und mir nicht irgendwelche Bedingungen erfüllt. Ich glaube ehrlich gesagt, das ist bei vielen so, wenn sie wirklich verliebt sind, frisch verliebt: Man genießt einfach die Anwesenheit des anderen Menschen und ist glücklich, denkt gar nicht viel nach, sondern liebt ihn einfach so sehr. Aber wenn man dann "rational" wird und an die eigene Lebensplanung denkt (bzw. in der Online-Suche oft von Anfang an), kommen dann Bedingungen hinzu: "Ich will aber, dass er mich heiratet. Ich will Kinder. Ich will, dass er mehr im Haushalt macht. Ich will nicht, dass er andere Frauen trifft. Ich will, dass er mir treu ist. Ich will, dass er mir Komplimente macht. Ich will, dass er ......"

Manche Menschen können sich jedoch dieses Gefühl der "freien Liebe" bewahren. Ich könnte es auch nicht mit jedem Menschen, und erst recht nicht @Lionne69 mit einem, der mich schlägt und schlecht behandelt. Nein, auf keinen Fall würde ich bei einem Menschen bleiben, unter dem ich leide, ich liebe ja auch mich selbst. Und ich klammere auch nicht an einem Partner und sage, egal, was er macht, ich liebe ihn. Das meinte ich nicht. Ich meinte, dass ich meinen Partner als ganzen Menschen einfach mag und entspannt mit ihm lebe und ihn entspannt leben lasse, wie er will, so wie es @Tom26 ziemlich gut beschrieben hat.

Wenn einer oder beide sich nicht gut fühlen in der Beziehung, würde ich sie beenden und es aber nicht dem Partner gewissermaßen persönlich übel nehmen, sondern "verzeihen" und akzeptieren, dass es nicht passt.

Die von mir beschriebene Liebe funktioniert natürlich nicht mit allen Menschen, sondern nur mit ganz wenigen, ganz besonderen Menschen auf der Welt. Deswegen verliebe ich mich und liebe ich ja auch nur selten, aber dann richtig. Und wenn ich mich verliebe, dann nur in einen Menschen, der so toll und gut ist, dass er mich nicht schlecht behandeln würde, im Sinne von Schlagen/Beleidigen/Demütigen etc. Ja, es könnte passieren, dass er sich in der Zukunft in eine andere Frau verliebt und sie küsst. Das ist für mich kein Schlechtbehandeln, das ist das Leben. Ich werde ihn an seinem Glück nicht hindern, wir können dann die Beziehung ggf. beenden und ich wünsche ihm aufrichtig alles Gute.

Vielleicht ist es eine Art Zirkelschluss, aber ich liebe natürlich nur Menschen, die gute Menschen und gut zu mir sind. Deswegen musste ich auch noch nie wirklich schlimme Dinge verzeihen, aber ich könnte, weil der Mensch sonst so gut und liebenswert ist, da könnte ich einen "Ausrutscher" bestimmt verzeihen.
 
  • #101
Dann hat sie eben Sex ... nicht mit mir. Offen aussprechen müssen und sollen wir das beide nicht. So ist der Deal.
Wir wollen uns ja nicht gegenseitig verletzen. Und wir wollen uns eine kleine Affaire gar nicht gegenseitig verzeihen müssen.
Nun, dann wollen wir mal hoffen, dass die Diskretionsmaßnahmen auch ausreichend sind. Also, nicht dass man sich irgendwann sagt "Na, wo bleibt sie denn..." und sie etwa zum selben Zeitpunkt "Ich komme gleich..."
Ich finde diese Regelung eigentlich sehr vorbildlich, und echt mal eine Alternative zu kleinbürgerlichen und kleingeistigen Verbotsregelungen ohne echte Augenhöhe. Da gibs es dann wahrscheinlich auch gar nichts mehr zum Verzeihen.

Nicht ganz geregelt scheint mir allerdings, wie der eine Part ohne Affaire dann in gewissen Liebesdingen "bedient" wird, wenn der andere schon "bedient" wurde.
Hierin scheint sich noch eine kleine Dissonanz zu ergeben.
 
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  • #102
Habe ich so erlebt. Mag sein, dass sie das nicht auseinandergehalten hat. Ich kann und will das nicht beurteilen. Jedenfalls war der Anspruch natürlich, dass ich das umgekehrt genauso sehe
Ja, dann würde ich sagen, war das mal wirklich keine bedingungslose Liebe, sondern sie wollte nur so eine von Dir, um ein Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. Bedingungslos ist nunmal bedingungslos, also kann nichts vom anderen fordern.
Hast Du das nie hinterfragt, dass sowas ja wohl nicht bedingungslos sein kann?

Zu seinen Gefühlen zu stehen und damit allein zu bleiben, wenn der andere nunmal für Beziehung nicht passt, tut auch weh, also insofern denke ich schon, dass das viele Menschen erstmal gar nicht können. In jungen Jahren ist das alles sowieso noch in dem Topf "ich muss glücklich werden", also alle Vorstellungen, die man hat von einer Beziehung, kleben am Begriff "Liebe", und eigentlich geht es nur um egoistische Vorstellungen vom Glück zu zweit.


Nach dem Motto, ich erwarte nichts von dir und egal wie du dich verhältst, werde ich dich lieben.
Schon, aber nicht "ich werde dich begehren" oder "ich will mit dir zusammensein". Es heißt nicht mal "ich werde dich immer unterstützen, wenn du es brauchst". Es heißt eher "du bist der Mensch, mit dem ich alles Schöne erleben hätte wollen, mit dem ich gern alles geteilt hätte" und dergleichen. Aber nie "MUSS". Und sagen muss man es demjenigen schon gar nicht, weil - wozu. Es ist einfach ein Gefühl. Wirklich nur ein Gefühl, das dieser Mensch auslösen kann und andere nicht. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ihr hier nie erlebt habt, dass euch das Herz aufgegangen ist bei einer Person. (Ich meine das Herz, nicht andere Organe ... das kenne ich sehr wohl auch.)

Ich glaube nicht, dass der Andere es gut finden würde.
Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, was Du oder die Person fühlt für ihn. Nicht, wie er es findet oder was er dazu meint und ob er dasselbe empfindet.

Sobald die eigenen Liebesgefühle als Druckmittel eingesetzt werden, um was vom anderen zu kriegen, oder Ausdruck einer Besessenheit sind, ist es doch eh schon keine bedingungslose Liebe, sondern eben Besessenheit, Bedürftigkeit, Sucht nach irgendwas, das man auf den anderen projiziert. Sobald sowas passiert, wie @Lebens_Lust beschrieb, kann es doch überhaupt nicht mehr "bedingungslos" genannt werden?!

Das Wort ist schon genauso gemeint. Keine Bedingungen sind an das Gefühl geknüpft, weil es nunmal nur das Gefühl ist, das der andere auslöst. MEHR NICHT :)
 
  • #103
Ich glaube ehrlich gesagt, das ist bei vielen so, wenn sie wirklich verliebt sind, frisch verliebt: Man genießt einfach die Anwesenheit des anderen Menschen und ist glücklich, denkt gar nicht viel nach, sondern liebt ihn einfach so sehr. Aber wenn man dann "rational" wird und an die eigene Lebensplanung denkt (bzw. in der Online-Suche oft von Anfang an), kommen dann Bedingungen hinzu: "Ich will aber, dass er mich heiratet. Ich will Kinder. Ich will, dass er mehr im Haushalt macht. Ich will nicht, dass er andere Frauen trifft. Ich will, dass er mir treu ist. Ich will, dass er mir Komplimente macht. Ich will, dass er ......"
Da würde ich sagen, ist eben die Liebe als Gefühl da gewesen, aber eine Beziehung ist nicht führbar mit einem Menschen, mit dem man nicht auch passt bzw. der eben selbst nicht lieben kann, sondern denkt, er kann die Gefühle des anderen benutzen für Bequemlichkeiten oder zur Erfüllung eigener Ego-Wünsche.

VERlieben würde ich auch dringend unterscheiden von Lieben. Das Verlieben ist ja leider auch Vernebelung, und wenn man den anderen dann klar sieht und nichts mehr vom Anfangsgefühl übrig ist, war es wohl doch keine Liebe, sondern leider nur die Hoffnung darauf.

Ich denke, das Wort "Liebe" ist so überfrachtet, dass kaum einer damit noch ein einfaches Gefühl in Verbindung bringt. Es macht Angst, es soll Abhängigkeit, Bedürftigkeit, Beziehungführenwollen, Gefühlserpressung, Habenwollen, sexuelle Gefühle, Erwartungen-Erfüllen ... bedeuten ... alles keine Liebe sondern genau das, was jeweils dasteht.

Ansonsten denke ich, dass viele Menschen generell mit ihrem Gefühlsleben Probleme haben. Hatte ich auch früher.
Das sehe ich darin begründet, dass sie als Kinder mit ihren Gefühlen manipuliert wurden, die Gefühle verletzt wurden, gedemütigt wurden und sie daher als Erwachsene für Schwäche halten. Gefühle wurden als Launen abgetan, es wurde ihnen keine Beachtung geschenkt usw.. Ich seh das in der Geschichte begründet, zwei Weltkriege, dazu noch die Erziehungsmethoden, die "ausprobiert" wurden und noch anderes. Außerdem sind die Kinder gefühlsverletzter Menschen eben von gefühlsverletzten Menschen geprägt und beeinflusst.
Vielleicht ist es wirklich so, dass erst jetzt möglich ist in diesen Friedenszeiten HIER bei uns, wo es nicht mehr einfach ums nackte Überleben geht, auch die Gefühlswelt der Kinder Beachtung bekommen kann. Also dass sich auch die Gesellschaft mehr drum kümmert, was diesbezüglich los ist.

Allgemein würde ich sagen, wird die Gesellschaft immer sensibler und empathischer. Zum Glück, auch wenn es ab und an ein bisschen übertrieben wird, wenn es darum geht, was Beleidigung sein soll und was einfach negative Meinungsäußerung ist, die mE immer noch möglich sein muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #104
Hast Du das nie hinterfragt, dass sowas ja wohl nicht bedingungslos sein kann?

Doch natürlich. Aber was willst Du denn da ernsthaft sagen? Willst Du über "Bedingungen" diskutieren und ihr ausreden, dass sie das als "bedingungslose" und damit für sie schöne Liebe empfindet?

In der Theorie ist das einfach. In der Praxis bekommst Du auch, wenn Du sowas wie einen Ehevertrag als sinnvoll ansprichst, die Antwort "Du liebst mich dann nicht". Das sind dann auch wieder "Bedingungen". Ich denke, die meisten Frauen möchten da einfach romantische Gefühle sehen und die können sie sich nicht mehr vorstellen, wenn der Mann dann an eine Hochzeit _auch_ rational rangeht.

Eigentlich finde ich das schade. Das Thema Heirat traut man sich als Mann dann gar nicht mehr anzusprechen, weil man weiß, das gibt nur Diskussionen. Oder es geht so aus wie im Parallelthread, in dem die Frau unbedingt heiraten will, dann aber wegen einem dummen Spruch dem Mann alles um die Ohren knallt. Was soll man denn da überhaupt noch von "Liebe" halten? Als Mann muss man sich doch fragen, ob sie die Heirat statt einem Mietvertrag wollte.
 
  • #105
Sobald die eigenen Liebesgefühle als Druckmittel eingesetzt werden, um was vom anderen zu kriegen, oder Ausdruck einer Besessenheit sind, ist es doch eh schon keine bedingungslose Liebe, sondern eben Besessenheit, Bedürftigkeit, Sucht nach irgendwas, das man auf den anderen projiziert.
Du meinst quasi, man solle mit seinem Gefühl alleine fertig werden und die anderen Person damit nicht belästigen. Denn die Liebe ist bedingungslos und eine Erwartung wäre sowieso ein Zeichen von Bedürftigkeit, Besessenheit oder Sucht?

Du kannst es natürlich so handhaben. Ich habe eine andere Vorstellung davon. Eine einseitige Liebe möchte ich nicht. Letztendlich hat man nur ein Leben und möchte darin wachsen und sich nicht blockieren. Besser ist es, wenn man liebt und geliebt wird. Es ist schöner wenn beide einander helfen, ergänzen und zusammenwachsen. Das ist viel besser als irgendwo in einem stillen Kammerlein vor sich über die ewige große Liebe träumen, die niemals eine Reale Chance hat/hatte. Natürlich gibt es solche Begegnungen und jeder hat auch mal eine unerfüllte Liebe erlebt aber die Kunst ist da rauszuwachsen und diese Geschichten hinter sich zu lassen.

.
 
  • #106
Bedingungslose Liebe besteht mE immer auf einer Seite und wird auch nicht in gleichem Umfang erwidert. Und schön ist daran gar nichts.
Grundsätzlich sage ich, es gibt sie gar nicht. Frage eine Person, was ist ihr besonders wichtig, was muss jemand als potentieller Partner mitbringen - mit der ersten Antwort hat sich bedingungslos doch erledigt. Wenn jemand nun annimmt, dass er bedingungslos liebt, dann doch nur, weil der Partner die Erwartungen bereits erfüllt.

Das von @void beschriebene Gefühl halte ich weder für schön noch für gesund, weil es niemals erwidert werden wird. Es klingt nach einem kranken Überbleibsel nach einer verschmähten Liebe.
In einer Partnerschaft würde ich bedingungslose Liebe (das Gefühl) mit Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Person gleichsetzen. Da würde alles vergeben und vergessen werden. Verzeihen bedeutet da auch nicht verzeihen, sondern egal.
Da kann man nur jeder Person wünschen niemals bedingungslos zu lieben - von der Liebe zum Kind abgesehen.
 
  • #107
Du meinst quasi, man solle mit seinem Gefühl alleine fertig werden und die anderen Person damit nicht belästigen.
Nein, nicht "sollte" per se. Ich meine, man kann sich ein Gefühl aber nicht ausreden. Ich denke schon, dass es immer auch auf Gegenseitigkeit beruht. Diesen Eindruck hatte ich jedenfalls bislang von den Menschen, die das Gefühl Liebe bei mir auslösten. Jeder gibt dem anderen dieses Gefühl der Wärme. Aber es heißt eben - wie schon so oft geschrieben - nicht, dass man auch eine Beziehung miteinander führen kann/will/muss.

eine Erwartung wäre sowieso ein Zeichen von Bedürftigkeit, Besessenheit oder Sucht?
Nein, eine Erwartung wäre eine Erwartung. Das andere kann auch passieren, aber dann liebt man nicht, so wie ich Liebe als Gefühl empfinde. Klar will man zusammen sein, wenn man einen Menschen liebt. Egal, ob Mann oder Frau oder Kind. Man will diesen Energieaustausch. Das ist, wie auch schon gesagt, nichts Sexuelles. Bei einem Menschen aus der Partnerzielgruppe wünscht man sich das sicher, aber es ist dann eine Erwartung, die nicht unbedingt erfüllt werden kann.

Handhaben kann ich nichts. Ich werde nur unglücklich, wenn ich ein Gefühl, das ich in mir habe, mir ausreden soll oder ignorieren soll. Ich lasse es zu und behelligen dann den anderen nicht damit, wenn ich denke, dass es ihn nicht interessiert oder irgendwas Weiteres gar nicht möglich ist.

Wie gesagt, ich habe nicht erfahren, dass es einseitig ist. Das war nur bei Projektionsverliebtheit so.
Aber Erwartungen, die ich noch hatte, wurden dann manchmal nicht erfüllt, weshalb ich mich damit auseinandergesetzt habe, wie das für mich zu sehen ist. Weil, wie gesagt, mir Gefühle ausreden zu sollen, ist falsch.

Das ist viel besser als irgendwo in einem stillen Kammerlein vor sich über die ewige große Liebe träumen, die niemals eine Reale Chance hat/hatte.
Das ist ein ganz anderes Thema, was nun auch noch beigemischt wird. Die große Liebe zu erträumen, ist doch wieder hollywoodmäßige Vorstellung. Davon habe ich nie geredet.

Hast Du noch nie einen Menschen geliebt, ohne was zurückzufordern? Kann ich mir nicht vorstellen. Warum sollte das anders sein, nur weil es ein Mann ist? Rein vom Gefühl her ist es doch auch ein Mensch, der es in Dir auslöst, wenn Du nicht gleich Erwartungen dranknüpfst und/oder es nicht von sexuellem Begehren trennst.
 
  • #108
Das von @void beschriebene Gefühl halte ich weder für schön noch für gesund, weil es niemals erwidert werden wird.
Ähm, doch, immer. Ich finde es interessant, was für Probleme hier verbunden werden damit.
Es klingt nach einem kranken Überbleibsel nach einer verschmähten Liebe.
^^
Meine Liebe wurde nie verschmäht. Ich wurde verschmäht, wenn ich mich früher VERliebt hatte, aber das war ja keine Liebe, es war Projektion. Ich konnte diese Männer gefühlsmäßig gar nicht erfassen und sah nur die Fassade und triggernde Verhaltensweisen, wo ich dann jede Menge Erwartungen ableitete. Da konnte ich Liebe BEI MÄNNERN noch gar nicht fühlen, weil das eben mein Zielgeschlecht ist, was Partnerschaften angeht, und ich hier natürlich jede Mengen Wünsche und Erwartungen hatte, die dann hochkamen. Das ist nicht Liebe.

In einer Partnerschaft würde ich bedingungslose Liebe (das Gefühl) mit Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Person gleichsetzen.
Das kannst Du so definieren für Dich. Wer sollte dagegen reden, wenn Du den Begriff mit nicht vorhandener Selbstliebe verknüpfst. Aber ich hoffe, Du ziehst auch in Erwägung, dass ICH das so nicht meinte. Habe ich aber eigentlich schon zigmal hier geschrieben?!
 
  • #109
Das meinte ich nicht, dass Du was hättest sagen sollen. Ich meinte das bezogen darauf, dass Du diesen Begriff immer noch mit dieser Frau verknüpfst. Ich finde es eindeutig, dass es nicht bedingungslos war, obwohl sie es ja so nannte.

In der Praxis bekommst Du auch, wenn Du sowas wie einen Ehevertrag als sinnvoll ansprichst, die Antwort "Du liebst mich dann nicht". Das sind dann auch wieder "Bedingungen"
Ja klar, aber an die Beziehungsführung. Nicht an das Gefühl. Bedinungslose Liebe - ja, bedingungslose Beziehungsführung - niemals.

Beziehungführen ist für mich ein ganz anderes Ding. Da können wir unendlich diskutieren, was man erwarten kann, was man selbst zu geben bereit ist, welche Kompromisse man machen kann und welche man vom anderen wünscht, welche Form man leben will (Heirat, LAT, ...) usw..

Wenn man sich selbst liebt - erste Voraussetzung für eine glücklichmachende Beziehung - und einen Menschen getroffen hat, den man liebt und der auch reif genug ist, selbst zu lieben (manche haben ja Angst davor, weil es sie abhängig machen könnte oder Gefühle Schwäche sein sollen. So einen Menschen kann man zwar auch lieben, aber eine Beziehung mit ihm wird nicht schön und wird nicht funktionieren.), dann ist das schon mal ne gute Voraussetzung dafür, eine Beziehung anzugehen und nicht gleich weiterzurennen, sobald ein eigentlich lösbares Problem auftritt. Wohlgemerkt: ein LÖSBARES. Nichts mit Sich-Verbiegen oder den anderen verbiegen und dergleichen.

Nichtbedingungslose Liebe sagt doch: Wenn du dies und das nicht tust, lieferst, liebe ich dich auch nicht. Also folgt entweder: "Ich warte, bis du deine Liebe zeigst, dann beginne ich, dich zu lieben", oder aber es heißt: "Sobald ich meine, du liebst mich nicht, sind meine Liebesgefühle auch weg." Passt für mich nicht zusammen mit einem Gefühl.

Ein Mann kann sonstwas für mich tun oder mich unterstützen, ich werde immer dankbar sein, aber Liebe kann er nicht erzeugen. Das müsste aber funktionieren, wenn man Bedingungen an die Liebe hat und einer die erfüllt. Klar kann man/frau trotzdem so eine Beziehung eingehen, weil es ihm/ihr angenehm ist. Aber vielleicht kriegt er/sie niemals ein "ich liebe dich" über die Lippen.
 
  • #110
Liebe Void,

Für mich gibt es diese "bedingungslose" Liebe nicht. Nur bei Kindern, meine Kinder liebe ich bedingungslos.
Denn, ich liebe mich auch selbst, und sollte der Mensch, den ich liebe, mir nicht gut tun, dann verfliegt das Gefühl für ihn.

Ich habe mich auch schon getrennt, obwohl ich den Mann sehr, sehr liebte - und ich auch wusste, es war nicht einseitig.
Nur waren die Umstände so, dass die Beziehung mir so nicht gut tat.
Die Liebe zu diesem Mann war dann auch nicht von heute auf morgen vorbei, es dauerte eine ganze Zeit.
Heute ist es eine schöne Erinnerung, Dankbarkeit für viele Glücksmomente, ich hoffe, dass es ihm gut geht.
Aber mehr ist da nicht mehr, wäre nicht mehr zum Wiedererwecken.

Nichtbedingungslose Liebe sagt doch: Wenn du dies und das nicht tust, lieferst, liebe ich dich auch nicht. Also folgt entweder: "Ich warte, bis du deine Liebe zeigst, dann beginne ich, dich zu lieben", oder aber es heißt: "Sobald ich meine, du liebst mich nicht, sind meine Liebesgefühle auch weg." Passt für mich nicht zusammen mit einem Gefühl.
Deine Schlussfolgerung ist für mich falsch. Man kann Liebe weder verdienen, noch erzeugen.
Liebe ist ein schlichtes Gefühl, entstanden aus der Anziehung zu dieser Person.
Man kann Liebe zum Erlöschen bringen.
WENN sie mir nicht gut tut.
WENN sie unerwidert bleibt, weil sie mich damit blockiert.
Ich kann die Entwicklung stoppen - ich spüre eine starke Anziehung zu einem Mann, der stellt sich als vergeben heraus. Dann stoppe ich, dann wird aus der Anziehung gkeine Liebe.

Ich bin meinen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert.
Ich kann Wut empfinden, das zur Kenntnis nehmen, akzeptieren und schauen, was ich damit mache. Angst, Freude, etc.
Auch bei Liebe kann ich reflektieren, und dieses Gefühl zum Erlöschen bringen oder erst gar nicht zum Entstehen.

Mit der Definition eines Gefühls, der Beschreibung werden wir uns alle mehr oder weniger schwer tun.
Mehr als das, was es in einem auslöst, kann man schlecht sagen.
Jede*r fühlt anders, bei jedem anderen lösen bestimmte Gefühle anderes aus.
Ein richtig gibt es nicht.
Deswegen auch finde ich solche Bezeichnungen wie Wahre, Echte Liebe nicht nur pathetisch, sondern unterstellend, dass andere Menschen nicht wirklich lieben.

Ich weiß, dass ich meinen Partner liebe, dass ich mich sehr wohl mit ihm fühle, dass es in mir warme Gefühle auslöst, wenn ich an ihn denke, wenn ich bei ihm bin...
Ob es wahr, echt, bedingungslos... ist, ist mir vollständig egal. Ich liebe. Punkt.

Und zum Ursprungsthema den Bogen, wir haben beide unsere Eigenheiten, machen beide Fehler - und mit der Liebe ist die Toleranz und Nachsicht eben auch größer. Da geht es erst mal gar nicht um Vergeben, verzeihen - es passiert was, Haken.
Käme etwas Verletzenderes, dann würde ich (fast) immer versuchen zu klären - und dann kommt es eben darauf an...

W, 51
 
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  • #111
@void, du hast soweit ich weiß, ein naturwissenschaftliches Studium absolviert. Was sagt der 2. Hauptsatz der Thermodynamik? Was passiert mit der Wärme, wenn keine Energiezufuhr da ist? Du weißt doch, Perpetuum Mobile ist verboten. Um die Wärme (Liebe) aufrecht erhalten zu können, benötigt man eine Energiequelle. Wenn diese nicht da ist, geht die Wärme (Liebe) verloren.
Ich kann dich soweit verstehen, dass man sich das Gefühl (Liebe) nicht ausreden kann. Wenn die Wärme erst einmal da ist, ist es da aber entweder bringt man es selber zum Erlöschen, weil man diese Liebe (warum auch immer) nicht will oder es wird von alleine nach und nach weggehen, weil der Andere diese Liebe nicht erwidert.
 
  • #112
Hier kommt schon mein erwähntes «nie und nimmer (Basta!)«. Aber immerhin mit der Erkenntnis, der Seitensprung habe etwas kenntlich gemacht

Da du mich zitiert hast, wollte ich nochmals darauf zurück kommen.
Das "basta" kam nach einem Jahr Versuch meinerseits, den Vertrauensbruch zu verstehn. Und nein, ich konnte es nicht.
Hätte er nur einen ONS gehabt wäre es anders gewesen aber es ging Monate.
Wir waren beruflich viel unterwegs und daher wusste ich nicht immer wo er übernachtet, ich hatte es auch nie überprüft da ich gar nicht auf die Idee gekommen bin.
Unser ganzes Eigentum lief auf seinen Namen, er hätte mich also jederzeit mit Nichts vor die Türe setzen können und selbst da habe ich ihm vertraut.
Es war im Ausland und ich war extra zu ihm ausgewandert.
Ich hatte also alles aufgegeben und er hat es mit Füssen getreten.
Und ja, wir hatten Probleme aber diese wären lösbar gewesen.
Für mich waren manche Sachen herzzerreißend welche für andere nichtig gewesen wären, hier ein Beispiel: Wir hatten unser erstes Weihnachten im Eigenheim aber kein Geld. Ich habe zusätzlich gearbeitet um etwas auf den Tisch zu bekommen.
Er hatte kein Geschenk da kein Geld da war und es war mir egal.
Ich habe später dann die Quittung für das Geschenk an sie gefunden und das hätte für Essen und alles gereicht.
Und nein, es geht mir nicht um ein scheiss Geschenk, es geht mir um die Achtung.
Er hatte sie offenbar längst verloren und ich dann auch irgendwann.
Ich habe lange versucht zu verstehen, vergessen, akzeptieren aber es ging nicht, vor allem auch da meine Existenz auf dem Spiel stand.
Und daher jetzt diese Basta-Mentalität.
Ich kaufte mein Eigentum selbst, ich bin alleine Besitzer in meiner Firma.
Ich werde mich nie mehr so schlecht fühlen weil es einem anderen, der vorgibt, mich zu lieben, egal ist.
Und Fremdgehen heisst nun einmal das jemand anders wichtiger ist.
Erwachsen wäre Schluss machen und Lösungen zusammen suchen, Fremdgehen ist einfach feige!
 
  • #114
Das kannst Du so definieren für Dich. Wer sollte dagegen reden, wenn Du den Begriff mit nicht vorhandener Selbstliebe verknüpfst.
Ich halte bedingungslose Liebe in der Partnerschaft für nicht kontrollierbar. Bedingungen schaffen Rahmen, damit stecke ich meine Grenzen. Wann ist der Punkt von unerträglich erreicht und wie nehme ich den wahr. Da muss man erst mal merken, dass diese Liebe nicht gut tut. Das ist womöglich erst dann der Fall, wenn man selbst am Stock geht. Das meine ich damit.

Du schreibst, dass Liebe (ohne bedingungslos) auch loslassen bedeutet. Das sehe ich auch so. Ich kann Dir von mir nur sagen, dass es nicht gesund ist, wenn das Gefühl Liebe der losgelassenen Person gegenüber lange nicht erlischt, weil es jede neue Liebe blockiert.
Wenn die Liebe beiderseits vorhanden bleibt und nur Beziehung nicht möglich ist, was nützt das? Ich möchte das nicht.


Aber ich hoffe, Du ziehst auch in Erwägung, dass ICH das so nicht meinte. Habe ich aber eigentlich schon zigmal hier geschrieben?!
Man wird es für alle Lebenslagen gar nicht formulieren können. Zumindest Du nicht für meine.

Gefühle sind nicht immer berechenbar und die Auswirkungen sind nicht gleich offensichtlich.
Ich kann meine sämtlichen Gefühle im Alltag offenbar nicht immer auf Anhieb klassifizieren oder kontrollieren, so wie Du.
Daher sind Bedingungen für mich zumindest gut. Die zeigen mir, ob es überhaupt etwas zu verzeihen gibt.
 
  • #115
Deswegen verstehe ich z.B. nicht, wie man noch Gutfreund sein wollen kann mit einem Partner, den man "mal geliebt hat". Wenn man noch befreundet sein will, kann ja nichts besonders Verletzendes passiert sein. Also sind noch schöne Gefühle für den anderen da. Aber "Liebe" nun nicht mehr?

Also bei ist es so, dass sich die Liebe gewandelt hat. zB. Bei meinem Ex. Klar hat er mich anno dazumal auch verletzt. zB. durch Fremdgehen. verletzt, aber nicht zerstört.

(Es gibt andere Menschen, die mich auf andere Weise sehr enttäuscht haben, denen ich nicht verzeihe und mit den ich auch nicht mehr befreundet sein möchte)


Ich kann heute seine Seite verstehen und sehe auch meinen Anteil am Scheitern der Beziehung.
Ich sehe gewisse Eigenarten von ihm, die es mir unmöglich machen würden, eine Beziehung mit ihm noch mal haben zu wollen.

Aber ich habe ihm verziehen, denn darum geht es ja eigentlich hier in diesem Thread.

Diese Verletzungen sind nicht mehr wichtig, sie berühren mich heute nicht mehr, ich trage ihm nichts nach, es ist lange her, die Trennung war vor 13 Jahren.

Was ich heute für ihn empfinde ist eher eine Verbundenheit und vielleicht auch eine Art Liebe, wie man sie zu Geschwistern oder guten Freunden empfindet. So ohne jegliche sexuelle Komponente.

Ich weiss, dass ich rein menschlich und freundschaftlich immer auf ihn zählen kann, so wie er umgekehrt auch auf mich zählen kann.
 
  • #116
Zu Liebe gehört für mich Wertschätzung, Respekt, Achtsamkeit.
Wenn ich jemanden liebe, aber nicht respektiere, verschwindet auch die Liebe.

Und da fängt es dann mit der Wortwahl an. Einen Menschen, den ich als A*** bezeichne, respektiere ich auf Dauer nicht. Also was sagt man zum Anderen, wenn man sich doch mal streitet? Bewahrt man eine Grenze? Bleibt eine gewisse Achtsamkeit erhalten?
Und wenn ich einen Menschen respektiere und wertschätze, dann werde ich auch sicher manches nachsehen.

Wenn ich manche Posts so lese, und welche Gedanken zum jeweilig anderen Geschlecht geäußert werden, dann ist da keine Wertschätzung. Respekt erst recht nicht. (Man schreibt ganz selbstverständlich von seinem "Dödel" , aber was wäre, wenn man bei einer Frau mit dem adäquaten Begriff käme - Shitstorm!!!)
Dann wird solange herum gedeutet und interpretiert, bis das vorgefasste Bild passt. Natürlich gibt es dann auch immer die passenden Beispiele als Beleg.

Vielleicht würde es manchmal helfen, mit mehr Wohlwollen hinzuschauen? Statt solange herum zu deuten, bis auch der perfekteste Mensch endlich fehlerhaft ist.

Vergeben, Verzeihen fängt ganz klein an - mit der Akzeptanz, dass jede*r Fehler macht und dass jeder Mensch Respekt, Wertschätzung und Achtsamkeit verdient hat.

Was bin ich gerade mal wieder dankbar für meine - wahrscheinlich niveaulose - aber dafür liebevolle, zugewandte Partnerschaft, die sich so ganz selbstverständlich, entspannt anfühlt, ohne Zweifel, ohne Misstrauen. (auch wenn wir mal Differenzen haben..) Und ohne dass jede Geste, jeder Blick, jedes Wort auf eine Goldwaage gelegt wird.

W, 51
 
  • #117
Wenn ich manche Posts so lese, und welche Gedanken zum jeweilig anderen Geschlecht geäußert werden, dann ist da keine Wertschätzung. Respekt erst recht nicht.

In manchen Fällen lese ich hier eigentlich nur Verachtung und Feindlichkeit. Auf der anderen Seite suchen auch diese Menschen offenbar Partner. Das kann dann aus meiner Sicht nur schiefgehen und ich frage mich, wozu die suchen? Um ihr demoliertes Menschenbild weiter zu verfestigen? Da kann doch aus dem Wald nur herausschallen, was man hineinruft.

Mit Wertschätzung, Achtung und Respekt für oder vor jemandem habe ich ein grundsätzlich positives Bild. Vielleicht hilft das beim Verzeihen? Oder anders herum: kann ich eher nicht verzeihen, wenn das Fass sowieso schon überläuft?
Geht es da nicht viel öfter um die Kleinigkeiten des Alltags mit denen man umgehen muss als um die jahrelange Affäre? Ich wundere mich immer wieder über die unterschiedlichen Massstäbe, die viele bei sich und bei anderen anlegen.
Der parallele Verlobungsringweitwurf ist da nur ein Beispiel. Entsetzen bei einem dummen Spruch, aber die eigene Zickerei ist eben ein zu tolerierendes Persönlichkeitsmerkmal...
 
  • #118
ede Geste, jeder Blick, jedes Wort auf eine Goldwaage gelegt wird.
wie heißt es so schön? Die Menge macht das Gift. Es muss irgendwie ein Gleichgewicht in der Kommunikation da sein. Sicherlich müssen beide Seiten sich wohl fühlen und nicht jedes eigene Wort überlegen aber es empfiehlt sich schon bedacht und reflektiert zu handeln und zu kommunizieren. Es ist die Pflicht in einer Partnerschaft aufeinander zu hören, zuzuhören und die Sorgen und Problemen der Anderen Seite ernst zu nehmen.
Sehr oft ist es so, dass eine Seite sich daneben benimmt und die andere Seite (aus Respekt, Liebe, Gutmütigkeit) alles hinnimmt, akzeptiert, duldet und irgendwann ist der Maß voll und dann kann ein einziges Wort ein Trennungsprozess im Lauf bringen. Es ist sozusagen schon längst am kochen. An sich beruht sich die Partnerschaft auf ganz einfachen Prinzipien: Klare, ehrliche und respektvolle Kommunikation, die Fähigkeit andere Seite ernst zu nehmen, Partnerschaft ist wie Fussballspielen, man ist ein Team und nur zusammen ist man stark. Jeder hat seinen Platz und seine Aufgaben, die man zu erledigen hat. Wenn beide ihre Aufgaben gut machen, ist die Partnerschaft gesichert.
 
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  • #119
Vielleicht würde es manchmal helfen, mit mehr Wohlwollen hinzuschauen? Statt solange herum zu deuten, bis auch der perfekteste Mensch endlich fehlerhaft ist.
Wie recht du doch hast. Wohlwollen ... der erste Schritt zu Grosszügigkeit, zum Verzeihen / Vergeben .....
Mit Wohlwollen bleibt ein Spruch ein Spruch - weil man ja weiss, der andere will einem nicht schaden.
Hier schreiben Menschen von einer Einheit, keinen Geheimnissen, "wahrer Liebe" , Gemeinsamkeiten, Familie ......
..... und sind nicht bereit, kleinste Fehlerchen zu tolerieren. Es sei denn, sie machen diese selbst.
Einheit ist, dass man Fehler gegenseitig ausbügelt. Und die Karre damit auf Kurs hält. Das ESP, das dem rutschenden Auto wieder Halt geben will, das ABS, das die Bremsen korrigiert, das Differential, das verhindert, dass man aus der Kurve fliegt .... Und wer falsch abbiegt wird von Navi auf den Weg gebracht. Aber hat euch euer Auto schon mal gesagt: "Du Depp, du kannst weder fahren noch einparken noch rechts von links unterscheiden .... "?
Ja, das Auto würde wohl verkauft werden. Aber genau das machen ganz viele Menschen mit den Menschen, die sie doch eigentlich mögen. Überlegt mal und schafft euch ein Navi für euer Privatleben an. Gibt es nicht ? Beim Media Markt nicht - es nennt sich gesunder Menschenverstand und ist kostenfrei zu aktivieren ....
 
  • #120
Auch wenn es nur ein einziger Seitensprung war, geht bei Dir das Kopf Kino los und der Film läuft ohne Pause.
Da hast du absolut Recht! Es mag sich im ersten Moment so einfach anhören, dass man das wegsteckt. Aber ständig taucht dann die Frage im Kopf auf "Ist er wieder bei einer anderen?" "Findet er die andere vielleicht interessanter?" Das kann ganz schön auf die Psyche gehen und lässt einen so schnell nicht los.
 
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