• #1

Können Frauen einen "kranken" Mann überhaupt als "Mann" wahrnehmen?

Hallo miteinander,
nach vielem stillen Mitlesen habe ich mich nun doch dazu entschlossen mein sehr persönliches Thema hier zu teilen.

Seit einem Unfall habe ich starke chronische Schmerzen. Diese waren so schlimm, dass ich jetzt erst (nach Jahren) wieder langsam anfangen kann zu arbeiten. Ich bin niemand der in Selbstmitleid versinkt, ganz im Gegenteil. Als ehemaliger Kaderathlet trage ich einen großen Willen und Selbstwirksamkeit in mir. Alles was ich mir in einer Beziehung wünsche ist Liebe, also zu wissen, dass ich nichts dafür tun muss um geliebt und begehrt zu werden.

Meine Freundin hat ein Helfersyndrom. Am Anfang war es ja ganz nett, dass da jemand ist der sich für meine Geschichte interessiert und für mich da sein möchte. Nach und nach wurde das aber zu einer Belastung für mich. Heute ist es so, dass sie bei jedem schmerzverzerrten Gesicht (ich versuche es schon zu unterdrücken) total anspringt und sich um mich kümmern möchte.

Für mich leidet unsere Beziehung immens darunter und das habe ich auch schon oft kommuniziert. Wir kommen irgendwie garnicht mehr als Partner zusammen. Das mit ihrem helfen wollen und kümmern ging in letzter Zeit so weit, dass ich für ein paar Tage um Kontaktabbruch gebeten habe, einfach aus dem Grund, weil sie nicht aufhören konnte mich betüddeln zu wollen. Sie liebt mich und sagt seit Monaten sie möchte das ändern, schafft es aber nicht.

Langsam frage ich mich, ob Frauen Männer überhaupt als "Männer" wahrnehmen können wenn diese krank oder behindert sind, oder ob hier der helfende Mutterinstinkt nicht zu groß ist und immer durchkommt.

Ich weiß nur, wenn das so weitergeht, hat diese Beziehung keine Zukunft für mich. Ich möchte als Mann wahrgenommen werden und nicht als der Kranke um den Frau sich kümmern muss. Ist das überhaupt möglich für euch Frauen?

By the way: Ich jammer nicht, bin positiv, ich rede nicht über meine Schmerzen, ich schaue nach vorne, bin finanziell und emotional nicht von ihr abhängig, könnte auch zufriedener Single sein.
Doch was am wichtigsten ist: Ich liebe sie, sehr sogar und versuche Verständnis für sie aufzubringen, doch dieses ständige sich-um-mich-kümmern-wollen zerstört langsam unser partnerschaftliches Zusammensein, unsere Libido und schlussendlich unsere Liebe.

Kann sie mich mit meinen Schmerzen überhaupt als "Mann" wahrnehmen?
Können Frauen das generell?
 
  • #2
Die Frage scheint doch eher zu sein: Ob du dich noch als Mann fühlst? Du bist ein starker Mensch und ihr Verhalten gibt dir das Gefühl es nicht zu sein. Vielleicht eine Frage der Kommunikation? Sage ihr wie du dich fühlst und nicht wie sie zu sein hat.

Wenn ihr euch liebt, dann lasst euch helfen. Ggf durch Mediation oder Ähnlichem.
 
  • #3
Hast Du schon mal an eine Paartherapie gedacht? Für das Helfersyndrom gibt es meist Gründe, die in der Familiengeschichte liegen. Das ist kein unabänderbares Schicksal.

Es liegt nicht an der Tatsache, dass sie eine Frau ist. Es gibt auch genug Männer mit Helfersyndrom.
 
  • #4
Meine Freundin hat ein Helfersyndrom. Am Anfang war es ja ganz nett, dass da jemand ist der sich für meine Geschichte interessiert und für mich da sein möchte.
Hm. Bist Du Deiner Ansicht nach von ihr nur ausgewählt worden, weil Du krank bist? Also zieht sie emotional für sich was draus, ist die Frage. Denn dann geht es um Dich als Kranken und nicht um Dich als Mensch.
Wie lange seid ihr zusammen? Das klingt alles nicht nach einer Beziehung, die schon Jahre besteht.

oder ob hier der helfende Mutterinstinkt nicht zu groß ist und immer durchkommt.
Das ist eine Frage des Menschen, auch Männer wollen Frauen, die abhängig von ihnen sind auf diese Art.
Aber die Frage ist schwierig. Denn: Du hast ja nunmal Einschränkungen, auf die Rücksicht genommen werden muss. Du kannst nicht wie einer ohne Krankheit agieren. Da der Partner nicht drinsteckt, versucht er, sich anzupassen. "Helden leiden schweigend" funktioniert ja nicht mehr, wenn der Held dann sagt, "ja, weil wir auf deinen Wunsch hin xy gemacht haben, tut es jetzt wieder weh".

Nur - wenn man sich dann schwächer fühlt, als man ist, und das das führende Thema in der Beziehung wird, dass einer sich als rücksichtnehmendes umsorgendes Beziehungsopfer sehen will und dafür den anderen dermaßen bedürftig braucht, dass der schon drunter leidet, kann das nicht gut sein.

Wenn mir einer sagt, er will was nicht, akzeptiere ich das und wenn ich mit meinem unerwünschten Verhalten anfange, merke ich anhand der Reaktion, dass der andere das nicht will und lass es wieder sein.
Ich würde einen anderen Weg versuche als das schmerzverzerrte Gesicht zu vermeiden, denn damit fügst Du Dich ja ihrer Betüddelung wie der kleine Junge, der was verbergen muss, statt dass er deutlich sagen kann "Ich WILL es nicht, also lass es". Und verborgener Schmerz facht manche noch extra zur Betüddelung an, weil sie was denken wie "hach, der Gute, nun will er mir wieder nicht zur Last fallen, aber ich mach das doch gern für ihn". Also es sieht immer noch aus wie ein Riesengefallen, der Dir getan wird. Würdest Du sagen "los, hopp, Wärmflasche! Es tut wieder weh", wär das doch ganz anders.

Es liegt natürlich auch an der Freundin, ob sie ihr eigenes Seelenheilprogramm so sehr liebt, dass sie es nicht Dir überlässt, was passiert, wenn Du Schmerzen hast. Aber es ist vielleicht für sie schwierig, denn sie wird eben kaum unterscheiden können, ob Du jetzt aus Rücksicht nicht willst, dass sie was tut, oder ob Du es wirklich nicht brauchst.
Mach ihr doch mal klar, dass ihr Handeln gar nicht hilft. Oder verabrede, dass sie ganz sachlich ne Liste abgeht (Decke? Einreiben? Pflaster mit Gesicht drauf? O. allg.: Kann ich was tun?) und Du dann sachlich sagst "nein, nein, nein, nein". Also dass sie FRAGT, ob Du was willst, bevor sie aufspringt.
 
  • #5
Kann sie mich mit meinen Schmerzen überhaupt als "Mann" wahrnehmen?
Können Frauen das generell?
Wer sind denn diese Frauen, die irgendwas generell tun oder können ?
Die Frauen sind so verschieden, wie es die Menschen sind.
Deine Freundin nimmt dich ganz offensichtlich als Mann wahr, denn sonst wäret ihr kein Liebespaar, sondern allenfalls Kumpel oder sogar einfach Fremde.

Du bist gehandicapt, hast oft Schmerzen, die man dir auch ansieht.
Du hast lange nicht gearbeitet und warst wahrscheinlich auch sonst nicht besonders belastbar, bist es vielleicht heute immer noch nicht vollkommen.
Nun, ich denke, dass das nicht allen Frauen gefällt.
Natürlich ( hoffentlich ) bleiben die meisten Frauen bei ihrem Mann, wenn sich das Leben in dieser Art während der Beziehung ändert, aber nur wenige Frauen werden sich auf eine neue Partnerschaft mit einem kranken Mann einlassen.
Und das sind eben ganz bestimmte Frauen.
Die, die das Betütteln gut finden, findest du das nicht plausibel ?

Du gefällst dir in der Rolle des schwachen Mannes nicht, richtig ?
Du sagst, du willst als Mann wahrgenommen werden.
Damit meinst du sicher einen bestimmten Typus Mann.
Den, der anpackt, alles wuppt. Der kernig den Ton angibt. Der die Wasserkästen hochträgt und danach auch noch die Frau.
Der sie beim Sex hart rannimmt, sie aufs Bett wirft oder in dunklen Einfahrten an die Wand drückt.
Der ganzer-Kerl-Urlaube im Himalaja oder auf einem Segelboot oder einem Motorrad macht.
Keine Reha in Bad Füssing.
Alles richtig ?
Joa, solche Typen finden viele Frauen gut, aber bist du so einer ?
Wenn du so wahrgenommen werden willst, musst du so sein.

Alles was ich mir in einer Beziehung wünsche ist Liebe, also zu wissen, dass ich nichts dafür tun muss um geliebt und begehrt zu werden.
Das tut diese Frau ganz offensichtlich.

Du bist von ihr genervt, deine Libido leidet und deine Liebe schwindet dahin, weil es jetzt nicht mehr ganz nett ist.
Am Anfang war es ja ganz nett, dass da jemand ist der sich für meine Geschichte interessiert und für mich da sein möchte. Nach und nach wurde das aber zu einer Belastung für mich.
Na, dann schlage ich mal vor, dass du dich von deiner Belastung befreist, dann kann sie sich einen Mann suchen, der sie liebt und der sie nicht zu Anfang ganz nett fand und heute nicht mal mehr das.
( Du sagst, du liebst sie, wieso schreibst du dann so über sie ? )
Na und dann suchst du dir einfach eine Frau, die einen ganzen Kerl gut findet.
Und der wirst du dann einfach ganz schnell, ok ?

Übrigens: ich finde Betütteln aktiv und passiv auch extrem nervig und möchte daher einen Partner haben, der alles alleine kann und der er schätzt, dass ich alles allein kann.
Ich bin maximal weit vom Helfersydrom entfernt.

w 50
 
  • #6
Hmm.., auch wenn andere Frauen das könnten, kann es deine Freundin scheinbar nicht. Traurig :(
Habt ihr probiert gezielt ganz konkretes Alternativerhalten einzuÜBEN? Sie scheint keine anderen schnell verfügbaren Reaktionsalternativen zur Hand zu haben.
Vllt habt ihr das schon gemacht, aber Rollenspiele sind manchmal nicht zu unterschätzbare Werkzeuge, um bestimmte Gewohnheiten durch andere zu ersetzen.
 
  • #7
Als ehemaliger Kaderathlet trage ich einen großen Willen und Selbstwirksamkeit in mir.

Langsam frage ich mich, ob Frauen Männer überhaupt als "Männer" wahrnehmen können wenn diese krank oder behindert sind, oder ob hier der helfende Mutterinstinkt nicht zu groß ist und immer durchkommt.

Kann sie mich mit meinen Schmerzen überhaupt als "Mann" wahrnehmen?

Erik, Du stellst die falsche Frage, bzw. Du erzählst einen Teil der (Deiner) Geschichte nicht, oder anders herum: Du nimmst etwas an, was für dieses Form normal ist, aber für die normale Welt eigentlich nicht.

A. Eine normale Geschichte lautet so:

Du hast deine Freundin kennengelernt, als Du jung und gesund und besagter Kaderathlet warst. Dann hattest Du den Unfall, die Schmerzen begannen und deine Freundin entwickelte ihr Helfersyndrom.

Meine Antwort auf die Frage, ob sie Dich als Mann sieht: Na klar!!! ...das ist wie bei alten Ehepaaren, sie sehen sich immer als die jungen und gesunden Leute, die sie waren, als sie sich kennenlernten. Deine Freundin wird niemals etwas anders in dir sehen, als den Kaderathleten, den sie damals kennenlernte. Du brauchst Dir keine Sogen zu machen!

B. Die vergurkte Wechselbeziehungsgeschichte, wie sie hier fast alle haben:

Du hast, als Du jung und gesund warst, alles mitgenommen, oder durch Auswahlverschilden die falschen Frauen gesucht, etc. Die Gründe sind egal, aber Du hast auf hjeden Fall keine stabile Beziehung von der guten Zeit in die schwere Zeit transferieren können. Deine Freundin hat Dich erst kennengelernt, als Du bereits krank warst.

Meine Antwort in diesem Fall: Du hast Dir selber die Chance genommen, dass eine Frau dich andere sieht, als Du jetzt bist! Wie soll das auch gehen??? Und ja, natürlich ziehst Du jetzt bestimmte Frauen an. Ich befürchte, Du musst damit leben, denn es ist selbst verursachtes Leid. (nicht der Unfall, sondern wie Dich eine Frau, die dich erst danach kennenlernte, sieht)

V.m47
 
  • #8
Ob sie es kann, können wir Dir wohl nicht beantworten.

Frauen pauschal? Es gibt nicht die Frauen, und nicht die Männer.

Ich könnte es, ich kann es nämlich umgekehrt auch nicht leiden, begluckt zu werden.
Fürsorge, Achtsamkeit ist wichtig, dazu gehört aber genauso, zu respektieren, wo jemand kein Kümmern will oder generell seine Grenzen hat.

Du wirst mit ihr Klartext reden müssen, evtl. sogar mit professioneller Unterstützung als Paartherapie, wenn sie und Eure Beziehung Dir wichtig ist.
Sage ihr, was Du fühlst, was ihr Kümmern mit Dir macht.
Hinter einem Helfersyndrom stehen oft Verlustängste u.ä., so ganz nebenbei löst sich das nicht auf. Die genaueren Hintergründe wären noch herauszufinden.
Aber momentan bedeutet es vor allem für Dich, Du wirst sehr deutlich Grenzen setzen müssen, und ihr trotzdem zeigen, dass sie Dir wichtig bist. Schwieriger Spagat.
 
  • #9
Du hast sie also erst lange nach dem Unfall kennengelernt? Als es dir grad richtig schlecht ging?
Da hast du dir dann absichtlich eine mit Helfersyndrom gesucht, die dich brav mit gesundpflegt und jetzt, wo es dir deutlich besser geht, hat sie ihre Schuldigkeit getan und du suchst ne neue.
Gekauft wie gesehen - erst hat es dir ganz gut in den Kram gepasst und jetzt wird sie entsorgt. Du bist ja für jede Frau der absolute Traumprinz! Erst eine suchen, die man ausnutzen kann und dann schwupps entsorgen. Erst war's ganz schön und praktisch für dich und jetzt glaubst du, du hast was besseres verdient. Da kommt mir echt die Galle hoch!
Du sagst, du liebst sie? Sorry, da rede ich netter über meine neuen Nachbarn, die ich seit 3 Wochen kenne, als du über die Frau, die dir zurück ins Leben geholfen hat.
Zum ersten Mal muss ich tatsächlich Valmont recht geben (hätt ich auch nie gedacht!):
Mein Mann ist Triathlet - und wenn der jetzt plötzlich krank werden würde oder einen Unfall hätte oder oder oder: ja, ich würde alles für ihn tun und er würde immer der meine bleiben.
Aber ja - wenn ich mir einen neuen Partner suchen würde, würde ich mir sicher keinen mit so einer Biografie und solchen Einschränkungen im täglichen Leben suchen: ich bin ehrlich, du willst begehrt werden. Sexy finde ich das nicht. Mitleid und Empathie ja, Begehren nein.
Du träumst noch davon der Kaderathlet zu sein, aber lies mal freis Liste: wie viel davon bist du denn wirklich im hier und jetzt und nicht mehr nur in der Erinnerung?
 
  • #10
Hallo Erik,
hat sie dich krank oder gesund kennengelernt?

Ich find dich sehr tapfer, aber zu ihr nicht ganz fair, und auch recht undankbar. Eine Zeit lang fandest du das Betüddeln ganz prima, doch jetzt, da es dir wohl besser geht, nervt es dich - jetzt willst du wieder ein "ganzer Mann" sein.
Sicher hast du anfänglich auch transportiert, dass du ihre Hingabe zu schätzen weißt. Nun möchtest du sie nicht mehr - sie hat deine Wandlung aber noch nicht mitgemacht. Sie kann sich ja auch schlecht in dich hineinversetzen.

Wie schlimm sind die Schmerzen? Was brauchst du gerade, was geht und was geht nicht? Ich kann mir vorstellen, dass sie ziemlich verunsichert ist, wie sie nun mit dir umgehen soll. Du bist ja nunmal nicht kerngesund. Dein Zustand wird schwankend sein - mal so, mal so. Mal wirst du froh über ihre Rücksichtnahme sein - mal fühlst du dich, als könntest du Bäume ausreißen... oder wenigstens Grashalme. Sie steckt nicht in deinem Körper - woher soll sie das wissen?

Das mit dem Verschweigen ist ne ganz dumme Idee. Du solltest dich im Gegenteil viel klarer artikulieren. Oder verlangst du von ihr, dass sie Gedanken lesen kann?
Das kannst du verbal machen ("Mir gehts heut echt gut, lass uns dies oder jenes machen" oder "heut ist ein schlechter Tag, ich brauche etwas Ruhe, nein danke, ich möchte keinen Kamillentee".) Wo ist das Problem? Du willst wie ein Mann behandelt werden - dann mach klare Ansagen und nöle nicht herum wie ein bevormundetes Kind.
Oder wie @frei vorschlug: transportiere es non-verbal. Sei der Mann, als der du gesehen werden willst. Wenn es dir gerade gut geht, dann transportiere das auch. Sie wird ja wohl weder blind noch blöd sein. Womöglich anfangs verwundert, sich aber schon daran gewöhnen.

Dein Zustand ist in einem steten Fluss, ihr als Paar seid in einer Umbruchphase. Gib ihr auch Zeit, sich umzustellen. Du hast da eine wirklich gute Frau an deiner Seite, wie es scheint.
 
  • #11
Mich würde mal interessieren, ob die Frau wirklich ein "Helfersyndrom" hat oder der FS eigentlich selbst Probleme hat - Wut, Frust usw. Und daher nur noch rumbockt und garstig wird. Wir hören nicht die andere Seite. Mir tut sie leid, von dem, was ich lese.
 
  • #12
Verstehe nicht, warum du dich fragst, ob sie dich als Mann wahrnimmt? Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schon.

Du musst hier lediglich deinen Willen durchsetzen. Wahrscheinlich will sie nur mal deine Männlichkeit spüren (hier: Aggressivität). Ich denke du hast schon einiges an Aggression unterdrückt, diese muss auch mal raus. Sie meint es also nur gut mit dir :)
 
  • #13
Lieber FS
Ich bin eine Frau und kann einen erkrankten Mann durchaus als Mann wahrnehmen, sofern er mit seiner Diagnose auf eine reife Art und Weise umgeht. Das liegt wohl daran, dass die Themen Krankheit und Schmerzen auch mir nicht völlig unbekannt sind und ich dazu noch im Gesundheitswesen tätig bin, das also ein alltägliches Thema für mich ist, mit dem ich einen rationalen Umgang haben kann.
Frauen haben ganz viele Instinkte, wenn jemand in uns den Mutterinstinkt wachruft, kann das vieles bedeuten. Es kann sein, dass wir etwas "nachspielen" was wir aus Kindertagen kennen, oder dass jemand sich hilfsbedürftig verhält.. oder auch, dass wir eigene Sehnsüchte nach Umsorgtwerden verdrängen und in andere projizieren. Etwa, weil wir denken, es stünde uns selbst nicht zu. Der Autor des Buches über das Helfersyndrom, welches geschlechtsübergreifend vorkommt, hatte die Hypothese, dass es den Helfern genau an dem fehlt, was sie den anderen geben.
Ist einfach ein Denkanstoss, die Dynamik eurer Beziehung mal aus dem einen oder anderen Blickwinkel zu betrachten.
 
  • #14
Lieber Erik
geht es hier um das Helfersyndrom an sich, oder um die Tatsache, dass eure Libido deshalb leidet?
Was wäre, wenn ihr als Paar noch bestehen würdet, wenn da noch Leidenschaft wäre, wenn sie dich noch als Mann wollen würde, dir das zeigen würde dass du begehrenswert bist? Dann wäre das betüddeln an anderer Stelle nicht so schlimm, stimmst?

Du siehst immer nur wie DU dich fühlst, aber hast du auch mal an SIE gedacht?
Es ist nun mal so dass du Schmerzen hast! Deine Freundin liebt dich und kann dir doch nicht helfen? Eine schlimme Situation für sie. Ihr Weg, damit um zu gehen ist, dich zu umsorgen, dir ein wenig das Leben angenehmer zu machen! Was du als unangenehm empfindest. Aber eigentlich nur, weil du eben nur noch "krank" und nicht mehr "als Mann" von ihr wahrgenommen wirst.

Bitte verstehe mich nicht falsch. Hier geht es nicht darum irgendwem die Schuld zu geben und ich möchte deine Schmerzen auch nicht klein reden, es ist sicher auch für dich nicht leicht damit zu leben. Aber mir fehlt bei dir ein bisschen der Blick für deine Freundin, für ihre Gefühle.

Was euch fehlt ist die Balance zwischen "für dich da sein" und "Paar sein". Dieses Ungleichgewicht lässt sich aber sicher beheben. Ich würde euch zu einer Paar-Therapie raten, denn im Grund habt ihr BEIDE ein Problem. Deine Freundin, weil sie dich zu viel umsorgt und dich nicht mehr so als Mann wahr nimmt und Du, weil du vor lauter Stärke bzw "stark sein wollen, weil das männlich ist" nur schwer Hilfe annehmen kannst. Wenn ihr es beide schafft, euch ein kleines bisschen in die jeweils andere Richtung zu bewegen, dann begegnet ihr euch auch auf Paarebene wieder!
 
  • #15
Hallo Erik,

ich finde diesen Thread an sich schön. Weil es sich wirklich nach Liebe liest. Ich glaube es euch beidseitig, dass ihr einander liebt aber momentan mit dem Umgang Probleme habt. Ich denke, dieses Problem ist lösbar. Evtl. mit Hilfe eines Mediators.

Was ich denke: auf der einen Seite ist deine Partnerin, die sieht wenn es dir schlecht geht und dir sofort aktiv helfen möchte (finde ich nachvollziehbar, ich glaube da würde ich auch so ticken). Auf der anderen Seite sitzt du, der mit diesem Schmerz zusammen lebt und einfach nicht so viel sich damit beschäftigen will und möchte, dass die Außenwelt mal davon absieht und ganz normal alles weitermacht. Kann ich auch nachvollziehen, dass es dich nervt, wenn sie plötzlich alles stehen und liegen lässt, und dieser Schmerz im Mittelpunkt von allem steht.

Ich dachte auch an die Idee, die Smile83 beschrieb. Ich denke, ihr solltet eine Alternativreaktion lernen. Dass sie, wenn sie an dir Schmerzen sieht, was anderes anfängt zu machen anstatt dich zu betüddeln. Dass du, wenn du Schmerzen hast, evtl. direkt auf Abstand gehst, evtl. ein "Alleinseinzimmer" hast, wo du diese Zeit dich aufhältst. Redet darüber, wie ihr persönlich euch anders verhalten könntet! Ihr - also nicht nur sie, sondern auch du.

Auf jeden Fall fände ich es persönlich schade, wenn ihr euch trennen würdet, weil es sich nach viel Liebe beidseitig liest.

PS. Ja, sie sieht dich als Mann und ich denke eher, dass du dich selbst in dieser Lebensphase als weniger männlich empfindest. Habt ihr Sex? Fühlst du dich begehrt, begehrst du deine Freundin?
 
  • #16
Da kann ihrerseits auch ganz viel Mitleid mitschwingen. Wenn du Schmerzen hast, tust du ihr leid. Ich mein, mir tut das auch leid, wenn ich höre, das ein anderer Mensch mit ständigen fiesen Schmerzen leben muss, und das völlig unverschuldet. Und es ist vielleicht auch die Sorge um dich. Und ein hilfloser Versuch,?dir die Schmerzen irgendwie teilweise abzunehmen, was ja rational betrachtet nicht geht . Ich finde, zumindest ist deine Freundin recht empathiefähig, denn die fühlt deine Schmerzen auch, als wären es ihre. Zumindest würde es mir so gehen.

Mitleid ist natürlich jetzt eine sehr schlechte Basis. Für eine Beziehung.
Mir wäre egal, ob du jetzt über die Schmerzen jammerst, oder nicht, denn die sind ja de facto da. Aber: eingeschränkt sein oder eine Behinderung haben, ist halt für manche Leute nicht besonders erotisch. Also libidomäßig. Daher verfallen sie eher in diese Mutti- oder Krankenschwesterrolle.

Was dieser komische Ausdruck soll "als Mann sehen", verstehe ich nicht. Was ist denn so ein richtiger Mann? Ich sehe um mich herum nur Menschen. Abhängige, selbstständige, Helfer und Hilflose, unterschiedliche eben. Gottes Garten ist bunt. Mir ist wurst, ob der Mann Extremsport macht, oder megaerfolgreich ist, oder einen Wahnsinnskörper hat. Er sollte zufrieden sein, auf mich eingehen können, Zeit für mich haben und nicht von mir abhängig sein. Außerdem darf sich auch nicht immer alles nur um ihn drehen, denn ich bin auch noch da. Ist das bei euch der Fall? Hat sich vielleicht in der letzten Zeit alles nur um dich gedreht, wegen den Schmerzen, und der Hoffnung auf Besserunh deiner Situation?
Das ist nämlich auch noch so eine typische Motivation, warum ein Mensch zur Krankenschwester mutiert: sie versucht, das Problem schnell zu lösen, damit ihr endlich Paarzeit leben könnt, in der sich eben nicht alles um deine Schmerzen dreht, und sie arbeitet auf eine Zeit hin, in der ihr unbeschwert endlich eure Beziehung leben könnt. Ob es eine solche Zeit geben wird, liegt auch ein bisschen mit an dir.

Vielleicht fragst du sie mal, was ihr helfen könnte, was du für sie im Rahmen deiner Möglichkeiten tun könntest? Vielleicht einfach den Fokus von dir auf sie verschieben?
 
  • #17
Liebe @frei du verstehst ihn leider nicht, weil du nicht in einer solchen Konstellation gesteckt hast/steckst.

Er hat das Gefühl, dass sie keine partnerschaftliche Beziehung führen, sondern eine Beziehung auf der Ebene Pflegerin/Betreuerin-Patient befinden!

Mein Rollstuhl weckt bei manchen Männern auch dieses Helfer-Syndrom Instinkt! Wie oft habe ich erlebt, dass Menschen wenn ich in einem Restaurant Kaffee trinken wollte mir den Deckel des Kaffeerahms aufmachen wollten und auch den Zucker in den Kaffee tun wollten. Sie wollen das tun, um sich selbst besser zu fühlen oder nützlich zu fühlen und nicht tatenlos dazu sitzen!

Menschen, die ein Handicap haben und alles selbst machen können fragen immer selbst, wenn sie Hilfe brauchen. Wenn ich einkaufen gehe, dann frage ich selbst Menschen mir dabei zu helfen und ich werde auch gefragt wenn ich vor einem Regal stehen ob ich Hilfe bräuchte oder frage Menschen, mir eine sehr schwere Türe zu öffnen!

Ich hatte Dates mit zwei Männern (mit einem 3x) da fühlte ich mich als wäre ich tot krank oder als wäre ich ein Pflegefall! Vor allem einer half mir bei jeder Kleinigkeit, die ich selbst machen konnte (ich brauche keinen Diener), hielt mir sogar den Teller am anderen Rand, damit die Küchenkrümel nicht auf den Boden fallen. Ich fühlte mich, wie in einem falschen Film! Ich reagierte genervt und ein wenig aggressiv und habe den Mann danach am Telefon erklärt, wie ich mich dabei gefühlt hatte als er das tat! Wie ein schwerer Pflegefall oder totkrank! Ich entschuldigte mich für meine ungehaltene Reaktion und sagte ihm, dass ich es grundsätzlich sehr schön und nett finde, wie hilfsbereit er sei aber, dass das bei mir sehr unangenehme Gefühle weckt: Hilflosigkeit, Ohnmacht und totale Abhängigkeit.

Liebe @frei stell dir vor du sitzt im Rolli aber jemand schneidet dir das Fleisch auf dem Teller oder hält denn der Deloder wie du dir den Zucker in den Kaffee tun - wie würdest du dich dabei fühlen? Obwohl du das alles selbst machen kannst :) Hättest du dann Lust mit einem solchen Mann noch Sex zu haben? Ich nicht, nein ich suche keinen Pfleger, sondern einen Partner! Das nervt extrem mit der Zeit!

@FS, sage ihr, dass du die Rechnungs Bereitschaft sehr schätzt, dass das eine sehr schöne menschliche Eigenschaft ist. Aber erkläre ihr, wie du dich dabei fühlst. Nicht als ihrem Partner, sondern als einen sehr schwer kranken Menschen/Patienten, der bald am Sterben ist und dass der Patient keine Lust hat mit seiner Betreuerin Sex zu haben!

Frage sie, wie sie sich selbst fühlen würde, wenn sie in deiner Situation wäre und ein Mann würde ihr pausenlos helfen wollen? Sie soll sich in deine Situation hinein versetzen eine Art Rollentausch machen! Verständlich, dass das sexuelle Begehren und das Libido verloren geht! Erkläre ihr warum es so wichtig ist, dass du selbstständig bleiben möchtest und alles, was du alleine machen kannst auch alleine machen willst.
 
  • #18
Liebe @frei du verstehst ihn leider nicht, weil du nicht in einer solchen Konstellation gesteckt hast/steckst.
Klar, richtig verstehen tue ich das natürlich nicht, weil ich selbst nicht in der Situation bin.
Aber ich denke trotzdem, dass du mich falsch einschätzt.

Ich weiß aus deinen Erzählungen ein bißchen, wie es bei dir aussieht.
Du bist gehbehindert, brauchst für längere Strecken einen Rollstuhl, zuhause aber z.B. nicht und alles andere ist bei dir uneingeschränkt.
Du bist mental, geistig, seelisch gesund, hat auch keine Kreislaufprobleme, bist nicht müde und deine Hände funktionieren tiptop.
( Alles richtig ? )
Dann ist es natürlich vollkommen beknackt, dir beim Kaffeetrinken zu assistieren und das würde ich nie machen.

Zwei Beispiele für mein Verhalten, damit du mich richtig einschätzt:
- Mein Freund und ich sehen auf der Straße einen blinden Mann mit Blindenstock, der sich zwischen Pollern zu einem Ampel-Fußgängerweg durchstochert. Mein Freund will ihm ungefragt helfen und ich bitte meinen Freund, das zu unterlassen mit Hinweis darauf, dass dieser Mann sicher täglich allein zurecht kommt, ganz ohne uns.
- wir sind mit meinen Schwiegereltern beim Sonntagsbrunch in einem Café. Mein Schwiegervater sieht ein bisschen schlecht und kann die Kärtchen, auf denen draufsteht, was da in der Schüssel ist, nicht lesen.
Mein Freund liest ihm alles vor und legt ihm auf, was der Vater haben will.
Als der Teller leer ist, steht der Vater kommentarlos auf und geht zum Buffett. Mein Freund sofort hinterher. Ich bitte ihn, da zu bleiben, da der Vater ja nicht um Begleitung gebeten hat.
Der kommt dann zurück, und -oh Wunder- auf seinem Teller ist was drauf.
Vielleicht nicht das, was er wollte, aber geschmeckt hat's trotzdem.

Liebe Mandoline, ich bin weit davon entfernt, andere Leute zu bevormunden, zu betütteln, ihnen ungefragt zu helfen.
Und wenn wir beide im Café wären, wärst du wahrscheinlich erstaunt darüber, dass ich nicht mal einen Stuhl wegschieben würde, damit du da hinrollen kannst, es sei denn, du bittest mich darum.
Und ich würde mich nicht mal bücken, wenn dir deine Serviette runterfällt. Bei anderen Leuten schon, bei dir aber nicht, eben weil ich nicht ungefragt annehmen würde, dass du die nicht selbst aufheben kannst.

Kann sein, dass ich Leuten, von denen ich annehme, dass sie ein Handicap haben, eher weniger helfe als anderen und nun habe ich die Gelegenheit, eine 'Betroffene' zu fragen, wie sie das findet.
Soll ich mich nach der Serviette bücken, weil ich das bei anderen Leuten auch mache oder bei dir lieber nicht, weil ich damit aussage, dass ich dir das nicht zutraue ?
( Bitte beliebige Beispiele einsetzen )
Das kann nämlich auch wieder falsch sein.
Das Blöde an Menschen mit Behinderung ist nicht deren Behinderung, sondern ihre Empfindlichkeit.
Ich will mit ihnen einfach normal umgehen, aber das ist schwer.
Ich bin nicht gut im Goldabwiegen.

w 50
 
  • #19
Ich denke nicht, dass dies ein Helfersyndrom ist, sondern dass dies aus der Unsicherheit kommt, wie man damit umgehen sollte. Ich würde diejenige immer so behandeln wie jeden anderen. Bei der Story im Restaurant musste ich schon schmunzeln. Du kannst sicher im Rollstuhl alles, was ich auch mit den Händen kann und manches vielleicht besser. Deine Hände sind wahrscheinlich nicht gelähmt.


Der FS soll einfach seiner Freundin sagen, dass er es sagt, wenn er Hilfe braucht und wenn er nichts sagt, dann kann er es selber. Dies habe ich auch vor Jahren mit meiner Exfrau gemacht als sie wegen eines Unfalls ein halbes Jahr im Rollstuhl war. Ich habe sie immer behandelt wie früher und sie wollte es auch so. Wenn deine Freundin es nicht versteht, dass du nicht jammerst, dann erkläre es ihr.

Durch Jammern wird es nicht auch nicht besser, aber das ist nur meine Meinung.
 
  • #20
Du gefällst dir in der Rolle des schwachen Mannes nicht, richtig ?.

Ich sehe mich nicht als schwachen Mann.

Du sagst, du willst als Mann wahrgenommen werden.
Damit meinst du sicher einen bestimmten Typus Mann.
Den, der anpackt, alles wuppt. Der kernig den Ton angibt. Der die Wasserkästen hochträgt und danach auch noch die Frau.
Der sie beim Sex hart rannimmt, sie aufs Bett wirft oder in dunklen Einfahrten an die Wand drückt.
Der ganzer-Kerl-Urlaube im Himalaja oder auf einem Segelboot oder einem Motorrad macht.
Keine Reha in Bad Füssing.
Alles richtig ?
Joa, solche Typen finden viele Frauen gut, aber bist du so einer ?
Wenn du so wahrgenommen werden willst, musst du so sein.

Ich bin so wie ich bin und nicht anders. Ich werde mich nicht verstellen. Wenn ich bei einer besonderen Sorte Frau wirklich all das tun muss um als Mann wahrgenommen zu werden (und das bestätigst du ja insgeheim als Frau), dann hat die Beziehung mit dieser Frau keine Zukunft.

Deswegen ja meine Frage. Gibt es Frauen die mich trotzdem als Mann wahrnehmen würden ohne diesen ganzen Zirkus oben aufgeführt und obwohl ich Schmerzen habe?

Meine Freundin will ja ständig etwas für mich tun, mich analysieren, sich um mich kümmern, sich sorgen. Nur taugt mir das nicht!
Ich sage ihr ständig, dass sie nichts für mich tun muss, außer einfach nur Liebe für mich in sich zu tragen. Ich will keine Analysen, Therapien etc. Ich will einfach nur mit ihr eine schöne Zeit verbringen - von Partner zu Partner.
Wir sind 1 1/2 Jahre zusammen, wovon das letzte 3/4 Jahr wie oben beschrieben lief.

Was dieser komische Ausdruck soll "als Mann sehen", verstehe ich nicht.

Sie sieht mich offenbar ständig als Kind um das sie sich kümmern muss. Wenn sie mich als Mann sehen würde, würde sie mir vertrauen dass ich zurechtkomme, würde nicht als Mutter zu mir sprechen. Ich will die Partnerin, die Frau, die Erotik.
Deswegen die Frage.

Übrigens: Ich kann ganz normal laufen, sprich, man sieht mir von außen so gut wie nichts an. Ich bin ein attraktiver Mann. Ich bin mit meinem Leben mittlerweile wieder sehr zufrieden (was sehr sehr harte Arbeit war), bloß in meiner Beziehung werde ich bemuttert und das will ich auf Dauer so nicht mehr mitmachen, bei aller Liebe!
 
  • #21
Du hast sie also erst lange nach dem Unfall kennengelernt? Als es dir grad richtig schlecht ging?
Da hast du dir dann absichtlich eine mit Helfersyndrom gesucht, die dich brav mit gesundpflegt und jetzt, wo es dir deutlich besser geht, hat sie ihre Schuldigkeit getan und du suchst ne neue.
Gekauft wie gesehen - erst hat es dir ganz gut in den Kram gepasst und jetzt wird sie entsorgt. Du bist ja für jede Frau der absolute Traumprinz! Erst eine suchen, die man ausnutzen kann und dann schwupps entsorgen. Erst war's ganz schön und praktisch für dich und jetzt glaubst du, du hast was besseres verdient. Da kommt mir echt die Galle hoch!
Du sagst, du liebst sie? Sorry, da rede ich netter über meine neuen Nachbarn, die ich seit 3 Wochen kenne, als du über die Frau, die dir zurück ins Leben geholfen hat.

Ich habe wirklich keine Ahnung was du erlebt hast, aber dein Post geht wirklich dermaßen am Thema vorbei.

Ich liebe sie. Wir sind seit 1 1/2 Jahren ein Paar. Ich habe sie 3 Jahre nach meinem Unfall kennengelernt. Ich war stets für sie da als es ihr schlecht ging, habe sie stets als Frau wahrgenommen, sie geliebt und geschätzt, als vllt erster Mann in ihrem Leben. Ich bin der erste Mann mit dem sie sich Kinder vorstellen kann, eine Heirat, der Erste den sie richtig an sich emotional ranlässt.
Ich wollte nie dass sie mich umsorgt. Da es sie aber sehr glücklich gemacht hat und sie sich gebraucht gefühlt hat, habe ich es ein Stück weit zugelassen. Rausgeholt aus dem Sumpf habe ich mich aber selbst, nicht sie.
Seit einem 3/4-Jahr ist ihre Betüddelung wirklich sehr ausgeprägt. Ich bin keiner der schnell das Handtuch schmeißt. Wenn ich eine Frau liebe, dann mit Haut und Haar. Ich arbeite seit einem 3/4-Jahr vehement an unserer Beziehung, aber es wird nicht besser. Ich weiß mir langsam keinen Rat mehr. Zuerst habe ich es liebevoll versucht, dann mit Geduld und Empathie, dann mit klarer Abgrenzung und eindeutigem Stop, schließlich mit ein paar Tagen Kontaktabbruch weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe.

Weißt du wie es ist, als Mensch der es nach Jahren geschafft hat seine Schmerzen zu akzeptieren und wieder sehr zufrieden zu sein von der Freundin wie von einer Mutter oder Pflegerin behandelt zu werden? Man fühlt sich mies dabei.

Ich liebe sie, sehr sogar. Langsam habe ich aber meine Zweifel, dass sie überhaupt in der Lage ist mich nicht als Mutter oder Pflegerin zu behandeln. Weißt du wie oft ich deswegen in letzter Zeit im Stillen weine? Wenn du weißt dass du diese Frau liebst, aber einfach nicht mehr mit ihr als Partner zusammenkommst?

Keine Ahnung warum du so geladen bist. Mit unserer Geschichte hat das aber wenig zu tun. Danke dir trotzdem für deine Worte genauso wie allen anderen bis hierhin!
 
  • #22
Na dann is doch alles klar: du bist ein attraktiver Mann, der unglücklich in seiner Beziehung ist, also trenn dich!
Du findest ja dann sicher leicht eine neue Partnerin.
Aber halt! Du hast Angst, dass du doch keine andere findest, und möchtest jetzt hier erst mal die Garantie dafür, dass Frauen auf einen wie dich warten, bevor du dich trennst. Und wenn es da schlecht aussieht, dann bleibst du lieber bei deiner jetzgen Partnerin.
Is ja besser als nix.
Ein Traumprinz.
 
  • #23
Alles was du dir in einer Beziehung wünscht, ist Liebe, Liebe reicht allerdings überhaupt nicht für eine funktionierende Beziehung und Liebe ohne gemeinsame Vorstellungen ist wertlos. Das siehst du ja selber! Es macht dich oder den Partner abhängig (eben das, was deine Freundin gerade ist). Was du suchst, ist eher eine liebevolle Pflegerin. Hast du schon mal darüber nachgedacht, deine Freundin zu entlasten? Deine Freundin braucht Freunde, mit denen sie draußen was machen kann. Etwas mehr Pflege-Distanz zwischen euch bringt mehr Gleichgewicht rein. Sie muss öfters raus und du musst öfters den Kopf frei bekommen! Motiviere sie bitte dazu! Eventuell könnt ihr euch ein Haustier anschaffen, worum sie sich kümmern kann? Hunde? Katzen? Ect.

Nichts tun zu müssen um zu lieben oder geliebt zu werden? Mal ehrlich, jeder muss was tun! Es wird einem nichts geschenkt! Du hast einen Kopf zum Nachdenken. Warum sorgst du nicht selber dafür, dass andere Menschen dich betüteln? Es gibt genug Leute, die sich bisschen Taschengeld verdienen möchten für minimale Tätigkeiten wie Müll runtertragen oder Post ins Haus tragen, etc. Sei kreativ!

Warum liest du keine Literatur zu dem Thema?
Warum setzt du dich nicht mit deiner Freundin zum Reden hin und machst Pläne?

Dein Kopf funktioniert ja, du willst nur - nach eigenen Angaben - nichts für die Liebe tun. Du bist krank, willst aber auch nicht wie ein Behinderter behandelt werden, also musst du was für die Liebe tun wie jeder andere auch.
 
  • #24
Warum sollte eine Frau dich nicht als Mann sehen ? Frag dich selber ob du geil wärst auf eine Frau die ständig schmerzen hat... Ich stelle mir gerade vor wie du auf Sue draufhüpftst und yes Baby ,komm schon ....sie wärenddessen mit schmerzverzerrten Gesicht...ja ich will es,achte nicht auf meine Schmerzen,stöhnt...nein iwo süsse mir doch egal.
Ich glaub einfach das deine Partnerin da zu zimperlich ist und da nicht so ohne weiteres hinwegsehen kann. Ich steh da auch nicht so drauf.
 
  • #25
Lieber FS,

du liebst sie, sie dich und das ist doch schon mal klasse.
Die Frage ist, wie kommt ihr zueinander. Wer liebt, möchte, dass es dem Partner gutgeht, fein auf die Dosierungen zu achten, ist schwerlich möglich. Ein Weg wäre, dass auch du sie betüddelst, bis ihr beide über eure Situation lachen könnt und gemeinsam eure Karten neu mischt. Wichtig wäre auch, zu ergründen, ob sie alte Programme laufen hat, die sie in ein Verhaltensmuster zwingt. Aber auch du könntest ein Verhaltensmuster entwickelt haben, was andere springen lässt, um dir zur Hilfe zu eilen. Mir sind Menschen z.B. sehr unangenehm, die nach Indianerart die Zähne zusammenbeißen, oder immer eine vorwurfsvolle Aura um sich tragen, kategorisch jede Hilfe ablehnen, oder ständig Aufmerksamkeit auf sich lenken und pseudo stark ohne Humor mit ausgekugeltem Kiefergelenk und zusammgebissenen Zähnen durch die Weltgeschichte dampfen. Zahnersatz ist übrigens teuer, Humor, der lockert, kostenlos.
Durch deine ablehnende Haltung gegenüber ihrer Hilfe könntest du signalisieren, dass du mehr der Hilfe bedarfst. Schwelge doch mal in Dankbarkeit, das gibt ihr besser das Gefühl, wann sie aufhören kann und darf.
So wie du dich artikulierst, wirkst du auf mich ein bisschen unangenehm, spröde, etwas verhärtet, mit wenig Verständnis für deine Liebste. Zu dieser Konstellation von Beziehung, die ihr lebt, gehört ihr beiden und du musst dir überlegen, welchen Resonanzboden du für deine Liebste bietest, um so zu handeln, wie sie es tut. Denk nach und sei ein Mann, bevor du einen Rundumschlag in Bewegung setzt und bei aller Liebe, die Beziehung in den Sand setzt. Du entscheidest, ob du dich als Kind fühlst und nicht als Mann. Deine Liebste ist nur das Werkzeug, was deine Programmierung bestätigt.
Ich kenne solche Menschen wie dich, die andere bis zur Erschöpfung agieren lassen, obwohl sie verbal signalisieren, dass sie das nicht wollen.
Ich meine es nicht böse und es ist schwer zu beurteilen, was die wirklichen Gründe sind, die euch nicht einvernehmlich miteinander sein lassen. Es sind lediglich Denkanstösse.
Viel Glück euch beiden, denn es ist nicht jedem gegeben, so wie dir in deiner Lage, eine liebe nette Frau kennenzulernen. Ein Mann versteht es, sich aus seinen eigenen Fallstricken zu lösen.
 
  • #26
@frei Sachen auf dem Boden kann ich nicht gut aufheben und zu Hause habe ich ein bestimmtes Hilfsmittel (Greiffzange) dafür und Menschen die das tun bei denen bedanke ich mich!

Von der Beschreibung her scheint dein Freund genau gleich zu sein, wie dieser eine Mann mit dem ich 3x Dates hatte. Ich wollte ihn nicht mehr treffen weil ich mich immer eigenartig dabei fühle.

Was aber immer gut ankommt, ist wenn man fragt, ob man Hilfe braucht. Die Antwort kommt sofort. Ich habe sehr grosse Mühe schwere Türen zu öffnen und wenn Leute das sehen machen sie die Tür auf oder ich hole jemanden.

Einem Blinden, den ich beobachtete, während ich auf eine Freundin wartete, half ich auch, weil ich merkte, dass er einen Weg suchte und komplett verwirrt war. Ich bot ihm an sich an meinen Rolli zu halten. Er war sehr erleichtert, als dann meine Freundin kam und sie ihn noch die Treppe hinunter begleiten konnte. Man hat gemerkt, dass er wirklich verwirrt war und auf der gegenüberliegenden Seite der Treppe war.

Ich denke wenn man gut beobachtet (wie du das mit dem Blinden gemacht hast), dann kann man auch ziemlich gut erkennen, ob jemand Hilfe brauchen könnte oder nicht.

Der FS muss seiner Freundin erklären, weshalb er das nicht möchte, dass sie ihm bei jeder Kleinigkeit hilft aber gleichzeitig erklärt, dass er seine Hilfsbereitschaft sehr schätzt, wenn er sie braucht
 
  • #27
wie würdest du dich dabei fühlen? Obwohl du das alles selbst machen kannst :) Hättest du dann Lust mit einem solchen Mann noch Sex zu haben? Ich nicht, nein ich suche keinen Pfleger, sondern einen Partner!
Liebe @Mandoline, das verstehe ich total, ABER ihr seid doch starke Persönlichkeiten und könnt den Rahmen abstecken, was geht bzw gewünscht ist und was nicht! Warum erwartet ihr dass euer Gegenüber genau weiß, was ihr braucht und was nicht?! Sicher dein beschriebener Fall fällt aus dem Rahmen, denn das ein Mensch im Rollstuhl sein Fleisch selber schneiden kann ist klar. Was ich aber sagen will, es ist doch alles menschlich und es braucht manchmal Zeit bis es sich so eingespielt hat bis es passt. Das ist auch bei gesunden Menschen so.


Im Falle des FS ist es wohl aber so, dass er sich unterschiedlich gut fühlt, das kann tageweise variieren. Woher soll seine Freundin wissen, was er braucht und was zu viel ist? Er muss es klar kommunizieren, am besten jeden Morgen.
Und ich sehe da als viel größeres Problem! Ich wirke auf andere Menschen so, wie ich mich fühle! Der FS fühlt sich nicht mehr als Mann, als Athlet und schiebt den schwarzen Peter seiner Freundin zu! Er sucht Gründe die sein Empfinden rechtfertigen in ihrem Verhalten! Das ist sehr unfair! Anstatt bei sich zu schauen! Er kann nicht seine Freundin ändern, aber sich selbst und diese Veränderung wird dann auch das Verhalten der Partnerin ändern oder abmildern.

Der FS möchte als Mann wahrgenommen werden? Dann muss er sich so benehmen. Sich pflegen, Stylen, bisschen Sporttreiben (zB. Kraft Training so gut es eben möglich ist, mit Thera Band Übungen usw).
Wir wissen einfach zu wenig über die Beziehung, aber ich könnte mir vorstellen, dass er sich in letzter Zeit auch nicht sonderlich um seine Freundin bemüht hat oder ihr das Gefühl gegeben hat, dass ER seine Freundin auch wie ein Mann wahrgenommen hat!

Lieber @Erik, wann hast du deine Freundin das letzte mal wie ein Mann behandelt? Und vorallem sie als sexy Frau wahrgenommen?
 
  • #28
Lieber Erik,
Ok, soweit verstanden. Ich spinne mal weiter, was ich aus deinem letzten Post raus gelesen habe.

Ihr verliert euch als Paar, und wenn du sagst du wirst von ihr nicht als Mann wahr genommen, dann habt ihr sicher auch keinen/kaum noch Sex und wenn, dann geht die Initiative nicht von ihr aus, richtig? Ihr lebt wie Bruder und Schwester nebeneinander her und sie mutiert mittlerweile sogar zur Krankenschwester, richtig?

Wenn ich damit richtig liege, würde ich sagen "ja" sie sieht dich nicht mehr als Mann, ABER das liegt nicht an deinen Schmerzen, sondern hätte jedem gesunden Mann auch passieren können. Weil sie dich aber nicht mehr als Mann sieht, hat sie den Fokus immer mehr auf deine Schmerzen und das Umsorgen deinerseits gelegt. Sie verlagert quasi ein Problem was sich entwickelt hat (keine Erotik, begehren Lust), auf deine Krankheit. (Ich weiß krank trifft es nicht wirklich, aber ein anderes Wort ist mir nicht eingefallen.)Sie lenkt damit vom eigentlichen Problem ab!

Lassen wir mal deine Schmerzen bzw Krankheit außen vor.
Nun, was kannst du tun?
Dich attraktiver für sie machen. Das Feuer zwischen euch neu entfachen! Lenke DU den Fokus bewusst mehr auf Paar -Zeit, tue ihr Gutes und zeige ihr damit, dass es auch ein anderes Leben mit dir gibt und du diese Hilfe von ihr nicht benötigst. Wenn du dich als Mann fühlst, dann lass sie das spüren. Behandle sie wie ein Mann und vorallem zeige ihr, dass du in ihr deine sexy Partnerin siehst und nicht die fürsorgliche Mutti. Vielleicht fühlt sie sich nicht mehr als begehrenswerte Frau und ist deshalb in die Rolle der Mutti geschlüpft?

So wie du dich selbst beschreibst, hat deine Krankheit null Komma nix damit zu tun, dass du nicht als Mann wahr genommen werden kannst!
 
  • #29
Wenn ich einen Mann toll finde, ändert sich das glaube ich nicht, wenn er krank wird/ Schmerzen hat. Die Abtörner für mich sind: Faulheit, Sichgehenlassen (ungepflegt, fett), fehlende Empathie, Kaltherzigkeit, Egozentrik, Nicht-Kommunizieren, Rechthaberei, Borniertheit, Stillosigkeit. All das ist m.E. sehr unsexy. Viel eher als z.B. eine chronische Erkrankung, die Beschwerden macht. Sag deiner Freundin klar, welche Unterstützung du möchtest und welche nicht, was dich nervt. Die Probleme sind hoffentlich durch bessere Kommunikation lösbar. Evtl eine Beratung für Paare aufsuchen.
 
L

LadyBink

Gast
  • #30
Angebot und Nachfrage lieber Erik, die Frage ist nicht, was du selber glaubst für einen Marktwert zu haben, die Frage ist, welche Attitüde und welche Auswahlanforderungen du dir auf dem Partnermarkt wirklich leisten kannst.

Fakt ist, du bist ein gehandycapter und im Alltag oft eingeschränkter Mann. Das Zusammenleben mit dir erfordert ein hohes Maß an dauerhafter Zurückstellungsbereitschaft und Rücksichtnahme. Da ist die Frage, was du einer Frau ohne massives Heldersyndrom im Gegenzug von dir geben magst.

Die zickige, selbstzentrierte und verwöhnte Diva, die du hier raushängen lässt, besser nicht. Die könntest du bei deinem sehr guten Aussehen vielleicht bei einem deutlich älteren und weniger gutaussehenden Lover in der Schwulenszene einbringen.


Bei dir sieht es dagegen auf dem freien Partnermarkt eher düster aus. Wer so wie er ist bedingungslos geliebt werden möchte, ohne etwas zu tun oder dafür zu geben und dabei selbstverständlich dauerhafte Rücksichtnahme, sensible Wertschätzung etc einfordert, der muss sich nunmal die Frage gefallen lassen "Und was bietest im Gegenzug denn du?"
 
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